MedikamenteWirkstoff

Fluvoxamin

Fluvoxamin ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Eingesetzt wird es bei depressiven Erkrankungen Erwachsener und bei der Zwangsstörung, für die die Packungsbeilage auch eine Dosierung für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren nennt; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Fevarin. Bis Fluvoxamin wirkt, kann es dauern, und bei Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Mann Ende dreißig pflegt an einem ruhigen Sommermorgen Kräuter in einem kleinen Schrebergarten
Bild: KI-generiert

Wofür wird Fluvoxamin eingesetzt?

Fluvoxamin wird zur Behandlung von depressiven Erkrankungen (Episoden einer Major Depression) eingesetzt und kann auch zur Behandlung der Zwangsstörung (OCD) eingesetzt werden. Andere Anwendungsgebiete nennen die Packungsbeilagen nicht. [1, 4]

Fluvoxamin ist verschreibungspflichtig; der Wirkstoff steht in Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung. [3]

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Fluvoxamin normalerweise nicht angewendet werden, es sei denn, sie werden gegen eine Zwangsstörung behandelt; zur Behandlung einer Depression wird es in diesem Alter nicht angewendet. Für die Zwangsstörung nennt die Packungsbeilage eine Dosierung ab 8 Jahren. Was Eltern wissen sollten, steht in den Abschnitten zu Nebenwirkungen und Vorsicht und auf der Seite Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen. [1, 4]

Wie wirkt Fluvoxamin?

Fluvoxamin gehört zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI), einer Gruppe der Antidepressiva. Serotonin ist ein Botenstoff, mit dem Nervenzellen im Gehirn Signale weitergeben; wie der Name der Gruppe sagt, hemmen diese Mittel, dass Nervenzellen Serotonin wieder aufnehmen. Wie Antidepressiva insgesamt wirken und was dabei noch nicht geklärt ist, erklärt die Seite Wie wirken Antidepressiva? [1]

In den Angaben zur Stillzeit nennt Embryotox für Fluvoxamin eine Halbwertszeit von 13 bis 15 Stunden nach einer einzelnen Gabe und von 17 bis 22 Stunden bei dauerhafter Anwendung. Die Halbwertszeit ist die Zeit, in der sich der Spiegel des Wirkstoffs im Blut halbiert. [2]

Wann wirkt Fluvoxamin und wie lange wird behandelt?

Fluvoxamin wirkt nicht sofort. Fühlen Sie sich nach einigen Wochen noch nicht allmählich besser, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er berät Sie und entscheidet gegebenenfalls, die Dosis allmählich zu steigern. [1, 4]

Bei einer Depression soll laut NVL Unipolare Depression ab Erreichen der Standarddosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam beurteilt werden, ob sich die Behandlung in Richtung der vereinbarten Ziele entwickelt; bei älteren Menschen nennt die Leitlinie eine Zeit bis zum Wirkungseintritt von bis zu 6 Wochen. Ist die Depression abgeklungen (Remission), soll laut NVL empfohlen werden, das Antidepressivum 6 bis 12 Monate darüber hinaus in gleicher Dosis weiter einzunehmen. [11]

Wie lange Sie Fluvoxamin nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen fest. Veränderungen von Stimmung und Beschwerden können Sie im Stimmungstagebuch festhalten; mehr dazu auf den Seiten Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1]

  1. BeginnIn den ersten Wochen, bis die Wirkung gegen die Depression eintritt, kann sich gelegentlich eine Ruhelosigkeit (Akathisie) entwickeln oder verstärken. Einige Menschen fühlen sich leicht unwohl, wenn Fluvoxamin zu wirken beginnt; das sollte bei weiterer Einnahme wie verschrieben bald vorübergehen, kann aber einige Wochen dauern. Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, können bei der ersten Anwendung von Antidepressiva verstärkt sein.[1]
  2. Erste WirkungEs kann einige Zeit dauern, bis Fluvoxamin wirkt: Antidepressiva brauchen laut Packungsbeilage gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger, und einige Menschen fühlen sich in den ersten 2 oder 3 Wochen nicht besser.[1]
  3. ErhaltungDie Tabletten weiter einnehmen, bis die Ärztin oder der Arzt empfiehlt aufzuhören. Auch wenn Sie sich besser fühlen, kann die Ärztin oder der Arzt empfehlen, sie noch eine Weile, mindestens 6 Monate, einzunehmen, um sicherzugehen, dass die Behandlung geholfen hat.[1]
  4. AbsetzenBeim Absetzen verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis langsam über Wochen oder Monate, um das Risiko von Absetzsymptomen zu verringern. Die meisten empfinden die Symptome als leicht und sie klingen innerhalb von 2 Wochen von selbst ab; bei einigen sind sie schwerer oder dauern länger.[1]

Nebenwirkungen im Blick

Sehr häufige Nebenwirkungen nennt die Packungsbeilage für Fluvoxamin nicht. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind unter anderem Erregungszustände, Ängstlichkeit und Nervosität, Schlafstörungen, Schwindel, Kopfschmerz, Zittern, Mundtrockenheit, Verstopfung oder Durchfall und Schweißausbrüche. In den ersten Wochen, bis die Wirkung gegen die Depression eintritt, kann sich gelegentlich eine Ruhelosigkeit mit der Unfähigkeit, still zu sitzen oder still zu stehen (Akathisie), entwickeln oder verstärken. [1, 4]

Arzneimittel wie Fluvoxamin können sexuelle Funktionsstörungen verursachen, die in bestimmten Fällen nach dem Ende der Behandlung bestehen blieben. Ein verzögerter Samenerguss ist gelegentlich, die Unfähigkeit, zum Orgasmus zu kommen, nennt die Packungsbeilage ohne Häufigkeitsangabe. Ebenfalls ohne Häufigkeitsangabe stehen dort unter anderem Gewichtsschwankungen und eine Erhöhung des Hormons Prolaktin; eine unerwartete Milchabsonderung aus der Brustdrüse ist selten. Bei Menschen, die mit dieser Arzneimittelgruppe behandelt wurden, wurde ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet. [1, 4]

Absetzsymptome und die Akathisie nennt die Packungsbeilage in ihrem Abschnitt zu den Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsklasse; sie fehlen deshalb in der folgenden Übersicht und in der Liste darunter und stehen in den Abschnitten zu Vorsicht und Absetzen. Suizidgedanken und suizidales Verhalten stehen bei den Warnzeichen. Übelkeit nennt die Packungsbeilage nur als mögliches Absetzsymptom und als Zeichen einer Überdosierung. [1, 4]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.

Die Liste nennt alle Nebenwirkungen, denen die Packungsbeilagen eine Häufigkeitsklasse zuordnen, einschließlich "nicht bekannt". Was die Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Gewichtszunahme, Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen und Serotonin-Syndrom. [1, 4]

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • PsycheErregungszustand, Ängstlichkeit, Nervosität[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • PsycheSchlafstörungen[1]
  • PsycheTeilnahmslosigkeit (Lethargie)[1, 4]Mehr dazu: Müdigkeit
  • NervensystemSchwindel, Kopfschmerz, Zittern[1]
  • HerzBeschleunigter Herzschlag[1]Mehr dazu: Herzrasen
  • Magen und DarmVerstopfung, Durchfall, trockener Mund[1]
  • Magen und DarmVerdauungsstörung, Bauchschmerzen, Erbrechen[1]
  • Stoffwechsel und ErnährungAppetitlosigkeit[1]
  • HautSchweißausbruch[1]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
  • Allgemeine BeschwerdenUnwohlsein, Muskelschwäche (Asthenie)[1]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • HautAllergische Hautreaktionen, einschließlich Schwellungen des Gesichts, der Lippen oder der Zunge, Hautausschlag oder Juckreiz[1]
  • PsycheVerwirrtheit[1]
  • PsycheHalluzinationen[1]
  • PsycheAggression[1]
  • NervensystemSchwindel bei zu schnellem Aufstehen[1]
  • NervensystemStörungen der Bewegungskoordination[1]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskel- oder Gelenkschmerz[1]
  • Geschlechtsorgane und BrustVerzögerter Samenerguss[1]Mehr dazu: Orgasmus- und Samenergussstörungen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • NervensystemKrampfanfälle[1]
  • Leber und GalleLeberfunktionsstörung[1]
  • PsycheAnormal gehobene Stimmungslage (Manie)[1]
  • HautLichtempfindlichkeit der Haut[1]
  • Geschlechtsorgane und BrustUnerwartete Milchabsonderung aus der Brustdrüse[1]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Geschlechtsorgane und BrustSchwere vaginale Blutungen kurz nach der Geburt (postpartale Hämorrhagie)[1]
  • HautSchwere Hautreaktionen wie schwere Hautausschläge oder Rötungen, darunter ein Ausschlag in konzentrischen Kreisen (Erythema multiforme), großflächiger Ausschlag mit Blasen und sich abschälender Haut (Stevens-Johnson-Syndrom) und großflächiges Abschälen der Haut (toxische epidermale Nekrolyse)[4]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Wer depressiv ist oder an einer Angststörung leidet, kann manchmal Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Bei der ersten Anwendung von Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein, weil diese Mittel Zeit brauchen, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal länger. Wahrscheinlicher ist das bei Menschen, die solche Gedanken schon früher hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, gehen Sie zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf. [1, 4]

Laut Packungsbeilage kann es helfen, Angehörigen oder Freunden von der Depression oder Angststörung zu erzählen und sie zu bitten, Ihnen zu sagen, wenn sich die Beschwerden aus ihrer Sicht verschlimmern oder wenn sie sich Sorgen über Veränderungen in Ihrem Verhalten machen. Haben Sie beängstigende Gedanken oder machen Sie solche Erfahrungen, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. [1, 4]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Anfang fünfzig sitzt mit einer Freundin bei einer Tasse Kräutertee an einem kleinen Tisch in einem hellen Café
Bild: KI-generiert

Nehmen Sie Fluvoxamin so ein, wie es mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abgesprochen ist, und hören Sie nicht auf eigene Faust oder zu schnell damit auf. Belastende Nebenwirkungen sprechen Sie in der Praxis an. Bei einer Depression sollen laut NVL Wirkungen und typische Nebenwirkungen aktiv erfragt werden, ausdrücklich auch solche, die Betroffene eher nicht von sich aus ansprechen, etwa sexuelle Funktionsstörungen. [1, 11]

Einige Hinweise aus der Packungsbeilage betreffen den Alltag:

  • Tritt eine Ruhelosigkeit auf, bei der Sie nicht still sitzen oder still stehen können, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; eine Anpassung der Dosis könnte dann helfen. [4]
  • Trinken Sie normalerweise viel Tee, Kaffee oder koffeinhaltige Softdrinks, können Händezittern, Unwohlsein, Herzrasen, Ruhelosigkeit und Schlafstörungen auftreten. Diese Beschwerden könnten verschwinden, wenn Sie weniger Koffein zu sich nehmen. [1, 4]
  • Bei Diabetes muss eventuell die Dosierung der Diabetesmittel angepasst werden; sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an. [1]
  • Beginnen Sie während der Behandlung nicht mit Johanniskraut. Nehmen Sie es zu Beginn der Behandlung schon ein, sieht die Packungsbeilage vor, es abzusetzen und die Ärztin oder den Arzt beim nächsten Besuch zu informieren. [1, 4]

Für die Behandlung einer Depression nennt die NVL Unipolare Depression außerdem regelmäßige Kontrollen, etwa von Blutwerten, Blutdruck, Puls und Körpergewicht; die Zeitpunkte versteht sie als Orientierungswerte. Mehr dazu unter Kontrollen während der Behandlung. Beschwerden und Fragen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch vorbereiten. [11]

Wechselwirkungen

Fluvoxamin darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern eingenommen werden, auch nicht mit dem Antibiotikum Linezolid, das ebenfalls als MAO-Hemmer wirkt; Linezolid ist nur in Ausnahmefällen möglich, wenn die Ärztin oder der Arzt Sie eingehend beobachten kann. Ebenso wenig darf Fluvoxamin zusammen mit dem Muskelentspannungsmittel Tizanidin oder dem Neuroleptikum Pimozid eingenommen werden, und zusammen mit Terfenadin gegen Allergien sollte es nicht eingenommen werden. Buprenorphin, auch zusammen mit Naloxon, kann mit Fluvoxamin zu einem Serotonin-Syndrom führen, einem potenziell lebensbedrohlichen Zustand. [1, 4]

Bei weiteren Mitteln kann laut Packungsbeilage eine Anpassung der Dosis oder eine andere Medikation nötig sein, etwa bei Acetylsalicylsäure, Mitteln zur Vorbeugung von Blutgerinnseln wie Clopidogrel oder Warfarin, Methadon, Tramadol, Triptanen gegen Migräne, Ciclosporin, Phenytoin, Carbamazepin, Propranolol, Theophyllin oder Sildenafil. Haben Sie in den letzten 2 Wochen ein Mittel gegen Depressionen oder Angststörungen genommen, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke; sagen Sie dort auch, welche Mittel Sie ohne Rezept nehmen, pflanzliche eingeschlossen. [1, 4]

Wechselwirkungen von Fluvoxamin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
MAO-Hemmer, auch Linezolid (ein Antibiotikum, das auch als MAO-Hemmer wirkt)Fluvoxamin darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern eingenommen werden; nach einem irreversiblen MAO-Hemmer sollte die Behandlung mit Fluvoxamin frühestens 2 Wochen später beginnen, nach einem reversiblen MAO-Hemmer ist der Beginn am folgenden Tag möglich; Linezolid nur in Ausnahmefällen, wenn die Ärztin oder der Arzt Sie eingehend beobachten kann[4]Den Beginn mit Fluvoxamin nach dem Absetzen bespricht die Ärztin oder der Arzt
Tizanidin (Mittel zur Muskelentspannung)Fluvoxamin darf nicht zusammen mit Tizanidin eingenommen werden[1]Ärztin oder Arzt informieren
Pimozid (Neuroleptikum gegen Schizophrenie und andere psychiatrische Erkrankungen)Fluvoxamin darf nicht zusammen mit Pimozid eingenommen werden[4]Ärztin oder Arzt informieren
Terfenadin (Mittel gegen Allergien)Fluvoxamin sollte nicht zusammen mit Terfenadin eingenommen werden[1]Ärztin oder Arzt informieren
JohanniskrautZunahme von Nebenwirkungen möglich[1]Während der Behandlung nicht mit Johanniskraut beginnen; nehmen Sie es zu Beginn der Behandlung schon ein, sieht die Packungsbeilage vor, es abzusetzen und die Ärztin oder den Arzt beim nächsten Besuch zu informieren
Benzodiazepine, trizyklische Antidepressiva, Neuroleptika (Antipsychotika), Lithium, Tryptophan, MAO-Hemmer wie Moclobemid, SSRI wie Citalopram; allgemein Mittel gegen Depression oder Angststörungen, die in den letzten 2 Wochen eingenommen wurdenDie Ärztin oder der Arzt prüft, ob mit Fluvoxamin begonnen werden kann[1]Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen; das gilt auch bei Schizophrenie
Acetylsalicylsäure und ähnliche Mittel gegen Schmerzen und Entzündungen; Clopidogrel, Warfarin, Nicoumalon und andere Mittel zur Vorbeugung von BlutgerinnselnMöglicherweise muss die Dosis angepasst werden oder eine andere Medikation ist nötig[1, 4]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Methadon, Tramadol, Triptane gegen Migräne (zum Beispiel Sumatriptan)Möglicherweise muss die Dosis angepasst werden oder eine andere Medikation ist nötig[1]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Buprenorphin oder Buprenorphin/NaloxonZusammen mit Fluvoxamin kann ein Serotonin-Syndrom entstehen, ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand[4]Vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen
Ciclosporin, Mexiletin, Phenytoin, Carbamazepin, Propranolol, Ropinirol, Sildenafil (Mittel gegen Erektionsstörungen), TheophyllinMöglicherweise muss die Dosis angepasst werden oder eine andere Medikation ist nötig[1, 4]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Koffein (viel Tee, Kaffee oder koffeinhaltige Softdrinks)Händezittern, Unwohlsein, Herzrasen, Ruhelosigkeit und Schlafstörungen möglich[1]Die Beschwerden könnten verschwinden, wenn Sie weniger Koffein zu sich nehmen
AlkoholMacht zusammen mit Fluvoxamin müde und standunsicher[1]Während der Behandlung keinen Alkohol trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, erklärt die Seite Psychopharmaka kombinieren; zu Kaffee, Tee und anderen Lebensmitteln: Essen, Trinken und Psychopharmaka.

Wer Fluvoxamin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht eingenommen werden darf Fluvoxamin bei einer Allergie gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, zusammen mit MAO-Hemmern, Tizanidin oder Pimozid und in der Stillzeit. Vorsicht gilt unter anderem nach einem kürzlich erlittenen Herzinfarkt, bei Epilepsie, Blutungsstörungen, erhöhtem Augeninnendruck, einer Manie in der Vorgeschichte, einer Elektrokrampftherapie sowie bei Leber- oder Nierenproblemen. [1, 4]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Fluvoxamin oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
  • Einnahme von MAO-Hemmern (Monoaminoxidase-Hemmern), einschließlich Linezolid (ein Antibiotikum, das auch als MAO-Hemmer wirkt). Nach einem irreversiblen MAO-Hemmer sollte die Behandlung mit Fluvoxamin frühestens 2 Wochen später beginnen, nach einem reversiblen MAO-Hemmer kann sie am folgenden Tag beginnen. In Ausnahmefällen kann Linezolid zusammen mit Fluvoxamin eingenommen werden, wenn die Ärztin oder der Arzt Sie eingehend beobachten kann. Den Beginn mit Fluvoxamin nach dem Absetzen des MAO-Hemmers bespricht die Ärztin oder der Arzt[4]
  • Einnahme von Tizanidin (Mittel zur Muskelentspannung)[1]
  • Einnahme von Pimozid (Neuroleptikum zur Behandlung von Schizophrenie und anderen psychiatrischen Erkrankungen)[4]
  • Stillzeit[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Kürzlich erlittener Herzinfarkt[1]
  • Schwangerschaft oder mögliche Schwangerschaft[1]
  • Epilepsie[1]
  • Blutungsstörungen in der Vorgeschichte, regelmäßige Einnahme von Arzneimitteln, die das Blutungsrisiko erhöhen (zum Beispiel gebräuchliche Schmerzmittel), oder Schwangerschaft[1]
  • Diabetes: Eventuell muss die Dosierung der Diabetesmittel angepasst werden[1]
  • Erhöhter Augeninnendruck oder Risiko eines akuten Engwinkelglaukoms[1]
  • Elektrokrampftherapie (EKT)[1]
  • Manie (krankhaft gehobene Stimmungslage) in der Vorgeschichte[1]
  • Leber- oder Nierenprobleme[1]
  • Gedanken, sich das Leben zu nehmen oder sich selbst zu verletzen, sind wahrscheinlicher, wenn es sie früher schon gab, und bei jungen Erwachsenen: Klinische Studien zeigten ein erhöhtes Risiko für Suizidverhalten bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre mit einer psychiatrischen Erkrankung, die mit einem Antidepressivum behandelt wurden. Bei der ersten Anwendung von Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein[1]
  • Es kann helfen, Angehörigen oder Freunden von der Depression oder Angststörung zu erzählen und sie zu bitten, Bescheid zu geben, wenn sie den Eindruck haben, dass sich die Beschwerden verschlimmern, oder wenn sie sich Sorgen über Verhaltensänderungen machen[1]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Fluvoxamin sollte normalerweise nur bei Zwangsstörung angewendet werden, nicht bei Depression. Bei dieser Klasse von Arzneimitteln besteht unter 18 Jahren ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie Suizidversuch, suizidale Gedanken und Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut); treten solche Beschwerden auf oder verschlimmern sie sich, die Ärztin oder den Arzt benachrichtigen. Ob Fluvoxamin langfristig Wachstum, Reifung, kognitive Entwicklung und Verhaltensentwicklung beeinflusst, ist nicht bekannt[1]
  • In den ersten Wochen der Behandlung, bis die Wirkung gegen die Depression eintritt, kann sich gelegentlich eine Ruhelosigkeit wie die Unfähigkeit, still zu sitzen oder still zu stehen (Akathisie), entwickeln oder verstärken. Treten diese Beschwerden auf, informieren Sie sofort die Ärztin oder den Arzt; eine Anpassung der Dosis könnte dann helfen[1, 4]
  • Arzneimittel wie Fluvoxamin (SSRI/SNRI) können sexuelle Funktionsstörungen verursachen, die in bestimmten Fällen nach dem Ende der Behandlung bestehen blieben[1]
  • Bei Patienten, die mit dieser Arzneimittelgruppe behandelt wurden, wurde ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet[1]
  • Weitere Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe: Ruhelosigkeit (Akathisie), anormales Geschmacksempfinden, Unfähigkeit, zum Orgasmus zu kommen (Anorgasmie), Menstruationsstörungen, Blasenentleerungsstörungen (häufiges Wasserlassen am Tag oder in der Nacht, plötzlicher Kontrollverlust über das Wasserlassen oder mangelnde Fähigkeit zu urinieren), Sensibilitätsstörung (Kribbeln oder Taubheit), Gewichtsschwankungen, Erhöhung des Prolaktinspiegels, Glaukom und Erweiterung der Pupille (Mydriasis)[1]
  • Bei der Behandlung der Zwangsstörung bei Kindern und Jugendlichen beschrieben, ohne Häufigkeitsangabe: anormal gehobene Stimmungslage (Hypomanie), Erregungszustand, Krampfanfälle, Schlafstörungen (Schlaflosigkeit), Fehlen von Energie (Schwäche, Asthenie), Hyperaktivität (Hyperkinesie), Schläfrigkeit (Somnolenz) und Verdauungsstörung[1, 4]
  • Zeugungsfähigkeit: In Tierstudien verringerte Fluvoxamin die Qualität der Spermien; das könnte theoretisch die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen, ein Einfluss auf die Fruchtbarkeit beim Menschen wurde bislang nicht beobachtet[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol; zusammen mit Fluvoxamin macht er laut Packungsbeilage müde und standunsicher. Was bei viel Koffein gilt, steht unter Was Sie bei Nebenwirkungen tun können; mehr zu Alkohol unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 4]

Die Packungsbeilage knüpft das Führen von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen an die Bedingung, dass Fluvoxamin Sie nicht müde macht. Schwindel ist eine häufige Nebenwirkung, Schwindel bei zu schnellem Aufstehen und Störungen der Bewegungskoordination sind gelegentlich. Ob und wann Sie fahren, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 4]

Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB wird bestraft, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. [14] Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. [12, 13] Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren.

Für Schwangerschaft und Stillzeit sagen die Quellen nicht dasselbe. Laut Packungsbeilage gibt es nur wenig Erfahrung mit Fluvoxamin in der Schwangerschaft, und das Stillen ist eine Gegenanzeige; Embryotox gibt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft mit "hoch" an und schreibt, dass unter Fluvoxamin gestillt werden darf. Laut Packungsbeilage sollten Sie die Behandlung in der Schwangerschaft nicht abrupt beenden; was für Sie gilt, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 2, 4]

Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage gibt es nur wenig Erfahrung mit Fluvoxamin in der Schwangerschaft; nehmen Sie es in der Schwangerschaft nicht ein, es sei denn, die Ärztin oder der Arzt hält es für absolut notwendig. Wer Fluvoxamin nimmt und eine Schwangerschaft plant oder ein Kind zeugen möchte, bespricht mit der Ärztin oder dem Arzt, ob eine andere Medikation notwendig oder angebracht ist. Die Behandlung sollte nicht abrupt beendet werden. Arzneimittel wie Fluvoxamin können, vor allem in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft eingenommen, beim Neugeborenen einen erhöhten Blutdruck in der Lunge (persistierende pulmonale Hypertonie, PPHN) verursachen, erkennbar an schneller Atmung und Blaufärbung der Haut, normalerweise in den ersten 24 Stunden nach der Geburt; informieren Sie dann sofort Hebamme, Ärztin oder Arzt. Bei Einnahme gegen Ende der Schwangerschaft kann das Risiko für schwere vaginale Blutungen kurz nach der Geburt erhöht sein, besonders bei Blutungsstörungen in der Vorgeschichte. Nach Einnahme in den letzten 3 Monaten kann das Baby außer Atemproblemen und bläulicher Haut weitere Beschwerden zeigen, wie Schlaflosigkeit oder Schwierigkeiten beim Trinken, wechselnde Körpertemperatur, Krankheitszeichen, ständiges Schreien, steife oder schlaffe Muskeln, Teilnahmslosigkeit, Schläfrigkeit, Zittern (Tremor), ängstliches Zittern oder Anfälle; dann muss sofort die Ärztin oder der Arzt gefragt werden.[1]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an: Mehrere hundert dokumentierte Schwangerschaftsverläufe zu Fluvoxamin und zehntausende zu anderen SSRI ergaben überwiegend keine eindeutigen Hinweise auf eine erhöhte Fehlbildungsrate; ein Zusammenhang bestimmter Fehlbildungen mit einer SSRI-Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel lässt sich nicht ausschließen. Neben bewährten trizyklischen Antidepressiva zählt Embryotox die SSRI zu den Mitteln der Wahl bei Depressionen, die in der Schwangerschaft medikamentös behandelt werden müssen; eine stabil eingestellte Patientin sollte ihre Medikation laut Embryotox unverändert fortsetzen. Bei Einnahme bis zur Geburt sind Anpassungsstörungen beim Neugeborenen zu bedenken; das Kind sollte in den ersten Lebenstagen beobachtet werden und die Entbindung in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen. Laut Embryotox sollten bei einer Neueinstellung Sertralin und Citalopram bevorzugt werden, wenn ein SSRI angezeigt ist. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Packungsbeilage darf Fluvoxamin in der Stillzeit nicht eingenommen werden. Fluvoxamin geht in die Muttermilch über, es besteht das Risiko einer Wirkung auf das Baby; die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob das Stillen oder die Behandlung beendet wird.[1]

Embryotox beschreibt Erfahrungen mit etwa 20 stillenden Müttern bzw. Mutter-Kind-Paaren; bei den meisten gestillten Kindern wurden keine unerwünschten Wirkungen beobachtet. Laut Embryotox darf unter Fluvoxamin gestillt werden. Treten beim gestillten Kind anders nicht erklärbare Beschwerden wie Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollte es laut Embryotox in einer kinderärztlichen Praxis vorgestellt werden. Weil Fluvoxamin nicht zu den Antidepressiva der Wahl für eine mögliche weitere Schwangerschaft gehört, sollte laut Embryotox bei einer Neueinstellung und vergleichbarer Wirksamkeit und Verträglichkeit Sertralin vorgezogen werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Behandlung keinen Alkohol trinken; zusammen mit Fluvoxamin macht Alkohol müde und standunsicher.[1]

Autofahren und Maschinen

Die Packungsbeilage knüpft das Führen von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen während der Behandlung an die Bedingung, dass Fluvoxamin Sie nicht müde macht. Macht es Sie müde, führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 4]

Anwendung

Die Tabletten unzerkaut mit Wasser schlucken. Teilen ist möglich, wenn die Ärztin oder der Arzt es empfohlen hat.[1]

Einnahme vergessen: bis zur nächsten regulären Dosis warten und die versäumte Dosis nicht nachholen.[1]

Absetzen

Nicht zu schnell mit der Einnahme aufhören. Das Absetzen, vor allem abrupt, führt üblicherweise zu Absetzsymptomen wie Erregungszuständen und Ängstlichkeit, Verwirrtheit, Durchfall, Schlafstörungen oder intensiven Träumen, Schwindel, emotionaler Unausgewogenheit, Kopfschmerz, Reizbarkeit, Übelkeit oder Erbrechen, schnellem Herzschlag (Palpitationen), Sinnestäuschungen wie Stromschlaggefühl oder Sehstörungen, Schwitzen und Zittern. Die meisten empfinden die Symptome als leicht, sie klingen innerhalb von 2 Wochen von selbst ab; bei einigen sind sie schwerer oder dauern länger. Beim Absetzen verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis langsam über Wochen oder Monate. Treten dabei Absetzsymptome auf, kann die Ärztin oder der Arzt entscheiden, die Dosis in kleineren Schritten zu verringern. Bei schweren Absetzsymptomen nach dem Ende der Behandlung wenden Sie sich an die Ärztin oder den Arzt, die oder der entscheiden kann, wieder mit der Einnahme zu beginnen und die Dosis noch langsamer zu senken. Bemerken Sie beim Beenden irgendwelche Beschwerden, kontaktieren Sie die Ärztin oder den Arzt.[1, 4]

Überdosierung

Mögliche Anzeichen einer Überdosierung sind unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schläfrigkeit und Schwindel; berichtet wurden außerdem ein verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag, niedriger Blutdruck, Leberfunktionsstörungen, Krampfanfälle und Koma. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen und die Packung mitnehmen.[1]

Einnahme und Absetzen

Laut Packungsbeilage werden die Tabletten unzerkaut mit Wasser geschluckt; teilen können Sie sie, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfohlen hat. Für den Beginn der Behandlung nennt sie bei depressiven Erkrankungen eine abendliche Einnahme, bei der Zwangsstörung eine Einnahme vorzugsweise am Abend. Was bei einer vergessenen Einnahme gilt und welche Absetzsymptome möglich sind, steht in der Übersicht zum Alltag. [1, 4]

Hören Sie nicht zu schnell mit der Einnahme auf. Das Absetzen, vor allem ein abruptes, führt laut Packungsbeilage üblicherweise zu Absetzsymptomen; beim Beenden hilft Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, die Dosis langsam über Wochen oder Monate zu verringern, um dieses Risiko zu senken. Bemerken Sie beim Beenden irgendwelche Beschwerden, kontaktieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. [1, 4]

Für Antidepressiva allgemein beschreibt die NVL Unipolare Depression Absetzsymptome als unspezifisch und überwiegend mild, zum Beispiel grippeähnliche Beschwerden, Kopfschmerz, Schlafstörungen und Albträume, Schwindel oder stromschlagähnliche Missempfindungen. Sie beginnen meist 36 bis 96 Stunden nach dem Absetzen und bilden sich je nach Halbwertszeit innerhalb von 2 bis 6 Wochen von selbst zurück. Am Ende einer Erhaltungstherapie oder einer langfristigen Rückfallvorbeugung sollte ein Antidepressivum bei einer Depression laut NVL über mindestens 8 bis 12 Wochen ausgeschlichen werden, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen. [11]

Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was beim Beenden einer Behandlung mit Antidepressiva wichtig ist, erklärt die Seite Antidepressiva absetzen; mögliche Beschwerden beschreibt Absetzsymptome. [1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt die Anfangsdosis für Erwachsene getrennt nach depressiven Erkrankungen und Zwangsstörung, die höchste empfohlene Tagesdosis und für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren mit Zwangsstörung eine eigene Dosierung. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie oder er entscheidet auch, ob die Dosis allmählich gesteigert wird. [1, 4]

Präparate mit Fluvoxamin

Präparate mit Fluvoxamin
PräparatAnbieterHinweis
FevarinViatris Healthcare GmbHFilmtabletten 50 und 100 mg, verschreibungspflichtig
Fluvoxamin-neuraxpharmneuraxpharm Arzneimittel GmbHFilmtabletten 100 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Fluvoxamin-neuraxpharm 100 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 12/2020. abgerufen am 22.10.2026
  2. Embryotox: Fluvoxamin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 22.10.2026
  3. Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Fluvoxamin. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Fevarin 100 mg Filmtabletten. Viatris Healthcare GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 22.10.2026
  5. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Kurzfassung, Version 3.2. NVL-Programm von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023. abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  8. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Ab wann wirkt Fluvoxamin?

Laut Packungsbeilage kann es einige Zeit dauern, bis Fluvoxamin wirkt; einige Menschen fühlen sich in den ersten 2 oder 3 Wochen der Behandlung nicht besser. Antidepressiva brauchen gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger. Bei einer Depression soll laut NVL ab Erreichen der Standarddosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam beurteilt werden, ob die Behandlung hilft.

Nimmt man mit Fluvoxamin zu?

Die Packungsbeilage nennt Gewichtsschwankungen unter den Nebenwirkungen, aber ohne Häufigkeitsangabe; eine Gewichtszunahme als eigene Nebenwirkung führt sie nicht auf. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, ist Appetitlosigkeit. Für die Behandlung einer Depression nennt die NVL Kontrollen des Körpergewichts vor Beginn und im Verlauf.

Welche Nebenwirkungen hat Fluvoxamin bei Kindern und Jugendlichen?

Bei der Behandlung der Zwangsstörung bei Kindern und Jugendlichen beschreibt die Packungsbeilage ohne Häufigkeitsangabe eine anormal gehobene Stimmungslage (Hypomanie), Erregungszustände, Krampfanfälle, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hyperaktivität, Schläfrigkeit und Verdauungsstörungen. Unter 18 Jahren besteht bei dieser Klasse von Arzneimitteln ein erhöhtes Risiko für Suizidversuche, suizidale Gedanken und Feindseligkeit. Treten solche Beschwerden auf oder verschlimmern sie sich, sollten Sie die Ärztin oder den Arzt benachrichtigen. Ob Fluvoxamin Wachstum, Reifung und Entwicklung langfristig beeinflusst, ist nicht bekannt.

Wie setzt man Fluvoxamin ab?

Nicht zu schnell und nur mit ärztlicher Begleitung: Laut Packungsbeilage verringert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis langsam über Wochen oder Monate. Das Absetzen, vor allem abrupt, führt üblicherweise zu Absetzsymptomen wie Erregungszuständen und Ängstlichkeit, Schlafstörungen, Schwindel, Kopfschmerz, Übelkeit oder einem Stromschlaggefühl. Die meisten Menschen empfinden sie als leicht, und sie klingen innerhalb von 2 Wochen von selbst ab; bei einigen sind sie schwerer oder dauern länger.

Darf ich mit Fluvoxamin Alkohol oder Kaffee trinken?

Alkohol nicht: Laut Packungsbeilage macht er Sie zusammen mit Fluvoxamin müde und standunsicher. Wer normalerweise viel Tee, Kaffee oder koffeinhaltige Softdrinks trinkt, kann Beschwerden wie Händezittern, Unwohlsein, Herzrasen, Ruhelosigkeit und Schlafstörungen bekommen. Diese könnten verschwinden, wenn Sie weniger Koffein zu sich nehmen.

Darf ich Fluvoxamin in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage gibt es nur wenig Erfahrung mit Fluvoxamin in der Schwangerschaft; nehmen Sie es dann nicht ein, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hält es für absolut notwendig, und Sie sollten die Behandlung nicht abrupt beenden. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an und zählt die SSRI zu den Mitteln der Wahl, wenn eine Depression in der Schwangerschaft medikamentös behandelt werden muss; eine stabil eingestellte Patientin sollte ihre Medikation laut Embryotox unverändert fortsetzen. Bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox Sertralin und Citalopram bevorzugt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich unter Fluvoxamin stillen?

Packungsbeilage und Embryotox unterscheiden sich hier. Die Packungsbeilage nennt die Stillzeit als Gegenanzeige: Fluvoxamin geht in die Muttermilch über, und die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob das Stillen oder die Behandlung beendet wird. Embryotox beschreibt Erfahrungen mit etwa 20 stillenden Müttern und schreibt, dass unter Fluvoxamin gestillt werden darf; bei einer Neueinstellung und vergleichbarer Wirksamkeit und Verträglichkeit sollte laut Embryotox Sertralin vorgezogen werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie hoch ist die Dosis von Fluvoxamin?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Was die Packungsbeilage für Erwachsene mit Depression oder Zwangsstörung und für Kinder und Jugendliche mit Zwangsstörung nennt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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