MedikamenteWirkstoff
Promethazin
Promethazin ist ein verschreibungspflichtiges Phenothiazin mit stark dämpfender Wirkung und nur geringen antipsychotischen Eigenschaften. Zugelassen ist es bei Unruhe- und Erregungszuständen im Rahmen psychiatrischer Grunderkrankungen und, wenn therapeutische Alternativen nicht durchführbar sind oder nicht erfolgreich waren, bei Übelkeit und Erbrechen sowie bei Schlafstörungen von Erwachsenen; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Atosil. Kinder unter 6 Jahren dürfen nicht mit Promethazin behandelt werden.

Wofür wird Promethazin eingesetzt?
Promethazin ist als Filmtabletten und Tropfen zur Behandlung von Unruhe- und Erregungszuständen im Rahmen psychiatrischer Grunderkrankungen zugelassen. Wenn therapeutische Alternativen nicht durchführbar sind oder nicht erfolgreich waren, kann es außerdem bei Übelkeit und Erbrechen und bei Schlafstörungen von Erwachsenen eingesetzt werden. Zur Behandlung von Verhaltensstörungen, die mit Demenz-Erkrankungen zusammenhängen, ist es laut Fachinformation nicht zugelassen. [1, 2]
Kinder unter 6 Jahren dürfen nicht mit Promethazin behandelt werden, weil lebensbedrohliche Atemstörungen und Nebenwirkungen an Nervensystem und Psyche auftreten können. Diese Gegenanzeige hat das BfArM nach einer nationalen Sicherheitsbewertung erwirkt; vorher galt sie für Kinder unter 2 Jahren. Das BfArM stützt sich auf Berichte über Nebenwirkungen an Nervensystem und Psyche bei Kindern unter 6 Jahren, insbesondere Halluzinationen und aggressives Verhalten. Bei Kindern unter 2 Jahren kann die Anwendung laut Packungsbeilage und Fachinformation außerdem lebensbedrohlich sein. [1, 2, 4]
Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche unter 18 Jahren sollten wegen des Risikos lebensbedrohlicher Atemstörungen nur mit Promethazin behandelt werden, wenn eine Behandlung damit unbedingt erforderlich ist; für sie stehen Tropfen zur Verfügung. Bei Schlafstörungen sollen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren laut Fachinformation nicht mit Atosil Filmtabletten oder Tropfen behandelt werden. Mehr dazu unter Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen. [1, 2]
Wie wirkt Promethazin?
Promethazin ist ein Abkömmling des Phenothiazins. Laut Fachinformation ist es ein starker Hemmer der Andockstellen (H1-Rezeptoren) für den Botenstoff Histamin mit stark dämpfender (sedierender) Wirkung, der nur geringe antipsychotische Eigenschaften besitzt. Es wirkt außerdem anticholinerg und antiserotonerg, blockiert Alpha-Rezeptoren und wirkt gegen Erbrechen. Im Tierversuch wirkte es nicht hemmend auf Dopamin-Rezeptoren; deshalb wird laut Fachinformation die Ausschüttung des Hormons Prolaktin nicht erhöht. [2]
Klinisch wird Promethazin laut Fachinformation heute vor allem als Beruhigungsmittel (Sedativum) bei Unruhe- und Erregungszuständen eingesetzt, unter bestimmten Bedingungen auch wegen seiner Wirkung gegen Erbrechen und seiner schlaffördernden Eigenschaften. Als Mittel gegen Allergien sieht die Fachinformation ein günstiges Verhältnis von Nutzen und Risiko nur noch bei Gabe unter Umgehung des Verdauungstrakts (parenteral). Bei den Hinweisen zu Neugeborenen zählt sie Promethazin ausdrücklich zu den Antipsychotika, und die Packungsbeilage beschreibt, dass es wie andere Neuroleptika Bewegungsstörungen hervorrufen kann. Verwandte Mittel stellen die Seiten Nieder- und mittelpotente Antipsychotika und Beruhigungsmittel vor. [1, 2]
Nach dem Einnehmen wird Promethazin nahezu vollständig aufgenommen, wegen eines starken Abbaus beim ersten Durchgang durch die Leber gelangen aber nur etwa 25 Prozent unverändert in den Kreislauf. Die höchsten Spiegel im Blut werden nach 1,5 bis 3 Stunden erreicht und schwanken stark von Mensch zu Mensch. Abgebaut wird Promethazin vorwiegend in der Leber, Hauptabbauprodukt ist das unwirksame Promethazinsulfoxid. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt laut Embryotox 10 bis 12 Stunden. [2, 3]
Wann wirkt Promethazin und wie lange wird behandelt?
Bei Unruhe- und Erregungszuständen sollten Filmtabletten und Tropfen hauptsächlich abends eingenommen werden, etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen. Sonst ist laut Fachinformation mit einem verzögerten Wirkungseintritt und, je nach Schlafdauer, mit verstärkten Nachwirkungen am nächsten Morgen zu rechnen, etwa Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen. Bei Unruhe- und Erregungszuständen sollte die Anwendung laut Fachinformation auf einzelne Gaben oder wenige Tage beschränkt werden. [1, 2]
Dosis und Dauer richten sich nach Art und Schwere der Erkrankung und nach Ihrer persönlichen Reaktion; der Grundsatz lautet, die Dosis so gering und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich zu halten. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke. Mehr dazu unter Wann wirken Psychopharmaka? [1, 2]
- BeginnLaut Fachinformation gilt der Grundsatz, Dosis und Behandlungsdauer so gering und so kurz wie möglich zu halten. Ältere oder geschwächte Menschen sowie Menschen mit hirnorganischen Veränderungen, Kreislauf- und Atemschwäche oder gestörter Leber- oder Nierenfunktion erhalten in der Regel eine niedrigere Dosis.[1, 2]
- Erste WirkungBei Unruhe- und Erregungszuständen sollte Promethazin hauptsächlich abends eingenommen werden, etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen; sonst setzt die Wirkung laut Fachinformation verzögert ein, und je nach Schlafdauer ist am nächsten Morgen mit stärkeren Nachwirkungen wie Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen zu rechnen. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.[1, 2]
- ErhaltungBei Unruhe- und Erregungszuständen sollte die Anwendung laut Fachinformation auf einzelne Gaben oder wenige Tage beschränkt werden. Über die Dauer entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach Schwere und Verlauf der Erkrankung; bei einer Behandlung über längere Zeit sollten Herzfunktion und Blutbild sorgfältig überwacht werden.[1, 2]
- AbsetzenNach längerer Anwendung sollte Promethazin ausschleichend abgesetzt werden, nicht abrupt. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden.[1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, kommt es zu Müdigkeit (Sedierung), Mundtrockenheit und zähem Schleim mit gestörter Speichelabsonderung. Insbesondere zu Beginn der Behandlung können ein Blutdruckabfall, Schwarzwerden vor den Augen beim plötzlichen Aufstehen und ein beschleunigter Herzschlag auftreten. [1, 2]
Viele weitere Nebenwirkungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation ohne Häufigkeitsangabe. Vor allem unter höheren Dosen können das Gefühl einer verstopften Nase, ein erhöhter Augeninnendruck, Sehstörungen, Schwitzen, vermehrter Durst und eine Gewichtszunahme auftreten; außerdem sind Störungen beim Wasserlassen, Verstopfung und Auswirkungen auf die sexuellen Funktionen möglich. Bei Kindern und älteren Menschen kann es zu sogenannten paradoxen Erregungszuständen mit Zittern, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und Verstimmung kommen, vor allem bei fieberhaften Erkrankungen und stärkerem Wasserverlust. [1, 2]
Wie andere Neuroleptika kann Promethazin, insbesondere nach hoch dosierter und längerer Behandlung, Bewegungsstörungen hervorrufen: Frühdyskinesien wie krampfartiges Herausstrecken der Zunge oder Blickkrämpfe und ein Parkinson-Syndrom mit Zittern, Steifigkeit und Bewegungsarmut. Nach längerfristiger Anwendung können, insbesondere bei älteren Menschen und Frauen, Spätdyskinesien auftreten, die über das Ende der Behandlung hinaus anhalten und unter Umständen unumkehrbar sind. Bei langdauernder alleiniger Behandlung mit Promethazin in möglichst niedriger Dosis sind Spätdyskinesien laut Fachinformation bisher nicht beobachtet worden, oder ihr Zusammenhang mit Promethazin ist fraglich. [1, 2]
Promethazin kann das QT-Intervall im EKG verlängern, einen Abschnitt der Herzstromkurve, und Störungen der Erregungsleitung am Herzen hervorrufen; sehr selten sind bestimmte Herzrhythmusstörungen (Torsades de Pointes) aufgetreten, dann ist die Behandlung abzubrechen. Außerdem nennen die Quellen unter anderem eine Verminderung der weißen Blutkörperchen, eine Gallestauung, Lichtempfindlichkeit der Haut, Krampfanfälle und Verwirrtheitszustände. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitSehr häufig
- Schlafstörungennicht genannt
- Unruhe und NervositätNicht bekannt
- GewichtszunahmeNicht bekannt
- Weniger oder veränderte Lust auf Sexnicht genannt
- Erektionsstörungennicht genannt
- MundtrockenheitSehr häufig
- Vermehrtes Schwitzennicht genannt
- Übelkeitnicht genannt
- Schwindelnicht genannt
- ZitternNicht bekannt
- BewegungsstörungenNicht bekannt
- Herzrhythmus und QT-ZeitSehr selten
- Natriummangelnicht genannt
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Promethazin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Müdigkeit (Sedierung)[1, 2]
- Sehr häufig: Mundtrockenheit und Eindickung von Schleim mit Störungen der Speichelabsonderung[1, 2]
Alle Nebenwirkungen von Promethazin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, Bewegungsstörungen, Spätdyskinesien, Herz und QT-Zeit, Blutbild, vermehrtes Schwitzen und malignes neuroleptisches Syndrom.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei Menschen mit Erkrankungen des Nervensystems oder vorbestehenden Atemstörungen, bei Kindern und zusammen mit anderen Arzneimitteln, die die Atmung beeinträchtigen, kann sich die Atmung unter Promethazin weiter verschlechtern. [1]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Möchten Sie die Behandlung wegen Nebenwirkungen unterbrechen oder vorzeitig beenden, sprechen Sie laut Packungsbeilage auf jeden Fall vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei Verdacht auf Bewegungsstörungen wie Früh- oder Spätdyskinesien informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; bei Frühdyskinesien oder Parkinson-Symptomen ist laut Fachinformation eine Verringerung der Dosis erforderlich. [1, 2]
Einige Hinweise aus Packungsbeilage und Fachinformation betreffen den Alltag:
- Hatten Sie früher eine besondere Lichtüberempfindlichkeit, ist laut Packungsbeilage besondere Vorsicht erforderlich; Promethazin kann die Haut lichtempfindlich machen. Was bei Sonne gilt, steht unter Hitze und Sonne. [1]
- Die Tropfen enthalten Saccharose und können laut Fachinformation den Zähnen schaden (Karies). Menschen mit einer seltenen erblichen Fructose-Unverträglichkeit, Glucose-Galactose-Malabsorption oder einem Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten die Tropfen nicht einnehmen. [2]
- Bewahren Sie Promethazin für Kinder unzugänglich auf. Laut Packungsbeilage ist es bei Überdosierung verhältnismäßig gefährlich, insbesondere für Kinder. [1]
Beschwerden und Schlaf können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung des nächsten Termins.
Kontrollen während der Behandlung
Wird Promethazin über einen längeren Zeitraum angewendet, sollten laut Packungsbeilage und Fachinformation Herzfunktion und Blutbild sorgfältig überwacht werden. Weil Menschen, die Antipsychotika nehmen, häufig erworbene Risikofaktoren für Blutgerinnsel in den Venen haben, sollten laut Fachinformation außerdem alle möglichen Risikofaktoren vor und während der Behandlung erkannt und vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. [1, 2]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Herzfunktion und Blutbild | Laut Packungsbeilage und Fachinformation sorgfältig, wenn über einen längeren Zeitraum behandelt wird[1, 2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.
Wechselwirkungen
Von der Kombination mit trizyklischen Antidepressiva rät die Fachinformation ab, weil Promethazin deren Spiegel im Blut stark erhöht; dann ist mit einer erhöhten Giftigkeit beider Wirkstoffe zu rechnen, vor allem mit Wirkungen am Herzen. Auch von einer Kombination mit MAO-Hemmern wird abgeraten. Mit anderen dämpfenden Mitteln und mit Alkohol können sich Wirkungen und Nebenwirkungen gegenseitig verstärken, besonders Schläfrigkeit und Blutdrucksenkung. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und in der Apotheke, welche Mittel Sie sonst nehmen. [1, 2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere zentral dämpfende Arzneimittel (Schlaf- und Beruhigungsmittel, Schmerzmittel, andere Psychopharmaka, bestimmte Mittel gegen Allergien) und Alkohol | Wirkungen und Nebenwirkungen können sich gegenseitig verstärken, besonders Schläfrigkeit und Blutdrucksenkung[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle Arzneimittel informieren |
| Mittel mit anticholinerger Wirkung, z. B. Mittel gegen Depressionen oder Atropin | Trockene Schleimhäute, Sehstörungen und Verstopfung können verstärkt werden; laut Fachinformation können vermehrt Verwirrtheitszustände (delirante Syndrome) auftreten[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Trizyklische Antidepressiva | Laut Fachinformation steigen deren Blutspiegel stark an; mit einer erhöhten Giftigkeit beider Wirkstoffe ist zu rechnen (anticholinerge Wirkung, gesenkte Krampfschwelle, vor allem Wirkungen am Herzen mit Verlängerung des QT-Intervalls)[2] | Laut Fachinformation wird von dieser Kombination abgeraten |
| MAO-Hemmer | Hinweise auf Veränderungen des Blutdrucks (laut Packungsbeilage Blutdrucksenkung, laut Fachinformation Blutdruckanstieg) und auf verstärkte extrapyramidal-motorische Nebenwirkungen[1, 2] | Von der Kombination wird abgeraten |
| Epinephrin (Adrenalin) | Möglicher Blutdruckabfall (laut Fachinformation paradoxer Blutdruckabfall, "Adrenalinumkehr")[1, 2] | Sollte nicht mit Promethazin kombiniert werden |
| Blutdrucksenkende Arzneimittel | In der Regel verstärkte blutdrucksenkende Wirkung (laut Fachinformation z. B. Kreislaufbeschwerden beim Aufstehen, orthostatische Kreislaufdysregulation)[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Arzneimittel gegen epileptische Anfälle (Antikonvulsiva) | Promethazin wird schneller abgebaut[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Arzneimittel, die ebenfalls das QT-Intervall im EKG verlängern (z. B. Mittel gegen Herzrhythmusstörungen der Klassen IA oder III, einige Antibiotika wie Erythromycin, Malaria-Mittel, einige Mittel gegen Allergien, Mittel gegen Depressionen, Neuroleptika), die einen Kaliummangel hervorrufen (z. B. bestimmte harntreibende Mittel) oder die den Abbau von Promethazin in der Leber hemmen | Promethazin kann selbst das QT-Intervall verlängern und Störungen der Erregungsleitung am Herzen hervorrufen[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung sollte vermieden werden |
| Weitere Mittel, die zu einer QT-Verlängerung führen, laut Fachinformation u. a. Chlorpromazin, Levomepromazin, Sulpirid, Amisulprid, Tiaprid, Pimozid, Haloperidol, Droperidol, Citalopram, Halofantrin, Methadon, Pentamidin und Moxifloxacin | Diese Mittel verlängern ebenfalls das QT-Intervall[2] | Laut Fachinformation ist besondere Vorsicht geboten |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren.
Wer Promethazin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht angewendet werden darf Promethazin unter anderem bei Kindern unter 6 Jahren, bei einer Vergiftung mit dämpfenden Arzneimitteln oder Alkohol, bei einer schweren Schädigung der Blutzellen oder des Knochenmarks und bei Kreislaufschock oder Koma. Besondere Vorsicht ist unter anderem bei Herzerkrankungen, niedrigem oder hohem Blutdruck, Kaliummangel, epileptischen Anfällen in der Vorgeschichte, Asthma, grünem Star und einer vergrößerten Prostata erforderlich. [1, 2]
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Promethazin, ähnliche Wirkstoffe (Phenothiazine) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Vergiftung mit zentral dämpfenden Arzneimitteln (z. B. Opiaten, Schlaf- oder Beruhigungsmitteln, Mitteln gegen Depressionen, Neuroleptika) oder mit Alkohol[1, 2]
- Schwere Schädigung der Blutzellen oder des Knochenmarks[1, 2]
- Kreislaufschock oder Koma[1, 2]
- Malignes neuroleptisches Syndrom nach Promethazin in der Vorgeschichte[1, 2]
- Kinder unter 6 Jahren, weil lebensbedrohliche Atemstörungen und Nebenwirkungen an Nervensystem und Psyche auftreten können; bei Kindern unter 2 Jahren kann die Anwendung lebensbedrohlich sein[1, 2, 4]
Besondere Vorsicht bei
- Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) und andere Erkrankungen des blutbildenden Systems[1, 2]
- Leber- oder Nierenerkrankungen[1, 2]
- Niedriger oder hoher Blutdruck, Schwarzwerden vor den Augen beim plötzlichen Aufstehen, verlangsamter Herzschlag[1, 2]
- Kaliummangel[1, 2]
- Schwere Herzprobleme, Herzerkrankungen in der eigenen oder familiären Vorgeschichte oder unregelmäßiger Herzschlag; laut Fachinformation auch eine erbliche Form der Verlängerung des QT-Intervalls[1, 2]
- Gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall im EKG verlängern oder einen Kaliummangel hervorrufen können[1, 2]
- Hirnorganische Erkrankungen oder epileptische Anfälle in der Vorgeschichte; neurologisch erkennbare Hirnschäden unterhalb der Hirnrinde (subkortikal) oder Verdacht darauf[1, 2]
- Parkinson-Krankheit[1, 2]
- Chronische Atembeschwerden oder Asthma bronchiale[1, 2]
- Grüner Star (Engwinkel- oder Winkelblockglaukom) oder eine Veranlagung dazu[1, 2]
- Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose)[1, 2]
- Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostatahyperplasie) oder Harnverhalt[1, 2]
- Besondere Lichtüberempfindlichkeit in der Vorgeschichte (laut Fachinformation auch phototoxische Reaktionen)[1, 2]
- Ältere Menschen mit Demenz: Laut Fachinformation ist das Sterblichkeitsrisiko bei Behandlung mit konventionellen Antipsychotika leicht erhöht; Promethazin ist nicht zur Behandlung von Verhaltensstörungen bei Demenz zugelassen[1, 2]
- Erhöhtes Schlaganfallrisiko oder vorübergehende Verringerung der Blutversorgung des Gehirns[1, 2]
- Venöse Thrombosen (Blutgerinnsel) bei Ihnen selbst oder bei Verwandten[1, 2]
- Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche unter 18 Jahren: wegen des Risikos lebensbedrohlicher Atemstörungen nur, wenn eine Behandlung mit Promethazin unbedingt erforderlich ist[1, 2]
- Behandlung über einen längeren Zeitraum: Herzfunktion und Blutbild sollten sorgfältig überwacht werden[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Schwangerschaft
Obwohl bisher keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko vorliegen, sollten Sie Promethazin in der Frühschwangerschaft nur nach ausdrücklicher Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes anwenden. Zum Ende der Schwangerschaft sollten Sie es ebenfalls nur nach Rücksprache anwenden, weil beim Neugeborenen Atemstörungen sowie vorübergehende Veränderungen im Elektroenzephalogramm (EEG) und im Verhalten möglich sind. Nach Einnahme in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft können beim Neugeborenen Zittern, Muskelsteifheit und/oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen auftreten; zeigt Ihr Baby eines dieser Zeichen, kontaktieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]
Laut Fachinformation ergaben die bisher dokumentierten Erfahrungen mit etwa 800 Mutter-Kind-Paaren, davon etwa 170 im ersten Schwangerschaftsdrittel, keine eindeutigen Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Promethazin geht durch die Plazenta, ist noch vier Stunden nach der Geburt im Blut des Neugeborenen nachweisbar und kann die Funktion der Blutplättchen bei Mutter und Kind beeinträchtigen; Fälle einer erhöhten Blutungsneigung nach Gabe unter der Geburt sind bisher nicht beschrieben.[2]
Embryotox schätzt den Erfahrungsumfang als sehr hoch ein: Studien mit mehr als 3.500 ausgewerteten Schwangerschaften haben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ergeben; sie betreffen überwiegend die Anwendung gegen Übelkeit und Erbrechen. Bei Einnahme bis zur Entbindung ist das Risiko für Anpassungsstörungen des Neugeborenen erhöht. Embryotox zufolge kann Promethazin bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch verordnet werden; die Schwangerschaft sollte sorgfältig gynäkologisch überwacht und engmaschig psychiatrisch begleitet werden, nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel kann eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden, und die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neugeborenen-Medizin (Neonatologie) erfolgen. Besser geeignete Alternativen hängen laut Embryotox vom Anwendungsgebiet ab: In der Gruppe der Beruhigungsmittel (Sedativa) nennt Embryotox keine; steht Erbrechen in der Schwangerschaft im Vordergrund, kommen zunächst zum Beispiel Doxylamin oder Meclozin infrage. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
In der Stillzeit sollten Sie Promethazin nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt anwenden, weil beim Neugeborenen Atemstörungen sowie vorübergehende Veränderungen im EEG und im Verhalten möglich sind. Laut Fachinformation gibt es keine Untersuchungen zum Übergang in die Muttermilch.[1, 2]
Laut Embryotox liegen keine veröffentlichten Erfahrungen zur Stillzeit vor. Stillen ist dort bei niedrig dosierter Behandlung mit Promethazin allein und guter Beobachtung des Kindes als akzeptabel eingestuft; eine Einzeldosis erfordert keine Einschränkung des Stillens. Treten beim Kind sonst nicht erklärbare Zeichen wie Dämpfung, Magen-Darm-Beschwerden, Trinkschwäche oder Unruhe auf, sollten eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt und Embryotox kontaktiert werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Meiden Sie während der Behandlung Alkohol: Er verändert und verstärkt die Wirkung von Promethazin in nicht vorhersehbarer Weise. Laut Fachinformation können sich die Wirkungen und Nebenwirkungen gegenseitig verstärken, besonders Dämpfung und Blutdrucksenkung. Bei einer Alkoholvergiftung darf Promethazin nicht angewendet werden.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Promethazin kann das Reaktionsvermögen auch am Folgetag so weit verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist, besonders nach zu kurzem Schlaf oder zusammen mit Alkohol. Deshalb sollten Sie zumindest während der ersten Tage der Behandlung kein Fahrzeug führen, keine Maschinen bedienen und keine anderen gefahrvollen Tätigkeiten ausüben; die Entscheidung trifft im Einzelfall die Ärztin oder der Arzt unter Berücksichtigung Ihrer Reaktion und der Dosierung.[1, 2]
Anwendung
Filmtabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, am besten mit einem Glas Trinkwasser. Bei Unruhe- und Erregungszuständen hauptsächlich abends, etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen, sonst setzt die Wirkung verzögert ein, und abhängig von der Schlafdauer ist am nächsten Morgen mit verstärkten Nachwirkungen wie Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen zu rechnen.[1]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen.[1]
Absetzen
Nach längerer Anwendung nicht plötzlich, sondern ausschleichend absetzen. Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung eigenmächtig unterbrechen oder vorzeitig beenden.[1, 2]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung, besonders bei Kindern, sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Mögliche Zeichen sind Störungen des Nervensystems (Schläfrigkeit bis Bewusstlosigkeit, Atemstörungen bis Atemstillstand, Angstzustände, Halluzinationen, Erregungszustände bis zu Krampfanfällen) und des Herz-Kreislauf-Systems (Blutdruckabfall, beschleunigter Herzschlag, Herzrhythmusstörungen), außerdem Fieber, trockene Schleimhäute, Sehstörungen, Verstopfung und Störungen der Harnausscheidung. Bei Kindern können Erregungszustände im Vordergrund stehen.[1, 2]
Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [11, 12, 13]
Embryotox schätzt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft als sehr hoch ein: Studien mit mehr als 3.500 ausgewerteten Schwangerschaften, überwiegend mit Promethazin gegen Übelkeit und Erbrechen, ergaben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Setzen Sie Promethazin in der Schwangerschaft nicht selbst ab; das Vorgehen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch, Stillzeit und Psychopharmaka und Alkohol. [3]
Einnahme und Absetzen
Die Filmtabletten sollten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden, die Tropfen ebenfalls mit ausreichend Flüssigkeit. Was die Packungsbeilage zum Einnahmezeitpunkt und zu einer vergessenen Dosis sagt, steht in der Übersicht zum Alltag. [1, 2]
Nach längerer Anwendung sollte Promethazin laut Fachinformation ausschleichend abgesetzt werden, nicht abrupt. Spätdyskinesien können laut Packungsbeilage erst nach dem Ende der Behandlung auffällig werden. [1, 2]
Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was beim Beenden einer Behandlung mit Antipsychotika wichtig ist, erklärt die Seite Antipsychotika absetzen. [1]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage der Filmtabletten nennt Dosen getrennt nach Anwendungsgebiet für Erwachsene sowie für ältere oder geschwächte Menschen. Für Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche stehen Tropfen zur Verfügung, für die die Fachinformation eigene Dosierungsangaben enthält. [1, 2]
Präparate mit Promethazin
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Atosil | DESITIN Arzneimittel GmbH | Filmtabletten 25 mg (Grundlage dieser Seite), Tropfen zum Einnehmen, Injektionslösung |
| Promethazin-neuraxpharm | neuraxpharm Arzneimittel GmbH | Filmtabletten in mehreren Stärken, Injektionslösung |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Atosil 25 mg Filmtabletten. DESITIN Arzneimittel GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Atosil Filmtabletten 25 mg/Atosil Tropfen. DESITIN Arzneimittel GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox: Promethazin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Risikoinformation: Promethazin, Neue Kontraindikation für Kinder unter 6 Jahren. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 20.11.2025. abgerufen am 11.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Promethazin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Wofür wird Promethazin eingesetzt?
Filmtabletten und Tropfen mit Promethazin sind zugelassen bei Unruhe- und Erregungszuständen im Rahmen psychiatrischer Grunderkrankungen. Bei Übelkeit und Erbrechen und bei Schlafstörungen von Erwachsenen können sie eingesetzt werden, wenn therapeutische Alternativen nicht durchführbar sind oder nicht erfolgreich waren. Promethazin ist verschreibungspflichtig.
Wie schnell wirkt Promethazin?
Einen festen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Bei Unruhe- und Erregungszuständen sollte Promethazin hauptsächlich abends eingenommen werden, etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und nicht auf vollen Magen, weil die Wirkung sonst verzögert einsetzt. Die höchsten Spiegel im Blut werden laut Fachinformation nach 1,5 bis 3 Stunden erreicht.
Hilft Promethazin zum Schlafen?
Bei Schlafstörungen von Erwachsenen ist Promethazin zugelassen, wenn therapeutische Alternativen nicht durchführbar sind oder nicht erfolgreich waren. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollen laut Fachinformation bei Schlafstörungen nicht mit Atosil Filmtabletten oder Tropfen behandelt werden. Das Reaktionsvermögen kann auch am Folgetag so verändert sein, dass die Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigt ist, besonders nach zu kurzem Schlaf.
Macht Promethazin am nächsten Tag müde?
Das ist möglich. Müdigkeit ist laut Packungsbeilage sehr häufig, und das Reaktionsvermögen kann auch am Folgetag beeinträchtigt sein, besonders nach zu kurzem Schlaf oder zusammen mit Alkohol. Wird Promethazin bei Unruhe- und Erregungszuständen abends auf vollen Magen eingenommen, muss laut Fachinformation am nächsten Morgen mit verstärkten Nachwirkungen wie Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen gerechnet werden.
Darf ich mit Promethazin Alkohol trinken?
Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Behandlung Alkohol meiden, weil er die Wirkung von Promethazin in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt. Laut Fachinformation können sich Wirkungen und Nebenwirkungen gegenseitig verstärken, besonders Dämpfung und Blutdrucksenkung. Bei einer Vergiftung mit Alkohol darf Promethazin nicht angewendet werden.
Darf ich Promethazin in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage sollten Sie Promethazin in der Frühschwangerschaft nur nach ausdrücklicher Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes anwenden und zum Ende der Schwangerschaft nur nach Rücksprache, weil beim Neugeborenen Atemstörungen und vorübergehende Veränderungen im EEG und im Verhalten möglich sind. Embryotox schätzt den Erfahrungsumfang als sehr hoch ein; laut Embryotox kann Promethazin bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch verordnet werden. Setzen Sie Promethazin nicht selbst ab, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Gibt es Promethazin als Tropfen?
Ja, Promethazin gibt es auch als Tropfen zum Einnehmen. Laut Packungsbeilage der Filmtabletten stehen für Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche unter 18 Jahren Tropfen als geeignete Darreichungsform zur Verfügung; behandelt werden sollten sie nur, wenn es unbedingt erforderlich ist. Die Tropfen enthalten Saccharose und können laut Fachinformation den Zähnen schaden (Karies). Wie viel Sie nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die Dosierungsangaben auf dieser Seite gelten für die Filmtabletten.
Wie setzt man Promethazin ab?
Nach längerer Anwendung sollte Promethazin laut Fachinformation ausschleichend abgesetzt werden, nicht abrupt. Bevor Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden, sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bewegungsstörungen nach längerer Anwendung (Spätdyskinesien) können erst nach dem Ende der Behandlung auffallen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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