MedikamenteWirkstoff
Lecanemab
Lecanemab ist ein verschreibungspflichtiger Antikörper gegen zusammengelagerte Formen des Eiweißes Amyloid-Beta im Gehirn; das Präparat heißt Leqembi. Zugelassen ist er nur für Erwachsene mit klinisch festgestellter leichter kognitiver Störung oder leichter Demenz aufgrund der Alzheimer-Krankheit, bei denen eine Amyloid-Pathologie bestätigt ist und die keine oder nur eine Kopie des Gens ApoE4 tragen. Weil Lecanemab Flüssigkeitsansammlungen und kleine Blutungen im Gehirn (ARIA) verursachen kann, gehören regelmäßige MRT-Untersuchungen zur Behandlung.

Wofür wird Lecanemab eingesetzt?
Zugelassen ist Lecanemab nur für zwei Gruppen von Erwachsenen: mit klinisch festgestellter leichter kognitiver Störung (englisch mild cognitive impairment, MCI) und mit klinisch festgestellter leichter Demenz, jeweils aufgrund der Alzheimer-Krankheit. Beides zusammen nennt die Fachinformation frühe Alzheimer-Krankheit. Zwei weitere Bedingungen gehören zur Zulassung. Eine Amyloid-Pathologie muss bestätigt sein, also krankhafte Ablagerungen des Eiweißes Amyloid im Gehirn. Und die Betroffenen tragen keine oder nur eine Kopie des Gens Apolipoprotein E4 (ApoE4); die Fachinformation nennt sie Nichtträger und heterozygote Träger. [1, 2, 17]
Für Menschen mit zwei Kopien des ApoE4-Gens (homozygote Träger) ist Lecanemab nicht zugelassen. Bei ihnen treten laut Fachinformation ARIA häufiger auf, also Veränderungen im Gehirn, die in der MRT sichtbar werden, und zwar auch mit Beschwerden, schwerwiegend und wiederkehrend. Die S3-Leitlinie Demenzen begründet den Ausschluss mit diesem besonders hohen Risiko. Sicherheit und Wirksamkeit sind bei einer mittelschweren Alzheimer-Krankheit nicht erwiesen, ebenso bei untypischen Formen der Alzheimer-Demenz, bei der erblichen (autosomal-dominanten) Form und bei Erwachsenen mit Down-Syndrom. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist Lecanemab nicht vorgesehen. [1, 2, 16]
In der Europäischen Union ist Lecanemab seit dem 15. April 2025 zugelassen. Laut Gemeinsamem Bundesausschuss (G-BA) war der maßgebliche Zeitpunkt für den Beginn des Nutzenbewertungsverfahrens das erstmalige Inverkehrbringen des Wirkstoffs Lecanemab am 1. September 2025. Lecanemab ist verschreibungspflichtig und laut EMA-Produktinformation ein Arzneimittel auf eingeschränkte ärztliche Verschreibung. Einleiten und überwachen müssen die Behandlung laut G-BA Fachärztinnen und Fachärzte für Neurologie oder für Psychiatrie und Psychotherapie, die in der Behandlung von Alzheimer-Erkrankungen erfahren sind und zeitnah eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchführen lassen können. Allgemeines dazu steht unter Wer verschreibt Psychopharmaka? [2, 3, 14, 15]
Die S3-Leitlinie Demenzen (Living Guideline, Version 6.1 vom 27. April 2026, gültig voraussichtlich bis 23. Februar 2027) spricht eine schwache Empfehlung aus. Sie schlägt vor, Lecanemab oder Donanemab nach sorgfältiger Aufklärung über andere Handlungs- und Behandlungsmöglichkeiten einzusetzen: bei Menschen mit klinisch gesicherter leichter kognitiver Störung oder leichter Demenz bei Alzheimer-Krankheit, deren Amyloid-Pathologie mit validierten Verfahren nachgewiesen ist und die keine oder eine Kopie des ApoE4-Gens tragen, eingebettet in einen umfassenden medizinischen und psychosozialen Behandlungsplan. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat dazu ein Sondervotum abgegeben. Nach ihrer Auffassung kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Empfehlung für oder gegen eine Behandlung mit Lecanemab oder Donanemab in der Regelversorgung ausgesprochen werden. [16]
Nach § 35a SGB V bewertet der G-BA den Nutzen aller erstattungsfähigen Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen, insbesondere ihren Zusatznutzen im Verhältnis zur zweckmäßigen Vergleichstherapie. In seinem Beschluss vom 19. Februar 2026 zur Nutzenbewertung von Lecanemab stellt er fest: Für Erwachsene mit klinisch diagnostizierter leichter kognitiver Störung aufgrund der Alzheimer-Krankheit mit bestätigter Amyloid-Pathologie, die ApoE4-Nichtträger oder heterozygote ApoE4-Träger sind, ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Best Supportive Care (einer bestmöglichen unterstützenden Behandlung) nicht belegt. Für Erwachsene mit klinisch diagnostizierter leichter Demenz aufgrund der Alzheimer-Krankheit mit bestätigter Amyloid-Pathologie, die ApoE4-Nichtträger oder heterozygote ApoE4-Träger sind, ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Donepezil oder Galantamin oder Rivastigmin nicht belegt. Mehr über die Erkrankung und ihre Behandlung lesen Sie auf der Seite Demenz und Alzheimer. [15]
Wie wirkt Lecanemab?
Bei der Alzheimer-Krankheit sammelt sich im Gehirn das Eiweiß Amyloid-Beta an. Laut Packungsbeilage schädigen diese Ansammlungen Gehirnzellen und verhindern ihre normale Funktion; das führt schließlich zu Problemen mit dem Gedächtnis, dem Denkvermögen und dem Verhalten. Die Beschwerden entwickeln sich in der Regel langsam und verschlechtern sich mit der Zeit, bis sie alltägliche Aufgaben beeinträchtigen. [1]
Lecanemab ist ein monoklonaler Antikörper. Solche Arzneimittel wirken laut Packungsbeilage wie die Antikörper, die der Körper selbst bildet: Sie heften sich an bestimmte Eiweiße und regen das körpereigene Immunsystem an, diese zu entfernen. Lecanemab richtet sich gegen zusammengelagerte lösliche und unlösliche Formen von Amyloid-Beta und verringert die Amyloid-Plaques, die großen Ansammlungen im Gehirn. In Studie 301 der Fachinformation nahmen die Plaques unter Lecanemab im Vergleich zu einem Scheinmedikament (Placebo) mit der Zeit ab; gemessen wurde das mit einer Positronen-Emissions-Tomographie (PET). [1, 2, 17]
Laut Packungsbeilage könnte Lecanemab bei leichter kognitiver Störung das Einsetzen der Demenz hinauszögern; bei leichter Demenz kann es die Entwicklung schwererer Beschwerden verlangsamen. Bevor die Behandlung beginnt, sind laut Fachinformation der Nutzen für die Behandlung der Alzheimer-Krankheit und das mögliche Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen durch ARIA gegeneinander abzuwägen. [1, 2]
Die Fachinformation ordnet Lecanemab den Antidementiva zu; einen Überblick gibt die Seite Antidementiva. Die Acetylcholinesterasehemmer Donepezil, Galantamin und Rivastigmin sind laut S3-Leitlinie in Deutschland zur symptomatischen Behandlung der leichten und mittelschweren Alzheimer-Demenz zugelassen. Ihre Kombination mit Lecanemab oder Donanemab hält die Leitlinie bei leichter Alzheimer-Demenz grundsätzlich für sinnvoll, weil die Wirkmechanismen keine Alternativen zueinander sind. Ob das für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [2, 16]
Lecanemab wird als Infusion in eine Vene gegeben. Ein gleichbleibender Spiegel im Blut stellt sich nach 6 Wochen Behandlung ein. Abgebaut wird Lecanemab durch eiweißspaltende Enzyme auf dieselbe Weise wie körpereigene Antikörper; deshalb sind laut Fachinformation keine Wechselwirkungen über den Abbau mit anderen Arzneimitteln zu erwarten. Die Halbwertszeit beträgt 5 bis 7 Tage. [2]
Wann wirkt Lecanemab und wie lange wird behandelt?
Lecanemab wird alle 2 Wochen als Infusion gegeben; jede Infusion dauert etwa 1 Stunde. Ab wann sich eine Wirkung bemerkbar macht, sagen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. In Studie 301 wurden die Teilnehmenden 18 Monate lang behandelt. [1, 2]
Eine Höchstdauer nennt die Fachinformation nicht, und laut Patientenleitlinie Demenz kann Lecanemab unter Umständen auch über 18 Monate hinaus gegeben werden. Etwa alle 6 Monate sollten Denkvermögen (kognitive Funktion) und Beschwerden überprüft werden. Daran sollte beurteilt werden, ob die Erkrankung in ein mittelschweres Stadium fortgeschritten ist oder ob der Verlauf darauf hindeutet, dass Lecanemab nicht wirkt; das sollte die Grundlage für die Entscheidung über das Ende der Behandlung sein. Ist die Alzheimer-Krankheit mittelschwer geworden, sollte die Behandlung laut Fachinformation beendet werden. Für die Weiterverordnung ist nach der Arzneimittel-Richtlinie des G-BA alle 6 Monate zu prüfen, ob der Übergang in eine mittelschwere Alzheimer-Krankheit verhindert wurde. Nach der S3-Leitlinie sollte schon zu Beginn darüber gesprochen werden, dass die Behandlung im mittelschweren Stadium endet. [2, 15, 16, 17]
ARIA mit Flüssigkeitsansammlung (ARIA-E) können jederzeit auftreten, auch mehrmals; die Zeitleiste zeigt, wann sie meist vorkamen. Allgemeines zur Dauer einer Behandlung steht unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [2]
- BeginnVor Beginn werden die Amyloid-Pathologie bestätigt, der ApoE4-Status nach Beratung und Einwilligung bestimmt und eine aktuelle MRT des Gehirns (nicht älter als 6 Monate) gemacht; Frauen, die schwanger werden könnten, erhalten einen Schwangerschaftstest. Die meisten ARIA-E treten früh auf (innerhalb der ersten 7 Dosen); in den ersten 14 Wochen wird besondere Aufmerksamkeit für ARIA empfohlen[1, 2]
- ErhaltungDie Infusionen werden alle 2 Wochen gegeben, mit MRT-Kontrollen vor der 3., 5., 7. und 14. Infusion. Etwa alle 6 Monate sollten Denkvermögen und Beschwerden überprüft werden, um zu beurteilen, ob die Erkrankung in ein mittelschweres Stadium fortgeschritten ist oder Lecanemab nicht wirkt[2]
- AbsetzenDie Behandlung sollte beendet werden, wenn die Alzheimer-Krankheit ein mittelschweres Stadium erreicht. Bei ARIA-E mit Beschwerden oder mittleren bis schweren MRT-Befunden sowie bei ARIA-H mit leichten bis mittleren Beschwerden oder mittleren MRT-Befunden wird die Gabe unterbrochen und sollte nach Rückbildung bzw. Stabilisierung nach ärztlichem Ermessen wieder aufgenommen werden; nach einer größeren Hirnblutung, schweren ARIA-H oder dem zweiten Auftreten von ARIA-E mit Beschwerden oder mittleren bis schweren Befunden wird sie dauerhaft beendet[2]
Nebenwirkungen im Blick
Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, kommen laut Packungsbeilage Reaktionen auf die Infusion vor, etwa Fieber, Schüttelfrost oder Veränderungen des Blutdrucks, außerdem Kopfschmerzen und ARIA. Die Reaktionen auf die Infusion waren laut Fachinformation meist leicht oder mäßig und traten vor allem bei der ersten Infusion auf. Häufig, bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind unter anderem allergische Reaktionen und eine Herzrhythmusstörung namens Vorhofflimmern. [1, 2]
Bei ARIA-E sammelt sich vorübergehend Flüssigkeit in einem oder mehreren Bereichen des Gehirns an (E für Ödem); bei ARIA-H entstehen kleine Blutungen im Gehirn oder an seiner Oberfläche und Ablagerungen von Blutabbauprodukten (H für Hämosiderin). ARIA können bei Menschen mit Alzheimer-Krankheit auch von selbst auftreten. Unter Lecanemab kommen sie in der Regel früh in der Behandlung vor und verlaufen meist ohne Beschwerden. In seltenen Fällen können sie schwerwiegend und lebensbedrohlich sein, unter anderem durch Krampfanfälle, einschließlich eines anhaltenden Krampfanfalls (Status epilepticus); auch Ausfälle einzelner Nervenfunktionen sind möglich. Laut Packungsbeilage haben die meisten Menschen mit ARIA keine Beschwerden; bei einer kleinen Anzahl von Behandelten können die Beschwerden schwerwiegende oder lebensbedrohliche Folgen haben. Die Beschwerden klingen üblicherweise mit der Zeit ab. Wird die Behandlung nach einer ersten ARIA wieder aufgenommen, tritt sie sehr häufig erneut auf. [1, 2]
Zusätzlich zu ARIA traten unter Lecanemab gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, größere Blutungen im Gehirn auf (intrazerebrale Blutungen). Sie können starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfälle oder einen Schlaganfall verursachen und lebensbedrohlich sein. Das Risiko ist bei Menschen erhöht, die Mittel zur Vorbeugung oder Auflösung von Blutgerinnseln erhalten. Das ApoE4-Gen ist laut Fachinformation mit einer zerebralen Amyloidangiopathie verbunden, die mit einem erhöhten Risiko für Hirnblutungen einhergeht. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- Müdigkeitnicht genannt
- Schlafstörungennicht genannt
- Unruhe und Nervositätnicht genannt
- Gewichtszunahmenicht genannt
- Weniger oder veränderte Lust auf Sexnicht genannt
- Erektionsstörungennicht genannt
- Mundtrockenheitnicht genannt
- Vermehrtes Schwitzennicht genannt
- ÜbelkeitHäufig
- Schwindelnicht genannt
- Zitternnicht genannt
- Bewegungsstörungennicht genannt
- Herzrhythmus und QT-ZeitHäufig
- Natriummangelnicht genannt
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.
Die folgende Liste nennt alle Nebenwirkungen, für die Fach- und Gebrauchsinformation eine Häufigkeit angeben, mit den Untergruppen der ARIA aus der Tabelle der Fachinformation. Was die Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. [1, 2]
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenInfusionsbedingte Reaktionen, auch an der Infusionsstelle; Anzeichen sind unter anderem Fieber, grippeähnliche Beschwerden wie Schüttelfrost, Körperschmerzen, Zittern und Gelenkschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, niedriger oder hoher Blutdruck, niedriger Sauerstoffgehalt im Blut mit Atembeschwerden oder Kurzatmigkeit, Veränderungen der Herzfrequenz, Herzklopfen oder Ruhelosigkeit[1, 2]Mehr dazu: HerzrasenUnruhe und Nervosität
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]
- NervensystemAmyloid-assoziierte Bildgebungsanomalien (ARIA), die meist keine Beschwerden machen und in der MRT des Gehirns sichtbar sind; mögliche Anzeichen sind Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schwindelgefühl, verschwommenes Sehen, Übelkeit, Gangunsicherheit oder Krampfanfälle[1, 2]
- NervensystemARIA-H: kleine Bereiche mit Blutungen im Gehirn oder an seiner Oberfläche (Mikroblutungen und Ablagerungen von Blutabbauprodukten)[1, 2]
- NervensystemZerebrale Mikroblutungen in geringerer Zahl (bis zu einer in der Fachinformation genannten Anzahl)[2]
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemZerebrale Mikroblutungen in größerer Zahl (über einer in der Fachinformation genannten Anzahl)[2]
- NervensystemAblagerungen von Blutabbauprodukten an der Oberfläche des Gehirns (superfizielle Siderose)[2]
- NervensystemARIA-H mit Beschwerden (symptomatische ARIA-H); häufiges Zeichen sind Kopfschmerzen, gelegentliche Zeichen Verwirrtheit, Veränderungen des Sehvermögens, Schwindelgefühl, Übelkeit, Gangunsicherheit und Krampfanfälle[2]
- NervensystemARIA-E: vorübergehende Flüssigkeitsansammlung in einer oder mehreren Regionen des Gehirns (Hirnödem); in der zugelassenen Patientengruppe häufig, bei Menschen mit zwei Kopien des ApoE4-Gens sehr häufig[1, 2]
- NervensystemARIA-E mit Beschwerden (symptomatische ARIA-E); häufiges Zeichen sind Kopfschmerzen, gelegentliche Zeichen Verwirrtheit, Veränderungen des Sehvermögens (Doppeltsehen, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen, verminderte Sehschärfe, Sehstörung), Schwindelgefühl, Übelkeit, Gangunsicherheit und Krampfanfälle[2]
- ImmunsystemAllergische Reaktion (Überempfindlichkeitsreaktion) während oder kurz nach der Gabe, mit Anzeichen wie Schwellung unter der Haut (Angioödem), Atembeschwerden durch eine Verengung der Atemwege (Bronchospasmus), schwerer, möglicherweise lebensbedrohlicher allergischer Reaktion (Anaphylaxie), Ausschlag und Kopfschmerzen[1, 2]
- ImmunsystemVerzögert auftretende allergische Reaktionen (sie traten 24 Stunden nach der Infusion auf) mit Ausschlag, Kopfschmerzen, laufender Nase und Haarausfall[1, 2]
- HerzVorhofflimmern (Herzrhythmusstörung), mit Anzeichen wie unregelmäßigem Herzschlag (Herzrasen oder Flattern im Brustkorb), Schmerzen im Brustkorb, Kurzatmigkeit, Schwindel- oder Ohnmachtsgefühl, Müdigkeit oder eingeschränkter Belastbarkeit[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzrasenMüdigkeit
- Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
ARIA-E können Ausfälle verursachen, die einem Schlaganfall ähneln. Treten während der Behandlung plötzlich neue Beschwerden auf, etwa Lähmungen, Sprachstörungen oder starke Kopfschmerzen, muss laut Patientenleitlinie Demenz sofort ärztlich geklärt werden, ob es sich um einen Schlaganfall oder eine Nebenwirkung handelt; dafür ist eine MRT des Kopfes nötig. Bevor Ärztinnen und Ärzte ein Mittel zur Auflösung von Blutgerinnseln (Thrombolytikum) geben, sollten sie laut Fachinformation prüfen, ob die Beschwerden auf ARIA-E zurückgehen könnten. Informieren Sie laut Patientenleitlinie Ärztinnen und Ärzte immer darüber, dass Sie Lecanemab erhalten, besonders in Notfällen und bei Behandlungen, die die Blutgerinnung beeinflussen; die Patientenkarte enthält dafür einen Hinweis. [2, 14, 17]
Geht es Ihnen oder einem Angehörigen seelisch so schlecht, dass Sie sofort Unterstützung brauchen, finden Sie Telefonnummern und Anlaufstellen auf der Seite Hilfe in der Krise.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Einige Hinweise aus Packungsbeilage und Leitlinie betreffen den Alltag mit der Behandlung:
- Tragen Sie die Patientenkarte stets bei sich und zeigen Sie sie Ihren Angehörigen oder Betreuungspersonen. Auf ihr stehen die wichtigsten Aussagen der Packungsbeilage. [1]
- Hatten Sie eine Reaktion auf eine Infusion, können Ihnen vor den nächsten Infusionen Arzneimittel gegeben werden, die die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Reaktion verringern sollen, zum Beispiel Antihistaminika, Paracetamol, Entzündungshemmer oder Steroide. [1]
- Laut S3-Leitlinie soll die Behandlung für Sie und Ihre Angehörigen grundsätzlich durchführbar sein, und es soll sichergestellt sein, dass mögliche Nebenwirkungen bemerkt werden und dann Kontakt mit dem Behandlungszentrum aufgenommen wird, besonders bei Menschen, die allein leben. Hinweise für Angehörige stehen unter Angehörige. [16]
- Lecanemab unterliegt einer zusätzlichen Überwachung, damit neue Erkenntnisse zur Sicherheit schnell erkannt werden; Nebenwirkungen können Sie auch selbst melden. [1]
Vor Beginn soll laut S3-Leitlinie auch besprochen werden, wie die regelmäßigen Infusionen und die nötigen MRT-Termine über den geplanten Behandlungszeitraum umgesetzt werden. Für das Gespräch helfen die Fragen fürs Arztgespräch, einen Überblick über alle Ihre Mittel gibt der Medikationsplan. [16]
Kontrollen während der Behandlung
Vor Beginn muss laut Fachinformation eine Amyloid-Beta-Pathologie mit einem geeigneten Test bestätigt werden; nach der S3-Leitlinie muss das mit einem validierten Test geschehen, etwa einer Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) oder einer PET. Ebenfalls vor Beginn muss der ApoE4-Status mit einem Gentest bestimmt werden, damit sich das Risiko für ARIA einschätzen lässt; in Deutschland muss dieser Test laut S3-Leitlinie über ein für klinische Anwendungen zertifiziertes Labor erfolgen. Außerdem ist eine aktuelle MRT des Gehirns nötig, die nicht älter als 6 Monate ist, und bei Frauen, die schwanger werden könnten, ein Schwangerschaftstest. [1, 2, 16]
ARIA sind in MRT-Aufnahmen des Gehirns sichtbar. Die MRT-Untersuchungen vor der 3., 5., 7. und 14. Infusion sind laut Packungsbeilage Teil der routinemäßigen Sicherheitsüberwachung; zusätzliche Aufnahmen sind jederzeit möglich, wenn die Ärztin oder der Arzt sie für nötig hält. Im Allgemeinen sollte die MRT etwa eine Woche vor der Infusion stattfinden und vor der Infusion ausgewertet werden. Je nach Art der ARIA, ihrem Schweregrad in der MRT und den Beschwerden wird die Behandlung fortgesetzt, unterbrochen oder dauerhaft beendet; nach einer Unterbrechung sollte 2 bis 4 Monate nach der Feststellung eine weitere MRT folgen. [1, 2]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Nachweis von Amyloid-Beta (geeigneter Test) | vor Beginn der Behandlung[2] |
| ApoE4-Gentest | vor Beginn der Behandlung, nach Beratung und Einwilligung, um das Risiko für ARIA einzuschätzen[1, 2] |
| MRT des Gehirns | vor Beginn (nicht älter als 6 Monate) und vor der 3., 5., 7. und 14. Infusion, jeweils etwa eine Woche vorher; zusätzlich jederzeit bei Beschwerden, die auf ARIA hindeuten[1, 2] |
| Folge-MRT nach ARIA | bei Unterbrechung wegen ARIA 2 bis 4 Monate nach der Feststellung; bei ARIA-E ohne Beschwerden nach 1 oder 2 Monaten, bei Beschwerden früher[2] |
| Schwangerschaftstest | vor Beginn bei Frauen, die schwanger werden könnten[1, 2] |
| Überprüfung von Denkvermögen und Beschwerden | laut Fachinformation sollte sie etwa alle 6 Monate erfolgen[2] |
| Beobachtung auf infusionsbedingte Reaktionen | nach der ersten Infusion 2,5 Stunden lang[1, 2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was bei Kontrollen allgemein geschieht, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.
Kontrollierter Zugang, Register und Patientenkarte
Damit Lecanemab sicher und wirksam angewendet wird, muss der Beginn der Behandlung laut Fachinformation bei allen Patientinnen und Patienten über ein zentrales Registrierungssystem erfolgen, das Teil eines Programms für den kontrollierten Zugang ist. Nach den Bedingungen der Zulassung stimmt der Zulassungsinhaber die Einzelheiten dieses Programms mit der zuständigen nationalen Behörde ab. Das Programm soll die sichere und wirksame Anwendung fördern und eine Anwendung außerhalb der Zulassung verhindern. [2, 14]
Alle beteiligten Fachkräfte im Gesundheitswesen werden vorher eigens registriert und bestätigen, dass sie den Leitfaden für Fachkreise und die Fachinformation erhalten und verstanden haben und die Anforderungen der eingeschränkten ärztlichen Verschreibung erfüllen. Vor der ersten Infusion werden im Registrierungssystem unter anderem der Amyloid-Nachweis, die Diagnose, das Ergebnis des ApoE4-Tests, die MRT, frühere Hirnblutungen, eine Behandlung mit Antikoagulanzien, die Übergabe von Patientenkarte und Packungsbeilage und die Bestätigung der Risiken erfasst. Laut Leitfaden sollten Ärztinnen und Ärzte ihre Patientinnen und Patienten ermutigen, an der Erfassung von Daten aus dem Behandlungsalltag teilzunehmen, etwa in Registern; der Zulassungsinhaber führt außerdem eine Patientenstudie in der EU durch. [14]
Die Patientenkarte, die Sie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erhalten, soll laut EMA-Produktinformation zum Lesen der Packungsbeilage auffordern und zusammenfassen, wofür Lecanemab zugelassen ist und wie und in welchem Zeitplan es gegeben wird. Sie soll erklären, dass MRT-Aufnahmen nötig sind und wie viele, dass die Behandlung bei laufender Antikoagulation nicht begonnen werden sollte, welche Zeichen auf Nebenwirkungen hinweisen und wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. Außerdem soll sie einen Hinweis für alle Ärztinnen und Ärzte enthalten, die Sie behandeln, auch im Notfall. Die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt muss mit Ihnen die Risiken, die MRT-Untersuchungen und die Zeichen von Nebenwirkungen besprechen und Ihnen sagen, wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [2, 14]
Wechselwirkungen
Studien zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln gibt es für Lecanemab nicht; über den Abbau sind laut Fachinformation keine zu erwarten. Bei Mitteln, die Blutgerinnseln vorbeugen oder sie auflösen, kann das Risiko für Hirnblutungen unter Lecanemab erhöht sein. Mit Mitteln zur Vorbeugung von Blutgerinnseln (Antikoagulanzien) darf Lecanemab laut Packungsbeilage nicht angewendet werden. Muss eine solche Behandlung während der Therapie beginnen, etwa bei einem Blutgerinnsel in einer Arterie oder einer akuten Lungenembolie, ist Lecanemab laut Fachinformation zu unterbrechen; es kann wieder aufgenommen werden, wenn die Antikoagulation medizinisch nicht mehr nötig ist. Mittel zur Auflösung von Blutgerinnseln (Thrombolytika) sind zu vermeiden, außer bei unmittelbar lebensbedrohlichen Erkrankungen ohne andere Behandlungsmöglichkeit. Acetylsalicylsäure und andere Mittel, die das Verklumpen der Blutplättchen hemmen (Thrombozytenaggregationshemmer), dürfen zusammen mit Lecanemab angewendet werden; mit ihnen wurde kein erhöhtes Risiko für ARIA oder Hirnblutungen beobachtet. [1, 2]
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden möchten. Bevor Sie Mittel zur Vorbeugung oder Auflösung von Blutgerinnseln erhalten, sagen Sie den Behandelnden, dass Sie Lecanemab bekommen. [1]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Mittel zur Vorbeugung von Blutgerinnseln (Antikoagulanzien) | Erhöhtes Risiko für größere Hirnblutungen, auch lebensbedrohliche[1, 2] | Laut Packungsbeilage darf Lecanemab nicht zusammen mit Antikoagulanzien angewendet werden; laut Fachinformation sollte die Behandlung bei laufender Antikoagulation nicht begonnen werden, und wird eine Antikoagulation während der Behandlung nötig, ist Lecanemab zu unterbrechen. Informieren Sie vorher die Behandelnden, dass Sie Lecanemab erhalten |
| Mittel zur Auflösung von Blutgerinnseln (Thrombolytika, zum Beispiel gewebespezifischer Plasminogenaktivator) | Ein Risiko schwerer Hirnblutungen ist plausibel; Hirnblutungen wurden beobachtet. ARIA-E kann Ausfälle verursachen, die einem Schlaganfall ähneln[1, 2] | Laut Fachinformation vermeiden, außer bei unmittelbar lebensbedrohlichen Erkrankungen ohne andere Behandlungsmöglichkeit; Behandelnde über Lecanemab informieren |
| Acetylsalicylsäure (Aspirin) und andere Thrombozytenaggregationshemmer | Kein erhöhtes Risiko für ARIA oder Hirnblutungen beobachtet[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung ist zulässig |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wie Psychopharmaka zusammenwirken, erklärt die Seite Psychopharmaka kombinieren.
Wer Lecanemab nicht oder nur mit Vorsicht erhalten sollte
Lecanemab darf laut Packungsbeilage unter anderem nicht angewendet werden, wenn die MRT des Gehirns kleine Bereiche mit Blutungen oder Flüssigkeit im Gehirn zeigt oder Hinweise auf größere Blutungen in der Vergangenheit ergibt, bei einer Blutungsstörung, die nicht kontrolliert ist, und während einer Behandlung mit Antikoagulanzien. Hatten Sie in den letzten 12 Monaten einen Mini-Schlaganfall (transitorische ischämische Attacke, TIA), einen Schlaganfall oder einen Krampfanfall, informieren Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. [1, 2]
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Lecanemab oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Blutungsstörungen, die nicht ausreichend kontrolliert sind[1, 2]
- Befunde in der MRT vor der Behandlung, die auf eine zerebrale Amyloidangiopathie hindeuten: Hirnblutung, Mikroblutungen über einer in der Fachinformation genannten Anzahl, Ablagerungen an der Gehirnoberfläche (superfizielle Siderose), Flüssigkeitsansammlung (vasogenes Ödem) oder andere entsprechende Befunde[1, 2]
- Laufende Behandlung mit Mitteln zur Vorbeugung von Blutgerinnseln (Antikoagulanzien): laut Fachinformation sollte Lecanemab dann nicht begonnen werden, laut Packungsbeilage darf es dann nicht angewendet werden[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Behandlungsbeginn nur über ein zentrales Registrierungssystem im Rahmen eines Programms für den kontrollierten Zugang; die Behandlung sollte von Ärztinnen und Ärzten eingeleitet und überwacht werden, die Erfahrung mit Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Krankheit haben und zeitnah eine MRT veranlassen können[2]
- Vor Beginn müssen eine Amyloid-Beta-Pathologie mit einem geeigneten Test bestätigt und der ApoE4-Status mit einem Gentest bestimmt werden. Bei zwei Kopien des ApoE4-Gens (homozygote Träger) sind ARIA häufiger, auch mit Beschwerden, schwerwiegend und wiederkehrend; für sie ist Lecanemab nicht zugelassen[1, 2]
- ARIA treten in der Regel früh in der Behandlung auf und verlaufen meist ohne Beschwerden; selten kommen schwerwiegende und lebensbedrohliche Ereignisse vor, darunter Krampfanfälle und anhaltende Krampfanfälle (Status epilepticus), außerdem können Ausfälle einzelner Nervenfunktionen (fokale neurologische Defizite) auftreten. Laut Packungsbeilage haben die meisten Menschen mit ARIA keine Beschwerden; bei einer kleinen Anzahl von Behandelten können ARIA-Beschwerden schwerwiegende oder lebensbedrohliche Folgen haben. Nach einer ersten ARIA ist ein erneutes Auftreten bei Wiederaufnahme der Behandlung sehr häufig; die Beschwerden klingen üblicherweise mit der Zeit ab[1, 2]
- Erhöhtes Risiko für Hirnblutungen: Vorsicht bei Faktoren, die auf ein erhöhtes Risiko hindeuten; das ApoE4-Gen ist mit zerebraler Amyloidangiopathie verbunden, die das Risiko für Hirnblutungen erhöht. Unter Lecanemab zusammen mit Antikoagulanzien oder Thrombolytika traten größere Hirnblutungen auf, auch lebensbedrohliche[1, 2]
- Infusionsbedingte Reaktionen waren meist leicht oder mäßig und traten vor allem bei der ersten Infusion auf; die Infusion kann dann verlangsamt oder abgebrochen werden. Vor weiteren Infusionen können vorbeugend Antihistaminika, Paracetamol, Entzündungshemmer oder Kortikosteroide gegeben werden[1, 2]
- Mini-Schlaganfall (TIA), Schlaganfall oder Krampfanfall in den letzten 12 Monaten: vorher die Ärztin oder den Arzt informieren; die Anwendung wurde bei diesen Menschen nicht untersucht[1, 2]
- Immunologische Erkrankungen oder Behandlung mit Mitteln, die das Immunsystem unterdrücken, mit Immunglobulinen, anderen monoklonalen Antikörpern oder Plasmapherese: vorher die Ärztin oder den Arzt informieren; Sicherheit und Wirksamkeit sind nicht bekannt[1, 2]
- Erblich bedingte (autosomal-dominante) Alzheimer-Krankheit und Erwachsene mit Down-Syndrom: Amyloidangiopathie und ARIA können häufiger sein; die Anwendung wurde nicht untersucht[1, 2]
- Die Ärztin oder der Arzt muss die Risiken, die MRT-Untersuchungen und die Zeichen von Nebenwirkungen mit Ihnen besprechen; Sie erhalten eine Patientenkarte, die Sie stets bei sich tragen und Angehörigen oder Betreuungspersonen zeigen sollen[1, 2]
- Polysorbat 80 kann allergische Reaktionen hervorrufen; teilen Sie frühere allergische Reaktionen mit[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Lecanemab ist für sie nicht vorgesehen[1]
Bei Menschen ab 65 Jahren ist laut Fachinformation keine Anpassung der Dosis erforderlich. Allgemeines zu Medikamenten im höheren Lebensalter steht unter Psychopharmaka im Alter. [2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Schwangerschaft
Ob Lecanemab dem ungeborenen Kind schadet, ist nicht bekannt; Daten zur Anwendung bei Schwangeren oder aus Tierstudien liegen nicht vor. Menschliche Antikörper dieser Art gehen nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel auf das Kind über, deshalb kann auch Lecanemab das ungeborene Kind erreichen. Die Anwendung in der Schwangerschaft wird nicht empfohlen. Frauen, die schwanger werden könnten, sollten während der Behandlung und bis 2 Monate nach der letzten Dosis verhüten; vor Beginn wird ein Schwangerschaftstest gemacht. Werden Sie während der Behandlung schwanger, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Ob Lecanemab in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt. Menschliche Antikörper dieser Art gehen in den ersten Tagen nach der Geburt in die Muttermilch über, danach sinkt ihre Konzentration; ein Risiko für das gestillte Kind lässt sich nicht ausschließen. Ob das Stillen oder die Behandlung fortgesetzt wird, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Bei manchen Behandelten können Schwindelgefühl oder Verwirrtheit auftreten, die die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen könnten. Treten diese Nebenwirkungen auf, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie weiter fahren und Maschinen bedienen können. Laut Fachinformation hat Lecanemab sonst keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss.[1, 2]
Anwendung
Lecanemab wird unter Aufsicht medizinischen Fachpersonals alle 2 Wochen als Tropfinfusion in eine Vene gegeben; jede Infusion dauert etwa 1 Stunde. Nach der ersten Infusion werden Sie 2,5 Stunden lang auf Zeichen einer infusionsbedingten Reaktion beobachtet.[1, 2]
Wurde eine Infusion versäumt, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, damit sie so schnell wie möglich nachgeholt wird; warten Sie nicht bis zur nächsten geplanten Infusion.[1]
Absetzen
Abhängig von Untersuchungsergebnissen oder wenn ARIA oder andere Nebenwirkungen auftreten, kann die Ärztin oder der Arzt empfehlen, die Behandlung zu unterbrechen oder zu beenden. Laut Fachinformation sollte die Behandlung beendet werden, sobald die Alzheimer-Krankheit in ein mittelschweres Stadium fortgeschritten ist. Über das Ende der Behandlung entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]
Zu Alkohol machen Packungsbeilage und Fachinformation keine Angaben. Ob Alkohol für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Allgemeines steht unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]
Treten Schwindelgefühl oder Verwirrtheit auf, sollten Behandelte laut Fachinformation zur Vorsicht beim Führen eines Fahrzeugs und beim Bedienen von Maschinen angehalten werden. [2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [13] Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. [11, 12] Ob und wann Sie fahren, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren.
Werden Sie während der Behandlung schwanger, informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Hintergründe stehen unter Schwangerschaft und Kinderwunsch, Stillzeit und Verhütung. [1]
Anwendung und Beenden der Behandlung
Wie Lecanemab gegeben wird, wie lange Sie nach der ersten Infusion beobachtet werden und was bei einer versäumten Infusion gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. Vor der Infusion wird das Konzentrat verdünnt. [1, 2]
Dauerhaft abzusetzen ist Lecanemab laut Fachinformation nach einer größeren Hirnblutung, nach schweren ARIA-H und nach dem zweiten Auftreten einer ARIA-E mit Beschwerden oder mit mittlerem oder schwerem Befund in der MRT. Beschwerden nach dem Ende der Behandlung (Absetzsymptome) beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Ob und wann die Behandlung endet, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Allgemeines dazu steht unter Psychopharmaka absetzen. [1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt eine Dosis je Kilogramm Körpergewicht, die alle 2 Wochen gegeben wird. Bei leichter oder mittelschwerer Einschränkung der Nieren- oder Leberfunktion ist laut Fachinformation keine Anpassung erforderlich. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest, gegeben wird sie vom Fachpersonal. [1, 2]
Präparate mit Lecanemab
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Leqembi | Eisai GmbH | Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 100 mg/ml, verschreibungspflichtig (EU-Zulassung); Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation LEQEMBI (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage LEQEMBI 100 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Eisai GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 22.10.2026
- EMA-Produktinformation LEQEMBI (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Eisai GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Position "Sera und monoklonale Antikörper". Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
- EMA-Produktinformation LEQEMBI (EPAR), Anhang II: Bedingungen oder Einschränkungen für die Abgabe und den Gebrauch. Eisai GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- EMA-Produktinformation LEQEMBI (EPAR), Anhang II: Bedingungen oder Einschränkungen für die Abgabe und den Gebrauch, Bedingungen für die sichere und wirksame Anwendung (Informationspaket, Patientenkarte, Programm für kontrollierten Zugang). Eisai GmbH (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Tragende Gründe zum Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie: Anlage XII, Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach § 35a SGB V, Lecanemab (frühe Alzheimer-Krankheit). Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand 19.02.2026. abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Demenzen, Living Guideline, Langfassung, Version 6.1 (AWMF-Register-Nr. 038-013), Abschnitte 5.2.2.1 (Antidementive Pharmakotherapie der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz) und 5.2.2.11 (Gegen β-Amyloid gerichtete Antikörpertherapien, Empfehlung 75 mit Sondervotum der DEGAM). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Stand Fassung vom 27.04.2026, gültig voraussichtlich bis 23.02.2027. abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie Demenz für Patient*innen und Angehörige (Patientenleitlinie zur S3-Leitlinie Demenzen, AWMF-Register-Nr. 038-013), Abschnitt Amyloid-Antikörper-Therapie. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand 1. Auflage, April 2026. abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Für wen ist Lecanemab zugelassen?
Nur für Erwachsene mit einer klinisch festgestellten leichten kognitiven Störung oder einer leichten Demenz aufgrund der Alzheimer-Krankheit, zusammen frühe Alzheimer-Krankheit genannt. Zusätzlich muss eine Amyloid-Pathologie bestätigt sein, und die Betroffenen tragen keine oder nur eine Kopie des Gens ApoE4. Für Menschen mit zwei Kopien ist Lecanemab nicht zugelassen; bei ihnen treten ARIA laut Fachinformation häufiger auf, auch schwerwiegend und wiederkehrend.
Wie wirkt Lecanemab?
Lecanemab ist ein monoklonaler Antikörper, der laut Packungsbeilage wie die körpereigenen Antikörper wirkt. Er heftet sich an Ansammlungen des Eiweißes Amyloid-Beta, die an der Alzheimer-Krankheit beteiligt sind, und verringert sie. Laut Packungsbeilage könnte Lecanemab bei leichter kognitiver Störung das Einsetzen der Demenz hinauszögern; bei leichter Demenz kann es die Entwicklung schwererer Beschwerden verlangsamen.
Was ist ARIA?
ARIA ist die Abkürzung für Amyloid-assoziierte Bildgebungsanomalien, also Veränderungen im Gehirn, die in der MRT sichtbar werden. Bei ARIA-E sammelt sich Flüssigkeit in einem oder mehreren Bereichen des Gehirns an, bei ARIA-H entstehen Stellen mit Blutungen im Gehirn oder an seiner Oberfläche. Die meisten Betroffenen haben keine Beschwerden. Bemerken Sie Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schwindelgefühl, verschwommenes Sehen, Übelkeit, Gangunsicherheit oder Krampfanfälle, wenden Sie sich laut Packungsbeilage unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wie oft wird bei Lecanemab eine MRT gemacht?
Vor Beginn ist eine aktuelle MRT des Gehirns nötig, die nicht älter als 6 Monate ist. Weitere MRT-Untersuchungen folgen vor der 3., 5., 7. und 14. Infusion und zusätzlich jederzeit bei Beschwerden, die auf ARIA hindeuten. Nach einer ARIA kommen Kontrollen dazu, die zeigen, ob sich die Veränderungen zurückgebildet oder stabilisiert haben.
Warum ist vor Lecanemab ein Gentest nötig?
Der Test auf das Gen ApoE4 muss laut Fachinformation vor Beginn gemacht werden, damit sich das Risiko für ARIA einschätzen lässt. Wer zwei Kopien des Gens trägt, hat häufiger ARIA, auch schwerwiegende; für diese Menschen ist Lecanemab nicht zugelassen. Vor dem Test werden Sie beraten und um Ihre Einwilligung gebeten. Fragen gesunde Kinder von Betroffenen nach einer ApoE-Testung, muss laut S3-Leitlinie Demenzen eine humangenetische Fachberatung erfolgen.
Darf ich mit Lecanemab blutverdünnende Mittel nehmen?
Mit Mitteln zur Vorbeugung von Blutgerinnseln (Antikoagulanzien) darf Lecanemab laut Packungsbeilage nicht angewendet werden; wer sie erhält, hat ein erhöhtes Risiko für größere Hirnblutungen. Muss eine solche Behandlung während der Therapie beginnen, ist Lecanemab laut Fachinformation zu unterbrechen. Acetylsalicylsäure und andere Hemmer der Blutplättchen dürfen zusammen mit Lecanemab angewendet werden. Sagen Sie allen Behandelnden, dass Sie Lecanemab erhalten.
Wie lange wird Lecanemab gegeben?
Eine Höchstdauer nennt die Fachinformation nicht. Etwa alle 6 Monate sollten Denkvermögen und Beschwerden überprüft werden; sobald die Alzheimer-Krankheit in ein mittelschweres Stadium fortgeschritten ist, sollte die Behandlung laut Fachinformation beendet werden. Die Überprüfung dient auch dazu, zu erkennen, ob der Verlauf darauf hindeutet, dass Lecanemab nicht wirkt.
Wer kann Lecanemab verordnen?
Laut G-BA müssen Fachärztinnen und Fachärzte für Neurologie oder für Psychiatrie und Psychotherapie die Behandlung einleiten und überwachen, die in der Behandlung von Alzheimer-Erkrankungen erfahren sind und zeitnah eine MRT durchführen lassen können. Der Beginn wird bei allen Behandelten über ein zentrales Registrierungssystem erfasst, das Teil eines Programms für den kontrollierten Zugang ist. Gegeben wird Lecanemab laut Packungsbeilage unter der Aufsicht einer medizinischen Fachkraft.
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