MedikamenteWirkstoff
Doxepin
Doxepin ist ein verschreibungspflichtiges trizyklisches Antidepressivum mit ausgeprägt beruhigender Wirkung. Zugelassen ist es bei Depressionen, krankhaften Angstzuständen und leichten Entzugserscheinungen sowie bei Unruhe, Angst oder Schlafstörungen, die damit zusammenhängen; bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Aponal und Mareen. Die beruhigende Wirkung setzt meist in den ersten Stunden ein, die stimmungsaufhellende in der Regel nach 1 bis 3 Wochen; vor Beginn und während der Behandlung gehören Kontrollen von Blutdruck, EKG, Blutbild und Leberwerten dazu.

Wofür wird Doxepin eingesetzt?
Doxepin ist zur Behandlung von depressiven Erkrankungen und von krankhaften Angstzuständen (Angstsyndromen, siehe Angststörungen) zugelassen, außerdem bei leichten Entzugserscheinungen bei Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Unruhe, Angst oder Schlafstörungen, die mit einer depressiven Erkrankung oder mit leichten Entzugserscheinungen zusammenhängen. [1, 2]
Schlafstörungen ohne einen solchen Zusammenhang nennen Fach- und Gebrauchsinformation nicht als Anwendungsgebiet. Allgemeines zu Schlafproblemen steht auf der Seite Schlafstörungen; ob ein Medikament für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2]
Kinder unter 12 Jahren dürfen nicht mit Doxepin behandelt werden. Bei Kindern über 12 Jahren und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Doxepin laut Fachinformation nicht angewendet werden, laut Packungsbeilage nicht zur Behandlung von Depressionen; in Studien zur Behandlung von Depressionen zeigten trizyklische Antidepressiva in dieser Altersgruppe keinen therapeutischen Nutzen. [1, 2]
Wie wirkt Doxepin?
Doxepin gehört als sogenanntes Dibenzoxepin zu den trizyklischen Antidepressiva. Es hemmt den Rücktransport der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin in die Speicher der Nervenzellen und erhöht so ihre Konzentration an den Andockstellen (Rezeptoren). Laut Fachinformation wirkt Doxepin ausgeprägt beruhigend (sedierend) sowie angstlösend und stimmungsaufhellend. Wie Antidepressiva allgemein wirken, erklärt die Seite Wie wirken Antidepressiva? [2]
Außerdem blockiert Doxepin Andockstellen für den Botenstoff Histamin (H1- und H2-Rezeptoren). Wie andere trizyklische Antidepressiva hemmt es in hohen Dosen die Erregungsleitung im Herzen. Embryotox nennt Doxepin sedierend und schlafanstoßend; auch eine Gewichtszunahme ist laut Embryotox möglich. [2, 3]
Die Halbwertszeit von Doxepin, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt nach der Einnahme im Mittel 16,8 Stunden, die seines wirksamen Abbauprodukts Desmethyldoxepin 51,3 Stunden; gleichbleibende Spiegel stellen sich innerhalb von 2 Wochen ein. Abgebaut wird Doxepin vor allem über die Leberenzyme CYP2C19 und CYP2D6. Wer Doxepin über CYP2D6 bekanntermaßen langsam oder verlangsamt abbaut, ist laut Fachinformation schon bei Dosen im Behandlungsbereich durch eine möglicherweise lebensbedrohliche Vergiftung gefährdet; bei diesen Menschen ist eine geringere Dosis erforderlich. [2]
Wann wirkt Doxepin und wie lange wird behandelt?
Die beruhigende, dämpfende Wirkung von Doxepin setzt meist schon in den ersten Stunden ein, die stimmungsaufhellende in der Regel erst nach 1 bis 3 Wochen. Bei Depressionen beträgt die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zur Besserung laut Packungsbeilage im Allgemeinen mindestens 4 bis 6 Wochen. Begonnen wird mit einer schrittweisen Steigerung der Dosis. [1, 2]
Zur Dauer danach sagen die Quellen nicht dasselbe. Nach Fach- und Gebrauchsinformation sollte die Behandlung noch weitere 4 bis 6 Monate fortgeführt werden, um einem Rückfall vorzubeugen. Nach der NVL Unipolare Depression soll die Einnahme eines Antidepressivums 6 bis 12 Monate über das Abklingen der Episode hinaus in gleicher Dosis empfohlen werden. Wie lange Sie Doxepin nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen fest; die Zeitleiste zeigt die Angaben beider Quellen, Hintergründe stehen unter Wann wirken Psychopharmaka? und Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 2, 4]
- BeginnDie Behandlung beginnt laut Fachinformation mit einer schrittweisen Dosissteigerung. Besonders zu Beginn ist mit Mundtrockenheit, verstopfter oder trockener Nase, Müdigkeit, Benommenheit, Schwitzen, Schwindel, niedrigem Blutdruck und Kreislaufbeschwerden beim Aufstehen, schnellem Herzschlag, Herzrhythmusstörungen, Zittern, Störungen beim Scharfsehen, Verstopfung, Gewichtszunahme und meist vorübergehend erhöhten Leberwerten zu rechnen; bei älteren Menschen können diese Nebenwirkungen verstärkt auftreten. Die beruhigende, dämpfende Wirkung setzt meist unmittelbar in den ersten Stunden ein.[1, 2]
- Erste WirkungDie stimmungsaufhellende Wirkung ist laut Fachinformation und Packungsbeilage in der Regel erst nach 1 bis 3 Wochen zu erwarten. Bei Depressionen beträgt die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zum Verschwinden der Beschwerden im Allgemeinen mindestens 4 bis 6 Wochen.[1, 2]
- Wirkung prüfenBei einer Depression soll laut NVL Unipolare Depression ab Erreichen der Standarddosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam beurteilt werden, ob sich die Behandlung in Richtung der vereinbarten Ziele entwickelt. Für ältere Menschen nennt die Leitlinie eine Zeit bis zum Wirkungseintritt von bis zu 6 Wochen.[4]
- ErhaltungNach dem Abklingen der Beschwerden sollte die Behandlung laut Fachinformation und Packungsbeilage noch weitere 4 bis 6 Monate fortgeführt werden, um einen Rückfall zu verhindern. Laut NVL soll empfohlen werden, das Antidepressivum 6 bis 12 Monate über das Abklingen der depressiven Episode (Remission) hinaus in gleicher Dosis weiter einzunehmen.[1, 2, 4]
- Rückfall vorbeugenWer 2 bis 3 oder mehr depressive Episoden und in den letzten 5 Jahren bedeutsame Einschränkungen im Alltag hatte, dem sollte laut NVL Unipolare Depression empfohlen werden, das Antidepressivum mindestens 2 Jahre lang in der Dosis weiter einzunehmen, die in der Akutbehandlung gewirkt hat. Diese Empfehlung gilt für Antidepressiva allgemein; die Fachinformation von Doxepin nennt die Rückfallvorbeugung nicht als eigenes Anwendungsgebiet.[2, 4]
- AbsetzenDie Behandlung endet nur nach ärztlicher Absprache und laut Fachinformation durch langsame Verringerung der Dosis. Ein plötzliches Beenden einer längerfristigen hoch dosierten Behandlung sollte vermieden werden, weil dann Absetzerscheinungen wie Unruhe, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen zu erwarten sind. Am Ende einer Erhaltungstherapie oder einer langfristigen Rückfallvorbeugung (Rezidivprophylaxe) sollte ein Antidepressivum laut NVL über mindestens 8 bis 12 Wochen ausgeschlichen werden, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen.[1, 2, 4]
Nebenwirkungen im Blick
Laut Fachinformation ist besonders zu Beginn der Behandlung unter anderem mit Müdigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit, einem niedrigen Blutdruck, schnellem Herzschlag, Verstopfung und einer Gewichtszunahme zu rechnen; die Zeitleiste oben nennt alle diese Beschwerden unter "Beginn". Die Fachinformation führt sie mit der Häufigkeit "nicht bekannt": Sie lässt sich aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen. [1, 2]
Bei älteren Menschen können diese Nebenwirkungen verstärkt auftreten, und das Risiko für Verwirrtheitszustände ist erhöht. Während der Behandlung kann sich das QT-Intervall im EKG verlängern (Herz und QT-Zeit), sehr selten tritt auch die unter Umständen lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung Torsade de pointes auf. Ebenfalls sehr selten sind Veränderungen des Blutbilds. [1, 2]
Anticholinerge Nebenwirkungen wie eine Darmlähmung, ein erhöhter Augeninnendruck und Harnverhalt sowie Nervenfunktionsstörungen wie Polyneuropathien und Krampfanfälle sind bei ähnlichen Antidepressiva beschrieben und deshalb auch für Doxepin nicht auszuschließen. In epidemiologischen Studien, überwiegend mit Menschen ab 50 Jahren, war das Risiko für Knochenbrüche unter SSRI und trizyklischen Antidepressiva erhöht. [1, 2]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitNicht bekannt
- SchlafstörungenNicht bekannt
- Unruhe und NervositätHäufig
- GewichtszunahmeNicht bekannt
- Weniger oder veränderte Lust auf SexHäufig
- ErektionsstörungenHäufig
- MundtrockenheitNicht bekannt
- Vermehrtes SchwitzenNicht bekannt
- Übelkeitnicht genannt
- SchwindelNicht bekannt
- ZitternNicht bekannt
- Bewegungsstörungennicht genannt
- Herzrhythmus und QT-ZeitGelegentlich
- NatriummangelSehr selten
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen von Doxepin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de.
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Störungen beim Wasserlassen[1, 2]
- Häufig: Innere Unruhe[1, 2]
- Häufig: Durstgefühl[1, 2]
- Häufig: Allergische Hautreaktionen und Juckreiz[1, 2]
- Häufig: Sexuelle Störungen: Abnahme des sexuellen Interesses, Ejakulationsstörungen bzw. Potenzstörungen[1, 2]
Alle Nebenwirkungen von Doxepin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit, sexuelle Probleme, vermehrtes Schwitzen, Prolaktin und Absetzsymptome.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Wer depressiv ist oder an einer anderen psychischen Erkrankung leidet, kann manchmal Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein, weil diese Mittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal länger. Wahrscheinlicher ist das bei Menschen, die solche Gedanken schon früher hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, gehen Sie sofort zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder in ein Krankenhaus. [1]
Laut Fachinformation sollten Behandelte bis zum Eintritt einer Besserung engmaschig überwacht werden, besonders zu Beginn und nach Dosisanpassungen. Betroffene und ihre Betreuer sollten auf jede Verschlechterung, Suizidgedanken und ungewöhnliche Verhaltensänderungen achten und dann unverzüglich medizinischen Rat einholen. Laut Packungsbeilage kann es helfen, Angehörigen oder Freunden von der Erkrankung zu erzählen und sie zu bitten, Ihnen zu sagen, wenn sich Ihr Zustand aus ihrer Sicht verschlechtert oder sie sich Sorgen über Veränderungen in Ihrem Verhalten machen. [1, 2]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Bevor Sie wegen Nebenwirkungen etwas an der Einnahme ändern, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; die Dauer der Behandlung legt laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Bei einer Depression sollen laut NVL Wirkungen und typische Nebenwirkungen aktiv erfragt werden. [1, 4]
Einige Hinweise aus Fach- und Gebrauchsinformation betreffen den Alltag:
- Vor einem Eingriff unter örtlicher Betäubung, etwa beim Zahnarzt, sagen Sie, dass Sie Doxepin nehmen: Die Wirkung von Noradrenalin, das als gefäßverengender Zusatz in örtlichen Betäubungsmitteln enthalten ist, kann erheblich verstärkt werden. Mehr dazu unter Psychopharmaka vor einer Operation. [1, 2]
- Haben Sie bisher Benzodiazepine oder Barbiturate bekommen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, denn Doxepin kann die Krampfbereitschaft erhöhen. [1]
- Haben Sie eine Erkrankung, bei der ein Blutdruckabfall auf jeden Fall vermieden werden muss, dürfen Sie Doxepin nur unter sorgfältiger Blutdruckkontrolle einnehmen. [1, 2]
- Die Filmtabletten enthalten Milchzucker (Lactose). Wissen Sie, dass Sie bestimmte Zucker nicht vertragen, nehmen Sie Doxepin laut Packungsbeilage erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. [1, 2]
Im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch können Sie Beschwerden und Stimmung festhalten; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung des nächsten Termins.
Kontrollen während der Behandlung
Vor Beginn und während der Behandlung sind laut Fach- und Gebrauchsinformation in regelmäßigen Abständen Blutdruck, EKG, Blutbild, Leberfunktion und gegebenenfalls das EEG (Hirnstromkurve) zu kontrollieren; bei Werten außerhalb der Norm darf die Behandlung nur unter engmaschigen Kontrollen erfolgen. Ein bestehender Kaliummangel ist laut Fachinformation vor Behandlungsbeginn auszugleichen. Bei einer Depression nennt die NVL für trizyklische Antidepressiva zusätzlich Kontrollen der Nierenwerte, der Blutsalze und des Körpergewichts; die Abstände versteht sie als Orientierungswerte. [1, 2, 4]
| Untersuchung | Wann oder warum |
|---|---|
| Befinden, Stimmung und Verhalten | Engmaschig, vor allem zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen, bis eine Besserung eintritt; besonders sorgfältig bei Suizidgedanken oder suizidalem Verhalten in der Vorgeschichte und bei schwerer Depression in der ersten Behandlungsphase. Dasselbe gilt bei der Behandlung anderer psychischer Erkrankungen[2] |
| Gespräch über Wirkung, Einnahme und Nebenwirkungen | Bei einer Depression laut NVL in den Monaten 1 bis 3 je zweimal (diese Termine auch telefonisch möglich), in den Monaten 4 bis 6 je einmal, danach vierteljährlich[4] |
| EKG (Herzstromkurve) | Laut Fachinformation vor Beginn und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung; bei bestimmten bestehenden Erregungsleitungsstörungen des Herzens (AV-Block I. Grades, Links- oder Rechtsschenkelblock) nur unter engmaschigen EKG-Kontrollen. Bei einer Depression laut NVL für trizyklische Antidepressiva vor Beginn, im 1. und im 6. Monat, danach halbjährlich[1, 2, 4] |
| Blutdruck und Puls | Laut Fachinformation vor Beginn und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung; muss eine Blutdrucksenkung unbedingt vermieden werden, nur unter sorgfältiger Kontrolle von Blutdruck und Kreislauf. Bei einer Depression laut NVL für trizyklische Antidepressiva vor Beginn, im 1., 2., 3. und 6. Monat, danach vierteljährlich[1, 2, 4] |
| Blutbild | Laut Fachinformation vor Beginn und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung; bei eitriger Angina oder grippeähnlichen Beschwerden mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen oder Entzündungen im Mund sofort, um eine Agranulozytose (starker Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen) auszuschließen. Bei einer Depression laut NVL für trizyklische Antidepressiva vor Beginn und in den Monaten 1 bis 6 jeden Monat, danach vierteljährlich[1, 2, 4] |
| Leberwerte (Leberfunktion) | Laut Fachinformation vor Beginn und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung. Bei einer Depression laut NVL für trizyklische Antidepressiva vor Beginn, im 1., 2., 3. und 6. Monat, danach vierteljährlich[1, 2, 4] |
| EEG (Hirnstromkurve) | Laut Fachinformation gegebenenfalls vor Beginn und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung[1, 2] |
| Abweichende Werte | Bei Werten außerhalb der Norm darf die Behandlung laut Fachinformation nur unter engmaschigen Kontrollen erfolgen[1, 2] |
| Kalium im Blut | Ein bestehender Kaliummangel ist laut Fachinformation vor Behandlungsbeginn auszugleichen[2] |
| Nierenwerte (GFR, berechnet aus dem Kreatinin) | Bei einer Depression laut NVL für trizyklische Antidepressiva vor Beginn, im 1., 3. und 6. Monat, danach halbjährlich[4] |
| Salze im Blut (Elektrolyte) | Bei einer Depression laut NVL für trizyklische Antidepressiva vor Beginn, im 1., 2., 3. und 6. Monat, danach vierteljährlich[4] |
| Körpergewicht | Bei einer Depression laut NVL für trizyklische Antidepressiva vor Beginn, im 3. und im 6. Monat, danach vierteljährlich[4] |
| Doxepin-Spiegel im Blut | Bei bekannt langsamem oder intermediärem Abbau über das Leberenzym CYP2D6 empfiehlt die Fachinformation, die Erhaltungsdosis anhand der gemessenen Blutspiegel zu bestimmen; bei gleichzeitiger Einnahme von Mitteln, die CYP2D6 hemmen oder darüber abgebaut werden, ist eine Messung in Betracht zu ziehen[2] |
| Beobachtung bei gleichzeitiger Einnahme von Opioiden | Sorgfältige Beobachtung, besonders bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhungen, wenn Doxepin zusammen mit Opioiden wie Buprenorphin angezeigt ist[2] |
Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Bei bekannt langsamem oder verlangsamtem Abbau über CYP2D6 empfiehlt die Fachinformation, die Erhaltungsdosis anhand gemessener Blutspiegel zu bestimmen. Bei einer Depression sollte der Spiegel laut NVL außerdem in bestimmten Situationen gemessen werden, etwa bei Verträglichkeitsproblemen, bei Leber- oder Nierenschwäche oder wenn die Behandlung nicht anspricht. Einzelheiten: Kontrollen während der Behandlung und Medikamentenspiegel. [2, 4]
Wechselwirkungen
MAO-Hemmer vom irreversiblen Typ sollen laut Fachinformation mindestens 14 Tage vor Beginn der Behandlung mit Doxepin abgesetzt werden; sonst können schwere Nebenwirkungen wie Erregung, Verwirrtheit (Delir), Bewusstlosigkeit, hohes Fieber, Krampfanfälle und starke Blutdruckschwankungen auftreten. Die gleichzeitige Anwendung von Mitteln, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern, den Kaliumspiegel senken, den Abbau von Doxepin in der Leber hemmen oder Hemmstoffe oder Substrate des Leberenzyms CYP2D6 sind, ist zu vermeiden; zu Letzteren gehören zum Beispiel Chinidin, Bupropion, Duloxetin, Fluoxetin, Paroxetin und andere SSRI. [1, 2]
Zusammen mit Opioiden wie Buprenorphin ist das Risiko eines Serotonin-Syndroms erhöht. Andere dämpfende Mittel, etwa weitere Antidepressiva, Neuroleptika, Schlaf- und Beruhigungsmittel, sedierende Mittel gegen Allergien und Alkohol, verstärken sich mit Doxepin in ihrer dämpfenden Wirkung gegenseitig. Die blutdrucksenkende Wirkung von Reserpin oder Clonidin kann abgeschwächt werden, und unter Clonidin kann der Blutdruck plötzlich stark ansteigen. [1, 2]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Zentral dämpfende Arzneimittel: andere Mittel gegen Depressionen, Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmittel, Neuroleptika, sedierende Antihistaminika (gegen Allergien), Mittel gegen Epilepsie | Ihre Wirkung kann verstärkt werden; laut Fachinformation verstärken sich die dämpfenden Wirkungen wechselseitig[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Mittel mit ähnlicher Wirkung, z. B. verwandte Antidepressiva oder Mittel gegen Parkinson | Mit einer Verstärkung der erwünschten und unerwünschten Wirkungen von Doxepin ist zu rechnen[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| MAO-Hemmer (gegen Depressionen) | Schwere Nebenwirkungen wie Erregung, Delir, Bewusstlosigkeit, hohes Fieber, Krampfanfälle und starke Blutdruckschwankungen[1, 2] | MAO-Hemmer sollen 14 Tage vor Beginn der Behandlung mit Doxepin abgesetzt werden; nur im Einzelfall bei sonst nicht ansprechender Depression unter besonderer ärztlicher Überwachung |
| Arzneimittel, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern (z. B. Antiarrhythmika der Klassen IA oder III, Antibiotika wie Erythromycin, Malariamittel, Antihistaminika, Neuroleptika), die den Kaliumspiegel senken (z. B. bestimmte harntreibende Mittel) oder den Abbau von Doxepin in der Leber hemmen | Risiko für Herzrhythmusstörungen[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung vermeiden |
| Hemmstoffe oder Substrate des Leberenzyms CYP2D6, z. B. Chinidin, Bupropion, Duloxetin, Fluoxetin, Paroxetin und andere SSRI | Laut Fachinformation können sie die Doxepin-Konzentration im Blut erhöhen und seine Giftigkeit verstärken[2] | Laut Fachinformation gleichzeitige Anwendung vermeiden; ist sie erforderlich, Blutspiegel messen. Fluoxetin sollte mindestens 5 Wochen vor Beginn abgesetzt werden |
| Opioide (z. B. Buprenorphin) | Laut Fachinformation erhöhtes Risiko eines Serotonin-Syndroms, einer möglicherweise lebensbedrohlichen Erkrankung[2] | Nur mit Vorsicht und sorgfältiger Beobachtung, besonders zu Beginn und bei Dosiserhöhungen |
| Cimetidin (gegen Magen-Darm-Erkrankungen) | Höherer Doxepin-Blutspiegel; erwünschte oder unerwünschte Wirkungen können sich verstärken[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Sympathomimetika (anregende Mittel), besonders Noradrenalin als gefäßverengender Zusatz in örtlichen Betäubungsmitteln | Ihre Wirkung kann erheblich verstärkt werden[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Zahnärztin bzw. Zahnarzt über Doxepin informieren |
| Blutdrucksenker Reserpin oder Clonidin (laut Fachinformation auch Guanethidin) | Ihre Wirkung kann abgeschwächt werden; unter Clonidin kann der Blutdruck plötzlich stark ansteigen (Rebound-Hypertension)[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Nitrate oder Blutdrucksenker (z. B. Betablocker) | Die blutdrucksenkende Wirkung kann sich verstärken[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Alkohol | Die Wirkung von Doxepin wird in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt[1, 2] | Während der Behandlung Alkohol meiden |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wie Psychopharmaka zusammenwirken, erklärt die Seite Psychopharmaka kombinieren.
Wer Doxepin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht eingenommen werden darf Doxepin unter anderem bei einer Vergiftung mit dämpfenden Arzneimitteln oder Alkohol, im Delir, bei einem unbehandelten Engwinkelglaukom, bei akutem Harnverhalt, einer vergrößerten Prostata mit Restharn und einer Darmlähmung, außerdem in der Stillzeit und bei Kindern unter 12 Jahren. [1, 2]
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Doxepin, verwandte Wirkstoffe (Dibenzoxepine) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Vergiftung mit Arzneimitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen, z. B. Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka; laut Fachinformation auch akute Alkoholvergiftung[1, 2]
- Delir (Bewusstseinstrübung mit Erregung, Sinnestäuschungen und Wahnideen)[1, 2]
- Unbehandelter grüner Star einer bestimmten Form (Engwinkelglaukom)[1, 2]
- Akuter Harnverhalt[1, 2]
- Vergrößerte Vorsteherdrüse (Prostatahyperplasie) mit Restharnbildung[1, 2]
- Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1, 2]
- Stillzeit[1, 2]
- Kinder unter 12 Jahren[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Vergrößerte Vorsteherdrüse ohne Restharnbildung[1, 2]
- Schwere Leberschäden[1, 2]
- Störungen der Blutbildung[1, 2]
- Seelische und geistige Störungen durch eine Schädigung des Gehirns (hirnorganisches Psychosyndrom): Doxepin kann möglicherweise einen Verwirrtheitszustand (Delir) hervorrufen[1, 2]
- Erhöhte Krampfbereitschaft, z. B. bei Epilepsie oder nach plötzlichem Absetzen von Benzodiazepinen oder Barbituraten: Doxepin kann die Krampfschwelle senken. Haben Sie bisher Benzodiazepine oder Barbiturate erhalten, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt[1, 2]
- Kaliummangel; laut Fachinformation ist er vor Behandlungsbeginn auszugleichen[1, 2]
- Verlangsamter Herzschlag; bestimmte Herzerkrankungen wie angeborenes QT-Syndrom oder andere bedeutsame Herzschäden, insbesondere Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, Erregungsleitungs- und Herzrhythmusstörungen[1, 2]
- Laut Fachinformation besteht bei Menschen, die Doxepin über das Leberenzym CYP2D6 langsam oder verlangsamt abbauen, schon bei üblichen Dosen die Gefahr einer möglicherweise lebensbedrohlichen Vergiftung; die Dosis muss verringert werden[2]
- Erkrankungen, bei denen ein Blutdruckabfall auf jeden Fall vermieden werden muss: nur unter sorgfältiger Blutdruckkontrolle[1, 2]
- Vor Beginn und während der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen von Blutdruck, EKG, Blutbild, Leberfunktion und gegebenenfalls EEG vorzunehmen[1, 2]
- Suizidgedanken: Sie können zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva verstärkt sein, weil die Wirkung gewöhnlich erst nach etwa 2 Wochen, manchmal später einsetzt; wahrscheinlicher bei früheren Suizidgedanken und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre mit psychiatrischer Erkrankung[1, 2]
- Kinder über 12 Jahre und Jugendliche unter 18 Jahren: Laut Fachinformation sollte Doxepin bei ihnen nicht angewendet werden (laut Packungsbeilage nicht zur Behandlung von Depressionen); in Studien zu Depressionen zeigten trizyklische Antidepressiva in dieser Altersgruppe keinen therapeutischen Nutzen, Risiken für suizidales und feindseliges Verhalten sind nicht auszuschließen, Langzeitdaten zu Wachstum und Entwicklung fehlen[1, 2]
- Ältere Menschen: erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen und für Verwirrtheitszustände[1, 2]
- Eingriffe unter örtlicher Betäubung, z. B. beim Zahnarzt: Informieren Sie über die Einnahme von Doxepin[1]
- Bei ähnlichen Antidepressiva sind sogenannte anticholinerge Nebenwirkungen wie Darmlähmung, erhöhter Augeninnendruck und Harnverhalt sowie Nervenfunktionsstörungen wie Polyneuropathien und Krampfanfälle beschrieben worden; sie sind deshalb auch für Doxepin nicht auszuschließen[1, 2]
- Knochenbrüche: Bei Behandelten mit dieser Arzneimittelgruppe wurde ein erhöhtes Risiko beobachtet[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose (Milchzucker); erst nach ärztlicher Rücksprache einnehmen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Schwangerschaft
Zur Anwendung in der Schwangerschaft liegen bislang keine ausreichenden Erfahrungen vor; Doxepin darf deshalb nur bei zwingender Notwendigkeit und nach strenger Abwägung von Nutzen und Risiko durch die Ärztin oder den Arzt verordnet werden. Nach Einnahme von Doxepin oder anderen Antidepressiva in höheren Dosen oder über längere Zeit vor der Geburt kann es beim Neugeborenen zu Entzugserscheinungen kommen.[1]
Laut Fachinformation deuten Daten von 118 im ersten Schwangerschaftsdrittel gegenüber Doxepin exponierten Neugeborenen darauf hin, dass die Fehlbildungsrate möglicherweise erhöht ist; in Tierstudien zeigte Doxepin keine fehlbildende Wirkung.[2]
Embryotox stuft den Erfahrungsumfang für Doxepin als mittel ein, für trizyklische Antidepressiva insgesamt als sehr hoch. Laut Embryotox fehlen qualitativ hochwertige Daten zu Doxepin; für trizyklische Antidepressiva insgesamt ergaben mehr als 6.000 bzw. mehr als 12.000 ausgewertete Schwangerschaften keine Hinweise auf erhöhte Risiken für Fehlbildungen insgesamt bzw. Herzfehlbildungen. Bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox besser untersuchte Antidepressiva eingesetzt werden; nur wenn Doxepin deutliche Vorteile bietet, ist die Einnahme auch in der Schwangerschaft akzeptabel. Nach Einnahme bis zur Geburt ist auf Anpassungsstörungen beim Neugeborenen zu achten; die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox als sedierendes trizyklisches Antidepressivum Amitriptylin, je nach Grunderkrankung auch Sertralin, Citalopram oder Escitalopram. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Doxepin darf in der Stillzeit nicht eingenommen werden, weil der Wirkstoff und seine Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen und beim gestillten Säugling zu unerwünschten Wirkungen führen können.[1, 2]
Laut Embryotox ist Stillen unter Doxepin eher kritisch zu beurteilen: Von drei beschriebenen gestillten Kindern hatten zwei ernste Beschwerden. Im Einzelfall kann Stillen bei alleiniger Einnahme, niedriger Dosis und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel sein.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Behandlung sollten Sie Alkohol meiden, da er die Wirkung von Doxepin in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Doxepin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist, besonders nach zu kurzem Schlaf und zusammen mit Alkohol. Zumindest in den ersten Tagen der Behandlung sollten Sie keine Fahrzeuge führen, keine Maschinen bedienen und nicht ohne sicheren Halt arbeiten; über das Weitere entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.[1, 2]
Anwendung
Die Filmtabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit vor oder nach den Mahlzeiten oder abends vor dem Schlafengehen einnehmen; sie können in gleiche Dosen geteilt werden. Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen, sondern wie verordnet zum nächsten Zeitpunkt fortfahren.[1]
Bei Depressionen beträgt die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zur Besserung im Allgemeinen mindestens 4 bis 6 Wochen; anschließend sollte die Behandlung noch weitere 4 bis 6 Monate fortgeführt werden, um einem Rückfall vorzubeugen. Die Dauer legt die Ärztin oder der Arzt fest.[1, 2]
Absetzen
Beenden Sie die Einnahme nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; die Behandlung wird durch eine langsame Verringerung der Dosis beendet. Ein plötzliches Beenden einer längerfristigen hoch dosierten Behandlung sollte vermieden werden, weil dann Absetzerscheinungen wie Unruhe, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen zu erwarten sind.[1, 2]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung, besonders bei Kindern und Kleinkindern, sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Möglich sind Störungen des Nervensystems wie Verwirrung, Erregung bis zu Krampfanfällen, Bewusstseinseintrübung bis zum Koma und Atemstillstand sowie Störungen von Herz und Kreislauf.[1, 2]
Alkohol und Doxepin verstärken sich laut Fachinformation in ihrer dämpfenden Wirkung gegenseitig. Hintergründe stehen unter Psychopharmaka und Alkohol. [2]
Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Ob und wann Sie fahren, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr dazu auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [11, 12, 13]
Den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft bewertet Embryotox für Doxepin als mittel, für die trizyklischen Antidepressiva insgesamt als sehr hoch. Setzen Sie Doxepin in der Schwangerschaft nicht selbst ab; das Vorgehen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In der Stillzeit darf Doxepin laut Fach- und Gebrauchsinformation nicht eingenommen werden; Embryotox beurteilt Stillen unter Doxepin eher kritisch und hält es nur im Einzelfall unter Vorbehalt für akzeptabel. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch und Stillzeit. [1, 2, 3]
Bei Menschen mit einer Abhängigkeit in der Vorgeschichte wurde unter Doxepin sehr selten Missbrauch beobachtet. Mehr dazu auf der Seite Machen Psychopharmaka abhängig? [1, 2]
Einnahme und Absetzen
Was die Packungsbeilage zur Einnahme und zu einer vergessenen Dosis sagt, steht in der Übersicht zum Alltag.
Beendet wird die Behandlung laut Fach- und Gebrauchsinformation durch eine langsame Verringerung der Dosis. Ein plötzliches Beenden einer längerfristigen, hoch dosierten Behandlung sollte vermieden werden, weil dann mit Absetzerscheinungen wie Unruhe, Schweißausbrüchen, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen gerechnet werden muss. [1, 2]
Für Antidepressiva allgemein beschreibt die NVL Unipolare Depression Absetzbeschwerden als überwiegend mild; sie beginnen meist 36 bis 96 Stunden nach dem Absetzen und bilden sich je nach Halbwertszeit innerhalb von 2 bis 6 Wochen von selbst zurück. Über die Möglichkeit solcher Beschwerden sollen Patientinnen und Patienten laut NVL schon vor Beginn der Behandlung aufgeklärt werden. [4]
Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was beim Beenden einer Behandlung mit Antidepressiva wichtig ist, erklärt die Seite Antidepressiva absetzen; mögliche Beschwerden beschreibt die Seite Absetzsymptome. [1]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Packungsbeilage und Fachinformation nennen eine Anfangsdosis, eine Grenze für die ambulante Behandlung sowie eigene Angaben für leichte Entzugserscheinungen, ältere Menschen und Jugendliche. Dosierung und Dauer richten sich nach der persönlichen Reaktion, dem Anwendungsgebiet und der Schwere der Erkrankung; Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1, 2]
Präparate mit Doxepin
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Doxepin STADA Filmtabletten | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 50 oder 100 mg; Grundlage dieser Seite |
| Doxepin-ratiopharm Filmtabletten | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 25, 50 oder 100 mg; eigene Packungsbeilage |
| Aponal | verschreibungspflichtig | |
| Mareen | verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Doxepin STADA 50 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 10/2020. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Doxepin STADA 50 mg/100 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox: Doxepin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Kurzfassung, Version 3.2. NVL-Programm von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Doxepin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Wie schnell wirkt Doxepin?
Die beruhigende, dämpfende Wirkung setzt meist schon in den ersten Stunden ein. Die stimmungsaufhellende Wirkung ist in der Regel erst nach 1 bis 3 Wochen zu erwarten; bei Depressionen beträgt die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zur Besserung laut Packungsbeilage im Allgemeinen mindestens 4 bis 6 Wochen. Bei einer Depression soll laut NVL nach Erreichen der üblichen Dosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet und dann gemeinsam geprüft werden, ob die Behandlung wirkt.
Hilft Doxepin zum Schlafen?
Doxepin ist bei Schlafstörungen zugelassen, wenn sie mit einer depressiven Erkrankung oder mit leichten Entzugserscheinungen zusammenhängen. Andere Schlafstörungen nennen Fach- und Gebrauchsinformation nicht als Anwendungsgebiet. Die beruhigende Wirkung setzt meist in den ersten Stunden ein; ob Doxepin für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Nimmt man mit Doxepin zu?
Das ist möglich: Die Fachinformation nennt Gewichtszunahme unter den Nebenwirkungen, mit denen besonders zu Beginn der Behandlung zu rechnen ist, gibt aber keine Häufigkeit an. Auch Embryotox weist darauf hin, dass Doxepin zu einer Gewichtszunahme führen kann. Bei einer Depression nennt die NVL für trizyklische Antidepressiva Kontrollen des Körpergewichts vor Beginn und im Verlauf der Behandlung.
Darf ich mit Doxepin Alkohol trinken?
Während der Behandlung sollten Sie Alkohol meiden, weil Alkohol die Wirkung von Doxepin in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt. Zusammen mit Alkohol ist auch die Fähigkeit, sicher am Straßenverkehr teilzunehmen, stärker beeinträchtigt. Bei einer akuten Alkoholvergiftung darf Doxepin laut Fachinformation nicht eingenommen werden.
Wie setze ich Doxepin ab?
Nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Beendet wird die Behandlung durch eine langsame Verringerung der Dosis. Ein plötzliches Beenden einer längerfristigen, hoch dosierten Behandlung sollte vermieden werden, weil dann mit Absetzerscheinungen wie Unruhe, Schweißausbrüchen, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen gerechnet werden muss.
Darf ich Doxepin in der Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?
In der Schwangerschaft darf Doxepin laut Packungsbeilage nur bei zwingender Notwendigkeit und nach strenger Abwägung von Nutzen und Risiko verordnet werden. Laut Embryotox sollten bei einer Neueinstellung besser untersuchte Antidepressiva eingesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In der Stillzeit darf Doxepin laut Fach- und Gebrauchsinformation nicht eingenommen werden.
Kann Doxepin die Lust auf Sex verringern?
Ja, eine Abnahme des sexuellen Interesses gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen und kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen; ebenso häufig sind Ejakulations- und Potenzstörungen. Sprechen Sie solche Beschwerden bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an; bei einer Depression sollen laut NVL Wirkungen und typische Nebenwirkungen aktiv erfragt werden.
Wie hoch ist die Dosis von Doxepin?
Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richtet sich nach Ihrer persönlichen Reaktion, dem Anwendungsgebiet und der Schwere der Erkrankung. Ältere Menschen benötigen laut Packungsbeilage oft deutlich niedrigere Dosen. Die Angaben von Packungsbeilage und Fachinformation stehen im Abschnitt zur Dosierung auf dieser Seite.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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