MedikamenteWirkstoff
Quetiapin
Quetiapin ist ein verschreibungspflichtiges atypisches Antipsychotikum. Zugelassen ist es bei Schizophrenie und bei bipolarer Störung für mäßige bis schwere manische Episoden, für schwere depressive Episoden und zur Rückfallvorbeugung nach Ansprechen auf Quetiapin, als Retardtablette außerdem zur Zusatzbehandlung einer Depression, wenn ein Antidepressivum allein nicht ausreichend gewirkt hat. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Seroquel Prolong; beenden Sie die Einnahme nur nach ärztlicher Absprache, wobei die Fachinformation ein schrittweises Absetzen empfiehlt.

Wofür wird Quetiapin eingesetzt?
Quetiapin ist zur Behandlung der Schizophrenie zugelassen. Bei einer bipolaren Störung nennt die Fachinformation drei Anwendungsgebiete: mäßige bis schwere manische Episoden, schwere depressive Episoden und die Vorbeugung von Rückfällen in manische oder depressive Episoden bei Menschen, die zuvor auf eine Behandlung mit Quetiapin angesprochen haben. Das gilt für die schnell freisetzenden Filmtabletten wie für die Retardtabletten. [2, 4] Aus den Retardtabletten wird Quetiapin bei der Passage durch Magen und Darm langsam freigesetzt. [1]
Nur die Retardtabletten sind außerdem zur Zusatzbehandlung einer Depression zugelassen, in der Fachsprache von Episoden einer Major Depression: bei Menschen, die auf die Behandlung mit einem Antidepressivum allein nicht ausreichend angesprochen haben. Quetiapin wird dann zusätzlich zu diesem Mittel eingenommen. Vor Beginn sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation das Sicherheitsprofil von Quetiapin beachten. Allein, also ohne Antidepressivum, ist Quetiapin bei dieser Form der Depression nicht zugelassen, und die Wirksamkeit und Sicherheit der Zusatzbehandlung über lange Zeit wurden nicht untersucht. Mehr zur Erkrankung unter Depression. [1, 2]
Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird Quetiapin laut Fachinformation nicht empfohlen, weil keine Daten vorhanden sind, die die Anwendung in dieser Altersgruppe unterstützen; laut Packungsbeilage ist es für sie nicht vorgesehen. Für ältere Menschen mit einer Psychose bei Demenz ist Quetiapin nicht zugelassen. [1, 2, 4] Schlafstörungen gehören nicht zu den Anwendungsgebieten, die Packungsbeilagen und Fachinformationen nennen, und dafür ist Quetiapin nicht zugelassen; mehr dazu unter Quetiapin zum Schlafen. [1, 2, 3, 4]
Wie wirkt Quetiapin?
Quetiapin gehört zu den atypischen Antipsychotika, einer Gruppe der Antipsychotika. Quetiapin und sein im Körper gebildetes, ebenfalls wirksames Abbauprodukt N-Desalkylquetiapin binden an viele Andockstellen (Rezeptoren) für Botenstoffe im Gehirn, unter anderem für Serotonin (5HT2) und Dopamin (D1 und D2). Laut Fachinformation wird angenommen, dass die stärkere Blockade der Serotonin- im Vergleich zu den Dopamin-D2-Rezeptoren für die Wirkung gegen psychotische Beschwerden mitverantwortlich ist. [2]
Außerdem bindet Quetiapin stark an Rezeptoren für Histamin und an alpha-1-adrenerge Rezeptoren, mäßig an alpha-2-adrenerge Rezeptoren. N-Desalkylquetiapin hat zudem eine mäßige bis hohe Affinität zu mehreren Muskarin-Rezeptoren; das ist möglicherweise der Grund für die anticholinergen Wirkungen. Dass N-Desalkylquetiapin den Transporter für Noradrenalin hemmt und am Serotonin-Rezeptor 5HT1A teilweise anregend wirkt, könnte laut Fachinformation zur Wirkung von Quetiapin als Antidepressivum beitragen. [2]
Nach Einnahme einer Retardtablette sind die Spiegel von Quetiapin und N-Desalkylquetiapin im Blut nach ungefähr 6 Stunden am höchsten. Abgebaut wird Quetiapin überwiegend in der Leber, vor allem über das Enzym CYP3A4. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt für Quetiapin ungefähr 7 Stunden und für N-Desalkylquetiapin ungefähr 12 Stunden. In einer Studie erhöhte eine sehr fettreiche Mahlzeit die Spiegel von Quetiapin aus den Retardtabletten signifikant; laut Fachinformation wird empfohlen, die Retardtabletten nicht zusammen mit einer Mahlzeit einzunehmen. [2]
Wann wirkt Quetiapin und wie lange wird behandelt?
Auch wenn Sie sich besser fühlen, kann es laut Packungsbeilage sein, dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen Quetiapin weiter verordnet. Wie lange Sie Quetiapin nehmen, besprechen Sie mit ihr oder ihm. [1, 3]
Veränderungen von Stimmung, Schlaf und Nebenwirkungen können Sie im Stimmungstagebuch festhalten; mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? und zu den ersten Wochen unter Die ersten Wochen mit einem Psychopharmakon.
- BeginnDie Dosis wird laut Fachinformation in den ersten Tagen nach einem eigenen Schema für die jeweilige Erkrankung gesteigert; bei älteren Menschen kann es nötig sein, die Dosis langsamer zu steigern, bei eingeschränkter Leberfunktion sollte mit einer niedrigeren Anfangsdosis begonnen werden. In Studien zu Depressionen trat Schläfrigkeit in der Regel in den ersten 3 Behandlungstagen auf; wer stark schläfrig ist, sollte laut Fachinformation mindestens 2 Wochen lang engmaschiger kontrolliert werden. Quälende innere Unruhe mit Bewegungsdrang (Akathisie) tritt am ehesten in den ersten Behandlungswochen auf, die meisten Fälle einer schweren Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen in den ersten Behandlungsmonaten.[2, 4]
- Erste WirkungBei einer Depression brauchen solche Arzneimittel laut Packungsbeilage einige Zeit, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal länger; bis eine Besserung eintritt, sollten die Behandelten laut Fachinformation engmaschig überwacht werden. Bei einer Schizophrenie waren die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika laut einer Auswertung von 119 Studien, die die S3-Leitlinie nennt, schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar; ob die Behandlung anspricht, soll laut Leitlinie nach zwei bis vier Wochen überprüft werden.[1, 2, 4, 6]
- ErhaltungBei Schizophrenie ist für die Erhaltungstherapie laut Fachinformation keine Dosisanpassung erforderlich. Laut S3-Leitlinie soll bei einer Schizophrenie nach einer ersten Erkrankung wie nach wiederholten Episoden eine Behandlung zur Rückfallvorbeugung ohne Unterbrechung angeboten werden, mit dem Mittel, das gut gewirkt hat, wenn es vertragen wird; eine feste Dauer nennt die Leitlinie nicht. Bei bipolarer Störung sollten Menschen, die in der Akutbehandlung auf Quetiapin angesprochen haben, die Behandlung zur Rückfallvorbeugung laut Fachinformation mit gleicher Dosis fortsetzen; wichtig ist dabei, dass die niedrigste wirksame Dosis angewendet wird. Für die Zusatzbehandlung einer Depression wurden Wirksamkeit und Sicherheit über längere Zeit laut Fachinformation nicht untersucht.[2, 4, 6]
- AbsetzenBeenden Sie die Einnahme nicht ohne ärztlichen Rat, auch wenn Sie sich besser fühlen. Laut Fachinformation wird ein ausschleichendes Absetzen über mindestens 1 bis 2 Wochen empfohlen; nach abruptem Absetzen wurden Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Reizbarkeit beschrieben. Bei einer Depression können Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, laut Packungsbeilage auch nach plötzlichem Absetzen verstärkt auftreten. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie über das erhöhte Rückfallrisiko aufgeklärt werden. Eine geplante Dosisverringerung sollte laut Leitlinie langsam und in sehr kleinen Schritten gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt erfolgen; nach dem Absetzen soll mindestens zwei Jahre lang eine fortlaufende Beobachtung auf Zeichen eines Rückfalls angeboten werden.[1, 2, 4, 6]
Nebenwirkungen im Blick
Schläfrigkeit tritt laut Fachinformation gewöhnlich in den ersten zwei Behandlungswochen auf und geht im Allgemeinen bei fortgesetzter Einnahme vorüber. Ein Blutdruckabfall beim Aufstehen mit Schwindel tritt wie die Schläfrigkeit normalerweise auf, während die Dosis zu Beginn gesteigert wird, und kann vor allem bei älteren Menschen zu Stürzen führen. Eine Gewichtszunahme zeigt sich bei Erwachsenen vorwiegend in den ersten Behandlungswochen. Eine als unangenehm oder quälend empfundene Ruhelosigkeit mit zwanghaftem Bewegungsdrang (Akathisie) tritt am wahrscheinlichsten in den ersten Behandlungswochen auf. Ein verlangsamter Herzschlag kann bei Behandlungsbeginn oder kurz danach auftreten. [1, 2]
Die Fachinformation weist außerdem auf ein Risiko hin, dass sich Stoffwechselwerte verschlechtern: In klinischen Studien änderten sich Gewicht, Blutzucker und Blutfette, bei einigen Behandelten verschlechterte sich mehr als einer dieser Werte. Unkontrollierbare Bewegungen, vor allem von Gesicht oder Zunge (Spätdyskinesie), können auftreten und nach dem Ende der Behandlung schlimmer werden oder sogar erst dann auftreten. Beim Beenden der Behandlung sind Absetzsymptome sehr häufig, darunter Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Reizbarkeit; mehr dazu unter Einnahme und Absetzen. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitSehr häufig
- Schlafstörungennicht genannt
- Unruhe und NervositätSehr häufig
- GewichtszunahmeSehr häufig
- Weniger oder veränderte Lust auf Sexnicht genannt
- Erektionsstörungennicht genannt
- MundtrockenheitSehr häufig
- Vermehrtes Schwitzennicht genannt
- Übelkeitnicht genannt
- SchwindelSehr häufig
- ZitternSehr häufig
- BewegungsstörungenSehr häufig
- Herzrhythmus und QT-ZeitGelegentlich
- NatriummangelGelegentlich
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)Sehr häufig
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Quetiapin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Schwindel (kann zu Stürzen führen) und Kopfschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Schläfrigkeit (kann bei längerer Einnahme vergehen; kann zu Stürzen führen)[1, 2]
- Sehr häufig: Ungewöhnliche Muskelbewegungen: erschwerter Bewegungsbeginn, Zittern, Ruhelosigkeit, steife Muskeln[1, 2]
- Sehr häufig: Mundtrockenheit[1, 2]
- Sehr häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
- Sehr häufig: Erhöhte Triglyceride und erhöhtes Gesamtcholesterin[1, 2]
- Sehr häufig: Erniedrigtes HDL-Cholesterin[2]
- Sehr häufig: Verringerter Hämoglobinwert[1, 2]
- Sehr häufig: Absetzsymptome: Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel, Gereiztheit[1, 2]
- Häufig: Erhöhter Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]
- Häufig: Herzklopfen, Herzrasen oder Herzstolpern (Palpitationen)[1, 2]
- Häufig: Niedriger Blutdruck beim Aufstehen mit Schwindel oder Ohnmacht (kann zu Stürzen führen)[1, 2]
- Häufig: Verstopfung, Verdauungsstörungen[1, 2]
- Häufig: Erbrechen, vor allem bei älteren Menschen[1, 2]
- Häufig: Erhöhter Blutzucker[1, 2]
- Häufig: Vermehrtes Hungergefühl (gesteigerter Appetit)[1, 2]
- Häufig: Verschwommenes Sehen[1, 2]
- Häufig: Ungewöhnliche Träume und Albträume[1, 2]
- Häufig: Suizidgedanken und Verschlimmerung einer Depression[1, 2]
- Häufig: Schwierigkeiten beim Sprechen und mit der Sprache (Dysarthrie)[1, 2]
- Häufig: Kurzatmigkeit (Dyspnoe)[1, 2]
- Häufig: Schwächegefühl (Asthenie)[1, 2]
- Häufig: Anschwellen von Armen oder Beinen (periphere Ödeme)[1, 2]
- Häufig: Gereiztheit (Reizbarkeit)[1, 2]
- Häufig: Fieber[1, 2]
- Häufig: Veränderte Werte der Schilddrüsenhormone im Blut[1, 2]
- Häufig: Erhöhtes Prolaktin; selten dadurch Brustschwellung, Milchbildung oder ausbleibende oder unregelmäßige Regelblutung[1, 2]
- Häufig: Veränderte Zahl bestimmter Blutzellen (weniger weiße, mehr eosinophile)[1, 2]
- Häufig: Erhöhte Leberenzymwerte im Blut[1, 2]
Alle Nebenwirkungen von Quetiapin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Was Angaben wie "häufig" oder "gelegentlich" bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Gewichtszunahme, Blutzucker und Blutfette, Müdigkeit, Bewegungsstörungen, Spätdyskinesien, innere Unruhe (Akathisie), Prolaktin, Blutbild, sexuelle Probleme sowie Herz und QT-Zeit.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Wer depressiv ist, kann manchmal Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Bei der ersten Behandlung können solche Gedanken verstärkt sein, weil diese Arzneimittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger; verstärkt sein können sie auch, wenn Sie die Einnahme plötzlich beenden. Wahrscheinlicher sind solche Gedanken bei jungen Erwachsenen; klinische Studien haben bei Menschen mit Depressionen bis 25 Jahre ein erhöhtes Risiko gezeigt. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, gehen Sie sofort zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder in ein Krankenhaus. [1]
Laut Fachinformation können auch andere psychiatrische Erkrankungen, für die Quetiapin verschrieben wird, mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken und suizidales Verhalten einhergehen. Behandelte und ihre Betreuungspersonen sind darauf hinzuweisen, dass auf jede Verschlechterung, auf Suizidgedanken und auf ungewöhnliche Verhaltensänderungen geachtet werden muss und dass dann unverzüglich ärztlicher Rat nötig ist. Laut Packungsbeilage kann es hilfreich sein, Angehörigen oder guten Freunden zu erzählen, dass Sie depressiv sind, und sie zu bitten, Ihnen zu sagen, wenn sich Ihre Depression aus ihrer Sicht verschlimmert oder sie sich Sorgen über Veränderungen in Ihrem Verhalten machen. Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten. [1, 2]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ändern Sie die Dosis nicht selbst. Haben Sie Schwindel oder ein starkes Schläfrigkeitsgefühl, informieren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; bei älteren Menschen kann das zu einem erhöhten Risiko für Verletzungen durch Stürze führen. Laut Fachinformation sollte zur Vorsicht geraten werden, solange die möglichen Wirkungen des Arzneimittels noch nicht vertraut sind. [1, 2]
Ihr Gewicht sollten Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt laut Packungsbeilage regelmäßig überprüfen. So schnell wie möglich melden Sie eine Verstopfung mit anhaltenden Bauchschmerzen oder eine Verstopfung, die auf eine Behandlung nicht angesprochen hat, weil sie möglicherweise zu einem schwerwiegenden Darmverschluss führt. Ebenso schnell melden Sie Fieber, grippeähnliche Beschwerden, Halsschmerzen oder eine andere Infektion, weil die Ursache eine sehr verringerte Zahl weißer Blutzellen sein kann. [1]
Spüren Sie eine quälende Unruhe und können nicht still sitzen oder still stehen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut Fachinformation kann eine Dosiserhöhung dann schädlich sein. Beschwerden, Gewicht und Schlaf können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten. [2]
Kontrollen während der Behandlung
Wegen des in klinischen Studien beobachteten Risikos, dass sich Gewicht, Blutzucker und Blutfette verschlechtern, sollten diese Werte laut Fachinformation zu Beginn der Behandlung bestimmt und ihre Änderungen während der Behandlung regelmäßig kontrolliert werden; Menschen mit Diabetes oder Risikofaktoren dafür sollten regelmäßig auf eine Verschlechterung der Blutzuckereinstellung untersucht werden. Treten Fieber, Schwächegefühl, Halsschmerzen oder andere Zeichen einer Infektion auf, sollten die weißen Blutzellen unverzüglich untersucht werden. Hintergrund ist das Risiko einer schweren Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutropenie, Agranulozytose); die meisten schweren Fälle traten in den ersten Behandlungsmonaten auf. [2]
Für die Behandlung einer Schizophrenie nennt die S3-Leitlinie zusätzlich feste Zeitpunkte für Blutwerte, EKG, Blutdruck, Gewicht und weitere Untersuchungen. Die Leitlinie versteht diese Zeitpunkte als Orientierungshilfen; bei Beschwerden oder auffälligen Vorbefunden müssen die Abstände angepasst werden. Worauf Sie und Ihre Angehörigen bei Stimmung und Verhalten achten, steht unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [6]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Befinden, Stimmung und Verhalten | Laut Fachinformation engmaschig, besonders zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen; Behandelte und Angehörige achten auf eine Verschlechterung, Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid und ungewöhnliche Verhaltensänderungen und holen dann sofort ärztlichen Rat ein[1, 2, 4] |
| Körpergewicht, Blutzucker und Blutfette | Laut Fachinformation zu Behandlungsbeginn bestimmen und während der Behandlung regelmäßig kontrollieren; bei Diabetes oder Diabetesrisiko regelmäßig auf eine Verschlechterung der Blutzuckereinstellung untersuchen. Laut Packungsbeilage überprüfen Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt regelmäßig Ihr Gewicht[1, 2, 4] |
| Körpergewicht | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 2, 3 und 6, danach vierteljährlich, zusätzlich Taillenumfang und monatliches Wiegen durch die behandelte Person selbst[6] |
| Blutzucker (auch HbA1c) und Blutfette | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie für Quetiapin vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach jährlich[6] |
| Blutbild | Laut Fachinformation sofort bei Fieber, Schwächegefühl, Halsschmerzen oder anderen Zeichen einer Infektion; bei deutlich verminderten neutrophilen Granulozyten Überwachung, bis sich die Werte erholt haben. Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie, die Quetiapin hier zu den trizyklisch gebauten Antipsychotika zählt, vor Beginn, in den Monaten 1 und 3, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen[1, 2, 4, 6] |
| Leberwerte (Leberenzyme) | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen[6] |
| Nierenwerte (Kreatinin, GFR) | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach jährlich[6] |
| EKG (Herzstromkurve) und Blutsalze (Elektrolyte) | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach jährlich; über 60 Jahren häufiger, bei Herzrisiken gegebenenfalls ebenfalls häufiger. Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten zusammen mit QT-verlängernden Arzneimitteln oder anderen Antipsychotika, besonders im Alter, bei angeborener QT-Verlängerung, schwerer Herzschwäche, verdicktem Herzmuskel oder Kalium- oder Magnesiummangel. Bei schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag, Herzstolpern, Atemproblemen, Brustschmerzen oder unerklärlicher Müdigkeit muss laut Packungsbeilage das Herz untersucht werden[1, 2, 4, 6] |
| Blutdruck und Puls | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach vierteljährlich[6] |
| Bewegungsstörungen, Müdigkeit und sexuelle Nebenwirkungen | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie vor Beginn, in den Monaten 1, 3 und 6, danach halbjährlich; bei unauffälligem, stabilem Verlauf können jährliche oder längere Abstände ausreichen. Bei starker Schläfrigkeit laut Fachinformation mindestens 2 Wochen lang engmaschiger[2, 6] |
| Augenärztliche Untersuchung | Bei einer Schizophrenie nennt die S3-Leitlinie die Empfehlung einer anderen Leitlinie, unter Quetiapin jährlich augenärztlich zu untersuchen[6] |
| Prolaktinwert im Blut | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie einmal vor Beginn, im Verlauf nur bei entsprechenden Beschwerden[6] |
| Schwangerschaftstest | Bei einer Schizophrenie laut S3-Leitlinie bei Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn der Behandlung[6] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung; mehr zu den Stoffwechselwerten unter Blutzucker und Blutfette.
Wechselwirkungen
Nicht zusammen mit Quetiapin eingenommen werden dürfen Mittel, die das Abbauenzym CYP3A4 hemmen, zum Beispiel bestimmte Mittel gegen HIV (Proteasehemmer), Pilzmittel vom Azol-Typ, die Antibiotika Erythromycin und Clarithromycin sowie Nefazodon. In einer Studie mit Ketoconazol, einem solchen Hemmer, stieg die Menge an Quetiapin im Blut deutlich an. Trinken Sie laut Packungsbeilage während der Behandlung keinen Grapefruitsaft. [1, 2]
Die Epilepsiemittel Carbamazepin und Phenytoin verringern den Quetiapin-Spiegel im Blut erheblich, was die Wirkung beeinflussen kann. Zusammen mit Antidepressiva, die auf Serotonin wirken, etwa MAO-Hemmern, SSRI, SNRI oder trizyklischen Antidepressiva, kann ein Serotonin-Syndrom entstehen, ein möglicherweise lebensbedrohlicher Zustand; laut Fachinformation sollte Quetiapin mit ihnen nur mit Vorsicht angewendet werden. Vorsicht gilt auch bei Mitteln, die die QT-Zeit im EKG verlängern oder den Elektrolythaushalt stören, etwa zu niedrigen Kalium- oder Magnesiumspiegeln führen, außerdem bei anderen Mitteln, die auf das zentrale Nervensystem wirken, und bei Mitteln mit anticholinerger Wirkung. [1, 2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Bestimmte HIV-Mittel, Pilzmittel vom Azol-Typ, Erythromycin, Clarithromycin, Nefazodon | Quetiapin wird langsamer abgebaut; die Menge im Blut kann deutlich steigen[1, 2] | Kombination nicht erlaubt |
| Grapefruitsaft | Kann die Wirkung beeinflussen[1, 2] | Nicht trinken |
| Carbamazepin, Phenytoin (gegen Epilepsie) | Schnellerer Abbau, Wirkung kann nachlassen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Antidepressiva (MAO-Hemmer, SSRI, SNRI, trizyklische) | Serotoninsyndrom möglich, ein möglicherweise lebensbedrohlicher Zustand[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mittel, die Herzschlag, Kalium oder Magnesium beeinflussen, z. B. Entwässerungsmittel, bestimmte Antibiotika | Vorsicht wegen möglicher QT-Verlängerung[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Barbiturate und andere dämpfende Mittel, Alkohol | Vorsicht; mit Alkohol mehr Schläfrigkeit[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Thioridazin, Lithium | Thioridazin beschleunigt den Abbau; mit Lithium in einer Studie mehr Zittern, Schläfrigkeit und Gewichtszunahme[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mittel gegen Bluthochdruck | Wechselwirkung möglich[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mittel, die Verstopfung verursachen, und Anticholinergika | Mehr anticholinerge Nebenwirkungen; Verstopfung kann zum Darmverschluss führen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; zu Lebensmitteln unter Essen, Trinken und Psychopharmaka und zu Eingriffen unter Psychopharmaka vor einer Operation.
Wer Quetiapin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht anwenden bei
Besondere Vorsicht bei
- Ältere Menschen mit Demenz: Laut Packungsbeilage sollte Quetiapin nicht eingenommen werden, weil Arzneimittel dieser Gruppe bei ihnen das Risiko für Schlaganfälle oder in einigen Fällen das Sterberisiko erhöhen können; laut Fachinformation ist Quetiapin zur Behandlung einer Psychose bei Demenz nicht zugelassen[1, 2]
- Herzerkrankungen bei Ihnen oder in der Familie (etwa Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelschwäche oder -entzündung) oder Mittel, die den Herzschlag beeinflussen[1, 2]
- Niedriger Blutdruck oder früherer Schlaganfall, besonders im Alter[1, 2]
- Lebererkrankungen oder frühere Krampfanfälle[1, 2]
- Diabetes oder Diabetesrisiko: Blutzucker wird möglicherweise kontrolliert[1, 2]
- Früher erniedrigte Zahl weißer Blutkörperchen[1, 2]
- Ältere Menschen mit Parkinson oder Parkinsonismus[1, 2]
- Blutgerinnsel bei Ihnen oder in der Familie[1, 2]
- Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf) und Einnahme von Beruhigungsmitteln[1, 2]
- Harnverhalt, vergrößerte Prostata, Darmverschluss oder erhöhter Augeninnendruck[1, 2]
- Missbrauch von Alkohol oder Drogen in der Vorgeschichte[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nicht vorgesehen[1, 2]
- Urintest auf Arzneimittel: kann fälschlich Methadon oder trizyklische Antidepressiva anzeigen[1, 2]
Bei älteren Menschen ist laut Fachinformation vor allem in der ersten Behandlungsphase Vorsicht geboten; es kann nötig sein, die Dosis langsamer zu steigern und eine niedrigere Tagesdosis zu wählen als bei Jüngeren. Bei einer bekannten Einschränkung der Leberfunktion sollte Quetiapin vor allem zu Beginn mit Vorsicht angewendet werden, bei eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Mehr dazu unter Psychopharmaka im Alter. [2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Achten Sie laut Packungsbeilage darauf, wie viel Alkohol Sie trinken, weil Quetiapin und Alkohol zusammen schläfrig machen können. Laut Fachinformation sollte Quetiapin wegen seiner Wirkungen auf das zentrale Nervensystem nur mit Vorsicht zusammen mit Alkohol angewendet werden. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]
Quetiapin kann laut Fachinformation Tätigkeiten beeinträchtigen, die Aufmerksamkeit erfordern, und laut Packungsbeilage schläfrig machen. Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, solange Sie Ihre Reaktion auf Quetiapin nicht kennen. [1, 2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Quetiapin in der Schwangerschaft als "sehr hoch" an; laut Embryotox kann Quetiapin bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch verordnet werden. Für die Stillzeit liegen laut Embryotox veröffentlichte Erfahrungen zu einem guten Dutzend Mutter-Kind-Paaren vor. [5] Beenden Sie die Einnahme nicht ohne ärztlichen Rat, wenn Sie schwanger sind oder werden möchten, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1]
Fälle von nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch und Missbrauch von Quetiapin wurden berichtet; bei Menschen, die früher von Alkohol oder Drogen abhängig waren, ist laut Fachinformation bei der Verschreibung Vorsicht geboten. Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig? [2]
Schwangerschaft
Nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt einnehmen. Nach Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel können beim Neugeborenen Zittern, Muskelsteifheit oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen auftreten, möglicherweise Entzugssymptome; entwickelt Ihr Baby eines dieser Symptome, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat fragen.[1, 2]
Laut Fachinformation sprechen 300 bis 1.000 veröffentlichte Schwangerschaften nicht für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; eine endgültige Aussage ist nicht möglich.[2]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an: Über 4.500 ausgewertete Schwangerschaften ergaben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; vermehrt traten übermäßige Gewichtszunahme und Schwangerschaftsdiabetes auf. Quetiapin kann bei entsprechender Indikation verordnet werden; die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Packungsbeilage sollte Quetiapin nicht eingenommen werden, wenn Sie stillen; die Fachinformation sieht eine Abwägung zwischen Stillen und Behandlung vor.[1, 2]
Embryotox stützt sich in der Stillzeit auf veröffentlichte Erfahrungen mit einem guten Dutzend Mutter-Kind-Paaren und hält Stillen bei alleiniger Quetiapin-Behandlung und guter Beobachtung des Kindes für akzeptabel.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Achten Sie auf die Alkoholmenge: Quetiapin und Alkohol zusammen können schläfrig machen.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Kann schläfrig machen. Kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, solange Sie Ihre Reaktion nicht kennen.[1, 2]
Anwendung
Retardtabletten 1-mal täglich im Ganzen schlucken, nicht teilen oder zerkauen, mindestens eine Stunde vor einer Mahlzeit oder vor dem Schlafengehen; kein Grapefruitsaft. Eine Tablette im Stuhl ist möglich, der Wirkstoff wurde trotzdem aufgenommen.[1, 2]
Dosis vergessen: nachholen, sobald Sie es bemerken, außer es ist fast Zeit für die nächste; nie die doppelte Menge.[1, 3]
Absetzen
Nicht ohne ärztlichen Rat beenden, auch wenn Sie sich besser fühlen. Plötzlicher Abbruch kann Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel oder Gereiztheit auslösen; die Packungsbeilage hält schrittweises Absetzen über mindestens 1 bis 2 Wochen für ratsam.[1, 2]
Spätdyskinesien können sich nach Behandlungsende verschlimmern oder erst dann auftreten.[2]
Überdosierung
Mögliche Folgen: Schläfrigkeit, Schwindel, unregelmäßiger Herzschlag, laut Fachinformation auch Krampfanfälle und Koma. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen und die Tabletten mitnehmen.[1, 2]
Einnahme und Absetzen
Wie Sie die Retardtabletten einnehmen und was bei einer vergessenen Dosis gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. Die Filmtabletten schlucken Sie laut Packungsbeilage im Ganzen mit einem Glas Wasser, unabhängig von den Mahlzeiten. Beenden Sie die Einnahme nicht, auch nicht, wenn Sie sich besser fühlen, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt rät dazu. [1, 3]
Nach einem plötzlichen Absetzen wurden laut Fachinformation Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Reizbarkeit beschrieben. In Studien, die diese Beschwerden beim Ende der Behandlung erfassten, waren sie eine Woche nach dem Behandlungsende signifikant seltener. Empfohlen wird ein ausschleichendes Absetzen über einen Zeitraum von mindestens 1 bis 2 Wochen; laut Packungsbeilage empfiehlt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt unter Umständen, die Dosis schrittweise zu verringern, bevor die Behandlung endet. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2]
Bei einer Depression können Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, laut Packungsbeilage auch verstärkt sein, wenn Sie die Einnahme plötzlich beenden; laut Fachinformation müssen Ärztinnen und Ärzte dieses Risiko nach einem abrupten Ende der Behandlung berücksichtigen. Zeichen einer Spätdyskinesie können nach dem Ende der Behandlung schlimmer werden oder erst dann auftreten. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie in jedem Fall über das erhöhte Rückfallrisiko des Absetzens aufgeklärt werden. Ausführlich: Antipsychotika absetzen und Absetzsymptome. [1, 2, 6]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilagen der Retard- und der Filmtabletten nennen eine übliche Erhaltungsdosis; über die Anfangsdosis entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Laut Fachinformation gibt es für jedes Anwendungsgebiet ein eigenes Dosierungsschema, und Behandelte müssen eindeutige Informationen zur Dosierung für ihre Erkrankung erhalten. [1, 2, 3]
Präparate mit Quetiapin
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Quetiapin - 1 A Pharma Retardtabletten | 1 A Pharma GmbH | verschreibungspflichtig |
| Quetiapin-ratiopharm Filmtabletten | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; unverzögerte Form, ohne Zusatzbehandlung bei Depression |
| Quetiapin-ratiopharm Retardtabletten | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Seroquel Prolong | CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH | verschreibungspflichtig; Retardtabletten |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Quetiapin-ratiopharm 50/150/200/300/400 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Quetiapin-ratiopharm 100 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Filmtabletten (25/100/150/200/300 mg). ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox: Quetiapin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Quetiapin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Wofür wird Quetiapin verschrieben?
Quetiapin ist zur Behandlung der Schizophrenie zugelassen. Bei einer bipolaren Störung ist es zugelassen für mäßige bis schwere manische Episoden, für schwere depressive Episoden und zur Vorbeugung von Rückfällen in manische oder depressive Episoden bei Menschen, die zuvor auf Quetiapin angesprochen haben. Nur die Retardtabletten sind außerdem zur Zusatzbehandlung einer Depression (Episoden einer Major Depression) zugelassen, wenn ein Antidepressivum allein nicht ausreichend gewirkt hat. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist Quetiapin laut Packungsbeilage nicht vorgesehen.
Hilft Quetiapin zum Schlafen?
Schlafstörungen gehören nicht zu den Anwendungsgebieten, die Packungsbeilage und Fachinformation nennen; dafür ist Quetiapin nicht zugelassen. Schläfrigkeit ist eine sehr häufige Nebenwirkung, die laut Fachinformation gewöhnlich in den ersten zwei Behandlungswochen auftritt und im Allgemeinen bei fortgesetzter Einnahme vorübergeht. Nach plötzlichem Absetzen kann Schlaflosigkeit auftreten. Wenn Sie schlecht schlafen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Ab wann wirkt Quetiapin?
Bei einer Depression brauchen solche Arzneimittel laut Packungsbeilage einige Zeit, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger. Bei einer Schizophrenie waren die wesentlichen Wirkungen von Antipsychotika laut einer Auswertung, die die S3-Leitlinie nennt, schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar; ob die Behandlung anspricht, soll laut Leitlinie nach zwei bis vier Wochen überprüft werden.
Nimmt man mit Quetiapin zu?
Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, sie kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen; laut Fachinformation tritt sie bei Erwachsenen vorwiegend in den ersten Behandlungswochen auf. Häufig ist auch ein vermehrtes Hungergefühl. Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sollten Ihr Gewicht regelmäßig überprüfen; laut Fachinformation sollten auch Blutzucker und Blutfette regelmäßig kontrolliert werden.
Darf ich mit Quetiapin Alkohol trinken?
Achten Sie laut Packungsbeilage darauf, wie viel Alkohol Sie trinken, weil Quetiapin und Alkohol zusammen schläfrig machen können. Laut Fachinformation sollte Quetiapin nur mit Vorsicht zusammen mit Alkohol und anderen Mitteln angewendet werden, die auf das zentrale Nervensystem wirken. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Alkohol.
Wie setzt man Quetiapin ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, auch wenn Sie sich besser fühlen. Nach plötzlichem Absetzen wurden Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Reizbarkeit beschrieben; die Fachinformation empfiehlt ein ausschleichendes Absetzen über mindestens 1 bis 2 Wochen. Bei einer Depression können Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, laut Packungsbeilage auch verstärkt sein, wenn Sie die Einnahme plötzlich beenden.
Darf ich Quetiapin in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage sollten Sie Quetiapin in der Schwangerschaft nicht einnehmen, außer wenn es mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen wurde. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als sehr hoch an: Mehr als 4.500 ausgewertete Schwangerschaftsverläufe ergaben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko, beobachtet wurden aber vermehrt übermäßige Gewichtszunahme und Schwangerschaftsdiabetes. Laut Embryotox kann Quetiapin bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch verordnet werden. Setzen Sie Quetiapin nicht selbst ab, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie hoch ist die Dosis von Quetiapin?
Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; laut Fachinformation gibt es für jedes Anwendungsgebiet ein eigenes Dosierungsschema. Was die Packungsbeilagen der Retard- und der Filmtabletten nennen, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage auf dieser Seite. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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