MedikamenteWirkstoff

Pregabalin

Pregabalin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das im zentralen Nervensystem an Calciumkanäle bindet. Zugelassen ist es bei Erwachsenen zur Behandlung von peripheren und zentralen neuropathischen Schmerzen (Nervenschmerzen), zur Zusatztherapie von partiellen epileptischen Anfällen und zur Behandlung von generalisierten Angststörungen; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Lyrica. Laut Fachinformation kann Pregabalin auch bei Dosen, wie sie in der Behandlung verwendet werden, abhängig machen, und beendet wird die Behandlung nach Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt allmählich über mindestens 1 Woche.

Mann Ende fünfzig mit grauem Bartschatten geht an einem ruhigen Herbstmorgen langsam einen Parkweg entlang
Bild: KI-generiert

Wofür wird Pregabalin eingesetzt?

Pregabalin ist laut Fachinformation in drei Anwendungsgebieten zugelassen, jeweils für Erwachsene: zur Behandlung von peripheren und zentralen neuropathischen Schmerzen, zur Zusatztherapie von partiellen Anfällen mit und ohne sekundäre Generalisierung bei Epilepsie und zur Behandlung von generalisierten Angststörungen. Pregabalin ist verschreibungspflichtig. [2]

Neuropathische Schmerzen sind laut Packungsbeilage lang anhaltende Schmerzen, die durch Schädigungen der Nerven ausgelöst wurden; periphere neuropathische Schmerzen können zum Beispiel durch Diabetes oder Gürtelrose verursacht werden. Bei Epilepsie wird Pregabalin zur Unterstützung verschrieben, wenn die bisherige Behandlung partieller Anfälle nicht ausreicht: Es wird zusätzlich eingenommen und sollte stets zusammen mit anderen Maßnahmen gegen Epilepsie angewendet werden. Generalisierte Angststörungen beschreibt die Packungsbeilage als lang anhaltende, schwer behandelbare Angst- und Besorgniszustände, die unter anderem Unruhe, Spannungszustände, leichte Erschöpfbarkeit, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Muskelanspannung oder Schlafstörungen hervorrufen können. Mehr zu dieser Erkrankung lesen Sie auf den Seiten Generalisierte Angststörung und Angststörungen. [1]

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurden Sicherheit und Wirksamkeit laut Packungsbeilage nicht untersucht, deshalb darf Pregabalin in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden. Schlafstörungen gehören nicht zu den zugelassenen Anwendungsgebieten. [1, 2]

Für die generalisierte Angststörung sagt die S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen (Version 2, Stand 6. April 2021): Pregabalin sollte angeboten werden (Empfehlungsgrad B, "sollte"); bei Menschen mit einer Suchterkrankung in der Vorgeschichte, insbesondere bei Hinweisen auf einen Missbrauch von Opioid-Schmerzmitteln oder auf eine Mehrfachabhängigkeit (Polytoxikomanie), darf es nicht angewendet werden. Den Empfehlungsgrad begründet die Leitlinie mit häufigen Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit und Benommenheit und mit Fallberichten über Missbrauch, vor allem bei Menschen mit einer Mehrfachabhängigkeit. Die nächste Überprüfung der Leitlinie war für April 2026 geplant; die Leitlinienübersicht der DGPPN führt sie mit dem Vermerk "Gültig bis: 05.04.2026". Diese Gültigkeit ist abgelaufen, eine neuere Fassung ist dort nicht aufgeführt. [4, 11]

Wie wirkt Pregabalin?

Pregabalin ist laut Fachinformation ein Abkömmling (Analogon) der Gamma-Aminobuttersäure (GABA), die Embryotox als hemmenden Botenstoff beschreibt. Es bindet im zentralen Nervensystem an eine Untereinheit spannungsabhängiger Calciumkanäle, das sogenannte Alpha-2-Delta-Protein; an GABA-Rezeptoren bindet es laut Embryotox nicht direkt. Die S3-Leitlinie Angststörungen beschreibt den Wirkmechanismus als Hemmung des Einstroms von Calciumionen und nennt Pregabalin eine Substanz, die dem Mittel gegen Epilepsie Gabapentin ähnlich ist. [2, 3, 4]

Die Fachinformation ordnet Pregabalin den Schmerzmitteln (Analgetika) zu, die Packungsbeilage nennt es unter den Mitteln gegen Epilepsie (Antiepileptika). Einen Überblick über verwandte Mittel gibt die Seite Beruhigungs- und Schlafmittel; wie sich Pregabalin und Gabapentin unterscheiden, zeigt der Vergleich Pregabalin oder Gabapentin. [1, 2]

Auf nüchternen Magen eingenommen wird Pregabalin rasch aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist innerhalb von 1 Stunde erreicht, bei Einnahme mit einer Mahlzeit nach etwa 2,5 Stunden. Bei wiederholter Einnahme stellt sich innerhalb von 24 bis 48 Stunden ein gleichbleibender Spiegel ein. Pregabalin wird im Körper kaum verstoffwechselt und hauptsächlich unverändert über die Nieren ausgeschieden; die mittlere Halbwertszeit beträgt 6,3 Stunden. [2]

Wann wirkt Pregabalin und wie lange wird behandelt?

In den klinischen Studien, die die Fachinformation beschreibt, wurden bei neuropathischen Schmerzen eine Schmerzverringerung, bei Epilepsie eine Abnahme der Anfallshäufigkeit und bei generalisierten Angststörungen eine Besserung der Beschwerden jeweils innerhalb der ersten Woche beobachtet. [2]

Bei einer generalisierten Angststörung soll eine medikamentöse Behandlung laut Empfehlung 32 der S3-Leitlinie (Expertenkonsens) nach dem Abklingen der Beschwerden (Remission) noch 6 bis 12 Monate fortgeführt werden. Länger kann sie dauern, wenn ein Absetzversuch die Angst zurückbringt, wenn der Verlauf besonders schwer war oder wenn die Vorgeschichte auf einen langen Behandlungsbedarf hinweist. Wann Sie mit der Einnahme aufhören, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. [1, 4]

  1. BeginnDie Dosis kann laut Fachinformation je nach Ansprechen und Verträglichkeit in den ersten Wochen schrittweise gesteigert werden; bei älteren Menschen kann wegen einer verringerten Nierenfunktion eine niedrigere Dosis nötig sein. Pregabalin kann auch bei Dosen, wie sie in der Behandlung üblich sind, zu einer Abhängigkeit führen. Schon zu Beginn sollten Sie erfahren, dass beim späteren Absetzen Entzugserscheinungen auftreten können, die auf eine Abhängigkeit hinweisen können. Benommenheit und Schläfrigkeit könnten bei älteren Menschen zu häufigeren sturzbedingten Verletzungen führen; bis Sie die Wirkungen kennen, ist Vorsicht geboten. Bei einer generalisierten Angststörung treten Sedierung und Benommenheit laut S3-Leitlinie Angststörungen besonders zu Beginn auf.[1, 2, 4]
  2. Erste WirkungBei einer generalisierten Angststörung setzt die Wirkung laut S3-Leitlinie Angststörungen bereits in den ersten Tagen ein.[4]
  3. ErhaltungBei generalisierten Angststörungen sollte die Notwendigkeit der Behandlung laut Fachinformation regelmäßig überprüft werden. Bei einer generalisierten Angststörung soll eine medikamentöse Behandlung laut S3-Leitlinie Angststörungen (Empfehlung 32, Expertenkonsens) nach dem Abklingen der Beschwerden (Remission) noch 6 bis 12 Monate fortgeführt werden; die Dauer kann verlängert werden, wenn ein Absetzversuch zu erneuter Angst führt, der Verlauf besonders schwer war oder die Vorgeschichte auf einen langen Behandlungsbedarf hinweist. Nehmen Sie Pregabalin so lange ein, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt etwas anderes sagt.[1, 2, 4]
  4. AbsetzenLaut Fachinformation wird empfohlen, die Behandlung unabhängig vom Anwendungsgebiet schrittweise über mindestens 1 Woche zu beenden. Nach Ende einer Kurz- oder Langzeitbehandlung können Entzugserscheinungen auftreten: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst, Durchfall, grippeähnliche Beschwerden, Nervosität, Depression, Suizidgedanken, Schmerzen, Krampfanfälle, Schwitzen und Benommenheit; sie können auf eine Abhängigkeit hinweisen, und nach längerer Einnahme hängen Auftreten und Schwere möglicherweise von der Dosis ab. Bei einer generalisierten Angststörung sollte die Dosis laut S3-Leitlinie Angststörungen langsam verringert werden, um Absetzerscheinungen zu vermeiden. Wann und wie, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2, 4]

Welche Beschwerden nach dem Absetzen auftreten können und wo Sie in einer Krise Hilfe finden, steht unter Einnahme und Absetzen. Allgemeines zum Thema auf den Seiten Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen?.

Nebenwirkungen im Blick

Am häufigsten berichtet werden laut Fachinformation Benommenheit und Schläfrigkeit; der Schweregrad der Nebenwirkungen war in der Regel leicht bis mäßig. Bei einer generalisierten Angststörung traten Beruhigung (Sedierung) und Benommenheit laut S3-Leitlinie besonders zu Beginn der Behandlung auf. Benommenheit und Schläfrigkeit könnten bei älteren Menschen zu häufigeren sturzbedingten Verletzungen führen; nach der Markteinführung wurden auch Verlust des Bewusstseins, Verwirrtheit und geistige Beeinträchtigungen berichtet. Verschwommenes Sehen verschwand in der Mehrzahl der Fälle mit fortgesetzter Behandlung wieder. [1, 2, 4]

Häufig sind unter anderem eine Gewichtszunahme und gesteigerter Appetit, ein Anschwellen des Körpers einschließlich der Arme und Beine (Ödeme), Zittern, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen, eine Verringerung des Geschlechtstriebs und Erektionsstörungen (sexuelle Funktionsstörungen). Über eine Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) wurde vor allem bei älteren Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen berichtet; selten sind Veränderungen im EKG wie eine QT-Verlängerung (Herz und QT-Zeit). Wie häufig eine Abhängigkeit auftritt, lässt sich laut Fachinformation auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzen; mehr dazu unter Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Pregabalin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Benommenheit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Halsschmerzen (Entzündung von Nase und Rachen, Nasopharyngitis)[1, 2]
  • Häufig: Gesteigerter Appetit[1, 2]
  • Häufig: Euphorie, Verwirrtheit, Desorientierung, Reizbarkeit[1, 2]
  • Häufig: Verringerung des Geschlechtstriebs[1, 2]
  • Häufig: Schlaflosigkeit[1, 2]
  • Häufig: Nachlassende Aufmerksamkeit, Gedächtnisstörung, Gedächtnisverlust (Amnesie)[1, 2]
  • Häufig: Zittern (Tremor)[1, 2]
  • Häufig: Sprechschwierigkeiten (Dysarthrie), Schwerfälligkeit, Koordinationsstörungen (Ataxie)[1, 2]
  • Häufig: Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühl[1, 2]
  • Häufig: Beruhigung (Sedierung), Lethargie[1, 2]
  • Häufig: Gleichgewichtsstörung[1, 2]
  • Häufig: Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen[1, 2]
  • Häufig: Schwindel (Vertigo)[1, 2]
  • Häufig: Mundtrockenheit, Verstopfung, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit, aufgeblähter Bauch[1, 2]
  • Häufig: Muskelkrämpfe, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Schmerzen in Armen und Beinen, Nackenkrämpfe (zervikale Spasmen)[1, 2]
  • Häufig: Erektionsstörungen[1, 2]
  • Häufig: Anschwellen des Körpers einschließlich der Arme und Beine (Ödeme)[1, 2]
  • Häufig: Trunkenheitsgefühl, abnormer Gang, Stürze[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeit (Abgeschlagenheit), Krankheitsgefühl[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]

Alle Nebenwirkungen von Pregabalin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Suizidgedanken und suizidales Verhalten nennt die Fachinformation als seltene Nebenwirkungen; was dann wichtig ist, steht unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen und Kontrollen während der Behandlung. Beschwerden nach dem Ende der Behandlung beschreibt der Abschnitt Einnahme und Absetzen, allgemein auch die Seite Absetzsymptome. [2]

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Einige Menschen, die mit Mitteln gegen Epilepsie wie Pregabalin behandelt wurden, hatten laut Packungsbeilage Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, oder zeigten suizidales Verhalten. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken oder zeigen Sie solches Verhalten, setzen Sie sich sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung. Was die Fachinformation dazu sagt und unter welchen Nummern Sie in einer akuten Krise sofort Hilfe erreichen, steht unter Kontrollen während der Behandlung und auf der Seite Hilfe in der Krise. [1]

Über eine schwere Atemdepression (flache Atmung) wurde laut Fachinformation berichtet. Ein höheres Risiko dafür könnten Menschen mit beeinträchtigter Atemfunktion, Atemwegs- oder neurologischen Erkrankungen oder eingeschränkter Nierenfunktion haben, ältere Menschen und Menschen, die gleichzeitig andere Mittel einnehmen, die das zentrale Nervensystem dämpfen. Bei Atemproblemen oder flacher Atmung wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. [1, 2]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Mitte vierzig sitzt im Morgenlicht mit einer Tasse Tee auf einer Holzbank in einem grünen Garten
Bild: KI-generiert

Nehmen Sie nicht mehr als die verschriebene Dosis ein. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke. Bis Sie sich an alle Auswirkungen des Arzneimittels gewöhnt haben, müssen Sie vorsichtig sein, weil Benommenheit und Schläfrigkeit bei älteren Menschen zu häufigeren sturzbedingten Verletzungen führen könnten. [1, 2]

Einige Hinweise aus Fach- und Gebrauchsinformation betreffen den Alltag:

  • Nehmen Sie zusätzlich Mittel, die Verstopfung verursachen können, etwa einige Schmerzmittel, können Magen-Darm-Probleme wie Verstopfung oder eine blockierte oder gelähmte Verdauung auftreten. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Verstopfung bemerken, besonders wenn Sie dazu neigen; bei gleichzeitiger Behandlung mit Opioiden sollten laut Fachinformation Maßnahmen gegen Verstopfung erwogen werden, insbesondere bei Frauen und älteren Menschen. [1, 2]
  • Haben Sie Diabetes und nehmen unter Pregabalin zu, kann es nötig werden, Ihre Diabetesmittel anzupassen; Hintergründe unter Blutzucker und Blutfette. [1, 2]
  • Bemerken Sie, dass Sie weniger Urin lassen, sollten Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber sprechen, weil ein mögliches Nierenversagen durch ein Absetzen des Arzneimittels wieder korrigiert werden kann. [1]
  • Stellen Sie Veränderungen der Sehkraft fest, müssen Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren; viele dieser Sehstörungen sind vorübergehend. [1]

Beschwerden und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung auf den nächsten Termin.

Kontrollen während der Behandlung

Laut Fachinformation sollte während der Behandlung unter anderem auf Zeichen von Missbrauch oder Abhängigkeit, auf Suizidgedanken und auf schwere Hautreaktionen geachtet werden. Weil Pregabalin hauptsächlich unverändert über die Nieren ausgeschieden wird, muss die Dosis bei eingeschränkter Nierenfunktion an die Kreatinin-Clearance angepasst werden; eine routinemäßige Kontrolle der Pregabalin-Spiegel im Blut ist laut Fachinformation nicht notwendig. [2]

Kontrolluntersuchungen bei Pregabalin
UntersuchungWann oder warum
Zeichen von Fehlgebrauch, Missbrauch oder AbhängigkeitLaut Fachinformation sollte das Risiko vor der Verschreibung sorgfältig geprüft werden; während der Behandlung sollte auf Zeichen wie nachlassende Wirkung (Toleranz), Dosissteigerung und Bemühen, an das Mittel zu kommen, geachtet werden[2]
Stimmung, Suizidgedanken und VerhaltenLaut Fachinformation sollte auf Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten geachtet werden; Behandelten und Betreuenden sollte geraten werden, bei solchen Anzeichen medizinische Hilfe zu holen[1, 2]
HautLaut Fachinformation sollten Behandelte bei der Verschreibung über Zeichen schwerer Hautreaktionen informiert und engmaschig darauf überwacht werden[2]
Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance)Laut Fachinformation Grundlage für die Anpassung der Dosis bei eingeschränkter Nierenfunktion; bei älteren Menschen kann wegen verringerter Nierenfunktion eine niedrigere Dosis nötig werden[2]
Blutzucker bei DiabetesLaut Fachinformation kann bei einigen Menschen mit Diabetes, die unter Pregabalin zunehmen, eine Anpassung der blutzuckersenkenden Arzneimittel nötig werden[1, 2]
Prüfung, ob die Behandlung weiter nötig istBei generalisierten Angststörungen regelmäßig[2]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Über Suizidgedanken und suizidales Verhalten wurde laut Fachinformation bei Menschen berichtet, die in verschiedenen Anwendungsgebieten mit Mitteln gegen Epilepsie behandelt wurden; eine gemeinsame Auswertung (Metaanalyse) randomisierter, placebokontrollierter Studien mit diesen Mitteln zeigte ein leicht erhöhtes Risiko. Auch unter Pregabalin wurden nach der Markteinführung solche Fälle beobachtet, und in einer Studie, die bei denselben Menschen Zeiträume mit und ohne Behandlung verglich, zeigten sich Hinweise auf ein erhöhtes Risiko, dass suizidales Verhalten erneut auftritt. Behandelten und ihren Betreuungspersonen sollte geraten werden, medizinische Hilfe zu holen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten. Die Ärztin oder der Arzt sollte auf solche Anzeichen achten; treten sie auf, sollte laut Fachinformation erwogen werden, die Behandlung mit Pregabalin zu beenden. [2]

Haben Sie solche Gedanken, setzen Sie sich laut Packungsbeilage sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung. In einer akuten Krise erreichen Sie Hilfe unter diesen Nummern. [1]

Was die einzelnen Untersuchungen bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen und Blutwerte.

Wechselwirkungen

Pregabalin wird beim Menschen praktisch nicht verstoffwechselt, behindert in Laborversuchen den Abbau anderer Arzneimittel nicht und bindet nicht an Eiweiße im Blut. Laut Fachinformation ist es deshalb unwahrscheinlich, dass es die Spiegel anderer Mittel verändert oder selbst durch andere Mittel verändert wird. In Studien zeigten sich keine klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen auf die Wirkstoffspiegel unter anderem mit Carbamazepin, Valproinsäure, Lamotrigin, Phenytoin, Gabapentin, Lorazepam, Oxycodon und Alkohol; die Spiegel der Pille mit Norethisteron oder Ethinylestradiol werden nicht beeinflusst. [1, 2]

Verstärken können sich dagegen dämpfende Wirkungen. Pregabalin kann die Wirkung von Alkohol und Lorazepam verstärken, und eine durch das Schmerzmittel Oxycodon hervorgerufene Beeinträchtigung von Denk- und Bewegungsfunktionen scheint durch Pregabalin noch verstärkt zu werden. Bei Menschen, die Pregabalin zusammen mit Opioiden oder anderen Mitteln einnahmen, die das zentrale Nervensystem dämpfen, wurden nach der Markteinführung unter anderem eine Atemschwäche (respiratorische Insuffizienz) und Koma berichtet; solche Verläufe können lebensbedrohlich sein. Bei einer gleichzeitigen Verordnung mit Opioiden ist laut Fachinformation Vorsicht geboten. [1, 2]

Wechselwirkungen von Pregabalin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Opioide und andere Arzneimittel, die das zentrale Nervensystem dämpfenWirkungen können verstärkt werden; berichtet wurden Atemschwäche (respiratorische Insuffizienz) und Koma, solche Verläufe können lebensbedrohlich sein[1, 2]Nur nach ärztlicher Rücksprache kombinieren
Oxycodon (Schmerzmittel), Lorazepam (Beruhigungsmittel) oder AlkoholBenommenheit, Schläfrigkeit und Unkonzentriertheit können sich verstärken; die durch Oxycodon verursachte Beeinträchtigung von Denk- und Bewegungsfunktionen scheint verstärkt zu werden[1, 2]Vorher ärztlich besprechen; während der Einnahme keinen Alkohol trinken
Arzneimittel, die Verstopfung verursachen können (z. B. einige Schmerzmittel)Magen-Darm-Probleme wie Verstopfung, blockierte oder gelähmte Verdauung möglich[1]Bei Verstopfung mit Ärztin oder Arzt sprechen
Pille (orale Verhütungsmittel mit Norethisteron und/oder Ethinylestradiol)Kein Einfluss auf die Wirkstoffspiegel der Pille[1, 2]Pregabalin kann zusammen mit der Pille angewendet werden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wie Psychopharmaka zusammenwirken, erklärt die Seite Psychopharmaka kombinieren; einen Überblick über alle Mittel, die Sie nehmen, gibt der Medikationsplan.

Wer Pregabalin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht eingenommen werden darf Pregabalin bei einer Allergie gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf es laut Packungsbeilage nicht angewendet werden. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, unter anderem wenn Sie eine Herzerkrankung haben oder hatten, wenn Ihre Nierenfunktion beeinträchtigt ist oder wenn Sie jemals Alkohol, verschreibungspflichtige Arzneimittel oder illegale Drogen missbraucht haben oder davon abhängig waren. [1, 2]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Pregabalin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Sicherheit und Wirksamkeit wurden nicht untersucht, deshalb darf Pregabalin in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Missbrauch von oder Abhängigkeit von Alkohol, verschreibungspflichtigen Arzneimitteln oder illegalen Drogen in der Vorgeschichte: möglicherweise größeres Risiko, von Pregabalin abhängig zu werden[1, 2]
  • Ältere Menschen: Benommenheit und Schläfrigkeit könnten zu häufigeren unfallbedingten Verletzungen führen; bis Sie die Wirkungen kennen, ist Vorsicht nötig[1, 2]
  • Herzerkrankung, auch in der Vorgeschichte: Über Herzmuskelschwäche wurde berichtet, vor allem bei älteren Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen[1, 2]
  • Eingeschränkte Nierenfunktion: Die Ärztin oder der Arzt passt Dosis und Einnahmerhythmus an[1, 2]
  • Schwerwiegende Erkrankungen einschließlich Leber- oder Nierenerkrankungen: Bei einigen Betroffenen wurde über eine verringerte Gehirnfunktion (Enzephalopathie) berichtet[1, 2]
  • Erkrankungen des Nervensystems, Atemwegserkrankungen, beeinträchtigte Nierenfunktion, Alter über 65 Jahre oder gleichzeitige Einnahme von Mitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen: Es wurde über Atemschwierigkeiten und über schwere Atemdepression berichtet; möglicherweise ist eine andere Dosierung nötig[1, 2]
  • Diabetes: Wer unter Pregabalin zunimmt, braucht möglicherweise eine Anpassung der Diabetesmittel[1, 2]
  • Rückenmarkverletzung: Bestimmte Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit können häufiger auftreten, da möglicherweise weitere Arzneimittel mit ähnlichen Nebenwirkungen eingenommen werden; bei gemeinsamer Einnahme kann ihr Schweregrad erhöht sein[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Mitteln, die Verstopfung verursachen können (z. B. einige Schmerzmittel), besonders bei Neigung zu Verstopfung: Magen-Darm-Probleme wie Verstopfung, blockierte oder gelähmte Verdauung möglich[1, 2]
  • Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung wirksam verhüten[1, 2]
  • Lösung zum Einnehmen: Sie enthält Methyl-4-hydroxybenzoat (E 218) und Propyl-4-hydroxybenzoat (E 216), die Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen können[5, 6]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Pregabalin darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es ausdrücklich empfohlen. Die Einnahme in den ersten 3 Monaten kann zu Geburtsfehlern führen, die eine medizinische Behandlung erfordern: In einer Studie mit Daten aus nordeuropäischen Ländern hatten Kinder nach einer Einnahme in den ersten 3 Monaten häufiger solche Geburtsfehler als Kinder von Frauen, die nicht mit Pregabalin behandelt wurden. Berichtet wurden Fehlbildungen von Gesicht (Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten), Augen, Nervensystem einschließlich Gehirn, Nieren und Genitalien. Frauen, die schwanger werden können, müssen wirksam verhüten.[1, 2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an. Nach heutiger Datenlage sieht Embryotox kein deutlich erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko, kann ein leicht erhöhtes Risiko aber nicht ganz ausschließen. Neueinstellung und Fortsetzung in der Schwangerschaft sollten kritisch geprüft werden; bei Einnahme bis zur Geburt ist mit Anpassungsstörungen beim Neugeborenen zu rechnen, die Entbindung sollte daher in einer Klinik mit Neugeborenenstation erfolgen. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox bei Nervenschmerzen (neuropathischen Schmerzen) zum Beispiel Amitriptylin, bei Epilepsie Lamotrigin und Levetiracetam und bei generalisierter Angststörung gut untersuchte Antidepressiva, wobei auch nicht-medikamentöse Behandlungen, insbesondere eine Psychotherapie, in Betracht gezogen werden sollten. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Pregabalin geht in die Muttermilch über; ob es Neugeborene oder Säuglinge beeinträchtigt, ist nicht bekannt. In der Stillzeit nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es ausdrücklich empfiehlt; laut Fachinformation muss entschieden werden, ob das Stillen oder die Behandlung unterbrochen wird.[1, 2]

Embryotox beurteilt volles Stillen bei hohen Dosierungen und besonders bei Früh- und Neugeborenen eher kritisch; im Einzelfall kann Stillen bei eher niedrig dosierter alleiniger Behandlung und guter Beobachtung des Kindes akzeptabel sein; dann sollte 2 bis 3 Wochen nach der Geburt und gegebenenfalls später der Wirkstoffspiegel im Blut des Kindes kontrolliert werden. Treten beim Kind anders nicht erklärbare Zeichen wie Sedierung (Dämpfung), Trinkschwäche oder Unruhe auf, sollten eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt und Embryotox kontaktiert werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Einnahme wird empfohlen, keinen Alkohol zu trinken: Benommenheit, Schläfrigkeit und Unkonzentriertheit können sich verstärken.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Pregabalin kann Benommenheit, Schläfrigkeit und Unkonzentriertheit verursachen. Führen Sie kein Fahrzeug, bedienen Sie keine komplizierten Maschinen und üben Sie keine anderen möglicherweise gefährlichen Tätigkeiten aus, solange Sie nicht wissen, ob das Mittel Sie dabei beeinflusst.[1]

Anwendung

Die Hartkapseln im Ganzen mit Wasser schlucken, mit oder ohne Nahrung, regelmäßig jeden Tag zur gleichen Zeit. Nicht mehr als die verschriebene Dosis einnehmen und so lange, bis die Ärztin oder der Arzt etwas anderes sagt.[1]

Einnahme vergessen: die Dosis nehmen, sobald Sie es bemerken, außer, es ist schon Zeit für die nächste; dann mit der nächsten normalen Einnahme weitermachen. Nicht die doppelte Menge nehmen.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Einnahme nicht plötzlich ab, sondern besprechen Sie das Beenden zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Behandlung muss allmählich über mindestens 1 Woche beendet werden.[1, 2]

Nach Ende einer Kurz- oder Langzeitbehandlung können Entzugserscheinungen auftreten: Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst, Durchfall, grippeähnliche Beschwerden, Krampfanfälle, Nervosität, Depression, Suizidgedanken, Schmerzen, Schwitzen und Benommenheit. Nach längerer Einnahme können sie häufiger oder schwerer auftreten. Wenn Entzugserscheinungen auftreten, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen und die Packung mitnehmen. Mögliche Zeichen sind Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Erregung oder Ruhelosigkeit; auch Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit (Koma) wurden gemeldet.[1]

Laut Fachinformation kann Pregabalin die Wirkung von Alkohol verstärken. Die beruhigende Wirkung mancher Mittel, darunter Pregabalin, kann sich laut S3-Leitlinie mit der von Alkohol addieren; Hintergründe auf der Seite Psychopharmaka und Alkohol. [2, 4]

Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Fragen zum Fahren besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [12, 13, 14]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft mit "sehr hoch" an. Nach einer Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte laut Embryotox eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in der Apotheke um Rat, und brechen Sie die Einnahme nicht plötzlich ab. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch, Stillzeit und Verhütung. [1, 3]

Laut Fachinformation (Stand 11/2025) kann Pregabalin eine Arzneimittelabhängigkeit verursachen, die bei Dosen auftreten kann, wie sie in der Behandlung verwendet werden; über Missbrauch und nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch wurde berichtet. Bei Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte kann das Risiko erhöht sein, Pregabalin sollte dann mit Vorsicht angewendet werden. Die Packungsbeilage erklärt, dass manche Menschen abhängig werden können, also mit der Einnahme nicht aufhören können; woran Sie das bemerken können, zeigt die Übersicht unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [1, 2]

Die S3-Leitlinie Angststörungen von 2021 schreibt dagegen, eine Abhängigkeitsentwicklung wie bei den Benzodiazepinen sei nicht bekannt. Sie nennt aber Einzelfälle, in denen Menschen mit einer Mehrfachabhängigkeit Pregabalin in überhöhten Dosen einnahmen, und schreibt, dass Pregabalin bei Menschen mit einer Suchterkrankung in der Vorgeschichte, insbesondere bei Hinweisen auf einen Missbrauch von Opioid-Schmerzmitteln oder auf eine Mehrfachabhängigkeit, nicht angewendet werden darf. Wenn Sie befürchten, abhängig zu werden, sollten Sie laut Packungsbeilage unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen. Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig? und Medikamentenabhängigkeit; was beim Beenden der Behandlung wichtig ist und wo Sie in einer Krise Hilfe erreichen, steht unter Einnahme und Absetzen. [1, 4]

Einnahme und Absetzen

Die Hartkapseln werden im Ganzen mit Wasser geschluckt, mit oder ohne Nahrung, regelmäßig jeden Tag zur gleichen Zeit; was bei einer vergessenen Einnahme gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. [1]

Brechen Sie die Einnahme von Pregabalin laut Packungsbeilage nicht plötzlich ab. Wenn Sie die Behandlung beenden möchten, besprechen Sie das zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; die Behandlung muss allmählich über mindestens 1 Woche beendet werden. Die Fachinformation empfiehlt das unabhängig vom Anwendungsgebiet. Bei einer generalisierten Angststörung sollte die Behandlung mit Pregabalin laut S3-Leitlinie bei Beendigung langsam verringert werden, um Absetzbeschwerden zu vermeiden. [1, 2, 4]

Nach dem Ende einer Kurz- oder Langzeitbehandlung können Entzugserscheinungen auftreten: Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst, Durchfall, grippeähnliche Beschwerden, Krampfanfälle, Nervosität, Depression, Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, Schmerzen, Schwitzen und Benommenheit. Nach längerer Einnahme können sie häufiger oder schwerer auftreten; laut Fachinformation deuten die Daten darauf hin, dass Auftreten und Schweregrad nach einer Langzeitbehandlung von der Dosis abhängen können. Entzugserscheinungen können auf eine Abhängigkeit hinweisen, darüber sollten Sie laut Fachinformation schon zu Beginn der Behandlung informiert werden. Krampfanfälle können während der Behandlung oder kurz nach dem Absetzen auftreten. Wenn bei Ihnen Entzugserscheinungen auftreten, sollten Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden. [1, 2]

Haben Sie Gedanken, sich etwas anzutun, setzen Sie sich sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung; in einer akuten Krise erreichen Sie Hilfe unter diesen Nummern. [1]

Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Allgemeines zum Beenden einer Behandlung erklärt die Seite Psychopharmaka absetzen; mögliche Beschwerden beschreibt die Seite Absetzsymptome. [1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt für alle drei Anwendungsgebiete einen üblichen Bereich der Tagesdosis, abgestimmt auf Sie und Ihr Befinden; ob Sie Pregabalin zweimal oder dreimal am Tag einnehmen, erklärt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Bei Problemen mit den Nieren kann sie oder er einen anderen Einnahmerhythmus oder eine andere Dosis verordnen. [1]

Präparate mit Pregabalin

Präparate mit Pregabalin
PräparatAnbieterHinweis
Lyricaverschreibungspflichtig
Pregabalin-ratiopharmratiopharm GmbHHartkapseln 25 bis 300 mg und Lösung zum Einnehmen, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln (25 bis 300 mg). ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox: Pregabalin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Leitlinie S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, Version 2 (AWMF-Registernummer 051-028), Langfassung. Bandelow B., Beutel M. E. u. a. (Textredaktion B. Bandelow), über die DGPPN veröffentlicht. Stand Version 2, Stand 06.04.2021. abgerufen am 22.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Pregabalin-ratiopharm 20 mg/ml Lösung zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 23.10.2026
  6. Fachinformation Pregabalin-ratiopharm 20 mg/ml Lösung zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026
  7. Leitlinien (Übersicht der S3-Leitlinien mit Gültigkeit), Eintrag Angststörungen. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). abgerufen am 23.10.2026
  8. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  9. Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  10. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Pregabalin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Ab wann wirkt Pregabalin?

Bei einer generalisierten Angststörung setzt die Wirkung laut S3-Leitlinie Angststörungen bereits in den ersten Tagen ein. In den klinischen Studien, die die Fachinformation beschreibt, wurden eine Verringerung von Nervenschmerzen, eine Abnahme der Anfallshäufigkeit bei Epilepsie und eine Besserung der Angstbeschwerden jeweils innerhalb der ersten Woche beobachtet. Die Dosis kann in den ersten Wochen je nach Ansprechen und Verträglichkeit schrittweise erhöht werden; das legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Macht Pregabalin abhängig?

Laut Fachinformation (Stand 11/2025) kann Pregabalin eine Arzneimittelabhängigkeit verursachen, auch bei Dosen, wie sie in der Behandlung verwendet werden; über Missbrauch und nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch wurde berichtet. Wer früher Alkohol, verschreibungspflichtige Arzneimittel oder Drogen missbraucht hat oder davon abhängig war, hat laut Packungsbeilage möglicherweise ein größeres Risiko. Die S3-Leitlinie Angststörungen von 2021 schreibt, eine Abhängigkeitsentwicklung wie bei den Benzodiazepinen sei nicht bekannt; bei Menschen mit einer Suchterkrankung in der Vorgeschichte, insbesondere bei Hinweisen auf einen Missbrauch von Opioid-Schmerzmitteln oder auf eine Mehrfachabhängigkeit (Polytoxikomanie), darf Pregabalin laut Leitlinie nicht angewendet werden. Wenn Sie befürchten, abhängig zu werden, sollten Sie unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen.

Nimmt man mit Pregabalin zu?

Gewichtszunahme ist laut Packungsbeilage eine häufige Nebenwirkung, sie kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen; ebenfalls häufig ist ein gesteigerter Appetit. Gelegentlich kommen Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust vor. Bei einigen Menschen mit Diabetes, die unter Pregabalin zunehmen, kann es nötig werden, die Diabetesmittel anzupassen. Sprechen Sie Veränderungen Ihres Gewichts bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an.

Darf ich mit Pregabalin Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage wird empfohlen, während der Einnahme keinen Alkohol zu trinken. Zusammen mit Alkohol können sich Benommenheit, Schläfrigkeit und Unkonzentriertheit verstärken, und laut Fachinformation kann Pregabalin die Wirkung von Alkohol verstärken.

Darf ich mit Pregabalin Auto fahren?

Pregabalin kann Benommenheit, Schläfrigkeit und Unkonzentriertheit verursachen. Laut Fachinformation wird empfohlen, kein Fahrzeug zu führen, keine komplexen Maschinen zu bedienen und keine anderen möglicherweise gefährlichen Tätigkeiten auszuüben, solange nicht bekannt ist, ob Pregabalin diese Fähigkeit beeinträchtigt. Alkohol kann Benommenheit und Schläfrigkeit zusätzlich verstärken. Fragen dazu besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie setzt man Pregabalin ab?

Nur nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Brechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage nicht plötzlich ab, die Behandlung muss allmählich über mindestens 1 Woche beendet werden. Nach dem Ende einer Kurz- oder Langzeitbehandlung können Entzugserscheinungen auftreten, unter anderem Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst, Durchfall, Krampfanfälle, Nervosität, Depression und Schwitzen. Nach längerer Einnahme können sie häufiger oder schwerer auftreten. Wenn bei Ihnen Entzugserscheinungen auftreten, sollten Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden.

Darf ich Pregabalin in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage darf Pregabalin in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es ausdrücklich empfohlen; die Einnahme in den ersten 3 Monaten kann zu Geburtsfehlern führen, die eine medizinische Behandlung erfordern, und Frauen, die schwanger werden können, müssen wirksam verhüten. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an; eine Neueinstellung und auch eine Fortsetzung in der Schwangerschaft sollten laut Embryotox kritisch geprüft werden. Als besser geeignet nennt Embryotox bei Nervenschmerzen zum Beispiel Amitriptylin, bei Epilepsie Lamotrigin und Levetiracetam und bei generalisierter Angststörung gut untersuchte Antidepressiva; auch Behandlungen ohne Medikamente, insbesondere eine Psychotherapie, sollten in Betracht gezogen werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie hoch ist die Dosis von Pregabalin?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest, abgestimmt auf Sie und Ihr Befinden; sie oder er erklärt auch, ob Sie Pregabalin zweimal oder dreimal am Tag einnehmen. Bei Problemen mit den Nieren kann ein anderer Einnahmerhythmus oder eine andere Dosis verordnet werden. Was die Packungsbeilage nennt, steht im Abschnitt zur Dosierung auf dieser Seite. Nehmen Sie nicht mehr als die verschriebene Dosis ein.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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