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Antipsychotika (Neuroleptika)

Antipsychotika, früher Neuroleptika genannt, sind Medikamente vor allem gegen psychotische Beschwerden wie Wahn oder Stimmenhören; zugelassen sind sie vor allem für die Schizophrenie, einzelne Wirkstoffe auch etwa für Manie, Delir, Schlafstörungen oder bestimmte Bewegungsstörungen. Alle können laut S3-Leitlinie Schizophrenie Bindungsstellen für den Botenstoff Dopamin besetzen, und in der Verträglichkeit unterscheiden sie sich grundsätzlich stärker als in der Wirksamkeit. Bei einer Schizophrenie soll laut Leitlinie gemeinsam mit Ihnen entschieden werden, welches Mittel infrage kommt.

Frau in den Fünfzigern betrachtet in einer ruhigen, hellen Galerie ein großes Gemälde
Bild: KI-generiert

Antipsychotika sind Medikamente, die vor allem gegen psychotische Beschwerden wie Wahn, Halluzinationen und Denkstörungen eingesetzt werden. Laut S3-Leitlinie Schizophrenie kommen sie auch bei anderen Beschwerden wie Grübeln, innerer Unruhe oder Schlaflosigkeit zum Einsatz; zugelassen sind dafür laut Fachinformation nur einzelne Wirkstoffe, etwa Melperon und Pipamperon bei Schlafstörungen und Erregungszuständen. Der ältere Name Neuroleptikum lässt sich laut Leitlinie mit "Nervendämpfungsmittel" übersetzen und rückte die dämpfenden Eigenschaften der ersten Mittel aus den 1950er-Jahren in den Vordergrund. Seit es Antipsychotika gibt, die kaum Bewegungsstörungen auslösen und zum Teil nicht dämpfen, gibt die Leitlinie dem Begriff Antipsychotikum den Vorzug. [1, 3, 7, 8]

Alle Antipsychotika können laut Leitlinie im Gehirn Bindungsstellen (Rezeptoren) für den Botenstoff Dopamin besetzen, die sogenannten D2-Rezeptoren, und zwar unterschiedlich stark. Gemeinsam ist ihnen die Blockade dieser Rezeptoren im mesolimbischen System, einem von vier wichtigen Dopamin-Systemen des Gehirns; dessen Überfunktion wird vor allem für die Positivsymptome einer Schizophrenie wie Wahn und Halluzinationen verantwortlich gemacht. Werden Dopamin-Rezeptoren in anderen Systemen blockiert, kann das Bewegungsstörungen und einen Anstieg des Hormons Prolaktin auslösen. [1]

Grundlage dieser Seite ist vor allem die S3-Leitlinie Schizophrenie der DGPPN, Version 5.0 vom 13. Juni 2026; laut Leitlinienübersicht der DGPPN ist sie bis zum 12. Juli 2027 gültig. Ihre Empfehlungen gelten für Menschen mit einer Schizophrenie. [1, 2]

Zugelassen sind Antipsychotika vor allem zur Behandlung der Schizophrenie, einige laut Fachinformation auch allgemeiner bei akuten und chronisch verlaufenden Psychosen, etwa Benperidol. Weitere Anwendungsgebiete unterscheiden sich je Mittel und sind oft an Bedingungen geknüpft: Haloperidol ist unter anderem für manische Episoden, ein Delir, schwere Tics einschließlich Tourette-Syndrom und eine Chorea Huntington zugelassen, Quetiapin für die bipolare Störung einschließlich schwerer depressiver Episoden, Pipamperon und Melperon unter anderem für Schlafstörungen, wobei beide Fachinformationen besonders ältere Menschen nennen. Tiaprid ist nur bei Spätdyskinesien durch Neuroleptika zugelassen, Clozapin bei Schizophrenie nur, wenn mindestens zwei andere Antipsychotika, darunter ein atypisches, nicht ausreichend geholfen oder schwere neurologische Nebenwirkungen ausgelöst haben. Die genauen Bedingungen nennt jede Wirkstoffseite unter Anwendungsgebiet. [3, 4, 6, 7, 8, 9, 10]

Welche Gruppen von Antipsychotika gibt es?

Die S3-Leitlinie beschreibt drei Wege, Antipsychotika einzuteilen: nach ihrer chemischen Struktur, nach ihrer antipsychotischen Potenz und nach ihrem Wirkungs- und Nebenwirkungsspektrum. Chemisch unterscheidet sie unter anderem trizyklische Antipsychotika, zu denen die Phenothiazine wie Perazin, die Thioxanthene wie Flupentixol sowie Clozapin, Olanzapin und Quetiapin gehören, außerdem die Butyrophenone wie Haloperidol und Melperon und die Benzamide wie Amisulprid und Sulpirid. [1]

Nach der Potenz werden Antipsychotika in hoch-, mittel- und niedrigpotente Mittel eingeteilt. Die Einteilung richtet sich laut Leitlinie danach, wie stark ein Mittel an Dopamin-D2-Rezeptoren bindet. Sie legt nahe, dass sich eine Schizophrenie mit einem niedrigpotenten Mittel schlechter behandeln lässt als mit einem hochpotenten; belegt ist das nicht. Weil Nebenwirkungen an anderen Rezeptoren die Dosis niedrigpotenter Mittel oft begrenzen, werden sie eher so dosiert, dass die beruhigende Wirkung im Vordergrund steht. [1]

Nach Wirkungs- und Nebenwirkungsspektrum unterscheidet die Leitlinie Antipsychotika der ersten Generation, auch klassische oder konventionelle genannt, von denen der zweiten Generation, die auch atypische Antipsychotika heißen. Weil viele Studien auf dieser Zweiteilung beruhen, verwendet die Leitlinie sie weiter. Auf dieser Website sind die Antipsychotika in vier Untergruppen mit eigenen Seiten eingeteilt; ein Wirkstoff kann zu mehreren gehören, etwa wenn es ihn auch als Depotspritze gibt. [1]

Untergruppen der Antipsychotika auf dieser Website, Kennzeichen nach der S3-Leitlinie Schizophrenie, Version 5.0
UntergruppeKennzeichen laut Quelle
Atypische Antipsychotika (zweite Generation)Der Begriff entstand mit Clozapin, das kaum Bewegungsstörungen auslöste; später entwickelte Stoffe wie Olanzapin, Quetiapin und Risperidon wurden ebenso bezeichnet. Die Gruppe ist sehr uneinheitlich, gemeinsam ist ihr ein insgesamt geringeres Risiko für Bewegungsstörungen. [1]
Hochpotente klassische AntipsychotikaMittel der ersten Generation, die stark an D2-Rezeptoren binden. Bewegungsstörungen treten laut Leitlinie vor allem bei Mitteln der ersten Generation mit hoher D2-Blockade auf. [1]
Nieder- und mittelpotente AntipsychotikaSchwächere Bindung an D2-Rezeptoren. Müdigkeit (Sedierung) wird laut Leitlinie vor allem durch sie hervorgerufen, anticholinerge Nebenwirkungen werden eher unter ihnen gesehen. Nach seiner geringen D2-Bindung zählt die Leitlinie auch Clozapin zu den niedrigpotenten Mitteln. [1]
Depot-AntipsychotikaSpritzen in den Muskel mit langer Wirkdauer. Bei der Rückfallvorbeugung sind sie laut Leitlinie ohne relevanten Unterschied ebenso wirksam wie Mittel zum Einnehmen und sollten als Alternative angeboten werden. In Deutschland verwendet werden unter anderem Depotformen von Aripiprazol, Flupentixol, Haloperidol, Olanzapin, Paliperidon, Risperidon und Zuclopenthixol. [1]

Wirkstoffe der Gruppe

  • Amisulpridz. B. SolianAkute und chronische Schizophrenie
  • Aripiprazolz. B. ABILIFY, Aripiprazol-ratiopharm Tabletten, Aripiprazol AbZ TablettenSchizophrenie, manische Episoden bei Bipolar-I-Störung
  • Benperidolz. B. Benperidol-neuraxpharm, GlianimonAkute und chronische Psychosen, manieähnliche (maniforme) Syndrome, Erregungszustände
  • Cariprazinz. B. ReagilaSchizophrenie
  • Chlorprothixenz. B. Chlorprothixen Holsten, Chlorprothixen-neuraxpharmUnruhe und Erregung bei Psychosen, manische Zustände
  • Clozapinz. B. Clozapin AbZ, Clozapin-ratiopharm, ElcritSchizophrenie, wenn andere Antipsychotika nicht wirken oder nicht vertragen werden; Psychosen bei Parkinson-Krankheit, wenn andere Behandlungen erfolglos waren
  • Flupentixolz. B. Flupentixol-neuraxpharm, Fluanxol Depot, FluanxolSchizophrenie (akut und langfristig als Tabletten, langfristig als Depotspritze)
  • Haloperidolz. B. Haldol, Haloperidol-ratiopharmSchizophrenie, Manie, Delir, Erregungszustände, Aggression bei Demenz, Tics, Chorea Huntington
  • Levomepromazinz. B. Levomepromazin-neuraxpharm, NeurocilUnruhe und Erregung bei Psychosen und Manie, starke Schmerzen (in Kombination)
  • Melperonz. B. Melneurin, Melperon AbZ, Melperon-ratiopharmSchlafstörungen, Verwirrtheit, Unruhe und Erregungszustände, insbesondere in der Altersmedizin (Geriatrie) und Psychiatrie
  • Olanzapinz. B. Olanzapin AbZ, Olanzapin-CT, Olanzapin-ratiopharmSchizophrenie, manische Episoden, Vorbeugung bei bipolarer Störung
  • Paliperidonz. B. Invega, Paliperidon AbZ, Paliperidon ALSchizophrenie und schizoaffektive Störungen (Retardtabletten), Erhaltungstherapie der Schizophrenie (monatliche Depotspritze)
  • Perazinz. B. Perazin-neuraxpharmPsychosen, Manie, Erregungszustände
  • Pipamperonz. B. Dipiperon, Pipamperon-neuraxpharmSchlafstörungen, vor allem bei älteren Menschen; Unruhe und Erregungszustände
  • Promethazinz. B. Atosil, Promethazin-neuraxpharmUnruhe- und Erregungszustände, Übelkeit und Erbrechen, Schlafstörungen
  • Prothipendylz. B. Dominal 40 mg, Dominal forte 80 mg, Dominal TropfenUnruhe- und Erregungszustände bei psychiatrischen Erkrankungen
  • Quetiapinz. B. Quetiapin - 1 A Pharma Retardtabletten, Quetiapin-ratiopharm Filmtabletten, Quetiapin-ratiopharm RetardtablettenSchizophrenie, bipolare Störung, Zusatzbehandlung bei Depression (nur Retardtabletten)
  • Risperidonz. B. Risperdal, Risperdal Consta, Risperidon AbZSchizophrenie, Manie, anhaltende Aggression bei Alzheimer-Demenz und bei Kindern mit Verhaltensstörung
  • Sulpiridz. B. Sulpirid-neuraxpharm, Sulpirid - 1 A PharmaSchizophrenie (je nach Präparat), Depression (wenn andere Antidepressiva nicht halfen), Schwindel
  • Tiapridz. B. Tiaprid STADA, Tiaprid AL, Tiaprid NIOSpätdyskinesien durch Neuroleptika
  • Ziprasidonz. B. Ziprasidon-neuraxpharm, Zeldox, Ziprasidon MylanSchizophrenie, Manie bei bipolarer Störung
  • Zuclopenthixolz. B. Ciatyl-Z, Ciatyl-Z Depot, Ciatyl-Z AcuphaseSchizophrenie, Manie, Erregungszustände

Laut S3-Leitlinie unterscheiden sich die verfügbaren Antipsychotika in ihrer Wirksamkeit grundsätzlich weniger als in ihrer Verträglichkeit. Bei einer Schizophrenie soll laut Leitlinie gemeinsam mit Ihnen entschieden werden, welches Mittel und welche Darreichungsform infrage kommen. Zu besprechen sind dabei unter anderem die wichtigsten Beschwerden, frühere Erfahrungen, mögliche Nebenwirkungen auf Stoffwechsel, Bewegung, Herz und Hormone, Nutzen und Risiken eines Verzichts auf Antipsychotika und Ihre Wünsche. Mit dem Ziel, psychotische Beschwerden zu verringern, sollte laut Leitlinie ein einzelnes Antipsychotikum angeboten werden. [1]

Antipsychotika gibt es unter anderem als Tabletten, Schmelztabletten, Tropfen, Saft, kurz wirkende Spritzen und Depotspritzen. Bei Menschen, die an der Behandlung mitwirken, soll laut Leitlinie eine Form zum Einnehmen gewählt werden, es sei denn, sie wünschen eine andere. Spritzen wirken nicht besser und setzen nicht schneller ein; eine beruhigende Wirkung kann nach einer Spritze aber schneller eintreten als nach einer Tablette. [1]

Wie Psychotherapie und Medikamente zusammenwirken, beschreibt die Seite Psychotherapie und Medikamente. Zu Lurasidon steht ein kurzer Abschnitt auf der Seite Atypische Antipsychotika.

Nebenwirkungen im Vergleich

Welche Nebenwirkungen auftreten, hängt laut S3-Leitlinie unter anderem von der chemischen Klasse, der Dosis und der Dauer der Behandlung ab, vor allem aber von der einzelnen Person. Mit Verweis auf die britische NICE-Leitlinie hebt sie Nebenwirkungen auf Stoffwechsel, Bewegung, Herz und Kreislauf und Hormone hervor; weitere betreffen das Wohlbefinden und die Sicherheit. [1]

  • Bewegungsstörungen (extrapyramidal-motorische Störungen, EPS): unwillkürliche Muskelverkrampfungen etwa von Augen, Hals oder Zunge (Frühdyskinesien), Steifigkeit, Zittern und verlangsamte Bewegungen wie bei Parkinson (Parkinsonoid), eine Bewegungsunruhe mit innerer Anspannung (Akathisie) und Spätdyskinesien, etwa an Mund und Zunge. Sie treten laut Leitlinie vor allem bei Mitteln der ersten Generation mit hoher D2-Blockade auf, sind aber bei jedem Antipsychotikum möglich. Die frühen Formen beginnen in der Regel in den ersten Tagen und Wochen und bilden sich zurück, wenn die Dosis verringert oder das Mittel abgesetzt wird; Spätdyskinesien zeigen sich in der Regel erst nach Monaten bis Jahren und bleiben oft auch nach dem Absetzen bestehen. [1]
  • Müdigkeit (Sedierung): vor allem bei nieder- bis mittelpotenten Mitteln, weil diese meist auch Histamin-Rezeptoren blockieren, aber auch bei anderen. Oft ist sie erwünscht; durch sie steigen laut Leitlinie aber die Sturzgefahr und das Risiko für eine Lungenentzündung. [1]
  • Gewicht und Stoffwechsel: Gewichtszunahme ist laut Leitlinie ein sehr ernstes Problem, besonders bei Mitteln der zweiten Generation. Einige Wirkstoffe scheinen außerdem ein Risikofaktor für einen Diabetes zu sein; Menschen mit Schizophrenie haben schon vor einer Behandlung ein erhöhtes Risiko dafür. [1]
  • Herz und Kreislauf: Manche Mittel verlängern die QTc-Zeit im EKG, dann steigt das Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen. Mittel, die bestimmte Rezeptoren an den Blutgefäßen (Alpha-1-Rezeptoren) blockieren, können beim Aufstehen den Blutdruck absinken lassen, mit Schwindel, Ohnmacht und Sturzgefahr. [1]
  • Prolaktin: Ein erhöhter Spiegel dieses Hormons kann laut Leitlinie unter anderem zu weniger Lust auf Sex, Milchfluss aus der Brust, einer Vergrößerung der Brust, Unfruchtbarkeit und bei Frauen zu ausbleibender oder seltener Regelblutung führen. [1]
  • Anticholinerge Wirkungen, die auf einer Hemmung des Botenstoffs Acetylcholin beruhen: Sie zeigen sich laut Leitlinie eher bei nieder- bis mittelpotenten klassischen Mitteln, aber auch bei Olanzapin oder Clozapin. Verstopfung kann unter verschiedenen Antipsychotika auftreten. [1]

Die Tabelle zeigt für jeden Wirkstoff mit geprüftem Datensatz die höchste Häufigkeitsangabe seiner Produktinformation für Bewegungsstörungen, Müdigkeit, Gewicht, Herzrhythmus, Blutdruck und Blutzucker, ohne Rangfolge; eine Häufigkeit sagt nichts darüber, wie stark eine Beschwerde ist. Aufgeführt sind auch Mittel, die nicht für Psychosen zugelassen sind. Weitere Beschwerden wie ein Anstieg des Prolaktins stehen auf den Nebenwirkungsseiten unten.

Häufigkeit ausgewählter Nebenwirkungen je Wirkstoff: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffBewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)Sitzunruhe (Akathisie)SpätdyskinesienMüdigkeitGewichtszunahmeHerzrhythmusstörungenNiedriger BlutdruckErhöhter Blutzucker
AmisulpridSehr häufigSehr häufigGelegentlichHäufigHäufigSeltenHäufigGelegentlich
AripiprazolHäufigHäufigGelegentlichHäufigNicht bekanntNicht bekanntGelegentlichHäufig
BenperidolSehr häufigSehr häufigNicht bekanntSehr häufigNicht bekanntNicht bekanntHäufigNicht bekannt
CariprazinSehr häufigSehr häufigGelegentlichHäufigHäufigHäufigGelegentlichGelegentlich
ChlorprothixenHäufigGelegentlichGelegentlichSehr häufigSehr häufigHäufigSehr häufigSelten
ClozapinHäufigHäufigSehr seltenSehr häufigHäufigSeltenHäufigSelten
FlupentixolSehr häufigSehr häufigGelegentlichSehr häufigHäufigSeltenSehr häufigSelten
HaloperidolSehr häufigHäufigHäufigHäufigHäufigGelegentlichHäufignicht genannt
LevomepromazinHäufigHäufigGelegentlichSehr häufigHäufigSehr häufigSehr häufignicht genannt
MelperonNicht bekanntNicht bekanntNicht bekanntNicht bekanntNicht bekanntNicht bekanntNicht bekanntnicht genannt
OlanzapinHäufigHäufigGelegentlichSehr häufigSehr häufigGelegentlichSehr häufigHäufig
PaliperidonHäufigHäufigGelegentlichHäufigHäufigGelegentlichGelegentlichHäufig
PerazinHäufigGelegentlichGelegentlichHäufigGelegentlichNicht bekanntHäufigHäufig
PipamperonSehr häufigHäufigNicht bekanntSehr häufigNicht bekanntSeltenHäufignicht genannt
PromethazinNicht bekanntnicht genanntNicht bekanntSehr häufigNicht bekanntSehr seltenNicht bekanntnicht genannt
QuetiapinSehr häufigSehr häufigGelegentlichSehr häufigSehr häufigGelegentlichHäufigHäufig
RisperidonSehr häufigHäufigGelegentlichSehr häufigHäufigGelegentlichGelegentlichGelegentlich
SulpiridHäufigNicht bekanntNicht bekanntHäufigHäufigSeltenGelegentlichnicht genannt
TiapridHäufigGelegentlichSeltenHäufigGelegentlichSeltenGelegentlichnicht genannt
ZiprasidonHäufigHäufigHäufigSehr häufigHäufigGelegentlichGelegentlichnicht genannt
ZuclopenthixolSehr häufigSehr häufigGelegentlichSehr häufigHäufigSeltenHäufigSelten

Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung mit Häufigkeit auf. Das bedeutet nicht, dass sie nicht auftreten kann; Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Produktinformation stehen ebenfalls auf der Wirkstoffseite. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.

Nicht in der Tabelle, weil Packungsbeilage bzw. Fachinformation die Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangaben nennen: Prothipendyl. Die Beschwerden stehen auf der Wirkstoffseite.

Nebenwirkungen sollen laut Leitlinie aktiv erfragt werden; je nach Schwere soll eine Anpassung der Dosis, ein Wechsel auf ein anderes Mittel oder das Absetzen angeboten werden. Ändern Sie nichts auf eigene Faust, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr zu einzelnen Beschwerden: Bewegungsstörungen, Unruhe und Akathisie, Spätdyskinesien, Müdigkeit, Gewichtszunahme, Blutzucker und Blutfette, Herz und QT-Zeit, Prolaktin und sexuelle Funktionsstörungen. [1]

Wirkungseintritt und Dauer

Mann Ende dreißig mit kurzem Bart rührt in einer hellen Küche einen Topf Gemüsesuppe um
Bild: KI-generiert

Eine beruhigende Wirkung unterscheidet sich laut S3-Leitlinie von der eigentlichen Wirkung gegen die Psychose, die mehrere Tage oder Wochen dauern kann. Bei einer Schizophrenie soll nach zwei bis vier Wochen geprüft werden, ob die Behandlung anspricht. Bleibt eine Besserung trotz ausreichender Dosis aus und sind andere Ursachen ausgeschlossen, etwa eine unregelmäßige Einnahme oder Drogenkonsum, soll ein Wechsel auf ein anderes Antipsychotikum angeboten werden. Auch nach Wochen mit unveränderter Dosis kann sich der Zustand noch weiter bessern. [1]

Zur Rückfallvorbeugung soll bei einer Schizophrenie laut Leitlinie eine kontinuierliche Behandlung mit Antipsychotika angeboten werden, nach einer ersten Erkrankung ebenso wie bei wiederkehrenden Episoden, jeweils nach individueller Abwägung von Nutzen und Risiken. Angeboten werden soll dafür das Antipsychotikum, das gut geholfen hat, wenn die Verträglichkeit nicht dagegen spricht; eine Depotspritze sollte als Alternative angeboten werden. Die Dosis soll so niedrig wie möglich und so hoch wie nötig sein. Ob und nach welcher Zeit Antipsychotika abgesetzt werden können, hält die Leitlinie für schwer zu beantworten, weil randomisierte Studien dazu nicht länger als zwei bis drei Jahre dauerten. [1]

Mehr dazu auf den Seiten Wann wirken Psychopharmaka?, Wie lange werden Psychopharmaka genommen? und Medikament wechseln.

Absetzen

Bei einer Schizophrenie können eine Verringerung der Dosis und ein Absetzen laut S3-Leitlinie in allen Krankheitsstadien im Rahmen einer gemeinsamen Entscheidung angeboten werden, wenn Sie ausreichend stabil sind und unterstützt werden, regelmäßige Kontrollen möglich sind und keine Gefahr für Sie oder andere besteht. In jedem Fall soll über das erhöhte Rückfallrisiko beim Absetzen aufgeklärt werden; nach dem Absetzen soll mindestens zwei Jahre lang eine Beobachtung auf Anzeichen eines Rückfalls angeboten werden. [1]

Wird abrupt abgesetzt, können laut Leitlinie viele körperliche und seelische Absetzerscheinungen auftreten, in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen. Genannt werden unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwitzen, Schwindel, Herzrasen, Schlafstörungen, Angst und Unruhe, unwillkürliche Bewegungen (Absetzdyskinesien) und erneute psychotische Beschwerden, die von der ursprünglichen Erkrankung nicht immer zu unterscheiden sind. Um solche Erscheinungen zu vermeiden, hält die Leitlinie eine langsame Verringerung für sinnvoll, teilweise über Monate; Clozapin sollte nur langsam verringert und abgesetzt werden. [1]

Verringern und Absetzen geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Antipsychotika absetzen und Absetzsymptome. Die Leitlinie nennt als Vorbereitung unter anderem einen Krisenplan mit Frühwarnzeichen; einen eigenen können Sie mit dem Krisenplan anlegen, Beschwerden und Stimmung im Stimmungstagebuch festhalten. [1]

Worauf Sie achten sollten

Bei Menschen mit Schizophrenie ist das Suizidrisiko laut S3-Leitlinie erheblich erhöht; besonders kritisch scheint die Zeit nach der ersten Diagnose zu sein. Zu den Umständen, die bei der Einschätzung berücksichtigt werden sollten, zählt die Leitlinie unter anderem depressive Beschwerden, eine unzureichende antipsychotische Behandlung, eine durch Medikamente ausgelöste Akathisie, Substanzkonsum und die Entlassung aus der Klinik. Suizidalität soll offen und einfühlsam angesprochen werden. Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, holen Sie sich sofort Hilfe. [1]

Malignes neuroleptisches Syndrom

Das maligne neuroleptische Syndrom (MNS) ist laut Fachinformation von Haloperidol eine seltene Reaktion auf Antipsychotika und laut S3-Leitlinie eine lebensbedrohliche psychiatrische Notfallsituation. Beschrieben wurde es vor allem bei hochpotenten Mitteln der ersten Generation in den ersten zwei bis vier Wochen nach Beginn der Behandlung; grundsätzlich kann es bei jedem Antipsychotikum auftreten. Anzeichen sind unter anderem Fieber mit starkem Schwitzen, Muskelsteifigkeit, Bewusstseinsstörungen oder Verwirrtheit, Herzrasen und ein erhöhter oder schwankender Blutdruck. Mehr unter Malignes neuroleptisches Syndrom. [1, 3]

Ältere Menschen mit Demenz

Bei älteren Menschen mit einer Psychose im Rahmen einer Demenz ist das Sterblichkeitsrisiko unter Antipsychotika laut Fachinformation von Haloperidol erhöht. Die Fachinformation von Risperidon nennt für ältere Menschen mit Demenz unter atypischen Antipsychotika ein erhöhtes und unter klassischen ein leicht erhöhtes Sterblichkeitsrisiko, außerdem ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und andere Durchblutungsstörungen des Gehirns unter einigen atypischen Antipsychotika. [3, 5]

Einzelne Mittel sind laut Fachinformation unter engen Bedingungen bei Demenz zugelassen, etwa Haloperidol bei anhaltender Aggression und psychotischen Beschwerden im Rahmen einer mittelschweren bis schweren Alzheimer- oder vaskulären Demenz, Risperidon für eine Kurzzeitbehandlung von bis zu 6 Wochen bei anhaltender Aggression im Rahmen einer mäßigen bis schweren Alzheimer-Demenz, jeweils wenn Maßnahmen ohne Medikamente nicht helfen und eine Gefahr für die Person selbst oder andere besteht. Menschen mit anderen Demenzformen als der Alzheimer-Demenz sollen laut Fachinformation nicht mit Risperidon behandelt werden, und Clozapin ist nicht für Verhaltensstörungen bei Demenz zugelassen. Mehr unter Demenz und Psychopharmaka im Alter. [3, 5, 6]

Wechselwirkungen, Alkohol und Autofahren

Haloperidol kann laut Fachinformation die dämpfende Wirkung von Alkohol und anderen dämpfenden Arzneimitteln wie Schlaf- und Beruhigungsmitteln verstärken; zusammen mit Mitteln, die die QT-Zeit verlängern, darf es nicht angewendet werden. Risperidon soll laut Fachinformation wegen der Gefahr stärkerer Müdigkeit mit Vorsicht zusammen mit Alkohol und anderen zentral wirksamen Mitteln angewendet werden. Rauchen kann laut S3-Leitlinie den Blutspiegel verschiedener Antipsychotika senken. Beide Fachinformationen empfehlen, kein Fahrzeug zu führen und keine Maschinen zu bedienen, solange die individuelle Empfindlichkeit nicht bekannt ist; unter Haloperidol kann es zu Müdigkeit oder einer verlangsamten Reaktion kommen, besonders zu Beginn, bei höherer Dosis und zusammen mit Alkohol. Mehr unter Psychopharmaka kombinieren, Alkohol, Rauchen und Autofahren. [1, 3, 5]

Kontrollen

Vor Beginn einer Behandlung mit Antipsychotika sollen bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie Laborwerte bestimmt und ein EKG abgeleitet werden; bei Frauen im gebärfähigen Alter soll eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Für die Kontrollen während der Behandlung gibt die Leitlinie eine Übersicht als Orientierungshilfe; bei Beschwerden werden die Abstände angepasst, und Sie und Ihre Angehörigen sollen darüber informiert werden. Unter Clozapin wird das Blutbild nach festen Vorgaben kontrolliert, in den ersten 18 Behandlungswochen wöchentlich. Mehr unter Kontrollen und Blutwerte. [1]

Schwangerschaft und Stillzeit

Bei einer Schizophrenie soll sich das Angebot von Medikamenten in der Schwangerschaft laut S3-Leitlinie auf Situationen beschränken, in denen die Folgen der unbehandelten Erkrankung die möglichen Gefahren für das Kind überwiegen; zur Bewertung sollen Datenbanken wie Embryotox und die Fachinformationen genutzt werden. Laut Embryotox sollte eine bestehende antipsychotische Dauerbehandlung in keinem Fall abrupt verringert oder abgesetzt werden, weil das die Rückfallgefahr erhöht; in einer bereits bestehenden Schwangerschaft ist es meist sinnvoll, sie unverändert fortzuführen. Auf seiner Informationsseite zu Psychosen nennt Embryotox unter "Mittel der Wahl" viele atypische Antipsychotika, insbesondere Quetiapin, als geeignet für Schwangerschaft und Wochenbett. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr unter Schwangerschaft und Kinderwunsch und Stillzeit. [1, 11]

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern und Jugendlichen hängt die Zulassung vom Wirkstoff, vom Alter und vom Anwendungsgebiet ab. Haloperidol zum Beispiel ist laut Fachinformation bei Jugendlichen von 13 bis 17 Jahren für die Schizophrenie zugelassen, wenn andere Behandlungen versagt haben oder nicht vertragen werden. Welche atypischen Antipsychotika ab welchem Alter zugelassen sind, zeigt die Seite Atypische Antipsychotika; Hinweise für Eltern stehen unter Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen. [3]

Abgrenzung zu verwandten Gruppen

Bei einer Schizophrenie mit ausgeprägter Erregung, Angst und innerer Unruhe kann laut S3-Leitlinie zeitlich befristet zusätzlich ein Benzodiazepin angeboten werden; eine langfristige Dauereinnahme soll nicht erfolgen. Bleiben trotz verbesserter antipsychotischer Behandlung depressive Beschwerden, die die Kriterien einer depressiven Episode erfüllen, soll zusätzlich ein Antidepressivum angeboten werden. Lithium, Carbamazepin oder Valproinsäure sollten Menschen mit Schizophrenie gegen depressive Beschwerden nicht angeboten werden; diese Mittel beschreibt die Seite Stimmungsstabilisierer. Was beim Kombinieren gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren. [1]

Quellen

  1. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (veröffentlicht 15.07.2026); laut DGPPN-Übersicht gültig bis 12.07.2027. abgerufen am 23.10.2026
  2. Leitlinien (Übersicht der S3-Leitlinien mit Gültigkeit), Eintrag Schizophrenie. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). abgerufen am 23.10.2026
  3. Fachinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025 (Version 3). abgerufen am 23.10.2026
  4. Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2024 (Version 10). abgerufen am 23.10.2026
  5. Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026 (Version 3). abgerufen am 23.10.2026
  6. Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026 (Version 7). abgerufen am 23.10.2026
  7. Fachinformation Pipamperon-neuraxpharm 40 mg Tabletten, Pipamperon-neuraxpharm 120 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 23.10.2026
  8. Fachinformation Melperon STADA 10 mg und 25 mg Filmtabletten, 25 mg/5 ml Lösung zum Einnehmen. STADAPHARM GmbH. Stand 06/2022. abgerufen am 23.10.2026
  9. Fachinformation Tiaprid STADA 100 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2023. abgerufen am 23.10.2026
  10. Fachinformation Benperidol-neuraxpharm 2 mg/4 mg/10 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 23.10.2026
  11. Embryotox: Psychosen. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Antipsychotika (Neuroleptika) auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Neuroleptika und Antipsychotika?

Beide Wörter meinen dieselbe Gruppe von Medikamenten. Neuroleptikum ist der ältere Begriff; er lässt sich mit "Nervendämpfungsmittel" übersetzen und stellt die dämpfende Wirkung der ersten Mittel in den Vordergrund. Seit es Mittel gibt, die kaum dämpfen oder Bewegungsstörungen auslösen, gibt die S3-Leitlinie Schizophrenie dem Begriff Antipsychotikum den Vorzug.

Welche Neuroleptika gibt es?

Die S3-Leitlinie teilt Antipsychotika nach chemischer Struktur ein, etwa in Phenothiazine, Thioxanthene, Butyrophenone und Benzamide, außerdem nach Potenz und nach erster und zweiter Generation; zur zweiten gehören etwa Clozapin, Olanzapin, Quetiapin und Risperidon. Alle Wirkstoffe mit eigener Seite stehen in der Liste auf dieser Seite.

Was bedeutet erste und zweite Generation?

Antipsychotika der ersten Generation, auch klassische oder konventionelle genannt, sind die älteren Mittel wie Haloperidol. Die zweite Generation, auch atypische Antipsychotika genannt, ist laut S3-Leitlinie eine sehr uneinheitliche Gruppe; gemeinsam ist ihr ein insgesamt geringeres Risiko für Bewegungsstörungen. Gewichtszunahme ist laut Leitlinie besonders bei Mitteln der zweiten Generation ein sehr ernstes Problem. Mehr dazu auf der Seite Atypische Antipsychotika.

Welche Nebenwirkungen haben Neuroleptika?

Die S3-Leitlinie hebt Bewegungsstörungen wie Muskelverkrampfungen, Akathisie und Spätdyskinesien hervor, außerdem Gewichtszunahme und Stoffwechselveränderungen, Folgen für Herz und Kreislauf und einen Anstieg des Hormons Prolaktin; dazu kommen etwa Müdigkeit und anticholinerge Wirkungen wie Verstopfung. Wie häufig eine Beschwerde bei einem Wirkstoff ist, zeigt die Vergleichstabelle auf dieser Seite.

Gibt es Neuroleptika ohne Nebenwirkungen?

Nein. Bewegungsstörungen und das maligne neuroleptische Syndrom sind laut S3-Leitlinie grundsätzlich bei jedem Antipsychotikum möglich. Bei einer ersten Erkrankung an Schizophrenie soll sich die Auswahl laut Leitlinie vor allem an den Nebenwirkungen orientieren; welches Mittel zu Ihnen passt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wofür werden Neuroleptika eingesetzt?

Vor allem bei Schizophrenie und anderen Psychosen. Einzelne Wirkstoffe sind laut Fachinformation auch für weitere Anwendungsgebiete zugelassen, zum Beispiel Haloperidol unter anderem bei Manie, Delir und schweren Tics, Pipamperon und Melperon unter anderem bei Schlafstörungen und Tiaprid bei Spätdyskinesien durch Neuroleptika. Was für ein Mittel gilt, steht auf seiner Wirkstoffseite.

Werden Neuroleptika bei Demenz eingesetzt?

Einzelne Mittel sind dafür laut Fachinformation unter engen Bedingungen zugelassen, etwa Haloperidol und Risperidon bei anhaltender Aggression im Rahmen bestimmter Demenzformen, wenn Maßnahmen ohne Medikamente nicht helfen. Bei älteren Menschen mit Demenz ist das Sterblichkeitsrisiko unter Antipsychotika laut Fachinformation erhöht, und unter einigen atypischen Antipsychotika auch das Risiko für Schlaganfälle. Mehr dazu auf der Seite Demenz.

Was gilt bei einer Parkinson-Krankheit?

Bei einer Parkinson-Krankheit und bei einer Lewy-Körper-Demenz darf Haloperidol laut Fachinformation nicht angewendet werden. Bei Risperidon sollen Ärztinnen und Ärzte in diesen Fällen laut Fachinformation Nutzen und Risiken abwägen; die Parkinson-Krankheit kann sich unter Risperidon verschlimmern, und das Risiko für ein malignes neuroleptisches Syndrom kann erhöht sein. Clozapin ist in der Stärke 100 mg laut Fachinformation bei Psychosen im Verlauf einer Parkinson-Krankheit zugelassen, wenn die Standardbehandlung versagt hat.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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