MedikamenteWirkstoff

Valproinsäure

Valproinsäure, auch Valproat genannt, ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Epilepsie, das auch zur Behandlung manischer Episoden bei einer bipolaren Störung zugelassen ist, wenn Lithium nicht gegeben werden darf oder nicht vertragen wird. Weil Valproat das Kind im Mutterleib schwer schädigen kann, dürfen Mädchen und Frauen, die schwanger werden könnten, es nur einnehmen, wenn andere Behandlungen nicht wirken oder nicht vertragen werden, und nur unter den Bedingungen eines Schwangerschaftsverhütungsprogramms; auch für Männer gelten Vorsichtsmaßnahmen. Laut Packungsbeilage dürfen Sie die Einnahme nur beenden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu auffordert, auch in einer Schwangerschaft.

Frau Anfang vierzig mit kurzen dunklen Haaren sitzt an einem sonnigen Vormittag entspannt auf einer Holzbank in einem ruhigen Park
Bild: KI-generiert

Wofür wird Valproinsäure eingesetzt?

Valproinsäure ist laut Packungsbeilage ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Behandlung von Anfallsleiden (Antiepileptikum) und der Manie. Packungsbeilage und Fachinformation nennen den Wirkstoff auch Valproat. [1, 2, 5]

Bei Epilepsie ist Valproinsäure zugelassen bei Anfällen, die von beiden Gehirnhälften ausgehen (generalisierte Anfälle wie Absencen, myoklonische und tonisch-klonische Anfälle), und bei Anfällen, die von einer umschriebenen Hirnregion ausgehen und sich auf beide Gehirnhälften ausbreiten (fokale und sekundär generalisierte Anfälle). Bei anderen Anfallsformen, die auf die übliche Behandlung nicht ansprechen, kann es zusammen mit anderen Antiepileptika gegeben werden. Bei Kleinkindern bis einschließlich 3 Jahren sind valproinsäurehaltige Antiepileptika laut Fachinformation nur in Ausnahmefällen Mittel der ersten Wahl. [1, 2]

Bei einer bipolaren Störung ist Valproinsäure zur Behandlung manischer Episoden zugelassen, wenn Lithium nicht gegeben werden darf (kontraindiziert ist) oder nicht vertragen wird. Hat eine akute Manie auf Valproat angesprochen, kann laut Fachinformation eine weiterführende Behandlung nach der manischen Episode erwogen werden. Zugelassen ist Valproinsäure nur bei den genannten Formen der Epilepsie und bei manischen Episoden. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Valproat laut Packungsbeilage nicht zur Behandlung der Manie eingesetzt werden; bei bipolarer Störung wurde es laut Fachinformation in diesem Alter nicht untersucht. [1, 2]

Die S3-Leitlinie Bipolare Störungen (Langversion 2.1, Update Februar 2019, letzte Anpassung Mai 2020) zählt Valproinsäure zusammen mit Lithium, Carbamazepin und Lamotrigin zu den Stimmungsstabilisierern. Zur Behandlung der Manie sollte Valproat laut Leitlinie als alleiniges Mittel eingesetzt werden (Empfehlungsgrad B), zur Vorbeugung neuer Krankheitsphasen (Phasenprophylaxe) kann es eingesetzt werden (Empfehlungsgrad 0); die Fachinformation nennt die Phasenprophylaxe nicht als eigenes Anwendungsgebiet. Zur Akutbehandlung einer bipolaren Depression kann Valproinsäure laut Leitlinie nicht empfohlen werden, weil Hinweise auf eine akut antidepressive Wirkung fehlen. Wegen der Fruchtschädigung (Teratogenität) und des Risikos für Zysten an den Eierstöcken wird Valproat laut Leitlinie nicht für Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen. Die Leitlinienübersicht der DGPPN führt die Leitlinie mit dem Vermerk "Gültig bis: 01.03.2023"; diese Gültigkeit ist abgelaufen. [2, 6, 14]

Wie wirkt Valproinsäure?

Valproinsäure ist laut Fachinformation ein Antiepileptikum ohne strukturelle Gemeinsamkeiten mit anderen Mitteln gegen Krampfanfälle. Als wahrscheinlichster Wirkmechanismus gilt eine Verstärkung der Wirkung von GABA, einem hemmenden Botenstoff im Nervensystem: Valproinsäure wirkt auf den Abbau von GABA und/oder direkt auf die Ionenkanäle der Nervenzellmembran. [2]

Nach der Einnahme werden Valproinsäure und ihr Natriumsalz rasch und fast vollständig aufgenommen; ein gleichbleibender Spiegel im Blut stellt sich in der Regel innerhalb von 3 bis 5 Tagen ein. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt bei alleiniger Gabe im Mittel 12 bis 16 Stunden. Zusammen mit Mitteln, die Leberenzyme anregen, wie Phenytoin, Phenobarbital, Primidon oder Carbamazepin, verkürzt sie sich auf 4 bis 9 Stunden. [2]

Wann wirkt Valproinsäure und wie lange wird behandelt?

Vor Beginn sieht die Fachinformation eine ausführliche Erhebung der Vorgeschichte, eine körperliche Untersuchung und Labortests vor. Bei Mädchen und Frauen, die schwanger werden könnten, darf die Behandlung erst beginnen, wenn ein Schwangerschaftstest negativ ausgefallen ist. Bei Epilepsie wird empfohlen, die Dosis schrittweise (einschleichend) bis zur am besten wirksamen Dosis zu erhöhen; weil es in einigen Fällen 4 bis 6 Wochen dauern kann, bis die volle Wirkung erreicht ist, sollte die Tagesdosis nicht zu rasch über die mittleren Werte hinaus erhöht werden. Bei manischen Episoden sollte die Dosis laut Fachinformation so schnell wie möglich gesteigert werden, um die niedrigste wirksame Dosis zu erreichen. [1, 2]

Die Behandlung der Epilepsie ist immer eine Langzeitbehandlung; über Dauer und Ende sollte eine Fachärztin oder ein Facharzt der Neurologie oder Neuropädiatrie entscheiden. Eine weiterführende Behandlung nach einer manischen Episode sollte individuell angepasst werden und mit der niedrigsten wirksamen Dosis erfolgen. Veränderungen können Sie im Stimmungstagebuch festhalten; mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 2]

  1. BeginnVor dem Beginn werden die Vorgeschichte mit Blick auf Stoffwechsel-, Leber- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen und Gerinnungsstörungen erhoben, der Körper untersucht und Laborwerte bestimmt, darunter Gerinnung, Blutbild mit Blutplättchen, Leberwerte, Bilirubin, Lipase, Amylase und Blutzucker. Bei Mädchen und Frauen, die schwanger werden könnten, beginnt die Behandlung erst nach einem negativen Schwangerschaftstest; eingeleitet wird sie von einer auf Epilepsie oder bipolare Störungen spezialisierten Ärztin oder einem solchen Arzt. Bei Epilepsie wird die Dosis schrittweise bis zur wirksamen Dosis erhöht, bei manischen Episoden so schnell wie möglich auf die niedrigste wirksame Dosis. Schwere Leberschäden traten in den meisten Fällen in den ersten 6 Monaten auf, vor allem zwischen der 2. und der 12. Behandlungswoche.[1, 2]
  2. Erste WirkungBei Epilepsie kann es laut Fachinformation in einigen Fällen 4 bis 6 Wochen dauern, bis die volle Wirkung erreicht ist; die Tagesdosis sollte deshalb nicht zu rasch über die mittleren Werte hinaus erhöht werden. Gleichbleibende Spiegel im Blut stellen sich in der Regel nach 3 bis 5 Tagen ein. Bei manischen Episoden wird die Tagesdosis an das Ansprechen angepasst.[1, 2]
  3. ErhaltungDie Epilepsie-Behandlung ist immer eine Langzeitbehandlung; über Dosis, Dauer und Absetzen sollte eine Fachärztin oder ein Facharzt entscheiden. Eine weiterführende Behandlung nach einer manischen Episode sollte individuell angepasst werden und mit der niedrigsten wirksamen Dosis erfolgen. Bei Mädchen und Frauen, die schwanger werden könnten, prüft die spezialisierte Ärztin oder der spezialisierte Arzt mindestens einmal im Jahr, ob Valproat noch die geeignete Behandlung ist.[1, 2]
  4. AbsetzenBrechen Sie die Behandlung unter keinen Umständen eigenmächtig ab, weil das neue Anfälle auslösen kann. Bei Epilepsie ist eine Verringerung oder ein Absetzen im Regelfall frühestens nach 2 bis 3 Jahren ohne Anfälle zu erwägen; das Absetzen muss laut Fachinformation schrittweise über ein bis zwei Jahre erfolgen. Bei Verdacht auf eine schwere Schädigung der Leber oder der Bauchspeicheldrüse beendet die Ärztin oder der Arzt die Behandlung sofort. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen treten laut Fachinformation zu Beginn der Behandlung auf und sind in der Regel vorübergehend. Zittern (Tremor) gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen. Sehr häufig ist laut Fachinformation auch ein mäßig erhöhter Ammoniakwert im Blut ohne veränderte Leberwerte, der kein Absetzen erfordert; treten bei einem erhöhten Ammoniakwert Beschwerden des Nervensystems auf, müssen weitere Untersuchungen folgen. [1, 2]

Valproat kann die Leber ernsthaft schädigen. Schwere Leberschäden traten unabhängig von der Dosis auf, in den meisten Fällen in den ersten 6 Monaten der Behandlung und vor allem zwischen der 2. und der 12. Behandlungswoche; sie können ebenso wie eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) lebensbedrohlich verlaufen. Betroffen sind in den meisten Fällen Säuglinge und Kleinkinder unter 3 Jahren mit schweren epileptischen Anfällen, besonders zusammen mit anderen Antiepileptika; bei Kindern über 3 und besonders über 10 Jahren nimmt die Häufigkeit laut Fachinformation beträchtlich ab. [1, 2]

Häufig sind eine von der Dosis abhängige Zu- oder Abnahme des Gewichts und ein gesteigerter oder verminderter Appetit; eine Gewichtszunahme ist laut Fachinformation ein Risikofaktor für ein polyzystisches Ovarialsyndrom mit Zysten an den Eierstöcken. Ebenfalls häufig sind unter anderem Haarausfall, Schläfrigkeit, Bewegungsstörungen, die zum Teil nicht umkehrbar sind, ein zu niedriger Natriumwert im Blut und ein Mangel an Blutplättchen mit Neigung zu Blutergüssen und Blutungen, der häufiger bei Frauen und älteren Menschen auftritt. Aggression, Unruhe und Aufmerksamkeitsstörungen treten hauptsächlich bei Kindern auf. Bei langer Anwendung gibt es Berichte über eine verringerte Knochendichte und Knochenbrüche; männliche Unfruchtbarkeit ist selten und nach dem Absetzen in der Regel umkehrbar. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Valproinsäure nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Erhöhter Ammoniakgehalt im Blut (Hyperammonämie), erkennbar etwa an Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Teilnahmslosigkeit oder verminderter Aufmerksamkeit mit Erbrechen; laut Fachinformation ist eine isolierte, mäßige Erhöhung ohne veränderte Leberwerte kein Grund zum Absetzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Zittern (Tremor)[1, 2]
  • Sehr häufig: Übelkeit, vor allem zu Beginn der Behandlung; sie klingt in der Regel nach einigen Tagen ab, auch wenn die Behandlung fortgesetzt wird[1, 2]
  • Häufig: Schwere Leberschäden, die lebensbedrohlich sein können, unabhängig von der Dosis, in der Regel in den ersten sechs Behandlungsmonaten; bei Kindern ist das Risiko deutlich erhöht, besonders zusammen mit anderen Mitteln gegen Krampfanfälle[1, 2]
  • Häufig: Spontane Blutergüsse oder Blutungen durch einen Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie), häufiger bei Frauen und älteren Menschen[1, 2]
  • Häufig: Mangel an weißen Blutkörperchen mit erhöhter Anfälligkeit für Infektionen (Leukopenie)[1, 2]
  • Häufig: Blutarmut (Anämie)[1, 2]
  • Häufig: Überempfindlichkeit (Hypersensibilität)[1, 2]
  • Häufig: Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), etwa mit niedrigem Blutdruck, beschleunigtem Herzschlag, allgemeiner Müdigkeit und Muskelkrämpfen[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme (abhängig von der Dosis), gesteigerter oder verminderter Appetit[1, 2]
  • Häufig: Halluzinationen, Verwirrtheit[1, 2]
  • Häufig: Aggression, Unruhe (Agitiertheit), Aufmerksamkeitsstörung, besonders bei Kindern[1, 2]
  • Häufig: Unkontrollierte Muskelzuckungen, unnormale Bewegungen, steife Muskeln und unsicherer Gang (Parkinsonismus, extrapyramidale Störungen, Ataxie); extrapyramidale Störungen sind laut Fachinformation zum Teil nicht umkehrbar[1, 2]
  • Häufig: Stupor mit Taubheitsgefühl und Unbeweglichkeit, starke Schläfrigkeit und Benommenheit, bei der vorübergehende Bewusstlosigkeit möglich ist, manchmal mit weiteren Krampfanfällen; in der Regel nach plötzlicher Dosiserhöhung oder bei mehreren Antiepileptika (vor allem Phenobarbital oder Topiramat), verschwindet nach Dosisverringerung oder Absetzen[1, 2]
  • Häufig: Schwindel, Bewusstseinsveränderungen einschließlich Koma, Krampfanfälle, Schläfrigkeit, Trägheit, abnormes Verhalten und Gedächtnisstörungen, auch mit häufigeren oder schwereren Krampfanfällen, vor allem bei gleichzeitiger Einnahme von Phenobarbital und Topiramat oder nach plötzlicher Dosiserhöhung[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Unwillkürliche Augenbewegungen (Nystagmus)[1, 2]
  • Häufig: Kribbeln oder Taubheitsgefühl der Haut (Parästhesien)[1, 2]
  • Häufig: Hörprobleme und Taubheit; laut Fachinformation wurde über umkehrbaren und nicht umkehrbaren Hörverlust berichtet, ein ursächlicher Zusammenhang wurde nicht nachgewiesen[1, 2]
  • Häufig: Ohrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]
  • Häufig: Blutungen[1, 2]
  • Häufig: Schmerzen im Oberbauch, Durchfall, Erbrechen, häufig zu Beginn der Behandlung, in der Regel verschwinden sie innerhalb weniger Tage von selbst[1, 2]
  • Häufig: Zahnfleischerkrankungen, vor allem übermäßiges Wachstum des Zahnfleisches (Gingivahyperplasie); Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)[1, 2]
  • Häufig: Haarausfall, Nagel- und Nagelbetterkrankungen[1, 2]
  • Häufig: Unbeabsichtigter Urinabgang (Harninkontinenz)[1, 2]
  • Häufig: Unregelmäßige Monatsblutungen; schmerzhafte Menstruation mit starken Schmerzen im Rücken oder Unterbauch und Kopfschmerzen (Dysmenorrhoe)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen von Valproinsäure nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Was Angaben wie "häufig" oder "selten" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Gewichtszunahme, Blutbildveränderungen, Natriummangel, Müdigkeit und Bewegungsstörungen.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Einer schweren Schädigung von Leber oder Bauchspeicheldrüse können laut Fachinformation unspezifische Beschwerden vorausgehen, etwa Schwäche, Teilnahmslosigkeit, wiederholtes Erbrechen, Bauchschmerzen, häufigere oder schwerere Anfälle und eine verlängerte Blutungszeit. Bei solchen Zeichen suchen Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf; ohne Rücksprache sollten Sie die Einnahme nicht selbst abbrechen. Eltern behandelter Kinder müssen laut Fachinformation über diese Zeichen informiert werden und verständigen bei ungewöhnlichen Beschwerden sofort die Ärztin oder den Arzt, unabhängig vom Zeitplan der Kontrollen. [1, 2]

Eine geringe Anzahl von Menschen, die mit Antiepileptika wie Valproat behandelt wurden, hatte laut Packungsbeilage Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Eine gemeinsame Auswertung (Metaanalyse) randomisierter, placebokontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte laut Fachinformation ein leicht erhöhtes Risiko für Suizidgedanken und suizidales Verhalten; der Mechanismus ist nicht bekannt, und die Daten schließen ein erhöhtes Risiko unter Valproat nicht aus. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, setzen Sie sich sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung. In einer akuten Krise erreichen Sie Hilfe unter diesen Nummern. [1, 2]

Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann und Frau Mitte dreißig fahren an einem hellen Frühlingsmorgen nebeneinander mit dem Fahrrad auf einem ruhigen Weg zwischen Feldern
Bild: KI-generiert

Ändern Sie die Dosis nicht selbst und beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Der Übelkeit können Sie laut Packungsbeilage vorbeugen, indem Sie das Arzneimittel mit Nahrung einnehmen; führt die Einnahme auf nüchternen Magen zu Magen-Darm-Beschwerden, können die Retardtabletten während oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Ihr Gewicht sollten Sie laut Packungsbeilage besonders zu Beginn kontrollieren und eine Zunahme auf ein Minimum beschränken. [1]

Valproat kann die Blutungsneigung erhöhen. Vor jeder Operation und jedem zahnärztlichen Eingriff, etwa dem Ziehen eines Zahns, muss die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt wissen, dass Sie Valproat einnehmen, damit die Blutgerinnung kontrolliert wird; mehr unter Psychopharmaka vor einer Operation. Beschwerden und Fragen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch vorbereiten. [1]

Kontrollen während der Behandlung

Damit Schäden an Leber und Bauchspeicheldrüse früh erkannt werden, nennt die Fachinformation feste Zeitpunkte: Untersuchungen vor Beginn, vier Wochen nach Beginn eine Kontrolle von Blutgerinnung, Leberwerten, Bilirubin und Amylase und bei Jugendlichen ab 15 Jahren und Erwachsenen in den ersten 6 Monaten jeden Monat eine ärztliche Untersuchung mit Kontrolle der Laborwerte. Nach 12 Monaten ohne krankhaften Befund reichen in der Regel 2 bis 3 Kontrollen im Jahr. Die Ärztin oder der Arzt darf sich dabei nicht nur auf die Laborwerte stützen, weil diese im Normbereich liegen können; entscheidend sind der Verlauf und das klinische Bild. [2]

Den Valproinsäure-Spiegel im Blut zu bestimmen, kann laut Fachinformation hilfreich sein, wenn Vergiftungszeichen auftreten oder die Behandlung unwirksam bleibt; bei Epilepsie sollte die Dosis aber hauptsächlich nach dem klinischen Bild festgelegt werden und nicht nach Routinekontrollen des Spiegels. Bei einer bipolaren Störung sollte die Überwachung laut S3-Leitlinie auch eine regelmäßige Messung des Medikamentenspiegels beinhalten; für Valproat nennt die Leitlinie fehlende Wirkung, geringe Therapietreue oder Vergiftungszeichen als Anlass. Mehr unter Medikamentenspiegel. Laut Fachinformation sollten alle Behandelten außerdem auf Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten überwacht werden; Behandelten und Betreuungspersonen sollte geraten werden, dann medizinische Hilfe zu holen. [2, 6]

Kontrolluntersuchungen bei Valproinsäure
UntersuchungWann oder warum
Leberwerte, Bauchspeicheldrüse und GerinnungVor Beginn; 4 Wochen nach Beginn Gerinnung (INR und PTT), Leberwerte, Bilirubin und Amylase. Bei Jugendlichen ab 15 Jahren und Erwachsenen in den ersten 6 Monaten monatlich eine ärztliche Untersuchung mit Laborwerten; nach 12 Monaten ohne krankhaften Befund reichen in der Regel 2 bis 3 Kontrollen im Jahr. Bei Kindern ohne auffälligen Befund bei jeder zweiten Untersuchung Blutbild mit Blutplättchen und Leberwerte. Bei neuen oder höher dosierten Mitteln, die auf die Leber wirken, werden die Leberkontrollen gegebenenfalls wieder aufgenommen[2]
Blutbild, Blutungszeit und GerinnungVor Beginn, vor Operationen oder zahnärztlichen Eingriffen sowie bei spontanen Blutergüssen oder Blutungen; nach einer früheren Knochenmarkschädigung strenge Überwachung[2]
INR bei GerinnungshemmernEngmaschig bei gleichzeitiger Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten[2]
Schwangerschaftstest und jährliche ÜberprüfungBei Mädchen und Frauen, die schwanger werden könnten: negativer Schwangerschaftstest vor Beginn und, soweit erforderlich, weitere Tests während der Behandlung; mindestens jährliche Überprüfung durch die spezialisierte Ärztin oder den spezialisierten Arzt mit dem Formular zur Risikoaufklärung; bei Mädchen ab der ersten Regelblutung jährliche Neubeurteilung[1, 2]
KörpergewichtSorgfältig beobachten, weil eine Gewichtszunahme, vor allem zu Beginn, möglich ist und ein Risikofaktor für Zysten an den Eierstöcken (polyzystisches Ovarsyndrom) ist[1, 2]
Valproinsäure-SpiegelHilfreich, wenn Vergiftungszeichen auftreten oder die Behandlung unwirksam bleibt; etwa 4 bis 6 Wochen nach dem Absetzen eines enzymanregenden Antiepileptikums. Bei einer bipolaren Störung laut S3-Leitlinie bei fehlender Wirkung, geringer Therapietreue oder Vergiftungszeichen[2, 6]
Ansprechen bei östrogenhaltigen MittelnZu Beginn und beim Beenden östrogenhaltiger Mittel einschließlich hormoneller Verhütung werden die Anfallskontrolle bzw. die Stimmungslage überwacht[2]
Stimmung und SuizidgedankenLaut Fachinformation sollte auf Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten geachtet werden; Behandelten und Betreuenden sollte geraten werden, dann medizinische Hilfe zu holen[2]
Untersuchungen vor Beginn bei bipolarer StörungLaut S3-Leitlinie Bipolare Störungen vor jeder medikamentösen Behandlung obligat (klinischer Konsenspunkt): Blutbild mit Differenzierung, Salze im Blut, Leberwerte, Nüchternblutzucker, Kreatinin, Blutdruck und Puls, Körpergewicht und Körpergröße, ein Schwangerschaftstest bei Frauen im gebärfähigen Alter und ein EKG; vor Valproat je nach Einzelfall zusätzlich Bilirubin, Lipase und Gerinnungswerte (ebenfalls klinischer Konsenspunkt)[6]
Kontrollen unter Valproat bei bipolarer StörungLaut S3-Leitlinie Bipolare Störungen Leberwerte und Blutbild zu Beginn und nach 6 Monaten, Blutzucker zu Beginn, nach 6 Monaten und danach jährlich, Blutfette bei Risikofaktoren, Gewicht zu Beginn und jährlich; für alle Behandelten außerdem jährlich Schilddrüsenwerte (bei schnellem Phasenwechsel, Rapid Cycling, alle 6 Monate), Blutzucker, Blutfette, Blutdruck und Gewicht[6]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Haben Sie Gedanken, sich etwas anzutun, setzen Sie sich laut Packungsbeilage sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung; in einer akuten Krise erreichen Sie Hilfe unter diesen Nummern. [1]

Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen und Blutwerte.

Wechselwirkungen

Zusammen mit Antibiotika aus der Gruppe der Carbapeneme kann der Valproinsäurespiegel innerhalb von etwa 2 Tagen deutlich sinken; laut Fachinformation gilt die Wechselwirkung als nicht kontrollierbar, die gleichzeitige Anwendung sollte vermieden werden. Andere Antiepileptika wie Phenobarbital, Phenytoin, Primidon und Carbamazepin beschleunigen den Abbau von Valproinsäure und vermindern so ihre Wirkung. Valproinsäure hemmt den Abbau von Lamotrigin, und die Kombination erhöht das Risiko für schwere Hautreaktionen, besonders bei Kindern; mehr unter Lamotrigin und Hautausschlag. [1, 2]

Östrogenhaltige Mittel, auch die östrogenhaltige "Pille", können den Valproatspiegel senken und die Wirkung von Valproat vermindern; zu Beginn und beim Beenden solcher Mittel sollte die Ärztin oder der Arzt die Anfallskontrolle bzw. die Stimmungslage überwachen. Die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel wird durch Valproat dagegen nicht vermindert. Zusammen mit Quetiapin kann eine Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) häufiger auftreten, zusammen mit Clozapin kann das Risiko für eine Verminderung der Neutrophilen, einer Art weißer Blutkörperchen, und für eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) steigen. Valproat senkte bei Erwachsenen die Spiegel von Olanzapin, was mit einem Wiederauftreten der Psychose verbunden sein könnte. [1, 2]

Valproinsäure kann die dämpfende Wirkung von Neuroleptika (Antipsychotika), Benzodiazepinen, Barbituraten, MAO-Hemmern und anderen Antidepressiva verstärken; bei solchen Kombinationen sollte laut Fachinformation engmaschig überwacht und die Dosis angepasst werden. Acetylsalicylsäure (ASS) soll nicht gleichzeitig zur Fiebersenkung oder Schmerzlinderung gegeben werden, ganz besonders nicht bei Säuglingen und Kleinkindern. Stoffe, die die Leber schädigen können, und Alkohol können die leberschädigende Wirkung verstärken. Zwischen Lithium und Valproinsäure zeigten sich in einer Studie keine relevanten Wechselwirkungen. [1, 2]

Wechselwirkungen von Valproinsäure
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Carbapeneme (Antibiotika)Der Valproinsäurespiegel kann innerhalb von etwa 2 Tagen deutlich sinken; laut Fachinformation gilt die Wechselwirkung als nicht kontrollierbar[1, 2]Gleichzeitige Anwendung vermeiden
Andere Antiepileptika wie Phenobarbital, Primidon, Phenytoin und CarbamazepinSie beschleunigen den Abbau von Valproinsäure und vermindern ihre Wirkung; umgekehrt kann Valproinsäure deren Wirkung und Nebenwirkungen verstärken. Wird ein solches Mittel abgesetzt, kann der Valproinsäurespiegel steigen[1, 2]Ärztliche Überwachung und Dosisanpassung, gegebenenfalls Spiegelbestimmung
LamotriginValproinsäure hemmt den Abbau von Lamotrigin, dessen Halbwertszeit sich deutlich verlängert; höheres Risiko für schwere Hautreaktionen, besonders bei Kindern[1, 2]Ärztliche Überwachung; Lamotrigin-Dosis eventuell verringern
Topiramat oder AcetazolamidHirnschädigung (Enzephalopathie) und/oder erhöhter Ammoniakspiegel im Blut[1, 2]Engmaschige ärztliche Überwachung
Acetylsalicylsäure (ASS) gegen Schmerzen und FieberHöhere Blutungsneigung; mehr ungebundene Valproinsäure im Blut; bei Kindern unter 3 Jahren höheres Risiko für Leberschäden[1, 2]Nicht gleichzeitig zur Fiebersenkung oder Schmerzlinderung geben, besonders nicht bei Säuglingen und Kindern
Gerinnungshemmer wie Vitamin-K-AntagonistenHöhere Blutungsneigung[1, 2]Blutgerinnung regelmäßig kontrollieren lassen (Quick-Wert/INR)
Östrogenhaltige Mittel einschließlich östrogenhaltiger "Pille"Valproinsäurespiegel und Wirksamkeit können sinken; die Wirkung der Pille selbst wird durch Valproat nicht beeinträchtigt[1, 2]Mit der Ärztin oder dem Arzt die geeignete Verhütungsmethode klären
Mefloquin (Malariamittel)Beschleunigt den Abbau von Valproinsäure und kann selbst Anfälle auslösen[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Metamizol, Rifampicin, Methotrexat, Proteasehemmer wie Lopinavir und Ritonavir, ColestyraminValproinsäurespiegel und Wirkung können sinken; nach Methotrexat wurden Krampfanfälle berichtet[1, 2]Ärztliche Überwachung von Wirkung bzw. Spiegel
Felbamat, Cimetidin, Erythromycin, FluoxetinValproinsäurespiegel und Nebenwirkungen können steigen; mit Fluoxetin wurde auch ein sinkender Spiegel berichtet[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Neuroleptika, Benzodiazepine (z. B. Diazepam, Lorazepam), Barbiturate, MAO-Hemmer und andere AntidepressivaValproinsäure kann deren dämpfende Wirkung verstärken[1, 2]Engmaschige Überwachung und Dosisanpassung
QuetiapinHöheres Risiko für einen Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie) bzw. für Blutbildveränderungen[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
ClozapinHöheres Risiko für Neutropenie und Herzmuskelentzündung (Myokarditis)[1, 2]Sorgfältige ärztliche Überwachung
OlanzapinIn einer Studie schien die Kombination die Leberschädigung zu erhöhen; Valproat senkte die Olanzapin-Spiegel, was mit einer Rückkehr der Psychose verbunden sein könnte[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Pivalathaltige Arzneimittel (z. B. Pivmecillinam, Pivampicillin, Adefovirdipivoxil)Erhöhtes Risiko für Carnitinmangel[1, 2]Gleichzeitige Gabe vermeiden
Zidovudin, Propofol, NimodipinDeren Spiegel und Nebenwirkungen können steigen[1, 2]Dosis dieser Mittel eventuell verringern
Cannabidiol und andere die Leber belastende Mittel; AlkoholHöheres Risiko für Leberschäden bzw. erhöhte Leberwerte[1, 2]Leber gegebenenfalls überwachen; keinen Alkohol trinken
ClonazepamBei Menschen mit früheren Absencen trat eine lang andauernde Absence auf[1, 2]Vorher ärztlich besprechen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; einen Überblick über alle Mittel, die Sie nehmen, gibt der Medikationsplan.

Wer Valproinsäure nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht eingenommen werden darf Valproinsäure unter anderem bei Störungen der Leber- oder Bauchspeicheldrüsenfunktion, bei schweren Lebererkrankungen in der eigenen Vorgeschichte oder bei Angehörigen, bei Porphyrie, Blutungsneigung und Störungen des Harnstoffzyklus. In der Schwangerschaft ist Valproat bei bipolarer Störung kontraindiziert, bei Epilepsie ebenfalls, es sei denn, es stehen keine geeigneten anderen Behandlungen zur Verfügung. Bei Frauen, die schwanger werden könnten, ist es kontraindiziert, es sei denn, die Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms werden eingehalten. [1, 2]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Natriumvalproat, Valproinsäure oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Störungen der Leber- oder Bauchspeicheldrüsenfunktion[1, 2]
  • Schwere Lebererkrankung in der eigenen Vorgeschichte oder bei Angehörigen; durch Valproat ausgelöste Leberschäden in der Familie[1, 2]
  • Porphyrie (Störung der Bildung des roten Blutfarbstoffs)[1, 2]
  • Blutungsneigung bzw. Blutgerinnungsstörungen[1, 2]
  • Störung des Harnstoffzyklus[1, 2]
  • Mitochondriale Erkrankung durch einen genetischen Defekt (POLG-Mutationen, z. B. Alpers-Huttenlocher-Syndrom); laut Fachinformation auch Kinder unter zwei Jahren mit Verdacht auf eine solche Erkrankung[1, 2]
  • Unbehandelter Carnitinmangel[1, 2]
  • Epilepsie: Schwangerschaft, es sei denn, es gibt keine andere wirksame Behandlung[1, 2]
  • Bipolare Störung: Schwangerschaft[1, 2]
  • Frauen, die schwanger werden könnten, es sei denn, die Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms werden eingehalten, darunter eine wirksame Verhütung während der gesamten Behandlung[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Mädchen und Frauen, die schwanger werden könnten, Schwangerschaftsverhütungsprogramm: Behandlung nur, wenn andere Behandlungen nicht wirksam sind oder nicht vertragen werden, eingeleitet und überwacht von einer auf Epilepsie bzw. bipolare Störungen spezialisierten Ärztin oder einem solchen Arzt; vor Beginn ein negativer Schwangerschaftstest (Blutplasma), bestätigt durch medizinisches Fachpersonal, und soweit erforderlich weitere Schwangerschaftstests während der Behandlung; während der gesamten Behandlung ohne Unterbrechung zuverlässige Verhütung, mindestens eine zuverlässige, vorzugsweise anwenderunabhängige Methode wie Spirale oder Implantat oder zwei einander ergänzende Methoden einschließlich einer Barrieremethode, auch wenn keine Regelblutung auftritt; mindestens jährliche Überprüfung durch die spezialisierte Ärztin oder den spezialisierten Arzt mit jährlich auszufüllendem Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung; Leitfaden für Patienten und Patientenkarte[1, 2]
  • Mädchen: Eltern oder Betreuungspersonen informieren die Ärztin oder den Arzt, sobald die erste Regelblutung einsetzt; danach wird die Behandlung jährlich neu beurteilt, und laut Fachinformation sollte alles daran gesetzt werden, Mädchen vor dem Erwachsenenalter auf eine andere Behandlung umzustellen[1, 2]
  • Kinderwunsch bei Frauen: vorher einen Termin bei der Ärztin oder dem Arzt vereinbaren; weder Valproat noch die Verhütung ohne Rücksprache beenden, bei Epilepsie wird eine Umstellung frühzeitig vor der Empfängnis geprüft, bei bipolarer Störung wird Valproat laut Fachinformation beendet und bei Bedarf vor der Empfängnis umgestellt[1, 2]
  • Männer: Laut Fachinformation (Stand 08/2026) weist eine rückblickende Beobachtungsstudie auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern hin, deren Väter in den drei Monaten vor der Zeugung mit Valproat behandelt wurden; andere Studien deuten nicht darauf hin, die verfügbaren Daten sind uneinheitlich, und ob Valproat die Ursache ist, ist ungewiss. Als Vorsichtsmaßnahme sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation und Rote-Hand-Brief vom 19.02.2024 über dieses mögliche Risiko informieren und die Notwendigkeit besprechen, während der Behandlung und drei Monate danach eine zuverlässige Verhütung für den Patienten und seine Partnerin in Betracht zu ziehen; laut Packungsbeilage bespricht die Ärztin oder der Arzt die Notwendigkeit, dass beide in dieser Zeit zuverlässig verhüten. Keine Samenspende während der Behandlung und mindestens drei Monate danach; empfohlen wird, dass eine auf Epilepsie bzw. bipolare Störungen spezialisierte Ärztin oder ein solcher Arzt die Behandlung einleitet und überwacht; die verschreibende Ärztin oder der verschreibende Arzt sollte regelmäßig prüfen, ob Valproat weiterhin die geeignetste Behandlung ist; wer ein Kind zeugen möchte, sucht vor dem Beenden der Verhütung die Ärztin oder den Arzt auf, und es sollten andere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen und besprochen werden; Leitfaden für Patienten und Patientenkarte[1, 2, 4]
  • Leber: Valproat kann die Leber ernsthaft schädigen. Vor Beginn und in den ersten sechs Monaten sollte die Leberfunktion überwacht werden; besonders gefährdet sind Säuglinge und Kinder unter 3 Jahren mit schwerer Epilepsie, vor allem zusammen mit anderen Antiepileptika[1, 2]
  • Kinder unter 3 Jahren: keine gleichzeitige Gabe von Acetylsalicylsäure (größeres Risiko für Leberschäden)[1, 2]
  • Früherer schwerer Hautausschlag, Hautablösung, Blasen oder Geschwüre im Mund nach Valproat[1]
  • Frühere Schädigung des Knochenmarks: engmaschige ärztliche Überwachung mit Blutbildkontrollen[1, 2]
  • Systemischer Lupus erythematodes: kann durch Valproat verschlimmert oder ausgelöst werden[1, 2]
  • Eingeschränkte Nierenfunktion oder Eiweißmangel im Blut (Hypoproteinämie): Die Dosis muss eventuell verringert werden[1, 2]
  • Vor Operationen oder zahnärztlichen Eingriffen: die Ärztin, den Arzt oder die Zahnarztpraxis über die Einnahme informieren, weil Valproat die Blutungsneigung erhöhen kann[1, 2]
  • Durch einen genetischen Defekt verursachte mitochondriale Erkrankung in der Familie (Risiko einer Leberschädigung), Carnitin-Palmitoyltransferase-II-Mangel (höheres Risiko für Muskelabbau), eingeschränkte Carnitinaufnahme mit der Nahrung (vor allem bei Kindern unter 10 Jahren) oder Carnitinmangel mit Einnahme von Carnitin[1, 2]
  • Gewichtszunahme, vor allem zu Beginn: Gewicht kontrollieren; eine Gewichtszunahme kann ein Risikofaktor für Zysten an den Eierstöcken sein[1, 2]
  • Verdacht auf Stoffwechselstörungen, vor allem des Harnstoffzyklus: vor Beginn bestimmte Stoffwechseluntersuchungen[1, 2]
  • Urintests auf Ketone können unter Valproat falsche Ergebnisse liefern[1, 2]
  • Manie: Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Valproat nicht zur Behandlung der Manie eingesetzt werden[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Alkohol kann laut Packungsbeilage die Wirkung von Valproat beeinträchtigen und die Nebenwirkungen verstärken; Sie sollten während der Behandlung daher keinen Alkohol trinken. Laut Fachinformation kann Alkohol auch die leberschädigende Wirkung von Valproinsäure verstärken. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]

Setzen Sie sich laut Packungsbeilage nicht ans Steuer eines Fahrzeugs und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, ohne sich vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke beraten zu haben. Besonders zu Beginn der Behandlung, bei höheren Dosen und zusammen mit anderen Mitteln, die auf das Nervensystem wirken, können Benommenheit oder Verwirrtheit die Reaktionsfähigkeit so beeinträchtigen, dass das Fahren und das Bedienen von Maschinen eingeschränkt sind, unabhängig von der Grunderkrankung; Alkohol verstärkt diese Wirkung. [1, 2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

Valproat hat laut Fachinformation ein hohes fruchtschädigendes (teratogenes) Potenzial: Kinder, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt sind, haben ein hohes Risiko für angeborene Fehlbildungen und neurologische Entwicklungsstörungen. Je höher die Dosis, desto höher das Risiko, doch alle Dosen sind risikobehaftet, auch zusammen mit anderen Mitteln gegen Epilepsie. Zu den am häufigsten gemeldeten Geburtsfehlern zählen laut Packungsbeilage eine offene Wirbelsäule (Spina bifida), Fehlbildungen von Gesicht und Schädel und Fehlbildungen von Herz, Nieren, Harnwegen, Geschlechtsorganen und Gliedmaßen. Bei Kindern im Vorschulalter, deren Mütter in der Schwangerschaft Valproat eingenommen haben, kann es zu Problemen in der frühkindlichen Entwicklung kommen: Betroffene Kinder lernen langsamer laufen und sprechen, sind geistig weniger leistungsfähig als andere Kinder und haben Sprach- und Gedächtnisprobleme. Bei Kindern, die in der Schwangerschaft Valproat ausgesetzt waren, werden autistische Störungen häufiger festgestellt, und es gibt einige Belege für ein erhöhtes Risiko für ADHS. Folsäure senkt das mit Valproat verbundene Risiko für Geburtsfehler laut Packungsbeilage wahrscheinlich nicht. [1, 2]

Laut Embryotox ist Valproat ein Teratogen, also fruchtschädigend, und das Fehlbildungsrisiko ist höher als bei den anderen Antiepileptika; den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft gibt Embryotox als sehr hoch an. Bei einer geplanten oder bestehenden Schwangerschaft darf Valproat laut Embryotox nicht eingesetzt werden; die einzige Ausnahme sind Patientinnen mit Epilepsie, für die keine geeigneten anderen Behandlungen zur Verfügung stehen. [3]

Das Schwangerschaftsverhütungsprogramm

Mit einem Rote-Hand-Brief vom 9. November 2018 informierten die Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über neue Gegenanzeigen, verschärfte Warnhinweise und das Schwangerschaftsverhütungsprogramm. Seither darf Valproat bei Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter nur angewendet werden, wenn andere Behandlungen nicht wirksam sind oder nicht vertragen werden. [13]

Zu den Bedingungen gehört laut Fachinformation, dass die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt sicherstellen muss, dass Behandlungsmöglichkeiten besprochen werden und die Patientin die Risiken für ein Kind im Mutterleib verstanden und bestätigt hat. Vor Beginn muss ein Schwangerschaftstest aus dem Blutplasma negativ ausgefallen und das Ergebnis von medizinischem Fachpersonal bestätigt sein; soweit erforderlich folgen weitere Tests. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der gesamten Behandlung ununterbrochen zuverlässig verhüten: mit mindestens einer zuverlässigen Methode, vorzugsweise einer, die nicht von der Anwenderin abhängt, wie Spirale (Intrauterinpessar) oder Implantat, oder mit zwei einander ergänzenden Methoden einschließlich einer Barrieremethode. Das gilt auch, wenn keine Regelblutung auftritt, und auch für Frauen, die zurzeit nicht sexuell aktiv sind, es sei denn, es gibt triftige Gründe, die eine Schwangerschaft ausschließen. [2, 13]

Mindestens einmal im Jahr muss eine erfahrene Fachärztin oder ein erfahrener Facharzt beurteilen, ob Valproat die geeignete Behandlung ist, und sollte dabei das jährlich auszufüllende Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung mit der Patientin besprechen. Patientinnen erhalten einen Leitfaden; die Apotheke muss sicherstellen, dass bei jeder Abgabe eine Patientenkarte ausgehändigt wird. Bei Mädchen müssen Eltern oder Betreuungspersonen die Ärztin oder den Arzt informieren, sobald die erste Regelblutung einsetzt; laut Fachinformation sollte alles daran gesetzt werden, Mädchen vor dem Erwachsenenalter auf eine andere Behandlung umzustellen. [1, 2]

Möchten Sie schwanger werden, vereinbaren Sie laut Packungsbeilage zuerst einen Termin bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; beenden Sie weder die Einnahme noch die Verhütung, bevor Sie darüber gesprochen haben. Bei bipolarer Störung muss laut Fachinformation dann eine erfahrene Fachärztin oder ein erfahrener Facharzt hinzugezogen, Valproat beendet und bei Bedarf vor der Empfängnis auf eine andere Behandlung umgestellt werden; bei Epilepsie sollte alles daran gesetzt werden, vor der Empfängnis auf eine geeignete andere Behandlung umzustellen. Werden Sie unter Valproat schwanger, dürfen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage nur beenden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu auffordert, weil sich sonst Ihr Zustand verschlechtern kann; vereinbaren Sie unverzüglich einen Termin. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und Verhütung und Psychopharmaka, ausführlich unter Valproinsäure: Schwangerschaft und Verhütung. [1, 2]

Hinweise für Männer

Mit einem Rote-Hand-Brief vom 19. Februar 2024 informierten die Zulassungsinhaber in Abstimmung mit EMA und BfArM über eine rückblickende Beobachtungsstudie aus drei nordeuropäischen Ländern. Sie weist auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern im Alter von 0 bis 11 Jahren hin, deren Väter in den drei Monaten vor der Zeugung allein mit Valproat behandelt wurden, verglichen mit Vätern, die allein mit Lamotrigin oder Levetiracetam behandelt wurden. Wegen der Grenzen der Studie ist dieses Risiko laut Rote-Hand-Brief möglich, aber nicht belegt. Verschreibende Ärztinnen und Ärzte sollten männliche Patienten laut Rote-Hand-Brief über dieses mögliche Risiko informieren und mit ihnen die Notwendigkeit besprechen, während der Behandlung und drei Monate danach eine zuverlässige Verhütung für den Patienten und seine Partnerin in Betracht zu ziehen. [4]

Die Fachinformation (Stand August 2026) beschreibt dieselbe Studie und ergänzt, dass andere Studien nicht auf ein erhöhtes Risiko nach einer Behandlung des Vaters hindeuten; die verfügbaren Daten sind deshalb uneinheitlich, und ob Valproat die Ursache ist, ist ungewiss. Als Vorsichtsmaßnahme nennt sie dieselben Hinweise zur Aufklärung über das mögliche Risiko und zur Verhütung wie der Rote-Hand-Brief. Männer sollten während der Behandlung und mindestens drei Monate danach keinen Samen spenden. Empfohlen wird, dass eine in der Behandlung von Epilepsie oder bipolaren Störungen erfahrene Fachärztin oder ein solcher Facharzt die Behandlung einleitet und überwacht. Die verschreibende Ärztin oder der verschreibende Arzt sollte regelmäßig prüfen, ob Valproat weiterhin die am besten geeignete Behandlung ist, und bei Kinderwunsch sollten andere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen und besprochen werden. [2]

Laut Packungsbeilage bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen, dass Sie die Praxis aufsuchen müssen, sobald Sie ein Kind zeugen möchten und bevor Sie die Verhütung beenden. Wird Ihre Partnerin schwanger, während Sie in den drei Monaten davor Valproat eingenommen haben, wenden Sie sich mit Ihren Fragen an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache, weil sich sonst Ihre Beschwerden verschlimmern können. [1]

Embryotox beschreibt zur Behandlung von Vätern zwei Registerstudien. In einer Studie mit skandinavischen Registerdaten zu etwa 2.000 Kindern, deren Väter in den drei Monaten vor der Zeugung Valproat eingenommen hatten, ergab sich der Verdacht auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen; ein ursächlicher Zusammenhang lässt sich daraus laut Embryotox auch wegen methodischer Schwächen nicht ableiten. Eine dänische Registerstudie mit mehr als 1.300 solchen Kindern, die zum Teil auf denselben Daten beruht, fand weder ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen noch für angeborene Fehlbildungen. Für ein abschließendes Urteil über das Risiko reichen die bisherigen Daten laut Embryotox nicht aus. Bei einem stabil auf Valproat eingestellten Mann erscheint Embryotox die Weiterführung auch bei Kinderwunsch akzeptabel, wenn die unklare Datenlage in Kauf genommen wird. Laut Fachinformation sollten bei Kinderwunsch andere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden; ob Ihre Behandlung geändert wird, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [2, 3]

Stillzeit

Laut Packungsbeilage sollen Sie nicht stillen, während Sie Valproat einnehmen, und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat fragen. Laut Fachinformation muss unter Berücksichtigung des Nutzens des Stillens für das Kind und des Nutzens der Behandlung für die Frau entschieden werden, ob abgestillt oder auf Valproat verzichtet wird. Embryotox stützt sich auf veröffentlichte Erfahrungen mit mehr als 50 Mutter-Kind-Paaren und hält Stillen bei alleiniger Einnahme von Valproat und guter Beobachtung des Kindes für akzeptabel. Mehr unter Psychopharmaka in der Stillzeit. [1, 2, 3]

Schwangerschaft

Valproat kann schwere Geburtsfehler verursachen und die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes beeinträchtigen; das Risiko steigt mit der Dosis, doch alle Dosen sind risikobehaftet. Frauen, die Valproat in der Schwangerschaft einnehmen, haben ein höheres Risiko als andere Frauen, ein Kind mit Geburtsfehlern zu bekommen, die eine medizinische Behandlung erfordern; am häufigsten gemeldet wurden Spina bifida, Gesichts- und Schädelfehlbildungen sowie Fehlbildungen von Herz, Nieren, Harnwegen, Geschlechtsorganen und Gliedmaßen; auch Hörprobleme, Augenfehlbildungen und Blutungen bei Neugeborenen wurden berichtet. Bei Kindern im Vorschulalter, deren Mütter in der Schwangerschaft Valproat eingenommen haben, kann es zu Problemen in der frühkindlichen Entwicklung kommen; Autismus wird häufiger diagnostiziert, und es gibt Hinweise auf ein erhöhtes ADHS-Risiko.[1, 2]

Bei Epilepsie darf Valproat in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es gibt keine andere wirksame Behandlung; bei bipolarer Störung darf es in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Werden Sie unter Valproat schwanger, beenden Sie die Einnahme nicht selbst, sondern vereinbaren Sie unverzüglich einen Termin; Sie werden an eine Fachärztin oder einen Facharzt überwiesen, die oder der andere Behandlungsmöglichkeiten prüft. Folsäure kann das allgemeine Risiko für Spina bifida verringern, senkt das mit Valproat verbundene Risiko für Geburtsfehler aber wahrscheinlich nicht.[1, 2]

Laut Fachinformation kam es in einer Metaanalyse bei Kindern von Frauen mit Epilepsie, die in der Schwangerschaft nur Valproat einnahmen, häufiger zu angeborenen Fehlbildungen; das Risiko für schwerwiegende Fehlbildungen ist damit höher als in der Allgemeinbevölkerung. Der IQ im Alter von 6 Jahren lag im Durchschnitt niedriger als bei Kindern, die anderen Antiepileptika ausgesetzt waren, und das Risiko für Störungen des autistischen Formenkreises und für frühkindlichen Autismus war erhöht.[2]

Laut Fachinformation wurde bei Neugeborenen, deren Mütter in der Schwangerschaft Valproat eingenommen haben, in sehr seltenen Fällen über eine Blutungsneigung mit Mangel an Blutplättchen, Fibrinogen oder anderen Gerinnungsfaktoren berichtet, auch über ein vollständiges Fehlen von Fibrinogen (Afibrinogenämie), das lebensbedrohlich sein kann; bei Neugeborenen sollten deshalb Blutplättchen, Fibrinogen und Gerinnung untersucht werden. Berichtet wurden außerdem eine Unterfunktion der Schilddrüse und, nach einer Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel, Unterzucker; nach einer solchen Einnahme kann es auch zu Entzugserscheinungen wie Unruhe, Reizbarkeit, Zittern, Krämpfen und Störungen bei der Nahrungsaufnahme kommen.[2]

Laut dem mit dem BfArM abgestimmten Leitfaden für Patientinnen kann ein Neugeborenes, dessen Mutter in der Schwangerschaft Valproat eingenommen hat, bei der Geburt weniger wiegen als für die Schwangerschaftswoche erwartet.[9]

Laut Embryotox ist Valproat ein Teratogen, also fruchtschädigend; den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft gibt Embryotox mit "sehr hoch" an. Das Fehlbildungsrisiko ist laut Embryotox höher als bei den anderen Antiepileptika; typisch für Valproat ist vor allem das erhöhte Risiko für Spina bifida und andere Neuralrohrdefekte. Fehlbildungen und Störungen der geistigen Entwicklung hängen von der Dosis ab, eine sichere Schwellendosis ist nicht bekannt. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox bei Epilepsie Lamotrigin und Levetiracetam, bei bipolarer Störung Quetiapin, andere Neuroleptika und Lamotrigin, gegebenenfalls auch das schwach fruchtschädigende Lithium. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Packungsbeilage sollen Sie unter Valproat nicht stillen und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat fragen: Valproat geht in die Muttermilch über, und bei gestillten Kindern wurden Erkrankungen des Blutes festgestellt. Laut Fachinformation wird unter Berücksichtigung des Nutzens des Stillens und der Behandlung entschieden, ob abgestillt oder auf Valproat verzichtet wird.[1, 2]

Embryotox stützt sich in der Stillzeit auf veröffentlichte Erfahrungen mit mehr als 50 Mutter-Kind-Paaren und hält Stillen bei alleiniger Einnahme von Valproat und guter Beobachtung des Kindes für akzeptabel; dabei muss unbedingt das fruchtschädigende Risiko einer weiteren Schwangerschaft unter Valproat bedacht werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol kann die Wirkung von Valproat beeinträchtigen und die Nebenwirkungen verstärken; trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol. Laut Fachinformation kann Alkohol auch die Leberschädigung durch Valproinsäure verstärken.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Fahren Sie nicht und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, ohne vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke zu fragen. Besonders zu Beginn, bei höheren Dosen oder zusammen mit anderen auf das Nervensystem wirkenden Mitteln können Benommenheit oder Verwirrtheit das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, unabhängig von der Grunderkrankung; Alkohol verstärkt diese Wirkung.[1, 2]

Anwendung

Die Retardtabletten möglichst 1 Stunde vor dem Essen (morgens auf nüchternen Magen) einnehmen; führt das zu Magen-Darm-Beschwerden, während oder nach einer Mahlzeit. Nicht zerkauen, sondern ganz oder in zwei Hälften mit reichlich Flüssigkeit schlucken. Die Tagesdosis wird auf einmal oder auf zwei Einzeldosen verteilt eingenommen. Tabletten erst unmittelbar vor der Einnahme aus dem Blister nehmen.[1, 2]

Während der Behandlung möglichst keine sauren Getränke oder eisgekühlten Speisen. Gelegentlich sind Bestandteile der Retardtablette als weißer Rest im Stuhl zu sehen; die Wirkung ist dadurch nicht beeinträchtigt.[1]

Einnahme vergessen: später nachholen; ist es fast Zeit für die nächste Dosis, diese zum gewohnten Zeitpunkt nehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Behandlung unter keinen Umständen eigenmächtig ab, weil das den Erfolg gefährdet und neue Anfälle auslösen kann. Über Dauer und Ende entscheidet die Fachärztin oder der Facharzt; eine Dosisverringerung oder ein Absetzen ist im Regelfall frühestens nach 2- bis 3-jähriger Anfallsfreiheit zu erwägen, laut Fachinformation schrittweise über ein bis zwei Jahre.[1, 2]

Bei Verdacht auf eine schwere Beeinträchtigung der Leber oder eine Schädigung der Bauchspeicheldrüse beendet die Ärztin oder der Arzt die Behandlung sofort; ebenso bei Nebenwirkungen, die nicht von der Dosis abhängen.[1]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Mögliche Zeichen sind Koma mit erhöhter Muskelspannung, verminderte Reflexe, enge Pupillen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Übersäuerung des Blutes, erhöhter Natriumwert und Störungen von Atmung oder Herzfunktion, außerdem eine erhöhte Anfallsneigung und Verhaltensänderungen.[1, 2]

Einnahme und Absetzen

Die Retardtabletten sollen laut Fachinformation möglichst 1 Stunde vor dem Essen eingenommen werden, morgens auf nüchternen Magen, bei Magen-Darm-Beschwerden während oder nach einer Mahlzeit; sie werden unzerkaut, ganz oder in zwei Hälften, mit reichlich Flüssigkeit geschluckt. Weitere Hinweise zur Anwendung, auch bei einer vergessenen Einnahme, stehen in der Übersicht unter Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft. [1, 2]

Brechen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage unter keinen Umständen eigenmächtig ab: Das gefährdet den Erfolg der Behandlung und kann neue epileptische Anfälle auslösen. Bei Epilepsie ist eine Verringerung der Dosis oder ein Absetzen im Regelfall frühestens nach 2 bis 3 Jahren ohne Anfälle zu erwägen; das Absetzen muss laut Fachinformation schrittweise über einen Zeitraum von einem bis zwei Jahren erfolgen. Bei Verdacht auf eine schwere Schädigung der Leber oder der Bauchspeicheldrüse muss die Ärztin oder der Arzt die Behandlung sofort beenden. Muss Valproinsäure wegen Vergiftungszeichen plötzlich abgesetzt werden, sollte das laut Fachinformation unter einer angemessenen Dosis eines anderen Mittels gegen Epilepsie geschehen. [1, 2]

Bei der Manie legt laut Fachinformation die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt die Dauer der Behandlung fest. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu unter Psychopharmaka absetzen. [2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt bei Epilepsie mittlere Tagesdosen für die Langzeitbehandlung nach Alter und Körpergewicht, bei der Manie für Erwachsene eine Anfangsdosis und den üblichen Bereich der Tagesdosis. Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder Eiweißmangel im Blut kann die Wirkung von Valproinsäure verstärkt sein; die Ärztin oder der Arzt passt die Tagesdosis dann an. [1]

Präparate mit Valproinsäure

Präparate mit Valproinsäure
PräparatAnbieterHinweis
Valproat-ratiopharm chronoratiopharm GmbH300 mg und 500 mg Retardtabletten; Grundlage dieser Seite
Valproinsäure-ratiopharmratiopharm GmbHmagensaftresistente Filmtabletten und Lösung zum Einnehmen; laut Fachinformation nur zur Behandlung der Epilepsie zugelassen
Valproat STADASTADAPHARM GmbHRetardtabletten
Valproat HEXAL chronoHexal AGRetardtabletten
Valproat AbZAbZ-Pharma GmbHRetardtabletten

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox: Valproinsäure. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Rote-Hand-Brief zu Valproat: Mögliches Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern, deren Väter mit Valproat behandelt wurden. Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 19.02.2024. abgerufen am 11.10.2026
  5. Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Valproinsäure. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
  6. Leitlinie S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen, Langversion 2.1 (AWMF-Register-Nr. 038-019), Kapitel 4.8 (Diagnostik vor und während einer Pharmakotherapie, Tabelle 19). Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS) und DGPPN. Stand Update Februar 2019, letzte Anpassung Mai 2020. abgerufen am 22.10.2026
  7. Fachinformation Valproinsäure-ratiopharm 300 Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 23.10.2026
  8. Fachinformation Valproinsäure-ratiopharm 300 mg/ml Lösung. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
  9. Behörde Valproat: Leitfaden für die sichere Anwendung, Patientinnen, Eltern und Betreuungspersonen (behördlich genehmigtes Schulungsmaterial). Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel, abgestimmt mit dem BfArM (veröffentlicht vom BfArM). Stand Version 7, 02/2026. abgerufen am 24.10.2026
  10. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  11. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  12. Rote-Hand-Brief Valproat: Neue Anwendungseinschränkungen, Einführung des Schwangerschaftsverhütungsprogramms. Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht von ratiopharm GmbH). Stand 09.11.2018. abgerufen am 23.10.2026
  13. Leitlinien (Übersicht der S3-Leitlinien mit Gültigkeit), Eintrag Bipolare Störungen. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Valproinsäure nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Ist Valproat dasselbe wie Valproinsäure?

Ja. Packungsbeilage und Fachinformation sprechen bei demselben Wirkstoff abwechselnd von Valproinsäure und Valproat. Die Retardtabletten, auf die sich diese Seite stützt, enthalten Natriumvalproat, also das Natriumsalz der Valproinsäure, zusammen mit Valproinsäure. Haben Sie vorher ein nicht retardiertes Valproat-Präparat genommen, muss es laut Packungsbeilage allmählich durch die Retardtabletten ersetzt werden; welche Präparate es gibt, zeigt der Abschnitt Präparate.

Wofür wird Valproat eingesetzt?

Valproat ist zur Behandlung bestimmter Formen der Epilepsie zugelassen und bei einer bipolaren Störung zur Behandlung manischer Episoden, wenn Lithium nicht gegeben werden darf oder nicht vertragen wird. Hat eine Manie auf Valproat angesprochen, kann laut Fachinformation eine weiterführende Behandlung erwogen werden. Zur Akutbehandlung einer bipolaren Depression kann Valproinsäure laut S3-Leitlinie Bipolare Störungen nicht empfohlen werden, weil Hinweise auf eine akut antidepressive Wirkung fehlen.

Wie hoch ist die Dosis von Valproat?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Was die Packungsbeilage bei Epilepsie nach Alter und Körpergewicht und bei der Manie für Erwachsene nennt, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Bei Epilepsie sollte die Dosis laut Packungsbeilage langsam und in kleinen Schritten erhöht werden; weil die volle Wirkung in einigen Fällen erst nach 4 bis 6 Wochen zu beobachten ist, sollte die Tagesdosis nicht zu früh über die mittleren Werte hinaus gesteigert werden. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Nimmt man mit Valproat zu?

Das ist möglich: Eine Zu- oder Abnahme des Gewichts, abhängig von der Dosis, und ein gesteigerter oder verminderter Appetit gehören laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, können also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Sie sollten Ihr Gewicht vor allem zu Beginn kontrollieren; eine Gewichtszunahme kann ein Risikofaktor für Zysten an den Eierstöcken sein. Bei einer bipolaren Störung nennt die S3-Leitlinie unter Valproat Gewichtskontrollen zu Beginn der Behandlung und jährlich. Mehr unter Gewichtszunahme.

Darf ich mit Valproat Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Behandlung keinen Alkohol trinken: Alkohol kann die Wirkung von Valproat beeinträchtigen und die Nebenwirkungen verstärken. Laut Fachinformation wird Alkohol während der Behandlung nicht empfohlen und kann die leberschädigende Wirkung von Valproinsäure verstärken. Auch Benommenheit und ein eingeschränktes Reaktionsvermögen sind zusammen mit Alkohol stärker ausgeprägt. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol.

Darf ich Valproat in der Schwangerschaft nehmen?

Bei einer bipolaren Störung darf Valproat in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, bei Epilepsie nur, wenn keine anderen wirksamen Behandlungen zur Verfügung stehen. Frauen, die schwanger werden könnten, müssen während der gesamten Behandlung ohne Unterbrechung zuverlässig verhüten; die östrogenhaltige "Pille" kann den Valproatspiegel senken, klären Sie die geeignete Methode mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Möchten Sie schwanger werden oder sind Sie es, vereinbaren Sie unverzüglich einen Termin; die Einnahme dürfen Sie laut Packungsbeilage nur beenden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu auffordert. Einzelheiten zum Schwangerschaftsverhütungsprogramm stehen unter Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft.

Was müssen Männer bei Valproat beachten?

Laut Rote-Hand-Brief von 2024 weist eine Beobachtungsstudie auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern hin, deren Väter in den drei Monaten vor der Zeugung Valproat genommen haben; andere Studien deuteten laut Fachinformation nicht darauf hin, und ob Valproat die Ursache ist, ist ungewiss. Als Vorsichtsmaßnahme sollte die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen besprechen, während der Behandlung und drei Monate danach eine zuverlässige Verhütung für Sie und Ihre Partnerin in Betracht zu ziehen; Samen spenden sollten Sie in dieser Zeit nicht. Möchten Sie ein Kind zeugen, suchen Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf, und beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache.

Wie setzt man Valproat ab?

Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Ein eigenmächtiger Abbruch kann laut Packungsbeilage den Erfolg der Behandlung gefährden und neue epileptische Anfälle auslösen. Bei Epilepsie ist ein Absetzen im Regelfall frühestens nach 2 bis 3 Jahren ohne Anfälle zu erwägen und muss laut Fachinformation schrittweise über ein bis zwei Jahre erfolgen. Entzugserscheinungen beschreibt die Fachinformation nur bei Neugeborenen, deren Mütter Valproat im letzten Schwangerschaftsdrittel eingenommen haben; Männern sagt die Packungsbeilage, dass sich ihre Beschwerden verschlimmern können, wenn sie die Behandlung abbrechen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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