MedikamenteWirkstoff

Solriamfetol

Solriamfetol ist ein verschreibungspflichtiges Mittel, das bei Erwachsenen mit Narkolepsie oder mit obstruktiver Schlafapnoe zur Verbesserung der Wachheit und zur Verringerung übermäßiger Schläfrigkeit am Tag angewendet wird; bei Schlafapnoe nur, wenn die Grundbehandlung, etwa eine CPAP-Therapie, die Tagesschläfrigkeit nicht zufriedenstellend bessert. Bekannt ist der Wirkstoff unter anderem als Sunosi. Weil Solriamfetol Blutdruck und Herzfrequenz erhöhen kann, werden beide vor Beginn gemessen und während der Behandlung regelmäßig kontrolliert.

Mann in den Fünfzigern steht morgens aufmerksam mit einer Tasse Tee in einer hellen Büroküche
Bild: KI-generiert

Wofür wird Solriamfetol eingesetzt?

Zugelassen ist Solriamfetol nur für Erwachsene, und zwar zur Verbesserung der Wachheit und zur Verringerung übermäßiger Schläfrigkeit am Tag in zwei Fällen: bei Narkolepsie mit oder ohne Kataplexie und bei obstruktiver Schlafapnoe (OSA), wenn die übermäßige Tagesschläfrigkeit durch die Grundbehandlung der Schlafapnoe, etwa eine CPAP-Therapie, nicht zufriedenstellend behandelt werden konnte. [1, 2]

Narkolepsie beschreibt die Packungsbeilage als Zustand, bei dem es jederzeit zu plötzlich und unerwartet auftretender starker Schläfrigkeit kommen kann. Manche Betroffene haben auch eine Kataplexie, also eine Muskelschwäche als Reaktion auf Gefühle wie Wut, Angst, Lachen oder Erstaunen, die in manchen Fällen zum Kollaps führt. Die CPAP-Therapie bei Schlafapnoe ist laut Packungsbeilage eine maschinelle Unterstützung der Atmung; die Abkürzung steht für einen dauerhaften Überdruck in den Atemwegen (continuous positive airway pressure). [1, 2]

Solriamfetol ist laut Fachinformation keine Therapie für die zugrunde liegende Verlegung der Atemwege bei Schlafapnoe; die Grundbehandlung ist beizubehalten. Einzuleiten ist die Behandlung von einer Ärztin oder einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von Narkolepsie oder Schlafapnoe. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird Solriamfetol nicht empfohlen, weil Sicherheit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nicht bekannt sind; Daten liegen nicht vor. In der Europäischen Union ist Solriamfetol seit dem 16. Januar 2020 zugelassen. [1, 2]

Solriamfetol ist verschreibungspflichtig, es steht in Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung; laut EMA ist es ein Arzneimittel auf eingeschränkte ärztliche Verschreibung. In den Anlagen I bis III des Betäubungsmittelgesetzes ist Solriamfetol nicht aufgeführt. [2, 3, 13, 14, 15]

Wie wirkt Solriamfetol?

Solriamfetol erhöht laut Packungsbeilage die Menge der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin (Norepinephrin), die natürlich im Gehirn vorkommen. Es unterstützt so die Wachheit am Tag und sorgt dafür, dass Sie sich weniger schläfrig fühlen. [1]

Wie Solriamfetol die Wachheit verbessert, ist laut Fachinformation noch nicht vollständig geklärt. Die Wirkung könnte darauf beruhen, dass es die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin hemmt; die Fachinformation spricht von einem Dopamin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. In Laborversuchen band Solriamfetol an die Transporter für Dopamin und Noradrenalin, nicht aber in nennenswertem Maß an den für Serotonin, und es hemmte die Wiederaufnahme von Serotonin nicht. Die Fachinformation ordnet Solriamfetol den zentral wirkenden Sympathomimetika in der Gruppe der Psychoanaleptika zu. [2]

Solriamfetol wird nahezu vollständig aufgenommen und erreicht nüchtern im Median nach 2 Stunden die höchste Konzentration im Blut, im Bereich von 1,25 bis 3 Stunden. Nach einer fettreichen Mahlzeit ändert sich die aufgenommene Menge kaum, der Höchstwert wird aber etwa 1 Stunde später erreicht; Solriamfetol kann deshalb unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Der Körper verstoffwechselt es kaum, es wird überwiegend unverändert über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt etwa 7 Stunden, ein gleichbleibender Spiegel ist nach 3 Tagen erreicht. Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Menge im Blut höher und die Halbwertszeit länger. [2]

Den im Schlaflabor gemessenen Nachtschlaf beeinträchtigte Solriamfetol in den Studien nicht. Weniger als 9 Stunden vor dem Zubettgehen eingenommen, kann es laut Fachinformation aber den Nachtschlaf stören. [2]

Wann wirkt Solriamfetol und wie lange wird behandelt?

Vor Beginn der Behandlung sind laut Fachinformation Blutdruck und Herzfrequenz zu messen, und ein bestehender Bluthochdruck sollte gut eingestellt sein. Die Behandlung beginnt mit einer Anfangsdosis am Morgen nach dem Aufwachen, die bei Narkolepsie und bei Schlafapnoe verschieden ist; danach kann die Ärztin oder der Arzt die Tagesdosis laut Packungsbeilage auf die am besten geeignete Dosis erhöhen, wie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation beschrieben. [1, 2]

Die meisten der häufigsten Nebenwirkungen traten innerhalb der ersten 2 Wochen auf und klangen bei den meisten Behandelten nach im Median weniger als 2 Wochen wieder ab. Angstzustände, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit und Erregtheit wurden zu Beginn häufig beobachtet und neigten dazu, bei fortgesetzter Behandlung abzuklingen. In den 12-wöchigen Studien bei Narkolepsie und bei Schlafapnoe war die Wirkung in der ersten Woche zu beobachten und blieb über die Dauer der Studie erhalten. [2]

Wie lange Solriamfetol eingenommen wird, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Bei einer längerfristigen Behandlung sollten laut Fachinformation regelmäßig der Bedarf für die Fortsetzung und die angemessene Dosis überprüft werden. Bei Schlafapnoe wird die Grundbehandlung, etwa die CPAP-Therapie, weitergeführt. Ihre Wachheit am Tag und mögliche Nebenwirkungen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten; Allgemeines steht unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 2]

  1. BeginnDie Behandlung wird von einer Ärztin oder einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von Narkolepsie oder Schlafapnoe begonnen. Vor Beginn werden Blutdruck und Herzfrequenz gemessen; ein bestehender Bluthochdruck sollte gut eingestellt sein. Die Behandlung beginnt mit einer Anfangsdosis, die die Ärztin oder der Arzt danach auf die am besten geeignete Dosis erhöhen kann. Die Mehrheit der häufigsten Nebenwirkungen trat innerhalb der ersten 2 Wochen auf; bei den meisten klangen sie nach im Median weniger als 2 Wochen ab.[1, 2]
  2. ErhaltungBei längerer Behandlung sollten laut Fachinformation regelmäßig der Bedarf für die Fortsetzung und die passende Dosis überprüft werden. Bei Schlafapnoe wird die Grundbehandlung, etwa die CPAP-Therapie, weitergeführt.[1, 2]
  3. AbsetzenDas Absetzen besprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]

Nebenwirkungen im Blick

Am häufigsten gemeldet wurden laut Fachinformation Kopfschmerzen, Übelkeit und verminderter Appetit. Kopfschmerzen sind sehr häufig, können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Häufig, bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind unter anderem Angstzustände, Schlafschwierigkeiten, Reizbarkeit, Zähneknirschen oder Zusammenpressen der Zähne, Schwindelgefühl, ein Gefühl der Fahrigkeit, Herzklopfen, Brustkorbbeschwerden, ein erhöhter Blutdruck, Husten, Übelkeit, Durchfall, Mundtrockenheit, Bauchschmerzen, Verstopfung, Erbrechen und übermäßiges Schwitzen. [1, 2]

Gelegentlich, bei bis zu 1 von 100 Behandelten, kommen Aufgeregtheit, Ruhelosigkeit, Konzentrationsstörungen, Zittern, ein stark beschleunigter Herzschlag, Bluthochdruck, Kurzatmigkeit, Brustkorbschmerzen, Durst und ein Gewichtsverlust vor. Mehr zu Herz und Kreislauf unter Herz und QT-Zeit. [1, 2]

In den 12-wöchigen Studien traten Kopfschmerzen, Übelkeit, verminderter Appetit, Angstzustände, Durchfall und Mundtrockenheit abhängig von der Dosis auf, und Solriamfetol erhöhte Blutdruck und Herzfrequenz ebenfalls abhängig von der Dosis. Zum Abbruch der Behandlung führten unter Solriamfetol öfter als unter einem Scheinmedikament (Placebo) Angstzustände, Herzklopfen und Unruhe. Nach der Markteinführung wurde über Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag, gerötetem Ausschlag und Nesselsucht berichtet, laut Packungsbeilage auch über Juckreiz. [1, 2]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.

Die folgende Liste nennt die Nebenwirkungen aus Fach- und Gebrauchsinformation mit ihrer Häufigkeit; was die Angaben bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer. [1, 2]

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungVerminderter Appetit (Appetitlosigkeit)[1, 2]
  • PsycheAngstzustände[1, 2]
  • PsycheSchlaflosigkeit (Schlafschwierigkeiten)[1, 2]
  • PsycheReizbarkeit[1, 2]
  • PsycheZusammenpressen der Zähne oder Zähneknirschen[1, 2]
  • NervensystemSchwindelgefühl[1, 2]
  • HerzHerzklopfen: schneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • AtemwegeHusten[1, 2]
  • Magen und DarmÜbelkeit, Durchfall, Mundtrockenheit, Bauchschmerzen, Verstopfung, Erbrechen[1, 2]
  • HautÜbermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose)[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
  • Allgemeine BeschwerdenGefühl der Fahrigkeit[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • Allgemeine BeschwerdenBrustkorbbeschwerden[1, 2]
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhter Blutdruck[1, 2]

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • PsycheAufgeregtheit (Agitiertheit), Ruhelosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • NervensystemAufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung[1, 2]
  • NervensystemZittern (Tremor)[1, 2]
  • HerzAnstieg der Herzfrequenz weit über das normale Niveau hinaus (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • Gefäße und KreislaufBluthochdruck (Hypertonie)[2]
  • AtemwegeKurzatmigkeit (Dyspnoe)[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenBrustkorbschmerz[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenDurst[1, 2]
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Herzfrequenz[2]Mehr dazu: Herzrasen
  • Laborwerte und UntersuchungenGewichtsverlust[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Steigen Blutdruck oder Herzfrequenz und lässt sich das durch eine niedrigere Dosis oder eine andere angemessene medizinische Maßnahme nicht beherrschen, ist laut Fachinformation das Absetzen von Solriamfetol in Betracht zu ziehen. Halten Angstzustände, Schlaflosigkeit oder Reizbarkeit an oder verschlimmern sie sich, ist eine niedrigere Dosis oder das Absetzen zu erwägen. Beides entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. [2]

Bei Menschen mit einer Psychose oder einer bipolaren Störung, auch in der Vorgeschichte, wurde Solriamfetol nicht untersucht. Laut Fachinformation ist bei ihnen Vorsicht geboten, weil psychiatrische Nebenwirkungen auftreten können, die Beschwerden einer bestehenden psychischen Erkrankung verschlimmern, zum Beispiel manische Episoden. Haben Sie solche Erkrankungen oder hatten Sie sie früher, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2]

Geht es Ihnen seelisch so schlecht, dass Sie sofort Unterstützung brauchen, finden Sie Telefonnummern und Anlaufstellen auf der Seite Hilfe in der Krise.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Ende fünfzig arbeitet am späten Vormittag konzentriert am Laptop an einem hellen Schreibtisch am Fenster
Bild: KI-generiert

Nehmen Sie Solriamfetol laut Packungsbeilage am Morgen gleich nach dem Aufwachen ein. Eine Einnahme weniger als 9 Stunden vor dem Zubettgehen ist laut Fachinformation zu vermeiden, weil sie den Nachtschlaf stören kann. Haben Sie die Einnahme zur üblichen Zeit vergessen, können Sie sie noch nachholen, wenn bis zum Schlafengehen mehr als 9 Stunden bleiben. [1, 2]

Haben Sie Herzprobleme, Bluthochdruck oder hatten Sie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, sagen Sie das laut Packungsbeilage vor Beginn der Behandlung Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke, weil Solriamfetol einige dieser Probleme verschlimmern kann; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird überwachen, wie das Arzneimittel auf Sie wirkt. Dasselbe gilt für ein Engwinkelglaukom, eine Augenerkrankung: Solriamfetol kann die Pupillen erweitern. [1, 2]

Nebenwirkungen können Sie laut Packungsbeilage auch selbst über das nationale Meldesystem anzeigen. Beschwerden und Fragen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und mit den Fragen fürs Arztgespräch den nächsten Termin vorbereiten. [1]

Kontrollen während der Behandlung

Blutdruck und Herzfrequenz sind laut Fachinformation vor Beginn der Behandlung zu messen und während der Behandlung regelmäßig zu kontrollieren, besonders nach einer Dosiserhöhung. In klinischen Prüfungen erhöhte Solriamfetol den oberen und den unteren Blutdruckwert und die Herzfrequenz abhängig von der Dosis. Nach epidemiologischen Daten kann ein dauerhaft erhöhter Blutdruck das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Schlaganfall und Herzinfarkt erhöhen, und viele Menschen mit Narkolepsie oder Schlafapnoe haben mehrere Risikofaktoren dafür, etwa Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette und einen hohen Body-Mass-Index. Vorsicht ist laut Fachinformation bei bestehendem Bluthochdruck, bekannten Erkrankungen von Herz, Kreislauf oder Hirngefäßen und bei älteren Menschen geboten. [2]

Außerdem sind die Behandelten laut Fachinformation sorgfältig auf Angstzustände, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit zu überwachen und in Bezug auf den Grad ihrer Schläfrigkeit häufig zu untersuchen; wer früher Stimulanzien oder Alkohol missbraucht hat, muss auf Anzeichen eines nicht bestimmungsgemäßen Gebrauchs oder Missbrauchs überwacht werden. Bei älteren Menschen muss die Dosis unter Umständen an die Nierenfunktion angepasst werden. [2]

Kontrolluntersuchungen bei Solriamfetol
UntersuchungWann oder warum
Blutdruck und HerzfrequenzVor Beginn und regelmäßig während der Behandlung, besonders nach einer Dosiserhöhung[2]
Psychische VerfassungSorgfältig auf Angstzustände, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit achten[2]
Grad der SchläfrigkeitHäufig, besonders zu Beginn und nach einer Dosisänderung, auch im Hinblick auf Autofahren[2]
Nicht bestimmungsgemäßer GebrauchBei früherem Missbrauch von Stimulanzien oder Alkohol[2]
Notwendigkeit der Behandlung und DosisRegelmäßig bei längerfristiger Behandlung[2]
Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance)Bei älteren Menschen und eingeschränkter Nierenfunktion zur Dosisanpassung; engmaschige Überwachung älterer Menschen erwägen[2]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was bei Kontrollen allgemein geschieht, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.

Wechselwirkungen

Mit MAO-Hemmern, die gegen Depressionen oder die Parkinson-Krankheit eingesetzt werden, darf Solriamfetol nicht angewendet werden, auch nicht innerhalb von 14 Tagen nach dem Ende einer Behandlung mit einem MAO-Hemmer; die Kombination kann das Risiko für einen Blutdruckanstieg (hypertensive Reaktion) erhöhen. Bei Arzneimitteln, die Blutdruck und Herzfrequenz erhöhen, ist laut Fachinformation Vorsicht geboten. [1, 2]

Arzneimittel, die den Dopaminspiegel erhöhen oder direkt an Dopamin-Rezeptoren binden, können mit Solriamfetol in ihrer Wirkung zusammenwirken; sie müssen mit Vorsicht gleichzeitig angewendet werden. Als Beispiele nennt die Packungsbeilage Pramipexol, Levodopa und Methylphenidat, die gegen die Parkinson-Krankheit, Depressionen, das Restless-Legs-Syndrom und ADHS angewendet werden. [1, 2]

Studien zu Wechselwirkungen wurden laut Fachinformation nicht durchgeführt. Nach Laborbefunden sind klinisch bedeutsame Wechselwirkungen bei den Blutspiegeln unwahrscheinlich, weil Solriamfetol kaum verstoffwechselt wird und wichtige Enzyme und Transporter kaum beeinflusst. [2]

Wechselwirkungen von Solriamfetol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
MAO-Hemmer (Mittel gegen Depression oder die Parkinson-Krankheit)Risiko für eine hypertensive Reaktion (Blutdruckanstieg)[1, 2]Nicht zusammen und nicht innerhalb von 14 Tagen nach Ende einer MAO-Hemmer-Behandlung einnehmen
Arzneimittel, die Blutdruck oder Herzfrequenz erhöhen könnenSolriamfetol erhöht selbst Blutdruck und Herzfrequenz; laut Fachinformation ist Vorsicht geboten[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke fragen
Dopaminerge Arzneimittel, zum Beispiel Pramipexol, Levodopa, Methylphenidat (gegen Parkinson-Krankheit, Depressionen, Restless-Legs-Syndrom oder ADHS)Wechselwirkungen in der Wirkung sind möglich[1, 2]Vorsicht; Ärztin, Arzt oder Apotheke fragen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren. Ihre Mittel im Überblick behalten Sie mit dem Medikationsplan.

Wer Solriamfetol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Solriamfetol oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Herzinfarkt im vergangenen Jahr[1, 2]
  • Instabile Angina pectoris (zum Beispiel Brustschmerzen, die vor kurzem eingesetzt haben, länger anhalten oder stärker sind als üblich), nicht eingestellter Bluthochdruck, schwerwiegende Herzrhythmusstörungen oder andere schwerwiegende Herzprobleme[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern (gegen Depression oder die Parkinson-Krankheit) oder Einnahme in den letzten 14 Tagen[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Psychose oder bipolare Störung, auch früher: Solriamfetol wurde dabei nicht untersucht; psychiatrische Nebenwirkungen können Beschwerden wie manische Episoden verschlimmern[1, 2]
  • Angstzustände, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit traten häufig zu Beginn der Behandlung auf und klingen bei fortgesetzter Behandlung tendenziell ab; sie werden sorgfältig überwacht[2]
  • Blutdruck und Herzfrequenz: Solriamfetol erhöht beide abhängig von der Dosis. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann laut Fachinformation das Risiko für schwere, unter Umständen lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Schlaganfall und Herzinfarkt erhöhen. Vorsicht bei Bluthochdruck, bekannten Herz-Kreislauf- oder Hirngefäßerkrankungen, früherem Herzinfarkt oder Schlaganfall und bei älteren Menschen; ein bestehender Bluthochdruck sollte vor Beginn gut eingestellt sein[1, 2]
  • Mäßige oder schwere Nierenfunktionsstörung: wegen der längeren Halbwertszeit möglicherweise höheres Risiko für einen Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz; bei terminaler Niereninsuffizienz wird Solriamfetol nicht empfohlen[2]
  • Missbrauch: Solriamfetol zeigte in einer Studie ein geringes Missbrauchspotenzial. Vorsicht bei Alkoholabhängigkeit oder Missbrauch oder Abhängigkeit von Arzneimitteln, Drogen oder Stimulanzien (zum Beispiel Methylphenidat, Amphetamin), auch in der Vorgeschichte; dann wird auf Anzeichen eines nicht bestimmungsgemäßen Gebrauchs geachtet[1, 2]
  • Engwinkelglaukom oder erhöhter Augeninnendruck: Solriamfetol kann die Pupillen erweitern (Mydriasis)[1, 2]
  • Ältere Menschen über 65 Jahre: Es liegen nur begrenzte Daten vor; laut Fachinformation sind niedrigere Dosen und eine engmaschige Überwachung zu erwägen, und die Dosis muss unter Umständen an die Nierenfunktion angepasst werden[2]
  • Frauen im gebärfähigen Alter und ihre männlichen Partner müssen während der Einnahme wirksam verhüten[2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Anwendung nicht empfohlen, Sicherheit und Wirksamkeit sind nicht bekannt[1, 2]
  • Nach der Markteinführung wurde über Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag, gerötetem Ausschlag, Quaddeln (Nesselsucht) und Juckreiz berichtet[1, 2]

Nach einem Herzinfarkt im vergangenen Jahr, bei instabiler Angina pectoris, nicht eingestelltem Bluthochdruck, schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen oder anderen schwerwiegenden Herzproblemen darf Solriamfetol nicht eingenommen werden. Bei mäßiger oder schwerer Einschränkung der Nierenfunktion kann wegen der längeren Halbwertszeit das Risiko für einen Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz höher sein; bei terminaler Niereninsuffizienz wird Solriamfetol nicht empfohlen. [1, 2]

Für Menschen über 65 Jahre liegen nur begrenzte Daten vor; laut Fachinformation sind bei ihnen niedrigere Dosen und eine engmaschige Überwachung in Betracht zu ziehen. Die Packungsbeilage nennt für ältere Menschen ohne Nierenprobleme die übliche Tagesdosis. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka im Alter. [1, 2]

Was bei einer Psychose oder bipolaren Störung gilt, steht unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen, was bei einem Engwinkelglaukom gilt, unter Was Sie bei Nebenwirkungen tun können.

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Solriamfetol sollte in der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht zuverlässig verhüten, nicht angewendet werden. Es gibt keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen bei Schwangeren; Tierstudien zeigten eine schädliche Wirkung auf die Fortpflanzung. Laut Fachinformation müssen Frauen im gebärfähigen Alter und ihre männlichen Partner während der Einnahme wirksam verhüten.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Solriamfetol geht in die Muttermilch über; ein Risiko für das gestillte Kind ist laut Fachinformation nicht auszuschließen. Sie sollten Solriamfetol in der Stillzeit nicht anwenden. Ob abgestillt oder auf die Behandlung verzichtet wird, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Es kann zu Schwindelgefühl oder eingeschränkter Konzentration kommen; seien Sie beim Autofahren und beim Bedienen von Maschinen besonders vorsichtig. Bei stabiler Dosis ist laut Fachinformation nur ein geringer Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit zu erwarten; bei übermäßiger Schläfrigkeit kehrt die Wachheit aber möglicherweise nicht auf das normale Niveau zurück. Sind Sie unsicher, sprechen Sie zu Beginn der Behandlung und nach einer Dosisänderung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]

Anwendung

Morgens gleich nach dem Aufwachen einnehmen, mit oder ohne Mahlzeit. Nicht weniger als 9 Stunden vor dem Zubettgehen einnehmen, da Solriamfetol den Nachtschlaf stören kann. Die 75-mg-Tablette hat eine Bruchkerbe und kann laut Fachinformation in gleiche Dosen geteilt werden.[1, 2]

Einnahme vergessen: Sie können die Dosis noch einnehmen, wenn bis zum Schlafengehen noch mehr als 9 Stunden Zeit sind. Nicht die doppelte Menge nehmen.[1]

Absetzen

Nehmen Sie Solriamfetol so lange ein, wie es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt, und sprechen Sie mit ihr oder ihm, bevor Sie die Einnahme abbrechen.[1]

Überdosierung

Nach einer Überdosierung traten unkontrollierbare Bewegungen (tardive Dyskinesie) sowie Unruhe und Sitzunruhe (Akathisie) auf; diese Beschwerden verschwanden nach dem Absetzen. Verständigen Sie bei Verdacht sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf und nehmen Sie die Packungsbeilage und die restlichen Tabletten mit.[1, 2]

Zu Alkohol äußern sich Packungsbeilage und Fachinformation nur im Zusammenhang mit einem früheren Alkoholmissbrauch oder einer Alkoholabhängigkeit, bei denen Vorsicht geboten ist. Ob und wie viel Alkohol für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Allgemeines steht unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]

Bei einer stabilen Dosis ist laut Fachinformation nur ein geringer Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit zu erwarten; nach der Einnahme kann es aber zu Schwindelgefühl und Aufmerksamkeitsstörungen kommen. Bei ungewöhnlich starker Schläfrigkeit kehrt die Wachheit möglicherweise nicht auf das normale Niveau zurück. Der Grad der Schläfrigkeit ist laut Fachinformation häufig zu untersuchen, und gegebenenfalls ist darauf hinzuweisen, das Führen eines Fahrzeugs und andere möglicherweise gefährliche Tätigkeiten zu meiden, besonders zu Beginn der Behandlung und nach einer Dosisänderung. [2] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [12] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [11] Ob und wann Sie fahren, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

Wie sich Solriamfetol auf gestillte Säuglinge oder die Milchbildung auswirkt, ist laut Fachinformation nicht bekannt. Ob abgestillt oder auf die Behandlung verzichtet wird, entscheiden Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; dabei werden der Nutzen des Stillens für das Kind und der Nutzen der Behandlung für die Mutter abgewogen. Wie Solriamfetol beim Menschen auf die Fruchtbarkeit wirkt, ist nicht bekannt; Tierversuche ergaben keine Hinweise auf schädliche Wirkungen. Allgemeines steht unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [1, 2]

In einer Studie zum Missbrauchspotenzial beim Menschen zeigte Solriamfetol ein geringes Missbrauchspotenzial. Es erhielt dort höhere Punktwerte für die Attraktivität des Arzneimittels als ein Scheinmedikament. Bei einem früheren Missbrauch von Stimulanzien wie Methylphenidat oder Amphetamin oder von Alkohol ist Vorsicht angezeigt, und die Behandelten müssen auf Anzeichen eines nicht bestimmungsgemäßen Gebrauchs oder Missbrauchs überwacht werden. Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig? [1, 2]

Einnahme und Absetzen

Wie Sie Solriamfetol einnehmen und was bei einer vergessenen Tablette gilt, steht in der Übersicht zum Alltag. Die Tablette mit 75 mg hat eine Bruchkerbe und kann laut Fachinformation in gleiche Dosen geteilt werden. Laut Packungsbeilage müssen Sie Solriamfetol so lange einnehmen, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen sagt; sprechen Sie mit ihr oder ihm, bevor Sie die Einnahme abbrechen. [1, 2]

Absetzbeschwerden oder Entzugserscheinungen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Ein Schema zum Absetzen nennen die Quellen nicht. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Allgemeines dazu unter Psychopharmaka absetzen. [1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt die Anfangsdosen bei Narkolepsie und bei Schlafapnoe, wann die Dosis frühestens erhöht werden kann und die empfohlene Höchstdosis; die Angaben bei eingeschränkter Nierenfunktion stammen aus der Fachinformation. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. [1, 2]

Präparate mit Solriamfetol

Präparate mit Solriamfetol
PräparatAnbieterHinweis
SunosiAtnahs Pharma Netherlands B. V.Filmtabletten 75 mg und 150 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation Sunosi 75 mg / 150 mg Filmtabletten (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage. Atnahs Pharma Netherlands B. V.. Stand 05/2026. abgerufen am 22.10.2026
  2. EMA-Produktinformation Sunosi 75 mg / 150 mg Filmtabletten (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) und Anhang II. Atnahs Pharma Netherlands B. V.. Stand 05/2026. abgerufen am 22.10.2026
  3. Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Solriamfetol. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
  4. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  5. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage I: nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  7. Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage II: verkehrsfähige, aber nicht verschreibungsfähige Betäubungsmittel. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  8. Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III: verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Wie wirkt Solriamfetol?

Solriamfetol erhöht laut Packungsbeilage die Menge der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin (Norepinephrin), die natürlich im Gehirn vorkommen; es unterstützt die Wachheit am Tag und verringert die Schläfrigkeit. Wie es die Wachheit verbessert, ist laut Fachinformation noch nicht vollständig geklärt; die Wirkung könnte darauf beruhen, dass es die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin hemmt. In Laborversuchen hemmte es die Wiederaufnahme von Serotonin nicht.

Macht Solriamfetol abhängig?

In einer Studie zum Missbrauchspotenzial beim Menschen zeigte Solriamfetol laut Fachinformation ein geringes Missbrauchspotenzial. Wer früher Stimulanzien wie Methylphenidat oder Amphetamin oder Alkohol missbraucht hat, wird mit Vorsicht behandelt und muss auf Anzeichen eines nicht bestimmungsgemäßen Gebrauchs oder Missbrauchs überwacht werden. Solriamfetol ist verschreibungspflichtig und steht nicht in den Anlagen I bis III des Betäubungsmittelgesetzes.

Hilft Solriamfetol bei ADHS?

Zugelassen ist Solriamfetol nur für Erwachsene mit Narkolepsie und für Erwachsene mit obstruktiver Schlafapnoe, deren übermäßige Tagesschläfrigkeit durch die Grundbehandlung nicht zufriedenstellend behandelt werden konnte. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird es nicht empfohlen, weil Sicherheit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nicht bekannt sind. Welche Behandlung bei einer ADHS infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; einen Überblick gibt die Seite ADHS bei Erwachsenen.

Ersetzt Solriamfetol bei Schlafapnoe die CPAP-Therapie?

Nein. Solriamfetol ist laut Fachinformation keine Therapie für die zugrunde liegende Verlegung der Atemwege bei obstruktiver Schlafapnoe; die Grundbehandlung, etwa eine CPAP-Therapie, ist beizubehalten. Laut Packungsbeilage sollten Sie diese Behandlung weiterhin anwenden und Solriamfetol zusätzlich einnehmen.

Wann nehme ich Solriamfetol ein?

Laut Packungsbeilage nehmen Sie Solriamfetol am Morgen gleich nach dem Aufwachen ein, mit oder ohne Mahlzeit. Eine Einnahme weniger als 9 Stunden vor dem Zubettgehen ist laut Fachinformation zu vermeiden, weil Solriamfetol den Nachtschlaf stören kann. Haben Sie die Einnahme zur üblichen Zeit vergessen, können Sie sie noch nachholen, wenn bis zum Schlafengehen mehr als 9 Stunden bleiben; nehmen Sie nicht die doppelte Menge.

Darf ich mit Solriamfetol Auto fahren?

Bei einer stabilen Dosis ist laut Fachinformation nur ein geringer Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit zu erwarten, es kann aber zu Schwindelgefühl und Aufmerksamkeitsstörungen kommen. Bei ungewöhnlich starker Schläfrigkeit kehrt die Wachheit möglicherweise nicht auf das normale Niveau zurück; der Grad der Schläfrigkeit ist häufig zu untersuchen, und gegebenenfalls ist darauf hinzuweisen, dass Sie das Fahren meiden sollen, besonders zu Beginn der Behandlung und nach einer Dosisänderung. Laut Packungsbeilage sollen Sie beim Fahren und beim Bedienen von Maschinen besonders vorsichtig sein.

Kann ich Solriamfetol zusammen mit Antidepressiva nehmen?

Mit MAO-Hemmern, die gegen Depressionen oder die Parkinson-Krankheit eingesetzt werden, darf Solriamfetol nicht eingenommen werden, auch nicht innerhalb von 14 Tagen nach dem Ende einer MAO-Hemmer-Behandlung, weil das den Blutdruck erhöhen kann. Vorsicht ist bei dopaminergen Mitteln geboten, die unter anderem gegen Depressionen angewendet werden, und bei Mitteln, die Blutdruck oder Herzfrequenz erhöhen können. Studien zu Wechselwirkungen wurden laut Fachinformation nicht durchgeführt; sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Mittel Sie nehmen.

Wie hoch ist die Dosis von Solriamfetol?

Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die Anfangsdosis unterscheidet sich bei Narkolepsie und bei Schlafapnoe und kann danach erhöht werden. Was Packungsbeilage und Fachinformation nennen, auch bei Nierenproblemen, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Wenn es Ihnen gerade sehr schlecht geht: Notruf 112 · TelefonSeelsorge 0800 111 0 111, 0800 111 0 222, 116 123 · Hilfe in der Krise

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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