MedikamenteWirkstoff

Ginkgo-biloba-Extrakt

Ginkgo-biloba-Extrakt ist ein pflanzliches Antidementivum aus Ginkgo-Blättern, apothekenpflichtig und auch ohne ärztliche Verschreibung erhältlich. Ginkobil ratiopharm 240 mg ist laut Fachinformation zugelassen zur Verbesserung einer altersbedingten kognitiven Beeinträchtigung und der Lebensqualität bei leichter Demenz; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Tebonin. Bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung oder zusammen mit gerinnungshemmenden Mitteln sollte Ginkgo-Extrakt laut Fachinformation nur nach ärztlicher Rücksprache angewendet werden, und vor einer Operation sollte er vorsichtshalber abgesetzt werden.

Mann Anfang siebzig steht an einem ruhigen Herbstmorgen unter einem Ginkgobaum mit goldgelben Blättern in einem Park
Bild: KI-generiert

Wofür wird Ginkgo-biloba-Extrakt eingesetzt?

Laut Packungsbeilage wird Ginkobil ratiopharm 240 mg "als pflanzliches Arzneimittel zur Verbesserung einer altersbedingten kognitiven Beeinträchtigung (Verschlechterung geistiger Fähigkeiten) und der Lebensqualität bei leichter Demenz" angewendet, und zwar von Erwachsenen ab 18 Jahren. Die Fachinformation nennt dasselbe Anwendungsgebiet. Mehr zur Erkrankung unter Demenz. [1, 2]

Für die Tabletten mit 120 mg nennt die Packungsbeilage andere Anwendungsgebiete. Das erste lautet: "Zur symptomatischen Behandlung von hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes bei Abnahme bzw. Verlust erworbener geistiger Fähigkeiten (dementielles Syndrom) mit den Hauptbeschwerden: Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung, Schwindel, Ohrensausen, Kopfschmerzen." Zur primären Zielgruppe gehören laut Fachinformation Menschen mit dementiellem Syndrom bei primär degenerativer Demenz, vaskulärer Demenz und Mischformen aus beiden. Außerdem werden die 120-mg-Tabletten zur Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke bei der sogenannten Schaufensterkrankheit angewendet, einer arteriellen Verschlusskrankheit in den Gliedmaßen im Stadium II nach Fontaine, und zwar im Rahmen physikalisch-therapeutischer Maßnahmen, insbesondere Gehtraining. Das dritte Anwendungsgebiet ist Schwindel infolge von Durchblutungsstörungen oder altersbedingten Rückbildungsvorgängen, dazu die unterstützende Behandlung von Ohrgeräuschen (Tinnitus) derselben Ursachen. [3, 4]

Bei hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen lässt sich laut Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten nicht voraussagen, wie gut der Extrakt im Einzelfall anspricht. Bevor diese Behandlung beginnt, sollte geklärt werden, ob die Krankheitszeichen auf einer Grunderkrankung beruhen, die eine eigene, gezielte Behandlung braucht. Embryotox nennt als Anwendungsgebiet von Ginkgo-Präparaten allgemein die Verbesserung der Blutzirkulation bei kognitiven Störungen, Schwindel und Tinnitus. [3, 5]

Beide Stärken sind laut Fachinformation als Arzneimittel zugelassen: die 240-mg-Tabletten seit dem 15.05.2007 (verlängert am 11.12.2018), die 120-mg-Tabletten seit dem 15.11.1995 (verlängert am 02.09.2008). Sie sind apothekenpflichtig und auch ohne ärztliche Verschreibung erhältlich. [1, 2, 3, 4] Bei traditionellen pflanzlichen Arzneimitteln, die nach dem Arzneimittelgesetz nur registriert sind, muss die Packungsbeilage angeben, dass das Mittel ausschließlich auf Grund langjähriger Anwendung für das Anwendungsgebiet registriert ist. [12] In den Packungsbeilagen von Ginkobil ratiopharm steht dieser Hinweis nicht. Für andere Ginkgo-Präparate gilt, was ihre eigene Packungsbeilage sagt. [1, 3]

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gibt es laut Packungsbeilage der 240-mg-Tabletten keine relevante Indikation. Die 120-mg-Tabletten sollen bei Kindern und Heranwachsenden unter 18 Jahren nicht angewendet werden, weil zur Anwendung in dieser Altersgruppe keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen. [1, 3]

Die S3-Leitlinie Demenzen (Version 6.1, Fassung vom 27.04.2026, laut Leitlinie gültig ab 24.02.2026 voraussichtlich bis 23.02.2027) schlägt vor, den Ginkgo-Extrakt EGb 761 in der dort genannten Tagesdosis zur Behandlung der Kognition und der Alltagsfunktionen bei leichter bis mittelgradiger Alzheimer-Demenz oder vaskulärer Demenz mit nicht psychotischen Verhaltenssymptomen einzusetzen (schwache Empfehlung). Gemeint sind laut Leitlinie unter anderem Apathie, Depression und Angst. Die Empfehlung gilt für diesen bestimmten Extrakt; welche Präparate ihn enthalten, nennt die Leitlinie nicht. Sie geht außerdem über die Zulassung der 240-mg-Tabletten von Ginkobil ratiopharm hinaus, deren Anwendungsgebiet nur die leichte Demenz nennt. [1, 11]

Wie wirkt Ginkgo-biloba-Extrakt?

Die Fachinformation ordnet Ginkgo-biloba-Extrakt den pflanzlichen Antidementiva zu; verwandte Mittel stehen auch unter Pflanzliche Psychopharmaka. Jede Filmtablette enthält einen Trockenextrakt aus Ginkgo-biloba-Blättern, der mit Aceton als Auszugsmittel gewonnen und auf bestimmte Mengen an Flavonoiden, Ginkgoliden und Bilobalid eingestellt (quantifiziert) ist. Der genaue Wirkmechanismus ist laut Fachinformation nicht bekannt. [1, 2]

Untersuchungen am Menschen zeigten laut Fachinformation der 240-mg-Tabletten eine erhöhte Wachsamkeit im EEG bei älteren Menschen zwischen 57 und 77 Jahren, verbesserte Fließeigenschaften des Blutes, eine gesteigerte Hirndurchblutung in bestimmten Bereichen bei gesunden Männern zwischen 60 und 70 Jahren und eine verminderte Verklumpung von Blutplättchen, die durch den plättchenaktivierenden Faktor (PAF) ausgelöst wird. Außerdem wurden gefäßerweiternde Effekte an Blutgefäßen des Unterarms mit einer dadurch erhöhten örtlichen Durchblutung nachgewiesen. In klinischen Studien wurde laut dieser Fachinformation die Wirksamkeit von Ginkgo biloba bei Menschen mit leichter Demenz gezeigt, vor allem bei über 50-Jährigen. [2, 4]

Embryotox beschreibt, dass Ginkgo biloba eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe enthält, die unter anderem die Durchblutung fördern und kognitive Leistungen verbessern sollen. Ein Einfluss auf den Abbau anderer Arzneistoffe wird laut Embryotox diskutiert, und eine erhöhte Blutungsbereitschaft wurde beschrieben. [5]

Die Inhaltsstoffe Ginkgolid A, Ginkgolid B und Bilobalid gelangen laut Fachinformation der 240-mg-Tabletten zu 79 bis 88 Prozent in den Blutkreislauf. Ihre Halbwertszeiten, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, liegen zwischen 2 und 6 Stunden. [2]

Wann wirkt Ginkgo-biloba-Extrakt und wie lange wird behandelt?

Bei altersbedingter geistiger Beeinträchtigung und leichter Demenz soll die Behandlung laut Packungsbeilage und Fachinformation mindestens 8 Wochen dauern, bei hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen laut Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten ebenfalls. Nach 3 Monaten ist von der Ärztin oder vom Arzt zu überprüfen, ob die Weiterführung der Behandlung noch gerechtfertigt ist; die Fachinformation nennt dafür den Fall, dass bis dahin keine Besserung eingetreten ist oder sich die Beschwerden verstärken. [1, 2, 3]

Verschlimmert sich das Krankheitsbild oder tritt keine Besserung ein, müssen Sie laut Packungsbeilage eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Für Schwindel, Ohrgeräusche und die Schaufensterkrankheit nennt die Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten eigene Zeiträume; sie stehen in der Übersicht unten. Allgemeines unter Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 3]

  1. BeginnGinkgo-Extrakt ist ohne ärztliche Verschreibung erhältlich. Bevor die Behandlung hirnorganisch bedingter Leistungsstörungen beginnt, sollte laut Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten geklärt werden, ob die Beschwerden auf einer Grunderkrankung beruhen, die gezielt behandelt werden muss. Häufig auftretende Schwindelgefühle und Ohrensausen gehören grundsätzlich ärztlich abgeklärt, bei plötzlicher Schwerhörigkeit oder einem Hörverlust unverzüglich.[1, 3]
  2. Erste WirkungBei altersbedingter geistiger Beeinträchtigung und leichter Demenz soll die Behandlung laut Packungsbeilage und Fachinformation mindestens 8 Wochen dauern, bei hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen laut Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten ebenfalls; wie gut der Extrakt im Einzelfall anspricht, lässt sich laut dieser Packungsbeilage nicht voraussagen. Bei der Schaufensterkrankheit setzt eine Besserung der Gehstrecke eine Behandlungsdauer von mindestens 6 Wochen voraus; Ohrgeräusche sollten mindestens 12 Wochen unterstützend behandelt werden.[1, 2, 3]
  3. ErhaltungNach 3 Monaten Behandlung ist laut Packungsbeilage ärztlich zu überprüfen, ob die Weiterführung noch gerechtfertigt ist; die Fachinformation der 240-mg-Tabletten nennt dafür den Fall, dass sich die Beschwerden nicht gebessert oder verstärkt haben. Bei Schwindel bringt eine Anwendung über länger als 6 bis 8 Wochen keine Verbesserung des Behandlungsergebnisses. Ist bei Ohrgeräuschen nach 6 Monaten kein Erfolg eingetreten, ist er auch bei längerer Behandlung nicht mehr zu erwarten.[1, 2, 3]
  4. AbsetzenVor einer Operation sollte Ginkgo-Extrakt laut Fachinformation vorsichtshalber rechtzeitig vorher abgesetzt werden, weil es einzelne Hinweise auf eine erhöhte Blutungsbereitschaft gibt; sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Für die 240-mg-Tabletten nennen Packungsbeilage und Fachinformation Häufigkeiten. Kopfschmerzen sind sehr häufig, sie können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen; häufig sind Benommenheit oder Schwindel, Durchfall, Unterbauchschmerzen (laut Fachinformation Bauchschmerzen), Übelkeit und Erbrechen. Mit unbekannter Häufigkeit kommen Blutungen an einzelnen Organen (Auge, Nase, Gehirn und Magen-Darm-Trakt), Überempfindlichkeitsreaktionen (allergischer Schock) und allergische Hautreaktionen mit Hautrötung, Hautschwellung, Jucken und Ausschlag vor. [1, 2]

Die Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten macht keine gesicherten Angaben zur Häufigkeit, weil die Nebenwirkungen durch einzelne Meldungen von Patienten, Ärzten oder Apothekern bekannt geworden sind. Ihre Aufzählung umfasst alle bekannt gewordenen Nebenwirkungen, auch solche unter höherer Dosierung oder Langzeitbehandlung. Danach können Blutungen an einzelnen Organen auftreten, vor allem wenn gleichzeitig gerinnungshemmende Arzneimittel wie Phenprocoumon, Acetylsalicylsäure oder andere nichtsteroidale Antirheumatika eingenommen werden. Bei überempfindlichen Personen kann es zu schweren Überempfindlichkeitsreaktionen (allergischer Schock) und zu allergischen Hautreaktionen kommen. Außerdem kann es zu leichten Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel oder zur Verstärkung bereits bestehender Schwindelbeschwerden kommen. [3]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Ginkgo-biloba-Extrakt nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Kopfschmerzen (Filmtabletten mit 240 mg)[1, 2]
  • Häufig: Benommenheit oder Schwindel (Filmtabletten mit 240 mg)[1, 2]
  • Häufig: Durchfall, Unterbauchschmerzen (laut Fachinformation Bauchschmerzen), Übelkeit, Erbrechen (Filmtabletten mit 240 mg)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen von Ginkgo-biloba-Extrakt nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Was Angaben wie "sehr häufig" oder "nicht bekannt" bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei Blutungen, einem allergischen Schock oder allergischen Hautreaktionen sollten Sie die 240-mg-Tabletten laut Packungsbeilage absetzen und sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke wenden; laut Fachinformation weist die Packungsbeilage allgemein darauf hin, beim Auftreten von Nebenwirkungen das Arzneimittel abzusetzen und die Ärztin oder den Arzt aufzusuchen. Die Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten sagt, dass Sie diese Tabletten bei Blutungen, einem allergischen Schock oder allergischen Hautreaktionen nicht nochmals einnehmen und sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden, damit sie oder er über den Schweregrad und gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen entscheiden kann. [1, 2, 3] Geht es Ihnen oder einem Angehörigen seelisch sehr schlecht, finden Sie Telefonnummern und Anlaufstellen auf der Seite Hilfe in der Krise.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Ende sechzig legt an einem hellen Gartentisch am Nachmittag Ginkgoblätter in eine flache Schale
Bild: KI-generiert

Bemerken Sie Nebenwirkungen, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Sie können Nebenwirkungen auch selbst dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie ebenfalls mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. [1]

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke vor der Einnahme, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen möchten, auch wenn sie nicht verschreibungspflichtig sind. Eine Übersicht hilft dabei: der Medikationsplan. Ist eine Operation geplant, informieren Sie laut Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten rechtzeitig Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, damit sie oder er über das weitere Vorgehen entscheiden kann; mehr unter Psychopharmaka vor einer Operation. [1, 3]

Fragen für den nächsten Termin sammeln Sie mit den Fragen fürs Arztgespräch; was Angehörige tun können, steht unter Für Angehörige.

Kontrollen während der Behandlung

Regelmäßige Blutuntersuchungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Bei gleichzeitiger Einnahme von Warfarin sollten laut Fachinformation geeignete Laborkontrollen erfolgen, und zwar zu Beginn, bei einer Änderung der Dosierung, beim Beenden der Behandlung und bei einem Wechsel des Medikaments, obwohl die verfügbaren Studien mit Warfarin nicht auf Wechselwirkungen mit Ginkgo biloba hinweisen. Nach 3 Monaten Behandlung ist ärztlich zu überprüfen, ob die Weiterführung noch gerechtfertigt ist. [1, 2]

Kontrolluntersuchungen bei Ginkgo-biloba-Extrakt
UntersuchungWann oder warum
Ärztliche Überprüfung der WeiterführungNach 3 Monaten Behandlung bei altersbedingter geistiger Beeinträchtigung, leichter Demenz oder hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen[1, 3]
Laborkontrollen bei gleichzeitiger Einnahme von WarfarinLaut Fachinformation sollten geeignete Laborkontrollen zu Beginn, bei einer Änderung der Dosierung, beim Beenden und bei einem Wechsel des Medikaments erfolgen, obwohl die verfügbaren Studien mit Warfarin nicht auf Wechselwirkungen hinweisen[2]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Untersuchungen bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen und Blutwerte.

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Einnahme mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln wie Phenprocoumon oder Warfarin oder mit Mitteln, die die Verklumpung von Blutplättchen hemmen, wie Clopidogrel, Acetylsalicylsäure und andere nichtsteroidale Antirheumatika, kann laut Packungsbeilage der 240-mg-Tabletten eine Beeinflussung ihrer Wirkung nicht ausgeschlossen werden; die Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten spricht von einer möglichen Wirkungsverstärkung. Bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) sowie bei gleichzeitiger Behandlung mit solchen Mitteln sollte Ginkgo-Extrakt laut Fachinformation nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt angewendet werden. [1, 2, 3]

Die gleichzeitige Anwendung mit Efavirenz wird laut Packungsbeilage und Fachinformation nicht empfohlen, weil dessen Konzentration im Blut sinken kann. Wie für alle Arzneimittel kann laut Fachinformation ein Einfluss auf den Abbau anderer Arzneimittel über die Enzyme CYP3A4, CYP1A2 und CYP2C19 nicht ausgeschlossen werden, der Wirkungsstärke und Wirkungsdauer dieser Arzneimittel beeinflussen könnte; ausreichende Untersuchungen dazu liegen nicht vor. Halten Sie deshalb laut Packungsbeilage Rücksprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. [1, 2]

Eigene Angaben zu Mitteln gegen Bluthochdruck, zu Magnesium oder zu anderen Mitteln bei Demenz wie Donepezil, Rivastigmin oder Memantin enthalten Packungsbeilage und Fachinformation von Ginkobil ratiopharm nicht. [1, 2, 3, 4]

Wechselwirkungen von Ginkgo-biloba-Extrakt
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Blutgerinnungshemmende Mittel (z. B. Phenprocoumon, Warfarin) und Hemmer der Blutplättchen-Verklumpung (z. B. Clopidogrel, Acetylsalicylsäure und andere nichtsteroidale Antirheumatika)Eine Beeinflussung ihrer Wirkung kann nicht ausgeschlossen werden; laut Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten können Blutungen vor allem bei gleichzeitiger Einnahme solcher Mittel auftreten. Studien mit Warfarin weisen laut Fachinformation nicht auf Wechselwirkungen hin[1, 2, 3]Nur nach ärztlicher Rücksprache; bei Warfarin sollten laut Fachinformation geeignete Laborkontrollen bei Beginn, Dosisänderung, Ende der Behandlung oder Präparatewechsel erfolgen
EfavirenzDie Konzentration von Efavirenz im Blut kann sinken[1, 2]Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen
Andere Arzneimittel, die über die Leberenzyme CYP3A4, CYP1A2 oder CYP2C19 abgebaut werdenEin Einfluss auf Wirkungsstärke und/oder Wirkungsdauer kann nicht ausgeschlossen werden; ausreichende Untersuchungen liegen nicht vor[1, 2]Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Mittel gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren.

Wer Ginkgo-biloba-Extrakt nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Ginkgo biloba oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Schwangerschaft: Es gibt einzelne Hinweise darauf, dass Ginkgo-haltige Präparate die Blutungsbereitschaft erhöhen könnten[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Krankhaft erhöhte Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) oder gleichzeitige Behandlung mit blutverdünnenden Mitteln: nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt[1, 2]
  • Geplante Operation: Wegen möglicher erhöhter Blutungsbereitschaft sollte Ginkgo laut Fachinformation vorsichtshalber rechtzeitig vorher abgesetzt werden; ob und wann, legen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest[1, 2]
  • Bekanntes Krampfleiden (Epilepsie): vor der Einnahme ärztlich besprechen; laut Fachinformation ist nicht auszuschließen, dass weitere Krampfanfälle gefördert werden[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Efavirenz: nicht empfohlen[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose; laut Packungsbeilage dann erst nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Laut Fachinformation sollten Menschen mit der seltenen erblichen Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption die Filmtabletten nicht einnehmen[1, 2]
  • Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion: Für konkrete Dosierungsempfehlungen gibt es keine hinreichenden Daten[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Für die 240-mg-Tabletten gibt es keine relevante Indikation; die 120-mg-Tabletten sollen in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen[1, 3]

Allgemeines zur Behandlung älterer Menschen steht unter Psychopharmaka im Alter.

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

In der Schwangerschaft darf Ginkgo-Extrakt nicht eingenommen werden, weil es einzelne Hinweise darauf gibt, dass Ginkgo-haltige Präparate die Blutungsbereitschaft erhöhen könnten. Laut Fachinformation ergaben Tierstudien an drei Arten keinen Hinweis auf eine Schädigung des Embryos oder Fehlbildungen durch den enthaltenen Extrakt.[1, 2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als gering an: Systematische Untersuchungen zu Schwangerschaften unter Ginkgo gibt es nicht, Hinweise auf eine spezifische fehlbildende Wirkung ergaben sich bisher nicht. Auf die Verwendung von Ginkgo-Extrakten sollte laut Embryotox während der Schwangerschaft möglichst verzichtet werden.[5]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

In der Stillzeit soll Ginkgo-Extrakt nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen; es ist nicht bekannt, ob die Inhaltsstoffe in die Muttermilch übergehen.[1, 2]

Laut Embryotox liegen keine Daten zum Übergang in die Muttermilch vor; eine längerfristige Anwendung in der Stillzeit kann deshalb nicht empfohlen werden.[5]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Laut Fachinformation der 240-mg-Tabletten wurden Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen nicht durchgeführt; Benommenheit oder Schwindel gehören bei diesen Tabletten zu den häufigen Nebenwirkungen.[1, 2]

Anwendung

Die Filmtabletten nicht im Liegen einnehmen; unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, am besten einem Glas Trinkwasser, schlucken. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.[1]

Einnahme vergessen: beim nächsten Mal nicht die doppelte Menge einnehmen, sondern wie vorgesehen fortfahren.[1]

Absetzen

Vor einer Operation sollte Ginkgo-Extrakt laut Fachinformation vorsichtshalber rechtzeitig vorher abgesetzt werden. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt rechtzeitig, damit sie oder er über das weitere Vorgehen entscheiden kann.[1, 2, 3]

Überdosierung

Überdosierungserscheinungen sind bisher nicht bekannt; möglicherweise treten die Nebenwirkungen verstärkt auf. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen.[1, 2]

Eine eigene Angabe zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation von Ginkobil ratiopharm nicht. Was für Sie gilt, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Allgemeines unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]

Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen wurden laut Fachinformation der 240-mg-Tabletten nicht durchgeführt; Benommenheit oder Schwindel gehören bei diesen Tabletten zu den häufigen Nebenwirkungen. Die Fachinformation der 120-mg-Tabletten nennt keine bekannten Auswirkungen. Bei leichter Demenz sollte die Fahreignung laut S3-Leitlinie im Einzelfall geprüft werden; die Leitlinie empfiehlt, sie bei leichter Demenz oder leichter kognitiver Störung mindestens jährlich zu beurteilen, bei einem klinisch bedeutsamen Fortschreiten auch häufiger. Bei mittelschwerer und schwerer Demenz ist die Fahreignung laut Leitlinie aufgehoben. [2, 4, 11] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [14] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [13] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

In der Schwangerschaft darf Ginkobil ratiopharm laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden, weil es einzelne Hinweise darauf gibt, dass Ginkgo-haltige Präparate die Blutungsbereitschaft erhöhen könnten. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als gering an und schreibt, auf Ginkgo-Extrakte sollte während der Schwangerschaft möglichst verzichtet werden. In der Stillzeit soll das Arzneimittel laut Packungsbeilage nicht angewendet werden. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 5]

Eine Abhängigkeit nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Allgemein zum Thema: Machen Psychopharmaka abhängig? [1, 2]

Einnahme und Absetzen

Wie Sie die Filmtabletten einnehmen und was bei einer vergessenen Einnahme gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. Zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken sind laut Packungsbeilage keine Besonderheiten zu beachten. [1]

Vor einer Operation sollte Ginkgo-Extrakt laut Fachinformation vorsichtshalber rechtzeitig abgesetzt werden, weil es einzelne Hinweise auf eine erhöhte Blutungsbereitschaft gibt; ob und wann, legen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest. Absetzbeschwerden beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Wann und wie Sie die Einnahme beenden, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Allgemeines unter Psychopharmaka absetzen. [1, 2, 3, 4]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilagen nennen die übliche Dosis für Erwachsene ab 18 Jahren getrennt nach Stärke und Anwendungsgebiet, jeweils für den Fall, dass die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet hat. Die Angaben gelten für Ginkobil ratiopharm 240 mg und 120 mg Filmtabletten; für andere Ginkgo-Präparate gilt deren eigene Packungsbeilage. [1, 3]

Präparate mit Ginkgo-biloba-Extrakt

Als Produktnamen nennt Embryotox unter anderem Gingium, Kaveri, Rökan und Tebonin. [5]

Präparate mit Ginkgo-biloba-Extrakt
PräparatAnbieterHinweis
Gingium
Ginkobil ratiopharmratiopharm GmbHapothekenpflichtig; Filmtabletten 240 mg (Grundlage dieser Seite) und 120 mg, Tropfen 40 mg (Flüssigkeit zum Einnehmen)
Kaveri
Rökan
Tebonin

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Ginkobil ratiopharm 240 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH (Zulassungsinhaber: Bioplanta Arzneimittel GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Ginkobil ratiopharm 240 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH (Zulassungsinhaber: Bioplanta Arzneimittel GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 11.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Ginkobil ratiopharm 120 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH (Zulassungsinhaber: Bioplanta Arzneimittel GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 11.10.2026
  4. Fachinformation Ginkobil ratiopharm 120 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH (Zulassungsinhaber: Bioplanta Arzneimittel GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 11.10.2026
  5. Embryotox: Ginkgo. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Ginkobil ratiopharm Tropfen 40 mg, Flüssigkeit zum Einnehmen. ratiopharm GmbH (Zulassungsinhaber: Bioplanta Arzneimittel GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 23.10.2026
  7. Leitlinie S3-Leitlinie Demenzen, Living Guideline, Langfassung, Version 6.1 (AWMF-Register-Nr. 038-013). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Stand Fassung vom 27.04.2026 (laut Leitlinie gültig ab 24.02.2026 voraussichtlich bis 23.02.2027). abgerufen am 23.10.2026
  8. Gesetz § 11 Arzneimittelgesetz (AMG): Packungsbeilage. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  9. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  10. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Ginkgo-biloba-Extrakt nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Darf ich Ginkgo zusammen mit Blutverdünnern nehmen?

Bei gleichzeitiger Behandlung mit gerinnungshemmenden Mitteln sollte Ginkgo-Extrakt laut Fachinformation nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt angewendet werden. Zusammen mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln wie Phenprocoumon oder Warfarin oder mit Mitteln, die die Verklumpung von Blutplättchen hemmen, wie Clopidogrel oder Acetylsalicylsäure, kann laut Packungsbeilage eine Beeinflussung ihrer Wirkung nicht ausgeschlossen werden. Die Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten nennt Blutungen an einzelnen Organen, vor allem wenn gleichzeitig gerinnungshemmende Arzneimittel eingenommen werden. Bei gleichzeitiger Einnahme von Warfarin sollten laut Fachinformation geeignete Laborkontrollen erfolgen.

Muss ich Ginkgo vor einer Operation absetzen?

Laut Fachinformation der 240-mg-Tabletten sollte Ginkgo-Extrakt vorsichtshalber rechtzeitig vor einer Operation abgesetzt werden, weil es einzelne Hinweise darauf gibt, dass Ginkgo-haltige Präparate die Blutungsbereitschaft erhöhen könnten; ob und wann, legen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest. Die Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten bittet darum, die Ärztin oder den Arzt rechtzeitig über die Einnahme zu informieren, damit sie oder er über das weitere Vorgehen entscheiden kann. Mehr dazu unter Psychopharmaka vor einer Operation.

Ist die Wirkung von Ginkgo bei Demenz nachgewiesen?

Laut Fachinformation der 240-mg-Tabletten wurde die Wirksamkeit von Ginkgo biloba in klinischen Studien bei Menschen mit leichter Demenz gezeigt, vor allem bei über 50-Jährigen; der genaue Wirkmechanismus ist nicht bekannt. Wie gut der Extrakt im Einzelfall anspricht, lässt sich laut Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten nicht voraussagen. Die S3-Leitlinie Demenzen schlägt einen bestimmten Ginkgo-Extrakt (EGb 761) bei leichter bis mittelgradiger Alzheimer-Demenz oder vaskulärer Demenz mit nicht psychotischen Verhaltenssymptomen vor (schwache Empfehlung); diese Empfehlung geht über die Zulassung der 240-mg-Tabletten von Ginkobil ratiopharm hinaus, deren Anwendungsgebiet nur die leichte Demenz nennt. Ob eine Behandlung für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Hilft Ginkgo bei Tinnitus?

Für die 240-mg-Tabletten von Ginkobil ratiopharm ist Tinnitus kein zugelassenes Anwendungsgebiet. Die 120-mg-Tabletten werden laut Packungsbeilage zur unterstützenden Behandlung von Ohrgeräuschen infolge von Durchblutungsstörungen oder altersbedingten Rückbildungsvorgängen angewendet. Die Behandlung sollte dann mindestens 12 Wochen dauern; ist nach 6 Monaten kein Erfolg eingetreten, ist er laut Packungsbeilage auch bei längerer Behandlung nicht mehr zu erwarten. Häufig auftretende Schwindelgefühle und Ohrensausen bedürfen grundsätzlich der ärztlichen Abklärung, bei plötzlicher Schwerhörigkeit oder einem Hörverlust sollte unverzüglich eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

Darf ich mit Ginkgo Alkohol trinken?

Eine eigene Angabe zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation von Ginkobil ratiopharm nicht. Was für Sie gilt, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka und Alkohol.

Ist Ginkgo rezeptfrei, und ist es als Arzneimittel zugelassen?

Ginkobil ratiopharm ist apothekenpflichtig und auch ohne ärztliche Verschreibung erhältlich. Die 240-mg- und die 120-mg-Tabletten sind laut Fachinformation als Arzneimittel zugelassen und tragen eine Zulassungsnummer. Traditionelle pflanzliche Arzneimittel, die nach dem Arzneimittelgesetz nur registriert sind, müssen in der Packungsbeilage angeben, dass sie ausschließlich auf Grund langjähriger Anwendung für das Anwendungsgebiet registriert sind; in den Packungsbeilagen von Ginkobil ratiopharm steht dieser Hinweis nicht. Für andere Ginkgo-Präparate gilt, was in ihrer eigenen Packungsbeilage steht.

Wie viel Ginkgo darf ich nehmen?

Die Angaben gelten jeweils für ein bestimmtes Präparat. Was die Packungsbeilagen von Ginkobil ratiopharm 240 mg und 120 mg je nach Anwendungsgebiet als übliche Dosis für Erwachsene ab 18 Jahren nennen, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage; für andere Präparate gilt deren eigene Packungsbeilage. Für eine eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion gibt es laut Packungsbeilage der 240-mg-Tabletten keine hinreichenden Daten für konkrete Dosierungsempfehlungen.

Welche Nebenwirkungen hat Ginkgo?

Bei den 240-mg-Tabletten sind Kopfschmerzen laut Packungsbeilage sehr häufig, sie können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Häufig sind Benommenheit oder Schwindel, Durchfall, Unterbauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Mit unbekannter Häufigkeit kommen Blutungen an einzelnen Organen, Überempfindlichkeitsreaktionen (allergischer Schock) und allergische Hautreaktionen vor. In diesen Fällen sollten Sie das Arzneimittel laut Packungsbeilage absetzen und sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke wenden; laut Fachinformation gilt dieser Hinweis der Packungsbeilage beim Auftreten von Nebenwirkungen allgemein.

Wenn es Ihnen gerade sehr schlecht geht: Notruf 112 · TelefonSeelsorge 0800 111 0 111, 0800 111 0 222, 116 123 · Hilfe in der Krise

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Donepezil

    Donepezil ist ein Acetylcholinesterasehemmer zur Behandlung der Alzheimer-Demenz.

  • Medikamente Rivastigmin

    Rivastigmin ist ein Cholinesterasehemmer bei Alzheimer-Demenz und Parkinson-Demenz.

  • Medikamente Lecanemab

    Lecanemab ist ein Antikörper gegen Amyloid bei früher Alzheimer-Krankheit.

  • Nebenwirkungen Emotionale Abstumpfung

    Unter Antidepressiva fühlen sich manche Menschen gefühlsarm oder gleichgültig.