MedikamenteWirkstoff
Ziprasidon
Ziprasidon ist ein verschreibungspflichtiges Antipsychotikum, zugelassen zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen und manischer oder gemischter Episoden bis zu einem mäßigen Schweregrad bei bipolaren Störungen, dafür auch bei Kindern und Jugendlichen ab 10 Jahren; bekannt ist es unter anderem als Zeldox. Die Hartkapseln werden zweimal täglich zu einer Hauptmahlzeit eingenommen. Ziprasidon kann das QT-Intervall im EKG verlängern; bei schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag, Schwindel beim Aufstehen oder Ohnmacht beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und suchen sofort ärztliche Hilfe.

Wofür wird Ziprasidon eingesetzt?
Ziprasidon gehört zu den Antipsychotika. Zugelassen ist es zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen und zur Behandlung manischer oder gemischter Episoden bis zu einem mäßigen Schweregrad bei bipolaren Störungen, dafür bei Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen von 10 bis 17 Jahren. Dass Ziprasidon neuen Episoden einer bipolaren Störung vorbeugt, ist laut Fachinformation nicht nachgewiesen. [1, 4]
Typische Beschwerden einer manischen Episode sind laut Packungsbeilage vor allem euphorisches Verhalten, übertriebene Selbsteinschätzung, mehr Energie, ein verminderter Schlafbedarf, Konzentrationsmangel oder Überaktivität und wiederholtes hochriskantes Verhalten. Bei Kindern und Jugendlichen mit Schizophrenie sind Sicherheit und Wirksamkeit nicht untersucht. Zur Behandlung von Verhaltensstörungen bei Demenz ist Ziprasidon nicht zugelassen. [1, 4]
Diese Seite beschreibt die Hartkapseln. Zeldox gibt es auch als Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung; für psychiatrische Notfallsituationen führt die S3-Leitlinie Schizophrenie Ziprasidon auch als Spritze in den Muskel auf. Die Angaben zu Dosierung, Einnahme und Warnzeichen auf dieser Seite gelten für die Hartkapseln, nicht für die Injektion. [14]
Wie wirkt Ziprasidon?
Nervenzellen geben Signale über Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin und Noradrenalin weiter. Ziprasidon bindet laut Fachinformation stark an Andockstellen (Rezeptoren) für Dopamin (D2) und noch wesentlich stärker an Serotonin-5-HT2A-Rezeptoren und hemmt beide. Man nimmt an, dass die Wirkung zum Teil auf dieser Kombination beruht. Außerdem hemmt Ziprasidon die Serotonin-Rezeptoren 5-HT2C und 5-HT1D, regt 5-HT1A-Rezeptoren an und hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin in die Nervenzellen. An M1-Rezeptoren für den Botenstoff Acetylcholin bindet es kaum. [1]
Chemisch zählt Ziprasidon zu den Indolderivaten, Embryotox ordnet es den atypischen Antipsychotika zu. Mehr über die Gruppe auf den Seiten Antipsychotika und atypische Antipsychotika. [1, 2]
Mit Nahrung eingenommen, ist der höchste Blutspiegel typischerweise 6 bis 8 Stunden nach der Einnahme erreicht. Zusammen mit Nahrung steigt der Anteil des Wirkstoffs, der ins Blut gelangt, um bis zu 100 Prozent. Die mittlere Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt 6,6 Stunden; ein gleichbleibender Spiegel stellt sich innerhalb von 1 bis 3 Tagen ein. Ziprasidon wird weitgehend abgebaut, unter anderem über das Enzym CYP3A4, und überwiegend mit dem Stuhl ausgeschieden. [1]
Wann wirkt Ziprasidon und wie lange wird behandelt?
Einen Zeitraum bis zum Wirkungseintritt nennen Fachinformation und Packungsbeilage nicht. Für Antipsychotika bei einer Schizophrenie zeigte laut S3-Leitlinie Schizophrenie (Version 5.0, 2026) eine große Auswertung von Studien, dass die wesentlichen Wirkungen schon in den ersten zwei Wochen nachweisbar waren; manche Menschen brauchen aber länger. Ob die Behandlung anspricht, soll laut Leitlinie nach zwei bis vier Wochen überprüft werden. [1, 4, 14]
In der Erhaltungsbehandlung der Schizophrenie soll die Dosis laut Fachinformation so niedrig wie möglich gehalten werden. Zur Vorbeugung von Rückfällen soll laut S3-Leitlinie eine Behandlung ohne Unterbrechung angeboten werden, mit dem Mittel, das gut gewirkt hat, wenn keine Gründe der Verträglichkeit dagegen sprechen; wie lange, hängt unter anderem von der Schwere der Erkrankung, vom Ansprechen und von Nebenwirkungen ab. Wie lange Sie Ziprasidon einnehmen, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Mehr dazu auf den Seiten Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 4, 14]
- BeginnVor Behandlungsbeginn müssen laut Fachinformation Krankengeschichte und Familienanamnese erhoben, der Körper untersucht und ein niedriger Kalium- oder Magnesiumspiegel ausgeglichen werden; bei stabilen Herzerkrankungen muss ein EKG erwogen werden. Ein gleichbleibender Blutspiegel stellt sich innerhalb von 1 bis 3 Tagen ein.[1]
- ErhaltungIn der Erhaltungsbehandlung der Schizophrenie soll die Dosis so niedrig wie möglich sein. Eine vorbeugende Wirkung gegen neue Episoden bipolarer Störungen ist nicht nachgewiesen. Spätdyskinesien treten mit längerer Behandlungsdauer häufiger auf.[1]
- AbsetzenWird die Behandlung zu früh beendet, können die Beschwerden zurückkehren. Muss die Behandlung in der Schwangerschaft unterbrochen werden, darf das laut Fachinformation nicht abrupt geschehen. Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt.[1, 4]
Nebenwirkungen im Blick
Bei Schizophrenie waren in Studien laut Fachinformation Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Erregtheit die häufigsten Nebenwirkungen, bei bipolarer Manie Dämpfung (Sedierung), Kopfschmerzen und Schläfrigkeit. Die meisten Nebenwirkungen sind laut Packungsbeilage vorübergehend; manchmal ist es schwierig, Beschwerden der Erkrankung von einer Nebenwirkung zu unterscheiden. [1, 4]
Ziprasidon verlängert dosisabhängig leicht bis mäßig das QT-Intervall im EKG. Nach der Markteinführung gab es seltene Berichte über eine lebensgefährliche Herzrhythmusstörung (Torsade de pointes) bei Menschen mit mehreren Risikofaktoren. Bewegungsstörungen sind bei Ziprasidon laut S3-Leitlinie dosisabhängig beschrieben. Nach einer Langzeitbehandlung kann Ziprasidon Spätdyskinesien auslösen; Menschen mit bipolaren Störungen sind dafür besonders anfällig, und mit längerer Behandlungsdauer und zunehmendem Alter treten sie häufiger auf. Wie andere Mittel, die Dopamin-D2-Rezeptoren hemmen, kann Ziprasidon den Prolaktinspiegel erhöhen. [1, 4, 14]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitSehr häufig
- SchlafstörungenSehr häufig
- Unruhe und NervositätHäufig
- GewichtszunahmeHäufig
- Weniger oder veränderte Lust auf SexGelegentlich
- ErektionsstörungenSelten
- MundtrockenheitHäufig
- Vermehrtes Schwitzennicht genannt
- ÜbelkeitHäufig
- SchwindelHäufig
- ZitternHäufig
- BewegungsstörungenHäufig
- Herzrhythmus und QT-ZeitGelegentlich
- Natriummangelnicht genannt
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)Häufig
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.
Die folgende Liste nennt alle Nebenwirkungen, für die die Fachinformation eine Häufigkeit angibt; was die Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. [1]
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- InfektionenSchnupfen (Rhinitis)[1]
- PsycheKrankhafte Hochstimmung (Manie), Erregtheit (Agitiertheit), Angst, Unruhe[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- NervensystemUnwillkürliche Muskelverkrampfungen (Dystonie), Bewegungsstörungen (extrapyramidale Störungen), Parkinsonismus, erhöhte Muskelspannung (Hypertonie)[1]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
- NervensystemSpätdyskinesien und andere unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien)[1]Mehr dazu: SpätdyskinesienBewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
- NervensystemSitzunruhe mit Bewegungsdrang (Akathisie)[1]Mehr dazu: Sitzunruhe (Akathisie)Unruhe und Nervosität
- NervensystemZittern (Tremor)[1]
- NervensystemSchwindelgefühl[1]
- NervensystemDämpfung (Sedierung)[1]Mehr dazu: Müdigkeit
- AugenVerschwommenes Sehen, Sehstörungen[1]
- HerzSchneller Herzschlag (Tachykardie)[1]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufHoher Blutdruck (Hypertonie)[1]
- Magen und DarmErbrechen, Durchfall, Übelkeit, Verstopfung[1]
- Magen und DarmVermehrter Speichelfluss, Mundtrockenheit, Verdauungsstörung (Dyspepsie)[1]
- HautHautausschlag[1]
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelsteifigkeit (Muskelrigidität)[1]
- Geschlechtsorgane und BrustStörung der sexuellen Erregung beim Mann[1]Mehr dazu: Sexuelle Funktionsstörungen ohne nähere Angabe
- Allgemeine BeschwerdenFieber, Schmerzen, Schwäche (Asthenie), Müdigkeit[1]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtsverlust, Gewichtszunahme[1]Mehr dazu: Gewichtszunahme
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- ImmunsystemÜberempfindlichkeit[1]
- HormonsystemErhöhter Prolaktinspiegel im Blut (Hyperprolaktinämie)[1]Mehr dazu: Erhöhtes Prolaktin
- Stoffwechsel und ErnährungGesteigerter Appetit[1]
- PsychePanikattacken, Nervosität[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- PsycheAlbträume[1]
- PsycheDepressive Verstimmung[1]
- PsycheVerminderte Lust auf Sex (verminderte Libido)[1]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
- NervensystemOhnmacht (Synkope)[1]
- NervensystemGroßer Krampfanfall (Grand-Mal-Anfall)[1]
- NervensystemStörung der Bewegungskoordination (Ataxie), Gangstörung[1]
- NervensystemBewegungsarmut (Akinesie)[1]Mehr dazu: Bewegungsstörungen (Parkinson-Symptome, Dystonie, Dyskinesie)
- NervensystemSyndrom der ruhelosen Beine[1]
- NervensystemSabbern[1]
- NervensystemKribbeln (Parästhesie), verminderte Berührungsempfindlichkeit (Hypoästhesie)[1]
- NervensystemUndeutliches Sprechen (Dysarthrie)[1]
- NervensystemAufmerksamkeitsstörungen[1]
- NervensystemÜbermäßige Schläfrigkeit (Hypersomnie), Teilnahmslosigkeit (Lethargie)[1]Mehr dazu: Müdigkeit
- AugenBlickkrampf (okulogyre Krise)[1]
- AugenLichtscheu (Photophobie), trockene Augen[1]
- Ohr und GleichgewichtSchwindel[1]
- Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus), Ohrenschmerzen[1]
- HerzHerzklopfen (Palpitationen)[1]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufStarker Blutdruckanstieg (hypertensive Krise)[1]
- Gefäße und KreislaufBlutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie), niedriger Blutdruck[1]
- AtemwegeEngegefühl im Hals, Atemnot (Dyspnoe), Schmerzen in Mund und Rachen[1]
- Magen und DarmSchluckbeschwerden (Dysphagie), Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre (gastroösophagealer Reflux), Bauchbeschwerden, Erkrankung der Zunge, Blähungen[1]
- HautNesselsucht (Urtikaria), fleckig-knotiger Hautausschlag (makulopapulöser Ausschlag)[1]
- HautAkne[1]
- HautHaarausfall (Alopezie)[1]
- Muskeln, Knochen und GelenkeSchiefhals (Torticollis), Muskelkrämpfe (Muskelspasmen)[1]
- Muskeln, Knochen und GelenkeSchmerzen in Armen und Beinen, Beschwerden an Muskeln und Knochen, Gelenksteifigkeit[1]
- Nieren und HarnwegeUngewollter Harnabgang (Harninkontinenz), Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)[1]
- Geschlechtsorgane und BrustMilchfluss aus der Brust (Galaktorrhoe), Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie), Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe)[1]Mehr dazu: Brustspannen und BrustvergrößerungZyklusstörungen
- Allgemeine BeschwerdenBrustkorbbeschwerden, Durst[1]
- Laborwerte und UntersuchungenVerlängerung des QTc-Intervalls im EKG[1]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- Laborwerte und UntersuchungenAuffälliger Leberfunktionstest[1]
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion)[1]
- Blut und LymphsystemVerminderte Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen (Lymphopenie), vermehrte eosinophile weiße Blutkörperchen (Eosinophilie)[1]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Kalziumspiegel im Blut (Hypokalziämie)[1]
- PsycheLeichte krankhafte Hochstimmung (Hypomanie), verlangsamtes Denken (Bradyphrenie)[1]
- PsycheAusbleibender Orgasmus (Anorgasmie)[1]Mehr dazu: Orgasmus- und Samenergussstörungen
- PsycheAbgeflachte Gefühle (flacher Affekt)[1]Mehr dazu: Emotionale Abstumpfung
- NervensystemMalignes neuroleptisches Syndrom[1]Mehr dazu: Malignes neuroleptisches Syndrom
- NervensystemSerotonin-Syndrom[1]Mehr dazu: Serotonin-Syndrom
- NervensystemUngleichmäßiges Gesicht (Gesichtsasymmetrie), Lähmung (Parese)[1]
- AugenSchwachsichtigkeit (Amblyopie), Augenjucken[1]
- HerzGefährliche Herzrhythmusstörung (Torsade de Pointes)[1]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- Gefäße und KreislaufErhöhter oberer oder unterer Blutdruckwert (systolische oder diastolische Hypertonie), Blutdruckschwankungen[1]
- AtemwegeKrampf des Kehlkopfs (Laryngospasmus)[1]
- AtemwegeSchluckauf[1]
- Magen und DarmDünner Stuhl[1]
- HautArzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom)[1]
- HautSchuppenflechte (Psoriasis)[1]
- HautSchwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Gesichtsschwellung[1]
- HautAllergische Hautentzündung (allergische Dermatitis), Hautrötung (Erythem), knötchenförmiger Ausschlag (papulöser Ausschlag), Hautreizungen[1]
- Muskeln, Knochen und GelenkeKieferklemme (Trismus)[1]
- Nieren und HarnwegeHarnverhalt (Harnretention), Bettnässen (Enuresis)[1]
- SchwangerschaftEntzugserscheinungen beim Neugeborenen nach Anwendung in der Schwangerschaft (Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen)[1]
- Geschlechtsorgane und BrustAnhaltende schmerzhafte Erektion (Priapismus), gesteigerte Erektionen, Erektionsstörung (erektile Dysfunktion)[1]Mehr dazu: Erektionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenHitzegefühl[1]
- Laborwerte und UntersuchungenAnstieg des Blutwerts Laktatdehydrogenase (LDH)[1]
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Gefäße und KreislaufVerschluss einer Vene durch ein Blutgerinnsel (venöse Embolie)[1]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.
Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Herz und QT-Zeit, Bewegungsstörungen, innere Unruhe (Akathisie), Gewichtszunahme, sexuelle Probleme, Müdigkeit und Serotonin-Syndrom.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Die folgenden Warnzeichen und Handlungshinweise stammen aus der Packungsbeilage der Hartkapseln und aus der Fachinformation; bei den meisten rät die Packungsbeilage, die Einnahme zu beenden und sofort die Ärztin oder den Arzt aufzusuchen. [1, 4]
Bei Menschen mit Schizophrenie ist das Suizidrisiko laut S3-Leitlinie erhöht; besonders die Zeit nach der ersten Diagnose scheint kritisch zu sein. Als Risikofaktoren nennt die Leitlinie unter anderem depressive Beschwerden, frühere Suizidversuche, eine durch Medikamente ausgelöste Akathisie und die Zeit nach der Entlassung aus einer stationären Behandlung. Suizidalität soll laut Leitlinie offen und einfühlsam angesprochen und das Risiko eingeschätzt werden. [14]
Haben Sie Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder nutzen Sie eines der Angebote im folgenden Kasten.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Brechen Sie die Einnahme nicht ab, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es so angeordnet, und ändern Sie nichts selbst an der Behandlung. Belastende Nebenwirkungen besprechen Sie in der Praxis. Bei einer Schizophrenie sollen Nebenwirkungen von Antipsychotika laut S3-Leitlinie aktiv erfragt und dokumentiert werden; je nach Schwere soll eine Anpassung der Dosis, ein Wechsel auf ein anderes Mittel oder das Absetzen angeboten werden. [4, 14]
- Ziprasidon kann Schläfrigkeit, einen Blutdruckabfall beim Aufstehen, Schwindelgefühl und Gangstörungen verursachen, die zu Stürzen führen können; Vorsicht ist laut Packungsbeilage besonders bei älteren oder geschwächten Menschen geboten. [4]
- Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie wegen anhaltender schwerer Durchfälle, Erbrechen oder entwässernder Mittel möglicherweise an Salzmangel leiden oder einen langsamen Ruhepuls haben. Niedrige Kalium- oder Magnesiumwerte erhöhen laut Fachinformation das Risiko gefährlicher Herzrhythmusstörungen. [1, 4]
- Steht ein Labortest an, etwa von Blut, Urin, Leberwerten oder Herzrhythmus, sagen Sie vorher, dass Sie Ziprasidon einnehmen; die Ergebnisse können sich laut Packungsbeilage dadurch verändern. [4]
- Bei einer Schizophrenie sollen laut S3-Leitlinie zu Beginn einer Behandlung mit Antipsychotika oder spätestens bei einer stärkeren Gewichtszunahme Angebote wie Ernährungsberatung oder Bewegungsprogramme gemacht werden. [14]
Beschwerden und Stimmung können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung auf den nächsten Termin.
Kontrollen während der Behandlung
Ziprasidon verlängert laut Fachinformation dosisabhängig das QT-Intervall. Zu niedrige Kalium- oder Magnesiumwerte erhöhen das Risiko gefährlicher Herzrhythmusstörungen und müssen vor Behandlungsbeginn ausgeglichen werden; welche Untersuchungen die Fachinformation vor und während der Behandlung nennt, zeigt die Übersicht. [1]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Krankengeschichte und körperliche Untersuchung | Vor Behandlungsbeginn, einschließlich Familienanamnese, um Menschen zu erkennen, für die Ziprasidon nicht empfohlen werden kann[1] |
| Kalium und Magnesium im Blut | Vor Behandlungsbeginn; niedrige Werte müssen vorher ausgeglichen werden[1] |
| EKG | Laut Fachinformation muss vor Behandlungsbeginn bei stabilen Herzerkrankungen ein EKG erwogen werden; bei Herzklopfen, Schwindel, Ohnmacht oder Krampfanfällen ist eine Untersuchung des Herzens einschließlich EKG durchzuführen; überschreitet das QTc-Intervall einen bestimmten Grenzwert, wird ein Abbruch der Behandlung empfohlen[1] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Für die Behandlung einer Schizophrenie nennt die S3-Leitlinie in einer Übersicht feste Zeitpunkte für Kontrollen. Für die übrigen Antipsychotika, zu denen Ziprasidon zählt, sind das vor Beginn unter anderem Blutbild, Blutzucker und Blutfette, Nieren- und Leberwerte, EKG und Blutsalze, Blutdruck und Puls, Körpergewicht und Prolaktin; bei Frauen im gebärfähigen Alter soll eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Im Verlauf folgen weitere Kontrollen in den ersten Monaten, danach unter anderem Blutdruck, Puls und Gewicht vierteljährlich und EKG jährlich. Bei Ziprasidon empfiehlt die Leitlinie häufigere EKG-Kontrollen, ebenso nach einer aufgetretenen QT-Verlängerung und bei einer Kombination mit anderen Mitteln, die das QT-Intervall verlängern können; bei allen Menschen über 60 Jahre hält sie häufigere Kontrollen für empfehlenswert. Die Zeitpunkte versteht sie als Orientierung; bei Beschwerden oder auffälligen Befunden müssen die Abstände angepasst werden. [14]
Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen und Blutwerte.
Wechselwirkungen
Ziprasidon darf nicht zusammen mit anderen Mitteln genommen werden, die das QT-Intervall verlängern, darunter bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika der Klassen IA und III), Arsentrioxid, Moxifloxacin, Mefloquin, Pimozid, Sertindol und Thioridazin. Zusammen mit anderen auf Serotonin wirkenden Mitteln, etwa SSRI, trat in Einzelfällen vorübergehend ein Serotonin-Syndrom auf. [1, 4]
Ziprasidon und Lithium stehen laut Fachinformation beide mit Veränderungen der Erregungsleitung im Herzen in Zusammenhang; die Kombination kann deshalb mit dem Risiko von Wechselwirkungen einschließlich Herzrhythmusstörungen verbunden sein, in kontrollierten Studien zeigte sie aber kein erhöhtes klinisches Risiko. Carbamazepin, Rifampicin und Johanniskraut könnten den Spiegel von Ziprasidon senken. Bei anderen zentral wirksamen Mitteln und Alkohol ist Vorsicht geboten. Hormonelle Verhütungsmittel zum Einnehmen veränderte Ziprasidon in ihren Blutspiegeln nicht wesentlich. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke über alle Mittel, die Sie nehmen, auch rezeptfreie. [1, 4]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern (siehe Gegenanzeigen) | Eine sich verstärkende Wirkung auf das QT-Intervall ist nicht auszuschließen[1] | Nicht zusammen anwenden |
| Serotonerge Arzneimittel wie SSRI | In Einzelfällen trat vorübergehend ein Serotonin-Syndrom auf, u. a. mit Verwirrtheit, Erregtheit, Fieber, Schwitzen, Störung der Bewegungskoordination, gesteigerten Reflexen, Muskelzuckungen und Durchfall[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Lithium | Beide Mittel stehen mit Veränderungen der Erregungsleitung im Herzen in Zusammenhang; die Kombination kann mit dem Risiko von Wechselwirkungen einschließlich Herzrhythmusstörungen verbunden sein, in kontrollierten Studien zeigte sich aber kein erhöhtes klinisches Risiko[1, 4] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Carbamazepin, Rifampicin, Johanniskraut | Könnten den Spiegel von Ziprasidon senken; unter Carbamazepin sank die Menge im Blut in einer Studie[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Ketoconazol und andere starke CYP3A4-Hemmer | Ketoconazol erhöhte die Ziprasidon-Konzentration in einer Studie, ohne das QTc-Intervall zusätzlich zu verlängern; eine Dosisanpassung ist laut Fachinformation nicht notwendig[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Andere zentral wirksame Arzneimittel und Alkohol | Vorsicht bei der Kombination wegen der Wirkung von Ziprasidon auf das zentrale Nervensystem[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Verhütungsmittel zum Einnehmen (Östrogen- und Gestagenpräparate) | Ziprasidon veränderte ihre Blutspiegel nicht wesentlich[1] | |
| Makrolid-Antibiotika, Valproat, Mittel gegen Epilepsie (z. B. Phenytoin, Phenobarbital, Ethosuximid), Mittel gegen die Parkinson-Krankheit (z. B. Levodopa, Bromocriptin, Ropinirol, Pramipexol), Verapamil, Chinidin, Itraconazol, Ritonavir | Die Gebrauchsinformation zählt sie zu den Mitteln, deren Einnahme die Ärztin oder der Arzt kennen muss[4] | Ärztin oder Arzt informieren, auch bei kürzlicher Einnahme |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren; den Überblick über alle Mittel, die Sie nehmen, gibt der Medikationsplan.
Wer Ziprasidon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Ziprasidon darf unter anderem nicht genommen werden bei einer bekannten Verlängerung des QT-Intervalls oder einem angeborenen QT-Syndrom, nach einem kürzlich zurückliegenden Herzinfarkt, bei einer nicht ausgeglichenen Herzschwäche und bei Herzrhythmusstörungen, die mit Mitteln der Klassen IA und III behandelt werden. Vorsicht ist laut Fachinformation unter anderem geboten bei ausgeprägt langsamem Herzschlag, bei Krampfanfällen in der Vorgeschichte, bei schwerer Leberfunktionsstörung und bei einem erhöhten Schlaganfallrisiko. [1]
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Ziprasidon oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
- Bekannte Verlängerung des QT-Intervalls im EKG oder angeborenes QT-Syndrom[1]
- Kürzlich zurückliegender akuter Herzinfarkt[1]
- Nicht ausgeglichene Herzschwäche (nicht kompensierte Herzinsuffizienz)[1]
- Herzrhythmusstörungen, die mit Antiarrhythmika der Klassen IA und III behandelt werden[1]
- Gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, z. B. Antiarrhythmika der Klassen IA und III, Arsentrioxid, Halofantrin, Levomethadylacetat, Mesoridazin, Thioridazin, Pimozid, Sparfloxacin, Gatifloxacin, Moxifloxacin, Dolasetronmesilat, Mefloquin, Sertindol oder Cisaprid[1]
Besondere Vorsicht bei
- Vor der Behandlung müssen laut Fachinformation die Krankengeschichte einschließlich Familienanamnese erhoben und eine körperliche Untersuchung durchgeführt werden, um Menschen zu erkennen, für die Ziprasidon nicht empfohlen werden kann[1]
- QT-Verlängerung: Ziprasidon verlängert das QT-Intervall dosisabhängig leicht bis mäßig; nach der Markteinführung gab es seltene Berichte über Torsade de Pointes bei Menschen mit mehreren Risikofaktoren[1]
- Ausgeprägt langsamer Herzschlag (Bradykardie)[1]
- Niedriger Kalium- oder Magnesiumspiegel im Blut: erhöht das Risiko gefährlicher Herzrhythmusstörungen und muss vor Behandlungsbeginn ausgeglichen werden[1]
- Stabile Herzerkrankungen: Vor Behandlungsbeginn muss laut Fachinformation ein EKG erwogen werden[1]
- Spätdyskinesien: nach Langzeitbehandlung möglich; Menschen mit bipolaren Störungen sind besonders anfällig, mit längerer Behandlungsdauer und zunehmendem Alter treten sie häufiger auf[1]
- Krampfanfälle in der Vorgeschichte[1]
- Schwere Leberfunktionsstörung: keine ausreichenden Erfahrungen, Anwendung mit Vorsicht[1]
- Erhöhtes Schlaganfallrisiko: In Studien mit einigen atypischen Antipsychotika bei Menschen mit Demenz war das Risiko für Ereignisse an den Hirngefäßen erhöht[1]
- Ältere Menschen mit Demenz: Unter Antipsychotika ist das Sterblichkeitsrisiko leicht erhöht; Ziprasidon ist zur Behandlung von Verhaltensstörungen bei Demenz nicht zugelassen[1]
- Blutgerinnsel (venöse Thromboembolien): Risikofaktoren werden vor und während der Behandlung ermittelt und vorbeugende Maßnahmen ergriffen[1]
- Priapismus: Fälle wurden berichtet; sie scheinen weder von der Dosis noch von der Behandlungsdauer abzuhängen[1]
- Erhöhter Prolaktinspiegel: Ziprasidon kann wie andere Mittel, die Dopamin-D2-Rezeptoren hemmen, den Prolaktinspiegel erhöhen. Bei Stoffen, die den Prolaktinspiegel erhöhen, wurden Milchfluss aus der Brust, Ausbleiben der Regelblutung, Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann und Impotenz berichtet; ein lang anhaltend erhöhter Spiegel kann zusammen mit einer Unterfunktion der Keimdrüsen die Knochendichte verringern[1]
- Kinder und Jugendliche mit Schizophrenie: Sicherheit und Wirksamkeit sind nicht nachgewiesen[1]
- Stürze: Ziprasidon kann Schläfrigkeit, Blutdruckabfall beim Aufstehen, Schwindelgefühl und Gangstörungen verursachen, was zu Stürzen führen kann; Vorsicht ist besonders bei älteren oder geschwächten Menschen geboten[4]
- Laboruntersuchungen (z. B. Blut, Urin, Leberfunktion, Herzrhythmus): Informieren Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, dass Sie Ziprasidon einnehmen, weil sich die Testergebnisse dadurch verändern können[4]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Schwangerschaft
Laut Fachinformation liegen keine Studien bei Schwangeren vor. Frauen, die schwanger werden können, müssen bei der Einnahme von Ziprasidon ausreichend verhüten. Da die Erfahrung beim Menschen begrenzt ist, darf Ziprasidon in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter größer ist als das mögliche Risiko für das ungeborene Kind, und nur, wenn es unbedingt notwendig ist. In Tierstudien zeigten sich unerwünschte Wirkungen auf die Fortpflanzung bei Dosen, die für das Muttertier bereits giftig waren und/oder zu Sedierung führten; Hinweise auf Fehlbildungen gab es nicht. Neugeborene, deren Mütter in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft Antipsychotika einschließlich Ziprasidon eingenommen haben, können Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) und/oder Entzugserscheinungen zeigen; berichtet wurden Unruhe, erhöhte oder verminderte Muskelspannung, Zittern, Schläfrigkeit, Atemnot und Probleme bei der Nahrungsaufnahme. Neugeborene sollten deshalb sorgfältig überwacht werden. Muss die Behandlung in der Schwangerschaft unterbrochen werden, darf das nicht abrupt geschehen.[1]
Laut Embryotox ist der Erfahrungsumfang hoch: Studien zu mehr als 700 Schwangerschaftsverläufen, überwiegend aus einer großen US-amerikanischen Registerstudie, ergaben keinen Hinweis auf Fehlbildungen. Für das zweite und dritte Schwangerschaftsdrittel ist die Datenlage noch unzureichend; nach Einnahme bis zur Geburt sind beim Neugeborenen in den ersten Lebenstagen Anpassungsstörungen mit Beschwerden an Nervensystem, Magen-Darm-Trakt und Atmung möglich, sehr selten auch Krampfanfälle. Nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte laut Embryotox eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Die Entbindung sollte wegen möglicher Anpassungsstörungen in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen. Ist Ziprasidon bei Kinderwunsch oder im ersten Schwangerschaftsdrittel angezeigt, muss laut Embryotox nicht umgestellt werden; bei einer Neueinstellung sollte das besser erprobte Quetiapin vorgezogen werden, falls es ebenso geeignet ist. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox Quetiapin, gegebenenfalls auch Risperidon, und, wenn auf klassische Antipsychotika zurückgegriffen werden muss, Haloperidol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Während der Einnahme dürfen Sie nicht stillen, weil kleine Mengen von Ziprasidon in die Muttermilch übergehen können. Ist die Behandlung notwendig, muss laut Fachinformation abgestillt werden.[1, 4]
Laut Embryotox stützen sich die Erfahrungen auf Veröffentlichungen zu zwei Mutter-Kind-Paaren, in beiden wurde über eine gute Verträglichkeit berichtet; die Datenlage ist unzureichend. Stillen ist laut Embryotox bei alleiniger Einnahme (Monotherapie) und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Behandlung sollten Sie keinen Alkohol trinken, weil sich dadurch das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen kann. Laut Fachinformation ist bei der Kombination mit Alkohol Vorsicht geboten, weil Ziprasidon vor allem auf das zentrale Nervensystem wirkt.[1, 4]
Autofahren und Maschinen
Ziprasidon kann Schläfrigkeit verursachen und die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinflussen. Wenn Sie sich müde fühlen, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen, bis die Müdigkeit abgeklungen ist.[1, 4]
Anwendung
Ziprasidon wird zusammen mit Nahrung eingenommen, weil die Aufnahme ins Blut mit einer Mahlzeit um bis zu 100 Prozent steigt.[1]
Zweimal täglich einnehmen, eine Hartkapsel morgens zu einem ausgiebigen Frühstück und eine abends zum Abendessen, jeden Tag zur gleichen Zeit. Die Hartkapseln müssen zusammen mit einer Hauptmahlzeit eingenommen und im Ganzen geschluckt werden, ohne sie zu kauen, zu zerkleinern oder zu öffnen, weil sich sonst die Aufnahme im Darm verändern kann.[4]
Einnahme vergessen: die Dosis nachholen, sobald Sie es bemerken, außer es ist schon Zeit für die nächste Einnahme; dann einfach die nächste Dosis einnehmen. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein.[4]
Absetzen
Die Ärztin oder der Arzt sagt Ihnen, wie lange Sie Ziprasidon einnehmen. Brechen Sie die Einnahme nicht ab, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es so angeordnet, und setzen Sie die Behandlung fort, auch wenn Sie sich besser fühlen: Wird die Behandlung zu früh beendet, können die Beschwerden zurückkehren. Muss die Behandlung in der Schwangerschaft unterbrochen werden, darf das laut Fachinformation nicht abrupt geschehen.[1, 4]
Überdosierung
Häufigste Anzeichen sind Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome), Schläfrigkeit, Zittern und Ängstlichkeit; möglich sind auch Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, Verkrampfungen an Kopf und Hals und Herzrhythmusstörungen. Verständigen Sie sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf.[1]
Zum Stillen sagen die Quellen nicht dasselbe: Fachinformation und Packungsbeilage schließen Stillen während der Einnahme aus, Embryotox hält es bei alleiniger Behandlung und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel. Setzen Sie Ziprasidon nicht selbst ab, wenn Sie schwanger werden; das Vorgehen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch, Stillzeit, Verhütung und Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2, 4]
Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [11, 12, 13]
Einnahme und Absetzen
Wie die Hartkapseln eingenommen werden, was bei einer vergessenen Einnahme gilt und warum Sie nicht eigenmächtig absetzen sollten, steht in der Übersicht zum Alltag. Die Hartkapseln müssen laut Packungsbeilage zusammen mit einer Hauptmahlzeit eingenommen und im Ganzen geschluckt werden. Nach der S3-Leitlinie kann eine falsche Einnahme, etwa bei Ziprasidon, dazu führen, dass der Spiegel im Blut zu niedrig ist. Beim regelmäßigen Einnehmen hilft die Einnahme-Erinnerung. [4, 14]
Für Antipsychotika beschreibt die S3-Leitlinie Beschwerden, die in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen nach einer deutlichen Verringerung der Dosis oder einem schnellen Absetzen auftreten können, unter anderem Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Schwitzen, Schwindel, Angst, Unruhe und unwillkürliche Bewegungen (Absetzdyskinesien). Um sie zu vermeiden, hält die Leitlinie eine langsame Verringerung für sinnvoll; bei einer Schizophrenie soll außerdem in jedem Fall über das erhöhte Rückfallrisiko beim Absetzen aufgeklärt werden. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu unter Antipsychotika absetzen und Absetzsymptome. [14]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Angaben stammen aus der Packungsbeilage der Hartkapseln und gelten nicht für das Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung. Genannt werden der Dosisbereich und die Höchstdosis für Erwachsene, die Anfangsdosis und die Höchstdosis nach Körpergewicht bei Kindern und Jugendlichen mit bipolarer Störung sowie Hinweise für ältere Menschen; die Angaben zu Nieren und Leber ergänzt die Fachinformation. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1, 4]
Präparate mit Ziprasidon
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Ziprasidon-neuraxpharm | neuraxpharm Arzneimittel GmbH | verschreibungspflichtig; Hartkapseln; Grundlage dieser Seite (Fachinformation) |
| Zeldox | Viatris | verschreibungspflichtig; Hartkapseln, Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung; Grundlage dieser Seite (Packungsbeilage der Hartkapseln) |
| Ziprasidon Mylan | Viatris | verschreibungspflichtig |
| Zipsilan | verschreibungspflichtig | |
| Ziprasidon-PUREN | verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Fachinformation Ziprasidon-neuraxpharm 20 mg/40 mg/60 mg/80 mg Hartkapseln. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 09/2020. abgerufen am 22.10.2026
- Embryotox: Ziprasidon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Ziprasidon. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
- Gebrauchsinformation Zeldox 20 mg, 40 mg, 60 mg und 80 mg Hartkapseln. Viatris Pharma GmbH (Pharmazeutischer Unternehmer), Mitvertrieb Viatris Healthcare GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Nimmt man mit Ziprasidon zu?
Gewichtszunahme und Gewichtsabnahme gehören laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, sie können also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen; gesteigerter Appetit ist gelegentlich. In Kurzzeitstudien bei Schizophrenie wurde eine Gewichtszunahme laut Fachinformation unter Ziprasidon ebenso oft als Nebenwirkung gemeldet wie unter einem Scheinmedikament (Placebo).
Warum muss Ziprasidon zum Essen eingenommen werden?
Zusammen mit Nahrung steigt laut Fachinformation der Anteil des Wirkstoffs, der ins Blut gelangt, um bis zu 100 Prozent; deshalb wird die Einnahme mit Nahrung empfohlen. Laut Packungsbeilage müssen die Hartkapseln zusammen mit einer Hauptmahlzeit eingenommen werden, morgens zu einem ausgiebigen Frühstück und abends zum Abendessen. Nach der S3-Leitlinie Schizophrenie kann eine falsche Einnahme, etwa bei Ziprasidon, dazu führen, dass der Spiegel im Blut zu niedrig ist.
Macht Ziprasidon müde?
Das ist möglich: Schläfrigkeit gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, eine Dämpfung (Sedierung) zu den häufigen. Fühlen Sie sich müde, führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, solange die Müdigkeit anhält.
Darf ich mit Ziprasidon Alkohol trinken?
Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Behandlung keinen Alkohol trinken, weil sich dadurch das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen kann. Die Fachinformation mahnt bei der Kombination mit Alkohol zur Vorsicht, weil Ziprasidon vor allem auf das Gehirn wirkt.
Was bedeutet die QT-Verlängerung bei Ziprasidon?
Ziprasidon verlängert laut Fachinformation dosisabhängig leicht bis mäßig das QT-Intervall, einen Abschnitt im EKG. Deshalb darf es nicht zusammen mit anderen Mitteln genommen werden, die das QT-Intervall verlängern, und zu niedrige Kalium- oder Magnesiumwerte müssen vor Beginn ausgeglichen werden. Bei schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag, Schwindel beim Aufstehen oder Ohnmacht beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und suchen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.
Kann Ziprasidon die Sexualität beeinflussen?
Ja. Eine Störung der sexuellen Erregung beim Mann nennt die Fachinformation als häufig, verminderte Lust auf Sex als gelegentlich, einen ausbleibenden Orgasmus und Erektionsstörungen als selten. Eine anhaltende, schmerzhafte Erektion ist ein Warnzeichen: Dann beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und suchen sofort ärztliche Hilfe.
Darf ich Ziprasidon in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Fachinformation darf Ziprasidon in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es unbedingt notwendig ist; Frauen, die schwanger werden können, müssen verhüten. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an, Studien zu mehr als 700 Schwangerschaftsverläufen ergaben keinen Hinweis auf Fehlbildungen. Bei einer Neueinstellung sollte laut Embryotox das besser erprobte Quetiapin vorgezogen werden, falls es ebenso geeignet ist. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Unter welchen Namen ist Ziprasidon erhältlich?
Präparate mit Ziprasidon sind unter anderem Zeldox, Ziprasidon Mylan, Ziprasidon-neuraxpharm, Ziprasidon-PUREN und Zipsilan. Zeldox gibt es außer als Hartkapseln auch als Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung; die Angaben auf dieser Seite gelten für die Hartkapseln.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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