MedikamenteWirkstoff
Desvenlafaxin
Desvenlafaxin ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum aus der Gruppe der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) und wird zur Behandlung von Depressionen bei Erwachsenen angewendet. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Desveneurax. Brechen Sie die Einnahme nicht ohne ärztliche Anweisung ab; bei Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, gehen Sie zu Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder unverzüglich in ein Krankenhaus.

Wofür wird Desvenlafaxin eingesetzt?
Desvenlafaxin wird laut Packungsbeilage zur Behandlung von Depressionen bei Erwachsenen angewendet. Es ist verschreibungspflichtig und als Retardtabletten erhältlich, die den Wirkstoff verzögert abgeben. [1, 3]
Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Desvenlafaxin normalerweise nicht angewendet werden. Die Ärztin oder der Arzt kann es trotzdem verordnen, wenn das im bestmöglichen Interesse der jungen Patientin oder des jungen Patienten ist; treten dann Suizidgedanken, ein Suizidversuch oder Feindseligkeit auf oder verschlimmern sie sich, sollten Eltern die Ärztin oder den Arzt benachrichtigen. Wie eine Depression erkannt und nach der Leitlinie behandelt wird, beschreibt die Seite Depression, Hinweise für Familien die Seite Kinder und Jugendliche. [1]
Wie wirkt Desvenlafaxin?
Desvenlafaxin gehört zu den Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRI). Serotonin und Noradrenalin sind Botenstoffe, über die Nervenzellen im Gehirn Signale weitergeben. Wie Antidepressiva wirken, ist laut Packungsbeilage nicht vollständig geklärt; sie können helfen, indem sie den Spiegel von Serotonin und Noradrenalin im Gehirn erhöhen. [1]
Nach der NVL Unipolare Depression hemmen Mittel dieser Gruppe die Rückaufnahme von Serotonin und Noradrenalin aus dem Spalt zwischen zwei Nervenzellen und verstärken so die Signalübertragung; Desvenlafaxin selbst nennt die NVL nicht. Dass ein Mangel an solchen Botenstoffen die Depression verursacht, ist nach der NVL heute umstritten. Unter anderem lässt diese Annahme offen, warum die Wirkung erst mit Verzögerung eintritt. Mehr dazu auf den Seiten SNRI, Antidepressiva und Wie wirken Antidepressiva?. [11]
Laut Embryotox wird Venlafaxin in der Leber vor allem zu seinem wirksamen Abbauprodukt O-Desmethylvenlafaxin umgewandelt, und das ist Desvenlafaxin. Wer allergisch auf Venlafaxin reagiert, darf Desvenlafaxin laut Packungsbeilage nicht einnehmen. Nehmen Sie noch andere Arzneimittel mit Venlafaxin oder Desvenlafaxin, ist das für Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke besonders wichtig zu wissen. Zu Venlafaxin gibt es eine eigene Seite: Venlafaxin. [1, 15]
Wann wirkt Desvenlafaxin und wie lange wird behandelt?
Antidepressiva brauchen laut Packungsbeilage einige Zeit, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger. Die NVL Unipolare Depression empfiehlt mit dem Grad "soll", ab Erreichen der üblichen Dosis mindestens 3 bis 4 Wochen abzuwarten und danach gemeinsam zu beurteilen, ob sich die Beschwerden im Sinne der vereinbarten Ziele bessern. Mehr dazu auf der Seite Wann wirken Psychopharmaka?. [1, 11]
Eine feste Behandlungsdauer nennt die Packungsbeilage nicht. Sie sagt: Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes ab und ändern Sie die Dosis nicht, auch wenn Sie sich besser fühlen. Für Antidepressiva allgemein soll die Einnahme nach der NVL von 2023 noch 6 bis 12 Monate über das Abklingen der depressiven Episode (Remission) hinaus empfohlen werden, in derselben Dosis wie zuvor. Nach zwei bis drei oder mehr Episoden mit bedeutsamen Einschränkungen der Funktionsfähigkeit in den letzten fünf Jahren sollte laut NVL empfohlen werden, das Antidepressivum mindestens 2 Jahre zur Vorbeugung weiter einzunehmen; die Packungsbeilage nennt diese Langzeitvorbeugung nicht als eigenes Anwendungsgebiet. Wie lange Sie Desvenlafaxin nehmen, entscheiden Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; siehe auch Wie lange werden Psychopharmaka genommen?. [1, 11]
- BeginnDie Nebenwirkungen traten laut Packungsbeilage zumeist in der ersten Behandlungswoche auf. In den ersten Wochen kann Desvenlafaxin ein Gefühl der Ruhelosigkeit oder die Unfähigkeit, stillzusitzen oder stillzustehen, hervorrufen; dann die Ärztin oder den Arzt informieren. Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, können bei der ersten Anwendung von Antidepressiva verstärkt sein.[1]
- Erste WirkungAntidepressiva brauchen laut Packungsbeilage einige Zeit, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger.[1]
- ErhaltungDie Behandlung nicht ohne Anweisung der Ärztin oder des Arztes abbrechen und die Dosis nicht ändern, auch wenn Sie sich besser fühlen.[1]
- AbsetzenHält die Ärztin oder der Arzt Desvenlafaxin nicht mehr für nötig, wird die Dosis möglicherweise langsam verringert, bevor die Behandlung ganz endet; die Verringerung muss möglichst schrittweise und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Absetzbeschwerden verschwinden im Allgemeinen von allein, es wurden aber schwere Absetzerscheinungen berichtet.[1]
Nebenwirkungen im Blick
Laut Packungsbeilage traten die Nebenwirkungen zumeist in der ersten Behandlungswoche auf. Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, sind Schlaflosigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung und übermäßiges Schwitzen. Häufig kommen unter anderem Appetitverlust, Angstgefühl und Nervosität, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Zittern, Schwindelgefühl, ein beschleunigter Herzschlag und hoher Blutdruck vor, dazu eine Gewichtszunahme ebenso wie ein Gewichtsverlust. [1]
Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören auch ein ausbleibender Orgasmus, verminderte Libido, Erektionsstörungen und eine verzögerte Ejakulation. Arzneimittel wie Desvenlafaxin (SSRI und SNRI) können sexuelle Funktionsstörungen verursachen, die in einigen Fällen nach dem Ende der Behandlung bestehen blieben. Gelegentlich treten ein Absetzsyndrom, erhöhte Cholesterin- und Triglyceridwerte (Blutfette), erhöhte Prolaktinspiegel, Haarausfall und ein Blutdruckabfall beim Aufstehen auf. Selten sind ein Natriummangel, Hypomanie und Manie sowie Krampfanfälle. Mit der Häufigkeit "nicht bekannt" nennt die Packungsbeilage unter anderem ein Serotonin-Syndrom. [1]
Nebenwirkungen im Blick
Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.
- MüdigkeitSehr häufig
- SchlafstörungenSehr häufig
- Unruhe und NervositätHäufig
- GewichtszunahmeHäufig
- Weniger oder veränderte Lust auf SexHäufig
- ErektionsstörungenHäufig
- MundtrockenheitSehr häufig
- Vermehrtes SchwitzenSehr häufig
- ÜbelkeitSehr häufig
- SchwindelHäufig
- ZitternHäufig
- Bewegungsstörungennicht genannt
- Herzrhythmus und QT-Zeitnicht genannt
- NatriummangelSelten
- Abhängigkeitnicht genannt
- Sitzunruhe (Akathisie)nicht genannt
"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.
Bei Bewegungsstörungen und Sitzunruhe steht in der Übersicht "nicht genannt", weil die Packungsbeilage Parkinson-ähnliche Beschwerden, Spätdyskinesien und Akathisie nicht unter diesen Bezeichnungen mit einer Häufigkeit aufführt. Als seltene Nebenwirkung führt sie aber Bewegungsänderungen wie unfreiwillige Muskelbewegungen und Ruhelosigkeit auf, ohne Häufigkeitsangabe außerdem ein Gefühl der Ruhelosigkeit oder die Unfähigkeit, stillzusitzen oder stillzustehen, in den ersten Wochen; mehr dazu auf der Seite Unruhe und Akathisie. Die Liste unten führt alle Nebenwirkungen auf, die die Packungsbeilage mit einer Häufigkeitsangabe nennt. Was diese Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. [1]
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitverlust[1]
- PsycheAngstgefühl, Nervosität[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- PsycheReizbarkeit[1]
- PsycheVerminderte Libido[1]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
- PsycheAlbträume[1]
- NervensystemSchläfrigkeit[1]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemZittern[1]
- NervensystemMangel an Aufmerksamkeit[1]
- NervensystemTaubheit und Kribbeln[1]
- NervensystemÄnderung des Geschmackssinns[1]
- NervensystemSchwindelgefühl[1]
- AugenErweiterte Pupillen, verschwommenes Sehen[1]
- Ohr und GleichgewichtOhrenklingeln[1]
- HerzBeschleunigte Herzfrequenz, Herzklopfen (Palpitationen: Empfinden eines schnellen, unregelmäßigen oder starken Herzschlags)[1]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufHitzewallungen[1]
- Gefäße und KreislaufHoher Blutdruck[1]
- AtemwegeGähnen[1]
- Magen und DarmErbrechen, Durchfall[1]
- HautHautausschlag[1]
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelsteifigkeit[1]
- Geschlechtsorgane und BrustAusbleibender Orgasmus[1]Mehr dazu: Orgasmus- und Samenergussstörungen
- Geschlechtsorgane und BrustErektionsstörung, verzögerte Ejakulation, Ejakulationsschwäche[1]Mehr dazu: ErektionsstörungenOrgasmus- und Samenergussstörungen
- Allgemeine BeschwerdenErmüdung, Schwäche[1]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)
- Allgemeine BeschwerdenSchüttelfrost[1]
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme, Gewichtsverlust[1]Mehr dazu: Gewichtszunahme
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- ImmunsystemAllergische Reaktionen[1]
- PsycheVerzerrung des Selbstbildes und der Realität[1]
- Geschlechtsorgane und BrustAbnormer Orgasmus, sexuelle Funktionsstörungen, Ejakulationsstörung[1]Mehr dazu: Orgasmus- und SamenergussstörungenSexuelle Funktionsstörungen ohne nähere Angabe
- Allgemeine BeschwerdenAbsetzsyndrom[1]Mehr dazu: Absetzsymptome
- NervensystemBewusstseinsverlust[1]
- Gefäße und KreislaufKalte Gliedmaßen[1]
- Gefäße und KreislaufBlutdruckabfall beim Aufstehen[1]
- AtemwegeNasenbluten[1]
- HautVollständiger oder teilweiser Haarausfall[1]
- Nieren und HarnwegeSchwierigkeiten beim Wasserlassen, Harnverhalt[1]
- Laborwerte und UntersuchungenEiweiß im Urin[1]
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhter Cholesterinspiegel im Blut, erhöhter Triglyceridspiegel[1]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
- Laborwerte und UntersuchungenÄnderungen der Leberwerte[1]
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Prolaktinspiegel[1]Mehr dazu: Erhöhtes Prolaktin
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungNiedrige Natriumwerte im Blut (Hyponatriämie)[1]Mehr dazu: Natriummangel
- PsycheHalluzinationen[1]
- PsycheHypomanie (gehobene Stimmung und gesteigerter Antrieb) und Manie (Übererregung, Euphorie und übermäßige Reizbarkeit)[1]
- NervensystemKrampfanfälle[1]
- NervensystemBewegungsänderungen, zum Beispiel unfreiwillige Muskelbewegungen, Ruhelosigkeit[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- HautSchwellungen unter der Haut[1]
- HautLichtempfindlichkeit[1]
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- NervensystemSerotonin-Syndrom mit Beschwerden wie Agitiertheit (Erregbarkeit und Ruhelosigkeit), Bewusstseinsänderungen, Verwirrtheit, Koma, Herzklopfen, erhöhtem Blutdruck, erhöhter Körpertemperatur, übermäßigem Schwitzen, Koordinationsverlust, Muskelkrämpfen oder Muskelsteifheit, Zittern, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall[1]Mehr dazu: Serotonin-Syndrom
- HautStevens-Johnson-Syndrom (Erythema multiforme, eine Überempfindlichkeitsreaktion, die Haut und Schleimhäute betrifft)[1]
- Geschlechtsorgane und BrustSchwere vaginale Blutungen kurz nach der Geburt (postpartale Hämorrhagie)[1]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Wer depressiv ist, kann laut Packungsbeilage manchmal Gedanken daran haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Bei der ersten Anwendung von Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein, weil die Mittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken. Wahrscheinlicher sind sie, wenn es solche Gedanken schon früher gab, und bei jungen Erwachsenen: In klinischen Studien zeigte sich bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre mit einer psychiatrischen Erkrankung, die ein Antidepressivum nahmen, ein erhöhtes Risiko für Suizidverhalten. Treten solche Gedanken zu irgendeinem Zeitpunkt auf, gehen Sie zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf. [1]
Die Packungsbeilage rät, einer Freundin, einem Freund oder Verwandten von der Depression zu erzählen und sie zu bitten, Bescheid zu geben, wenn sich die Depression oder Angstzustände aus ihrer Sicht verschlimmern oder wenn sie sich über Verhaltensänderungen Sorgen machen. [1]
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Ändern Sie die Dosis nicht und brechen Sie die Behandlung nicht ohne Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes ab. Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. [1]
Einige Hinweise aus der Packungsbeilage betreffen den Alltag:
- Mundtrockenheit ist sehr häufig und kann das Risiko für Karies erhöhen. Sie sollten deshalb besonders auf Ihre Zahnhygiene achten. [1]
- Fühlen Sie sich in den ersten Wochen ruhelos oder können Sie nicht stillsitzen oder stillstehen, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren. [1]
- Werden Sie auch von anderen Ärztinnen oder Ärzten behandelt, sagen Sie ihnen, dass Sie Desvenlafaxin einnehmen. [1]
- Urintests können noch einige Tage nach dem Ende der Behandlung falsch positiv auf einige Substanzen wie Phencyclidin (PCP) und Amphetamine ausfallen. Steht ein solcher Test an, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber. [1]
Im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch halten Sie Beschwerden und Stimmung fest, um sie beim nächsten Termin zu zeigen; die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung.
Kontrollen während der Behandlung
Kontrolluntersuchungen nennt die Packungsbeilage nicht. Sie rät aber, mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen, wenn Sie früher Bluthochdruck, Herzbeschwerden oder einen Herzanfall, niedrige Natriumwerte im Blut oder hohe Cholesterinwerte hatten oder wenn Ihre Cholesterinwerte steigen. Treten unter der Behandlung Herzbeschwerden wie eine beschleunigte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck oder Brustschmerzen auf, sprechen Sie laut Packungsbeilage unverzüglich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen Sie das nächstgelegene Krankenhaus auf. [1]
Für Antidepressiva außer den trizyklischen empfiehlt die NVL Unipolare Depression mit dem Grad "soll" Kontrollen nach einer Übersichtstabelle: vor Beginn der Behandlung Blutbild, Nierenfunktion, Leberenzyme, Blutsalze, Blutdruck und Puls sowie das Körpergewicht, danach weitere Kontrollen in den ersten Monaten und im Verlauf. Ein EKG nennt sie dort nur für einige Wirkstoffe und bei Risiko für oder bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen; unter SNRI in hoher Dosis sieht sie häufigere Blutdruckkontrollen vor. Die Abstände versteht die NVL als Orientierungswerte, Desvenlafaxin führt sie nicht eigens auf. Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; mehr auf der Seite Kontrollen während der Behandlung. [11]
Wechselwirkungen
Desvenlafaxin dürfen Sie laut Packungsbeilage nicht einnehmen, wenn Sie zugleich einen MAO-Hemmer nehmen oder in den letzten 14 Tagen einen genommen haben. Solche Mittel werden gegen Depressionen, Infektionen oder die Parkinson-Krankheit angewendet; genannt werden zum Beispiel Linezolid, ein Antibiotikum, und Methylenblau. Nach dem Ende von Desvenlafaxin müssen Sie mindestens 7 Tage warten, bevor Sie einen MAO-Hemmer einnehmen. Einen solchen Wechsel plant Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. [1]
Ein möglicherweise lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom oder Reaktionen, die einem malignen neuroleptischen Syndrom ähneln, können laut Packungsbeilage vor allem dann auftreten, wenn Desvenlafaxin zusammen mit bestimmten anderen Arzneimitteln eingenommen wird. Dazu gehören unter anderem andere Mittel mit Venlafaxin oder Desvenlafaxin, Triptane gegen Migräne, weitere Antidepressiva, Johanniskraut und Schmerzmittel wie Tramadol oder Fentanyl. Nehmen Sie Mittel, die das Blutungsrisiko erhöhen, etwa Acetylsalicylsäure, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1]
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| MAO-Hemmer, auch Linezolid (Antibiotikum) und Methylenblau | Schwere oder sogar lebensbedrohliche Nebenwirkungen möglich, darunter ein Serotonin-Syndrom[1] | Nicht zusammen einnehmen; Desvenlafaxin nicht, wenn in den letzten 14 Tagen ein MAO-Hemmer eingenommen wurde; nach dem Ende von Desvenlafaxin mindestens 7 Tage warten, bevor ein MAO-Hemmer eingenommen wird |
| Andere Mittel mit Venlafaxin oder Desvenlafaxin | Erhöhtes Risiko für ein möglicherweise lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom oder für Reaktionen, die dem malignen neuroleptischen Syndrom ähneln[1] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Triptane gegen Migräne | Erhöhtes Risiko für ein möglicherweise lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom oder für Reaktionen, die dem malignen neuroleptischen Syndrom ähneln[1] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Mittel gegen Depressionen wie trizyklische Antidepressiva, Lithium, SSRI oder SNRI; Tryptophan; Johanniskraut | Erhöhtes Risiko für ein möglicherweise lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom oder für Reaktionen, die dem malignen neuroleptischen Syndrom ähneln[1] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Schmerzmittel mit Tramadol, Fentanyl oder ähnlichen Wirkstoffen, Tapentadol, Meperidin (Pethidin), Methadon oder Pentazocin | Erhöhtes Risiko für ein möglicherweise lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom oder für Reaktionen, die dem malignen neuroleptischen Syndrom ähneln[1] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Dextromethorphan (gegen Husten), Sibutramin (zur Gewichtsreduzierung) | Erhöhtes Risiko für ein möglicherweise lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom oder für Reaktionen, die dem malignen neuroleptischen Syndrom ähneln[1] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Ketoconazol (gegen Pilzerkrankungen) | Die Packungsbeilage nennt Ketoconazol unter den Arzneimitteln, bei denen die Information der Ärztin oder des Arztes besonders wichtig ist[1] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel (NSAR), Acetylsalicylsäure und andere Mittel, die das Blutungsrisiko erhöhen | Vorsicht wegen möglicher Blutungen[1] | Vorher ärztlich besprechen |
| Alkohol | Alkohol muss während der Einnahme gemieden werden[1] | Auf Alkohol verzichten |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wie Psychopharmaka zusammenwirken, erklärt die Seite Psychopharmaka kombinieren.
Wer Desvenlafaxin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Desvenlafaxin darf nicht einnehmen, wer allergisch auf Desvenlafaxin, Venlafaxin oder einen der sonstigen Bestandteile reagiert oder einen MAO-Hemmer nimmt oder in den letzten 14 Tagen genommen hat. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie oder jemand in Ihrer Familie eine Manie oder eine bipolare Störung hatten; die weiteren Punkte stehen in der Übersicht. [1]
Nicht anwenden bei
- Allergie gegen Desvenlafaxin, Venlafaxin oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
- Einnahme eines MAO-Hemmers (Monoaminoxidase-Hemmer, zur Behandlung von Depressionen, Infektionen oder der Parkinson-Krankheit, zum Beispiel Linezolid oder Methylenblau) zur gleichen Zeit oder in den letzten 14 Tagen; nach dem Ende der Einnahme von Desvenlafaxin mindestens 7 Tage warten, bevor ein MAO-Hemmer eingenommen wird[1]
Besondere Vorsicht bei
- Manie (Zustand übermäßiger Erregung, Gefühl von Euphorie oder übermäßige Reizbarkeit) oder bipolare Störung (extreme Stimmungsschwankungen) in der Vorgeschichte oder in der Familie[1]
- Aggressives Verhalten in der Vorgeschichte[1]
- Augenerkrankungen wie bestimmte Arten eines Glaukoms (erhöhter Augeninnendruck)[1]
- Bluthochdruck in der Vorgeschichte[1]
- Herzbeschwerden in der Vorgeschichte oder früherer Herzanfall[1]
- Krampfanfälle in der Vorgeschichte[1]
- Neigung zu blauen Flecken oder leichten Blutungen (Blutgerinnungsstörungen in der Vorgeschichte), Schwangerschaft oder gleichzeitige Anwendung von nichtsteroidalen entzündungshemmenden Arzneimitteln (NSAR), Acetylsalicylsäure und anderen Arzneimitteln, die das Blutungsrisiko erhöhen[1]
- Nierenerkrankungen in der Vorgeschichte: möglicherweise ist eine andere Dosis nötig[1]
- Niedrige Natriumwerte im Blut (Hyponatriämie) in der Vorgeschichte[1]
- Hohe Cholesterinwerte in der Vorgeschichte oder steigende Cholesterinwerte[1]
- Gedanken, sich das Leben zu nehmen oder sich selbst zu verletzen, sind wahrscheinlicher, wenn es sie früher schon gab, und bei jungen Erwachsenen: Klinische Studien zeigten ein erhöhtes Risiko für Suizidverhalten bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre mit einer psychiatrischen Erkrankung, die mit einem Antidepressivum behandelt wurden. Bei der ersten Anwendung von Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein[1]
- Es kann helfen, Angehörigen oder Freunden von der Depression zu erzählen und sie zu bitten, Bescheid zu geben, wenn sie den Eindruck haben, dass sich die Depression oder Angstzustände verschlimmern, oder wenn sie sich Sorgen über Verhaltensänderungen machen[1]
- Arzneimittel wie Desvenlafaxin (SSRI/SNRI) können sexuelle Funktionsstörungen verursachen, die in einigen Fällen nach dem Ende der Behandlung bestehen blieben[1]
- Mundtrockenheit gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen; sie kann das Risiko für Zahnfäule (Karies) erhöhen, deshalb besonders auf die Zahnhygiene achten[1]
- Ältere Menschen: Bei einigen kann eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Desvenlafaxin nicht ausgeschlossen werden[1]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Desvenlafaxin sollte normalerweise nicht angewendet werden. Unter dieser Klasse von Arzneimitteln besteht ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie Suizidversuch, suizidale Gedanken und Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut). Die Ärztin oder der Arzt kann es trotzdem verordnen, wenn es im bestmöglichen Interesse der Patientin oder des Patienten ist; treten diese Beschwerden auf oder verschlimmern sie sich, die Ärztin oder den Arzt benachrichtigen. Langfristige Auswirkungen auf Wachstum, Reifung, kognitive Entwicklung und Verhaltensentwicklung sind in dieser Altersgruppe noch nicht bekannt[1]
- Wechsel von einem anderen Antidepressivum: Beim Umstellen auf Desvenlafaxin traten Absetzsymptome nach dem Ende des vorherigen Mittels auf; um sie zu verringern, kann die Ärztin oder der Arzt die Dosis des vorherigen Antidepressivums schrittweise verringern[1]
- Urintests: Noch einige Tage nach dem Ende der Behandlung sind falsch positive Ergebnisse für einige Substanzen wie Phencyclidin (PCP) und Amphetamine möglich[1]
- Desveneurax 100 mg enthält den Farbstoff Gelborange S (E 110), der allergische Reaktionen hervorrufen kann[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Schwangerschaft
Laut Packungsbeilage sollten Hebamme und Ärztin oder Arzt wissen, dass Sie mit Desvenlafaxin behandelt werden. Ähnliche Arzneimittel (SSRI) können, in der Schwangerschaft eingenommen, beim Neugeborenen einen erhöhten Blutdruck in der Lunge (persistierende pulmonale Hypertonie, PPHN) verursachen, erkennbar an schneller Atmung und Blaufärbung der Haut, normalerweise in den ersten 24 Stunden nach der Geburt; nehmen Sie dann sofort Kontakt mit Hebamme, Ärztin oder Arzt auf. Nach Einnahme in der Schwangerschaft kann das Kind nach der Geburt Absetzerscheinungen wie Schwierigkeiten beim Stillen und bei der Atmung zeigen, die unmittelbar nach der Geburt auftreten und eine stationäre Behandlung erfordern können. Bei Einnahme gegen Ende der Schwangerschaft kann das Risiko für schwere vaginale Blutungen kurz nach der Geburt erhöht sein, besonders bei Blutungsstörungen in der Vorgeschichte.[1]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Desvenlafaxin geht in die Muttermilch über und kann Auswirkungen auf das Kind haben. Wer stillt, sollte Desvenlafaxin laut Packungsbeilage nur einnehmen, wenn die Ärztin oder der Arzt ausdrücklich dazu aufgefordert hat.[1]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Einnahme müssen Sie Alkohol meiden.[1]
Autofahren und Maschinen
Desvenlafaxin kann Schwindel, Schläfrigkeit und verschwommenes Sehen hervorrufen. Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bevor Sie wissen, wie das Arzneimittel Sie beeinflusst.[1]
Anwendung
Jeden Tag etwa zur gleichen Tageszeit einnehmen, zu oder unabhängig von den Mahlzeiten. Die Retardtabletten im Ganzen mit Flüssigkeit schlucken; nicht teilen, zerdrücken, kauen oder auflösen.[1]
Einnahme vergessen: die Dosis nehmen, sobald es auffällt; ist es schon Zeit für die nächste Dosis, die versäumte überspringen und nur die übliche einzelne Dosis nehmen, nicht die doppelte Menge.[1]
Absetzen
Die Behandlung nicht ohne Anweisung der Ärztin oder des Arztes abbrechen und die Dosis nicht ändern, auch wenn Sie sich besser fühlen. Beim Beenden, vor allem nach einer hohen Dosis über lange Zeit, bei plötzlichem Absetzen oder zu schneller Dosisverringerung, sind Nebenwirkungen bekannt: Stimmungsschwankungen, Agitiertheit, Empfindungsveränderungen (zum Beispiel Kribbeln, stromschlagähnliche Empfindungen), Verwirrtheit, emotionale Labilität, Schlaflosigkeit, Hypomanie, Ohrgeräusche, Krampfanfälle, Benommenheit, Schwindelgefühl, Übelkeit, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Reizbarkeit, Durchfall, Angstgefühl, Albträume und übermäßiges Schwitzen. Sie verschwinden im Allgemeinen von allein, es wurden aber schwere Absetzerscheinungen berichtet. Deshalb muss die Dosis möglichst schrittweise und unter ärztlicher Aufsicht verringert werden, wenn Sie gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt entschieden haben, die Behandlung zu beenden. Bei belastenden Beschwerden die Ärztin oder den Arzt um Rat fragen.[1]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen.[1]
Wenn Sie schwanger sind, schwanger werden möchten oder stillen, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat, und Hebamme und Praxis sollten wissen, dass Sie Desvenlafaxin nehmen. Setzen Sie es nicht eigenmächtig ab. In der Stillzeit sollten Sie Desvenlafaxin nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie ausdrücklich dazu aufgefordert hat. Hintergründe: Schwangerschaft und Kinderwunsch, Stillzeit und Psychopharmaka und Alkohol. [1]
Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht sicher fahren kann; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. Ein Kraftfahrzeug unter der Wirkung eines Mittels aus der Anlage zu § 24a StVG zu führen, ist eine Ordnungswidrigkeit, außer die Substanz stammt nach Absatz 4 aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels. Desvenlafaxin gehört nicht zu den Mitteln dieser Anlage. Ob und wann Sie fahren können, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr auf der Seite Psychopharmaka und Autofahren. [12, 13, 14]
Einnahme und Absetzen
Die Retardtabletten werden jeden Tag etwa zur gleichen Tageszeit eingenommen, mit oder ohne Mahlzeit, im Ganzen und mit Flüssigkeit. Teilen, zerdrücken, kauen oder auflösen dürfen Sie sie nicht. Was bei einer vergessenen Einnahme gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. [1]
Hält Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Desvenlafaxin nicht mehr für nötig, wird die Dosis möglicherweise langsam verringert, bevor die Behandlung ganz endet. Beim Beenden sind Nebenwirkungen bekannt, vor allem nach einer hohen Dosis über lange Zeit, nach plötzlichem Absetzen oder einer zu schnellen Verringerung der Dosis. Die Packungsbeilage nennt unter anderem Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Angstgefühl, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit und Albträume, Schwindelgefühl, Kribbeln und stromschlagähnliche Empfindungen, Ohrgeräusche, Übelkeit, Kopfschmerzen und Krampfanfälle. Diese Beschwerden verschwinden im Allgemeinen von allein, es wurden aber schwere Absetzerscheinungen berichtet. Deshalb muss die Dosis möglichst schrittweise und unter ärztlicher Aufsicht verringert werden, wenn Sie gemeinsam beschlossen haben, die Behandlung zu beenden. In der Liste der Nebenwirkungen steht das Absetzsyndrom als gelegentlich. [1]
Auch beim Umstellen von einem anderen Antidepressivum auf Desvenlafaxin traten Absetzsymptome des vorherigen Mittels auf; um sie zu verringern, kann die Ärztin oder der Arzt dessen Dosis schrittweise senken. Nach der NVL Unipolare Depression sollen Patientinnen und Patienten schon vor Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva über mögliche Absetzsymptome aufgeklärt werden. [1, 11]
Absetzen und Wechsel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Worauf es beim Beenden ankommt, erklärt die Seite Antidepressiva absetzen; mögliche Beschwerden beschreibt Absetzsymptome. [1]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt eine empfohlene Dosis, die die Ärztin oder der Arzt bei Bedarf erhöhen kann, und einen Hinweis für Menschen mit Nierenproblemen. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1]
Präparate mit Desvenlafaxin
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Desveneurax | neuraxpharm Arzneimittel GmbH | Retardtabletten 50 und 100 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Desveneurax 50 mg / 100 mg Retardtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 22.10.2026
- Embryotox: Depressive Krankheitsbilder. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 22.10.2026
- Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Desvenlafaxin und seine Ester. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung Version 3.2. Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (Träger: Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF). Stand 07/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Venlafaxin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Desvenlafaxin und Venlafaxin?
Laut Embryotox wird Venlafaxin im Körper vor allem zu seinem wirksamen Abbauprodukt O-Desmethylvenlafaxin umgewandelt, und das ist Desvenlafaxin. Beide zählen zu den Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRI). Wer allergisch auf Venlafaxin reagiert, darf Desvenlafaxin laut Packungsbeilage nicht einnehmen. Welches Mittel für Sie in Frage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; wechseln Sie nicht selbst.
Ab wann wirkt Desvenlafaxin?
Antidepressiva brauchen laut Packungsbeilage einige Zeit, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger. Nach der NVL Unipolare Depression soll ab Erreichen der üblichen Dosis mindestens 3 bis 4 Wochen abgewartet werden, bevor gemeinsam beurteilt wird, ob die Behandlung hilft. Brechen Sie die Einnahme in dieser Zeit nicht ohne Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes ab.
Nimmt man mit Desvenlafaxin zu?
Gewichtszunahme und Gewichtsverlust stehen in der Packungsbeilage beide unter den häufigen Nebenwirkungen, die bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen können. Häufig ist auch ein Appetitverlust. Die NVL Unipolare Depression nennt für Antidepressiva Kontrollen des Körpergewichts vor Beginn und im Verlauf; sprechen Sie Veränderungen in der Praxis an.
Darf ich mit Desvenlafaxin Alkohol trinken?
Nein. Laut Packungsbeilage müssen Sie Alkohol meiden, solange Sie Desvenlafaxin einnehmen.
Darf ich mit Desvenlafaxin Auto fahren?
Desvenlafaxin kann Schwindel, Schläfrigkeit und verschwommenes Sehen hervorrufen. Die Packungsbeilage sagt deshalb: Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bevor Sie wissen, wie das Arzneimittel Sie beeinflusst. Ob und wann Sie wieder fahren, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie setze ich Desvenlafaxin ab?
Brechen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage nicht ohne Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes ab, auch wenn Sie sich besser fühlen. Haben Sie gemeinsam entschieden, sie zu beenden, muss die Dosis möglichst schrittweise und unter ärztlicher Aufsicht verringert werden. Absetzbeschwerden wie Stimmungsschwankungen, Schwindelgefühl, stromschlagähnliche Empfindungen oder Schlaflosigkeit verschwinden im Allgemeinen von allein, es wurden aber auch schwere Absetzerscheinungen berichtet.
Was mache ich, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?
Nehmen Sie die versäumte Dosis laut Packungsbeilage ein, sobald es Ihnen auffällt. Ist es schon Zeit für die nächste Dosis, lassen Sie die versäumte aus und nehmen nur die übliche einzelne Dosis. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein.
Wie hoch ist die Dosis von Desvenlafaxin?
Desvenlafaxin gibt es als Retardtabletten mit 50 mg und 100 mg Wirkstoff. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; was die Packungsbeilage dazu sagt, steht auf dieser Seite im Abschnitt zur Dosierung. Haben oder hatten Sie Nierenprobleme, benötigen Sie möglicherweise eine andere Dosis.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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