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Blutbildveränderungen durch Psychopharmaka
Einige Psychopharmaka können das Blutbild verändern, also die Zahl der roten oder weißen Blutkörperchen oder der Blutplättchen. Unter Clozapin sind laut Fachinformation regelmäßige Blutbildkontrollen zwingend erforderlich, weil es eine Agranulozytose auslösen kann, einen schweren Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen; laut Produktinformationen ist sie unter anderem auch bei Mirtazapin, Quetiapin, Carbamazepin und Valproinsäure möglich. Bei Fieber, Halsschmerzen, Entzündungen im Mund oder grippeähnlichen Beschwerden informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Mit Blutbildveränderungen ist hier gemeint, dass ein Arzneimittel die Zahl der Blutzellen verändert. Laut Packungsbeilage von Amitriptylin können solche Wirkungen auf das Blut eine zu geringe Zahl roter Blutzellen, die den Sauerstoff durch den Körper transportieren, weißer Blutzellen, die helfen, Infektionen zu bekämpfen, oder Blutplättchen sein, die für die Blutgerinnung sorgen [6]. Die Packungsbeilagen verwenden dafür einige Fachbegriffe, die sie selbst erklären:
- Leukopenie: verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen [15].
- Neutropenie: niedrige Zahl von Neutrophilen, einer Art von weißen Blutkörperchen; ihre Zahl ist bei Clozapin der Wert, der kontrolliert wird [17, 3].
- Agranulozytose: schwerwiegende Verringerung bis hin zum Fehlen von weißen Blutkörperchen [1].
- Thrombozytopenie: Abnahme der Blutplättchenzahl; Anämie: niedriger Gehalt an roten Blutkörperchen [17].
- Panzytopenie: abnorm niedrige Anzahl aller Arten von Blutzellen; aplastische Anämie: Mangel an roten und weißen Blutkörperchen sowie an Blutplättchen [4, 17].
Wie oft eine Nebenwirkung vorkommt, geben die Packungsbeilagen in festen Klassen an: "sehr häufig" kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [6, 7]. Was diese Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?.
Welche Psychopharmaka das Blutbild verändern können
Clozapin
Bei Clozapin nennt die Fachinformation eine Leukopenie oder Neutropenie als häufig und eine Agranulozytose als gelegentlich; die Packungsbeilage beschreibt die Agranulozytose als Fehlen von weißen Blutkörperchen [1, 2]. Laut Fachinformation ist die Entstehung von Granulozytopenien und Agranulozytosen ein grundsätzliches Risiko der Behandlung. Eine Agranulozytose unter Clozapin bildet sich nach dem Abbruch der Behandlung im Allgemeinen zurück, kann aber zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen und lebensbedrohlich sein [2]. Wegen dieses Risikos ist Clozapin laut Fachinformation auf Schizophrenien beschränkt, die auf andere Antipsychotika nicht ansprechen oder bei denen diese nicht vertragen werden, und auf Psychosen bei einer Parkinson-Krankheit, wenn andere Behandlungen erfolglos waren. Außerdem darf es nur angewendet werden, wenn regelmäßige Blutbildkontrollen möglich sind [2].
Weitere Antipsychotika
Laut Fachinformation von Risperidon wurden Leukopenie, Neutropenie und Agranulozytose unter der Behandlung mit Antipsychotika berichtet, einschließlich Risperidon [11]. Bei Olanzapin stehen Leukopenie und Neutropenie in der Fachinformation unter den häufigen Nebenwirkungen, eine Thrombozytopenie unter den seltenen; die Packungsbeilage spricht von häufigen Veränderungen der Werte einiger Blutzellen [9, 10]. Bei Quetiapin nennt die Fachinformation einen verringerten Hämoglobinwert als sehr häufig, eine Leukopenie als häufig, Neutropenie, Thrombozytopenie und Anämie als gelegentlich und eine Agranulozytose als selten [8]. Die Packungsbeilage von Haloperidol führt eine Abnahme aller Blutzellen, einschließlich einer starken Abnahme der weißen Blutkörperchen, und eine geringe Anzahl an Blutplättchen als gelegentlich auf [12]. Bei Chlorprothixen lässt sich laut Fachinformation wie bei anderen trizyklischen Neuroleptika vor allem in den ersten Behandlungswochen eine Leukopenie oder Agranulozytose nicht ausschließen [14].
Antidepressiva
Bei Mirtazapin wurde laut Fachinformation über eine Knochenmarkdepression berichtet, insbesondere über Granulozytopenie oder Agranulozytose; von den nach der Markteinführung berichteten Fällen einer Agranulozytose bildeten sich die meisten zurück, einige verliefen lebensbedrohlich, vor allem bei Menschen über 65 Jahren [5]. Die Packungsbeilage nennt die Agranulozytose mit nicht bekannter Häufigkeit und schreibt, dass die Anzeichen, wenn sie auftreten, meistens nach 4 bis 6 Behandlungswochen kommen [4]. Bei Amitriptylin stehen Störungen, die Blut oder Knochenmark betreffen, unter den seltenen Nebenwirkungen [6].
Epilepsiemittel
Bei Carbamazepin ist eine Leukopenie laut Fachinformation sehr häufig, am häufigsten als gutartige Leukopenie, die vor allem in den ersten vier Behandlungsmonaten auftritt; eine Agranulozytose oder aplastische Anämie ist sehr selten [15, 16]. Eine verminderte Zahl der Blutplättchen oder der weißen Blutkörperchen ist laut Fachinformation in der Mehrzahl der Fälle vorübergehend und kündigt keine Agranulozytose oder aplastische Anämie an [16]. Bei Valproinsäure nennt die Packungsbeilage einen Mangel an Blutplättchen mit spontanen Blutergüssen oder Blutungen, der häufiger bei Frauen und älteren Menschen auftritt, sowie einen Mangel an weißen Blutkörperchen als häufig [17]. Bei Oxcarbazepin nennt die Fachinformation eine Leukopenie als gelegentlich; weniger Blutplättchen oder rote Blutkörperchen stehen in der Packungsbeilage unter den seltenen Nebenwirkungen [19, 22].
Alle Wirkstoffe mit Datensatz im Überblick
Die Tabelle zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Datensatz auf Psychopharmakon.de, deren Produktinformation Veränderungen des Blutbilds nennt, jeweils mit der höchsten angegebenen Häufigkeit. Sie ist keine Rangliste: Jede Klasse stammt aus der Produktinformation eines einzelnen Präparats, sie fasst unterschiedliche Veränderungen zusammen, und welches Mittel für Sie in Frage kommt, hängt von vielen weiteren Punkten ab, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen abwägt.
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Carbamazepin | Sehr häufig | Verminderte Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie); laut Fachinformation am häufigsten eine gutartige Leukopenie, vor allem in den ersten vier Behandlungsmonaten · Vermehrte Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen… |
| Quetiapin | Sehr häufig | Verringerter Hämoglobinwert · Veränderte Zahl bestimmter Blutzellen (weniger weiße, mehr eosinophile) · Plötzliches Fieber mit Halsschmerzen als mögliches Zeichen zu weniger weißer Blutkörperchen (Neutropenie) · Zu… |
| Clozapin | Häufig | Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie), mögliche Zeichen sind Erkältungsanzeichen, Fieber, grippeartige Beschwerden, Halsschmerzen oder andere Infektionen; erhöhte Zahl der weißen… |
| Olanzapin | Häufig | Veränderte Werte einiger Blutzellen (laut Fachinformation mehr Eosinophile, weniger weiße Blutkörperchen: Eosinophilie, Leukopenie, Neutropenie) · Verminderte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie) |
| Valproinsäure | Häufig | Spontane Blutergüsse oder Blutungen durch einen Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie), häufiger bei Frauen und älteren Menschen · Mangel an weißen Blutkörperchen mit erhöhter Anfälligkeit für Infektionen… |
| Amisulprid | Gelegentlich | Verminderte Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie) · Starke Verminderung der Zahl weißer Blutkörperchen (Agranulozytose) |
| Benperidol | Gelegentlich | Störung der Blutbildung mit verminderter Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie) |
| Cariprazin | Gelegentlich | Blutarmut (verringerte Zahl der roten Blutkörperchen, Anämie), Anstieg der Zahl einer Art der weißen Blutkörperchen (Eosinophilie) · Verringerte Zahl einer Art der weißen Blutkörperchen (Neutropenie), wodurch die… |
| Eszopiclon | Gelegentlich | Veränderung der Farbe der roten Blutkörperchen, Blutarmut, Abnahme oder Zunahme der weißen Blutkörperchen |
| Haloperidol | Gelegentlich | Wirkung auf die Blutzellen: Abnahme aller Blutzellen, einschließlich starker Abnahme der weißen Blutkörperchen, und zu wenige Blutplättchen |
| Modafinil | Gelegentlich | Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) |
| Oxcarbazepin | Gelegentlich | Verminderte Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie) · Weniger Blutplättchen oder rote Blutkörperchen, erkennbar an Müdigkeit, Kurzatmigkeit bei Belastung, Blässe, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Schwindel, häufigen… |
| Paliperidon | Gelegentlich | Verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen, auch einer Art weißer Blutkörperchen, die vor Infektionen schützt; Blutarmut · Erhöhte Anzahl der Eosinophilen (bestimmte weiße Blutkörperchen), verminderte Anzahl der… |
| Paroxetin | Gelegentlich | Verringerung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) · Verringerung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) |
| Perazin | Gelegentlich | Blutbildveränderungen: vorübergehende Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie) und relative Verminderung der Granulozyten bei Vermehrung der Lymphozyten oder Monozyten · Verminderung der weißen… |
| Pregabalin | Gelegentlich | Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutropenie) · Hoher Blutzucker; erhöhte Kreatinphosphokinase und erhöhtes Kreatinin im Blut, verringertes Kalium im Blut, verringerte Zahl der Blutplättchen · Verringerte… |
| Risperidon | Gelegentlich | Weniger weiße Blutkörperchen (auch der Infektionsabwehr dienende Neutrophile), weniger Blutplättchen, Blutarmut, weniger rote Blutkörperchen, mehr Eosinophile (eine Art weißer Blutkörperchen) · Gefährlich niedrige Zahl… |
| Sulpirid | Gelegentlich | Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) · Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen bis zu ihrem fast völligen Fehlen (Neutropenie, Agranulozytose) |
| Amitriptylin | Selten | Störungen von Blut und Knochenmark: zu wenige rote oder weiße Blutzellen oder Blutplättchen; die Fachinformation nennt Knochenmarkdepression, Agranulozytose, Leukopenie, Eosinophilie und Thrombozytopenie |
| Buspiron | Selten | Bestimmte Blutbildveränderungen (Eosinophilie, Leukopenie, Thrombopenie), verkürzte Gerinnungszeit, Blutgerinnungsstörungen |
| Chlorprothixen | Selten | Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutropenie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und starke Verminderung der Granulozyten (Agranulozytose) · Blutbildungsstörungen in Form einer… |
| Clonazepam | Selten | Verringerte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie) |
| Fluoxetin | Selten | Verringerung der Zahl der Blutplättchen, was das Risiko von Blutungen oder Blutergüssen erhöht; Verringerung der Zahl weißer Blutkörperchen |
| Flupentixol | Selten | Starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose), Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) oder einer ihrer Untergruppen (Neutropenie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie)… |
| Imipramin | Selten | Veränderungen des Blutbilds, meist als Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukozytopenie) · Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und starke… |
| Melatonin | Selten | Verminderte Zahl weißer Blutzellen (Leukopenie) und verminderte Zahl von Blutplättchen (Thrombozytopenie) mit erhöhtem Risiko für Blutungen oder Blutergüsse |
| Naltrexon | Selten | Mangel an Blutplättchen mit Hautblutungen (idiopathische thrombozytopenische Purpura) |
| Opipramol | Selten | Blutbildveränderungen, vor allem eine Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) · Verlust bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose) |
| Sertralin | Selten | Abnahme der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) |
| Tiaprid | Selten | Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose) |
| Tranylcypromin | Selten | Blutarmut (Anämie), Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose), Verminderung der Blutplättchen (Thrombopenie) |
| Vareniclin | Selten | Erniedrigte Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten) |
| Venlafaxin | Selten | Erkrankungen des Blutes mit erhöhtem Infektionsrisiko (Agranulozytose, aplastische Anämie, Panzytopenie, Neutropenie); mögliche Anzeichen sind erhöhte Temperatur, Schüttelfrost oder grippeähnliche Beschwerden ·… |
| Ziprasidon | Selten | Verminderte Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen (Lymphopenie), vermehrte eosinophile weiße Blutkörperchen (Eosinophilie) |
| Zuclopenthixol | Selten | Abnahme bestimmter Blutzellen bei Laboruntersuchungen (Leukopenie, Neutropenie, Thrombopenie, Agranulozytose) · Bestimmte Veränderungen im Blutbild (Eosinophilie, Panzytopenie) |
| Clomipramin | Sehr selten | Verringerung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose), Abnahme der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Erhöhung der eosinophilen Blutkörperchen… |
| Dexamfetamin | Sehr selten | Veränderungen von Testergebnissen, einschließlich Leberwerten und Blutbild |
| Doxepin | Sehr selten | Blutbildveränderungen: Abnahme der weißen oder roten Blutkörperchen oder der Blutplättchen (laut Fachinformation hämolytische Anämie, Leukozytopenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie) |
| Doxylamin | Sehr selten | Blutzellschäden (Leukopenie, Thrombopenie, hämolytische Anämie, aplastische Anämie, Agranulozytose) |
| Lamotrigin | Sehr selten | Veränderungen des Blutbilds: zu wenige rote Blutkörperchen (Anämie), zu wenige weiße Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose), zu wenige Blutplättchen (Thrombozytopenie), zu wenige von allen Blutzellen… |
| Levomepromazin | Sehr selten | Schäden der Blutzellen |
| Methylphenidat | Sehr selten | Verminderung der Zahl der Blutzellen (rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen), wodurch Infektionen, Blutungen und Blutergüsse wahrscheinlicher werden können; rötlich-violette Hautflecken (thrombozytopenische… |
| Trazodon | Sehr selten | Störungen des Blutbilds (Dyskrasie), zum Beispiel Blutarmut (Anämie), Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie), Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose) oder Mangel an allen… |
| Aripiprazol | Nicht bekannt | Bei Jugendlichen mit Schizophrenie laut Fachinformation in einer Langzeitstudie: Gewichtsabnahme, erhöhter Insulinspiegel im Blut, Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie) und niedriger Gehalt an weißen Blutkörperchen… |
| Bupropion | Nicht bekannt | Zu wenige rote Blutkörperchen (Anämie), weiße Blutkörperchen (Leukopenie) und Blutplättchen (Thrombozytopenie) |
| Citalopram | Nicht bekannt | Verminderte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie), wodurch das Risiko für Blutungen oder blaue Flecken steigen kann |
| Escitalopram | Nicht bekannt | Zu wenige Blutplättchen (Thrombozytopenie) |
| Flurazepam | Nicht bekannt | Erkrankungen des Blutes, zum Beispiel Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder an weißen Blutkörperchen (Leukopenie), starker Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen (Agranulozytose), Mangel an allen… |
| Hydroxyzin | Nicht bekannt | Schäden der Blutzellen, in Ausnahmefällen unter Antihistaminika |
| Lithium | Nicht bekannt | Zunahme der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) |
| Lorazepam | Nicht bekannt | Veränderungen des Blutbilds: Mangel an Blutplättchen (Thrombopenie), starker Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen (Agranulozytose), Mangel an allen Blutzellen (Panzytopenie) |
| Melperon | Nicht bekannt | In Ausnahmefällen Blutzellschäden, zum Beispiel eine gefährliche Verringerung der weißen Blutkörperchen; laut Fachinformation Leukopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie oder Agranulozytose |
| Mirtazapin | Nicht bekannt | Störungen der Blutbildung im Knochenmark (Knochenmarkdepression): vorübergehender Mangel an weißen Blutkörperchen (Granulozytopenie), Agranulozytose mit Anzeichen einer Infektion wie plötzlichem, unerklärlichem hohem… |
| Oxazepam | Nicht bekannt | Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) |
| Pipamperon | Nicht bekannt | Verminderung der weißen Blutzellen |
| Promethazin | Nicht bekannt | Zu wenige Blutplättchen (Thrombozytopenie), was zu Blutungen und blauen Flecken führen kann |
| Temazepam | Nicht bekannt | Erkrankungen des Blutes, zum Beispiel verminderte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie), stark verminderte Zahl der weißen Blutkörperchen (Agranulozytose) und Verminderung aller Blutzellen (Panzytopenie) |
| Trimipramin | Nicht bekannt | Veränderungen des Blutbilds wie Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) bis hin zur Agranulozytose, Verminderung der Blutplättchen (Thrombopenie) und Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie) |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (58 von 99). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Blutbildkontrollen unter Clozapin
Die Blutbildkontrollen sind laut Fachinformation ein wesentlicher Teil der Betreuung unter Clozapin. Vor Beginn wird das Blut untersucht, und laut Packungsbeilage dürfen Sie Clozapin nur einnehmen, wenn Ihre Blutzellzahlen normal sind. Die Packungsbeilage bittet Sie außerdem, darauf zu achten, dass diese Untersuchung vor der ersten Tablette gemacht wurde [1, 2]. Laut Fachinformation ist das Differenzialblutbild innerhalb von 10 Tagen vor Beginn zu kontrollieren [2].
Seit dem Rote-Hand-Brief vom 8. September 2025 wird nur noch die Zahl der neutrophilen Granulozyten gemessen; die Anforderung, die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen zu überwachen, wurde aufgehoben [3]. Laut Rote-Hand-Brief muss die Neutrophilenzahl in den ersten 18 Behandlungswochen wöchentlich und anschließend 34 Wochen lang monatlich überwacht werden, also bis zum Ende des ersten Behandlungsjahres. Ist im ersten Jahr keine Neutropenie aufgetreten, kann die Kontrolle auf einmal alle 12 Wochen verringert werden; ist in den ersten zwei Jahren keine aufgetreten, sollte sie einmal jährlich erfolgen [3]. Nach einer leichten Neutropenie, die sich stabilisiert hat oder abgeklungen ist, sollte die Neutrophilenzahl laut Fachinformation während der gesamten Behandlung monatlich kontrolliert werden [2]. Bei älteren Menschen und bei gleichzeitiger Behandlung mit Valproinsäure kann laut Rote-Hand-Brief eine engere Überwachung in Betracht gezogen werden, vor allem zu Beginn [3].
Bei auffälligen Werten muss laut Fachinformation häufiger kontrolliert werden. Sinkt die Neutrophilenzahl unter den in der Fachinformation genannten Grenzwert, muss Clozapin sofort abgesetzt werden und darf nicht wieder angewendet werden [2, 3]. Nach dem vollständigen Ende der Behandlung sind je nach bisherigem Verlauf noch 4 Wochen lang Blutuntersuchungen nötig, laut Packungsbeilage etwa, wenn die Behandlung wegen einer Agranulozytose abgebrochen wurde oder die Überwachung weniger als 2 Jahre gedauert hat [1]. Rezepte sollen laut Fachinformation nicht für einen längeren Zeitraum ausgestellt werden als der Abstand zwischen zwei Blutbildkontrollen [2].
Mehr dazu lesen Sie auf den Seiten Clozapin und Clozapin und Blutbildkontrollen.
Warum es dazu kommt
Bei Mirtazapin, Amitriptylin, Carbamazepin und Valproinsäure nennen die Packungsbeilagen Störungen des Knochenmarks, in dem die Blutzellen gebildet werden; die Packungsbeilage von Mirtazapin spricht von einer Störung in der Produktion von Blutzellen im Knochenmark [4, 6, 15, 17]. Das Nebenwirkungsprofil von Clozapin lässt sich laut Fachinformation zum größten Teil aus seinen pharmakologischen Eigenschaften ableiten; die Agranulozytose nennt die Fachinformation dabei ausdrücklich als wichtige Ausnahme [2].
Bei Quetiapin nennt die Fachinformation eine schon vorher niedrige Zahl weißer Blutkörperchen und eine durch Arzneimittel ausgelöste Neutropenie in der Vorgeschichte als mögliche Risikofaktoren; einige Fälle traten aber auch ohne solche Risikofaktoren auf [8]. Menschen mit einer solchen Vorgeschichte sollten laut Fachinformation von Risperidon in den ersten Behandlungsmonaten überwacht werden [11]. Clozapin darf laut Packungsbeilage nicht zusammen mit Arzneimitteln eingenommen werden, die das Knochenmark beeinträchtigen, darunter Carbamazepin, bestimmte Antibiotika, Pyrazolon-Schmerzmittel, Penicillamin, Mittel einer Chemotherapie und langwirksame Depotspritzen mit Antipsychotika; sie erhöhen das Risiko einer Agranulozytose [1]. Wurden Olanzapin und Valproat gleichzeitig angewendet, wurde laut Fachinformation häufig über eine Neutropenie berichtet; die gleichzeitige Anwendung von Valproat und Quetiapin kann laut Fachinformation von Valproinsäure das Auftreten einer Leukopenie erhöhen [10, 18].
Woran Sie Blutbildveränderungen erkennen
Manche Veränderungen bemerken Sie selbst nicht. Die Packungsbeilage von Quetiapin zählt eine Verminderung der Anzahl bestimmter Blutzellen und der roten Blutzellen zu den Nebenwirkungen, die nur ein Bluttest erkennen lässt [7]. Bei Clozapin kann die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage nur durch regelmäßige Blutuntersuchungen feststellen, ob sich eine Agranulozytose entwickelt [1].
Einen Anhaltspunkt gibt der zeitliche Verlauf. Laut Rote-Hand-Brief deuten neue Erkenntnisse aus der Fachliteratur darauf hin, dass eine Neutropenie unter Clozapin jederzeit auftreten kann, aber vor allem im ersten Jahr beobachtet wird; die Zahl neuer Fälle ist in den ersten 18 Behandlungswochen am höchsten [3]. Unter Quetiapin traten die meisten Fälle einer schweren Neutropenie laut Fachinformation in den ersten Behandlungsmonaten auf [8]. Bei Perazin hebt die Fachinformation Infektzeichen in den ersten 3 Behandlungsmonaten besonders hervor [13].
Fehlen weiße Blutkörperchen, kann sich das durch Infektionen zeigen. Die Packungsbeilagen nennen Fieber, Halsschmerzen, grippeähnliche Beschwerden, Geschwüre im Mund und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen [1, 4, 15]. Die Fachinformation von Perazin zählt Fieber, Entzündungen von Zahnfleisch und Mundschleimhaut, Halsschmerzen, eine eitrige Angina und grippeähnliche Beschwerden auf [13]. Ein Mangel an Blutplättchen oder roten Blutkörperchen kann sich laut Packungsbeilage von Oxcarbazepin durch Müdigkeit, Kurzatmigkeit bei Belastung, Blässe, Kopfschmerzen, Schwindel, leichter als sonst auftretende blaue Flecken, Nasenbluten oder rötliche oder lilafarbene Flecken auf der Haut zeigen. Ähnliche Zeichen nennt die Packungsbeilage von Carbamazepin für bestimmte Blutbildveränderungen, vor allem eine Verminderung aller Blutzellen (Panzytopenie) [15, 19].
Bei Clozapin muss bei solchen Beschwerden laut Packungsbeilage dringend eine Blutuntersuchung erfolgen, um zu bestimmen, ob sie auf das Arzneimittel zurückzuführen sind [1]. Laut Fachinformation kann unter Clozapin vor allem in den ersten 3 Wochen vorübergehend Fieber über 38 °C auftreten; Menschen mit Fieber sollten sorgfältig untersucht werden, um eine Infektion oder eine Agranulozytose auszuschließen [2]. Ihre Beobachtungen können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren.
Welche Kontrollen vorgesehen sind

Für einige Mittel nennen die Fachinformationen eigene Kontrolltakte. Bei Carbamazepin sollte das Blutbild vor der Behandlung, im ersten Monat wöchentlich und danach monatlich kontrolliert werden; nach 6 Monaten reichen teilweise 2 bis 4 Kontrollen im Jahr [16]. Bei Perazin ist das Blutbild vor der Behandlung zu kontrollieren; in den ersten vier Monaten sollten die Kontrollen möglichst wöchentlich erfolgen, danach erscheint bei unauffälligen Befunden eine monatliche Kontrolle ausreichend [13]. Bei Chlorprothixen ist das Blutbild vor der Behandlung zu kontrollieren und während der Therapie in regelmäßigen Abständen zu überwachen [14]. Bei Valproinsäure empfiehlt die Fachinformation die Überwachung des Blutbilds mit Blutplättchen und Gerinnung vor Beginn, vor Operationen und zahnärztlichen Eingriffen sowie bei spontanen Blutergüssen oder Blutungen [18].
Bei einer Depression nennt die NVL Unipolare Depression für Antidepressiva außer den trizyklischen als Orientierung Blutbildkontrollen vor Beginn, im ersten und im sechsten Monat und danach halbjährlich; bei langfristig stabilem Verlauf können jährliche Kontrollen ausreichen. Unter trizyklischen Antidepressiva sieht sie vor Beginn, in den ersten sechs Monaten monatlich und danach vierteljährlich eine Kontrolle vor [20]. Das Monitoring soll laut NVL nach diesen Tabellen erfolgen (Empfehlung 4-13); die Abstände sind Orientierungswerte [20].
Bei einer Schizophrenie gehört laut S3-Leitlinie ein Differentialblutbild zu den Untersuchungen, die bei einer ersten Erkrankung angeboten werden sollen (Empfehlung 8). Unter Antipsychotika nennt die Leitlinie Blutbildkontrollen vor Beginn, im ersten Monat und danach jährlich; unter trizyklisch gebauten Antipsychotika, zu denen sie auch Olanzapin und Quetiapin zählt, zusätzlich im dritten Monat und danach halbjährlich. Für Clozapin verweist sie auf die Fachinformation und den Rote-Hand-Brief. Die Zeitpunkte versteht die Leitlinie als Orientierungshilfe [21]. Mehr dazu lesen Sie unter Kontrollen und Blutwerte.
Was Sie tun können
Halten Sie die vereinbarten Kontrolltermine ein; wann und wo die Untersuchungen stattfinden, sagt Ihnen bei Clozapin laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Sagen Sie vor Behandlungsbeginn, wenn Sie schon einmal zu wenige weiße Blutkörperchen hatten, und nennen Sie alle Mittel, die Sie einnehmen. Die Packungsbeilage von Clozapin bittet ausdrücklich darum, die Ärztin oder den Arzt zu informieren, wenn früher einmal zu wenige weiße Blutkörperchen festgestellt wurden oder wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die deren Zahl verringern; Clozapin darf dann nicht eingenommen werden; eine Ausnahme ist laut Packungsbeilage ein Mangel an weißen Blutkörperchen nach einer Chemotherapie [1].
Ob eine Behandlung bei auffälligen Werten weitergeht, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Bei Carbamazepin kann laut Fachinformation bei bestimmten Blutbildveränderungen das Absetzen erforderlich sein; das ist immer der Fall, wenn zugleich Beschwerden wie Fieber, Halsschmerzen, allergische Symptome oder Hautblutungen auftreten [16]. Bei einer Schizophrenie nennt die S3-Leitlinie als Maßnahmen regelmäßige Blutbildkontrollen und die Aufklärung über die Anzeichen einer Agranulozytose; bei einer Agranulozytose sieht sie das sofortige Absetzen und eine internistische Behandlung vor [21]. Setzen Sie ein Psychopharmakon nicht auf eigene Faust ab, außer die Packungsbeilage verlangt es bei bestimmten Warnzeichen ausdrücklich; dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Bei Clozapin sollen Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, bevor Sie die nächste Tablette einnehmen, wenn Anzeichen einer Erkältung, Fieber, grippeartige Beschwerden, Halsschmerzen oder irgendeine andere Infektion auftreten; dann muss dringend eine Blutuntersuchung erfolgen [1]. Laut Fachinformation muss eine Kontrolle auch bei Geschwüren in Mund oder Rachen sofort erfolgen, und die Praxis muss Sie bei jedem Termin daran erinnern, sich bei jeder beginnenden Infektion sofort zu melden [2].
Bei Mirtazapin sagt die Packungsbeilage: Beenden Sie bei Anzeichen einer Infektion wie unerklärlich hohem Fieber, Halsschmerzen und Geschwüren im Mund die Einnahme und wenden Sie sich zur Durchführung einer Blutuntersuchung sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [4]. Die Packungsbeilage von Quetiapin verlangt, bei plötzlich auftretendem Fieber, vor allem mit Halsschmerzen und anderen grippeähnlichen Beschwerden, die Einnahme zu beenden und umgehend die Ärztin oder den Arzt aufzusuchen oder direkt in das nächstgelegene Krankenhaus zu gehen [7]. Bei Amitriptylin und Carbamazepin verlangen die Packungsbeilagen, bei blauen Flecken, Blutungen, Blässe, anhaltenden Halsschmerzen mit Fieber, Geschwüren im Mund oder grippeähnlichen Beschwerden sofort die Ärztin oder den Arzt aufzusuchen [6, 15]. Laut Fachinformation von Perazin sollen Behandelte bei solchen Beschwerden keine Selbstbehandlung versuchen, sondern sofort die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt aufsuchen [13]. Unter Valproinsäure gehören spontane Blutergüsse oder Blutungen und ein Mangel an weißen Blutkörperchen mit erhöhter Anfälligkeit für Infektionen zu den Nebenwirkungen, bei denen Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden sollen [17].
Telefonnummern für Notfälle und für seelische Krisen finden Sie auf der Seite Hilfe in der Krise.
Quellen
- Gebrauchsinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Rote-Hand-Brief Clozapin: Überarbeitete Empfehlungen zur routinemäßigen Blutbildkontrolle im Hinblick auf das Risiko einer Agranulozytose. Zulassungsinhaber clozapinhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 08.09.2025. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Mirtazapin-ratiopharm 15 mg/30 mg/45 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Mirtazapin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Quetiapin-ratiopharm 50/150/200/300/400 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten (2,5 mg bis 20 mg). ratiopharm GmbH. Stand 04/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2020. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Perazin-neuraxpharm 25 mg, 100 mg, 200 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 07/2022. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Chlorprothixen-neuraxpharm 15 mg, 50 mg, 100 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 06/2022. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Carbamazepin-ratiopharm 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Carbamazepin-ratiopharm 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Oxcarbazepin-ratiopharm 300 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand Version 3.2, Juli 2023 (verabschiedet 29.09.2022, gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026, laut DGPPN gültig bis 12.07.2027). abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Oxcarbazepin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente können eine Agranulozytose auslösen?
Unter den Psychopharmaka nennen die Produktinformationen eine Agranulozytose unter anderem bei Clozapin (gelegentlich), Quetiapin (selten), Carbamazepin (sehr selten) und Mirtazapin (Häufigkeit nicht bekannt); laut Fachinformation von Risperidon wurde sie unter Antipsychotika allgemein berichtet. Auch Valproinsäure kann laut Packungsbeilage einen starken Rückgang der weißen Blutkörperchen verursachen. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle Psychopharmaka mit geprüftem Datensatz, deren Produktinformation Blutbildveränderungen nennt.
Was sind die Symptome einer Agranulozytose?
Die Packungsbeilagen nennen vor allem Zeichen einer Infektion: Fieber, Halsschmerzen, grippeähnliche Beschwerden und Geschwüre oder Entzündungen im Mund. Bei Clozapin heißt es ausdrücklich, dass Sie bei solchen Anzeichen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren sollen, bevor Sie die nächste Tablette einnehmen; dann muss dringend eine Blutuntersuchung erfolgen.
Wie oft wird bei Clozapin das Blutbild kontrolliert?
Laut Rote-Hand-Brief vom September 2025 muss die Zahl der neutrophilen Granulozyten in den ersten 18 Wochen wöchentlich und danach bis zum Ende des ersten Behandlungsjahres monatlich kontrolliert werden. Ist im ersten Jahr keine Neutropenie aufgetreten, kann auf alle 12 Wochen verringert werden; nach zwei Jahren ohne Neutropenie sollte einmal jährlich kontrolliert werden. Bei Infektzeichen muss sofort kontrolliert werden; je nach Verlauf sind auch nach dem Ende der Behandlung noch Kontrollen nötig.
Kann Mirtazapin das Blutbild verändern?
Ja, das ist möglich. Laut Fachinformation wurde unter Mirtazapin über eine Knochenmarkdepression berichtet, vor allem über einen Mangel an Granulozyten bis hin zur Agranulozytose; die Packungsbeilage nennt die Häufigkeit als nicht bekannt. Treten Fieber, Halsschmerzen oder Geschwüre im Mund auf, sollen Sie laut Packungsbeilage die Einnahme beenden und sich sofort für eine Blutuntersuchung an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden. Meist kommen solche Anzeichen nach 4 bis 6 Behandlungswochen.
Was bedeutet Leukopenie unter Psychopharmaka?
Leukopenie heißt, dass die Zahl der weißen Blutkörperchen vermindert ist. Laut Fachinformationen ist sie unter Carbamazepin sehr häufig und unter Olanzapin, Quetiapin, Clozapin und Valproinsäure häufig. Bei Carbamazepin ist sie laut Fachinformation meist gutartig und vorübergehend und tritt vor allem in den ersten vier Behandlungsmonaten auf. Was ein auffälliger Wert für Ihre Behandlung bedeutet, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Welche Medikamente sollte man nicht mit Clozapin kombinieren?
Laut Packungsbeilage dürfen Sie Clozapin nicht zusammen mit Arzneimitteln einnehmen, die das Knochenmark beeinträchtigen oder dazu führen, dass der Körper weniger Blutkörperchen bildet, darunter Carbamazepin, bestimmte Antibiotika wie Chloramphenicol und Cotrimoxazol, Pyrazolon-Schmerzmittel, Penicillamin, Mittel einer Chemotherapie und langwirksame Depotspritzen mit Antipsychotika. Mit Valproinsäure kann laut Rote-Hand-Brief eine engere Kontrolle des Blutbilds in Betracht gezogen werden. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Mittel Sie sonst nehmen.
Erholt sich das Blutbild nach dem Absetzen wieder?
Bei Clozapin ist eine Agranulozytose laut Fachinformation im Allgemeinen nach dem Abbruch der Behandlung reversibel, laut Packungsbeilage sollte sich die Zahl der weißen Blutkörperchen dann wieder normalisieren. Bei Mirtazapin bildeten sich laut Fachinformation die meisten Fälle zurück. Bei Carbamazepin ist eine verminderte Zahl weißer Blutkörperchen oder Blutplättchen in der Mehrzahl der Fälle vorübergehend. Laut den Fachinformationen von Clozapin und Perazin wird das Blut weiter kontrolliert, bis sich die Werte normalisiert haben.
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