AlltagRatgeber
Psychopharmaka vor einer Operation
Sagen Sie dem Narkoseteam vor jeder Operation, welche Psychopharmaka Sie einnehmen, auch rezeptfreie und pflanzliche Mittel. Manche Psychopharmaka können laut Fachinformation die Wirkung von Narkose- oder Muskelentspannungsmitteln verstärken oder Blutdruck, Herzrhythmus und Blutgerinnung beeinflussen, und für einige, etwa Tranylcypromin, Lithium oder Johanniskraut, nennen Fach- und Gebrauchsinformation eigene Regeln vor einem geplanten Eingriff. Setzen Sie nichts von sich aus ab; sprechen Sie vor der Operation mit der Narkoseärztin oder dem Narkosearzt.

Vor einer Operation oder einer Untersuchung in Narkose fragt das Narkoseteam nach allen Medikamenten, die Sie einnehmen. Psychopharmaka können dabei aus mehreren Gründen eine Rolle spielen: Manche können die Wirkung von Narkose- und Beruhigungsmitteln verstärken, andere Blutdruck, Herzrhythmus, Muskelentspannung oder Blutgerinnung beeinflussen, und einige Fach- und Gebrauchsinformationen enthalten eigene Regeln für die Zeit vor einem geplanten Eingriff [3, 4, 7, 9, 11, 16]. Sprechen Sie vor der Operation mit der Narkoseärztin oder dem Narkosearzt. Setzen Sie ein Psychopharmakon nicht von sich aus ab; ob und wann eine Behandlung vor dem Eingriff unterbrochen wird, entscheiden die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt und das Narkoseteam.
Aufklärungsgespräch und Medikationsplan
Vor einer medizinischen Maßnahme muss die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt Sie nach § 630e des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) über sämtliche für die Einwilligung wesentlichen Umstände aufklären, insbesondere über Art, Umfang, Durchführung, zu erwartende Folgen und Risiken der Maßnahme. Die Aufklärung muss mündlich erfolgen, so rechtzeitig, dass Sie Ihre Entscheidung wohlüberlegt treffen können, und sie muss für Sie verständlich sein. Abschriften von Unterlagen, die Sie dabei unterschreiben, sind Ihnen auszuhändigen [1]. In diesem Gespräch können Sie Ihre Psychopharmaka und Ihre Fragen dazu ansprechen.
Gesetzlich Versicherte, die gleichzeitig mindestens drei verordnete Arzneimittel anwenden, haben nach § 31a des Fünften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB V) Anspruch auf einen Medikationsplan in Papierform, den eine an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärztin oder ein solcher Arzt erstellt. Darin stehen mit Anwendungshinweisen alle verordneten Arzneimittel und auch die, die Sie ohne Verschreibung anwenden; die Ärztin oder der Arzt aktualisiert den Plan, sobald sich die Medikation ändert [2]. Eine eigene Übersicht können Sie mit dem Werkzeug Medikationsplan anlegen.
Warum Psychopharmaka bei einer Narkose eine Rolle spielen
Laut Fachinformation von Lorazepam können sich zentral dämpfende Arzneimittel in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken; dazu zählt sie unter anderem Neuroleptika, Antidepressiva, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Schmerzmittel vom Opiat-Typ und Narkosemittel (Anästhetika) [17]. Clozapin kann die zentralen Wirkungen von Narkosemitteln, Antihistaminika und Benzodiazepinen verstärken [11]. Wenn Menschen unter einer hohen Dosis von Neuroleptika operiert werden, muss laut Fachinformation der Depotspritze mit Flupentixol sorgfältig auf einen Blutdruckabfall geachtet werden; die Dosis des Narkosemittels ist unter Umständen zu verringern [10]. Bei trizyklischen Antidepressiva wie Amitriptylin kann die Gabe von Narkosemitteln mit einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen und niedrigen Blutdruck einhergehen [4].
Auch die Muskelentspannung während der Narkose kann sich verändern. SSRI können laut Fachinformation die Aktivität eines Enzyms im Blut (Plasmacholinesterase) verringern; die Wirkung von Muskelentspannungsmitteln kann dadurch länger anhalten, bei Sertralin genannt sind Mivacurium und andere solche Mittel, bei Paroxetin Mivacurium und Suxamethonium [7, 8]. Im Zusammenhang mit dem Serotonin-Syndrom mahnen beide Fachinformationen außerdem zur Vorsicht mit dem Opioid Fentanyl, das bei Vollnarkosen eingesetzt wird [7, 8]. Das Antidementivum Galantamin kann die Wirkung von Muskelentspannungsmitteln vom Succinylcholin-Typ während einer Narkose verstärken; bei Donepezil ist das laut Fachinformation wahrscheinlich [21, 22].
Bei einer örtlichen Betäubung, etwa beim Zahnarzt, können die Betäubungsmittel gefäßverengende Zusätze wie Adrenalin enthalten. Amitriptylin und Clomipramin können laut Fachinformation die Wirkung solcher Mittel auf Herz und Kreislauf verstärken; bei Imipramin sollte die Narkoseärztin oder der Narkosearzt vor einer örtlichen oder allgemeinen Betäubung über die Behandlung informiert werden [4, 5, 6]. Clozapin kann die blutdrucksteigernde Wirkung von Adrenalin umkehren [11]. Für den MAO-Hemmer Tranylcypromin stellen die gewöhnlich niedrigen Konzentrationen von Adrenalin oder Noradrenalin in örtlichen Betäubungsmitteln, zum Beispiel bei zahnärztlichen Eingriffen, laut Fachinformation kein besonderes Risiko dar [3].
Was die Fachinformationen nach Gruppen sagen
Antidepressiva
Für Tranylcypromin, einen nicht umkehrbar wirkenden MAO-Hemmer, berichtet die Fachinformation über Wechselwirkungen mit Narkosemitteln, die in manchen Fällen schwerwiegend waren, mit instabilem Kreislauf und komatösen Zuständen. Vor einem planbaren Eingriff mit Narkose- oder bestimmten Schmerzmitteln sollte die Ärztin oder der Arzt deshalb laut Fachinformation rechtzeitig ein Absetzen in Betracht ziehen; das Schmerzmittel Pethidin darf unter Tranylcypromin keinesfalls angewendet werden. Ether sollte als Narkosemittel nicht angewendet werden, andere Narkosegase bergen laut Fachinformation kein Risiko über das übliche Maß hinaus [3]. Den zeitlichen Rahmen nennt die Seite Tranylcypromin; festgelegt wird er gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Bei Amitriptylin sieht die Fachinformation für das Behandlungsteam vor, das Mittel vor einer geplanten Operation möglichst rechtzeitig abzusetzen; ist ein Notfalleingriff unausweichlich, muss die Narkoseärztin oder der Narkosearzt über die Behandlung Bescheid wissen [4]. Bei Clomipramin kann laut Fachinformation die Wirkung zentral dämpfender Mittel verstärkt sein, genannt sind unter anderem Narkosemittel, die im ganzen Körper wirken [6]. Für Johanniskraut rät die Packungsbeilage, vor geplanten Eingriffen mit Voll- oder Teilnarkose mindestens ein bis zwei Wochen vorher mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen, um mögliche Wechselwirkungen zu erkennen. Für diesen Fall sieht die Packungsbeilage vor, Johanniskraut rechtzeitig vor dem Eingriff abzusetzen; ob und wann, legen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest [9]. Mehr zur Gruppe lesen Sie unter Antidepressiva.
Antipsychotika
Für mehrere Antipsychotika nennen die Fachinformationen Fälle von Blutgerinnseln in den Venen (venöse Thromboembolien); mögliche Risikofaktoren sollten vor und während der Behandlung erkannt und vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden [10, 11, 13]. Bei Clozapin sollte laut Fachinformation eine Ruhigstellung (Immobilisierung) vermieden werden [11]. Die Packungsbeilage bittet darum, die Ärztin oder den Arzt zu informieren, wenn eine Operation nötig wird oder Sie längere Zeit nicht gehen können, weil ein erhöhtes Thromboserisiko besteht [12].
Unter Risperidon wurde bei Operationen am grauen Star (Kataraktoperationen) ein sogenanntes intraoperatives Floppy-Iris-Syndrom beobachtet; es kann das Risiko für Komplikationen am Auge während und nach der Operation erhöhen. Die derzeitige oder frühere Einnahme sollte der Augenärztin oder dem Augenarzt vor dem Eingriff mitgeteilt werden. Ein Nutzen des Absetzens vor der Operation ist laut Fachinformation nicht erwiesen und muss gegen das Risiko abgewogen werden, die antipsychotische Behandlung zu unterbrechen [13].
Stimmungsstabilisierer
Für Lithium sieht die deutsche Fachinformation für das Behandlungsteam vor, dass Lithiumsalze vor einer Narkose oder Operation rechtzeitig abgesetzt werden sollten; danach kann Lithium sofort wieder gegeben werden, wenn Nierenfunktion und Elektrolythaushalt normal sind [14]. Nach einer Operation zur Gewichtsabnahme (bariatrische Operation) kann eine niedrigere Erhaltungsdosis nötig sein, und der Lithiumspiegel sollte bis zur Stabilisierung des Körpergewichts engmaschig überwacht werden [14, 15].
Valproinsäure kann das Blutbild und die Blutgerinnung beeinflussen. Laut Fachinformation werden Kontrollen des Blutbilds einschließlich der Blutplättchen, der Blutungszeit und der Gerinnung vor Beginn der Behandlung und vor chirurgischen oder zahnärztlichen Eingriffen empfohlen. Außerdem kann Valproinsäure den Blutspiegel des Narkosemittels Propofol erhöhen; in klinischen Studien wurde bei einer Vollnarkose weniger Propofol benötigt, und eine Verringerung der Propofol-Dosis sollte in Betracht gezogen werden [16]. Mehr zur Gruppe lesen Sie unter Stimmungsstabilisierer.
ADHS-Medikamente
Bei Methylphenidat besteht laut Fachinformation während einer Operation mit halogenierten Narkosemitteln das Risiko eines plötzlichen Anstiegs von Blutdruck und Herzfrequenz. Ist eine Operation geplant, sollte Methylphenidat laut Fachinformation am Tag der Operation nicht angewendet werden; besprechen Sie das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [20]. Mehr zur Gruppe lesen Sie unter ADHS-Medikamente.
Pflanzliche Mittel
Da es einzelne Hinweise darauf gibt, dass Ginkgo-haltige Präparate die Blutungsbereitschaft erhöhen könnten, sieht die Fachinformation für das Behandlungsteam vor, Ginkgo-biloba-Extrakt vorsichtshalber vor einer Operation abzusetzen [23]. Ob und wann, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Für Johanniskraut gelten die Hinweise im Abschnitt Antidepressiva. Auch Arzneimittel, die Sie ohne Verschreibung anwenden, gehören nach § 31a SGB V auf den Medikationsplan [2].
Beruhigungsmittel vor einem Eingriff
Einige Benzodiazepine sind ausdrücklich für die Zeit rund um einen Eingriff zugelassen. Lorazepam ist laut Fachinformation unter anderem zur Beruhigung (Sedierung) vor diagnostischen sowie vor und nach operativen Eingriffen zugelassen, Diazepam zur Vorbereitung vor chirurgischen oder diagnostischen Eingriffen (Prämedikation) und zur Behandlung danach [17, 18]. Dikaliumclorazepat wird laut Packungsbeilage zur Vorbehandlung vor diagnostischen oder operativen Eingriffen angewendet; bei Kindern und Jugendlichen beschränkt sich die Anwendung auf diese Prämedikation [19]. Zur Vorbereitung eines Eingriffs ist die Anwendung von Dikaliumclorazepat laut Packungsbeilage im Allgemeinen kurzfristig, und laut Fachinformation von Diazepam wird es dafür im Allgemeinen kurzfristiger angewendet [18, 19]. Ob Sie vor dem Eingriff ein Beruhigungsmittel erhalten und welches, entscheidet das Behandlungsteam.
Benzodiazepine können abhängig machen. Bei Lorazepam besteht laut Fachinformation bereits bei täglicher Einnahme über wenige Wochen die Gefahr einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit, auch im üblichen Dosisbereich; das Risiko steigt mit der Dauer und der Dosis [17]. Nehmen Sie ein Benzodiazepin schon länger ein, gehört auch das ins Gespräch mit dem Narkoseteam. Mehr dazu lesen Sie unter Benzodiazepine und Abhängigkeit von Medikamenten.
Wenn ein Eingriff nicht warten kann

Nach § 630e BGB bedarf es der Aufklärung nicht, soweit sie ausnahmsweise aufgrund besonderer Umstände entbehrlich ist, insbesondere wenn die Maßnahme unaufschiebbar ist [1]. Die Fachinformation von Amitriptylin verlangt für einen unausweichlichen Notfalleingriff, dass die Narkoseärztin oder der Narkosearzt über die Behandlung in Kenntnis gesetzt wird [4]. Bei Naltrexon, das zur Unterstützung der Abstinenz nach einer Entwöhnung angewendet wird, kann in Notfallsituationen, etwa bei einer Narkose oder Schmerzbehandlung mit Opioiden, eine höhere Opioiddosis als normal nötig sein. Atemdämpfung und Kreislaufstörungen sind dann stärker und halten länger an, und die Betroffenen benötigen besondere Aufmerksamkeit und Überwachung [24].
Was Sie tun können
Bringen Sie zum Vorgespräch Ihren Medikationsplan mit und nennen Sie alle Mittel, auch rezeptfreie und pflanzliche [2]. Sprechen Sie vor der Operation mit der Narkoseärztin oder dem Narkosearzt und mit der Ärztin oder dem Arzt, die Ihre Psychopharmaka verordnet haben. Für Mittel, deren Fach- oder Gebrauchsinformation eine Pause vor dem Eingriff vorsieht, wird gemeinsam festgelegt, ob und wann sie pausiert werden und wann es danach weitergeht; bei Lithium hängt der Wiederbeginn laut deutscher Fachinformation auch von Nierenfunktion und Elektrolythaushalt ab [3, 4, 9, 14, 23]. Wer Johanniskraut einnimmt, sollte laut Packungsbeilage mindestens ein bis zwei Wochen vor einem geplanten Eingriff mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen [9].
Vor einer Augenoperation am grauen Star sagen Sie der Augenärztin oder dem Augenarzt, ob Sie Risperidon nehmen oder früher genommen haben [13]. Vor zahnärztlichen Eingriffen sagen Sie in der Praxis Bescheid, wenn Sie Valproinsäure oder ein trizyklisches Antidepressivum wie Amitriptylin, Clomipramin oder Imipramin einnehmen; die Fachinformationen nennen dafür Kontrollen von Blutbild und Gerinnung bzw. Wechselwirkungen mit Zusätzen in örtlichen Betäubungsmitteln [4, 5, 6, 16]. Ihre Fragen für das Vorgespräch können Sie mit dem Werkzeug Fragen fürs Arztgespräch vorbereiten. Wenn ein Mittel vor dem Eingriff abgesetzt wurde, ist ein Wiederbeginn mit der Ärztin oder dem Arzt abzusprechen; allgemeine Hinweise zum Absetzen finden Sie unter Psychopharmaka absetzen.
Quellen
- Gesetz Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 630e Aufklärungspflichten. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand BGB zuletzt geändert durch Art. 6 G v. 23.7.2026 I Nr. 226. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V), § 31a Medikationsplan. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand SGB V zuletzt geändert durch Art. 1 G v. 26.6.2026 I Nr. 195. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Tranylcypromin neuraxpharm 10 mg, 20 mg und 40 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 12/2021. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Imipramin-neuraxpharm 10 mg, 25 mg, 100 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 12/2020. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Clomipramin-neuraxpharm 75 mg retard Retardtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Sertralin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Paroxetin STADA 20 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Jarsin 300 mg überzogene Tabletten (Johanniskraut-Trockenextrakt). Cassella-med GmbH & Co. KG. Stand 01/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Flupentixol-neuraxpharm 20 mg/ml, 40 mg/ml, 100 mg/ml, 200 mg/10 ml (Injektionslösung, Flupentixoldecanoat). neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten (Deutschland). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber). Stand 08/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Diazepam STADA 10 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2018. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Tranxilium 10 mg Hartkapseln. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Donepezil-HCl-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Galantamin Heumann 8 mg, 16 mg, 24 mg Hartkapseln, retardiert. HEUMANN PHARMA GmbH & Co. Generica KG. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Ginkobil ratiopharm 240 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH (Zulassungsinhaber: Bioplanta Arzneimittel GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Naltrexonhydrochlorid Accord 50 mg Filmtabletten. Accord Healthcare B.V.. Stand 06/2024. abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Muss ich Psychopharmaka vor einer Operation absetzen?
Nicht von sich aus. Für einige Mittel sehen Fach- oder Gebrauchsinformation vor einem geplanten Eingriff eine Unterbrechung vor oder ziehen sie in Betracht, etwa für Tranylcypromin, Amitriptylin, Lithium, Johanniskraut und Ginkgo. Ob und wann das bei Ihnen geschieht, entscheiden Ihre Ärztin oder Ihr Arzt und das Narkoseteam. Sprechen Sie vor der Operation mit der Narkoseärztin oder dem Narkosearzt.
Welche Beruhigungsmittel gibt es vor einer Operation?
Von den Psychopharmaka auf dieser Seite sind laut Fach- bzw. Gebrauchsinformation Lorazepam, Diazepam und Dikaliumclorazepat auch zur Beruhigung oder Vorbereitung vor Eingriffen zugelassen. Laut Packungsbeilage von Dikaliumclorazepat und Fachinformation von Diazepam ist die Anwendung dafür im Allgemeinen kurzfristig. Ob und welches Mittel Sie erhalten, entscheidet das Behandlungsteam.
Was gilt bei Antidepressiva und Narkose?
Das hängt vom Mittel ab. Bei trizyklischen Antidepressiva wie Amitriptylin können Narkosemittel laut Fachinformation das Risiko für Herzrhythmusstörungen und niedrigen Blutdruck erhöhen. SSRI wie Sertralin und Paroxetin können die Wirkung bestimmter Muskelentspannungsmittel verlängern. Für den MAO-Hemmer Tranylcypromin wurden teils schwerwiegende Wechselwirkungen mit Narkosemitteln berichtet. Nennen Sie Ihr Antidepressivum deshalb im Vorgespräch.
Was ist bei MAO-Hemmern vor einer Narkose zu beachten?
Für Tranylcypromin sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation vor einem planbaren Eingriff mit Narkose- oder bestimmten Schmerzmitteln rechtzeitig ein Absetzen in Betracht ziehen, weil teils schwerwiegende Wechselwirkungen mit instabilem Kreislauf und komatösen Zuständen berichtet wurden. Pethidin darf keinesfalls angewendet werden. Die gewöhnlich niedrigen Konzentrationen von Adrenalin in örtlichen Betäubungsmitteln beim Zahnarzt sind laut Fachinformation kein besonderes Risiko. Den zeitlichen Rahmen legen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest.
Muss ich Ginkgo vor einer Operation absetzen?
Die Fachinformation sieht vor, Ginkgo-biloba-Extrakt vorsichtshalber vor einer Operation abzusetzen, weil es einzelne Hinweise gibt, dass Ginkgo-haltige Präparate die Blutungsbereitschaft erhöhen könnten. Ob und wann, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was gilt beim Zahnarzt mit örtlicher Betäubung?
Sagen Sie in der Zahnarztpraxis, welche Psychopharmaka Sie einnehmen. Trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin oder Clomipramin können laut Fachinformation die Wirkung gefäßverengender Zusätze wie Adrenalin auf Herz und Kreislauf verstärken. Bei Valproinsäure werden vor zahnärztlichen Eingriffen Kontrollen von Blutbild und Gerinnung empfohlen.
Was passiert bei einer Notoperation?
Nach § 630e BGB bedarf es der Aufklärung nicht, soweit sie ausnahmsweise aufgrund besonderer Umstände entbehrlich ist, insbesondere wenn die Maßnahme unaufschiebbar ist. Dann ist wichtig, dass das Team schnell von Ihren Mitteln erfährt; bei Amitriptylin verlangt die Fachinformation für einen Notfalleingriff, die Narkoseärztin oder den Narkosearzt zu informieren. Tragen Sie dafür am besten Ihren Medikationsplan bei sich.
Wenn es Ihnen gerade sehr schlecht geht: Notruf 112 · TelefonSeelsorge 0800 111 0 111, 0800 111 0 222, 116 123 · Hilfe in der Krise
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
-
Alltag Psychopharmaka, Verbeamtung und VersicherungenVerbeamtung und Versicherung bei Psychopharmaka.
-
Alltag Essen, Trinken und PsychopharmakaGrapefruit, Kaffee, Tee und Tyramin können die Wirkung mancher Psychopharmaka verändern.
-
Nebenwirkungen Emotionale AbstumpfungUnter Antidepressiva fühlen sich manche Menschen gefühlsarm oder gleichgültig.