MedikamenteWirkstoff

Galantamin

Galantamin ist ein verschreibungspflichtiger Acetylcholinesterasehemmer, zugelassen zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz vom Alzheimer-Typ. Die Retardkapseln sollen laut Fachinformation einmal täglich morgens eingenommen werden, vorzugsweise mit dem Essen; Übelkeit und Erbrechen sind die häufigsten Nebenwirkungen und treten vor allem in der Phase der Dosissteigerung auf. Laut Fachinformation sollte die Behandlung schon beim ersten Auftreten eines Hautausschlags beendet werden; informieren Sie dann Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Mann Anfang achtzig mit grauem Bart sitzt mit seiner Frau auf einer Gartenbank in der milden Herbstsonne, beide schauen entspannt auf ein Blumenbeet
Bild: KI-generiert

Wofür wird Galantamin eingesetzt?

Galantamin ist zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz vom Alzheimer-Typ zugelassen, also zur Behandlung ihrer Beschwerden. Die Diagnose sollte laut Fachinformation eine erfahrene Ärztin oder ein erfahrener Arzt nach aktuellen Richtlinien stellen. Die Behandlung sollte ärztlich überwacht und nur begonnen werden, wenn eine Bezugsperson die regelmäßige Einnahme überwacht. Bei Kindern und Jugendlichen gibt es keinen relevanten Nutzen. Galantamin ist verschreibungspflichtig. Mehr über die Erkrankung lesen Sie auf der Seite Demenz, Anregungen für die Begleitung auf der Seite Für Angehörige. [1, 2]

Ein Nutzen bei anderen Formen der Demenz oder anderen Gedächtnisstörungen ist laut Fachinformation bisher nicht gezeigt. In zwei Studien über 2 Jahre bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung, also leichten Formen der Gedächtnisstörung, die nicht die Kriterien einer Demenz vom Alzheimer-Typ erfüllen, verlangsamte Galantamin den geistigen Abbau nicht und verringerte nicht den Übergang in eine Demenz; die Sterblichkeit war in der Galantamin-Gruppe höher als in der Gruppe mit Placebo (Scheinmedikament). Welche Bedeutung das für die Behandlung der Alzheimer-Demenz hat, ist laut Fachinformation unbekannt; in einer Langzeitstudie bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Erkrankung wurde keine erhöhte Sterblichkeit beobachtet. [1]

Die S3-Leitlinie Demenzen (Version 6.1, Fassung vom 27.04.2026, gültig bis voraussichtlich 23.02.2027) empfiehlt Acetylcholinesterasehemmer, zu denen Galantamin gehört, zur Behandlung der geistigen Fähigkeiten (Kognition) und der Alltagsfähigkeiten bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz (starke Empfehlung). Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) spricht sich in einem Sondervotum für einen schwächeren Empfehlungsgrad aus, weil der Nutzen bei durchaus relevanten Nebenwirkungen nur marginal sei. Die Auswahl des Mittels sollte sich laut Leitlinie vor allem nach Neben- und Wechselwirkungen richten, weil es keine Hinweise auf klinisch relevante Unterschiede in der Wirksamkeit gibt. [11]

Die Cholinesterasehemmer sind laut Sondervotum der DEGAM nur für die leichte bis mittelschwere Demenz zugelassen; eine Weiterverordnung im Stadium der schweren Demenz ist ein Off-label-Gebrauch, also ein Einsatz außerhalb der Zulassung. Bei vaskulärer Demenz schlägt die Leitlinie neben anderen Mitteln Galantamin zur Behandlung der Kognition vor (schwache Empfehlung) und kennzeichnet das ebenfalls als Off-label-Behandlung; laut Fachinformation konnte in einer Studie bei Verdacht auf vaskuläre Demenz kein klinischer Nutzen gezeigt werden. Bei einer leichten kognitiven Störung empfiehlt die Leitlinie keine Behandlung mit Acetylcholinesterasehemmern zur Verbesserung der Kognition (starke Empfehlung). [1, 11]

Wie wirkt Galantamin?

Galantamin gehört zu den Acetylcholinesterasehemmern, einer Gruppe der Antidementiva, zu der auch Donepezil und Rivastigmin zählen. Laut Fachinformation hemmt es selektiv, kompetitiv und umkehrbar das Enzym Acetylcholinesterase, das den Botenstoff Acetylcholin abbaut. Zusätzlich verstärkt es die Wirkung von Acetylcholin an sogenannten nikotinergen Rezeptoren, vermutlich über eine Veränderung an deren Bindungsstelle (allosterische Modulation). Bei Demenz vom Alzheimer-Typ kann dadurch laut Fachinformation die Aktivität des Acetylcholin-Systems (cholinerges System) steigen, verbunden mit einer Verbesserung der geistigen Fähigkeiten. [1, 11]

Die Bioverfügbarkeit von Galantamin, also der Anteil, der in den Blutkreislauf gelangt, ist mit 88,5 Prozent hoch. Aus der Retardkapsel wird der höchste Spiegel im Blut nach 4,4 Stunden erreicht. Galantamin wird zum Teil über die Enzyme CYP2D6 und CYP3A4 abgebaut und überwiegend mit dem Urin ausgeschieden; die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, beträgt bei Gesunden etwa 8 bis 10 Stunden. [1]

Wann wirkt Galantamin und wie lange wird behandelt?

Die Behandlung beginnt mit einer Anfangsdosis über 4 Wochen. Danach folgt eine erste Erhaltungsdosis, die laut Fachinformation mindestens 4 Wochen beibehalten werden sollte; eine weitere Steigerung sollte individuell nach sorgfältiger Beurteilung von Nutzen und Verträglichkeit in Betracht gezogen werden. Einen Zeitpunkt, ab dem eine Wirkung zu erwarten ist, nennt die Fachinformation nicht. Eine Beendigung sollte erwogen werden, wenn keine Wirkung mehr erkennbar ist oder die Behandlung nicht vertragen wird. [1]

Die S3-Leitlinie schlägt vor, Acetylcholinesterasehemmer bei einer Alzheimer-Demenz langfristig einzusetzen, auch wenn sich die Beschwerden verschlechtern (schwache Empfehlung). Die DEGAM schlägt vor, Betroffene und Angehörige schon zu Beginn darüber zu informieren, dass die Behandlung kontrolliert und gegebenenfalls abgesetzt werden muss. Fragen dazu können Sie mit den Fragen fürs Arztgespräch vorbereiten; mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [11]

  1. BeginnDie Behandlung beginnt mit der Anfangsdosis über 4 Wochen, danach folgt die Erhaltungsdosis. Übelkeit und Erbrechen, die häufigsten Nebenwirkungen, traten vor allem in der Phase der Dosissteigerung auf, hielten meist weniger als eine Woche an und traten bei den meisten nur einmal auf; ein Mittel gegen Übelkeit und ausreichendes Trinken können dann laut Fachinformation helfen. Schwindel und Schläfrigkeit treten besonders in den ersten Wochen auf[1]
  2. ErhaltungVerträglichkeit und Dosis sollten laut Fachinformation möglichst innerhalb von 3 Monaten nach Beginn überprüft werden, danach Nutzen und Verträglichkeit regelmäßig; die Behandlung kann fortgesetzt werden, solange sie nützt und vertragen wird[1]
  3. AbsetzenEin Ende der Behandlung sollte laut Fachinformation erwogen werden, wenn keine Wirkung mehr erkennbar ist oder Galantamin nicht vertragen wird; nach plötzlichem Absetzen tritt kein Rebound-Effekt auf. Das Absetzen besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt[1]

Nebenwirkungen im Blick

Die häufigsten Nebenwirkungen sind laut Fachinformation Übelkeit und Erbrechen. Sie traten hauptsächlich in der Phase der Dosissteigerung auf, hielten in den meisten Fällen weniger als eine Woche an, und bei den meisten Behandelten kam es nur zu einer Episode. Ein verschriebenes Mittel gegen Übelkeit und ausreichendes Trinken können dann hilfreich sein. Schwindel und Schläfrigkeit treten besonders in den ersten Wochen nach Beginn auf. Nach der S3-Leitlinie hängen die Nebenwirkungen der Acetylcholinesterasehemmer von der Dosis ab und sind im Regelfall vorübergehend. [1, 11]

Häufig sind unter anderem ein verlangsamter Herzschlag, Ohnmachtsanfälle, Bluthochdruck, Zittern, Muskelkrämpfe, Depression und Halluzinationen, außerdem Stürze sowie Platz- oder Risswunden. Selten kommen eine vollständige Unterbrechung der Erregungsleitung im Herzen (kompletter AV-Block), eine Leberentzündung und schwere Hautreaktionen vor; mehr zum Herzen unter Herz und QT-Zeit. Gelegentlich wurden Krampfanfälle beobachtet; sie gehören laut Fachinformation zu den Klasseneffekten der Acetylcholinesterasehemmer gegen Demenz und können auch ein Zeichen der Alzheimer-Erkrankung sein. In seltenen Fällen kann sich eine Parkinson-Symptomatik verschlechtern. [1]

Verminderter Appetit und Gewichtsabnahme sind häufig. Menschen mit Alzheimer-Erkrankung verlieren laut Fachinformation Gewicht, und die Behandlung mit Acetylcholinesterasehemmern wurde mit Gewichtsverlust in Verbindung gebracht; die S3-Leitlinie weist darauf hin, dass Acetylcholinesterasehemmer zu einer Appetitstörung führen können. Anhaltende Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall, Harninkontinenz, Schlafstörungen oder erhöhte Reizbarkeit können laut Leitlinie im Einzelfall dazu führen, dass die Behandlung beendet wird; eine niedrigere Dosis kann die Verträglichkeit verbessern. [1, 11]

Nebenwirkungen im Blick

Höchste Häufigkeitsangabe der Produktinformation für Beschwerden, nach denen bei Psychopharmaka oft gefragt wird.

"Nicht genannt" heißt: Die Produktinformation führt die Beschwerde nicht als Nebenwirkung mit Häufigkeitsangabe auf; Hinweise ohne Häufigkeit stehen im Text der Seite. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit.

Die folgende Liste nennt alle Nebenwirkungen, für die die Fachinformation eine Häufigkeit angibt. Was die Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?; mehr zu einzelnen Beschwerden unter Müdigkeit und vermehrtes Schwitzen.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmErbrechen, Übelkeit[1]

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungVerminderter Appetit[1]
  • PsycheHalluzinationen[1]
  • PsycheDepression[1]
  • NervensystemOhnmacht (Synkope)[1]
  • NervensystemSchwindel[1]
  • NervensystemZittern (Tremor)[1]
  • NervensystemKopfschmerzen[1]
  • NervensystemSchläfrigkeit (Somnolenz), Teilnahmslosigkeit (Lethargie)[1]Mehr dazu: Müdigkeit
  • HerzVerlangsamter Herzschlag (Bradykardie)[1]Mehr dazu: Verlangsamter Herzschlag
  • Gefäße und KreislaufBluthochdruck (Hypertonie)[1]
  • Magen und DarmBauchschmerzen, Oberbauchschmerzen, Bauchbeschwerden[1]
  • Magen und DarmDurchfall (Diarrhö)[1]
  • Magen und DarmVerdauungsstörungen (Dyspepsie)[1]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrampf[1]
  • Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit, Kraftlosigkeit (Asthenie), Unwohlsein[1]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)
  • Laborwerte und UntersuchungenGewichtsabnahme[1]
  • Verletzungen und VergiftungenSturz, Platz- oder Risswunde (Lazeration)[1]

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • ImmunsystemÜberempfindlichkeit[1]
  • Stoffwechsel und ErnährungFlüssigkeitsmangel (Dehydratation)[1]
  • PsycheOptische und akustische Halluzinationen (visuelle, akustische Halluzination)[1]
  • PsycheAlbtraum[1]
  • NervensystemKribbeln oder Missempfindungen (Parästhesie)[1]
  • NervensystemGeschmacksstörung (Dysgeusie)[1]
  • NervensystemÜbermäßiges Schlafbedürfnis (Hypersomnie)[1]Mehr dazu: Müdigkeit
  • NervensystemKrampfanfälle; sie gehören zu den Klasseneffekten der Acetylcholinesterase-Hemmer gegen Demenz[1]
  • AugenVerschwommenes Sehen[1]
  • Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus)[1]
  • HerzZusätzliche Herzschläge aus den Vorhöfen (supraventrikuläre Extrasystolen), verzögerte Erregungsleitung im Herzen (AV-Block I. Grades), verlangsamter Herzschlag aus dem Sinusknoten (Sinusbradykardie)[1]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenVerlangsamter Herzschlag
  • HerzHerzklopfen (Palpitationen)[1]Mehr dazu: Herzrasen
  • Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck (Hypotonie), Hitzewallungen[1]
  • Magen und DarmWürgereiz[1]
  • HautVermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose)[1]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche[1]
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Leberenzyme[1]

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • HerzVollständige Unterbrechung der Erregungsleitung zwischen Vorhöfen und Kammern (kompletter AV-Block)[1]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis)[1]
  • HautSchwere Hautreaktionen: Stevens-Johnson-Syndrom, akute generalisierte exanthematische Pustulose (Hautausschlag mit vielen kleinen Eiterbläschen), Erythema multiforme[1]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei Behandlung mit Galantamin wurde über schwerwiegende Hautreaktionen berichtet, darunter das Stevens-Johnson-Syndrom und die akute generalisierte exanthematische Pustulose, einen Hautausschlag mit vielen kleinen Eiterbläschen. Laut Fachinformation sollten Behandelte über die Zeichen solcher Hautreaktionen informiert werden, und die Behandlung sollte schon beim ersten Auftreten eines Hautausschlags beendet werden. [1]

Galantamin kann den Herzschlag verlangsamen und Störungen der Erregungsleitung im Herzen verursachen, und Ohnmachtsanfälle sind häufig. Sprechen Sie Ohnmacht, Schwindel oder einen spürbar langsamen Herzschlag zeitnah bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an. Bei Verdacht auf eine Überdosierung rufen Sie sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf an. [1]

Pflegende Angehörige sind laut S3-Leitlinie häufig psychisch und körperlich stark belastet und selbst gefährdet zu erkranken. Die Leitlinie empfiehlt, ihnen schon bei einer leichten Depression oder einer Anpassungsstörung kognitive Verhaltenstherapie, Verhaltensaktivierung oder Angebote aus mehreren Bausteinen (Multikomponenten-Intervention) zusammen mit Beratung anzubieten (starke Empfehlung). In einer seelischen Krise finden Betroffene und Angehörige Hilfe auf der Seite Hilfe in der Krise. [11]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Ende sechzig im ruhigen Gespräch mit einer Ärztin an einem runden Holztisch in einem hellen Praxisraum
Bild: KI-generiert

Laut Fachinformation wird empfohlen, Galantamin mit den Mahlzeiten einzunehmen, um cholinerge Nebenwirkungen wie Übelkeit gering zu halten, und während der Behandlung ausreichend zu trinken. Treten Übelkeit oder Erbrechen auf, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; ein Mittel gegen Übelkeit und ausreichende Flüssigkeit können laut Fachinformation hilfreich sein. Ändern Sie die Dosis nicht selbst. [1]

Bei Nebenwirkungen ist laut S3-Leitlinie ein Wechsel auf einen anderen Acetylcholinesterasehemmer sinnvoll, weil bei einer Person eine unterschiedliche Empfindlichkeit gegenüber den Nebenwirkungen der einzelnen Präparate beobachtet wird. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [11]

Stürze sowie Platz- oder Risswunden sind laut Fachinformation häufig. Sprechen Sie Stürze, Beinahe-Stürze und Schwindel in der Praxis an. Beschwerden, Gewicht und Stimmung können Sie oder Ihre Angehörigen im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten; einen Überblick über alle Mittel gibt der Medikationsplan. [1]

Kontrollen während der Behandlung

Laut Fachinformation sollten Verträglichkeit und Dosierung möglichst innerhalb von 3 Monaten nach Beginn überprüft werden, danach regelmäßig Nutzen und Verträglichkeit; das Gewicht sollte während der Behandlung kontrolliert werden. Bei verlängerter QT-Zeit, bei Mitteln, die die QT-Zeit beeinflussen, bei bedeutsamen Herzerkrankungen oder Störungen der Blutsalze ist Galantamin mit Vorsicht anzuwenden; werden Mittel gegeben, die Torsade de Pointes auslösen können, sollte ein EKG (Herzstromkurve) in Betracht gezogen werden. Feste Abstände dafür nennt die Fachinformation nicht. Bei leichter Demenz empfiehlt die S3-Leitlinie, die Fahreignung mindestens jährlich zu beurteilen, wenn die Erkrankung deutlich fortschreitet, auch häufiger. [1, 11]

Kontrolluntersuchungen bei Galantamin
UntersuchungWann oder warum
GewichtWährend der Behandlung, weil Menschen mit Alzheimer-Erkrankung Gewicht verlieren und Acetylcholinesterase-Hemmer mit Gewichtsverlust in Verbindung gebracht wurden[1]
Verträglichkeit, Dosis und Nutzenmöglichst innerhalb von 3 Monaten nach Behandlungsbeginn, danach regelmäßig[1]
EKGin Betracht ziehen bei gleichzeitiger Gabe von Mitteln, die Torsade de pointes auslösen können[1]
Achten auf Zeichen eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürsbei erhöhtem Geschwürsrisiko, auch bei gleichzeitiger Einnahme von NSAR[1]

Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind und wie oft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was die einzelnen Untersuchungen bedeuten, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung.

Wechselwirkungen

Galantamin soll laut Fachinformation nicht gleichzeitig mit anderen cholinerg wirkenden Mitteln (Cholinomimetika) wie Donepezil oder Rivastigmin angewendet werden. Mit Mitteln, die die Herzfrequenz deutlich senken, etwa Digoxin oder Betablockern, sind Wechselwirkungen möglich, und Mittel, die Torsade de Pointes auslösen können, sollten nur mit Vorsicht gegeben werden. In Studien erhöhten das Antidepressivum Paroxetin, Ketoconazol und Erythromycin den Anteil von Galantamin, der in den Blutkreislauf gelangt. Zu Beginn einer Behandlung mit starken Hemmstoffen der Enzyme CYP2D6 (zum Beispiel Chinidin, Paroxetin oder Fluoxetin) oder CYP3A4 (zum Beispiel Ketoconazol oder Ritonavir) können deshalb cholinerge Nebenwirkungen, vor allem Übelkeit und Erbrechen, häufiger sein. Geben Sie vor einer Narkose an, dass Sie Galantamin einnehmen. [1]

Wechselwirkungen von Galantamin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Andere cholinerg wirkende Mittel (Cholinomimetika) wie Ambenonium, Donepezil, Neostigmin, Pyridostigmin, Rivastigmin oder systemisch angewendetes PilocarpinGleicher Wirkmechanismus[1]Laut Fachinformation nicht zusammen anwenden
Anticholinergika (zum Beispiel Atropin)Galantamin kann ihre Wirkung abschwächen; werden sie plötzlich abgesetzt, kann die Wirkung von Galantamin verstärkt sein[1]Ärztin oder Arzt informieren
Mittel, die die Herzfrequenz deutlich senken, wie Digoxin, Betablocker, bestimmte Calciumkanalblocker und AmiodaronWechselwirkungen auf den Herzschlag sind möglich[1]Ärztin oder Arzt informieren
Mittel, die Torsade de pointes auslösen könnenRisiko von Herzrhythmusstörungen[1]Laut Fachinformation nur mit Vorsicht; ein EKG sollte in Betracht gezogen werden
Muskelentspannungsmittel vom Succinylcholin-Typ (bei Narkosen)Ihre Wirkung kann verstärkt sein[1]Vor einer Narkose die Einnahme von Galantamin angeben
Starke Hemmstoffe von CYP2D6 (zum Beispiel Chinidin, Paroxetin, Fluoxetin) oder CYP3A4 (zum Beispiel Ketoconazol, Ritonavir; auch Erythromycin)In Studien erhöhten Paroxetin, Ketoconazol und Erythromycin die Bioverfügbarkeit von Galantamin; zu Beginn können cholinerge Nebenwirkungen, vor allem Übelkeit und Erbrechen, häufiger sein[1]Laut Fachinformation kann je nach Verträglichkeit eine geringere Erhaltungsdosis erwogen werden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren, zu Eingriffen unter Psychopharmaka vor einer Operation; einen Überblick über alle Mittel gibt der Medikationsplan.

Wer Galantamin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht angewendet werden darf Galantamin unter anderem bei einer schweren Leberfunktionsstörung und einer stark eingeschränkten Nierenfunktion, für die laut Fachinformation keine Daten vorliegen. Bei einem Darmverschluss, einer Abflussbehinderung der Harnwege und in der Erholungsphase nach einer Operation am Magen-Darm-Trakt oder an der Blase wird Galantamin nicht empfohlen. Was im Alter allgemein gilt, beschreibt die Seite Psychopharmaka im Alter. [1]

Nicht anwenden bei

  • Überempfindlichkeit gegen Galantamin oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
  • Schwere Leberfunktionsstörung[1]
  • Stark eingeschränkte Nierenfunktion unterhalb eines in der Fachinformation genannten Grenzwerts[1]
  • Gleichzeitig klinisch bedeutsame Leber- und Nierenfunktionsstörung[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Galantamin ist nur für die leichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz zugelassen; ein Nutzen bei anderen Demenzformen oder Gedächtnisstörungen ist nicht gezeigt. In zwei zweijährigen Studien bei leichter kognitiver Beeinträchtigung ohne Alzheimer-Demenz verlangsamte Galantamin den geistigen Abbau nicht und verringerte den Übergang zur Demenz nicht, und die Sterblichkeit war unter Galantamin höher als unter Placebo; die Bedeutung für die Behandlung der Alzheimer-Demenz ist unbekannt. In einer Langzeitstudie bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Erkrankung wurde keine erhöhte Sterblichkeit beobachtet[1]
  • Laut Fachinformation sollte die Diagnose eine erfahrene Ärztin oder ein erfahrener Arzt nach aktuellen Richtlinien stellen. Die Behandlung sollte ärztlich überwacht und nur begonnen werden, wenn eine Bezugsperson die regelmäßige Einnahme überwacht[1]
  • Herz: Galantamin kann den Herzschlag verlangsamen und Störungen der Erregungsleitung (AV-Block jeder Form) verursachen, vor allem bei Sick-Sinus-Syndrom, anderen Reizleitungsstörungen, Mitteln, die die Herzfrequenz deutlich senken (zum Beispiel Digoxin, Betablocker), und nicht ausgeglichenen Störungen der Blutsalze (zum Beispiel Kalium). Vorsicht bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie kurz nach einem Herzinfarkt, neu aufgetretenem Vorhofflimmern, AV-Block II. Grades oder höher, instabiler Angina pectoris oder dekompensierter Herzschwäche (NYHA III bis IV)[1]
  • QT-Zeit: Es gibt Berichte über eine QTc-Verlängerung unter üblichen Dosen und über Torsade de pointes bei Überdosierungen. Vorsicht bei verlängertem QTc-Intervall, bei Mitteln, die das QTc-Intervall beeinflussen, bei bedeutsamen Herzerkrankungen oder Störungen der Blutsalze. In einer zusammengefassten Auswertung placebokontrollierter Studien traten bestimmte Herz-Kreislauf-Ereignisse häufiger auf[1]
  • Magen und Darm: Bei erhöhtem Risiko für Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre, etwa durch frühere Geschwüre oder gleichzeitige Einnahme von NSAR (Rheuma- und Schmerzmittel), sollte auf Beschwerden geachtet werden. Bei Darmverschluss oder in der Erholungsphase nach einer Magen-Darm-Operation wird Galantamin nicht empfohlen[1]
  • Nervensystem: Krampfanfälle wurden berichtet, sie können aber auch Zeichen der Alzheimer-Erkrankung sein. In seltenen Fällen können sich Parkinson-Beschwerden verschlechtern. Gelegentlich wurden Ereignisse an den Hirngefäßen beobachtet; das ist bei Erkrankungen der Hirngefäße zu berücksichtigen[1]
  • Atemwege: Vorsicht bei schwerem Asthma in der Vorgeschichte, verengenden (obstruktiven) Lungenerkrankungen oder akuten Lungeninfektionen wie einer Lungenentzündung[1]
  • Harnwege: Bei Abflussbehinderung der Harnwege oder in der Erholungsphase nach einer Blasenoperation wird Galantamin nicht empfohlen[1]
  • Narkose: Galantamin kann die Wirkung von Muskelentspannungsmitteln vom Succinylcholin-Typ verstärken, besonders bei einem Mangel an Pseudocholinesterase[1]
  • Gewicht: Menschen mit Alzheimer-Erkrankung verlieren Gewicht, die Behandlung mit Acetylcholinesterase-Hemmern wurde mit Gewichtsverlust in Verbindung gebracht; das Gewicht sollte kontrolliert werden[1]
  • Kinder und Jugendliche: Galantamin hat für sie keinen relevanten Nutzen[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Für Galantamin gibt es keine klinischen Daten bei Schwangeren; Tierstudien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt. Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist laut Fachinformation Vorsicht geboten.[1]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Ob Galantamin beim Menschen in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; Studien bei stillenden Frauen gibt es nicht. Deshalb darf während der Behandlung nicht gestillt werden.[1]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Galantamin hat einen geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen; mögliche Beschwerden sind Schwindel und Schläfrigkeit, besonders in den ersten Wochen nach Behandlungsbeginn.[1]

Anwendung

Einmal täglich morgens, vorzugsweise mit dem Essen; die Einnahme mit den Mahlzeiten soll cholinerge Nebenwirkungen verringern. Die Kapseln im Ganzen mit ausreichend Flüssigkeit schlucken, nicht kauen oder zerkleinern. Während der Behandlung auf ausreichendes Trinken achten.[1]

Absetzen

Nach plötzlichem Absetzen, etwa vor einer Operation, tritt laut Fachinformation kein Rebound-Effekt auf. Ein Ende der Behandlung sollte laut Fachinformation erwogen werden, wenn keine Wirkung mehr erkennbar ist oder Galantamin nicht vertragen wird; entscheiden Sie das gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]

Überdosierung

Zeichen einer Überdosierung entsprechen laut Fachinformation denen anderer cholinerg wirkender Mittel: Muskelschwäche oder Muskelzucken und Zeichen einer cholinergen Krise wie starke Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, vermehrter Speichel- und Tränenfluss, Blasen- und Darmentleerung, Schwitzen, verlangsamter Herzschlag, niedriger Blutdruck, Kollaps und Krampfanfälle. Zunehmende Muskelschwäche mit vermehrtem Schleim in der Luftröhre und verengten Bronchien kann die Atmung behindern. Nach versehentlichen Überdosierungen wurden außerdem Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes, QT-Verlängerung, Kammertachykardie), verlangsamter Herzschlag und kurzer Bewusstseinsverlust berichtet. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen.[1]

Zu Alkohol macht die Fachinformation keine Angabe; allgemeine Hinweise finden Sie unter Psychopharmaka und Alkohol, zur Schwangerschaft unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft. [1]

Nach der S3-Leitlinie ist die Fahreignung bei mittelschwerer und schwerer Demenz aufgehoben, bei leichter Demenz sollte sie im Einzelfall geprüft werden. Unabhängig vom Schweregrad muss eine Sicherungsaufklärung erfolgen: Menschen mit Demenz sollen frühzeitig erfahren, dass die Erkrankung im Verlauf zum Verlust der Fahreignung führen wird, auch wenn diese bei der Diagnose noch gegeben ist. [11] Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er wegen alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen; das gilt auch bei Fahrlässigkeit. [13] Die Ausnahme für bestimmungsgemäß eingenommene, für einen konkreten Krankheitsfall verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG bezieht sich nur auf bestimmte Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG. [12] Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.

Einnahme und Absetzen

Wie die Retardkapseln eingenommen werden, steht in der Übersicht zum Alltag; laut Fachinformation sollten sie im Ganzen geschluckt werden, und während der Behandlung sollte ausreichend getrunken werden. Nach einem plötzlichen Absetzen, etwa zur Vorbereitung auf eine Operation, tritt laut Fachinformation kein Rebound-Effekt auf; Absetzbeschwerden beschreibt sie nicht. [1]

Laut S3-Leitlinie besteht durch das Absetzen von Acetylcholinesterasehemmern das Risiko, dass sich die Beschwerden schneller verschlechtern. Wann eine Behandlung enden soll, lässt sich nach der Leitlinie nicht auf Studien gestützt beantworten. Als mögliche Gründe nennt sie unter anderem neu aufgetretene Gegenanzeigen, Zweifel an der Wirksamkeit oder eine Ablehnung der Einnahme; in Phasen sehr schwerer Demenz, etwa mit weitgehend aufgehobener Verständigung und vollständiger Pflegebedürftigkeit, kann die Behandlung in einem gemeinsamen Beschluss der bevollmächtigten oder betreuenden Person, der Angehörigen und der Behandelnden beendet werden. Absetzen geschieht immer gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt; mehr unter Psychopharmaka absetzen. [11]

Dosierung laut Fachinformation

Die Fachinformation nennt Anfangsdosis, Erhaltungsdosis und eine mögliche Steigerung sowie Angaben bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion und bei bestimmten Begleitmitteln. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. [1]

Präparate mit Galantamin

Präparate mit Galantamin
PräparatAnbieterHinweis
Galantamin HeumannHEUMANN PHARMA GmbH & Co. Generica KGHartkapseln, retardiert, 8, 16 und 24 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Galanaxiroverschreibungspflichtig
Galantamin-1A Pharmaverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Fachinformation Galantamin Heumann 8 mg, 16 mg, 24 mg Hartkapseln, retardiert. HEUMANN PHARMA GmbH & Co. Generica KG. Stand 06/2026. abgerufen am 22.10.2026
  2. Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Galantamin. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 22.10.2026
  3. Leitlinie S3-Leitlinie Demenzen, Living Guideline, Langfassung, Version 6.1 (AWMF-Registernummer 038-013). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Stand Fassung vom 27.04.2026, gültig bis voraussichtlich 23.02.2027. abgerufen am 23.10.2026
  4. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  5. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Galantamin eingesetzt?

Galantamin ist zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz vom Alzheimer-Typ zugelassen. Ein Nutzen bei anderen Formen der Demenz oder anderen Gedächtnisstörungen ist laut Fachinformation bisher nicht gezeigt, und bei Kindern und Jugendlichen gibt es keinen relevanten Nutzen. Die Behandlung sollte nur begonnen werden, wenn eine Bezugsperson die regelmäßige Einnahme überwacht.

Welche Nebenwirkungen hat Galantamin?

Am häufigsten sind laut Fachinformation Übelkeit und Erbrechen; sie traten vor allem in der Phase der Dosissteigerung auf und hielten meist weniger als eine Woche an. Häufig sind unter anderem auch Schwindel, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, ein verlangsamter Herzschlag, Ohnmachtsanfälle, verminderter Appetit und Gewichtsabnahme. Alle Nebenwirkungen mit Häufigkeit stehen in der Liste im Abschnitt Nebenwirkungen im Blick.

Was bedeuten 8 mg, 16 mg und 24 mg bei Galantamin?

Galantamin gibt es als Hartkapseln, retardiert, mit 8, 16 oder 24 mg Galantamin; retardiert heißt, dass der Wirkstoff verzögert freigesetzt wird, im Unterschied zu Tabletten mit sofortiger Wirkstofffreisetzung. Welche Stärke Sie nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Was die Fachinformation zu Anfangsdosis, Erhaltungsdosis und Steigerung sagt, steht im Abschnitt Dosierung laut Fachinformation.

Wann und wie nimmt man Galantamin ein?

Laut Fachinformation sollen die Retardkapseln einmal täglich morgens eingenommen werden, vorzugsweise mit dem Essen; die Einnahme mit den Mahlzeiten wird empfohlen, um Nebenwirkungen wie Übelkeit gering zu halten. Die Kapseln sollten im Ganzen mit ausreichend Flüssigkeit geschluckt werden und dürfen nicht gekaut oder zerkleinert werden. Während der Behandlung sollte ausreichend getrunken werden.

Kann Galantamin das Herz beeinflussen?

Ja. Ein verlangsamter Herzschlag ist laut Fachinformation häufig, Störungen der Erregungsleitung im Herzen kommen gelegentlich vor, eine vollständige Unterbrechung (kompletter AV-Block) selten. Bei üblichen Dosen wurde über eine verlängerte QT-Zeit berichtet. Vorsicht ist laut Fachinformation unter anderem bei Herzerkrankungen und bei Mitteln geboten, die den Herzschlag deutlich senken oder Torsade de Pointes auslösen können; werden Mittel gegeben, die Torsade de Pointes auslösen können, sollte ein EKG in Betracht gezogen werden.

Kann man Galantamin und Memantin zusammen nehmen?

Laut Fachinformation beeinflusste Memantin in einer Studie nicht, wie Galantamin im Körper aufgenommen, verteilt und abgebaut wird. Die S3-Leitlinie Demenzen empfiehlt aber, eine Kombination aus einem Acetylcholinesterasehemmer und Memantin zur Behandlung der geistigen Fähigkeiten und der Alltagsfähigkeiten bei Alzheimer-Demenz aller Schweregrade nicht einzusetzen (starke Empfehlung), weil sie keinen zusätzlichen Nutzen sieht und ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen. Ändern Sie Ihre Behandlung nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie setzt man Galantamin ab?

Eine Beendigung sollte laut Fachinformation erwogen werden, wenn keine Wirkung mehr erkennbar ist oder Galantamin nicht vertragen wird. Nach einem plötzlichen Absetzen, etwa vor einer Operation, tritt laut Fachinformation kein Rebound-Effekt auf; laut S3-Leitlinie besteht durch das Absetzen von Acetylcholinesterasehemmern aber das Risiko, dass sich die Beschwerden schneller verschlechtern. Entscheiden Sie das gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Unter welchem Namen gibt es Galantamin?

Präparate mit Galantamin gibt es unter anderem als Galanaxiro, Galantamin-1A Pharma und Galantamin Heumann; die Auswahl ist ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke und Hilfsstoffen unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

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    Biperiden ist ein Anticholinergikum gegen Parkinson-Beschwerden und Bewegungsstörungen durch Neuroleptika.

  • Medikamente Quetiapin zum Schlafen

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