MedikamenteWirkstoff

Clozapin

Clozapin ist ein verschreibungspflichtiges Antipsychotikum, zugelassen bei Schizophrenie, wenn andere Antipsychotika nicht ausreichend gewirkt oder schwere, nicht behandelbare neurologische Nebenwirkungen ausgelöst haben, und bei Psychosen im Verlauf einer Parkinson-Krankheit, wenn die Standardbehandlung versagt hat. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Leponex. Weil Clozapin einen schweren Mangel an weißen Blutkörperchen (Agranulozytose) auslösen kann, sind vor und während der Behandlung regelmäßige Blutuntersuchungen nötig; bei Fieber oder anderen Zeichen einer Infektion informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Mann Ende dreißig mit kurzen braunen Haaren topft am Morgen an einem hellen Holztisch in der Küche eine grüne Pflanze um
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Wofür wird Clozapin eingesetzt?

Clozapin ist zur Behandlung einer Schizophrenie zugelassen, die auf andere Mittel nicht ausreichend anspricht (therapieresistente Schizophrenie). Als therapieresistent gilt laut Fachinformation eine Schizophrenie, bei der sich trotz angemessener Dosen von mindestens zwei verschiedenen Neuroleptika, darunter ein atypisches, über eine angemessene Dauer keine befriedigende Besserung einstellt. Neuroleptika ist die traditionelle Bezeichnung für Antipsychotika. Zugelassen ist Clozapin außerdem für Menschen mit Schizophrenie, bei denen andere Neuroleptika, darunter ein atypisches, schwere neurologische Nebenwirkungen auslösen, die sich nicht behandeln lassen. [2, 5]

Die Packungsbeilage beschreibt die Schizophrenie als psychiatrische Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Verhalten beeinflusst. Sie fasst die Voraussetzung so zusammen: Clozapin darf nur eingenommen werden, wenn schon Behandlungsversuche mit mindestens zwei anderen Antipsychotika unternommen wurden, eines davon ein neueres atypisches, und diese Mittel nicht wirkten oder Nebenwirkungen hatten, die nicht behandelt werden konnten. [1]

Das zweite Anwendungsgebiet sind Psychosen im Verlauf einer Parkinson-Krankheit, wenn die Standardbehandlung versagt hat; die Packungsbeilage spricht von schweren Störungen des Denkens, Fühlens und Verhaltens bei Parkinson-Krankheit, bei denen andere Arzneimittel nicht gewirkt haben. Wegen des Risikos einer Agranulozytose ist die Anwendung laut Fachinformation auf diese beiden Anwendungsgebiete beschränkt und auf Menschen, bei denen regelmäßige Blutbildkontrollen möglich sind. [1, 2]

Die S3-Leitlinie Schizophrenie (Version 5.0, 2026) empfiehlt: Bei gesicherter medikamentöser Behandlungsresistenz soll nach Abwägung von Nutzen und Risiken, entsprechender Aufklärung und unter Einhaltung der notwendigen Begleituntersuchungen ein Behandlungsversuch mit Clozapin angeboten werden, und zwar zunächst als alleiniges Antipsychotikum (Monotherapie). [5]

Für die Behandlung von Verhaltensstörungen bei Demenz ist Clozapin laut Fachinformation nicht zugelassen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren sind Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen; eine Anwendung sollte nicht erfolgen, bis weitere Daten vorliegen. [2]

Wie wirkt Clozapin?

Clozapin gehört zu den Antipsychotika, Arzneimitteln zur Behandlung bestimmter psychiatrischer Erkrankungen wie Psychosen, und dort zu den atypischen Antipsychotika. Laut Fachinformation unterscheidet es sich von den herkömmlichen Neuroleptika: An die Andockstellen (Rezeptoren) für den Botenstoff Dopamin vom Typ D1, D2, D3 und D5 bindet es nur schwach, an den Typ D4 dagegen stark. [1, 2, 4]

Außerdem wirkt Clozapin stark gegen die Botenstoffe Noradrenalin (an den sogenannten Alpha-Rezeptoren), Acetylcholin und Histamin und hat auch Eigenschaften gegen Serotonin gezeigt. Die Nebenwirkungen lassen sich laut Fachinformation zum größten Teil aus diesen Eigenschaften ableiten; eine wichtige Ausnahme ist die Agranulozytose. Klinisch bewirkt Clozapin eine schnelle und ausgeprägte Beruhigung (Sedierung) und wirkt antipsychotisch bei Menschen, bei denen andere Arzneimittel nicht ausreichend geholfen haben. [2]

Den Spiegel des Hormons Prolaktin erhöht Clozapin laut Fachinformation nur gering oder gar nicht; Nebenwirkungen wie eine Vergrößerung der männlichen Brustdrüse, ein Ausbleiben der Monatsblutung, Milchfluss aus der Brust und Erektionsstörungen werden dadurch vermieden. [2]

Nach der Einnahme wird Clozapin zu 90 bis 95 Prozent aufgenommen, Mahlzeiten beeinflussen das nicht. Bei zweimal täglicher Einnahme ist der höchste Spiegel im Blut nach 2,1 Stunden erreicht. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt im Mittel 12 Stunden (6 bis 26 Stunden). Abgebaut wird Clozapin fast vollständig, vor allem über die Enzyme CYP1A2 und CYP3A4. Mittel, die diese Enzyme hemmen oder anregen, können den Spiegel laut Fachinformation verändern; das gilt auch für Koffein und für einen plötzlichen Rauchstopp, mehr dazu unter Wechselwirkungen. [2]

Wann wirkt Clozapin und wie lange wird behandelt?

Zu Beginn steigert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis schrittweise, um die Risiken eines niedrigen Blutdrucks, von Krampfanfällen und Schläfrigkeit gering zu halten; ab 60 Jahren beginnt die Behandlung möglicherweise mit einer niedrigeren Dosis, die langsamer erhöht wird. Selten wurde ein schwerer Kreislaufkollaps berichtet, eher in der Einstellphase bei schneller Dosissteigerung und in Einzelfällen schon nach der ersten Dosis. Menschen, die mit Clozapin beginnen, sollten deshalb laut Fachinformation engmaschig medizinisch überwacht werden. [1, 2]

Einen festen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Bei einer Schizophrenie zeigte laut S3-Leitlinie eine große Auswertung vieler Studien, dass die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar waren; manche Menschen brauchen länger, bis die Behandlung anspricht. Ob sie anspricht, soll laut Leitlinie nach zwei bis vier Wochen überprüft werden. [5]

Bei Schizophrenie sollte die Behandlung laut Fachinformation mindestens 6 Monate fortgesetzt werden, die Packungsbeilage sagt, dass Clozapin mindestens 6 Monate eingenommen werden muss. Wirkt Clozapin gut, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt versuchen, die Dosis zu verringern. Zur Rückfallvorbeugung soll bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie das Antipsychotikum angeboten werden, das schon zu einem guten Ansprechen geführt hat, sofern keine Verträglichkeitsgründe dagegensprechen. Die Fachinformation nennt die Rückfallvorbeugung nicht als eigenes Anwendungsgebiet. [1, 2, 5]

Wie lange Sie Clozapin nehmen, legen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest. Veränderungen können Sie im Stimmungstagebuch festhalten; mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? und zu den ersten Wochen unter Die ersten Wochen mit einem Psychopharmakon.

  1. BeginnDie Behandlung beginnt erst, wenn das Blutbild normal ist. Die Dosis wird laut Fachinformation vorsichtig und auf mehrere Gaben am Tag verteilt gesteigert, um Blutdruckabfall, Krampfanfälle und starke Müdigkeit möglichst zu vermeiden; ab 60 Jahren wird laut Fachinformation ein Beginn mit einer besonders niedrigen Dosis empfohlen. Selten wurde ein schwerer Kreislaufkollaps berichtet, eher in der Einstellphase bei schneller Dosissteigerung und in Einzelfällen schon nach der ersten Dosis; wer mit Clozapin beginnt, sollte daher engmaschig medizinisch überwacht werden. Vor allem in den ersten 3 Wochen kann vorübergehend Fieber über 38 °C auftreten; Menschen mit Fieber sollten sorgfältig untersucht werden, um eine Infektion oder eine Agranulozytose auszuschließen. Eine Herzmuskelentzündung tritt laut Fachinformation insbesondere in den ersten zwei Monaten auf, laut S3-Leitlinie in der Regel in den ersten 4 Wochen; den Häufigkeitsgipfel der Agranulozytose (schwerer Mangel an weißen Blutkörperchen) nennt die Leitlinie zwischen der 6. und der 16. Behandlungswoche.[1, 2, 5]
  2. Erste WirkungBei einer Schizophrenie zeigte laut S3-Leitlinie eine Analyse von 119 Studien, dass die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar waren; manche Menschen brauchen länger, bis die Behandlung anspricht. Ob sie anspricht, soll laut Leitlinie nach zwei bis vier Wochen überprüft werden.[5]
  3. ErhaltungNach Erreichen des größten Nutzens können viele Menschen laut Fachinformation mit einer niedrigeren Dosis weiterbehandelt werden; empfohlen wird, die Dosis dafür vorsichtig zu verringern. Bei Schizophrenie sollte die Behandlung laut Fachinformation mindestens 6 Monate fortgesetzt werden, laut Packungsbeilage muss Clozapin mindestens 6 Monate eingenommen werden. Laut S3-Leitlinie soll bei einer Schizophrenie eine Behandlung zur Rückfallvorbeugung ohne Unterbrechung angeboten werden, mit dem Mittel, das gut gewirkt hat, wenn es vertragen wird; eine feste Dauer nennt die Leitlinie nicht. Bei Psychosen im Verlauf einer Parkinson-Krankheit kann die Parkinson-Behandlung laut Fachinformation erhöht werden, wenn die psychotischen Beschwerden mindestens 2 Wochen vollständig abgeklungen sind und die Beweglichkeit es erfordert.[1, 2, 5]
  4. AbsetzenBeenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Für eine geplante Beendigung empfiehlt die Fachinformation, die Dosis schrittweise über 1 bis 2 Wochen zu verringern; muss Clozapin plötzlich abgesetzt werden, etwa wegen einer Verminderung der weißen Blutkörperchen, muss sorgfältig auf ein Wiederauftreten der Psychose und auf Absetzerscheinungen wie Schwitzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall geachtet werden. Laut S3-Leitlinie sollte Clozapin nur langsam verringert und abgesetzt werden, weil ein erhöhtes Risiko für einen Rebound (rasches Wiederauftreten von Beschwerden nach dem Absetzen) angenommen wird; bei schnellem Absetzen ist auch ein Delir möglich. Bei einer Schizophrenie soll laut Leitlinie über das erhöhte Rückfallrisiko aufgeklärt werden; nach dem Absetzen soll mindestens zwei Jahre lang eine fortlaufende Beobachtung auf Zeichen eines Rückfalls angeboten werden. Liegt die letzte Einnahme mehr als 2 Tage zurück, beginnt eine erneute Behandlung wieder mit der Anfangsdosis.[1, 2, 5]

Nebenwirkungen im Blick

Die häufigsten Nebenwirkungen sind laut Fachinformation Schläfrigkeit, Schwindel, schneller Herzschlag (Tachykardie), Verstopfung und übermäßiger Speichelfluss. Besonders in den ersten Wochen kann es zu schnellem Herzschlag und zu einem Blutdruckabfall beim Aufstehen kommen, mit oder ohne Bewusstlosigkeit. Wie häufig und wie stark der Blutdruck abfällt, wird davon beeinflusst, wie schnell und wie weit die Dosis gesteigert wird. Vor allem in den ersten 3 Wochen kann vorübergehend Fieber über 38 °C auftreten. Menschen mit Fieber sollten sorgfältig untersucht werden, um eine Infektion oder eine Agranulozytose auszuschließen. [2]

Als schwerwiegendste Nebenwirkungen nennt die Fachinformation die Agranulozytose, Krampfanfälle, Wirkungen auf Herz und Kreislauf und Fieber. Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) tritt insbesondere, aber nicht ausschließlich, in den ersten zwei Monaten auf, eine Erkrankung des Herzmuskels (Kardiomyopathie) im Allgemeinen später. Die Neigung zu Krampfanfällen steigt mit der Dosis; wahrscheinlicher sind sie bei schneller Dosissteigerung und bei einer schon bestehenden Epilepsie. [2]

Gewichtszunahme ist häufig, ein erhöhter Blutzucker und Diabetes sind selten, sehr hohe Blutfettwerte sehr selten. Clozapin kann laut Fachinformation die Darmbewegung verringern; beobachtet wurden unter anderem Verstopfung, Darmverschluss und Darmlähmung. Eine schwere Verstopfung muss ärztlich behandelt werden, damit es nicht zu weiteren Komplikationen kommt. Ein leicht erhöhtes Risiko für Blutkrebs wurde beobachtet, insbesondere bei längerer Behandlung; mögliche Zeichen sind unter anderem unerklärliches Fieber, geschwollene Drüsen, anhaltende Infektionen, Nachtschweiß und leichte Blutergüsse. [1, 2]

Bewegungsstörungen wie Zittern, Steifigkeit oder die Unfähigkeit, bewegungslos zu bleiben (Akathisie), sind häufig, unkontrollierbare Bewegungen von Mund, Zunge und Gliedern (Spätdyskinesie) sehr selten. Bei Männern kann der Samen in die Harnblase gelangen statt nach außen (Häufigkeit nicht bekannt), sehr selten ist eine schmerzhafte Dauererektion (Priapismus). Nach plötzlichem Absetzen sind Entzugserscheinungen möglich; mehr dazu unter Einnahme und Absetzen. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Clozapin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie), mögliche Zeichen sind Erkältungsanzeichen, Fieber, grippeartige Beschwerden, Halsschmerzen oder andere Infektionen; erhöhte Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) und bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie)[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
  • Häufig: Sprachstörungen, z. B. undeutliche Aussprache (Dysarthrie)[1, 2]
  • Sehr häufig: Schläfrigkeit (Sedierung), Benommenheit und Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Krampfanfälle und Muskelzuckungen (myoklonische Zuckungen)[1, 2]
  • Häufig: Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome): Zittern, Steifigkeit (Rigor), ungewöhnliche Bewegungen, Unfähigkeit, sich zu bewegen, und Unfähigkeit, bewegungslos zu bleiben (Akathisie)[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Verschwommenes Sehen[1, 2]
  • Sehr häufig: Schneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]
  • Häufig: Veränderungen im EKG[1, 2]
  • Häufig: Ohnmacht (Synkope), Schwäche oder Schwindel nach Lagewechsel (orthostatische Hypotonie) und Bluthochdruck[1, 2]
  • Sehr häufig: Verstopfung, die schwer sein kann und ärztlich behandelt werden muss; vermehrte Speichelbildung[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Mundtrockenheit[1, 2]
  • Häufig: Geringfügige Abweichungen der Leberwerte (erhöhte Leberenzymwerte)[1, 2]
  • Häufig: Verlust der Blasenkontrolle (Harninkontinenz) und Probleme beim Wasserlassen (Harnverhalt)[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeit, Fieber, gutartige Erhöhung der Körpertemperatur, Störung der Schweiß- und Temperaturregulation mit vermehrtem Schwitzen[1, 2]

Alle Nebenwirkungen von Clozapin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Was Angaben wie "häufig" oder "selten" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Blutbildveränderungen, Gewichtszunahme, Blutzucker und Blutfette, Müdigkeit, Bewegungsstörungen, Herz und QT-Zeit, malignes neuroleptisches Syndrom und sexuelle Probleme.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei vielen Warnzeichen sagt die Packungsbeilage: Informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die nächste Tablette einnehmen. Das gilt besonders für Anzeichen einer Erkältung, Fieber, grippeartige Beschwerden, Halsschmerzen oder eine andere Infektion; dann muss dringend eine Blutuntersuchung erfolgen. Laut Fachinformation muss die Praxis Sie bei jedem Termin daran erinnern, sich bei jeder beginnenden Infektion sofort zu melden. [1, 2]

Suizidgedanken nennen Packungsbeilage und Fachinformation von Clozapin nicht als Nebenwirkung. Bei einer Schizophrenie ist das Suizidrisiko laut S3-Leitlinie aber erheblich erhöht; besonders kritisch scheint die Zeit nach der ersten Diagnose zu sein, und als wichtige Risikofaktoren nennt die Leitlinie unter anderem depressive Beschwerden und frühere Suizidversuche. Laut Leitlinie soll Suizidalität offen und einfühlsam angesprochen werden. Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder wenden Sie sich sofort an eines der folgenden Hilfsangebote. [1, 2, 5]

Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Anfang sechzig geht an einem milden Nachmittag mit ihrem erwachsenen Sohn einen ruhigen Parkweg entlang und unterhält sich mit ihm
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Ändern Sie die Dosis nicht selbst und beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Achten Sie laut Packungsbeilage darauf, dass die erste Blutuntersuchung gemacht wurde, bevor Sie mit der Einnahme beginnen; wann und wo die weiteren Untersuchungen stattfinden, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Laut Fachinformation sollen Rezepte nicht für einen längeren Zeitraum ausgestellt werden als der Abstand zwischen zwei Blutbildkontrollen. [1, 2]

Achten Sie auf Ihre Verdauung. Laut Fachinformation ist es von entscheidender Bedeutung, dass eine Verstopfung erkannt und aktiv behandelt wird. Bei einer Schizophrenie sollte die Überwachung der Verstopfung unter Clozapin laut S3-Leitlinie eine vergleichbare Bedeutung haben wie die Überwachung einer Herzmuskelentzündung oder einer Agranulozytose, zum Beispiel mit einem Stuhltagebuch oder dem regelmäßigen Abfragen der Stuhlhäufigkeit. Zur Vorbeugung nennt die Leitlinie ballaststoffreiche Ernährung und körperliche Aktivität. Sagen Sie es in der Praxis, wenn Sie schon länger zu Verstopfung neigen oder Mittel nehmen, die verstopfen können. [1, 2, 5]

Leiden Sie unter Schwindel oder führt Clozapin bei Ihnen zu Benommenheit oder nahender Ohnmacht, müssen Sie laut Packungsbeilage beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen vorsichtig sein, weil die Sturzgefahr erhöht ist. Für Menschen mit Schizophrenie nennt die S3-Leitlinie bei Mundtrockenheit, öfter kleine Mengen zu trinken, Lutschtabletten oder Kaugummis. [1, 5]

Beschwerden, Stimmung und Schlaf können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten.

Kontrollen während der Behandlung

Die Blutbildkontrollen sind laut Fachinformation zwingend erforderlich und ein wesentlicher Teil der Betreuung. Vor Beginn wird das Blut untersucht; Clozapin darf nur eingenommen werden, wenn die Blutzellzahlen normal sind. Gemessen wird die Zahl der neutrophilen Granulozyten, einer Gruppe der weißen Blutkörperchen. Seit dem Rote-Hand-Brief vom September 2025 ist die Überwachung der Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen nicht mehr gefordert, weil die Zahl der neutrophilen Granulozyten ausreicht. In den ersten Monaten wird wöchentlich kontrolliert, danach in größer werdenden Abständen, solange keine Verminderung auftritt. [1, 2, 4]

Sinkt die Zahl unter den Grenzwert der Fachinformation, muss Clozapin sofort abgesetzt werden und darf danach nicht wieder angewendet werden; bei einer leichten Verminderung wird häufiger kontrolliert. Bei Fieber, Halsschmerzen, grippeähnlichen Beschwerden oder anderen Zeichen einer Infektion muss sofort ein Blutbild gemacht werden. Je nach bisherigem Verlauf sind auch nach dem Ende der Behandlung noch einige Wochen lang Blutuntersuchungen nötig. Wird die Behandlung nach einer Unterbrechung wieder aufgenommen, richten sich die Kontrollen laut Fachinformation nach der bisherigen Behandlungsdauer, früheren Verminderungen und der Dauer der Pause. [1, 2, 4]

Vor Beginn sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation ein EKG in Betracht ziehen; wer schon eine Herzerkrankung hatte oder bei der Untersuchung auffällige Herzbefunde zeigt, sollte zu einer Fachärztin oder einem Facharzt überwiesen werden. Wegen möglicher Herzmuskelentzündungen nennt die S3-Leitlinie bei einer Schizophrenie für die Neueinstellung auf Clozapin zusätzliche Kontrollen in den ersten Wochen, darunter die Blutwerte CRP und Troponin sowie Blutdruck, Puls und Temperatur. [2, 5]

Bei einer Schizophrenie mit Behandlungsresistenz sollte laut S3-Leitlinie ein Mindestspiegel von Clozapin im Blut erreicht werden, sofern es keine Probleme mit der Verträglichkeit gibt. Die Zeitpunkte der Leitlinie für weitere Kontrollen sind als Orientierungshilfen gedacht; bei Beschwerden oder auffälligen Vorbefunden werden die Abstände angepasst. [5]

Kontrolluntersuchungen bei Clozapin
UntersuchungWann oder warum
Blutbild (Zahl der neutrophilen Granulozyten)Laut Fachinformation innerhalb von 10 Tagen vor Beginn; danach in den ersten 18 Wochen wöchentlich und in den folgenden 34 Wochen monatlich; ist im ersten Jahr keine Neutropenie aufgetreten, alle 12 Wochen, und ist in den ersten zwei Jahren keine aufgetreten, danach einmal jährlich. Nach einer leichten Neutropenie, die sich stabilisiert hat oder abgeklungen ist, monatlich während der gesamten Behandlung. Die S3-Leitlinie verweist dafür auf die Fachinformation und den Rote-Hand-Brief vom September 2025[1, 2, 4, 5]
Blutbild bei InfektzeichenSofort bei Fieber, Halsschmerzen, grippeähnlichen Beschwerden oder anderen Zeichen einer Infektion; laut Fachinformation werden Behandelte bei jedem Arztbesuch daran erinnert, sich dann sofort zu melden[1, 2]
Blutbild nach dem Ende der BehandlungLaut Fachinformation 4 Wochen lang wöchentlich oder bis sich das Blutbild normalisiert hat; das entfällt, wenn die Behandlung nach mehr als 2 Jahren ohne Neutropenie aus anderen Gründen beendet wird[1, 2]
Blutbild nach einer UnterbrechungLaut Fachinformation richtet sich die Häufigkeit nach der bisherigen Behandlungsdauer, früheren Neutropenien und der Dauer der Pause; in manchen Fällen wird wieder 18 Wochen lang wöchentlich kontrolliert[2]
EKG (Herzstromkurve) und Blutsalze (Elektrolyte)Laut Fachinformation sollte vor Beginn ein EKG erwogen werden; bei Herzerkrankungen oder auffälligem Herzbefund Überweisung zu einer Fachärztin oder einem Facharzt mit weiteren Untersuchungen einschließlich EKG. Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen. Wegen möglicher Herzmuskelentzündungen empfiehlt die Leitlinie zusätzliche EKG-Kontrollen und gegebenenfalls einen Herzultraschall bei Herzbeschwerden und Fieber oder nach 14 Tagen Behandlung[2, 5]
Zeichen einer Herzmuskelentzündung (CRP, Troponin, Blutdruck, Puls, Temperatur)Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie bei einer Neueinstellung vor Beginn EKG, CRP und Troponin, Blutdruck, Puls und Temperatur, danach 4 Wochen lang wöchentlich CRP und Troponin sowie alle 2 Tage Blutdruck, Puls und Temperatur. Laut Fachinformation besteht Verdacht bei anhaltend schnellem Herzschlag in Ruhe, besonders in den ersten zwei Monaten, bei Herzklopfen, Rhythmusstörungen, Brustschmerzen oder Zeichen einer Herzschwäche wie unerklärlicher Müdigkeit und Atemnot[1, 2, 5]
Blutdruck und PulsBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach vierteljährlich. Bei Parkinson-Krankheit laut Fachinformation in den ersten Behandlungswochen, im Stehen und im Liegen gemessen[2, 5]
BlutzuckerLaut Fachinformation bei Diabetes regelmäßig; bei Risikofaktoren für Diabetes, etwa starkem Übergewicht oder Diabetes in der Familie, Nüchternblutzucker zu Beginn und regelmäßig während der Behandlung, außerdem bei Zeichen eines erhöhten Blutzuckers[1, 2]
Blutfette und KörpergewichtLaut Fachinformation Blutfette zu Beginn und regelmäßig im Verlauf, das Gewicht wird klinisch überwacht[1, 2]
Blutzucker (auch HbA1c) und BlutfetteBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie für Clozapin vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; gegebenenfalls auch ein Blutzuckertagesprofil oder ein Zuckerbelastungstest (Glukosetoleranztest)[5]
KörpergewichtBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 2, 3 und 6, danach vierteljährlich, zusätzlich Taillenumfang und monatliches Wiegen durch die behandelte Person selbst[5]
Leberwerte (Leberenzyme)Laut Fachinformation regelmäßig bei einer bestehenden stabilen Lebererkrankung und bei Zeichen einer Leberstörung wie Übelkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit. Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen[1, 2, 5]
Nierenwerte (Kreatinin, GFR)Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach jährlich[5]
EEG (Hirnstromkurve)Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn der Behandlung mit Clozapin, im Verlauf bei Hinweisen auf Krampfanfälle. Bei Epilepsie in der Vorgeschichte ist laut Fachinformation während der Behandlung eine engmaschige Überwachung nötig, weil dosisabhängige Krampfanfälle berichtet wurden[2, 5]
VerstopfungLaut Fachinformation muss eine Verstopfung erkannt und aktiv behandelt werden; besondere Vorsicht bei Mitteln, die verstopfen, nach Darmerkrankungen oder Operationen am Unterbauch[1, 2]
SturzgefahrLaut Fachinformation zu Beginn und in regelmäßigen Abständen bei langer Behandlung, wenn Erkrankungen oder Arzneimittel Krämpfe, Schläfrigkeit, Blutdruckabfall beim Aufstehen oder Unsicherheit verstärken[2]
Bewegungsstörungen, Müdigkeit und sexuelle NebenwirkungenBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen[5]
Clozapin-Spiegel im BlutLaut S3-Leitlinie sollte bei einer Schizophrenie mit Behandlungsresistenz ein Mindestspiegel erreicht werden, sofern das Mittel vertragen wird. Laut Fachinformation können Änderungen beim Rauchen oder beim Kaffee- und Teekonsum den Spiegel verändern; sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob und wie viel Sie rauchen und koffeinhaltige Getränke trinken[1, 2, 5]
Prolaktinwert im BlutBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie einmal vor Beginn, im Verlauf nur bei entsprechenden Beschwerden[5]
SchwangerschaftstestBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie bei Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn der Behandlung[5]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Mehr dazu auf den Seiten Clozapin und Blutbildkontrollen, Kontrollen während der Behandlung und Medikamentenspiegel.

Wechselwirkungen

Nicht zusammen mit Clozapin eingenommen werden dürfen Arzneimittel, die das Knochenmark beeinträchtigen, darunter das Epilepsiemittel Carbamazepin, und langwirksame Depotspritzen mit Antipsychotika. Beginnt die Behandlung bei Menschen, die schon ein Benzodiazepin oder andere Psychopharmaka nehmen, ist laut Fachinformation besondere Vorsicht angezeigt, weil das Risiko für einen Kreislaufkollaps erhöht sein kann. Den Clozapin-Spiegel erhöhen können unter anderem das Antidepressivum Fluvoxamin und das Antipsychotikum Perazin. Mit Valproinsäure kann das Risiko für Neutropenie und Herzmuskelentzündung steigen, mit Lithium ist das Risiko für ein malignes neuroleptisches Syndrom möglicherweise erhöht. [1, 2]

Wechselwirkungen von Clozapin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Arzneimittel, die das Knochenmark beeinträchtigen oder die Bildung von Blutkörperchen verringern: Carbamazepin, Chloramphenicol, Sulfonamide wie Cotrimoxazol, Pyrazolon-Schmerzmittel wie Phenylbutazon, Penicillamin, zytotoxische Mittel einer Chemotherapie und langwirksame Depot-Injektionen von AntipsychotikaHöheres Risiko für eine Agranulozytose[1, 2]Dürfen nicht zusammen mit Clozapin eingenommen werden
Benzodiazepine und andere PsychopharmakaLaut Fachinformation erhöhtes Risiko für einen Kreislaufkollaps, der zu Herz- und/oder Atemstillstand führen kann, Berichte lassen vermuten, dass Atemdepression und Kollaps vermehrt zu Beginn der Kombination auftreten[1, 2]Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren
Alkohol, MAO-Hemmer und andere dämpfende Mittel wie Narkosemittel, Antihistaminika und BetäubungsmittelVerstärkung der dämpfenden Wirkungen, Beeinträchtigung von Denk- und Bewegungsleistungen[1, 2]Während der Behandlung keinen Alkohol trinken; laut Fachinformation wird vor der Teilnahme am Straßenverkehr und dem Bedienen von Maschinen gewarnt
Mittel, die das Enzym CYP1A2 hemmen, z. B. Fluvoxamin, Ciprofloxacin, Perazin, Koffein und hormonelle VerhütungsmittelDer Clozapin-Spiegel im Blut kann steigen, mit mehr Nebenwirkungen; beim Absetzen solcher Mittel kann er wieder sinken[1, 2]Laut Fachinformation muss die Clozapin-Dosis möglicherweise angepasst werden
Rauchen und koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Tee, Cola)Plötzliche Änderungen der Rauchgewohnheiten oder des Koffeinkonsums können die Wirkung beeinflussen; laut Fachinformation kann der Clozapin-Spiegel nach plötzlichem Rauchstopp steigen und nach 5 Tagen ohne Koffein deutlich sinken[1, 2]Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie rauchen und wie viel Koffein Sie zu sich nehmen
Mittel, die den Abbau beschleunigen, z. B. Omeprazol, Phenytoin oder RifampicinDer Clozapin-Spiegel kann sinken, die Wirkung kann nachlassen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Valproinsäure (Mittel gegen Epilepsie)Laut Fachinformation selten schwere Krampfanfälle und Einzelfälle von Delir; das Risiko für Neutropenie und Herzmuskelentzündung kann erhöht sein[1, 2]Sorgfältige ärztliche Überwachung
Lithium und andere auf das Gehirn wirkende MittelLaut Fachinformation möglicherweise erhöhtes Risiko für ein malignes neuroleptisches Syndrom[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Blutdrucksenkende Mittel; Adrenalin und NoradrenalinLaut Fachinformation kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärkt werden; die blutdrucksteigernde Wirkung von Noradrenalin kann sich abschwächen, die von Adrenalin umkehren[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren, besonders zu Beginn der Behandlung
Anticholinerg wirkende Arzneimittel, z. B. gegen Magenkrämpfe, Spasmen oder Reisekrankheit, und AtropinClozapin verstärkt ihre Wirkungen; laut Fachinformation auf Nebenwirkungen wie Verstopfung achten[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Warfarin und DigoxinLaut Fachinformation kann ihre Konzentration im Blut steigen[1, 2]Laut Fachinformation auf Nebenwirkungen dieser Mittel achten; ihre Dosis wird gegebenenfalls ärztlich angepasst
Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern oder Störungen der Blutsalze auslösenLaut Fachinformation Vorsicht wie bei anderen Neuroleptika[2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; zu Kaffee und anderen Lebensmitteln unter Essen, Trinken und Psychopharmaka und zum Rauchen unter Rauchen und Psychopharmaka.

Wer Clozapin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Clozapin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Regelmäßige Blutuntersuchungen sind nicht möglich[1, 2]
  • Früher niedrige Zahl an weißen Blutkörperchen (z. B. Leukopenie oder Agranulozytose), insbesondere wenn sie durch ein Arzneimittel verursacht wurde (Ausnahme: nach einer Chemotherapie)[1, 2]
  • Frühere Behandlung mit Clozapin, die wegen schwerer Nebenwirkungen abgebrochen werden musste, z. B. wegen Agranulozytose oder Herzproblemen[1, 2]
  • Jetzige oder frühere Behandlung mit langwirksamen Depot-Injektionen von Antipsychotika; laut Fachinformation Abschnitt 4.3 wird von der gleichzeitigen Anwendung abgeraten, laut Abschnitt 4.5 dürfen sie nicht gleichzeitig mit Clozapin angewendet werden[1, 2]
  • Erkrankung des Knochenmarks, jetzt oder früher; Einnahme von Arzneimitteln, die das Knochenmark beeinträchtigen oder die Zahl der weißen Blutkörperchen verringern[1, 2]
  • Epilepsie, die durch eine Behandlung nicht kontrolliert ist[1, 2]
  • Akute psychiatrische Erkrankung, die durch Alkohol oder Arzneimittel (z. B. Betäubungsmittel) verursacht ist; Arzneimittelvergiftung[1, 2]
  • Bewusstseinstrübung, starke Schläfrigkeit oder Koma; Kreislaufkollaps[1, 2]
  • Schwere Nierenerkrankung[1, 2]
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder irgendeine andere schwere Herzerkrankung[1, 2]
  • Aktive Lebererkrankung, z. B. mit Gelbsucht, Übelkeit und Appetitlosigkeit; andere schwere oder fortschreitende Lebererkrankung, Leberversagen[1, 2]
  • Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Blutbildkontrollen: Vor Beginn wird das Blut untersucht; Clozapin darf nur bei normalen Blutzellzahlen eingenommen werden. Laut Rote-Hand-Brief vom 08.09.2025 und Fachinformation wird dafür nur noch die Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen gemessen, der neutrophilen Granulozyten (absolute Neutrophilenzahl); die Überwachung der Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozytenzahl) wurde aufgehoben. Die Neutrophilenzahl wird in den ersten 18 Behandlungswochen wöchentlich kontrolliert, anschließend 34 Wochen lang monatlich (bis zum Ende des ersten Behandlungsjahres). Ist im ersten Behandlungsjahr keine Verminderung der neutrophilen Granulozyten (Neutropenie) aufgetreten, sollte die Neutrophilenzahl laut Fachinformation danach alle 12 Wochen kontrolliert werden; ist in den ersten zwei Behandlungsjahren keine Neutropenie aufgetreten, muss sie laut Fachinformation nur noch einmal jährlich kontrolliert werden. Laut Packungsbeilage müssen die Blutuntersuchungen nach 12 Monaten ein Jahr lang alle 12 Wochen und danach jährlich erfolgen, wenn keine Verminderung der weißen Blutkörperchen festgestellt wird. Laut Rote-Hand-Brief kann die Kontrolle nach einem Jahr ohne Neutropenie auf einmal alle 12 Wochen verringert werden und sollte nach zwei Jahren ohne Neutropenie einmal jährlich erfolgen. Nach einer leichten Neutropenie, die sich stabilisiert hat oder abgeklungen ist, sollten die Kontrollen während der gesamten Behandlung monatlich erfolgen. Bei Anzeichen einer Infektion muss die Neutrophilenzahl sofort bestimmt werden; bei älteren Menschen und bei gleichzeitiger Behandlung mit Valproinsäure sollte laut Fachinformation vor allem zu Beginn der Behandlung eine zusätzliche Kontrolle erwogen werden (laut Rote-Hand-Brief kann eine engmaschigere Kontrolle erwogen werden). Fällt die Neutrophilenzahl unter den Grenzwert der Fachinformation, muss Clozapin sofort abgesetzt werden und darf nicht wieder angewendet werden[1, 2, 4]
  • Ende der Behandlung: Noch weitere 4 Wochen lang sind Blutuntersuchungen nötig, wenn die Behandlung wegen einer Blutbildstörung (Agranulozytose) vollständig abgebrochen wird, die Überwachung weniger als 2 Jahre gedauert hat und/oder früher eine Neutropenie aufgetreten ist, die nicht zu einer Unterbrechung der Behandlung geführt hat[1, 2]
  • Venöse Blutgerinnsel bei Ihnen oder in Ihrer Familie; geplante Operation oder längere Zeit, in der Sie nicht gehen können: Es besteht ein erhöhtes Thromboserisiko; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt[1, 2]
  • Erhöhter Augeninnendruck (Glaukom), Prostataprobleme oder Probleme beim Wasserlassen[1, 2]
  • Diabetes mellitus: Bei Menschen mit und ohne bekannten Diabetes wurden erhöhte, in einigen Fällen stark erhöhte Blutzuckerwerte beobachtet; die Ärztin oder der Arzt überprüft die Blutzuckerwerte möglicherweise regelmäßig. Auch Gewicht und Blutfette werden möglicherweise überwacht[1, 2]
  • Herz-, Nieren- oder Lebererkrankung; bei einer Lebererkrankung werden regelmäßige Leberfunktionstests durchgeführt[1, 2]
  • Chronische Verstopfung oder Einnahme von Arzneimitteln, die Verstopfung hervorrufen (z. B. Anticholinergika); Erkrankung des Dickdarms oder Operation im Bauchbereich[1, 2]
  • Gut eingestellte Epilepsie: Laut Fachinformation wurden dosisabhängige Krampfanfälle berichtet; eine engmaschige Überwachung ist nötig[1, 2]
  • Herzerkrankung oder Verlängerung des QT-Intervalls bei Ihnen oder einem nahen Verwandten; Risiko für einen Schlaganfall, z. B. bei hohem Blutdruck oder Problemen mit den Blutgefäßen des Herzens oder Gehirns[1, 2]
  • Frühere schwere Hautreaktion nach der Einnahme von Clozapin, z. B. schwerer Hautausschlag, Schälen der Haut, Bläschen oder Wunden im Mund; laut Fachinformation darf Clozapin nach einem DRESS zu keinem Zeitpunkt wieder eingenommen werden[1, 2]
  • Fieber zu Beginn: Laut Fachinformation kann vor allem in den ersten 3 Wochen eine vorübergehende Erhöhung der Körpertemperatur über 38 °C auftreten; Menschen mit Fieber sollten sorgfältig untersucht werden, um eine Infektion oder eine Agranulozytose auszuschließen[2]
  • Ältere Menschen ab 60 Jahren: Sie haben möglicherweise häufiger Schwäche oder Schwindel nach Lagewechsel, Benommenheit, schnellen Herzschlag, Schwierigkeiten beim Wasserlassen und Verstopfung; die Behandlung beginnt möglicherweise mit einer niedrigeren Dosis[1, 2]
  • Demenz: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei älteren Menschen mit Demenz ist das Sterblichkeitsrisiko unter Antipsychotika laut Fachinformation geringfügig erhöht; Clozapin ist nicht zur Behandlung demenzbedingter Verhaltensstörungen zugelassen[1, 2]
  • Schwindel, auch wenn er schon vor der Behandlung besteht, Benommenheit oder nahende Ohnmacht: Seien Sie beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen vorsichtig, weil dadurch die Sturzgefahr erhöht ist. Laut Fachinformation ist bei Erkrankungen, Begleiterscheinungen oder Arzneimitteln, die Krämpfe, Schläfrigkeit, Blutdruckabfall beim Aufstehen oder Unsicherheit verstärken, eine Abschätzung der Sturzgefahr zu Beginn und in regelmäßigen Abständen während einer Langzeitbehandlung nötig[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: Clozapin sollten sie nicht einnehmen, weil es nicht ausreichend Erfahrung in dieser Altersgruppe gibt[1]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; nehmen Sie sie dann erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein[1]

Für Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die Fachinformation, die Behandlung mit einer niedrigeren Dosis zu beginnen; mehr dazu unter Psychopharmaka im Alter. [2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Packungsbeilage sagt: Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol. Laut Fachinformation darf Alkohol nicht gleichzeitig mit Clozapin eingenommen werden, weil sich die dämpfende Wirkung verstärken kann. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]

Clozapin kann Müdigkeit, Schläfrigkeit und Krampfanfälle verursachen, besonders zu Beginn der Behandlung. Haben Sie solche Beschwerden, setzen Sie sich laut Packungsbeilage nicht ans Steuer eines Fahrzeugs und bedienen keine Maschinen. Laut Fachinformation sollten die aktive Teilnahme am Straßenverkehr und das Arbeiten an Maschinen vermieden werden, vor allem in den ersten Wochen der Behandlung. [1, 2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

Nach einem Wechsel von einem anderen Antipsychotikum auf Clozapin kann sich der Monatszyklus wieder normalisieren; laut Fachinformation müssen Frauen im gebärfähigen Alter deshalb für eine geeignete Verhütung sorgen. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Clozapin in der Schwangerschaft als hoch an. Setzen Sie Clozapin nicht selbst ab; wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft, in der Stillzeit und Verhütung und Psychopharmaka. [2, 3]

Schwangerschaft

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt spricht mit Ihnen über Nutzen und mögliche Risiken in der Schwangerschaft; werden Sie während der Behandlung schwanger, informieren Sie sie oder ihn unverzüglich. Bei Neugeborenen, deren Mütter Clozapin im letzten Schwangerschaftsdrittel einnahmen, können Zittern, Muskelsteifigkeit und/oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen auftreten; entwickelt Ihr Baby eines dieser Zeichen, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren. Nach einem Wechsel auf Clozapin können die Monatsblutungen wieder einsetzen, deshalb sollten Sie wirksam verhüten.[1]

Laut Fachinformation liegen nur begrenzte Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft vor; Tierstudien ergaben keine Hinweise auf schädliche Wirkungen. Die Anwendung bei Schwangeren darf nur unter besonderer Vorsicht erfolgen.[2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an: Mehr als 400 ausgewertete und etwa 500 vom Hersteller dokumentierte Schwangerschaften ergaben keinen Hinweis auf Fehlbildungen; für eine differenzierte Risikobewertung reicht die Qualität der bisherigen Daten laut Embryotox jedoch nicht aus. Bei Schwangeren wurden vermehrt Stoffwechselstörungen mit übermäßiger Gewichtszunahme und Schwangerschaftsdiabetes beobachtet. Bei einer gut eingestellten Patientin ist laut Embryotox kein Wechsel der Behandlung angezeigt; ein Schwangerschaftsdiabetes sollte ausgeschlossen werden, und die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neonatologie (Neugeborenenmedizin) erfolgen. Bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox besser erprobte Antipsychotika vorgezogen werden; besser geeignete Alternativen sind Quetiapin, gegebenenfalls auch Risperidon, und, wenn auf klassische Antipsychotika zurückgegriffen werden muss, Haloperidol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Während der Behandlung dürfen Sie laut Packungsbeilage nicht stillen, weil Clozapin in die Muttermilch übertreten und Ihr Kind beeinflussen kann; auch die Fachinformation rät vom Stillen ab.[1, 2]

Laut Embryotox stützen sich die Erfahrungen zur Stillzeit auf wenige Fallberichte. Embryotox beurteilt das Stillen unter Clozapin eher kritisch, weil eine Agranulozytose beim Kind nicht völlig auszuschließen ist; im Einzelfall kann es bei alleiniger Behandlung, eher niedriger Dosis und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel sein. Bei Zeichen einer Agranulozytose beim Kind, etwa grippeähnlichen Beschwerden oder Schleimhautinfektionen, ist sofort eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt aufzusuchen. Treten beim Kind anders nicht erklärbare Beschwerden wie Schläfrigkeit (Sedierung), Magen-Darm-Beschwerden, Trinkschwäche oder Unruhe auf, sollten eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt und Embryotox kontaktiert werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol; laut Fachinformation kann sich die dämpfende Wirkung verstärken.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Clozapin kann Müdigkeit, Schläfrigkeit und Krampfanfälle verursachen, insbesondere zu Beginn der Behandlung. Haben Sie solche Beschwerden, dürfen Sie sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Maschinen bedienen; laut Fachinformation sollten die Teilnahme am Straßenverkehr und Arbeiten an Maschinen vermieden werden, vor allem in den ersten Behandlungswochen.[1, 2]

Anwendung

Die Tabletten mit Wasser einnehmen. Die meisten Patientinnen und Patienten nehmen einen Teil der Tagesdosis morgens und einen Teil abends ein; wie Sie die Dosis aufteilen, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Nehmen Sie die Tabletten so lange ein, wie es Ihnen gesagt wird; bei Schizophrenie müssen Sie Clozapin mindestens 6 Monate einnehmen.[1, 2]

Dosis vergessen: Nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken, außer es ist fast Zeit für die nächste Einnahme; nehmen Sie nicht die doppelte Menge. Haben Sie mehr als 48 Stunden kein Clozapin eingenommen, informieren Sie so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]

Absetzen

Beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Es kann zu Entzugserscheinungen wie Schweißausbrüchen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen, denen weitere schwerwiegende Nebenwirkungen folgen können, wenn sie nicht sofort behandelt werden; außerdem können die ursprünglichen Beschwerden wiederkehren. Muss die Behandlung beendet werden, wird die Dosis allmählich über ein oder zwei Wochen verringert; bei plötzlichem Beenden muss Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie überwachen.[1, 2]

Liegt die letzte Einnahme mehr als zwei Tage zurück und soll die Behandlung wieder aufgenommen werden, muss sie wieder mit der Anfangsdosis beginnen.[1, 2]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung, auch wenn eine andere Person Ihre Tabletten eingenommen hat, sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Mögliche Folgen sind Schläfrigkeit, Müdigkeit, Energiemangel, Bewusstlosigkeit, Koma, Verwirrtheit, Halluzinationen, Erregtheit, unzusammenhängende Sprache, Steifigkeit der Glieder, Zittern der Hände, Krampfanfälle, vermehrte Speichelbildung, erweiterte Pupillen, verschwommenes Sehen, niedriger Blutdruck, Kollaps, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, flacher Atem oder Atemprobleme.[1, 2]

Einnahme und Absetzen

Haben Sie mehr als 48 Stunden kein Clozapin eingenommen, informieren Sie laut Packungsbeilage so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; liegt die letzte Einnahme mehr als zwei Tage zurück, muss die Behandlung wieder mit der Anfangsdosis beginnen. [1, 2]

Beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach plötzlichem Absetzen wurden laut Fachinformation akute Absetzerscheinungen berichtet, deshalb wird empfohlen, die Behandlung ausschleichend zu beenden; für eine geplante Beendigung empfiehlt die Fachinformation, die Dosis schrittweise über 1 bis 2 Wochen zu verringern. Muss Clozapin plötzlich abgesetzt werden, etwa bei einer Verminderung der weißen Blutkörperchen, muss sorgfältig darauf geachtet werden, ob die Psychose wiederkehrt und ob Zeichen eines sogenannten cholinergen Rebounds auftreten, etwa vermehrtes Schwitzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. [1, 2]

Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie über das erhöhte Rückfallrisiko beim Absetzen aufgeklärt werden. Clozapin sollte laut Leitlinie nur langsam verringert und abgesetzt werden, weil hier ein erhöhtes Risiko für einen Rebound angenommen wird, also für ein rasches Wiederauftreten von Beschwerden nach dem Absetzen. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ausführlich: Antipsychotika absetzen. [5]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt Anfangsdosis, übliche wirksame Dosis und Höchstdosis getrennt für die Schizophrenie und für Psychosen bei Parkinson-Krankheit, dazu Hinweise für Menschen ab 60 Jahren und für einen Neubeginn nach einer Pause. Die Dosis wird schrittweise gesteigert; Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]

Präparate mit Clozapin

Präparate mit Clozapin
PräparatAnbieterHinweis
Clozapin AbZAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 25, 50, 100 oder 200 mg
Clozapin-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 100 oder 200 mg; Grundlage dieser Seite
Elcritverschreibungspflichtig
Leponexverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 18.10.2026
  2. Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 18.10.2026
  3. Embryotox: Clozapin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Rote-Hand-Brief Clozapin: Überarbeitete Empfehlungen zur routinemäßigen Blutbildkontrolle im Hinblick auf das Risiko einer Agranulozytose. Zulassungsinhaber clozapinhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 08.09.2025. abgerufen am 18.10.2026
  5. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 22.10.2026
  6. Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten (Version 8). ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 24.10.2026
  7. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  8. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Clozapin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Wofür wird Clozapin verschrieben?

Clozapin ist zur Behandlung einer Schizophrenie zugelassen, wenn mindestens zwei verschiedene Antipsychotika, darunter ein atypisches, in angemessener Dosis und Dauer keine befriedigende Besserung gebracht haben. Zugelassen ist es auch, wenn andere Antipsychotika, darunter ein atypisches, schwere neurologische Nebenwirkungen auslösen, die sich nicht behandeln lassen, und bei Psychosen im Verlauf einer Parkinson-Krankheit nach Versagen der Standardbehandlung. Für Verhaltensstörungen bei Demenz ist Clozapin nicht zugelassen.

Warum muss bei Clozapin regelmäßig das Blut untersucht werden?

Clozapin kann eine Agranulozytose auslösen, einen schweren Mangel an weißen Blutkörperchen, die der Körper zur Abwehr von Infektionen braucht. Ob sie sich entwickelt, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt laut Packungsbeilage nur durch regelmäßige Blutuntersuchungen feststellen. Untersucht wird vor Beginn, anfangs in kurzen und später in längeren Abständen und je nach Verlauf auch noch nach dem Ende der Behandlung; den Plan zeigt der Abschnitt Kontrollen während der Behandlung. Sinkt der Wert unter den Grenzwert der Fachinformation, muss Clozapin sofort abgesetzt werden und darf nicht wieder angewendet werden.

Wie hoch ist die Dosis von Clozapin?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Sie wird zu Beginn schrittweise gesteigert, um die Risiken eines niedrigen Blutdrucks, von Krampfanfällen und Schläfrigkeit gering zu halten. Was die Packungsbeilage für Schizophrenie, für Psychosen bei Parkinson-Krankheit und für Menschen ab 60 Jahren nennt, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Ab wann wirkt Clozapin?

Einen festen Zeitpunkt nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Bei einer Schizophrenie zeigte eine große Auswertung vieler Studien laut S3-Leitlinie, dass die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar waren; manche Menschen brauchen aber länger. Ob die Behandlung anspricht, soll laut Leitlinie nach zwei bis vier Wochen überprüft werden.

Nimmt man mit Clozapin zu?

Das ist möglich: Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Laut Fachinformation wurden atypische Antipsychotika einschließlich Clozapin mit Stoffwechselveränderungen in Verbindung gebracht, zu denen erhöhter Blutzucker, veränderte Blutfette und Gewichtszunahme gehören können; empfohlen wird eine klinische Überwachung des Gewichts. Bei einer Schizophrenie nennt die S3-Leitlinie feste Zeitpunkte für Gewichtskontrollen und zusätzlich monatliches Wiegen durch die behandelte Person selbst. Mehr unter Gewichtszunahme.

Darf ich mit Clozapin Alkohol trinken?

Nein. Die Packungsbeilage sagt: Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol. Laut Fachinformation darf Alkohol nicht gleichzeitig mit Clozapin eingenommen werden, weil sich die dämpfende Wirkung verstärken kann; zusammen mit Alkohol und anderen dämpfenden Mitteln können Denk- und Bewegungsleistungen zusätzlich beeinträchtigt sein. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol.

Beeinflussen Rauchen und Kaffee die Wirkung von Clozapin?

Ja, das ist möglich. Laut Packungsbeilage können plötzliche Veränderungen bei den Rauchgewohnheiten oder beim Konsum koffeinhaltiger Getränke wie Kaffee, Tee oder Cola die Wirkung von Clozapin beeinflussen. Hört jemand plötzlich auf zu rauchen, kann der Clozapin-Spiegel im Blut laut Fachinformation steigen, was zu mehr Nebenwirkungen führen kann; ändert sich der Koffeinkonsum, kann eine andere Dosis nötig sein. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie rauchen und wie häufig Sie koffeinhaltige Getränke zu sich nehmen. Mehr unter Rauchen und Psychopharmaka.

Wie setzt man Clozapin ab?

Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Muss die Behandlung beendet werden, wird laut Packungsbeilage empfohlen, die Dosis allmählich über ein oder zwei Wochen zu verringern; wie, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Nach plötzlichem Absetzen können Entzugserscheinungen wie Schweißausbrüche, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten, außerdem können die ursprünglichen Beschwerden wiederkehren. Solche Beschwerden teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt unverzüglich mit.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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  • Medikamente Amisulprid

    Amisulprid ist ein Antipsychotikum zur Behandlung der Schizophrenie.

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    Paliperidon ist ein Antipsychotikum, das als Monatsspritze oder Tablette bei Schizophrenie eingesetzt wird.

  • Medikamente Cariprazin

    Cariprazin ist ein Antipsychotikum zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen.

  • Werkzeuge Einnahme-Erinnerung

    Wiederkehrende Erinnerungen zu selbst gewählten Uhrzeiten als Kalenderdatei (.ics) für Ihren Kalender erstellen.