MedikamenteWirkstoff

Escitalopram

Escitalopram ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), zugelassen bei Depression, Panikstörung, sozialer Angststörung, generalisierter Angststörung und Zwangsstörung. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Cipralex. Bis zum Ansprechen vergehen bei einer Depression in der Regel 2 bis 4 Wochen; abgesetzt wird Escitalopram nur nach ärztlicher Absprache und schrittweise.

Frau Anfang dreißig mit indigoblauem Schal sitzt morgens auf einer Holzbank in einem ruhigen Park
Bild: KI-generiert

Wofür wird Escitalopram eingesetzt?

Escitalopram ist zur Behandlung von Depressionen (Episoden einer Major Depression) zugelassen. Weitere Anwendungsgebiete sind die Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie, die soziale Angststörung (soziale Phobie), die generalisierte Angststörung und die Zwangsstörung. [1, 2]

Die soziale Angststörung ist laut Fachinformation ein eindeutig bestimmtes Krankheitsbild, das nicht mit übermäßiger Schüchternheit verwechselt werden darf. Eine Behandlung mit Medikamenten ist dort nur angezeigt, wenn die Erkrankung berufliche und soziale Aktivitäten deutlich beeinträchtigt, und sie ist Teil einer umfassenden Behandlungsstrategie. Bei älteren Menschen wurde die Wirksamkeit bei sozialer Angststörung nicht untersucht. [2]

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Escitalopram laut Fachinformation nicht angewendet werden, laut Packungsbeilage normalerweise nicht. In klinischen Studien zeigten Kinder und Jugendliche unter Antidepressiva häufiger suizidales Verhalten und Feindseligkeit als unter einem Scheinmedikament (Placebo), und Langzeitdaten zu Wachstum, Reifung und Entwicklung fehlen. Mehr dazu unter Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen. [1, 2]

Wie wirkt Escitalopram?

Escitalopram gehört zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI), einer Gruppe der Antidepressiva. Serotonin ist ein Botenstoff, über den Nervenzellen Signale weitergeben. Escitalopram hemmt gezielt, dass Nervenzellen Serotonin wieder aufnehmen; an eine Reihe anderer Andockstellen (Rezeptoren) bindet es nicht oder nur sehr schwach. Laut Fachinformation lassen sich seine Wirkungen allein über die Hemmung der Serotonin-Wiederaufnahme erklären. [2]

Escitalopram ist mit Citalopram verwandt: Citalopram ist ein Gemisch aus zwei spiegelbildlichen Formen, von denen eine Escitalopram ist. Wie sich beide Wirkstoffe unterscheiden, zeigt der Vergleich Citalopram oder Escitalopram; einen weiteren Vergleich gibt es zu Sertralin oder Escitalopram. Wie Antidepressiva insgesamt wirken, erklärt die Seite Wie wirken Antidepressiva? [3]

Bei regelmäßiger Einnahme werden die höchsten Spiegel im Blut im Mittel nach 4 Stunden erreicht. Escitalopram wird in der Leber abgebaut, hauptsächlich über das Enzym CYP2C19; möglich ist auch eine gewisse Beteiligung von CYP3A4 und CYP2D6. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt etwa 30 Stunden, und ein gleichbleibender Spiegel stellt sich etwa innerhalb einer Woche ein. Ältere Menschen scheiden Escitalopram anscheinend langsamer aus. Bei Menschen, deren CYP2C19 nur eingeschränkt arbeitet, waren die Spiegel doppelt so hoch wie bei Menschen mit hoher Abbaurate. [2]

Wann wirkt Escitalopram und wie lange wird behandelt?

Laut Packungsbeilage kann es einige Wochen dauern, bis Sie anfangen, sich besser zu fühlen. Setzen Sie die Einnahme fort, auch wenn bis zur Besserung einige Zeit vergeht, und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie sich nicht besser oder sogar schlechter fühlen. [1]

Wenn Sie die Behandlung zu früh beenden, können die Krankheitszeichen laut Packungsbeilage wiederkehren. Wie lange Sie Escitalopram nehmen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Veränderungen können Sie dafür im Stimmungstagebuch festhalten. Mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? und zu den ersten Wochen unter Die ersten Wochen mit einem Psychopharmakon. [1]

  1. BeginnNebenwirkungen treten laut Fachinformation am häufigsten in der ersten oder zweiten Behandlungswoche auf und nehmen bei fortgesetzter Behandlung normalerweise an Stärke und Häufigkeit ab. Quälende innere Unruhe mit Bewegungsdrang (Akathisie) ist in den ersten Behandlungswochen am wahrscheinlichsten. Bei einer Panikstörung können zu Beginn verstärkte Angstsymptome auftreten, die meistens innerhalb von zwei Wochen weiterer Behandlung von selbst abklingen; deshalb beginnt die Behandlung dort mit einer niedrigeren Dosis, ebenso bei Menschen über 65 Jahre, bei leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung und bei bekannt verringerter Verstoffwechselung über das Enzym CYP2C19.[2]
  2. Erste WirkungBei einer Depression sind laut Fachinformation bis zum Ansprechen in der Regel 2 bis 4 Wochen erforderlich, bei der sozialen Angststörung bis zur Besserung ebenfalls in der Regel 2 bis 4 Wochen; bei der Panikstörung wird das Wirkungsmaximum nach etwa 3 Monaten erreicht. Laut Packungsbeilage kann es einige Wochen dauern, bis Sie anfangen, sich besser zu fühlen.[1, 2]
  3. Wirkung prüfenBei einer Depression soll laut NVL Unipolare Depression ab Erreichen der Standarddosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam beurteilt werden, ob sich die Behandlung in Richtung der vereinbarten Ziele entwickelt. Für ältere Menschen nennt die Leitlinie eine Zeit bis zum Wirkungseintritt von bis zu 6 Wochen.[5]
  4. ErhaltungNach Rückbildung der Beschwerden einer Depression ist laut Fachinformation eine Behandlung über mindestens 6 Monate notwendig, um den Erfolg zu sichern; laut NVL soll empfohlen werden, das Antidepressivum 6 bis 12 Monate über das Abklingen der depressiven Episode (Remission) hinaus in gleicher Dosis weiter einzunehmen. Die Panikstörung wird laut Fachinformation mehrere Monate behandelt, bei der sozialen Angststörung wird eine Behandlung über 12 Wochen empfohlen; bei generalisierter Angststörung und Zwangsstörung werden Nutzen und Dosis in regelmäßigen Abständen überprüft.[2, 5]
  5. Rückfall vorbeugenLaut NVL Unipolare Depression sollte Menschen mit 2 bis 3 oder mehr depressiven Episoden und bedeutsamen Einschränkungen im Alltag in den letzten 5 Jahren empfohlen werden, das Antidepressivum mindestens 2 Jahre lang zur langfristigen Rückfallvorbeugung (Rezidivprophylaxe) in der Dosis weiter einzunehmen, die in der Akutbehandlung gewirkt hat. Diese Empfehlung gilt für Antidepressiva allgemein. Die Fachinformation nennt die Vorbeugung neuer depressiver Episoden für Escitalopram nicht als eigenes Anwendungsgebiet.[2, 5]
  6. AbsetzenDie Behandlung endet nur nach ärztlicher Absprache. Laut Fachinformation sollte ein plötzlicher Abbruch vermieden und die Dosis über mindestens ein bis zwei Wochen schrittweise verringert werden; ratsam ist eine Verringerung über mehrere Wochen oder Monate, angepasst an die Bedürfnisse der behandelten Person. Am Ende einer Erhaltungstherapie oder einer langfristigen Rückfallvorbeugung (Rezidivprophylaxe) sollte ein Antidepressivum laut NVL über mindestens 8 bis 12 Wochen ausgeschlichen werden, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen. Absetzsymptome sind häufig, besonders bei plötzlichem Abbruch; sie klingen im Allgemeinen innerhalb von zwei Wochen ab, bei einigen Menschen bleiben sie 2 bis 3 Monate oder länger bestehen.[1, 2, 5]

Nebenwirkungen im Blick

Laut Packungsbeilage klingen die Nebenwirkungen gewöhnlich nach wenigen Behandlungswochen ab; viele dieser Beschwerden können auch von der Erkrankung kommen und klingen dann ab, wenn Sie sich besser fühlen. Die Häufigkeiten stammen laut Fachinformation aus klinischen Studien und sind nicht um die Werte unter Placebo bereinigt. [1, 2]

Gewichtszunahme ist häufig. Störungen der Sexualfunktion können auftreten und blieben in bestimmten Fällen nach dem Ende der Behandlung bestehen. In epidemiologischen Studien, überwiegend mit Menschen ab 50 Jahren, wurde unter SSRI und trizyklischen Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet. Ein zu niedriger Natriumwert im Blut ist unter SSRI selten beschrieben; Vorsicht gilt laut Fachinformation bei älteren Menschen, bei Leberzirrhose und bei anderen Mitteln, die einen Natriummangel verursachen können. Beim Beenden der Behandlung sind Absetzsymptome häufig; mehr dazu unter Einnahme und Absetzen. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Escitalopram nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Übelkeit (Unwohlsein)[1, 2]
  • Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Verstopfte oder laufende Nase (Sinusitis)[1, 2]
  • Häufig: Gähnen[1, 2]
  • Häufig: Verminderter oder gesteigerter Appetit[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
  • Häufig: Angst, Ruhelosigkeit und ungewöhnliche (anormale) Träume[1, 2]
  • Häufig: Einschlafschwierigkeiten (Schlaflosigkeit) und Schläfrigkeit[1, 2]
  • Häufig: Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Zittern (Tremor)[1, 2]
  • Häufig: Kribbeln der Haut (Parästhesie)[1, 2]
  • Häufig: Durchfall, Verstopfung, Erbrechen und Mundtrockenheit[1, 2]
  • Häufig: Vermehrtes Schwitzen[1, 2]
  • Häufig: Muskel- und Gelenkschmerzen (Myalgie und Arthralgie)[1, 2]
  • Häufig: Störungen der Sexualfunktion: verzögerter Samenerguss (Ejakulationsstörungen), Erektionsstörungen, weniger sexuelles Interesse (verringerte Libido) und bei Frauen Orgasmusstörungen[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeit und Fieber[1, 2]

Alle Nebenwirkungen von Escitalopram nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Was Angaben wie "häufig" oder "gelegentlich" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Gewichtszunahme, sexuelle Probleme, Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen, innere Unruhe (Akathisie), Natriummangel, erhöhtes Prolaktin sowie Herz und QT-Zeit.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Wer depressiv ist oder an einer Angststörung leidet, kann manchmal Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein, weil diese Mittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger. Wahrscheinlicher ist das bei Menschen, die solche Gedanken schon früher hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, gehen Sie sofort zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder in ein Krankenhaus. [1]

Laut Packungsbeilage kann es hilfreich sein, einer Freundin, einem Freund oder Angehörigen von der Depression oder Angststörung zu erzählen und sie zu bitten, Ihnen zu sagen, wenn sich Ihre Beschwerden aus ihrer Sicht verschlimmern oder wenn sie sich Sorgen über Veränderungen in Ihrem Verhalten machen. Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten. [1]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau und Mann in den Dreißigern gehen am Nachmittag nebeneinander auf einem Uferweg an einem See und unterhalten sich
Bild: KI-generiert

Verändern Sie die Dosis nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen, und setzen Sie Escitalopram nicht auf eigene Faust ab. Bei der Behandlung einer Depression sollen laut NVL Wirkungen und typische Nebenwirkungen aktiv erfragt werden, gerade solche wie sexuelle Funktionsstörungen, die Betroffene eher nicht von sich aus ansprechen. [1, 5]

Ruhelosigkeit oder Schwierigkeiten, still zu sitzen oder still zu stehen, können in den ersten Behandlungswochen auftreten; teilen Sie das Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sofort mit. Laut Fachinformation kann eine Dosiserhöhung dann nachteilig sein. [1, 2]

Unwohlsein mit Muskelschwäche oder Verwirrtheit können Anzeichen eines zu niedrigen Natriumwerts im Blut sein; sprechen Sie dann zeitnah mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei ungewöhnlichen Blutungen, auch im Magen-Darm-Trakt, oder bei gelblicher Verfärbung von Haut und Augenweiß benachrichtigen Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder begeben sich direkt in ein Krankenhaus. [1]

Schlucken Sie die Tabletten mit ausreichend Wasser und kauen Sie sie nicht, weil sie bitter schmecken. Beschwerden, Stimmung und Schlaf können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten. [1]

Kontrollen während der Behandlung

Escitalopram kann eine dosisabhängige Verlängerung des QT-Intervalls verursachen. Das QT-Intervall ist ein Abschnitt der elektrischen Herzaktivität, der im EKG (Herzstromkurve) zu sehen ist. Seit der Markteinführung wurden Verlängerungen des QT-Intervalls und Herzrhythmusstörungen der Herzkammern berichtet, auch die lebensbedrohliche Form Torsade de Pointes, überwiegend bei Frauen, bei niedrigem Kaliumwert, bei schon verlängertem QT-Intervall oder bei anderen Herzerkrankungen. [1, 2]

Bei der Behandlung einer Depression soll das Monitoring laut NVL nach einer Tabelle der Leitlinie erfolgen, zu der bei Escitalopram ein EKG vor Beginn und im ersten Monat gehört. Die Zeitpunkte der Tabelle sind Orientierungswerte, von denen im begründeten Fall abgewichen werden kann. [5]

Kontrolluntersuchungen bei Escitalopram
UntersuchungWann oder warum
Befinden, Stimmung und VerhaltenEngmaschig, vor allem zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen, bis eine Besserung eintritt; besonders sorgfältig bei suizidalem Verhalten in der Vorgeschichte oder ausgeprägten Suizidabsichten vor Beginn der Behandlung. Dasselbe gilt bei der Behandlung anderer psychischer Erkrankungen[2]
Gespräch über Wirkung, Einnahme und NebenwirkungenBei einer Depression laut NVL in den Monaten 1 bis 3 je zweimal (diese Termine auch telefonisch möglich), in den Monaten 4 bis 6 je einmal, danach vierteljährlich[5]
EKG (Herzstromkurve)Bei einer Depression laut NVL für Escitalopram vor Beginn und im 1. Monat. Laut Fachinformation sollte bei stabilen Herzerkrankungen vor Beginn ein EKG erwogen werden; treten Zeichen von Herzrhythmusstörungen auf, sieht sie das Absetzen von Escitalopram und ein EKG vor[2, 5]
Kalium und Magnesium im BlutEin Mangel an Kalium oder Magnesium erhöht das Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen und muss laut Fachinformation vor Beginn der Behandlung ausgeglichen werden[2]
Blutbild und Nierenwerte (GFR, berechnet aus dem Kreatinin)Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach halbjährlich; bei langfristig stabilem Verlauf können jährliche Kontrollen ausreichen[5]
Leberwerte (Leberenzyme)Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat; bei bedeutsamen Begleiterkrankungen oder vielen weiteren Medikamenten zusätzlich in den Monaten 2 bis 5 und danach vierteljährlich[5]
Salze im Blut (Elektrolyte, darunter Natrium)Bei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach halbjährlich (bei langfristig stabilem Verlauf können jährliche Kontrollen ausreichen). Ein Natriummangel ist laut Fachinformation unter SSRI selten beschrieben; Vorsicht gilt bei älteren Menschen, bei Leberzirrhose und bei Einnahme anderer Mittel, die einen Natriummangel verursachen können[2, 5]
Blutdruck und PulsBei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 1. und im 6. Monat[5]
KörpergewichtBei einer Depression laut NVL vor Beginn, im 3. und im 6. Monat, danach vierteljährlich; bei langfristig stabilem Verlauf können seltenere Kontrollen ausreichen[5]
Blutzucker bei DiabetesEine Behandlung mit SSRI kann die Zuckerwerte verändern, nach unten oder nach oben; Insulin oder Diabetes-Tabletten müssen eventuell angepasst werden[2]
Anfälle bei EpilepsieBei gut eingestellter Epilepsie engmaschige Überwachung; treten Krampfanfälle erstmals auf oder werden sie häufiger, sieht die Fachinformation das Absetzen von Escitalopram vor[2]
Blutgerinnung bei gleichzeitiger Einnahme von Gerinnungshemmern zum EinnehmenSorgfältige Überwachung der Gerinnung bei Beginn und bei Beendigung der Behandlung mit Escitalopram[2]
Neugeborenes nach Einnahme bis in die späte SchwangerschaftDas Neugeborene sollte beobachtet werden, wenn Escitalopram bis in spätere Stadien der Schwangerschaft, besonders bis ins letzte Drittel, eingenommen wurde[2]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung; mehr zum Herzrhythmus unter Herz und QT-Zeit.

Wechselwirkungen

Wegen der Gefahr eines Serotonin-Syndroms darf Escitalopram nicht zusammen mit nicht selektiven, irreversiblen MAO-Hemmern wie Tranylcypromin angewendet werden, ebenso nicht mit dem Antidepressivum Moclobemid und dem Antibiotikum Linezolid. Laut Packungsbeilage darf Escitalopram auch nicht zusammen mit dem Parkinsonmittel Selegilin eingenommen werden, das zu den MAO-Hemmern gehört; die Fachinformation nennt für Selegilin wegen eines möglichen Serotonin-Syndroms Vorsicht. Ebenfalls nicht erlaubt sind Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern, darunter Mittel gegen Herzrhythmusstörungen der Klassen IA und III, Antipsychotika wie Pimozid oder Haloperidol, trizyklische Antidepressiva, bestimmte Mittel gegen Infektionen und Malaria sowie bestimmte Antihistaminika wie Hydroxyzin. [1, 2]

Zusammen mit anderen Mitteln, die auf Serotonin wirken, etwa Triptanen gegen Migräne oder Opioiden wie Tramadol, kann ein Serotonin-Syndrom entstehen. Mit Lithium und Tryptophan wurden Wirkungsverstärkungen berichtet, und Johanniskraut kann Nebenwirkungen häufiger machen. Schmerzmittel wie Ibuprofen und Acetylsalicylsäure können die Blutungsneigung verstärken. Magensäurehemmer wie Omeprazol, das Pilzmittel Fluconazol und das Antidepressivum Fluvoxamin können den Escitalopram-Spiegel erhöhen. [1, 2]

Wechselwirkungen von Escitalopram
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Nicht selektive, irreversible MAO-Hemmer (Phenelzin, Iproniazid, Isocarboxazid, Nialamid, Tranylcypromin)Schwerwiegende Nebenwirkungen bis zum Serotonin-Syndrom[1, 2]Nicht kombinieren; nach dem Ende eines solchen MAO-Hemmers 14 Tage bis zum Beginn mit Escitalopram warten, nach dem Ende von Escitalopram mindestens 7 Tage bis zum MAO-Hemmer
Moclobemid, Linezolid und SelegilinErhöhtes Risiko für ein Serotonin-Syndrom und andere Nebenwirkungen[1, 2]Laut Packungsbeilage nicht gleichzeitig einnehmen
Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern: Antiarrhythmika der Klassen IA und III, Antipsychotika (z. B. Phenothiazin-Derivate, Pimozid, Haloperidol), trizyklische Antidepressiva, bestimmte Antibiotika und Antiinfektiva (z. B. Sparfloxacin, Moxifloxacin, Erythromycin als Infusion, Pentamidin, Halofantrin) und bestimmte Antihistaminika (Astemizol, Hydroxyzin, Mizolastin)Die Wirkungen auf den Herzrhythmus können sich addieren[1, 2]Gleichzeitige Einnahme nicht erlaubt
Triptane gegen Migräne (z. B. Sumatriptan), Opioide (z. B. Tramadol), Tryptophan und LithiumErhöhtes Risiko für Nebenwirkungen bis zum Serotonin-Syndrom; bei Lithium und Tryptophan wurden Wirkungsverstärkungen berichtet[1, 2]Nur nach ärztlicher Rücksprache und mit Vorsicht kombinieren
Johanniskraut (Hypericum perforatum)Nebenwirkungen können häufiger auftreten[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Acetylsalicylsäure, NSAR (z. B. Ibuprofen), Dipyridamol, Ticlopidin sowie Mittel zur Blutverdünnung wie Warfarin und PhenprocoumonBlutungsneigung kann zunehmen; die Blutgerinnung kann sich verändern[1, 2]Bei Blutverdünnern kontrolliert die Ärztin oder der Arzt die Gerinnung zu Beginn und am Ende der Behandlung mit Escitalopram
Arzneimittel, welche die Krampfschwelle senken, z. B. Mefloquin (gegen Malaria), Bupropion, Tramadol, Neuroleptika und andere Antidepressiva (trizyklische Antidepressiva, SSRI)Krampfanfälle werden wahrscheinlicher[1, 2]Vorsicht; vorher Rücksprache halten
Cimetidin, Omeprazol, Esomeprazol und Lansoprazol (gegen Magengeschwüre), Fluconazol (gegen Pilzinfektionen), Fluvoxamin (Antidepressivum), TiclopidinDer Blutspiegel von Escitalopram kann steigen[1, 2]Vorsicht; die Dosis von Escitalopram muss eventuell verringert werden
Flecainid, Propafenon und Metoprolol (Herz-Kreislauf-Mittel), Desipramin, Clomipramin und Nortriptylin (Antidepressiva), Risperidon, Thioridazin und Haloperidol (Antipsychotika)Escitalopram hemmt das Enzym CYP2D6, über das diese Mittel abgebaut werden; bei Desipramin und Metoprolol stieg der Blutspiegel deutlich an[1, 2]Eine Anpassung der Dosierung kann nötig sein
Arzneimittel, die den Kalium- oder Magnesiumspiegel im Blut senkenHöheres Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen[1, 2]Vorsicht; laut Fachinformation Kalium- oder Magnesiummangel vor Beginn der Behandlung ausgleichen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; zu Eingriffen unter Psychopharmaka vor einer Operation.

Wer Escitalopram nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Escitalopram oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern wegen der Gefahr eines Serotonin-Syndroms: nicht selektive, irreversible MAO-Hemmer, Moclobemid (gegen Depressionen) und das Antibiotikum Linezolid; die Packungsbeilage nennt hier auch Selegilin (gegen Parkinson)[1, 2]
  • Angeborene Herzrhythmusstörungen (angeborenes Long-QT-Syndrom), bekannte Verlängerung des QT-Intervalls oder frühere Episoden von Herzrhythmusstörungen im EKG[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln gegen Herzrhythmusstörungen oder von Arzneimitteln, die den Herzrhythmus beeinflussen beziehungsweise das QT-Intervall verlängern können (siehe Wechselwirkungen)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Epilepsie: Die Behandlung sollte beendet werden, wenn Krampfanfälle erstmals auftreten oder häufiger werden; bei instabiler Epilepsie sollen SSRI laut Fachinformation nicht angewendet werden[1, 2]
  • Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion: Die Ärztin oder der Arzt passt eventuell die Dosis an[1, 2]
  • Diabetes: Die Blutzuckerwerte können sich verändern; die Dosis von Insulin oder Tabletten gegen Diabetes muss möglicherweise angepasst werden[1, 2]
  • Erniedrigter Natriumwert im Blut; laut Fachinformation besonders bei älteren Menschen, bei Leberzirrhose oder bei gleichzeitiger Einnahme anderer Mittel, die den Natriumwert senken können[1, 2]
  • Verstärkte Neigung zu Blutungen oder Blutergüssen; auch in der Schwangerschaft[1, 2]
  • Geplante oder laufende Elektrokrampftherapie[1, 2]
  • Koronare Herzerkrankung, Störungen der Herzfunktion oder ein kurz zurückliegender Herzinfarkt[1, 2]
  • Niedriger Ruhepuls oder Salzverlust durch länger andauernden, starken Durchfall und Erbrechen oder durch Entwässerungstabletten (Diuretika)[1, 2]
  • Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, Ohnmacht, Kollaps oder Schwindel beim Aufstehen, das kann auf eine gestörte Herzschlagfrequenz hinweisen[1]
  • Augenprobleme, etwa bestimmte Formen des grünen Stars (Glaukom, erhöhter Augeninnendruck); laut Fachinformation kann sich durch die Pupillenerweiterung ein Engwinkelglaukom entwickeln[1, 2]
  • Manisch-depressive Erkrankung oder frühere Manie: Eine manische Phase ist möglich[1, 2]
  • Junge Erwachsene bis 25 Jahre und Menschen, die schon früher Suizidgedanken hatten: höheres Risiko für Suizidgedanken und suizidales Verhalten, besonders zu Beginn der Behandlung[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Escitalopram sollte normalerweise nicht angewendet werden; in Studien traten bei Kindern und Jugendlichen unter Antidepressiva häufiger Suizidversuche, Suizidgedanken und Feindseligkeit auf als unter Placebo[1, 2]
  • Störungen der Sexualfunktion können in bestimmten Fällen auch nach dem Ende der Behandlung bestehen bleiben[1, 2]
  • Bei Behandelten mit Arzneimitteln dieser Gruppe wurde ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet; laut Fachinformation in Studien, an denen überwiegend Menschen ab 50 Jahren teilnahmen[1, 2]
  • Panikstörung: Zu Beginn der Behandlung können die Angstbeschwerden zunächst zunehmen; laut Fachinformation klingt diese Reaktion meistens innerhalb von zwei Wochen ab[2]

Für Menschen über 65 Jahre, bei leichter bis mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion und bei bekannt verringertem Abbau über das Enzym CYP2C19 sieht die Fachinformation eine niedrigere Anfangsdosis vor; die Angaben der Packungsbeilage stehen unter Dosierung. Mehr dazu unter Psychopharmaka im Alter. [2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Zwischen Escitalopram und Alkohol sind laut Fachinformation keine Wechselwirkungen zu erwarten. Trotzdem ist die Kombination mit Alkohol nicht ratsam, laut Fachinformation wie bei anderen Psychopharmaka, laut Packungsbeilage wie bei vielen Arzneimitteln. Mehr dazu unter Escitalopram und Alkohol und Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]

Laut Fachinformation konnte für Escitalopram keine Beeinträchtigung der geistigen und der psychomotorischen Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden; jedes Psychopharmakon kann aber Urteilskraft und Geschicklichkeit beeinträchtigen. Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, wie Sie auf Escitalopram reagieren. [1, 2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Escitalopram in der Schwangerschaft als "mittel" an und nennt als besser geeignete Alternativen Citalopram und Sertralin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In der Stillzeit darf unter Escitalopram laut Embryotox gestillt werden; die Erfahrungen umfassen etwa 50 stillende Mütter. Brechen Sie die Behandlung in der Schwangerschaft laut Packungsbeilage niemals plötzlich ab. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 3]

Schwangerschaft

Sie dürfen Escitalopram in der Schwangerschaft nicht einnehmen, es sei denn, Sie haben Nutzen und Risiken mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen; laut Fachinformation nur, wenn es unbedingt notwendig ist. Brechen Sie die Behandlung in der Schwangerschaft niemals plötzlich ab. Informieren Sie Hebamme und Ärztin oder Arzt über die Einnahme.[1, 2]

Bei Einnahme in den letzten drei Monaten kann das Neugeborene Beschwerden zeigen, etwa Probleme beim Atmen, bläuliche Haut, Krampfanfälle, Schwankungen der Körpertemperatur, Trinkschwierigkeiten, Erbrechen, niedrigen Blutzucker, steife oder schlaffe Muskeln, Zittern, Reizbarkeit, Teilnahmslosigkeit, anhaltendes Weinen, Schläfrigkeit oder Schlafprobleme; dann sofort ärztliche Hilfe holen. Arzneimittel dieser Gruppe können besonders gegen Ende der Schwangerschaft das Risiko für einen anhaltenden Lungenhochdruck beim Neugeborenen (PPHN) erhöhen, darauf deuten laut Fachinformation Daten aus epidemiologischen Studien hin. Bei Einnahme gegen Ende der Schwangerschaft kann das Risiko für schwere Blutungen kurz nach der Geburt erhöht sein.[1, 2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "mittel" an: Zu Escitalopram selbst liegen keine ausreichend großen Studien vor, die Erfahrungen mit Citalopram, dem Escitalopram als Enantiomer entspricht, lassen sich laut Embryotox aber übertragen. Für die SSRI insgesamt ergaben mehrere tausend dokumentierte Schwangerschaften überwiegend keine eindeutigen Hinweise auf mehr Fehlbildungen. Als Mittel der Wahl unter den SSRI nennt Embryotox Sertralin und Citalopram; eine stabil eingestellte Patientin sollte ihre Medikation unverändert fortsetzen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Escitalopram geht vermutlich in die Muttermilch über. Laut Packungsbeilage dürfen Sie es in der Stillzeit nicht einnehmen, es sei denn, Sie haben Nutzen und Risiken mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen; die Fachinformation empfiehlt das Stillen während der Behandlung nicht.[1, 2]

Laut Embryotox darf unter Escitalopram gestillt werden; bei den meisten gestillten Kindern wurden keine unerwünschten Wirkungen beobachtet. Bei Trinkschwäche oder Unruhe des Kindes sollte es kinderärztlich vorgestellt werden. Bei einer Neueinstellung kann laut Embryotox Sertralin vorgezogen werden, wenn es im Einzelfall vergleichbar wirksam und verträglich ist. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol während der Behandlung ist nicht ratsam, obwohl keine Wechselwirkungen zwischen Escitalopram und Alkohol zu erwarten sind.[1, 2]

Die Tropfen zum Einnehmen enthalten Alkohol (Ethanol); laut Packungsbeilage hat die geringe Alkoholmenge keine wahrnehmbaren Auswirkungen.[4]

Autofahren und Maschinen

Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, wie Sie auf Escitalopram reagieren. Laut Fachinformation kann jedes Psychopharmakon Urteilskraft und Geschicklichkeit beeinträchtigen, auch wenn dies für Escitalopram nicht nachgewiesen wurde.[1, 2]

Anwendung

Einmal täglich einnehmen, unabhängig von den Mahlzeiten, mit ausreichend Wasser schlucken und nicht kauen, weil die Tabletten bitter schmecken. Die 10-mg-Tablette kann an der Bruchkerbe in gleiche Hälften geteilt werden. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]

Es kann einige Wochen dauern, bis Sie sich besser fühlen; nehmen Sie Escitalopram trotzdem weiter. Empfohlen wird, die Behandlung noch mindestens 6 Monate fortzusetzen, nachdem Sie sich wieder gut fühlen.[1, 2]

Dosis vergessen: Bemerken Sie es vor dem Schlafengehen, nehmen Sie die Dosis sofort ein und am nächsten Tag wie gewohnt weiter. Bemerken Sie es erst in der Nacht oder am nächsten Tag, lassen Sie die vergessene Dosis aus. Nehmen Sie nie die doppelte Menge.[1]

Absetzen

Beenden Sie die Einnahme nicht, bevor Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt. Soll die Behandlung enden, wird die Dosis im Allgemeinen schrittweise über einige Wochen verringert; laut Fachinformation über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten, angepasst an die Bedürfnisse der behandelten Person. Absetzsymptome sind häufig, vor allem bei plötzlichem Absetzen, nach langer Einnahme, hohen Dosen oder zu schneller Verringerung. Bei den meisten verschwinden sie innerhalb von zwei Wochen, bei einigen können sie stark sein oder 2 bis 3 Monate oder länger anhalten.[1, 2]

Mögliche Absetzsymptome: Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen, nadelstichartige, brennende oder stromschlagartige Empfindungen (auch im Kopf), Schlafstörungen mit lebhaften Träumen, Albträumen oder Schlaflosigkeit, Angst, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen, Schwitzen (auch Nachtschweiß), Ruhelosigkeit oder Erregtheit, Zittern, Verwirrtheit oder Desorientierung, Gefühlsschwankungen oder Reizbarkeit, Durchfall, Sehstörungen und Herzklopfen.[1, 2]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen, auch ohne Beschwerden, und die Packung mitnehmen. Mögliche Anzeichen sind Schwindel, Zittern, Erregtheit, Krampfanfälle, Koma, Übelkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, niedriger Blutdruck und Störungen des Salz- und Wasserhaushalts.[1]

Einnahme und Absetzen

Beenden Sie die Einnahme nicht, bevor Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt. Absetzsymptome treten laut Fachinformation normalerweise in den ersten Tagen nach dem Ende der Behandlung auf, in sehr seltenen Fällen auch nach einer versehentlich ausgelassenen Dosis. [1, 2]

Bemerken Sie nach dem Ende der Einnahme schwere Absetzsymptome, informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er bittet Sie vielleicht, die Tabletten zunächst wieder einzunehmen und die Dosis dann langsamer zu verringern. Die NVL ordnet das Risiko für Absetzsymptome bei Escitalopram als moderat ein. Sie nennt Escitalopram außerdem unter den Antidepressiva, die mit Stand 2021 auch als Tropfen vorlagen; weil sich das häufig ändert, empfiehlt die Leitlinie die Rücksprache mit der Apotheke. Ausführlich: Antidepressiva absetzen und Absetzsymptome. [1, 5]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt die Dosis getrennt nach Erkrankung, für Menschen über 65 Jahre und für besondere Gruppen wie Menschen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]

Präparate mit Escitalopram

Escitalopram gibt es als Filmtabletten und als Tropfen zum Einnehmen; die Tropfen haben eine eigene Packungsbeilage. [1, 4]

Präparate mit Escitalopram
PräparatAnbieterHinweis
CipralexH. Lundbeck A/S (Mitvertrieb Lundbeck GmbH)verschreibungspflichtig
Escitalopram-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten (Grundlage dieser Seite), außerdem Tropfen zum Einnehmen mit eigener Packungsbeilage
Escitalopram STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Escitalopram-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Escitalopram-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox: Escitalopram. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Escitalopram-ratiopharm 20 mg/ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 16.10.2026
  5. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Kurzfassung, Version 3.2. NVL-Programm von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023. abgerufen am 22.10.2026
  6. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Escitalopram nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Ab wann wirkt Escitalopram?

Bei einer Depression sind laut Fachinformation bis zum Ansprechen in der Regel 2 bis 4 Wochen erforderlich, bei der sozialen Angststörung bis zur Besserung ebenfalls in der Regel 2 bis 4 Wochen. Bei der Panikstörung wird die stärkste Wirkung nach etwa 3 Monaten erreicht. Laut Packungsbeilage kann es einige Wochen dauern, bis Sie sich besser fühlen; setzen Sie die Einnahme in dieser Zeit fort. Bei einer Depression soll laut NVL nach Erreichen der üblichen Dosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam geprüft werden, ob die Behandlung wirkt.

Welche Nebenwirkungen hat Escitalopram am Anfang?

Laut Fachinformation treten Nebenwirkungen am häufigsten in der ersten oder zweiten Behandlungswoche auf und nehmen bei fortgesetzter Behandlung normalerweise an Stärke und Häufigkeit ab. Sehr häufig sind Übelkeit und Kopfschmerzen. In den ersten Wochen können außerdem Ruhelosigkeit oder Schwierigkeiten auftreten, still zu sitzen oder still zu stehen; teilen Sie das Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sofort mit. Bei einer Panikstörung können die Angstbeschwerden zu Beginn zunächst zunehmen, diese Reaktion klingt laut Fachinformation meistens innerhalb von zwei Wochen weiterer Behandlung von selbst ab.

Wie hoch ist die Dosis von Escitalopram?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Was die Packungsbeilage für die einzelnen Erkrankungen, für Menschen über 65 Jahre und bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion nennt, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage auf dieser Seite. Verändern Sie die Dosis nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen.

Nimmt man mit Escitalopram zu?

Das ist möglich: Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Ebenfalls häufig ist ein verminderter oder gesteigerter Appetit, ein Gewichtsverlust ist gelegentlich. Bei einer Depression soll laut NVL das Körpergewicht vor Beginn und im Verlauf der Behandlung kontrolliert werden. Sprechen Sie Veränderungen bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an.

Macht Escitalopram müde?

Das ist möglich: Müdigkeit und Schläfrigkeit sind laut Packungsbeilage häufig, ebenso Einschlafschwierigkeiten. Laut Fachinformation konnte für Escitalopram keine Beeinträchtigung der geistigen und der psychomotorischen Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden, jedes Psychopharmakon kann aber Urteilskraft und Geschicklichkeit beeinträchtigen. Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, wie Sie auf Escitalopram reagieren.

Darf ich mit Escitalopram Alkohol trinken?

Wechselwirkungen zwischen Escitalopram und Alkohol sind laut Fachinformation nicht zu erwarten. Trotzdem ist die Kombination mit Alkohol nicht ratsam, laut Fachinformation wie bei anderen Psychopharmaka, laut Packungsbeilage wie bei vielen Arzneimitteln. Mehr dazu unter Escitalopram und Alkohol.

Wie setzt man Escitalopram ab?

Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage ist es im Allgemeinen ratsam, die Dosis schrittweise über einige Wochen zu verringern. Absetzsymptome sind häufig, besonders wenn die Behandlung abrupt endet; das Risiko ist höher nach langer Einnahme, nach hohen Dosen oder wenn die Dosis zu schnell verringert wird. Bei den meisten verschwinden die Beschwerden innerhalb von zwei Wochen von selbst, bei einigen können sie stark sein oder 2 bis 3 Monate oder länger anhalten.

Darf ich Escitalopram in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage dürfen Sie Escitalopram in der Schwangerschaft nicht einnehmen, es sei denn, Sie haben Nutzen und Risiken mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen; brechen Sie die Behandlung niemals plötzlich ab. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "mittel" an und nennt als besser geeignete Alternativen Citalopram und Sertralin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Eine stabil eingestellte Patientin sollte ihre Medikation laut Embryotox unverändert fortsetzen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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