MedikamenteWirkstoff
Sertralin
Sertralin ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), zugelassen bei Depression, Panikstörung, sozialer Angststörung, PTBS und Zwangsstörung, bei Zwangsstörung schon ab 6 Jahren. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Zoloft. Bis sich die Beschwerden bessern, kann es mehrere Wochen dauern; abgesetzt wird Sertralin nur nach ärztlicher Absprache und schrittweise.

Wofür wird Sertralin eingesetzt?
Sertralin ist zur Behandlung von Depressionen zugelassen und dazu, ein Wiederauftreten der Depression zu verhindern. Weitere Anwendungsgebiete sind die soziale Angststörung (soziale Phobie), die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die Panikstörung und die Zwangsstörung. Bei Erwachsenen gelten alle diese Anwendungsgebiete, bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren nur die Zwangsstörung. [1, 2]
Für andere Erkrankungen sollte Sertralin bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren laut Fachinformation nicht angewendet werden; eine Wirksamkeit bei Depression ist bei Kindern nicht belegt. Für Kinder unter 6 Jahren liegen keine Daten vor. [2]
Wie wirkt Sertralin?
Sertralin gehört zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI), einer Gruppe der Antidepressiva. Serotonin ist ein Botenstoff, über den Nervenzellen Signale weitergeben. Sertralin hemmt gezielt, dass Nervenzellen Serotonin wieder aufnehmen; im Tiermodell verstärkte das die Wirkung des Botenstoffs. Auf die Aufnahme von Noradrenalin und Dopamin hat Sertralin nur sehr schwache Effekte. Wie das bei Antidepressiva insgesamt funktioniert, erklärt die Seite Wie wirken Antidepressiva? [2]
In Studien mit gesunden Freiwilligen zeigte Sertralin keine beruhigende (sedierende) Wirkung und veränderte die psychomotorische Leistungsfähigkeit nicht. Bei Menschen in Behandlung gehört Schläfrigkeit trotzdem zu den sehr häufigen Nebenwirkungen. Ein Missbrauchspotenzial zeigte sich in einer Vergleichsstudie beim Menschen nicht. [1, 2]
Der Wirkstoff wird in der Leber stark abgebaut, unter anderem über die Enzyme CYP3A4, CYP2C19 und CYP2B6. Die höchsten Blutspiegel werden 4,5 bis 8,4 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt im Mittel rund 26 Stunden (22 bis 36 Stunden); einen gleichbleibenden Spiegel erreicht Sertralin nach etwa einer Woche. [2]
Wie sich Sertralin von verwandten Mitteln unterscheidet, zeigen die Vergleiche Sertralin oder Escitalopram, Sertralin oder Fluoxetin und Venlafaxin oder Sertralin.
Wann wirkt Sertralin und wie lange wird behandelt?
Bis sich die Beschwerden bessern, kann es mehrere Wochen dauern. Beenden Sie die Einnahme nicht, bevor Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt. Für die gemeinsame Prüfung, ob die Behandlung wirkt, können Sie Veränderungen im Stimmungstagebuch festhalten; mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1]
- BeginnÜbelkeit ist die am häufigsten berichtete Nebenwirkung. Die Nebenwirkungen hängen von der Dosis ab; häufig verschwinden sie wieder oder bessern sich, wenn die Behandlung weitergeht. Quälende innere Unruhe mit Bewegungsdrang (Akathisie) tritt am ehesten in den ersten Behandlungswochen auf. Bei Panikstörung, sozialer Angststörung und PTBS beginnt die Behandlung mit einer niedrigeren Dosis, die nach einer Woche erhöht wird.[1, 2]
- Erste WirkungLaut Fachinformation kann die Wirkung innerhalb von 7 Tagen einsetzen; ein Ansprechen lässt sich aber meist erst nach einem längeren Zeitraum nachweisen, besonders bei Zwangsstörungen. Laut Packungsbeilage brauchen Antidepressiva gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal länger, bis sie wirken, und es kann mehrere Wochen dauern, bis sich die Beschwerden bessern.[1, 2]
- Wirkung prüfenBei einer Depression soll laut NVL Unipolare Depression ab Erreichen der Standarddosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam beurteilt werden, ob sich die Behandlung in Richtung der vereinbarten Ziele entwickelt. Für ältere Menschen nennt die Leitlinie eine Zeit bis zum Wirkungseintritt von bis zu 6 Wochen.[4]
- ErhaltungLaut Packungsbeilage sollte die Behandlung einer Depression üblicherweise noch 6 Monate nach der Besserung der Beschwerden weitergeführt werden; die Fachinformation nennt eine Behandlung über mindestens 6 Monate, um sicherzustellen, dass die Betroffenen beschwerdefrei sind. Laut NVL soll empfohlen werden, das Antidepressivum 6 bis 12 Monate über das Abklingen der depressiven Episode (Remission) hinaus in gleicher Dosis weiter einzunehmen. Bei Panikstörung und Zwangsstörung wird die Fortsetzung regelmäßig überprüft, weil eine Rückfallvorbeugung bei diesen Erkrankungen laut Fachinformation nicht nachgewiesen ist.[1, 2, 4]
- Rückfall vorbeugenSertralin ist auch zur Verhinderung eines Wiederauftretens der Depression zugelassen. Wer 2 bis 3 oder mehr depressive Episoden und in den letzten 5 Jahren bedeutsame Einschränkungen im Alltag hatte, dem sollte laut NVL empfohlen werden, das Antidepressivum mindestens 2 Jahre lang in der Dosis weiter einzunehmen, die in der Akutbehandlung gewirkt hat.[1, 4]
- AbsetzenDie Behandlung endet nur nach ärztlicher Absprache: Die Dosis wird schrittweise über mehrere Wochen verringert, laut Fachinformation über mehrere Wochen oder Monate, angepasst an die Bedürfnisse der behandelten Person. Am Ende einer Erhaltungstherapie oder einer langfristigen Rückfallvorbeugung (Rezidivprophylaxe) sollte ein Antidepressivum laut NVL über mindestens 8 bis 12 Wochen ausgeschlichen werden, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen. Absetzsymptome sind häufig, besonders nach plötzlichem Absetzen; meist klingen sie innerhalb von 2 Wochen ab, bei einigen Menschen können sie 2 bis 3 Monate oder länger anhalten.[1, 2, 4]
Nebenwirkungen im Blick
Übelkeit wird als häufigste Nebenwirkung berichtet, und häufig bessern sich Nebenwirkungen bei fortdauernder Behandlung. Gewichtszunahme ist häufig, sie kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Sexuelle Funktionsstörungen können in bestimmten Fällen auch nach dem Ende der Behandlung bestehen bleiben. In epidemiologischen Studien, überwiegend mit Menschen ab 50 Jahren, wurde unter SSRI und trizyklischen Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet. Ältere Menschen haben ein höheres Risiko für einen Natriummangel. Beim Beenden der Behandlung sind Absetzsymptome häufig, besonders nach plötzlichem Absetzen; mehr dazu unter Einnahme und Absetzen. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitSehr häufig
- SchlafstörungenSehr häufig
- Unruhe und NervositätHäufig
- GewichtszunahmeHäufig
- Weniger oder veränderte Lust auf SexHäufig
- ErektionsstörungenHäufig
- MundtrockenheitSehr häufig
- Vermehrtes SchwitzenHäufig
- ÜbelkeitSehr häufig
- SchwindelSehr häufig
- ZitternHäufig
- BewegungsstörungenHäufig
- Herzrhythmus und QT-ZeitSelten
- NatriummangelSelten
- AbhängigkeitSelten
- Sitzunruhe (Akathisie)Selten
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Sertralin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Schlaflosigkeit[1, 2]
- Sehr häufig: Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Durchfall, Übelkeit, Mundtrockenheit[1, 2]
- Sehr häufig: Fehlender Samenerguss (Ejakulationsversagen)[1, 2]
- Sehr häufig: Müdigkeit[1, 2]
- Häufig: Erkältung, Halsschmerzen, laufende Nase (Infektion der oberen Atemwege, Pharyngitis, Rhinitis)[1, 2]
- Häufig: Appetitlosigkeit, verstärkter Appetit[1, 2]
- Häufig: Angst, Depression, Erregtheit (Agitiertheit), Nervosität[1, 2]
- Häufig: Vermindertes sexuelles Interesse[1, 2]
- Häufig: Gefühl, sich selbst fremd zu sein (Depersonalisation), Albträume, Zähneknirschen (Bruxismus)[1, 2]
- Häufig: Zittern; Muskelbewegungsprobleme wie übermäßige Bewegung, angespannte Muskeln, Schwierigkeiten beim Gehen, Steifheit, Krämpfe und unwillkürliche Muskelbewegungen (extrapyramidale Beschwerden)[1, 2]
- Häufig: Kribbeln (Parästhesie), verminderte Empfindlichkeit für Berührungsreize, erhöhte Muskelspannung[1, 2]
- Häufig: Aufmerksamkeitsmangel[1, 2]
- Häufig: Veränderter Geschmack[1, 2]
- Häufig: Sehstörungen[1, 2]
- Häufig: Klingeln in den Ohren (Tinnitus)[1, 2]
- Häufig: Herzklopfen (Palpitationen)[1, 2]
- Häufig: Hitzewallung[1, 2]
- Häufig: Gähnen[1, 2]
- Häufig: Magenverstimmung (Dyspepsie), Verstopfung, Bauchschmerzen, Erbrechen, Blähungen[1, 2]
- Häufig: Vermehrtes Schwitzen, Hautausschlag[1, 2]
- Häufig: Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen[1, 2]
- Häufig: Menstruationsstörungen, Erektionsstörungen[1, 2]
- Häufig: Unwohlsein, Brustschmerzen, Schwäche (Asthenie), Fieber[1, 2]
- Häufig: Beim Beenden der Behandlung, vor allem bei plötzlichem Absetzen: Absetzsymptome, am häufigsten Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen wie Kribbeln (Parästhesien), Schlafstörungen (auch Schlaflosigkeit und intensive Träume), Erregtheit oder Angst, Übelkeit oder Erbrechen, Zittern und Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
- Häufig: Verletzung[1, 2]
Alle Nebenwirkungen von Sertralin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Alle Nebenwirkungen von Sertralin nach Häufigkeit, auch die seltenen, finden Sie über die Zeile "Weiterführend" unter den Quellen. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Gewichtszunahme, sexuelle Probleme, Müdigkeit, innere Unruhe (Akathisie), vermehrtes Schwitzen sowie Herz und QT-Zeit.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Wer depressiv ist oder an einer Angststörung leidet, kann manchmal Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein, weil die Wirkung erst nach einiger Zeit einsetzt. Wahrscheinlicher ist das bei Menschen, die solche Gedanken schon früher hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, gehen Sie sofort zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder in ein Krankenhaus. [1]
Laut Packungsbeilage kann es helfen, Angehörigen oder Freunden von der Erkrankung zu erzählen und sie zu bitten, Ihnen zu sagen, wenn sich Ihr Zustand aus ihrer Sicht verschlechtert oder sie sich Sorgen über Veränderungen in Ihrem Verhalten machen. [1]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ändern Sie die Dosis nicht selbst und setzen Sie Sertralin nicht auf eigene Faust ab. Belastende Nebenwirkungen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut NVL sollen Wirkungen und typische Nebenwirkungen aktiv erfragt werden, gerade solche wie sexuelle Funktionsstörungen, die Betroffene eher nicht von sich aus ansprechen. [1, 4]
Spüren Sie eine quälende Unruhe und können nicht ruhig sitzen oder stehen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; eine Dosiserhöhung kann dann schädlich sein. [1, 2]
Ein Natriummangel kann sich durch Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme, Verwirrtheit, Schwäche und Gleichgewichtsstörungen zeigen, die zu Stürzen führen können. Bemerken Sie solche Zeichen, sprechen Sie zeitnah mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [2]
Schläfrigkeit und Schwindelgefühl gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen. Fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, wie Sertralin bei Ihnen wirkt. Beschwerden und Fragen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch vorbereiten. [1]
Kontrollen während der Behandlung
Laut Fachinformation sollte die Behandlung vor allem am Anfang und nach Dosisänderungen ärztlich eng begleitet werden; wer Warfarin, Phenytoin oder Metamizol nimmt, braucht zusätzliche Kontrollen. Für die Behandlung einer Depression empfiehlt die NVL außerdem regelmäßige Untersuchungen von Blutwerten, Blutdruck und Gewicht. Die Zeitpunkte der Leitlinie sind Orientierungswerte, von denen im begründeten Fall abgewichen werden kann. [2, 4]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Befinden, Stimmung und Verhalten | Engmaschig, vor allem zu Beginn der Behandlung und nach Dosisänderungen, bis eine Besserung eintritt[2] |
| Gespräch über Wirkung, Einnahme und Nebenwirkungen | Bei einer Depression laut NVL in den Monaten 1 bis 3 je zweimal (diese Termine auch telefonisch möglich), in den Monaten 4 bis 6 je einmal, danach vierteljährlich[4] |
| Blutbild und Nierenwerte (GFR, berechnet aus dem Kreatinin) | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach halbjährlich; bei langfristig stabilem Verlauf können jährliche Kontrollen ausreichen[4] |
| Leberwerte (Leberenzyme) | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat; bei bedeutsamen Begleiterkrankungen oder vielen weiteren Medikamenten zusätzlich in den Monaten 2 bis 5 und danach vierteljährlich[4] |
| Salze im Blut (Elektrolyte, darunter Natrium) | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach halbjährlich (bei langfristig stabilem Verlauf können jährliche Kontrollen ausreichen). Ältere Menschen und Menschen, die Entwässerungsmittel nehmen, können laut Fachinformation ein höheres Risiko für einen Natriummangel haben[2, 4] |
| Blutdruck und Puls | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat[4] |
| Körpergewicht | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 3. und im 6. Monat, danach vierteljährlich; bei langfristig stabilem Verlauf können seltenere Kontrollen ausreichen[4] |
| EKG (Herzstromkurve) | Bei einer Depression laut NVL vor Beginn und im 1. Monat, wenn ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine solche Erkrankung besteht. Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten bei Herzerkrankungen, niedrigem Kalium- oder Magnesiumwert, verlängerter QT-Zeit in der Familie, langsamem Herzschlag oder gleichzeitiger Einnahme QT-verlängernder Arzneimittel[2, 4] |
| Blutgerinnung bei gleichzeitiger Einnahme von Warfarin | Sorgfältig zu Beginn und am Ende der Behandlung mit Sertralin[2] |
| Phenytoin-Spiegel bei gleichzeitiger Einnahme von Phenytoin | Nach Beginn der Behandlung mit Sertralin; unter Sertralin wurden einige Fälle hoher Phenytoin-Spiegel berichtet[2] |
| Ansprechen oder Sertralin-Spiegel bei gleichzeitiger Einnahme von Metamizol | Metamizol kann den Sertralin-Spiegel senken und die Wirkung abschwächen[2] |
| Blutzucker bei Diabetes | Sertralin kann die Blutzuckereinstellung verändern; Insulin oder Diabetes-Tabletten müssen eventuell angepasst werden[1, 2] |
| Wachstum und Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen | Bei einer Langzeitbehandlung der Zwangsstörung (zugelassen ab 6 Jahren) überwacht die Ärztin oder der Arzt Wachstum und Entwicklung[2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.
Wechselwirkungen
Nicht zusammen mit Sertralin angewendet werden dürfen MAO-Hemmer wie Moclobemid oder Selegilin, das Antibiotikum Linezolid, Methylenblau und das Psychose-Mittel Pimozid. Andere Mittel, die auf Serotonin wirken, etwa Tramadol, Migränemittel aus der Gruppe der Triptane oder Johanniskraut, erhöhen zusammen mit Sertralin das Risiko für ein Serotonin-Syndrom; Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure und blutverdünnende Mittel können das Blutungsrisiko erhöhen. [1, 2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| MAO-Hemmer (Moclobemid, Selegilin), Linezolid, Methylenblau | Gefahr eines Serotonin-Syndroms, das lebensbedrohlich sein kann; bei kurz aufeinanderfolgender Anwendung wurden schwerwiegende Nebenwirkungen beobachtet, darunter Krämpfe und eine Überwärmung des Körpers mit Erscheinungen ähnlich einem malignen neuroleptischen Syndrom[1, 2] | Nicht zusammen anwenden; Wartezeiten beim Wechsel einhalten |
| Pimozid (Mittel gegen Psychosen) | Pimozid-Spiegel stiegen in einer Studie an[1, 2] | Nicht zusammen anwenden |
| Andere serotonerge Mittel: Opioide wie Tramadol und Fentanyl, Amphetamine, Triptane wie Sumatriptan, Johanniskraut, Tryptophan, andere serotonerge Antidepressiva | Risiko eines Serotonin-Syndroms[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen; Amphetamine, Tryptophan und Johanniskraut sollten laut Fachinformation möglichst vermieden werden; bei notwendiger Kombination ärztliche Überwachung |
| Lithium | In einer Studie häufiger Zittern[1, 2] | Ärztliche Überwachung |
| Mittel, die die Blutplättchen beeinflussen oder das Blutungsrisiko erhöhen, z. B. NSAR wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Ticlopidin; Warfarin | Blutungsrisiko kann steigen; unter Warfarin leicht verlängerte Gerinnungszeit[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen; bei Warfarin Gerinnung zu Beginn und Ende der Sertralin-Behandlung kontrollieren lassen |
| Metamizol (Schmerzmittel) | Sertralin-Spiegel kann sinken und die Wirkung nachlassen[1, 2] | Vorsicht; Ansprechen bzw. Wirkstoffspiegel ärztlich überwachen lassen |
| Starke oder mäßige CYP3A4-Hemmer: HIV-Proteasehemmer (z. B. Ritonavir), Ketoconazol, Itraconazol, Posaconazol, Voriconazol, Fluconazol, Clarithromycin, Telithromycin, Erythromycin, Nefazodon, Aprepitant, Verapamil, Diltiazem; außerdem Cimetidin | Sertralin-Spiegel kann steigen[1, 2] | Starke CYP3A4-Hemmer sollten vermieden werden; vorher ärztlich besprechen |
| Phenobarbital, Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskraut | Sertralin-Spiegel kann sinken; unter Sertralin wurden auch hohe Phenytoin-Spiegel berichtet[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen; Phenytoin-Spiegel kontrollieren lassen |
| Flecainid, Propafenon, trizyklische Antidepressiva (z. B. Amitriptylin, Nortriptylin) und typische Psychopharmaka (z. B. Perphenazin, Levomepromazin) | Sertralin kann deren Abbau (über CYP2D6) hemmen, vor allem in höherer Dosis[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Muskelentspannende Narkosemittel wie Mivacurium oder Suxamethonium | Ihre Wirkung kann verlängert sein[1, 2] | Vor einer Narkose die Einnahme von Sertralin angeben |
| Mittel, die das QT-Intervall verlängern (z. B. manche Antipsychotika und Antibiotika) | Höheres Risiko für QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Diazepam, Tolbutamid, Magensäureblocker wie Omeprazol, Lansoprazol, Pantoprazol oder Rabeprazol, Fluoxetin, Fluvoxamin, Olanzapin, Entwässerungsmittel | Die Packungsbeilage nennt diese Mittel unter denen, bei deren Einnahme Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden sollen[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Grapefruitsaft | Sertralin-Spiegel kann deutlich steigen (Ergebnis einer Studie mit gesunden Personen, die täglich Grapefruitsaft tranken)[1, 2] | Nicht zusammen einnehmen |
| Alkohol | Während der Behandlung nicht empfohlen[1, 2] | Auf Alkohol verzichten |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren. Zu Grapefruitsaft und anderen Lebensmitteln: Essen, Trinken und Psychopharmaka; zu Eingriffen: Psychopharmaka vor einer Operation.
Wer Sertralin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Sertralin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Einnahme von MAO-Hemmern (z. B. Selegilin, Moclobemid) oder MAO-Hemmer-ähnlichen Mitteln (z. B. Linezolid): nach Absetzen eines MAO-Hemmers mindestens 2 Wochen warten, nach Absetzen von Sertralin mindestens 1 Woche bis zum Beginn eines MAO-Hemmers[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme von Pimozid (Mittel gegen Psychosen)[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Epilepsie oder Krampfanfälle in der Vorgeschichte[1, 2]
- Manisch-depressive Erkrankung (bipolare Störung) oder Schizophrenie[1, 2]
- Frühere Suizidgedanken sowie junge Erwachsene bis 25 Jahre: höheres Risiko für Suizidgedanken, besonders zu Beginn der Behandlung[1, 2]
- Niedriger Natriumwert im Blut, Einnahme bestimmter Blutdruckmittel und höheres Alter: Risiko für einen niedrigen Natriumspiegel[1, 2]
- Lebererkrankung: Die Ärztin oder der Arzt kann eine geringere Dosis festlegen; bei schwerer Leberfunktionsstörung sollte Sertralin laut Fachinformation nicht angewendet werden[1, 2]
- Diabetes: Blutzuckerwerte können sich verändern, Diabetesmittel müssen eventuell angepasst werden[1, 2]
- Blutungsstörungen in der Vorgeschichte, Schwangerschaft oder Einnahme blutverdünnender Mittel wie Acetylsalicylsäure oder Warfarin[1, 2]
- Herzerkrankung, verlängertes QT-Intervall im EKG (auch in der Familie), niedrige Kalium- oder Magnesiumwerte, niedrige Herzfrequenz oder gleichzeitige Einnahme QT-verlängernder Arzneimittel[1, 2]
- Erhöhter Augeninnendruck (bestimmte Arten eines Glaukoms) und Elektrokrampftherapie[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nur bei Zwangsstörung; erhöhtes Risiko für Suizidversuche, suizidale Gedanken und Feindseligkeit[1, 2]
- Sexuelle Funktionsstörungen können in bestimmten Fällen nach Ende der Behandlung bestehen bleiben[1, 2]
- Bei Patienten unter Arzneimitteln dieser Gruppe wurde ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet[1, 2]
- Urintests auf Arzneimittel können auch noch einige Tage nach dem Absetzen falsch positiv für Benzodiazepine ausfallen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Bei gesunden Menschen verstärkte Sertralin die Wirkung von Alkohol auf Denk- und Reaktionsvermögen nicht. Die Fachinformation empfiehlt Alkohol während der Behandlung trotzdem nicht, die Packungsbeilage rät zum Verzicht. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]
Ob Sie in der Anfangszeit und nach einer Dosisänderung Auto fahren können, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
Embryotox zählt Sertralin zu den Antidepressiva der Wahl bei medikamentös behandlungsbedürftiger Depression in der Schwangerschaft und ebenso in der Stillzeit. [3] Allgemeines dazu unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit.
In einer Studie beim Menschen zeigte Sertralin kein Missbrauchspotenzial. Unter den seltenen Nebenwirkungen nennt die Packungsbeilage eine Arzneimittelabhängigkeit (bis zu 1 von 1.000 Behandelten). Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig? [1, 2]
Schwangerschaft
Laut Packungsbeilage liegen keine ausreichenden Daten zur Sicherheit von Sertralin in der Schwangerschaft vor; laut Fachinformation wurden kontrollierte Studien bei Schwangeren nicht durchgeführt, eine umfangreiche Datenlage liefert aber keine Hinweise, dass Sertralin zu angeborenen Fehlbildungen führt. Sertralin wird nur gegeben, wenn der Nutzen nach ärztlichem Ermessen größer ist als das mögliche Risiko für das Kind. Gegen Ende der Schwangerschaft kann das Risiko für schwere vaginale Blutungen kurz nach der Geburt erhöht sein. Arzneimittel wie Sertralin können, vor allem in den letzten 3 Monaten eingenommen, beim Neugeborenen einen erhöhten Blutdruck in der Lunge (PPHN) verursachen, erkennbar an schneller Atmung und Blaufärbung der Haut, die normalerweise in den ersten 24 Stunden nach der Geburt beginnen; informieren Sie dann sofort Hebamme, Ärztin oder Arzt. Weitere mögliche Beschwerden des Neugeborenen sind unter anderem Atemprobleme, Probleme beim Füttern, Zittern, Krampfanfälle und niedrige Blutzuckerwerte; informieren Sie dann Ärztin, Arzt oder Hebamme.[1, 2]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an und zählt Sertralin zu den Antidepressiva der Wahl bei medikamentös behandlungsbedürftiger Depression in der Schwangerschaft; eine stabil eingestellte Patientin sollte ihre Medikation laut Embryotox unverändert fortsetzen. Bei Einnahme bis zur Geburt sind Anpassungsstörungen beim Neugeborenen möglich; die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen. Geeignetere Mittel nennt Embryotox für die Schwangerschaft nicht.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Sertralin geht in die Muttermilch über und sollte in der Stillzeit nur angewendet werden, wenn der Nutzen nach ärztlichem Ermessen größer ist als das mögliche Risiko für den Säugling.[1, 2]
Laut Embryotox gibt es sehr umfangreiche Erfahrungen mit etwa 300 stillenden Müttern bzw. Mutter-Kind-Paaren, die Sertralin eingenommen haben. Embryotox zählt Sertralin zu den Antidepressiva der Wahl in der Stillzeit; bei den meisten gestillten Kindern wurden keine unerwünschten Wirkungen beobachtet. Treten beim gestillten Kind anders nicht erklärbare Beschwerden wie Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollte es laut Embryotox in einer kinderärztlichen Praxis vorgestellt werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Einnahme sollte auf Alkohol verzichtet werden.[1]
Autofahren und Maschinen
Psychopharmaka wie Sertralin können die Fähigkeit beeinträchtigen, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen. Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, solange Sie nicht wissen, wie sich das Arzneimittel bei Ihnen auswirkt.[1, 2]
Anwendung
Einmal täglich morgens oder abends einnehmen, zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon. Nicht zusammen mit Grapefruitsaft einnehmen.[1]
Einnahme vergessen: die versäumte Dosis nicht nachholen und nicht die doppelte Menge nehmen, sondern die nächste Dosis zum üblichen Zeitpunkt.[1]
Absetzen
Beenden Sie die Einnahme erst, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt; die Dosis wird über mehrere Wochen schrittweise verringert. Nach plötzlichem Absetzen können Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen, Schlafstörungen, Erregtheit oder Angst, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Zittern auftreten. Absetzreaktionen sind meist leicht bis mäßig und klingen in der Regel innerhalb von 2 Wochen ab, können bei einigen Menschen aber schwerwiegend sein oder 2 bis 3 Monate und länger anhalten.[1, 2]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen und die Packung mitnehmen. Mögliche Zeichen sind unter anderem Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen, schneller Herzschlag, Zittern, Erregtheit, Schwindelgefühl und in seltenen Fällen Bewusstlosigkeit.[1]
Einnahme und Absetzen
Beenden Sie die Einnahme erst, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt. Absetzsymptome beginnen normalerweise in den ersten Tagen nach dem Absetzen, in sehr seltenen Fällen traten sie schon nach einer versehentlich ausgelassenen Dosis auf. Am häufigsten berichtet werden Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen wie Kribbeln, Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit und intensive Träume, Erregtheit oder Angst, Übelkeit oder Erbrechen, Zittern und Kopfschmerzen. Im Allgemeinen sind sie leicht bis mäßig, bei einigen Menschen aber schwer. [1, 2]
Treten beim Verringern oder nach dem Absetzen stark belastende Absetzsymptome auf, sollte laut Fachinformation erwogen werden, wieder die zuletzt verordnete Dosis zu nehmen und sie danach nach ärztlicher Anweisung in kleineren Schritten zu verringern. Die NVL ordnet das Risiko für Absetzsymptome bei Sertralin als moderat ein. Sie nennt Sertralin außerdem unter den Antidepressiva, die mit Stand 2021 auch als Tropfen vorlagen; weil sich das häufig ändert, empfiehlt die Leitlinie die Rücksprache mit der Apotheke. Ausführlich: Antidepressiva absetzen und Absetzsymptome. [2, 4]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt Anfangs- und Höchstdosis getrennt nach Erkrankung und Alter. Für Leber- oder Nierenprobleme verweist sie auf die Anweisungen der Ärztin oder des Arztes. [1]
Präparate mit Sertralin
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Sertralin-ratiopharm | ratiopharm GmbH | Filmtabletten 50 und 100 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Zoloft | verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Sertralin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox: Sertralin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Kurzfassung, Version 3.2. NVL-Programm von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 22.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Sertralin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Ab wann wirkt Sertralin?
Laut Fachinformation kann die Wirkung innerhalb von 7 Tagen einsetzen, ein Ansprechen lässt sich aber meist erst nach längerer Zeit nachweisen, bei Zwangsstörungen besonders. Die Packungsbeilage rechnet bei Antidepressiva gewöhnlich mit etwa zwei Wochen, manchmal länger, und es kann mehrere Wochen dauern, bis sich die Beschwerden bessern. Bei einer Depression soll laut NVL nach Erreichen der üblichen Dosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam geprüft werden, ob die Behandlung wirkt.
Kann man mit Sertralin zunehmen?
Ja, Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, sie kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Ebenfalls häufig sind verstärkter Appetit und Appetitlosigkeit, eine Gewichtsabnahme ist gelegentlich. Für die Behandlung einer Depression empfiehlt die NVL, das Körpergewicht vor Beginn und im Verlauf zu kontrollieren. Sprechen Sie Veränderungen bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an.
Wie hoch ist die Dosis von Sertralin?
Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Was die Packungsbeilage je nach Erkrankung und Alter als Anfangs- und Höchstdosis nennt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Macht Sertralin müde?
Das ist möglich: Schläfrigkeit und Müdigkeit gehören laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, sie können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Ebenso sehr häufig ist Schlaflosigkeit. Die Nebenwirkungen hängen von der Dosis ab und bessern sich häufig bei fortdauernder Behandlung. Fahren Sie erst Auto, wenn Sie wissen, wie Sertralin bei Ihnen wirkt.
Wie setzt man Sertralin ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Die Dosis wird schrittweise über mehrere Wochen verringert, laut Fachinformation über mehrere Wochen oder Monate, je nach Bedarf. Beim Beenden sind Absetzsymptome häufig, etwa Schwindelgefühl, Kribbeln, Schlafstörungen, Unruhe, Übelkeit, Zittern und Kopfschmerzen. Sie klingen meist innerhalb von 2 Wochen ab, können bei einigen Menschen aber 2 bis 3 Monate oder länger anhalten.
Darf ich mit Sertralin Alkohol trinken?
Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Einnahme auf Alkohol verzichten. Bei gesunden Menschen verstärkte Sertralin die Wirkung von Alkohol auf Denk- und Reaktionsvermögen nicht; die Fachinformation empfiehlt Alkohol während der Behandlung trotzdem nicht.
Darf ich Sertralin in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage wird Sertralin in der Schwangerschaft nur gegeben, wenn der Nutzen nach ärztlichem Ermessen größer ist als das mögliche Risiko für das Kind. Embryotox zählt Sertralin zu den Antidepressiva der Wahl bei behandlungsbedürftiger Depression in der Schwangerschaft; eine stabil eingestellte Patientin sollte ihre Medikation laut Embryotox unverändert fortsetzen. Setzen Sie Sertralin nicht selbst ab, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten.
Kann Sertralin die Lust auf Sex verringern?
Ja, vermindertes sexuelles Interesse ist laut Packungsbeilage häufig, ebenso Erektionsstörungen; ein fehlender Samenerguss ist sehr häufig. In bestimmten Fällen blieben sexuelle Probleme nach dem Ende der Behandlung bestehen. Sprechen Sie solche Beschwerden bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an; laut NVL sollen Wirkungen und typische Nebenwirkungen aktiv erfragt werden, ausdrücklich auch sexuelle Funktionsstörungen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu