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Erhöhtes Prolaktin durch Psychopharmaka

Ein erhöhter Prolaktinwert ist laut Fachinformation eine häufige Nebenwirkung mehrerer Antipsychotika, etwa von Risperidon, Amisulprid und Sulpirid, und kommt auch unter einigen Antidepressiva vor. Er kann Milchfluss aus der Brust, eine ausbleibende Regelblutung, eine Vergrößerung der Brust beim Mann und sexuelle Probleme auslösen, muss aber keine Beschwerden machen. Sprechen Sie solche Veränderungen an; bei Risperidon wird dann laut Packungsbeilage eine Bestimmung des Prolaktinwerts empfohlen.

Paar in den Dreißigern sitzt am Morgen am Küchentisch und spricht in Ruhe miteinander
Bild: KI-generiert

Prolaktin ist ein Hormon, das bestimmte Zellen im Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) ausschütten. Der Botenstoff Dopamin hemmt diese Ausschüttung laut Fachinformation von Haloperidol fortlaufend [7]. Ist der Prolaktinwert im Blut erhöht, sprechen die Fachinformationen von einer Hyperprolaktinämie [2, 7]. In den Packungsbeilagen heißt es etwa "Erhöhung des Prolaktinspiegels im Plasma" oder "Erhöhung der Werte des Hormons Prolaktin"; die Packungsbeilage von Risperidon fügt hinzu, dass sie Symptome hervorrufen kann, aber nicht muss [1, 3].

Die möglichen Folgen beschreibt die Packungsbeilage von Amisulprid so: Milchfluss (Galaktorrhö), Ausbleiben der Monatsblutung oder Zyklusstörungen, Vergrößerung der männlichen Brustdrüse (Gynäkomastie), Brustschmerz, Brustvergrößerung und Erektionsstörungen [3]. Bei Risperidon nennt die Packungsbeilage für Männer außerdem eine verminderte Libido und andere sexuelle Funktionsstörungen, für Frauen Brustbeschwerden und Probleme mit dem Zyklus oder der Gebärfähigkeit [1]. Wie oft eine Nebenwirkung vorkommt, geben die Packungsbeilagen in festen Klassen an: "häufig" kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000 [1, 3]. Was diese Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?.

Welche Psychopharmaka den Prolaktinwert erhöhen können

Antipsychotika

Die S3-Leitlinie Schizophrenie zählt die Erhöhung des Prolaktinspiegels zu den sogenannten antidopaminergen Nebenwirkungen, die grundsätzlich bei jedem Antipsychotikum möglich sind [12]. Laut Leitlinie scheint ein deutlicher, wenn auch nicht linearer Zusammenhang zwischen der Dosis eines Antipsychotikums und dem Prolaktinspiegel zu bestehen; daneben spielen die Bindung des Mittels an bestimmte Andockstellen für Dopamin (D2-Rezeptoren) und seine chemischen Eigenschaften eine Rolle [12].

Für Risperidon bezeichnet die Fachinformation die Hyperprolaktinämie als häufige Nebenwirkung; Beschwerden durch einen hohen Prolaktinwert treten laut Packungsbeilage gelegentlich auf [1, 2]. Unter Amisulprid und Sulpirid tritt eine Erhöhung der Prolaktinkonzentration laut Fachinformation häufig auf [4, 5]. Bei Sulpirid nennt die Fachinformation Brustschmerzen und Milchfluss als häufig, eine Vergrößerung der Brust, ausbleibende Regelblutung, Orgasmus- und Erektionsstörungen als gelegentlich [5]. Für Haloperidol gibt die Packungsbeilage eine hohe Prolaktinkonzentration im Blut als selten an, Veränderungen des Menstruationszyklus, unerwartete Milchabsonderung sowie Brustschmerzen und Brustbeschwerden als gelegentlich [6]. Bei Quetiapin ist ein Anstieg des Prolaktins laut Packungsbeilage häufig; er kann in seltenen Fällen zu einem Anschwellen der Brüste mit unerwarteter Milchbildung und zu ausbleibenden oder unregelmäßigen Regelblutungen führen [8].

Gutartige Tumoren der Hirnanhangsdrüse, etwa Prolaktinome, wurden unter Amisulprid laut Fachinformation selten beobachtet [4]. Bei sehr hohen Prolaktinwerten oder Anzeichen eines solchen Tumors, zum Beispiel Gesichtsfeldausfällen und Kopfschmerzen, sollte eine Magnetresonanztomografie (MRT) der Hypophyse gemacht werden; bestätigt sich der Tumor, muss die Behandlung mit Amisulprid beendet werden [4].

Antidepressiva

Auch bei einigen Antidepressiva nennen die Packungsbeilagen einen Prolaktinanstieg oder Veränderungen an der Brust. Die Packungsbeilagen von Citalopram und Escitalopram führen erhöhte Prolaktinwerte im Blut sowie Milchabsonderungen bei Männern und bei Frauen, die nicht stillen, mit nicht bekannter Häufigkeit auf [9, 10]. Bei Amitriptylin stehen eine gesteigerte Brustmilchproduktion oder ein Brustmilchausfluss, ohne dass ein Kind gestillt wird, unter "gelegentlich" und eine Brustvergrößerung bei Männern unter "selten" [11].

Alle Wirkstoffe mit Datensatz im Überblick

Die drei Tabellen zeigen alle Wirkstoffe mit geprüftem Datensatz auf Psychopharmakon.de, deren Produktinformation einen erhöhten Prolaktinwert, Beschwerden an der Brust oder Störungen der Regelblutung nennt, jeweils mit der höchsten angegebenen Häufigkeit. Die erste Tabelle führt den erhöhten Prolaktinwert im Blut selbst auf, unabhängig davon, ob er Beschwerden macht. Die Tabelle zu Zyklusstörungen enthält auch Angaben, bei denen die Produktinformation keinen Zusammenhang mit Prolaktin herstellt, etwa eine verstärkte oder schmerzhafte Regelblutung. Die Tabellen sind keine Rangliste: Jede Klasse stammt aus der Produktinformation eines einzelnen Präparats, und welches Mittel für Sie in Frage kommt, wägt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen ab.

Erhöhtes Prolaktin

Erhöhtes Prolaktin als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
OlanzapinSehr häufigErhöhte Prolaktinwerte im Blut
AmisulpridHäufigErhöhter Prolaktinspiegel im Blut, der nach Absetzen zurückgeht; dadurch können Milchfluss (Galaktorrhö), Ausbleiben der Monatsblutung oder Zyklusstörungen, Vergrößerung der männlichen Brustdrüse (Gynäkomastie),…
PaliperidonHäufigErhöhter Wert des Hormons Prolaktin im Blut (das kann Beschwerden auslösen, muss aber nicht): bei Männern Anschwellen der Brustdrüsen, Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder zu halten, andere sexuelle…
QuetiapinHäufigErhöhtes Prolaktin; selten dadurch Brustschwellung, Milchbildung oder ausbleibende oder unregelmäßige Regelblutung
RisperidonHäufigIm Bluttest erhöhter Wert des Hormons Prolaktin (Hyperprolaktinämie); er kann Beschwerden verursachen, muss es aber nicht
SulpiridHäufigErhöhter Prolaktinspiegel im Blut (Hyperprolaktinämie)
TiapridHäufigErhöhter Prolaktinspiegel im Blut (Hyperprolaktinämie), der zu Brustschmerzen, Vergrößerung der Brust, Milchfluss (Galaktorrhö), Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie) und Zyklusstörungen (Dysmenorrhö,…
AlprazolamGelegentlichHohe Prolaktinwerte im Blut (Hyperprolaktinämie)
AripiprazolGelegentlichErhöhter oder erniedrigter Spiegel des Hormons Prolaktin im Blut
DesvenlafaxinGelegentlichErhöhte Prolaktinspiegel
ZiprasidonGelegentlichErhöhter Prolaktinspiegel im Blut (Hyperprolaktinämie)
ChlorprothixenSeltenAnschwellen der Brust beim Mann (Gynäkomastie), Absonderung von Milch aus der Brust (Galaktorrhoe), erhöhter Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie)
DuloxetinSeltenErhöhter Prolaktinwert im Blut (Hyperprolaktinämie)
FluoxetinSeltenAbsonderung von Milch aus der Brust; laut Fachinformation auch erhöhter Prolaktinspiegel
FlupentixolSeltenErhöhter Prolaktinspiegel im Blut (Hyperprolaktinämie)
HaloperidolSeltenHohe Konzentration des Hormons Prolaktin im Blut (Hyperprolaktinämie)
ParoxetinSeltenErhöhter Prolaktinspiegel im Blut; krankhafter Milchfluss aus der Brust bei Männern und Frauen (Galaktorrhö)
SertralinSeltenHormonstörungen: erhöhter Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie), unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH)
ZuclopenthixolSeltenErhöhung des Prolaktinspiegels (Hyperprolaktinämie)
CarbamazepinSehr seltenAnstieg des Prolaktinspiegels mit oder ohne Beschwerden wie Anschwellen der männlichen Brustdrüse (Gynäkomastie) oder Milchfluss (Galaktorrhö)
VenlafaxinSehr seltenAbnorme Milchbildung; erhöhter Prolaktinspiegel im Blut
CitalopramNicht bekanntErhöhter Wert des Hormons Prolaktin im Blut (Hyperprolaktinämie)
DoxepinNicht bekanntErhöhter Prolaktinspiegel im Blut (Hyperprolaktinämie)
EscitalopramNicht bekanntErhöhter Spiegel des Hormons Prolaktin im Blut (Hyperprolaktinämie)
MirtazapinNicht bekanntErhöhter Spiegel des Hormons Prolaktin (Hyperprolaktinämie) mit Beschwerden wie vergrößerten Brüsten und/oder milchigem Ausfluss aus den Brustwarzen
MoclobemidNicht bekanntErhöhter Prolaktinspiegel im Blut
PipamperonNicht bekanntErhöhter Prolaktinspiegel im Blut
TrazodonNicht bekanntErhöhter Prolaktinspiegel im Blut (Hyperprolaktinämie)
TrimipraminNicht bekanntErhöhter Prolaktinspiegel und/oder Austritt von Milch aus der Brust (Galaktorrhö)

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (29 von 99). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Brustspannen und Brustvergrößerung

Brustspannen und Brustvergrößerung als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
AmisulpridHäufigErhöhter Prolaktinspiegel im Blut, der nach Absetzen zurückgeht; dadurch können Milchfluss (Galaktorrhö), Ausbleiben der Monatsblutung oder Zyklusstörungen, Vergrößerung der männlichen Brustdrüse (Gynäkomastie),…
ClomipraminHäufigMilchabsonderung aus der Brustdrüse bei Frauen (Galaktorrhö), Brustdrüsenvergrößerung bei Männern (Gynäkomastie)
PaliperidonHäufigErhöhter Wert des Hormons Prolaktin im Blut (das kann Beschwerden auslösen, muss aber nicht): bei Männern Anschwellen der Brustdrüsen, Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder zu halten, andere sexuelle…
SulpiridHäufigBrustschmerzen, Milchfluss aus der Brust (Galaktorrhö) · Vergrößerung der Brust, Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö), Orgasmusstörungen, Erektionsstörungen · Spannungsgefühl in der Brust (im Rahmen einer…
TiapridHäufigErhöhter Prolaktinspiegel im Blut (Hyperprolaktinämie), der zu Brustschmerzen, Vergrößerung der Brust, Milchfluss (Galaktorrhö), Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie) und Zyklusstörungen (Dysmenorrhö,…
DoxepinGelegentlichAbsonderung von Sekret aus der Brust (Galaktorrhoe) · Vergrößerung der Brust bei Männern; bei Frauen Vergrößerung der Brust und Unregelmäßigkeiten der Regelblutung
EszopiclonGelegentlichSchmerzhafte, unregelmäßige oder leichte Menstruationsblutung, Brustschmerzen, Impotenz
HaloperidolGelegentlichVeränderung des Menstruationszyklus, zum Beispiel Ausbleiben der Regelblutung oder lange, starke und schmerzhafte Blutungen; unerwartete Milchabsonderung; Brustschmerzen oder Brustbeschwerden · Schmerzhafte…
OlanzapinGelegentlichVeränderungen der Brustdrüse bei Männern und Frauen wie abnormale Bildung von Milch oder Vergrößerung
PerazinGelegentlichMilchfluss aus der Brust (Galaktorrhö), Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö), Vergrößerung der Brustdrüse
PregabalinGelegentlichSchmerzhafte Regelblutung, Brustschmerzen · Brustabsonderungen, anormale Brustvergrößerung, Brustvergrößerung bei Männern (Gynäkomastie)
RisperidonGelegentlichBrustbildung bei Männern (Gynäkomastie), Milchabsonderung aus den Brüsten, sexuelle Funktionsstörungen, Brustschmerzen, Brustbeschwerden, vaginaler Ausfluss · Verspäteter Beginn der Monatsblutung, Vergrößerung der…
ZiprasidonGelegentlichMilchfluss aus der Brust (Galaktorrhoe), Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie), Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe)
AmitriptylinSeltenBrustvergrößerung bei Männern (Gynäkomastie)
BuspironSeltenMilchige Absonderung aus der Brust, ein- oder beidseitige Vergrößerung der männlichen Brustdrüse
ChlorprothixenSeltenAnschwellen der Brust beim Mann (Gynäkomastie), Absonderung von Milch aus der Brust (Galaktorrhoe), erhöhter Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie)
FluoxetinSeltenAbsonderung von Milch aus der Brust; laut Fachinformation auch erhöhter Prolaktinspiegel
FlupentixolSeltenVergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie), Milchfluss aus der Brust (Galaktorrhoe), Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe)
FluvoxaminSeltenUnerwartete Milchabsonderung aus der Brustdrüse
ImipraminSeltenAbsonderung von Milch aus der Brustdrüse (Galaktorrhoe) · Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie)
MethylphenidatSeltenBrustschwellung bei Männern (Gynäkomastie)
OpipramolSeltenMilchfluss aus der Brust (Galaktorrhö)
ParoxetinSeltenErhöhter Prolaktinspiegel im Blut; krankhafter Milchfluss aus der Brust bei Männern und Frauen (Galaktorrhö)
QuetiapinSeltenAnschwellen der Brüste und unerwartete Milchbildung (Galaktorrhö)
SertralinSeltenAusfluss aus der Brustdrüse (Galaktorrhoe), Brustvergrößerung (Gynäkomastie)
ZuclopenthixolSeltenAbsonderung von Milch aus der Brust ohne Stillen (Galaktorrhoe), Vergrößerung der Brustdrüsen beim Mann (Gynäkomastie), behandlungsbedürftige Dauererektion des Penis (Priapismus)
CarbamazepinSehr seltenAnstieg des Prolaktinspiegels mit oder ohne Beschwerden wie Anschwellen der männlichen Brustdrüse (Gynäkomastie) oder Milchfluss (Galaktorrhö)
LevomepromazinSehr seltenAbsonderung von Milch aus der Brust bei der Frau, Störungen der Regelblutung, Anschwellen der Brust beim Mann, Störungen der sexuellen Erregbarkeit
ValproinsäureSehr seltenBrustentwicklung bei Männern (Gynäkomastie)
MelatoninNicht bekanntAnormale Milchabsonderung (Galaktorrhoe)
MelperonNicht bekanntVereinzelt Störungen der Regelblutung, Absonderung von Milch aus der Brust (Galaktorrhö), Anschwellen der Brust beim Mann (Gynäkomastie) und Störung der sexuellen Erregbarkeit (laut Fachinformation sexuelle…
MethadonNicht bekanntBei Männern wird die Anwendung über längere Zeit Berichten zufolge mit einer Vergrößerung der Brustdrüse (Gynäkomastie) und eingeschränkter Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht
MirtazapinNicht bekanntErhöhter Spiegel des Hormons Prolaktin (Hyperprolaktinämie) mit Beschwerden wie vergrößerten Brüsten und/oder milchigem Ausfluss aus den Brustwarzen
PipamperonNicht bekanntMilchige Absonderung aus der Brust bei Frauen (Milchfluss), Vergrößerung der männlichen Brustdrüse, Menstruationsstörungen
TrimipraminNicht bekanntErhöhter Prolaktinspiegel und/oder Austritt von Milch aus der Brust (Galaktorrhö) · Vergrößerung der Brust (Makromastie), laut Packungsbeilage Vergrößerung der männlichen Brustdrüse (Gynäkomastie)

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (35 von 99). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Brustspannen und Brustvergrößerung als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (1 Wirkstoff)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Brustspannen und Brustvergrößerung als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
QuetiapinErhöhtes Prolaktin; selten dadurch Brustschwellung, Milchbildung oder ausbleibende oder unregelmäßige RegelblutungHäufig

Zyklusstörungen

Zyklusstörungen als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
CitalopramHäufigSchmerzhafte Regelblutung (Dysmenorrhö) · Verlängerte und ungewöhnlich starke Regelblutungen (Menorrhagie) · Blutungen aus der Scheide in unregelmäßigen Abständen (Metrorrhagie)
FluoxetinHäufigUnerklärbare vaginale Blutungen
PaliperidonHäufigAufhören der Monatsblutungen (Amenorrhö) · Erektionsprobleme, Ejakulationsstörung, Ausbleiben einzelner Monatsblutungen oder andere Zyklusprobleme, Brustbildung bei Männern, sexuelle Funktionsstörungen, Brustschmerzen,…
PipamperonHäufigAusbleiben der Menstruation · Milchige Absonderung aus der Brust bei Frauen (Milchfluss), Vergrößerung der männlichen Brustdrüse, Menstruationsstörungen
SertralinHäufigMenstruationsstörungen, Erektionsstörungen · Übermäßige Scheidenblutung (Menorrhagie), Scheidenblutung
TiapridHäufigErhöhter Prolaktinspiegel im Blut (Hyperprolaktinämie), der zu Brustschmerzen, Vergrößerung der Brust, Milchfluss (Galaktorrhö), Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie) und Zyklusstörungen (Dysmenorrhö,…
ValproinsäureHäufigUnregelmäßige Monatsblutungen; schmerzhafte Menstruation mit starken Schmerzen im Rücken oder Unterbauch und Kopfschmerzen (Dysmenorrhoe) · Ausbleiben der Monatsblutung (Amenorrhoe)
VenlafaxinHäufigUnregelmäßigkeiten der Menstruation, etwa verstärkte oder unregelmäßige Blutungen (Menorrhagie, Metrorrhagie)
ZuclopenthixolHäufigStörungen der Regelblutung, sexuelle Funktionsstörungen
AlprazolamGelegentlichSexuelle Funktionsstörung, unregelmäßige Periode
AtomoxetinGelegentlichBei Erwachsenen: Probleme beim Orgasmus oder Ausbleiben des Orgasmus, unregelmäßige Regelblutung, Ausbleiben des Samenergusses (Ejakulationsversagen)
BuspironGelegentlichMenstruationsstörungen, vermindertes oder gesteigertes sexuelles Verlangen · Ausbleiben der Regelblutung, Unterleibsentzündungen
DiazepamGelegentlichStörungen der Regelblutung
DuloxetinGelegentlichUngewöhnliche Blutungen aus der Scheide; unregelmäßige Menstruation, auch schwere, schmerzhafte, verlängerte, ungewöhnlich schwache oder ausbleibende Regelblutungen
EscitalopramGelegentlichAußergewöhnlich starke Regelblutung (Menorrhagie) und unregelmäßige Regelblutung (Metrorrhagie)
EszopiclonGelegentlichSchmerzhafte, unregelmäßige oder leichte Menstruationsblutung, Brustschmerzen, Impotenz
HaloperidolGelegentlichVeränderung des Menstruationszyklus, zum Beispiel Ausbleiben der Regelblutung oder lange, starke und schmerzhafte Blutungen; unerwartete Milchabsonderung; Brustschmerzen oder Brustbeschwerden
MilnacipranGelegentlichAusbleiben der Regelblutung, verstärkte Regelblutung, Menstruationsstörungen, Blutungen außerhalb der Regel (intermenstruelle Uterusblutung)
ModafinilGelegentlichMenstruationsstörungen
OlanzapinGelegentlichFehlen oder Abnahme der Regelblutungen
PerazinGelegentlichMilchfluss aus der Brust (Galaktorrhö), Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö), Vergrößerung der Brustdrüse
PitolisantGelegentlichUnregelmäßige Gebärmutterblutungen (Metrorrhagie)
PregabalinGelegentlichSchmerzhafte Regelblutung, Brustschmerzen · Ausbleibende Regelblutung (Amenorrhoe)
RisperidonGelegentlichAusbleiben der Monatsblutung, ausbleibende einzelne Monatsblutungen oder andere Zyklusprobleme · Verspäteter Beginn der Monatsblutung, Vergrößerung der Brustdrüsen, Brustvergrößerung, Milchabsonderung aus den Brüsten
SulpiridGelegentlichVergrößerung der Brust, Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö), Orgasmusstörungen, Erektionsstörungen · Spannungsgefühl in der Brust (im Rahmen einer Mastopathie), schmerzhafte Regelblutung (Dysmenorrhö), Vergrößerung…
VareniclinGelegentlichStärkere Regelblutung (Menorrhagie)
ZiprasidonGelegentlichMilchfluss aus der Brust (Galaktorrhoe), Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie), Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe)
ChlorprothixenSeltenAusbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe), Menstruationsstörungen
FlupentixolSeltenVergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie), Milchfluss aus der Brust (Galaktorrhoe), Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe)
MedazepamSeltenStörungen der Regelblutung
ParoxetinSeltenMenstruationsstörungen, einschließlich starker oder unregelmäßiger Regelblutungen, Zwischenblutungen und ausbleibender oder verspäteter Regelblutungen
QuetiapinSeltenMenstruationsstörungen
DoxepinSehr seltenVergrößerung der Brust bei Männern; bei Frauen Vergrößerung der Brust und Unregelmäßigkeiten der Regelblutung
LevomepromazinSehr seltenAbsonderung von Milch aus der Brust bei der Frau, Störungen der Regelblutung, Anschwellen der Brust beim Mann, Störungen der sexuellen Erregbarkeit
ClomipraminNicht bekanntMenstruationsstörungen
DikaliumclorazepatNicht bekanntStörungen der Regelblutung bei Frauen
MelperonNicht bekanntVereinzelt Störungen der Regelblutung, Absonderung von Milch aus der Brust (Galaktorrhö), Anschwellen der Brust beim Mann (Gynäkomastie) und Störung der sexuellen Erregbarkeit (laut Fachinformation sexuelle…

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (37 von 99). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Zyklusstörungen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (3 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Zyklusstörungen als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
AmisulpridErhöhter Prolaktinspiegel im Blut, der nach Absetzen zurückgeht; dadurch können Milchfluss (Galaktorrhö), Ausbleiben der Monatsblutung oder Zyklusstörungen, Vergrößerung der männlichen Brustdrüse (Gynäkomastie), Brustschmerz, Brustvergrößerung und…Häufig
PaliperidonErhöhter Wert des Hormons Prolaktin im Blut (das kann Beschwerden auslösen, muss aber nicht): bei Männern Anschwellen der Brustdrüsen, Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder zu halten, andere sexuelle Funktionsstörungen; bei Frauen Brustbeschwerden,…Häufig
QuetiapinErhöhtes Prolaktin; selten dadurch Brustschwellung, Milchbildung oder ausbleibende oder unregelmäßige RegelblutungHäufig

Warum der Prolaktinwert steigt

Die S3-Leitlinie Schizophrenie erklärt den Anstieg so: Ein bestimmtes Dopamin-System im Gehirn, das tuberoinfundibuläre System, steuert die Freisetzung verschiedener Hormone aus dem Hypophysenvorderlappen. Wird es durch ein Antipsychotikum blockiert, kann der Prolaktinwert steigen, mit den damit verbundenen Nebenwirkungen [12]. Die Fachinformation von Haloperidol beschreibt denselben Weg: Das Mittel hebt an den prolaktinbildenden Zellen der Hypophyse die ständige Hemmung durch Dopamin auf [7]. Auch die Fachinformation von Sulpirid führt den Anstieg auf eine Blockade von Dopamin-Andockstellen in diesem System zurück [5].

Ein erhöhter Prolaktinwert kann sich auf die Fruchtbarkeit auswirken. Laut den Fachinformationen von Risperidon und Haloperidol kann eine Hyperprolaktinämie das Hormon GnRH unterdrücken; die Hypophyse schüttet dann weniger sogenannte Gonadotropine aus, und die Fortpflanzungsfähigkeit kann bei Frauen und Männern beeinträchtigt werden [2, 7]. Die Packungsbeilage von Haloperidol sagt dazu, dass das Mittel durch den Prolaktinanstieg die männliche und weibliche Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann [6].

Welche Folgen ein erhöhter Prolaktinwert haben kann

Die S3-Leitlinie Schizophrenie nennt als mögliche Folgen bei beiden Geschlechtern Libidoverlust, Milchfluss, eine Vergrößerung der Brustdrüse und Unfruchtbarkeit. Bei Frauen besteht laut Leitlinie unter anderem ein Zusammenhang zwischen hohen Prolaktinwerten und ausbleibender oder seltener Regelblutung, Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Akne; bei Männern sind eine verminderte Zahl von Samenzellen und ein geringeres Ejakulatvolumen beschrieben [12]. Bei jungen Menschen kann eine längere Einnahme laut Leitlinie die sexuelle Entwicklung verzögern, und ein Zusammenhang zwischen lange erhöhten Prolaktinwerten und Knochenschwund (Osteoporose) wird diskutiert [12]. Mehr zu sexuellen Nebenwirkungen lesen Sie unter Sexuelle Funktionsstörungen durch Psychopharmaka.

Laut den Fachinformationen von Risperidon und Haloperidol deuten Studien an Gewebekulturen darauf hin, dass Prolaktin das Zellwachstum bei Brusttumoren anregen kann. Epidemiologische Studien zu Antipsychotika, Hyperprolaktinämie und Brustkrebs zeigen laut Fachinformation von Risperidon uneinheitliche Ergebnisse, laut Fachinformation von Haloperidol keinen eindeutigen Zusammenhang [2, 7]. Die S3-Leitlinie schreibt, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko habe bis 2021 nicht gezeigt werden können; drei Arbeiten gäben inzwischen Hinweise auf einen möglichen statistischen Zusammenhang, ohne dass die Ursache geklärt sei [12]. Weil Frauen mit Schizophrenie laut Leitlinie signifikant weniger Brustkrebsvorsorge erhalten als gesunde Vergleichspersonen, muss auf diese Nebenwirkungen besonders geachtet werden [12]. Bei Brustkrebs in der eigenen oder familiären Vorgeschichte sollten Menschen unter Amisulprid und Sulpirid laut Fachinformation während der Behandlung engmaschig überwacht werden [4, 5].

Kinder und Jugendliche

Laut S3-Leitlinie scheinen Kinder und Jugendliche auf eine Prolaktinzunahme empfindlicher zu reagieren als ältere Menschen [12]. Bei Quetiapin ist ein Prolaktinanstieg bei Kindern und Jugendlichen laut Packungsbeilage sehr häufig [8]. Für Risperidon sollen laut Fachinformation wegen möglicher Auswirkungen einer anhaltenden Hyperprolaktinämie auf Wachstum und sexuelle Reife regelmäßige Untersuchungen des Hormonstatus erwogen werden, einschließlich Größe, Gewicht, sexueller Reife und Regelblutung [2]. Mehr dazu lesen Sie unter Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen.

Kommt es vom Medikament?

Die Packungsbeilage von Quetiapin zählt einen Anstieg des Prolaktins zu den Nebenwirkungen, die nur durch einen Bluttest erkannt werden können [8]. Bei Risperidon wird bei Beschwerden wie Menstruationsstörungen oder einem Anschwellen der Brustdrüsen beim Mann laut Packungsbeilage die Bestimmung des Prolaktinwerts im Blut empfohlen [1].

Weniger Lust auf Sex oder eine ausbleibende Regelblutung können auch Zeichen der Erkrankung sein: Die NVL Unipolare Depression zählt Libidoverlust, das Ausbleiben der Menstruation und sexuelle Funktionsstörungen zu den Beschwerden, die auf eine Depression hinweisen können [13]. Die S3-Leitlinie Schizophrenie nennt bei einer Prolaktinerhöhung den Ausschluss anderer Ursachen als vorbeugende Maßnahme [12]. Ob ein erhöhter Wert mit dem Medikament zusammenhängt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Laut S3-Leitlinie kann man nicht immer davon ausgehen, dass Nebenwirkungen von selbst mitgeteilt werden; gerade nach Beginn einer Behandlung ist deshalb das gezielte Nachfragen entscheidend. Nebenwirkungen von Antipsychotika sollen aktiv erfragt und dokumentiert werden, und bei Verdacht sollen eine Abklärung und Behandlung angeboten werden (Empfehlung 51) [12]. Beobachtungen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren; für das Gespräch helfen die Fragen fürs Arztgespräch.

Welche Kontrollen vorgesehen sind

Bei einer Schizophrenie nennt die S3-Leitlinie eine Bestimmung des Prolaktins vor Beginn einer Behandlung mit Antipsychotika, wie sie die NICE-Leitlinie empfiehlt. Im Verlauf soll Prolaktin nur bei entsprechenden Beschwerden bestimmt werden [12]. Für sexuelle Nebenwirkungen sieht die Kontrolltabelle der Leitlinie eine Erfassung vor Beginn, im ersten, dritten und sechsten Monat und danach halbjährlich vor; auch diese Zeitpunkte versteht sie als Orientierungshilfe [12].

Laut Fachinformation von Risperidon wird eine Überwachung des Prolaktinspiegels empfohlen, wenn Anzeichen möglicherweise prolaktinbedingter Nebenwirkungen auftreten, zum Beispiel eine Vergrößerung der Brust beim Mann, Menstruationsstörungen, ein ausbleibender Eisprung, Fruchtbarkeitsstörungen, verminderte Libido, Erektionsstörungen oder Milchfluss [2]. Ist bei Ihnen oder in Ihrer Familie Brustkrebs aufgetreten, führt die Ärztin oder der Arzt unter Amisulprid laut Packungsbeilage regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch [3]. Einen Überblick gibt die Seite Kontrollen und Blutwerte.

Was Sie tun können

Frau in den Vierzigern geht an einem sonnigen Nachmittag einen ruhigen Weg am See entlang
Bild: KI-generiert

Sprechen Sie Milchfluss, Veränderungen an der Brust, eine ausbleibende Regelblutung oder sexuelle Probleme bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an. Laut Packungsbeilage von Risperidon sollten Sie die Einnahme nicht beenden, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt es Ihnen; sonst können die Beschwerden wiederkehren [1].

Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie je nach Schwere einer Nebenwirkung nach Abwägung von Nutzen und Risiko eine Anpassung oder Verringerung der Dosis, eine Umstellung auf ein anderes Präparat oder das Absetzen angeboten werden (Empfehlung 52) [12]. Für die Prolaktinerhöhung nennt die Leitlinie in einer Übersicht, deren Empfehlungen sich vielfach auf Expertenkonsens stützen, vorbeugend die Wahl eines geeigneten Antipsychotikums, die Messung des Prolaktinspiegels und den Ausschluss anderer Ursachen. Als Behandlung führt sie einen Wechsel des Antipsychotikums und Medikamente auf, darunter Aripiprazol oder Cariprazin; für diesen Zweck sind beide nicht zugelassen [12]. Bei jedem Medikamentenwechsel kann es laut Leitlinie zu einer Verschlechterung der Beschwerden oder zu vermehrten Nebenwirkungen kommen [12]. Welche Möglichkeit für Sie in Frage kommt, prüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Haben Sie einen Kinderwunsch oder Fragen zur Fruchtbarkeit, sprechen Sie das an; die Packungsbeilage von Haloperidol rät bei Fragen zur Fortpflanzungsfähigkeit zum Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt [6]. Hinweise finden Sie auch unter Verhütung und Schwangerschaft.

Wann Sie ärztlichen Rat brauchen

Unter Amisulprid untersucht die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage bei Verdacht auf einen Tumor der Hirnanhangsdrüse, etwa bei Gesichtsfeldausfällen, entsprechend weiter [3]. Laut Fachinformation gehören neben Gesichtsfeldausfällen auch Kopfschmerzen zu den Anzeichen, bei denen eine MRT der Hypophyse gemacht werden sollte [4]. Milchfluss, Menstruationsstörungen, eine Vergrößerung der Brust beim Mann und Erektionsstörungen sind laut Fachinformation von Risperidon Anlass, den Prolaktinspiegel zu überwachen [2]. Geht es Ihnen seelisch sehr schlecht, finden Sie Telefonnummern und Anlaufstellen unter Hilfe in der Krise.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Risperidon AbZ 1 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 23.10.2026
  2. Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 23.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Solian 200 mg Tabletten. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 07/2022. abgerufen am 23.10.2026
  4. Fachinformation Solian 100 mg/200 mg Tabletten, Solian 400 mg Filmtabletten. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 23.10.2026
  5. Fachinformation Sulpirid-neuraxpharm 50 mg/100 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 08/2021. abgerufen am 23.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 23.10.2026
  7. Fachinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 23.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Quetiapin-ratiopharm 50/150/200/300/400 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 23.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Citalopram-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 23.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Escitalopram-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 23.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 23.10.2026
  12. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 23.10.2026
  13. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand Version 3.2, Juli 2023 (verabschiedet 29.09.2022, gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente erhöhen den Prolaktinwert?

Laut S3-Leitlinie Schizophrenie ist eine Prolaktinerhöhung grundsätzlich bei jedem Antipsychotikum möglich, laut Fachinformation häufig zum Beispiel unter Risperidon, Amisulprid und Sulpirid. Auch die Packungsbeilagen von Citalopram und Escitalopram nennen erhöhte Prolaktinwerte, mit nicht bekannter Häufigkeit. Die Tabellen auf dieser Seite zeigen, bei welchen Wirkstoffen die Produktinformation einen erhöhten Prolaktinwert, Beschwerden an der Brust oder Zyklusstörungen nennt.

Welche Antipsychotika erhöhen Prolaktin nicht?

Eine solche Liste stellt Psychopharmakon.de nicht auf. Die S3-Leitlinie Schizophrenie nennt die Wahl eines geeigneten Antipsychotikums als vorbeugende Maßnahme und sieht bei einer Prolaktinerhöhung unter anderem einen Wechsel des Mittels als Möglichkeit vor. Welches Mittel zu Ihnen passt, hängt von vielen weiteren Punkten ab und wird gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt entschieden. Wechseln Sie nicht selbst.

Was passiert, wenn Prolaktin lange erhöht ist?

Laut S3-Leitlinie Schizophrenie können unter anderem Libidoverlust, Milchfluss, eine Vergrößerung der Brustdrüse und Unfruchtbarkeit folgen, bei Frauen eine ausbleibende oder seltene Regelblutung. Bei jungen Menschen kann sich die sexuelle Entwicklung verzögern, und ein Zusammenhang mit Knochenschwund wird diskutiert. Ob ein erhöhter Prolaktinwert das Brustkrebsrisiko erhöht, ist laut Leitlinie und Fachinformationen nicht geklärt; bei Brustkrebs in der eigenen oder familiären Vorgeschichte sehen die Fachinformationen von Amisulprid und Sulpirid eine engmaschige Überwachung vor.

Sinkt der Prolaktinwert nach dem Absetzen wieder?

Bei Amisulprid ist die Erhöhung der Prolaktinkonzentration laut Fachinformation nach dem Absetzen umkehrbar, bei Sulpirid bilden sich die hormonellen Störungen in der Regel zurück. Absetzen sollten Sie ein Antipsychotikum nur in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Laut Packungsbeilage von Risperidon können sonst die Beschwerden der Erkrankung wiederkehren. Wie ein Absetzen abläuft, lesen Sie auf der Seite Antipsychotika absetzen.

Wann wird Prolaktin im Blut kontrolliert?

Bei einer Schizophrenie nennt die S3-Leitlinie eine Bestimmung vor Beginn einer Behandlung mit Antipsychotika; im Verlauf soll Prolaktin nur bei entsprechenden Beschwerden bestimmt werden. Die Fachinformation von Risperidon empfiehlt eine Überwachung, wenn Anzeichen wie Milchfluss, Menstruationsstörungen, eine Vergrößerung der Brust beim Mann, verminderte Libido oder Erektionsstörungen auftreten.

Kann erhöhtes Prolaktin unfruchtbar machen?

Es kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Laut den Fachinformationen von Risperidon und Haloperidol kann eine Hyperprolaktinämie über die Unterdrückung des Hormons GnRH die Fortpflanzungsfähigkeit bei Frauen und Männern beeinträchtigen; die S3-Leitlinie Schizophrenie nennt Unfruchtbarkeit als mögliche Folge. Haben Sie einen Kinderwunsch, sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an.

Können Antidepressiva den Prolaktinwert erhöhen?

Bei einigen ja. Die Packungsbeilagen von Citalopram und Escitalopram nennen erhöhte Prolaktinwerte und Milchabsonderungen bei Männern und bei Frauen, die nicht stillen, mit nicht bekannter Häufigkeit. Bei Amitriptylin ist eine gesteigerte Brustmilchproduktion ohne Stillen als gelegentlich angegeben, eine Brustvergrößerung bei Männern als selten.

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