MedikamenteWirkstoff

Olanzapin

Olanzapin ist ein verschreibungspflichtiges Antipsychotikum, für Erwachsene zugelassen bei Schizophrenie, bei mäßig schweren bis schweren manischen Episoden und zur Vorbeugung neuer Krankheitsphasen bei bipolarer Störung, wenn eine manische Episode auf Olanzapin angesprochen hat. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Zyprexa. Gewichtszunahme und Schläfrigkeit sind sehr häufig; laut Packungsbeilage sollte das Gewicht regelmäßig überprüft werden, Blutzucker und Blutfette vor Beginn und regelmäßig während der Behandlung.

Frau Anfang vierzig bereitet in einer hellen Küche am Morgen einen frischen Gemüsesalat zu
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Wofür wird Olanzapin eingesetzt?

Olanzapin ist für Erwachsene zur Behandlung der Schizophrenie zugelassen; bei Menschen, die auf die Behandlung angesprochen haben, auch zur Aufrechterhaltung der Besserung. Die Packungsbeilage beschreibt die Schizophrenie als Krankheit mit Symptomen wie Hören, Sehen oder Fühlen von Dingen, die nicht wirklich da sind, irrigen Überzeugungen, ungewöhnlichem Misstrauen und Rückzug von der Umwelt; Betroffene können sich außerdem depressiv, ängstlich oder angespannt fühlen. [1, 2]

Weitere Anwendungsgebiete sind mäßig schwere bis schwere manische Episoden, ein Zustand mit Symptomen wie Aufgeregtheit und Hochstimmung, und die Vorbeugung neuer Krankheitsphasen bei bipolarer Störung, wenn eine manische Episode auf Olanzapin angesprochen hat. Schlafstörungen gehören nicht zu den zugelassenen Anwendungsgebieten. [1, 2]

Für Menschen unter 18 Jahren ist Olanzapin laut Packungsbeilage nicht geeignet; die Fachinformation empfiehlt es für diese Altersgruppe nicht, weil Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit fehlen. Bei älteren Menschen mit Demenz wird die Anwendung laut Packungsbeilage nicht empfohlen, da schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können. Zur Behandlung von Psychosen, die bei der Parkinson-Krankheit durch Arzneimittel mit dopaminerger Wirkung ausgelöst wurden, empfiehlt die Fachinformation Olanzapin ebenfalls nicht. Mehr dazu unter Demenz. [1, 2]

Tabletten und Depotspritze

Die Angaben zum Arzneimittel auf dieser Seite und in ihren Übersichten stammen aus Packungsbeilage und Fachinformation der Tabletten von Olanzapin-ratiopharm, soweit keine andere Quelle genannt ist. Olanzapin gibt es außerdem als Depotspritze: ein Pulver mit Lösungsmittel, aus dem eine Depot-Injektionssuspension hergestellt wird. Laut ihrer EMA-Produktinformation ist sie zur Erhaltungstherapie bei Erwachsenen mit Schizophrenie zugelassen, die während einer akuten Behandlung hinreichend mit Olanzapin zum Einnehmen stabilisiert wurden; vor der ersten Spritze müssen sie zuerst mit Olanzapin zum Einnehmen behandelt werden, um Verträglichkeit und Ansprechen festzustellen. Medizinisches Fachpersonal spritzt sie alle 2 oder alle 4 Wochen tief in den Gesäßmuskel. Bei akut erregten oder schwer psychotischen Menschen, bei denen eine sofortige Linderung der Beschwerden nötig ist, darf sie nicht verwendet werden, und über 75-Jährigen wird ein Beginn der Behandlung nicht empfohlen. [13]

Nach jeder Injektion kann laut Packungsbeilage eine schwere Reaktion auftreten (Postinjektionssyndrom), weil das Mittel manchmal zu schnell in die Blutbahn gelangt. Möglich sind dann unter anderem sehr starke Schläfrigkeit, Schwindel, Verwirrtheit, Orientierungsstörungen, Angst, Schwierigkeiten beim Sprechen oder Gehen und Krampfanfälle, in einigen Fällen bis zur Bewusstlosigkeit; üblicherweise klingen die Beschwerden innerhalb von 24 bis 72 Stunden ab. Nach jeder Injektion werden Sie mindestens 3 Stunden in der medizinischen Einrichtung beobachtet. Obwohl es unwahrscheinlich ist, können die Beschwerden auch später auftreten; wenden Sie sich dann unverzüglich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder das Pflegepersonal. Wegen dieses Risikos führen Sie für den restlichen Tag nach jeder Injektion kein Fahrzeug und benutzen Sie keine Maschinen. [13]

Die S3-Leitlinie Schizophrenie nennt Olanzapinpamoat, die Depotform von Olanzapin, unter den in Deutschland verwendeten Depotpräparaten und vermerkt dazu, dass das Risiko eines Postinjektionssyndroms berücksichtigt werden muss. Bei einer Schizophrenie sollten Depotantipsychotika laut Leitlinie in der Rückfallvorbeugung als Behandlungsalternative angeboten werden; vor Beginn sollte in einer mindestens mehrwöchigen Behandlung mit der Form zum Einnehmen sichergestellt worden sein, dass das Mittel wirkt und vertragen wird. Mehr dazu unter Depot-Antipsychotika. [4, 13]

Wie wirkt Olanzapin?

Olanzapin gehört zu den Antipsychotika, laut Embryotox zu den atypischen Antipsychotika. Die Fachinformation beschreibt es als neuroleptischen, antimanischen und stimmungsstabilisierenden Wirkstoff, der mit einer größeren Anzahl von Rezeptorsystemen reagiert. In präklinischen Studien band Olanzapin an Andockstellen (Rezeptoren) für Serotonin, Dopamin, Acetylcholin (Muskarinrezeptoren) und Histamin (H1) sowie an alpha1-adrenerge Rezeptoren, an Serotonin-5HT2-Rezeptoren mit größerer Affinität als an Dopamin-D2-Rezeptoren. In Tierverhaltensstudien zeigten sich hemmende Wirkungen auf die Systeme von Serotonin, Dopamin und Acetylcholin. [2, 3]

Nach der Einnahme wird Olanzapin gut aufgenommen; die höchsten Spiegel im Blut sind nach 5 bis 8 Stunden erreicht, und Mahlzeiten beeinflussen die Aufnahme nicht. Abgebaut wird es in der Leber, unter anderem über die Enzyme CYP1A2 und CYP2D6; die Hauptwirkung geht auf unverändertes Olanzapin zurück. Bei gesunden Menschen hing die Halbwertszeit von Alter und Geschlecht ab: Ab 65 Jahren war sie länger als bei jüngeren (im Mittel 51,8 gegenüber 33,8 Stunden), bei Frauen leicht länger als bei Männern. Bei Nichtrauchern war sie länger als bei Rauchern (38,6 gegenüber 30,4 Stunden). Der Einfluss von Alter, Geschlecht und Rauchen auf die Ausscheidung von Olanzapin ist laut Fachinformation aber gering im Vergleich zu den Unterschieden zwischen einzelnen Menschen. Mehr dazu unter Rauchen und Psychopharmaka. [2]

Wann wirkt Olanzapin und wie lange wird behandelt?

Wie lange Sie Olanzapin einnehmen, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie das Antipsychotikum, das zu einem guten Ansprechen oder zu einer Remission geführt hat, also zum Fehlen deutlicher Krankheitszeichen, auch für die Rückfallvorbeugung angeboten werden, wenn keine Gründe der Verträglichkeit dagegensprechen. Bei der Auswahl sollen laut Leitlinie unter anderem Ihre Präferenz, Ihre Vorerfahrungen und das unterschiedliche Risiko für Nebenwirkungen wie Spätdyskinesien, Sedierung sowie Wirkungen auf Herz, Stoffwechsel und Hormone beachtet werden. [1, 4]

Veränderungen von Stimmung, Schlaf und Beschwerden können Sie im Stimmungstagebuch festhalten. Mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? und zur Anfangszeit unter Die ersten Wochen mit einem Psychopharmakon.

  1. BeginnDie Behandlung beginnt laut Fachinformation mit einer festgelegten Anfangsdosis, die danach je nach Zustand angepasst wird; erhöht wird nur nach erneuter ärztlicher Beurteilung. Bei älteren Menschen, eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion oder wenn mehrere Umstände den Abbau verlangsamen können (weibliches Geschlecht, höheres Alter, Nichtrauchen), kommt eine niedrigere Anfangsdosis in Betracht. Zu Beginn können sich einige Menschen schwindlig oder der Ohnmacht nahe fühlen, mit langsamem Puls, vor allem beim Aufstehen; das gibt sich laut Packungsbeilage üblicherweise von selbst. Vorübergehend erhöhte Leberwerte ohne Beschwerden wurden besonders zu Beginn häufig beobachtet.[1, 2]
  2. Erste WirkungLaut Fachinformation kann es bei der Behandlung mit einem Antipsychotikum mehrere Tage bis einige Wochen dauern, bis sich der Zustand bessert; in dieser Zeit sollten die Behandelten engmaschig überwacht werden. Bei einer Schizophrenie waren die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika laut S3-Leitlinie in einer Auswertung vieler Studien schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar; ob die Behandlung anspricht, soll nach zwei bis vier Wochen überprüft werden.[2, 4]
  3. ErhaltungBei Schizophrenie ist Olanzapin auch zugelassen, um die Besserung bei Menschen aufrechtzuerhalten, die auf die Behandlung angesprochen haben. Laut S3-Leitlinie soll bei einer Schizophrenie nach einer ersten Erkrankung wie nach wiederholten Episoden eine Behandlung zur Rückfallvorbeugung ohne Unterbrechung angeboten werden, mit dem Mittel, das gut gewirkt hat, wenn es vertragen wird; eine feste Dauer nennt die Leitlinie nicht. Hat eine manische Episode auf Olanzapin angesprochen, wird die Behandlung zur Vorbeugung neuer Krankheitsphasen laut Fachinformation mit derselben Dosis fortgesetzt, bei einer erneuten Episode ebenfalls, gegebenenfalls ergänzt. Wie lange Sie die Tabletten einnehmen, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.[1, 2, 4]
  4. AbsetzenOlanzapin wird so lange eingenommen, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt, auch wenn Sie sich besser fühlen. Beim Beenden sollte laut Fachinformation eine schrittweise Verringerung der Dosis in Betracht gezogen werden; nach plötzlichem Absetzen wurden selten Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder Erbrechen berichtet. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie über das erhöhte Rückfallrisiko aufgeklärt werden. Eine geplante Dosisverringerung sollte laut Leitlinie langsam und in sehr kleinen Schritten gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt erfolgen; nach dem Absetzen soll mindestens zwei Jahre lang eine fortlaufende Beobachtung auf Zeichen eines Rückfalls angeboten werden.[1, 2, 4]

Nebenwirkungen im Blick

Sehr häufig sind laut Packungsbeilage Gewichtszunahme, Schläfrigkeit und erhöhte Prolaktinwerte im Blut. Zu Beginn der Behandlung können sich einige Menschen schwindlig oder der Ohnmacht nahe fühlen, mit einem langsamen Puls, vor allem beim Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen; das gibt sich üblicherweise von selbst. [1]

Bei einer Langzeitbehandlung über mindestens 48 Wochen nahm laut Fachinformation der Anteil der Behandelten mit klinisch bedeutsamen Veränderungen von Gewicht, Blutzucker und Blutfetten mit der Zeit zu. Gelegentlich entwickelt sich eine Zuckerkrankheit oder verschlechtert sich, gelegentlich mit einer Ketoazidose (Ketonkörper in Blut und Urin) oder einem Koma. Jugendliche von 13 bis 17 Jahren nahmen in Studien signifikant mehr Gewicht zu als Erwachsene; für sie ist Olanzapin nicht zugelassen. Zusammen mit Lithium oder Valproat kam es bei mehr als 1 von 10 Behandelten zu Zittern, Mundtrockenheit, größerem Appetit und Gewichtszunahme. [1, 2]

Häufig sind Ruhelosigkeit (Akathisie), Parkinson-ähnliche Beschwerden und ungewöhnliche Bewegungen (Dyskinesien), vor allem des Gesichts oder der Zunge. Das Risiko einer Spätdyskinesie nimmt laut Fachinformation bei einer Langzeitbehandlung zu; solche Bewegungsstörungen können sich zeitweilig verschlechtern oder auch erst nach dem Ende der Behandlung auftreten. Ebenfalls häufig sind sexuelle Funktionsstörungen wie ein verminderter Sexualtrieb bei Männern und Frauen oder Erektionsstörungen bei Männern. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Olanzapin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
  • Sehr häufig: Schläfrigkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Erhöhte Prolaktinwerte im Blut[1, 2]
  • Sehr häufig: Zu Beginn der Behandlung Schwindel oder das Gefühl, der Ohnmacht nahe zu sein (mit langsamem Puls), insbesondere beim Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen (orthostatische Hypotonie); gibt sich üblicherweise von selbst[1, 2]
  • Häufig: Veränderte Werte einiger Blutzellen (laut Fachinformation mehr Eosinophile, weniger weiße Blutkörperchen: Eosinophilie, Leukopenie, Neutropenie)[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin und Triglyceride)[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Leberwerte zu Beginn der Behandlung[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Zuckerwerte im Blut und im Urin[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Harnsäure- und Kreatinphosphokinasewerte (CK) im Blut[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Werte der alkalischen Phosphatase und der Gamma-Glutamyltransferase (GGT) im Blut[2]
  • Häufig: Verstärktes Hungergefühl[1, 2]
  • Häufig: Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Ruhelosigkeit (laut Fachinformation Akathisie)[1, 2]
  • Häufig: Zittern[1]
  • Häufig: Parkinson-ähnliche Beschwerden (Parkinsonismus)[2]
  • Häufig: Ungewöhnliche Bewegungen (Dyskinesien), vor allem von Gesicht oder Zunge[1, 2]
  • Häufig: Verstopfung und Mundtrockenheit[1, 2]
  • Häufig: Ausschlag[1, 2]
  • Häufig: Schwäche[1, 2]
  • Häufig: Starke Müdigkeit[1, 2]
  • Häufig: Wassereinlagerungen mit Schwellungen von Händen, Knöcheln oder Füßen[1, 2]
  • Häufig: Fieber[1, 2]
  • Häufig: Gelenkschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Sexuelle Funktionsstörungen wie verminderter Sexualtrieb bei Männern und Frauen oder Erektionsstörungen bei Männern[1, 2]

Alle Nebenwirkungen von Olanzapin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Was Angaben wie "häufig" oder "gelegentlich" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Gewichtszunahme, Blutzucker und Blutfette, Müdigkeit, Prolaktin, Bewegungsstörungen, Spätdyskinesien, innere Unruhe (Akathisie), sexuelle Probleme sowie Herz und QT-Zeit.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Das maligne neuroleptische Syndrom ist laut Fachinformation ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand. Die Packungsbeilage beschreibt es als Kombination aus Fieber, schnellerer Atmung, Schwitzen, Muskelsteifheit und Benommenheit oder Schläfrigkeit; mehr dazu unter Malignes neuroleptisches Syndrom. Selten sind Lebererkrankungen mit Gelbfärbung der Haut und des Weißen im Auge; wird eine Hepatitis festgestellt, muss die Behandlung mit Olanzapin laut Fachinformation beendet werden. [1, 2]

Bei einer Schizophrenie soll Suizidalität laut S3-Leitlinie offen und einfühlsam angesprochen und dabei das Risiko eingeschätzt werden; depressive Beschwerden erhöhen laut Leitlinie das Risiko für Suizidalität. Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder wenden Sie sich an eine der Stellen im folgenden Kasten. Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab in einem Krisenplan festhalten. [4]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Ende vierzig geht an einem ruhigen Frühlingsmorgen mit seinem Hund durch einen grünen Stadtpark
Bild: KI-generiert

Nehmen Sie Olanzapin so ein, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es verordnet hat, und beenden Sie die Einnahme nicht ohne ärztliche Absprache. Bei einer Schizophrenie sollen Nebenwirkungen laut S3-Leitlinie aktiv erfragt und dokumentiert und bei Verdacht eine Abklärung und Behandlung angeboten werden. Betroffene und Angehörige sollen laut Leitlinie über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt, über auftretende Beschwerden informiert und zu den Behandlungsmöglichkeiten beraten werden. [1, 4]

Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sollten Ihr Gewicht laut Packungsbeilage regelmäßig überprüfen; wenden Sie sich bei Bedarf an eine Ernährungsberatung oder befolgen Sie einen Diätplan. Bei einer Schizophrenie sollen laut S3-Leitlinie schon zu Beginn der Behandlung oder spätestens bei einer Gewichtszunahme von mehr als 3 % des Ausgangsgewichts psychotherapeutische und psychosoziale Angebote gemacht werden, zum Beispiel Ernährungsberatung, Psychoedukation oder Bewegungsprogramme, um einer weiteren Zunahme vorzubeugen oder das Gewicht zu verringern. [1, 4]

Fühlen Sie sich zu Beginn beim Aufstehen schwindlig oder der Ohnmacht nahe und gibt sich das nicht von selbst, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Wer über 65 Jahre alt ist, sollte laut Packungsbeilage als routinemäßige Vorsichtsmaßnahme den Blutdruck überwachen lassen. Gelegentlich reagiert die Haut empfindlich auf Sonnenlicht; mehr dazu unter Psychopharmaka bei Hitze und Sonne. [1]

Beschwerden und Fragen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten.

Kontrollen während der Behandlung

Olanzapin kann unter anderem das Gewicht, den Blutzucker, die Blutfette, die Leberwerte und das Blutbild verändern. Laut Fachinformation ist eine ärztliche Überwachung in Übereinstimmung mit den gebräuchlichen Therapierichtlinien für Antipsychotika ratsam; die Abstände, die sie als Beispiel nennt, stehen in der folgenden Übersicht. Bei einer Schizophrenie sollen Betroffene und Angehörige laut S3-Leitlinie über die erforderlichen Kontrolluntersuchungen informiert werden. [2, 4]

Kontrolluntersuchungen bei Olanzapin
UntersuchungWann oder warum
Befinden und KrankheitszeichenEngmaschig in der Zeit, bis sich der Zustand bessert; laut Fachinformation kann das mehrere Tage bis einige Wochen dauern[2]
KörpergewichtLaut Fachinformation regelmäßig, zum Beispiel zu Beginn, 4, 8 und 12 Wochen nach Beginn und danach vierteljährlich; laut Packungsbeilage sollten Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt das Gewicht regelmäßig überprüfen. Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 2, 3 und 6, danach vierteljährlich, zusätzlich Taillenumfang und monatliches Wiegen durch die behandelte Person selbst[1, 2, 4]
BlutzuckerLaut Fachinformation zum Beispiel zu Beginn, 12 Wochen nach Beginn und danach jährlich, bei Diabetes oder Risikofaktoren für Diabetes regelmäßig; außerdem wird auf Zeichen eines erhöhten Blutzuckers geachtet wie starken Durst, häufiges Wasserlassen, Heißhunger und Schwäche[1, 2]
BlutfetteLaut Fachinformation zum Beispiel zu Beginn, 12 Wochen nach Beginn und danach alle 5 Jahre; laut Packungsbeilage vor Beginn und regelmäßig während der Behandlung[1, 2]
Blutzucker (auch HbA1c) und BlutfetteBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie für Olanzapin vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; gegebenenfalls auch ein Blutzuckertagesprofil oder ein Zuckerbelastungstest (Glukosetoleranztest)[4]
BlutbildBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie, die Olanzapin hier zu den trizyklisch gebauten Antipsychotika zählt, vor Beginn, in den Monaten 1 und 3, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen. Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten bei niedrigen Werten weißer Blutkörperchen, bei Arzneimitteln, die deren Zahl senken können, und bei Schäden des Knochenmarks; zusammen mit Valproat wurde häufig eine Verminderung der neutrophilen Granulozyten berichtet[2, 4]
Leberwerte (Leberenzyme)Laut Fachinformation Nachuntersuchungen bei erhöhten Leberwerten, Zeichen einer eingeschränkten Leberfunktion, Lebervorerkrankungen oder leberschädigenden Arzneimitteln. Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen[2, 4]
Blutdruck und PulsLaut Fachinformation bei über 65-Jährigen regelmäßig. Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach vierteljährlich[1, 2, 4]
EKG (Herzstromkurve) und Blutsalze (Elektrolyte)Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach jährlich; über 60 Jahren häufiger, bei Herzrisiken gegebenenfalls ebenfalls häufiger. Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten zusammen mit anderen QT-verlängernden Arzneimitteln, besonders im Alter, bei angeborener QT-Verlängerung, Herzschwäche, verdicktem Herzmuskel oder Kalium- oder Magnesiummangel[2, 4]
Nierenwerte (Kreatinin, GFR)Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach jährlich[4]
Bewegungsstörungen, Müdigkeit und sexuelle NebenwirkungenBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen. Laut Fachinformation nimmt das Risiko von Spätdyskinesien bei einer Langzeitbehandlung zu[2, 4]
Prolaktinwert im BlutBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie einmal vor Beginn, im Verlauf nur bei entsprechenden Beschwerden[4]
SchwangerschaftstestBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie bei Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn der Behandlung[4]
Ansprechen bei Raucherinnen und RauchernLaut Fachinformation wird eine klinische Überwachung empfohlen, weil Rauchen den Abbau von Olanzapin beschleunigen kann[2]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.

Wechselwirkungen

Olanzapin wird über das Leberenzym CYP1A2 abgebaut. Rauchen und Carbamazepin können den Abbau beschleunigen und die Spiegel senken; laut Fachinformation wird dann eine klinische Überwachung empfohlen. Fluvoxamin und das Antibiotikum Ciprofloxacin hemmen den Abbau; bei Menschen, die sie anwenden, muss laut Fachinformation eine niedrigere Anfangsdosis von Olanzapin in Betracht gezogen werden. Aktivkohle vermindert die Aufnahme von Olanzapin und sollte mindestens 2 Stunden vor oder nach Olanzapin eingenommen werden. [1, 2]

Zusammen mit Antidepressiva oder Mitteln gegen Angstzustände oder zum Schlafen können Sie sich laut Packungsbeilage benommen fühlen; bei Alkohol und anderen Mitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen, ist laut Fachinformation Vorsicht angebracht. Olanzapin kann die Wirkung von Parkinsonmitteln aus der Gruppe der Dopamin-Agonisten abschwächen. Zusammen mit Valproat wurde häufig über eine Neutropenie berichtet, also zu wenige neutrophile weiße Blutkörperchen, und mit Mitteln, die die QTc-Zeit im EKG verlängern, ist Vorsicht angebracht. Bei gleichzeitiger Gabe von Lithium oder Biperiden zeigte Olanzapin keine Wechselwirkungen. [1, 2]

Wechselwirkungen von Olanzapin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Antidepressiva und Mittel gegen Angstzustände oder zum Schlafen (Tranquilizer)Sie können sich benommen fühlen; laut Fachinformation Vorsicht mit allen Mitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen[1, 2]Andere Arzneimittel nur einnehmen, wenn die Ärztin oder der Arzt es erlaubt
Arzneimittel gegen die Parkinson-Krankheit (Dopamin-Agonisten)Olanzapin kann ihre Wirkung abschwächen; bei Parkinson-Krankheit mit Demenz wird die Kombination laut Fachinformation nicht empfohlen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Carbamazepin (gegen Epilepsie, Stimmungsstabilisierer)Olanzapin kann schneller abgebaut werden, sein Spiegel kann sinken[1, 2]Die Olanzapin-Dosis muss eventuell geändert werden
Fluvoxamin (Antidepressivum) oder Ciprofloxacin (Antibiotikum)Olanzapin wird langsamer abgebaut, sein Spiegel kann steigen[1, 2]Die Olanzapin-Dosis muss eventuell geändert werden
RauchenOlanzapin kann schneller abgebaut werden[2]Laut Fachinformation klinische Überwachung; ärztlich besprechen
AktivkohleSenkt die Aufnahme von Olanzapin deutlich[2]Mindestens 2 Stunden Abstand zu Olanzapin
Valproat (gegen Epilepsie und bipolare Störung)Laut Fachinformation häufig Neutropenie (zu wenige neutrophile weiße Blutkörperchen) bei gleichzeitiger Anwendung[2]Ärztin oder Arzt informieren
AlkoholSie können sich benommen fühlen[1, 2]Während der Behandlung keinen Alkohol trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren.

Wer Olanzapin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Olanzapin oder einen der sonstigen Bestandteile; eine allergische Reaktion kann sich als Hautausschlag, Juckreiz, geschwollenes Gesicht, geschwollene Lippen oder Atemnot zeigen[1, 2]
  • Früher festgestellte Augenprobleme wie bestimmte Formen des grünen Stars mit erhöhtem Augendruck (laut Fachinformation bekanntes Risiko eines Engwinkelglaukoms)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Ältere Menschen mit Demenz: Anwendung nicht empfohlen. Laut Packungsbeilage kann es zu Schlaganfall, Lungenentzündung, Harninkontinenz, Stürzen, extremer Müdigkeit, Sehen von Dingen, die nicht da sind, erhöhter Körpertemperatur, Hautrötung und Schwierigkeiten beim Gehen kommen. Laut Fachinformation sind bei Psychosen oder Verhaltensstörungen im Rahmen einer Demenz das Sterblichkeitsrisiko und das Risiko für Schlaganfälle und ähnliche Durchblutungsstörungen des Gehirns erhöht[1, 2]
  • Parkinson-Krankheit: Olanzapin kann die Beschwerden verschlechtern[1, 2]
  • Gewichtszunahme: Gewicht regelmäßig von Ihnen und Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt überprüfen lassen[1, 2]
  • Blutzucker und Blutfette: vor Beginn und regelmäßig während der Behandlung kontrollieren lassen, besonders bei Diabetes[1, 2]
  • Venöse Thrombosen (Blutgerinnsel) bei Ihnen oder Verwandten in der Vorgeschichte[1, 2]
  • Schlaganfall oder vorübergehende Schlaganfall-Beschwerden (TIA) in der Vorgeschichte[1, 2]
  • Herzerkrankung; laut Fachinformation Vorsicht zusammen mit Mitteln, die die QTc-Zeit verlängern, besonders im Alter, bei angeborener QT-Verlängerung, Herzschwäche, Verdickung des Herzmuskels (Hypertrophie) oder Kalium- oder Magnesiummangel[1, 2]
  • Krampfanfälle; Leber- oder Nierenerkrankung; Blutbildveränderungen[1, 2]
  • Prostatabeschwerden oder Darmverschluss (paralytischer Ileus)[1, 2]
  • Salzmangel durch anhaltenden schweren Durchfall und Erbrechen oder durch Entwässerungsmittel[1]
  • Über 65 Jahre: Blutdruck als Vorsichtsmaßnahme regelmäßig überwachen lassen[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Olanzapin ist für sie nicht geeignet[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Olanzapin-ratiopharm Tabletten enthalten Lactose (Milchzucker); erst nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Bei der seltenen erblichen Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten sie laut Fachinformation nicht eingenommen werden[1, 2]

Bei Psychosen oder Verhaltensstörungen im Rahmen einer Demenz wird Olanzapin laut Fachinformation nicht empfohlen. In Studien mit älteren Menschen mit Demenz traten unter Olanzapin Schlaganfälle und vorübergehende Durchblutungsstörungen des Gehirns häufiger auf als unter einem Scheinmedikament (Placebo); als Risikofaktoren dafür nennt die Fachinformation ein Alter über 75 Jahre und eine Demenz mit gefäßbedingter oder gemischter Ursache. Mehr unter Psychopharmaka im Alter. [2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol; beides zusammen kann laut Packungsbeilage dazu führen, dass Sie sich benommen fühlen. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1]

Weil Olanzapin Schläfrigkeit und Schwindel verursachen kann, müssen Behandelte laut Fachinformation vor dem Bedienen von Maschinen und vor dem Autofahren gewarnt werden. Fühlen Sie sich benommen, führen Sie laut Packungsbeilage kein Fahrzeug, benutzen Sie keine Maschinen und sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2] Haben Sie eine Depotspritze bekommen, führen Sie laut deren Packungsbeilage für den restlichen Tag kein Fahrzeug und benutzen Sie keine Maschinen. [13] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

Sind Sie schwanger oder möchten Sie es werden, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat. Für die Stillzeit nennt Embryotox publizierte Erfahrungen mit mehr als 150 Mutter-Kind-Paaren. Packungsbeilage und Fachinformation raten vom Stillen während der Behandlung ab, Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung mit Olanzapin und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel; was für Sie gilt, klären Sie in der Praxis. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 2, 3]

Schwangerschaft

Sind Sie schwanger, vermuten Sie es oder planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat. Bei Neugeborenen von Müttern, die Olanzapin in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten eingenommen haben, können Zittern, Muskelsteifheit und/oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen auftreten; wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation darf Olanzapin in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen das Risiko für das Ungeborene rechtfertigt.[1, 2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Olanzapin in der Schwangerschaft mit "hoch" an. Laut Embryotox ergaben Studien mit mehr als 2.000 ausgewerteten Schwangerschaften keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; beobachtet wurden aber vermehrt Stoffwechselstörungen mit übermäßiger Gewichtszunahme und Schwangerschaftsdiabetes. Für eine Neueinstellung nennt Embryotox das besser erprobte Quetiapin als vorzuziehen, falls es ebenso geeignet ist; ist eine Behandlung mit Olanzapin bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft angezeigt, muss laut Embryotox nicht umgestellt werden; ein Schwangerschaftsdiabetes sollte ausgeschlossen werden, und die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen. Als weitere besser geeignete Alternativen nennt Embryotox gegebenenfalls Risperidon und, wenn auf klassische Antipsychotika zurückgegriffen werden muss, Haloperidol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Olanzapin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über; während der Behandlung sollten Sie nicht stillen.[1, 2]

Laut Embryotox liegen publizierte klinische Erfahrungen zu mehr als 150 Mutter-Kind-Paaren vor. Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung mit Olanzapin und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel; bei den meisten gestillten Kindern wurden keine unerwünschten Wirkungen beobachtet, in einigen Fällen kam es zu Schläfrigkeit, berichtet wurde auch über Zittern und Übererregbarkeit.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol: Olanzapin und Alkohol zusammen können dazu führen, dass Sie sich benommen fühlen.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Olanzapin kann Schläfrigkeit und Schwindel verursachen. Fühlen Sie sich benommen, fahren Sie kein Fahrzeug, bedienen Sie keine Maschinen und sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]

Anwendung

Einmal täglich nach Anweisung der Ärztin oder des Arztes, möglichst immer zur gleichen Tageszeit, mit oder ohne Nahrung; die Tabletten unzerkaut mit Wasser schlucken.[1]

Einnahme vergessen: die Tabletten nehmen, sobald Sie daran denken, aber die verordnete Dosis nicht zweimal an einem Tag.[1]

Absetzen

Beenden Sie die Einnahme nicht, nur weil Sie sich besser fühlen, und nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen sagt. Bei plötzlichem Absetzen können Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst oder Übelkeit und Erbrechen auftreten; die Ärztin oder der Arzt kann vorschlagen, die Dosis vor dem Ende schrittweise zu verringern.[1, 2]

Überdosierung

Nach Einnahme zu vieler Tabletten wurden schneller Herzschlag, Unruhe oder aggressives Verhalten, Sprachstörungen, ungewöhnliche Bewegungen und Bewusstseinsverminderung beobachtet; außerdem sind plötzliche Verwirrtheit, Krampfanfälle, Koma, eine Kombination aus Fieber, schnellerem Atmen, Schwitzen, Muskelsteifheit und Benommenheit, verlangsamte Atmung, Einatmen von Mageninhalt, hoher oder niedriger Blutdruck und Herzrhythmusstörungen möglich. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen und die Packung zeigen.[1, 2]

Einnahme und Absetzen

Was die Packungsbeilage zur Einnahme der Tabletten und zu einer vergessenen Dosis sagt, steht in der Übersicht zum Alltag. Beenden Sie die Einnahme nicht, nur weil Sie sich besser fühlen; es ist wichtig, dass Sie Olanzapin so lange einnehmen, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt. Laut Fachinformation sollte beim Beenden eine schrittweise Verringerung der Dosis in Betracht gezogen werden. Nach plötzlichem Absetzen wurden selten akute Beschwerden wie Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder Erbrechen berichtet. [1, 2]

Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie in jedem Fall über das erhöhte Rückfallrisiko beim Absetzen aufgeklärt werden. Eine Verringerung und gegebenenfalls das Absetzen können laut Leitlinie in gemeinsamer Entscheidung angeboten werden, wenn die Erkrankung ausreichend stabil ist, ausreichend Unterstützung und regelmäßige Verlaufskontrollen gesichert sind und keine Hinweise auf eine Gefährdung der eigenen Person oder anderer bestehen. Zu den Voraussetzungen zählt die Leitlinie unter anderem eine gute Vorbereitung, eine engmaschige Begleitung, einen Krisenplan mit Frühwarnzeichen und, wenn Sie einverstanden sind, die Einbeziehung wichtiger Bezugspersonen. [4]

Wer die Depotspritze erhält, sollte laut deren Packungsbeilage die Behandlung ebenfalls nicht beenden, nur weil es ihm besser geht. Versäumen Sie eine Injektion, benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um die nächste Injektion so bald wie möglich zu erhalten. [13]

Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Antipsychotika absetzen und Absetzsymptome.

Dosierung laut Packungsbeilage

Laut Packungsbeilage sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, wie viele Tabletten Sie einnehmen sollen und wie lange; die Packungsbeilage nennt dazu eine Spanne der täglichen Dosis. Für die Depotspritze gelten die Angaben ihrer eigenen Produktinformation. [1, 13]

Präparate mit Olanzapin

Präparate mit Olanzapin
PräparatAnbieterHinweis
Olanzapin AbZAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten
Olanzapin-CTAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten
Olanzapin-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 2,5 bis 20 mg (Grundlage dieser Seite)
ZyprexaCHEPLAPHARM Registration GmbH (Zulassungsinhaber)verschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten (2,5 mg bis 20 mg). ratiopharm GmbH. Stand 04/2023. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2020. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox: Olanzapin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 17.10.2026
  4. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 22.10.2026
  5. EMA-Produktinformation ZYPADHERA (Olanzapin, EPAR), Anhang I: Fachinformation, und Anhang III B: Packungsbeilage ZYPADHERA 210 mg, 300 mg, 405 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension. CHEPLAPHARM Registration GmbH (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026 (zuletzt aktualisiert 01.07.2026). abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  8. EMA-Produktinformation ZYPADHERA (Olanzapin, EPAR), Anhang I: Fachinformation, und Anhang III B: Packungsbeilage ZYPADHERA 210 mg, 300 mg, 405 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension. CHEPLAPHARM Registration GmbH (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026 (zuletzt aktualisiert 01.07.2026). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Olanzapin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Wofür wird Olanzapin eingesetzt?

Olanzapin ist für Erwachsene zur Behandlung der Schizophrenie zugelassen, bei Menschen, die auf die Behandlung angesprochen haben, auch zur Aufrechterhaltung der Besserung. Weitere Anwendungsgebiete sind mäßig schwere bis schwere manische Episoden und, wenn eine manische Episode auf Olanzapin angesprochen hat, die Vorbeugung neuer Krankheitsphasen bei bipolarer Störung. Für Menschen unter 18 Jahren ist Olanzapin laut Packungsbeilage nicht geeignet.

Ab wann wirkt Olanzapin?

Laut Fachinformation kann es bei der Behandlung mit einem Antipsychotikum mehrere Tage bis einige Wochen dauern, bis sich der Zustand bessert; in dieser Zeit sollten die Behandelten engmaschig überwacht werden. Laut S3-Leitlinie Schizophrenie waren die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika in einer Auswertung vieler Studien schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar. Bei einer Schizophrenie soll nach zwei bis vier Wochen überprüft werden, ob die Behandlung anspricht.

Wie hoch ist die Dosis von Olanzapin?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; laut Packungsbeilage sagt sie oder er Ihnen auch, wie viele Tabletten Sie wie lange einnehmen. Die Angabe der Packungsbeilage zur täglichen Dosis steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Macht Olanzapin dick?

Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, sie kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen; häufig ist auch ein verstärktes Hungergefühl. Laut Fachinformation nahm bei einer Behandlung über mindestens 48 Wochen der Anteil der Behandelten mit klinisch bedeutsamen Veränderungen von Gewicht, Blutzucker und Blutfetten mit der Zeit zu. Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sollten Ihr Gewicht regelmäßig überprüfen; bei Bedarf wenden Sie sich laut Packungsbeilage an eine Ernährungsberatung oder befolgen einen Diätplan.

Hilft Olanzapin zum Schlafen?

Schlafstörungen gehören nicht zu den zugelassenen Anwendungsgebieten von Olanzapin. Schläfrigkeit ist laut Packungsbeilage eine sehr häufige Nebenwirkung, starke Müdigkeit eine häufige. Fühlen Sie sich benommen, führen Sie kein Fahrzeug, benutzen Sie keine Maschinen und sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Wenn Sie schlecht schlafen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich mit Olanzapin Alkohol trinken?

Nein. Laut Packungsbeilage sollen Sie während der Behandlung keinen Alkohol trinken, weil beides zusammen dazu führen kann, dass Sie sich benommen fühlen. Laut Fachinformation ist bei Alkohol und anderen Mitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen, Vorsicht angebracht. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol.

Wie setzt man Olanzapin ab?

Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Beenden Sie die Einnahme nicht, nur weil Sie sich besser fühlen. Bei plötzlichem Absetzen können Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst oder Übelkeit und Erbrechen auftreten; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann laut Packungsbeilage vorschlagen, die Dosis vor dem Ende schrittweise zu verringern. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie über das erhöhte Rückfallrisiko aufgeklärt werden.

Gibt es Olanzapin als Spritze?

Ja, als Depotspritze für Erwachsene mit Schizophrenie, die während einer akuten Behandlung hinreichend mit Olanzapin zum Einnehmen stabilisiert wurden. Laut ihrer Packungsbeilage wird sie alle 2 oder alle 4 Wochen in den Gesäßmuskel gespritzt. Nach jeder Injektion werden Sie mindestens 3 Stunden in der medizinischen Einrichtung beobachtet, weil das Mittel manchmal zu schnell ins Blut gelangt, und für den restlichen Tag sollen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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