MedikamenteWirkstoff

Haloperidol

Haloperidol ist ein verschreibungspflichtiges Antipsychotikum aus der Gruppe der Butyrophenone. Zugelassen ist es unter anderem bei Schizophrenie, bei manischen Episoden einer bipolaren Störung, beim akuten Delir und bei Tics, für einige Anwendungsgebiete erst, wenn andere Behandlungen versagt haben; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Haldol. Sehr häufig sind Bewegungsstörungen, und weil Haloperidol den Herzrhythmus beeinflussen kann, wird vor Beginn der Behandlung ein EKG empfohlen.

Frau Mitte vierzig mit schulterlangen braunen Haaren sitzt morgens mit einer Tasse auf einer Holzbank in einem ruhigen Stadtgarten
Bild: KI-generiert

Wofür wird Haloperidol eingesetzt?

Haloperidol ist bei Erwachsenen zur Behandlung der Schizophrenie und der schizoaffektiven Störung zugelassen, außerdem bei mittelschweren bis schweren manischen Episoden einer bipolaren Störung vom Typ I und bei akuten psychomotorischen Erregungszuständen im Rahmen einer psychotischen Störung oder einer manischen Episode. Zur Akutbehandlung eines Delirs, bei dem man sich laut Packungsbeilage verwirrt fühlt, ist Haloperidol zugelassen, wenn Behandlungen ohne Arzneimittel versagt haben. [1, 2]

Bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz ist Haloperidol gegen anhaltende Aggression und psychotische Beschwerden zugelassen, wenn Behandlungen ohne Arzneimittel versagt haben und ein Risiko besteht, sich selbst oder andere zu gefährden. Bei Tics einschließlich des Tourette-Syndroms setzt die Fachinformation voraus, dass die Betroffenen stark beeinträchtigt sind und andere, auch psychologische Behandlungen versagt haben. Bei einer leichten bis mittelschweren Huntington-Krankheit (Chorea Huntington) wird Haloperidol laut Packungsbeilage zur Unterstützung der Bewegungskontrolle angewendet, wenn andere Arzneimittel unwirksam sind oder nicht vertragen werden. [1, 2]

Bei Kindern und Jugendlichen ist Haloperidol für drei Anwendungsgebiete zugelassen: Schizophrenie von 13 bis 17 Jahren, schwere anhaltende Aggression von 6 bis 17 Jahren bei Autismus oder tiefgreifenden Entwicklungsstörungen und Tics bei stark beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen von 10 bis 17 Jahren. Voraussetzung ist jeweils, dass andere Behandlungen versagt haben oder, bei Schizophrenie und Aggression, nicht vertragen werden. Bei Kindern unter 6 Jahren darf Haloperidol nicht angewendet werden, weil es in dieser Altersgruppe nicht ausreichend untersucht ist. [1, 2]

Diese Seite stützt sich auf die Tabletten von Haloperidol-ratiopharm. Laut deren Fachinformation gibt es Haloperidol auch als Lösung zum Einnehmen, die für kleine Einzeldosen verwendet werden sollte, die sich mit Tabletten nicht erreichen lassen; die Lösung von Haloperidol-ratiopharm ist laut ihrer Fachinformation für dieselben Anwendungsgebiete zugelassen wie die Tabletten. Die Injektionslösung von Haloperidol-ratiopharm ist laut ihrer Fachinformation nur bei Erwachsenen und zum Teil für andere Anwendungsgebiete zugelassen, unter anderem zur schnellen Kontrolle akuter Erregungszustände, wenn eine Behandlung zum Einnehmen nicht geeignet ist, und zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen. Als Depotspritze in den Muskel wird Haloperidol in Form von Haloperidoldecanoat angewendet; die S3-Leitlinie Schizophrenie führt Haloperidoldecanoat unter den in Deutschland verwendeten Depotpräparaten. Für eine andere Darreichungsform gilt deren eigene Packungsbeilage. Was Depotformen sind, erklärt die Seite Depot-Antipsychotika. [2, 3, 4, 5, 6]

Wie wirkt Haloperidol?

Haloperidol gehört zu den Antipsychotika, genauer zur Gruppe der Butyrophenone. Es blockiert im Gehirn stark die Andockstellen (Rezeptoren) für den Botenstoff Dopamin vom Typ D2. So unterdrückt es laut Fachinformation Wahnvorstellungen und Halluzinationen, und es dämpft die psychomotorische Erregung stark, was seine Wirkung bei Manien und anderen Erregungszuständen erklärt. [2]

Die Blockade wirkt sich auch auf die Basalganglien aus, Hirnregionen, über die das Gehirn die unwillkürlichen Bewegungen steuert. Laut Fachinformation ist das wahrscheinlich die Ursache der Bewegungsstörungen als Nebenwirkung, etwa von Muskelverkrampfungen (Dystonie), Sitzunruhe (Akathisie) und Parkinson-ähnlichen Beschwerden. In der Hirnanhangsdrüse hebt Haloperidol die hemmende Wirkung von Dopamin auf die Ausschüttung des Hormons Prolaktin auf; das erklärt einen erhöhten Prolaktinspiegel. Auf die Andockstellen für Histamin und Acetylcholin wirkt Haloperidol in den empfohlenen Dosen laut Fachinformation nicht, auf alpha-1-Rezeptoren nur gering. [2, 4]

Nach der Einnahme gelangen durchschnittlich 60 bis 70 Prozent des Wirkstoffs in den Blutkreislauf. Die höchste Konzentration im Blut ist in der Regel nach 2 bis 6 Stunden erreicht, ein gleichbleibender Spiegel innerhalb einer Woche nach Beginn der Behandlung. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt durchschnittlich 24 Stunden, die Mittelwerte reichen von 15 bis 37 Stunden. Abgebaut wird Haloperidol überwiegend in der Leber, unter anderem über die Enzyme CYP3A4 und CYP2D6. Bei älteren Menschen waren die Spiegel bei gleicher Dosis höher als bei jungen Erwachsenen. [2]

Wann wirkt Haloperidol und wie lange wird behandelt?

Laut Packungsbeilage kann es einige Zeit dauern, bis Sie die volle Wirkung spüren; Menschen mit Schizophrenie sprechen laut Fachinformation eventuell mit Verzögerung an. Begonnen wird mit einer niedrigen Dosis, die schrittweise an das Ansprechen angepasst wird, bei älteren Menschen und bei eingeschränkter Leberfunktion vorsichtiger. [1, 2]

Für die Schizophrenie beschreibt die S3-Leitlinie (Version 5.0, Fassung vom Juni 2026), dass in einer Auswertung von 119 Studien die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar waren; manche Menschen brauchen nach der Leitlinie länger als andere. Ob die Behandlung anspricht, soll nach zwei bis vier Wochen mit einer dafür geeigneten Skala überprüft werden. [4]

Laut Fachinformation müssen Behandelte immer auf die niedrigste wirksame Dosis eingestellt sein, und je nach Anwendungsgebiet wird geprüft, ob die Behandlung weiter nötig ist. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie eine Behandlung mit Antipsychotika zur Rückfallvorbeugung ohne Unterbrechung angeboten werden, mit dem Mittel, das gut gewirkt hat, sofern Gründe der Verträglichkeit nicht dagegen sprechen; eine allgemeine Dauer legt die Leitlinie nicht fest. Die Fachinformation von Haloperidol nennt die Rückfallvorbeugung nicht als eigenes Anwendungsgebiet. Wie lange Sie Haloperidol nehmen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Hintergründe erklären die Seiten Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [2, 4]

  1. BeginnDie Behandlung beginnt laut Fachinformation mit einer niedrigen Dosis, die schrittweise nach dem Ansprechen angepasst wird; bei älteren Menschen und bei Leberfunktionsstörungen wird niedriger begonnen und vorsichtiger gesteigert. Vor Behandlungsbeginn wird ein EKG empfohlen, und erniedrigte Kalium- oder Magnesiumwerte müssen vorher ausgeglichen werden. Akute Muskelverkrampfungen (Dystonie) können in den ersten Tagen auftreten, quälende innere Unruhe mit Bewegungsdrang (Akathisie) am ehesten in den ersten Behandlungswochen. Laut Fachinformation lassen Beobachtungsstudien den Schluss zu, dass die Behandlung mit Haloperidol bei älteren Menschen mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko verbunden ist; der Zusammenhang ist in den ersten 30 Tagen nach Behandlungsbeginn am stärksten, und wie weit er auf das Arzneimittel zurückgeht, ist nicht aufgeklärt.[2]
  2. Erste WirkungLaut Packungsbeilage kann es einige Zeit dauern, bis die volle Wirkung spürbar ist; Menschen mit Schizophrenie sprechen laut Fachinformation eventuell mit Verzögerung an. Bei einer Schizophrenie waren laut S3-Leitlinie in einer Auswertung von 119 Studien die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar; manche Menschen brauchen länger. Ob die Behandlung anspricht, soll nach zwei bis vier Wochen überprüft werden.[1, 2, 4]
  3. ErhaltungBehandelt wird laut Fachinformation immer mit der niedrigsten wirksamen Dosis, und je nach Anwendungsgebiet wird geprüft, ob die Behandlung weiter nötig ist: bei Manie und akuter Erregung früh im Verlauf, bei Aggression und psychotischen Beschwerden bei Demenz spätestens nach 6 Wochen, bei schwerer Aggression von Kindern und Jugendlichen mit Autismus nach 6 Wochen, bei Tics alle 6 bis 12 Monate; bei Jugendlichen mit Schizophrenie wird die Dauer individuell festgelegt. Laut S3-Leitlinie soll bei einer Schizophrenie eine Behandlung zur Rückfallvorbeugung ohne Unterbrechung angeboten werden, mit dem Mittel, das gut gewirkt hat, wenn es vertragen wird; eine feste Dauer nennt die Leitlinie nicht.[2, 4]
  4. AbsetzenWenn die Ärztin oder der Arzt nicht anders entscheidet, wird Haloperidol schrittweise abgesetzt; nach plötzlichem Absetzen hoher Dosen wurden sehr selten Übelkeit, Erbrechen und Schlaflosigkeit berichtet. Die Beschwerden der Grunderkrankung können laut Fachinformation auch erst Wochen oder Monate nach dem Absetzen wiederkehren, und unwillkürliche Bewegungen (Spätdyskinesie) können auch nach dem Absetzen auftreten. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie über das erhöhte Rückfallrisiko aufgeklärt werden. Eine geplante Dosisverringerung sollte laut Leitlinie kontrolliert, langsam und in sehr kleinen Schritten angeboten werden; nach dem Absetzen soll mindestens zwei Jahre lang eine fortlaufende Beobachtung auf Zeichen eines Rückfalls angeboten werden. Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt.[1, 2, 4]

Nebenwirkungen im Blick

Sehr häufig sind laut Packungsbeilage unkontrollierte Bewegungen, die die Fachinformation als extrapyramidale Erkrankung führt: Muskelzittern oder Muskelsteife, verlangsamte, eingeschränkte, ruckartige oder drehende Bewegungen, Rastlosigkeit und das Unvermögen, ruhig zu sitzen, ein schlurfender Gang oder der Verlust der normalen Mimik (Bewegungsstörungen). Akute Muskelverkrampfungen (Dystonie) können in den ersten Tagen auftreten, die als quälend empfundene innere und motorische Unruhe der Akathisie am wahrscheinlichsten in den ersten Behandlungswochen. Männer und jüngere Menschen haben laut Fachinformation ein höheres Risiko für akute Verkrampfungen. [1, 2]

Unter einer Langzeitbehandlung oder nach dem Absetzen kann es zu einer Spätdyskinesie kommen, vor allem mit rhythmischen unwillkürlichen Bewegungen von Zunge, Gesicht, Mund oder Kiefer; bei manchen Menschen kann sie bestehen bleiben. Haloperidol erhöht außerdem den Prolaktinspiegel. Ein hoher Prolaktinwert kann laut Fachinformation Milchfluss aus der Brust, eine Vergrößerung der Brust beim Mann sowie seltene oder ausbleibende Regelblutungen verursachen und die Fortpflanzungsfähigkeit bei Frauen und Männern beeinträchtigen (Prolaktin). [1, 2]

Herzprobleme wie Herzrhythmusstörungen, Herzrasen oder Herzstolpern kommen laut Packungsbeilage gelegentlich vor. Das Risiko für eine Verlängerung der QT-Zeit im EKG und für Rhythmusstörungen der Herzkammern scheint laut Fachinformation bei hohen Dosen, hohen Blutspiegeln, bei entsprechend veranlagten Menschen und bei Gabe als Spritze, besonders in die Vene, zu steigen (Herz und QT-Zeit). Selten ist das maligne neuroleptische Syndrom mit hohem Fieber, ausgeprägter Muskelsteife, Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Haloperidol nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Unkontrollierte Bewegungen des Körpers oder der Gliedmaßen (extrapyramidale Erkrankung), zum Beispiel Bewegungen von Mund, Zunge und Kiefer (Spätdyskinesie), Rastlosigkeit oder Unvermögen, ruhig zu sitzen, verstärkte Körperbewegungen, verlangsamte, eingeschränkte, ruckartige oder drehende Bewegungen, Muskelzittern oder Muskelsteife, schlurfender Gang, Unfähigkeit sich zu bewegen, Verlust der normalen Mimik ("Maskengesicht")[1]
  • Häufig: Laut Fachinformation einzeln genannt: Spätdyskinesie (tardive Dyskinesie), Sitzunruhe (Akathisie), verlangsamte oder verminderte Bewegungen (Bradykinesie, Hypokinesie), unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesie), Muskelverkrampfungen (Dystonie), Zittern (Tremor)[2]
  • Sehr häufig: Unruhe (Agitiertheit), Schlafstörungen[1, 2]
  • Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Schwerwiegende psychische Probleme wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen; Depression[1, 2]
  • Häufig: Abnorme Muskelspannung, Schwindelgefühl (zum Beispiel nach dem Aufsetzen oder Aufstehen), Schläfrigkeit[1, 2]
  • Häufig: Nicht kontrollierbare Aufwärtsbewegung der Augen oder schnelle Augenbewegungen (Blickkrampf); Sehstörungen, zum Beispiel verschwommenes Sehen[1]
  • Häufig: Niedriger Blutdruck, auch beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie)[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Mundtrockenheit oder vermehrter Speichelfluss[1, 2]
  • Häufig: Hautausschlag[1, 2]
  • Häufig: Harnverhalt oder Unvermögen, die Blase vollständig zu entleeren[1, 2]
  • Häufig: Erektionsstörungen (Impotenz)[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme oder Gewichtsverlust[1, 2]
  • Häufig: Veränderte Leberwerte im Blutbefund[1, 2]

Alle Nebenwirkungen von Haloperidol nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, Gewichtszunahme, sexuelle Probleme und Absetzsymptome.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei der Behandlung manischer Episoden einer bipolaren Störung besteht laut Fachinformation das Risiko, dass die Stimmung in eine depressive Phase wechselt. Behandelte müssen dann unbedingt auf diesen Wechsel und die damit verbundenen Risiken wie suizidales Verhalten überwacht werden, damit rechtzeitig eingegriffen werden kann. Stehen Depressionen im Vordergrund, wird empfohlen, Haloperidol nicht allein einzusetzen. [2]

Haben Sie Depressionen oder stehen Sie bei einer bipolaren Störung am Beginn einer depressiven Phase, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; möglicherweise müssen Sie engmaschiger überwacht und Ihre Dosis angepasst werden. [1]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Ende fünfzig bereitet an einer hellen Küchenarbeitsplatte am Nachmittag ruhig einen Gemüsesalat zu
Bild: KI-generiert

Ändern Sie die Dosis nicht selbst und setzen Sie Haloperidol nicht auf eigene Faust ab; laut Packungsbeilage ist es sehr wichtig, die richtige Menge einzunehmen, und Sie befolgen immer genau die Anweisungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes. Treten Bewegungsstörungen auf, erhalten Sie laut Packungsbeilage möglicherweise weitere Arzneimittel. Mittel gegen Parkinson-Beschwerden mit anticholinerger Wirkung kann die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation im Bedarfsfall verordnen; zur Vorbeugung wird ihre routinemäßige Anwendung nicht empfohlen. [1, 2]

Einige Hinweise aus Fach- und Gebrauchsinformation betreffen den Alltag:

  • Spüren Sie eine quälende Unruhe und können nicht ruhig sitzen oder stehen, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; eine Erhöhung der Dosis kann dann laut Fachinformation negative Auswirkungen haben. [1, 2]
  • Bemerken Sie unwillkürliche Bewegungen von Zunge, Mund oder Gesicht, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei Zeichen einer Spätdyskinesie muss laut Fachinformation erwogen werden, alle Antipsychotika abzusetzen; diese Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt. [1, 2]
  • Haben Sie einen niedrigen Blutdruck oder wird Ihnen nach dem Aufsetzen oder Aufstehen schwindlig, gehört das laut Packungsbeilage zu den Punkten, die Sie vor der Einnahme ansprechen. [1]
  • Die Tabletten von Haloperidol-ratiopharm enthalten Milchzucker (Lactose). Ist Ihnen eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern bekannt, nehmen Sie sie erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. [1]

Im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch können Sie Beschwerden und Stimmung festhalten und zum Termin mitnehmen; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung.

Kontrollen während der Behandlung

Vor Beginn der Behandlung wird laut Fachinformation ein EKG empfohlen, und erniedrigte Kalium- oder Magnesiumwerte müssen vorher ausgeglichen werden. Während der Behandlung wird für jede behandelte Person beurteilt, ob das EKG auf eine QT-Verlängerung und Rhythmusstörungen der Herzkammern überwacht werden muss. Eine Kontrolle der Blutsalze wird vor Beginn und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung empfohlen. [2]

Bei einer Schizophrenie sollen laut S3-Leitlinie vor Beginn einer medikamentösen Behandlung Laboruntersuchungen nach der Kontrolltabelle der Leitlinie und ein EKG gemacht werden, und bei Frauen im gebärfähigen Alter soll eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Die weiteren Untersuchungen und Zeitpunkte der Tabelle sind laut Leitlinie als Orientierungshilfen gedacht; bei Beschwerden oder auffälligen Vorbefunden müssen die Abstände angepasst werden. [4]

Kontrolluntersuchungen bei Haloperidol
UntersuchungWann oder warum
EKG (Herzstromkurve)Laut Fachinformation vor Behandlungsbeginn empfohlen; während der Behandlung wird für jede behandelte Person beurteilt, ob das EKG wegen einer QTc-Verlängerung oder Herzrhythmusstörungen überwacht werden muss. Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie EKG und Blutsalze vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach jährlich; über 60 Jahren häufiger, bei Herzrisiken gegebenenfalls ebenfalls häufiger; häufigere EKG-Kontrollen empfiehlt die Leitlinie auch nach einer QTc-Verlängerung und zusammen mit anderen Mitteln, die die QTc-Zeit verlängern können[1, 2, 4]
Blutsalze (Kalium, Magnesium)Laut Fachinformation vor Behandlungsbeginn und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung empfohlen; Störungen müssen vor Beginn ausgeglichen werden[1, 2]
Blutdruck und PulsBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach vierteljährlich. Laut Fachinformation wurden schneller Herzschlag und niedriger Blutdruck, auch beim Aufstehen, beschrieben[2, 4]
Bewegungsstörungen, Müdigkeit und sexuelle NebenwirkungenBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen. Laut Fachinformation muss bei Zeichen einer Spätdyskinesie das Absetzen aller Antipsychotika erwogen werden[2, 4]
Stimmung bei manischen EpisodenLaut Fachinformation müssen Behandelte unbedingt auf einen Wechsel in eine depressive Phase mit den damit verbundenen Risiken, etwa suizidalem Verhalten, überwacht werden[2]
Prüfung, ob die Behandlung weiter nötig istBei Manie und akuter Erregung früh im Verlauf, bei Aggression und psychotischen Beschwerden bei Demenz spätestens nach 6 Wochen, bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus nach 6 Wochen, bei Tics alle 6 bis 12 Monate[2]
BlutbildBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, im 1. Monat und danach jährlich[4]
Blutzucker (auch HbA1c) und BlutfetteBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie für Haloperidol (in der Gruppe der übrigen Antipsychotika) vor Beginn, im 6. Monat, danach jährlich[4]
KörpergewichtBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 2, 3 und 6, danach vierteljährlich, zusätzlich Taillenumfang und monatliches Wiegen durch die behandelte Person selbst[4]
Leberwerte (Leberenzyme)Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen[4]
Nierenwerte (Kreatinin, GFR)Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach jährlich[4]
Prolaktinwert im BlutBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie einmal vor Beginn, im Verlauf nur bei entsprechenden Beschwerden wie Milchfluss, Brustvergrößerung beim Mann oder Ausbleiben der Regelblutung, die laut Fachinformation durch einen erhöhten Prolaktinwert entstehen können[2, 4]
SchwangerschaftstestBei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie bei Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn der Behandlung[4]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Bei manischen Episoden gehört laut Fachinformation die Beobachtung der Stimmung dazu: Behandelte müssen auf einen Wechsel in eine depressive Phase und die damit verbundenen Risiken wie suizidales Verhalten überwacht werden. [2]

Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.

Wechselwirkungen

Nicht zusammen mit Haloperidol eingenommen werden dürfen Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern, darunter bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Amiodaron oder Sotalol, die Antidepressiva Citalopram und Escitalopram, andere Antipsychotika wie Ziprasidon und bestimmte Antibiotika wie Erythromycin oder Moxifloxacin. Laut Fachinformation ist diese Aufzählung nicht vollständig. [1, 2]

Einige Mittel können den Spiegel von Haloperidol erhöhen, weil sie seinen Abbau über die Enzyme CYP3A4 oder CYP2D6 hemmen, etwa Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin, Venlafaxin, Bupropion oder Ritonavir; dann kann das Risiko für Nebenwirkungen einschließlich einer QT-Verlängerung steigen. Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin und Johanniskraut können den Spiegel senken, sodass die Wirkung nachlassen kann. In beiden Fällen muss die Dosis laut Packungsbeilage möglicherweise verändert werden. [1, 2]

Haloperidol kann die dämpfende Wirkung von Alkohol, Schlaf- und Beruhigungsmitteln und starken Schmerzmitteln verstärken. Es kann die Wirkung von Levodopa und anderen Parkinson-Mitteln, von Adrenalin und von Stimulanzien abschwächen und den Abbau trizyklischer Antidepressiva hemmen. Zusammen mit Lithium wurden in seltenen Fällen unter anderem Bewegungsstörungen, ein malignes neuroleptisches Syndrom und Koma berichtet; laut Fachinformation sollte die Behandlung beim Auftreten solcher Symptome sofort beendet werden. [1, 2]

Wechselwirkungen von Haloperidol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Mittel, die das QT-Intervall verlängern: gegen Herzrhythmusstörungen (z. B. Amiodaron, Dofetilid, Disopyramid, Dronedaron, Ibutilid, Chinidin, Sotalol), gegen Depressionen (z. B. Citalopram, Escitalopram), andere Antipsychotika (z. B. Fluphenazin, Levomepromazin, Perphenazin, Pimozid, Sertindol, Ziprasidon), Antibiotika (z. B. Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Telithromycin), Pentamidin, Halofantrin, Dolasetron, Toremifen, Vandetanib, außerdem Bepridil und MethadonErhöhtes Risiko für Herzprobleme[1, 2]Nicht zusammen einnehmen; laut Fachinformation ist die Aufzählung nicht vollständig
LithiumSelten Enzephalopathie, Bewegungsstörungen, Spätdyskinesie, malignes neuroleptisches Syndrom, akutes Hirnsyndrom und Koma berichtet[1, 2]Eventuell besondere Überwachung; bei Fieber, unkontrollierten Bewegungen, Verwirrtheit, Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen oder Schläfrigkeit sofort ärztliche Hilfe holen und beide Mittel absetzen
Mittel, die die Konzentration von Haloperidol im Blut erhöhen können: Alprazolam, Buspiron, Duloxetin, Fluoxetin, Fluvoxamin, Nefazodon, Paroxetin, Sertralin, Venlafaxin, Bupropion, Itraconazol, Posaconazol, Voriconazol, Ketoconazol, Indinavir, Ritonavir, Saquinavir, Chlorpromazin, Promethazin, VerapamilDie Konzentration von Haloperidol kann steigen, mit höherem Risiko für Nebenwirkungen einschließlich QT-Verlängerung[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; die Dosis muss möglicherweise verändert werden
Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin, JohanniskrautDie Konzentration von Haloperidol kann sinken und die Wirkung nachlassen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; die Dosis muss möglicherweise verändert werden
Beruhigungs- und Schlafmittel, starke Schmerzmittel, AlkoholHaloperidol kann die dämpfende Wirkung verstärken[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Trizyklische Antidepressiva (z. B. Imipramin, Desipramin)Laut Fachinformation kann ihr Abbau gehemmt werden, sodass ihre Konzentration steigt[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Levodopa und andere Parkinson-Mittel (Dopamin-Agonisten), Adrenalin, Stimulanzien (z. B. bei ADHS), Blutdrucksenker wie Guanethidin und Methyldopa, Phenindion (Blutverdünner)Haloperidol kann ihre Wirkung beeinträchtigen[1, 2]Vor der Einnahme mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen
Andere Blutdrucksenker, z. B. Entwässerungsmittel (Diuretika)Die Ärztin oder der Arzt muss die Haloperidol-Dosis möglicherweise verändern[1]Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren.

Wer Haloperidol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht eingenommen werden darf Haloperidol unter anderem bei der Parkinson-Krankheit, der Lewy-Körper-Demenz und der progressiven supranukleären Blickparese, bei einem verlängerten QT-Intervall oder einer anderen im EKG sichtbaren Herzrhythmusstörung, bei einer Herzmuskelschwäche, nach einem kürzlich erlittenen Herzinfarkt und bei einem unbehandelten Kaliummangel. Vorsicht gilt unter anderem bei Epilepsie, weil berichtet wurde, dass Haloperidol die Krampfschwelle senken kann, bei Problemen mit Leber, Nieren oder Schilddrüse und bei Blutgerinnseln in der eigenen oder familiären Vorgeschichte. Für ältere Menschen mit Demenz enthalten Fach- und Gebrauchsinformation eigene Warnhinweise, unter anderem zu Schlaganfällen; sie stehen in der folgenden Übersicht. [1, 2]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Haloperidol oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Eingeschränkte Wahrnehmung der Umgebung oder ungewöhnlich verlangsamte Reaktionen; laut Fachinformation komatöse Zustände und Dämpfung des zentralen Nervensystems[1, 2]
  • Parkinson-Krankheit, Lewy-Körper-Demenz oder progressive supranukleäre Blickparese (PSP)[1, 2]
  • Verlängertes QT-Intervall oder eine andere im EKG sichtbare Herzrhythmusstörung; laut Fachinformation auch angeborenes Long-QT-Syndrom sowie ventrikuläre Herzrhythmusstörungen oder Torsade de pointes in der Vorgeschichte[1, 2]
  • Herzmuskelschwäche (laut Fachinformation dekompensierte Herzinsuffizienz) oder kürzlich erlittener Herzinfarkt[1, 2]
  • Unbehandelter Kaliummangel im Blut[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern (siehe Wechselwirkungen)[1, 2]
  • Kinder unter 6 Jahren[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Ältere Menschen mit Demenz: Laut Packungsbeilage ist unter Antipsychotika das Sterblichkeits- und Schlaganfallrisiko geringfügig erhöht; laut Fachinformation besteht bei älteren Patientinnen und Patienten mit demenzbedingter Psychose ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko, und in Beobachtungsstudien war die Schlaganfallrate bei älteren Patientinnen und Patienten, die Antipsychotika erhielten, höher als ohne solche Arzneimittel[1, 2]
  • Verlangsamter Herzschlag, Herzerkrankung oder plötzlicher Herztod in der Familie; laut Fachinformation auch schwerer Alkoholmissbrauch in der Vorgeschichte[1, 2]
  • Niedriger Blutdruck oder Schwindelgefühl nach dem Aufsetzen oder Aufstehen[1, 2]
  • Erniedrigte Kalium- oder Magnesiumspiegel oder andere Störungen der Blutsalze; laut Fachinformation müssen sie vor Beginn korrigiert werden[1, 2]
  • Hirnblutung in der Vorgeschichte oder erhöhtes Schlaganfallrisiko[1, 2]
  • Epilepsie oder frühere Krampfanfälle; laut Fachinformation wurde berichtet, dass Haloperidol die Krampfschwelle senken kann; Vorsicht ist auch bei Zuständen angezeigt, die Krampfanfälle auslösen können, zum Beispiel Alkoholentzug und Hirnschäden[1, 2]
  • Probleme mit Nieren, Leber oder Schilddrüse; laut Fachinformation erfordert eine Schilddrüsenüberfunktion immer eine begleitende Behandlung mit Schilddrüsenhemmern[1, 2]
  • Erhöhter Prolaktinspiegel oder eine Tumorerkrankung, die durch Prolaktin beeinflusst wird (zum Beispiel Brustkrebs)[1, 2]
  • Blutgerinnsel bei Ihnen oder in Ihrer Familie[1, 2]
  • Depression oder bipolare Störung am Beginn einer depressiven Phase; laut Fachinformation wird empfohlen, Haloperidol nicht allein einzusetzen, wenn Depressionen im Vordergrund stehen, und bei manischen Episoden ist auf einen Wechsel in eine depressive Phase mit dem Risiko suizidalen Verhaltens zu achten[1, 2]
  • Spätdyskinesie: Unter Langzeitbehandlung oder nach dem Absetzen können rhythmische unwillkürliche Bewegungen von Zunge, Gesicht, Mund oder Kiefer auftreten, die laut Fachinformation bei manchen Menschen bleibend sein können[2]
  • EKG und Blutsalze: Vor oder während der Behandlung wird möglicherweise ein EKG gemacht und Kalium und Magnesium kontrolliert; laut Fachinformation wird bei einer QTc-Verlängerung während der Behandlung eine niedrigere Dosis empfohlen, und steigt das QTc-Intervall über einen bestimmten Grenzwert, muss Haloperidol abgesetzt werden[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche: laut Fachinformation Risiko für Bewegungsstörungen einschließlich Spätdyskinesie und für Sedierung; begrenzte Daten zur Langzeitsicherheit[2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat; sie oder er empfiehlt vielleicht, Haloperidol während der Schwangerschaft abzusetzen. Bei Neugeborenen, deren Mütter in den letzten 3 Schwangerschaftsmonaten Haloperidol eingenommen haben, können Muskelzittern, steife oder schwache Muskeln, Schläfrigkeit oder Ruhelosigkeit, Atemprobleme und Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme auftreten; wie häufig, ist nicht genau bekannt. Zeigt Ihr Baby eine dieser Beschwerden, verständigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation deuten Daten aus mehr als 400 Schwangerschaften nicht auf ein Fehlbildungsrisiko hin; aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung in der Schwangerschaft dennoch vermieden werden.[1, 2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an: Bei mehr als 1.100 dokumentierten Schwangerschaften ergaben sich keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Haloperidol kann laut Embryotox bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch verordnet werden, wenn keine besser verträglichen Antipsychotika infrage kommen; die Entbindung sollte wegen möglicher Anpassungsstörungen des Neugeborenen in einer Klinik mit Neonatologie (Neugeborenenmedizin) erfolgen. Unter den herkömmlichen (konventionellen) Antipsychotika gibt es laut Embryotox keine besser geeignete Alternative; ist eine Behandlung mit einem atypischen Antipsychotikum möglich, nennt Embryotox Quetiapin oder auch Risperidon oder Aripiprazol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Kleine Mengen gehen in die Muttermilch über und können vom Kind aufgenommen werden; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht mit Ihnen Risiken und Vorteile des Stillens. Laut Fachinformation muss entschieden werden, ob das Stillen unterbrochen oder auf die Behandlung verzichtet wird.[1, 2]

Laut Embryotox ist Stillen bei eher niedrig dosierter alleiniger Behandlung mit Haloperidol und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel; eine Einzeldosis erfordert keine Einschränkung des Stillens. Treten beim Kind anders nicht erklärbare Beschwerden wie Bewegungsstörungen, Entwicklungsverzögerungen, Schläfrigkeit (Sedierung), Magen-Darm-Beschwerden, Trinkschwäche oder Unruhe auf, sollten eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt und Embryotox kontaktiert werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Trinken Sie während der Behandlung Alkohol, können Sie sich schläfrig fühlen und langsamer reagieren. Sie sollten deshalb darauf achten, nicht zu viel zu trinken, und mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber sprechen, wie viel Sie trinken.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Haloperidol kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen, etwa durch Schläfrigkeit, vor allem zu Beginn der Behandlung oder bei hoher Dosis. Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, ohne das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen zu haben. Laut Fachinformation wird empfohlen, kein Fahrzeug zu führen und keine Maschinen zu bedienen, solange die persönliche Empfindlichkeit nicht bekannt ist; Alkohol kann die Wirkung verstärken.[1, 2]

Anwendung

Die Tabletten mit etwas Wasser schlucken. Die Ärztin oder der Arzt sagt Ihnen, wie viele Tabletten Sie wie oft und wie lange einnehmen; es ist sehr wichtig, die richtige Menge einzunehmen.[1]

Einnahme vergessen: die nächste Dosis zum gewohnten Zeitpunkt nehmen, nicht die doppelte Menge.[1]

Absetzen

Wenn die Ärztin oder der Arzt nicht anders entscheidet, wird Haloperidol schrittweise abgesetzt. Ein plötzlicher Abbruch kann Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen verursachen. Laut Fachinformation können die Beschwerden der Grunderkrankung erst Wochen oder Monate nach dem Absetzen wiederkehren.[1, 2]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung, auch wenn eine andere Person zu viel eingenommen hat, sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Laut Fachinformation zeigt sich eine Überdosierung vor allem durch starke Bewegungsstörungen mit Muskelsteife und Zittern, niedrigen Blutdruck und Dämpfung (Sedierung), in extremen Fällen durch Bewusstlosigkeit mit gedämpfter Atmung und schockähnlichem Zustand; auch gefährliche Herzrhythmusstörungen sind möglich.[1, 2]

Laut Fachinformation kann Haloperidol die dämpfende Wirkung von Alkohol verstärken; umgekehrt kann Alkohol die Dämpfung und die beeinträchtigte Reaktionsfähigkeit unter Haloperidol verstärken. Hintergründe stehen unter Psychopharmaka und Alkohol. [2]

Laut Packungsbeilage führen Sie kein Fahrzeug und bedienen keine Maschinen, ohne das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen zu haben. Die Fachinformation empfiehlt, kein Fahrzeug zu führen, solange die persönliche Empfindlichkeit nicht bekannt ist, weil es besonders zu Beginn und bei höherer Dosis zu Dämpfung oder einer beeinträchtigten Reaktionsfähigkeit kommen kann. [1, 2]

Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [11, 12, 13]

Setzen Sie Haloperidol in der Schwangerschaft nicht selbst ab; das Vorgehen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Hintergründe bieten die Seiten Schwangerschaft und Kinderwunsch und Stillzeit. [1, 3]

Einnahme und Absetzen

Was die Packungsbeilage zur Einnahme und zu einer vergessenen Dosis sagt, steht in der Übersicht zum Alltag. Die Tabletten haben eine Kreuzbruchkerbe und können laut Fachinformation in gleiche Dosen geteilt werden. [2]

Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nicht anders entscheidet, wird Haloperidol schrittweise abgesetzt. Ein plötzlicher Abbruch kann laut Packungsbeilage Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen verursachen; laut Fachinformation wurden solche akuten Absetzsymptome nach plötzlichem Absetzen hoch dosierter Antipsychotika sehr selten berichtet. Die Beschwerden der Grunderkrankung können unter Umständen erst Wochen oder Monate nach dem Absetzen wiederkehren, und eine Spätdyskinesie kann auch nach dem Absetzen auftreten. [1, 2]

Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie in jedem Fall über das erhöhte Rückfallrisiko beim Absetzen aufgeklärt werden, und nach dem Absetzen soll mindestens zwei Jahre lang eine fortlaufende Beobachtung auf Zeichen eines Rückfalls angeboten werden. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was dabei wichtig ist, erklärt die Seite Antipsychotika absetzen; mögliche Beschwerden beschreibt die Seite Absetzsymptome. [1, 4]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Packungsbeilage und Fachinformation nennen eine empfohlene Tagesdosis und Höchstdosen je nach Anwendungsgebiet und Alter sowie Hinweise bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion. Laut Packungsbeilage beginnt die Ärztin oder der Arzt normalerweise mit einer niedrigen Dosis, passt sie an Ihren Bedarf an und bestimmt, ob Sie einmal oder mehrmals täglich einnehmen. [1, 2]

Präparate mit Haloperidol

Präparate mit Haloperidol
PräparatAnbieterHinweis
Haldolverschreibungspflichtig
Haloperidol-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 5 oder 10 mg (Grundlage dieser Seite), Lösung zum Einnehmen, Injektionslösung

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox: Haloperidol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 22.10.2026
  5. Fachinformation Haloperidol-ratiopharm 2 mg/ml Lösung. ratiopharm GmbH. Stand 01/2018. abgerufen am 23.10.2026
  6. Fachinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg Injektionslösung. ratiopharm GmbH. Stand 03/2021. abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  8. Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  9. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Haloperidol nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Wofür wird Haloperidol eingesetzt?

Haloperidol ist bei Erwachsenen unter anderem zur Behandlung der Schizophrenie, der schizoaffektiven Störung und mittelschwerer bis schwerer manischer Episoden zugelassen. Weitere Anwendungsgebiete sind ein akutes Delir, anhaltende Aggression und psychotische Beschwerden bei bestimmten Formen der Demenz, Tics einschließlich des Tourette-Syndroms und die Huntington-Krankheit, teils erst, wenn andere Behandlungen versagt haben. Für Kinder und Jugendliche gelten engere Anwendungsgebiete und Altersgrenzen; bei Kindern unter 6 Jahren darf Haloperidol nicht angewendet werden.

Wie schnell wirkt Haloperidol?

Laut Packungsbeilage kann es einige Zeit dauern, bis Sie die volle Wirkung spüren, und Menschen mit Schizophrenie sprechen laut Fachinformation eventuell mit Verzögerung an. Nach der S3-Leitlinie Schizophrenie waren in einer Auswertung von 119 Studien die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar; manche Menschen brauchen laut Leitlinie länger. Ob die Behandlung anspricht, soll bei einer Schizophrenie nach zwei bis vier Wochen überprüft werden.

Kann Haloperidol Parkinson-ähnliche Beschwerden auslösen?

Ja, Bewegungsstörungen gehören laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, sie können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Dazu zählen verlangsamte oder eingeschränkte Bewegungen, Muskelzittern oder Muskelsteife, ein schlurfender Gang und der Verlust der normalen Mimik. Informieren Sie bei solchen Beschwerden sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; möglicherweise erhalten Sie weitere Arzneimittel. Bei einer Parkinson-Krankheit darf Haloperidol nicht eingenommen werden.

Gibt es Haloperidol als Tropfen oder Lösung?

Laut Fachinformation der Tabletten gibt es Haloperidol auch als Lösung zum Einnehmen; sie sollte für kleine Einzeldosen verwendet werden, die sich mit den Tabletten nicht erreichen lassen. Die Angaben auf dieser Seite stützen sich auf die Tabletten von Haloperidol-ratiopharm. Für eine andere Darreichungsform gilt deren Packungsbeilage, und welche Form Sie bekommen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Hilft Haloperidol gegen Übelkeit?

Übelkeit gehört nicht zu den Anwendungsgebieten, die die Fachinformation für die Tabletten nennt. Die Injektionslösung von Haloperidol-ratiopharm ist laut ihrer Fachinformation bei Erwachsenen zur Vorbeugung bei mäßigem bis hohem Risiko und, zusammen mit anderen Mitteln, zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen zugelassen, wenn andere Arzneimittel unwirksam sind oder nicht vertragen werden. Laut Packungsbeilage der Tabletten sind Übelkeit und Erbrechen häufige Nebenwirkungen, und beide können auch nach einem plötzlichen Abbruch der Behandlung auftreten. Fragen zur Behandlung von Übelkeit klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich mit Haloperidol Alkohol trinken?

Wenn Sie während der Behandlung Alkohol trinken, können Sie sich laut Packungsbeilage schläfrig fühlen und langsamer reagieren. Sie sollten deshalb darauf achten, nicht zu viel Alkohol zu trinken, und mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber sprechen, wie viel Sie trinken. Laut Fachinformation kann Haloperidol die dämpfende Wirkung von Alkohol verstärken.

Was passiert, wenn man Haloperidol absetzt?

Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nicht anders entscheidet, wird Haloperidol schrittweise abgesetzt. Ein plötzlicher Abbruch kann laut Packungsbeilage Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen verursachen. Die Beschwerden der Grunderkrankung können unter Umständen erst Wochen oder Monate nach dem Absetzen zurückkehren; bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie über das erhöhte Rückfallrisiko aufgeklärt werden. Sprechen Sie vor dem Absetzen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie hoch ist die Dosis von Haloperidol?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Sie hängt laut Packungsbeilage von Ihrem Alter, der behandelten Erkrankung, möglichen Nieren- oder Leberproblemen und gleichzeitig eingenommenen anderen Arzneimitteln ab. Die Angaben der Packungsbeilage und der Fachinformation, auch zu den Höchstdosen je Anwendungsgebiet, stehen im Abschnitt zur Dosierung auf dieser Seite.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Flupentixol

    Flupentixol ist ein Antipsychotikum, das als Depotspritze oder Tablette gegeben wird.

  • Medikamente Benperidol

    Benperidol ist ein Antipsychotikum aus der Gruppe der Butyrophenone.

  • Medikamente Zuclopenthixol

    Zuclopenthixol ist ein Antipsychotikum aus der Gruppe der Thioxanthene.

  • Nebenwirkungen Sexuelle Funktionsstörungen

    Viele Psychopharmaka können Lust, Erektion oder Orgasmus beeinträchtigen.