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Blutzucker und Blutfette unter Psychopharmaka
Viele Antipsychotika und einige Antidepressiva und weitere Psychopharmaka können laut Packungsbeilage den Blutzucker oder die Blutfette verändern; bei Olanzapin und Quetiapin sind erhöhte Werte als häufig oder sehr häufig angegeben. Ein hoher Blutzucker kann sich durch starken Durst, große Harnmengen, gesteigerten Appetit und Schwäche zeigen, veränderte Blutfette bemerken Sie möglicherweise nicht. Bei einer Schizophrenie sieht die S3-Leitlinie Kontrollen vor Beginn und regelmäßig während der Behandlung mit Antipsychotika vor.

Gemeint sind Veränderungen im Stoffwechsel, die sich in Blutwerten zeigen: ein erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie) oder eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), ein zu niedriger Blutzucker (Unterzuckerung, Hypoglykämie) und erhöhte Blutfette wie Cholesterin und Triglyceride. Die Packungsbeilagen beschreiben das in Alltagssprache, etwa als "Erhöhung der Zuckerwerte im Blut und Urin" bei Olanzapin, als "Änderungen bestimmter Blutfettwerte (Triglyceride und Gesamtcholesterin)" bei Quetiapin oder als "niedriger Blutzuckerspiegel" bei Haloperidol [1, 5, 10].
Wie oft eine Nebenwirkung vorkommt, geben die Packungsbeilagen in festen Klassen an: "sehr häufig" kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000 [5]. Was diese Angaben bedeuten, zeigt das Werkzeug Was heißt "häufig"?. Ob und wie stark sich die Werte verändern, zeigt eine Blutuntersuchung. Wann ein Wert auffällig ist, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Welche Psychopharmaka Blutzucker und Blutfette verändern können
Antipsychotika
Bei Olanzapin nennt die Packungsbeilage erhöhte Zuckerwerte in Blut und Urin sowie veränderte Blutfettwerte als häufig. Die Entwicklung oder Verschlechterung einer Zuckerkrankheit steht dort unter "gelegentlich", zum Teil verbunden mit einer Ketoazidose (laut Packungsbeilage Ketonkörper in Blut und Urin) oder einem Koma [1]. Laut Fachinformation kann das lebensbedrohlich sein [2]. Bei Quetiapin stehen Veränderungen von Triglyceriden und Gesamtcholesterin unter "sehr häufig", erhöhte Blutzuckerwerte unter "häufig" und eine Zuckerkrankheit oder die Verschlechterung einer bestehenden unter "gelegentlich" [5]. Die Fachinformation von Quetiapin beschreibt aus Studien neben einem Anstieg von Triglyceriden, LDL- und Gesamtcholesterin auch eine Abnahme des HDL-Cholesterins, das die Packungsbeilage "gutes Cholesterin" nennt [5, 6].
Bei Clozapin sind laut Packungsbeilage ein hoher Blutzuckerspiegel und eine Zuckerkrankheit selten, sehr hohe Werte von Triglyceriden oder Cholesterin sehr selten [3]. Die Fachinformation berichtet sehr selten von schweren Blutzuckeranstiegen mit Ketoazidose oder einem Koma, die lebensbedrohlich sein können, auch bei Menschen, die vorher keinen erhöhten Blutzucker hatten [4]. Bei Risperidon nennt die Packungsbeilage eine Zuckerkrankheit oder die Verschlimmerung eines Diabetes, einen hohen Blutzuckerspiegel und einen Anstieg des Cholesterins als gelegentlich [7]. Bei Aripiprazol nennt die Packungsbeilage eine Zuckerkrankheit als häufig und zu viel Zucker im Blut als gelegentlich. Laut Fachinformation wurde unter atypischen Antipsychotika einschließlich Aripiprazol über erhöhten Blutzucker berichtet, in einigen Fällen extrem und verbunden mit Ketoazidose oder Koma; auch das kann lebensbedrohlich sein [9]. Bei Haloperidol nennt die Packungsbeilage einen niedrigen Blutzuckerspiegel mit nicht bekannter Häufigkeit, die Fachinformation erwähnt Berichte über Unterzuckerungen [10, 11].
Laut Fachinformation von Clozapin werden atypische Antipsychotika einschließlich Clozapin mit Stoffwechselveränderungen in Verbindung gebracht, die das Risiko für Erkrankungen von Herz, Gefäßen und Hirngefäßen erhöhen können; dazu zählen ein erhöhter Blutzucker, veränderte Blutfette und eine Gewichtszunahme. Jedes Mittel dieser Klasse hat dabei laut Fachinformation sein eigenes Profil [4]. Genaue Risikoeinschätzungen, die direkte Vergleiche zwischen Aripiprazol und anderen atypischen Antipsychotika beim Blutzucker zulassen, gibt es laut Fachinformation von Aripiprazol nicht [9]. Mehr zum Gewicht lesen Sie unter Gewichtszunahme durch Psychopharmaka.
Antidepressiva
Bei den Antidepressiva enthalten die Packungsbeilagen Hinweise für Menschen mit Diabetes. Bei Sertralin heißt es, die Blutzuckerspiegel könnten verändert sein und die Diabetes-Arzneimittel müssten möglicherweise angepasst werden [12]. Ähnliche Hinweise stehen in den Packungsbeilagen von Citalopram, Amitriptylin und Venlafaxin [13, 15, 17]. Die Fachinformation von Fluoxetin beschreibt, dass eine Behandlung mit einem SSRI (selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) bei Diabetes die Blutzuckereinstellung beeinflussen kann: Während der Behandlung mit Fluoxetin traten Unterzuckerungen auf, nach dem Ende der Behandlung erhöhte Blutzuckerwerte [14].
Als Nebenwirkung führt die Packungsbeilage von Sertralin unter "selten" hohes Cholesterin, Probleme bei der Kontrolle der Blutzuckerwerte sowie niedrigen und erhöhten Blutzucker auf [12]. Bei Amitriptylin stehen erhöhte oder niedrige Blutzuckerwerte mit nicht bekannter Häufigkeit in der Packungsbeilage [17]. Bei Venlafaxin ist ein erhöhter Cholesterinspiegel als häufig angegeben [15].
Weitere Psychopharmaka
Bei Pregabalin nennt die Packungsbeilage niedrigen und hohen Blutzucker als gelegentlich. Bei einigen Menschen mit Diabetes, die unter Pregabalin zunehmen, kann es laut Packungsbeilage nötig werden, die Diabetes-Arzneimittel anzupassen [18]. Die Fachinformation von Levomethadon berichtet, dass unter Methadon im Zusammenhang mit einer Dosissteigerung Unterzuckerungen beobachtet wurden [19].
Kinder und Jugendliche
Bei Kindern und Jugendlichen mit einer Schizophrenie muss laut S3-Leitlinie grundsätzlich mehr auf Nebenwirkungen geachtet werden, und Kontrolluntersuchungen sind häufiger nötig als bei Erwachsenen [20]. Die Leitlinie verweist auf Empfehlungen, Blutfette und Blutzucker im nüchternen Zustand und/oder den Langzeitwert HbA1c bei Kindern und Jugendlichen unter allen Antipsychotika nach der Einstellung alle sechs Monate zu bestimmen statt nur jährlich [20]. Laut Fachinformation von Olanzapin wurden bei Jugendlichen in Kurzzeitstudien stärkere Veränderungen der Blutfette berichtet als bei Erwachsenen; für unter 18-Jährige wird Olanzapin dort nicht empfohlen [2]. Mehr dazu lesen Sie unter Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen.
Alle Wirkstoffe mit Datensatz im Überblick
Die drei Tabellen zeigen alle Wirkstoffe mit geprüftem Datensatz auf Psychopharmakon.de, deren Produktinformation einen erhöhten Blutzucker, eine Unterzuckerung oder erhöhte Blutfette nennt, jeweils mit der höchsten angegebenen Häufigkeit. Sie sind keine Rangliste: Jede Klasse stammt aus der Produktinformation eines einzelnen Präparats, und welches Mittel für Sie in Frage kommt, hängt von vielen weiteren Punkten ab, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen abwägt.
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Aripiprazol | Häufig | Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) · Zu viel Zucker im Blut · Beginn oder Verschlechterung einer Zuckerkrankheit, Ketoazidose (Ausscheidung von Ketonen in Blut und Urin) oder Koma · Hoher Blutzucker · Bei Bluttests… |
| Olanzapin | Häufig | Erhöhte Zuckerwerte im Blut und im Urin · Entwicklung oder Verschlechterung einer Zuckerkrankheit, gelegentlich mit Ketoazidose (Ketonkörper in Blut und Urin) oder Koma; laut Fachinformation kann das lebensbedrohlich… |
| Paliperidon | Häufig | Hoher Blutzuckerspiegel, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, verminderter Appetit · Diabetes oder Verschlimmerung eines Diabetes, erhöhtes Insulin im Blut · Lebensgefährliche Komplikationen eines unkontrollierten… |
| Perazin | Häufig | Unter mittleren bis hohen Dosen veränderter Zuckerbelastungstest (oraler Glukosetoleranztest) mit erhöhten Blutzuckerwerten |
| Quetiapin | Häufig | Erhöhter Blutzucker · Zuckerkrankheit (Diabetes) oder Verschlechterung eines bestehenden Diabetes |
| Amisulprid | Gelegentlich | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), erhöhte Triglycerid- und Cholesterinwerte im Blut |
| Cariprazin | Gelegentlich | Diabetes, erhöhter Blutzucker |
| Duloxetin | Gelegentlich | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), hauptsächlich bei Menschen mit Diabetes berichtet |
| Modafinil | Gelegentlich | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) |
| Pregabalin | Gelegentlich | Hoher Blutzucker; erhöhte Kreatinphosphokinase und erhöhtes Kreatinin im Blut, verringertes Kalium im Blut, verringerte Zahl der Blutplättchen |
| Risperidon | Gelegentlich | Diabetes oder Verschlechterung eines Diabetes, hoher Blutzucker, vermehrtes Trinken (Polydipsie) · Koma durch unkontrollierten Diabetes (diabetisches Koma) · Lebensbedrohliche Komplikationen eines unkontrollierten… |
| Vareniclin | Gelegentlich | Hoher Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) · Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) |
| Chlorprothixen | Selten | Verminderte Glucosetoleranz, erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie) |
| Clozapin | Selten | Hoher Blutzuckerspiegel, verminderte Glukosetoleranz und Diabetes mellitus · Schwere Hyperglykämie mit Ketoazidose oder hyperosmolarem Koma; Zeichen von unkontrolliertem Blutzucker sind Übelkeit oder Erbrechen,… |
| Flupentixol | Selten | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), gestörte Glukosetoleranz |
| Sertralin | Selten | Probleme bei der Kontrolle der Blutzuckerwerte (Diabetes), niedriger Blutzucker, erhöhter Blutzucker |
| Zuclopenthixol | Selten | Erhöhung des Blutzuckers, verminderte Glukosetoleranz im Labortest, Erhöhung der Blutfettwerte |
| Bupropion | Sehr selten | Änderungen des Blutzuckerspiegels |
| Doxepin | Sehr selten | Änderungen des Blutzuckerspiegels |
| Imipramin | Sehr selten | Erhöhung oder Erniedrigung der Blutzuckerwerte |
| Amitriptylin | Nicht bekannt | Erhöhte oder zu niedrige Blutzuckerwerte |
| Benperidol | Nicht bekannt | Unter Neuroleptika Gewichtszunahme und Erhöhung des Blutzuckerspiegels; in seltenen Fällen wurde ein Diabetes mellitus beobachtet |
| Lithium | Nicht bekannt | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), Anstieg des Kalziums im Blut (Hyperkalzämie) |
| Trimipramin | Nicht bekannt | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie); in epidemiologischen Studien hatten depressive Menschen unter trizyklischen Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (24 von 99). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Erhöhter Blutzucker als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (1 Wirkstoff)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Quetiapin | Metabolisches Syndrom: mindestens drei von mehr Bauchfett, erniedrigtem HDL-Cholesterin, erhöhten Triglyceriden, hohem Blutdruck, erhöhtem Blutzucker | Selten |
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Pregabalin | Gelegentlich | Niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) |
| Paliperidon | Selten | Lebensgefährliche Komplikationen eines unkontrollierten Diabetes (laut Fachinformation diabetische Ketoazidose), niedriger Blutzucker, verstärktes Trinken von Wasser |
| Risperidon | Selten | Niedriger Blutzucker, erhöhte Blutfette (Triglyzeride), erhöhtes Insulin im Blut |
| Sertralin | Selten | Probleme bei der Kontrolle der Blutzuckerwerte (Diabetes), niedriger Blutzucker, erhöhter Blutzucker |
| Bupropion | Sehr selten | Änderungen des Blutzuckerspiegels |
| Doxepin | Sehr selten | Änderungen des Blutzuckerspiegels |
| Imipramin | Sehr selten | Erhöhung oder Erniedrigung der Blutzuckerwerte |
| Amitriptylin | Nicht bekannt | Erhöhte oder zu niedrige Blutzuckerwerte |
| Haloperidol | Nicht bekannt | Niedriger Blutzuckerspiegel |
| Levomethadon | Nicht bekannt | Unterzuckerung (Hypoglykämie) |
| Methadon | Nicht bekannt | Unterzuckerung (Hypoglykämie) |
| Trimipramin | Nicht bekannt | Unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH), das den Wasserhaushalt regelt; Unterzuckerung (Hypoglykämie) |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (12 von 99). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Quetiapin | Sehr häufig | Erhöhte Triglyceride und erhöhtes Gesamtcholesterin · Erniedrigtes HDL-Cholesterin |
| Cariprazin | Häufig | Ungewöhnliche Blutfettwerte, z. B. Cholesterin und/oder Fett (Dyslipidämie) |
| Olanzapin | Häufig | Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin und Triglyceride) |
| Paroxetin | Häufig | Erhöhte Cholesterinwerte im Blut |
| Venlafaxin | Häufig | Erhöhter Cholesterinspiegel |
| Amisulprid | Gelegentlich | Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), erhöhte Triglycerid- und Cholesterinwerte im Blut |
| Desvenlafaxin | Gelegentlich | Erhöhter Cholesterinspiegel im Blut, erhöhter Triglyceridspiegel |
| Duloxetin | Gelegentlich | Erhöhter Cholesterinwert im Blut, den man selbst nicht bemerkt (laut Fachinformation Abschnitt 4.8 selten) |
| Milnacipran | Gelegentlich | Erhöhte Blutfette (Hyperlipidämie) |
| Modafinil | Gelegentlich | Erhöhtes Cholesterin im Blut (Hypercholesterinämie) |
| Paliperidon | Gelegentlich | Erhöhte Blutfette (Triglyzeride) und erhöhtes Cholesterin |
| Risperidon | Gelegentlich | Erhöhter Cholesterinwert im Blut · Niedriger Blutzucker, erhöhte Blutfette (Triglyzeride), erhöhtes Insulin im Blut |
| Melatonin | Selten | Erhöhte Blutfette (Hypertriglyzeridämie), niedriger Kalziumspiegel und niedriger Natriumspiegel im Blut |
| Sertralin | Selten | Erhöhtes Cholesterin (Hypercholesterinämie) · Erhöhte Cholesterinwerte im Blut, anormale Laborwerte, verändertes Sperma, Gerinnungsstörungen (veränderte Funktion der Blutplättchen) |
| Zuclopenthixol | Selten | Erhöhung des Blutzuckers, verminderte Glukosetoleranz im Labortest, Erhöhung der Blutfettwerte |
| Carbamazepin | Sehr selten | Erhöhte Cholesterinspiegel einschließlich HDL-Cholesterin und Triglyzeride, erhöhtes freies Cortisol im Blut und veränderte Schilddrüsenwerte |
| Clozapin | Sehr selten | Sehr hohe Werte von Triglyzeriden oder Cholesterin im Blut |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (17 von 99). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Erhöhte Blutfette als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (1 Wirkstoff)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Quetiapin | Metabolisches Syndrom: mindestens drei von mehr Bauchfett, erniedrigtem HDL-Cholesterin, erhöhten Triglyceriden, hohem Blutdruck, erhöhtem Blutzucker | Selten |
Warum es dazu kommt
Die S3-Leitlinie Schizophrenie (Version 5.0 vom Juni 2026, eine Living Guideline, die jährlich überprüft wird) bezeichnet die Abläufe, die unter Antipsychotika zu einer diabetischen Stoffwechsellage führen können, als bisher noch weitgehend unverstanden [20]. Für Clozapin heißt es in der Fachinformation, ein Mechanismus für diese mögliche Nebenwirkung sei bisher nicht bekannt [4].
Neben einer indirekten Wirkung über die Gewichtszunahme wird laut Leitlinie bei einigen Antipsychotika auch eine direkte Wirkung auf den Zuckerstoffwechsel diskutiert [20]. Die Fachinformationen von Olanzapin, Quetiapin und Risperidon berichten, dass in einigen Fällen vorher das Körpergewicht zugenommen hatte, was ein begünstigender Faktor sein könnte [2, 6, 8]. Als mögliche Mitursachen sind laut Leitlinie auch zu wenig Bewegung zu bedenken, etwa als Folge der Erkrankung, von Bewegungsstörungen oder einer Dämpfung (Sedierung), außerdem Rauchen und ein allgemein ungesunder Lebensstil [20].
Laut Leitlinie haben Menschen mit einer Schizophrenie schon vor Beginn einer Behandlung mit Antipsychotika ein erhöhtes Risiko für eine diabetische Stoffwechsellage, und die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken, ist bei ihnen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung bis um das Fünffache erhöht [20]. Als Risikofaktoren für schwere Komplikationen eines hohen Blutzuckers nennt die Fachinformation von Aripiprazol Fettleibigkeit und Diabetes in der Familie [9].
Erhöhte Triglyceride werden laut Fachinformation von Quetiapin auch mit einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) in Verbindung gebracht: Unter Quetiapin wurde über solche Entzündungen berichtet, und viele der Betroffenen hatten Faktoren wie erhöhte Triglyceridwerte, Gallensteine oder Alkoholkonsum [6].
Woran Sie Veränderungen erkennen
Ein hoher Blutzucker kann sich laut Packungsbeilage von Aripiprazol durch übermäßigen Durst, große Harnmengen, Appetitsteigerung und ein Schwächegefühl zeigen [9]. Die Fachinformationen von Olanzapin, Quetiapin und Risperidon nennen dieselben Anzeichen; Behandelte sollten laut Fachinformation darauf beobachtet werden [2, 6, 8]. Bei Clozapin beschreibt die Packungsbeilage als Zeichen eines unkontrollierten Blutzuckers unter anderem Übelkeit oder Erbrechen, Bauchschmerzen, übermäßigen Durst, übermäßiges Wasserlassen, Desorientierung oder Verwirrtheit [3].
Für Menschen mit Typ-2-Diabetes nennt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf gesundheitsinformation.de Anzeichen, die auf eine Unterzuckerung hindeuten können: schneller Puls, kalter Schweiß, blasse Gesichtsfarbe, Kopfschmerzen, Heißhunger, Zittern und weiche Knie, Unruhe, Nervosität und Angstgefühle sowie Konzentrationsstörungen bis zu Verwirrtheit. Die Beschwerden treten laut IQWiG nicht alle gleichzeitig auf [21].
Veränderte Blutfette bemerken Sie möglicherweise nicht selbst. Die Packungsbeilage von Venlafaxin zählt Veränderungen des Cholesterinspiegels zu den Nebenwirkungen, die Sie möglicherweise nicht erkennen; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt möchte deshalb eventuell gelegentlich Ihr Blut untersuchen, vor allem bei längerer Einnahme [15].
Ob ein Wert sich unter der Behandlung verändert hat, zeigt der Vergleich mit dem Ausgangswert. Die Fachinformation von Quetiapin sieht vor, Gewicht, Blutzucker und Blutfette zu Behandlungsbeginn zu bewerten und Änderungen während der Behandlung regelmäßig zu kontrollieren [6]. Veränderungen können auch später auftreten: Laut Fachinformation von Olanzapin nahm bei einer Einnahme über mindestens 48 Wochen der Anteil der Behandelten mit klinisch bedeutsamen Veränderungen von Blutzucker und Blutfetten mit der Zeit zu [2]. Ob eine Veränderung vom Medikament, von der Erkrankung oder von etwas anderem kommt, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt prüfen. Beschwerden wie starken Durst können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch notieren und zum nächsten Termin mitnehmen.
Welche Kontrollen vorgesehen sind
Bei einer Schizophrenie sieht die S3-Leitlinie folgende Kontrollen von Blutzucker, Langzeitwert HbA1c und Blutfetten unter Antipsychotika vor [20]:
- unter Clozapin und Olanzapin vor Beginn, nach 1, 3 und 6 Monaten und danach halbjährlich,
- unter Quetiapin und Risperidon vor Beginn, nach 1, 3 und 6 Monaten und danach jährlich,
- unter anderen Antipsychotika vor Beginn, nach 6 Monaten und danach jährlich.
Die Leitlinie versteht diese Zeitpunkte als Orientierungshilfe; bei Beschwerden oder auffälligen Vorbefunden müssen die Abstände angepasst werden [20]. Gegebenenfalls kommen ein Blutzuckertagesprofil oder ein Zuckerbelastungstest (Glukosetoleranztest) hinzu, insbesondere bei Clozapin und Olanzapin. Bei auffälligen Blutzuckerwerten nennt die Leitlinie gegebenenfalls eine Behandlung und monatliche Kontrollen, ebenso monatliche Blutzuckerkontrollen bei einem metabolischen Syndrom [20]. Ein metabolisches Syndrom ist laut Packungsbeilage von Quetiapin eine Erkrankung, bei der eine Kombination aus drei oder mehr der folgenden Veränderungen auftreten kann: mehr Fetteinlagerungen im Bauchbereich, weniger "gutes" HDL-Cholesterin, mehr Triglyceride, hoher Blutdruck und erhöhter Blutzucker [5].
Schon bei einer ersten Erkrankung an Schizophrenie sollen laut Leitlinie Untersuchungen angeboten werden, darunter der Nüchternblutzucker und gegebenenfalls der HbA1c-Wert (Empfehlung 8) [20]. Betroffene, Angehörige und andere Vertrauenspersonen sollen über die nötigen Kontrollen informiert werden (Empfehlung 55) [20].
Die Fachinformationen nennen eigene Zeitpunkte. Für Olanzapin sind es zum Beispiel Blutzuckerbestimmungen zu Beginn, 12 Wochen nach Beginn und danach jährlich, für die Blutfette zu Beginn, nach 12 Wochen und danach alle 5 Jahre [2]. Laut Fachinformation von Clozapin sollten bei Risikofaktoren für Diabetes, etwa Fettleibigkeit oder Diabetes in der Familie, die Nüchternblutzuckerwerte zu Beginn und regelmäßig während der Behandlung untersucht werden; für die Blutfette empfiehlt sie Kontrollen zu Beginn und regelmäßig im Verlauf [4]. Menschen mit Diabetes sollten laut den Fachinformationen von Olanzapin, Quetiapin, Risperidon und Aripiprazol regelmäßig auf eine Verschlechterung der Blutzuckereinstellung untersucht werden, bei Olanzapin, Quetiapin und Aripiprazol auch Menschen mit Risikofaktoren für Diabetes [2, 6, 8, 9].
Für Venlafaxin sollte laut Fachinformation bei einer Langzeitbehandlung eine Bestimmung des Cholesterinspiegels erwogen werden [16]. Für Levomethadon empfiehlt die Fachinformation, den Blutzucker während einer Dosissteigerung regelmäßig zu überwachen [19]. Mehr zu Untersuchungen während der Behandlung lesen Sie unter Kontrollen und Blutwerte.
Was Sie tun können

Setzen Sie ein Psychopharmakon wegen veränderter Blutwerte nicht selbst ab und ändern Sie die Dosis nicht eigenmächtig. Nehmen Sie die vereinbarten Kontrollen wahr und lassen Sie sich die Ergebnisse erklären. Haben Sie Diabetes oder einen hohen Blutzucker, sagen Sie das Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Darum bittet etwa die Packungsbeilage von Olanzapin, die von Aripiprazol schon vor der Behandlung und auch bei Diabetes in der Familie [1, 9]. Alle Medikamente, die Sie einnehmen, können Sie im Medikationsplan festhalten.
Was bei auffälligen Werten geschieht, entscheidet die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen. Laut Fachinformation von Olanzapin sind Veränderungen der Blutfette zu behandeln, wie es klinisch erforderlich ist; bei Quetiapin sollten sie klinisch entsprechend behandelt werden [2, 6]. Bei einer Schizophrenie soll laut S3-Leitlinie unter anderem Menschen mit abnormen Blutfettwerten, einem Diabetes oder einem Risiko für Diabetes eine Behandlung entsprechend den geltenden Empfehlungen angeboten werden (Empfehlung 6) [20]. Je nach Schwere einer Nebenwirkung von Antipsychotika soll nach Abwägung von Nutzen und Risiko eine Anpassung oder Verringerung der Dosis, eine Umstellung auf ein anderes Präparat oder das Absetzen angeboten werden (Empfehlung 52) [20]. Laut Fachinformation von Clozapin sollte ein Absetzen erwogen werden, wenn die medikamentöse Behandlung eines hohen Blutzuckers nicht erfolgreich war [4]. Bei jedem Wechsel des Präparats ist laut Leitlinie die Gefahr einer Verschlechterung der Erkrankung zu beachten [20].
Für Antipsychotika nennt die S3-Leitlinie außerdem Angebote gegen eine Gewichtszunahme, die beim Umsetzen im Alltag helfen. Zu Beginn der Behandlung oder spätestens bei einer Gewichtszunahme um mehr als 3 Prozent des Ausgangsgewichts sollen psychotherapeutische und psychosoziale Angebote gemacht werden, um einer weiteren Zunahme vorzubeugen oder das Gewicht zu verringern, zum Beispiel Ernährungsberatung, Psychoedukation (Wissen über Erkrankung und Behandlung) und Bewegungsprogramme (Empfehlung 53) [20]. Die Leitlinie beschreibt eine Metaanalyse, nach der Ernährungsprogramme bei Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen unter anderem zu niedrigeren Nüchternblutzuckerwerten führten [20]. Im Zusammenhang mit einer Gewichtszunahme rät die Packungsbeilage von Olanzapin, sich bei Bedarf an einen Ernährungsberater zu wenden oder einen Diätplan zu befolgen [1].
Muss das Antipsychotikum weiter eingenommen werden, ist das Gewicht um mehr als 3 Prozent gestiegen oder bestehen zusätzliche Risikofaktoren für Herz und Gefäße, und haben die psychotherapeutischen und psychosozialen Angebote nicht oder nicht ausreichend geholfen, dann soll laut S3-Leitlinie unter Berücksichtigung der Risiken einer zusätzlichen medikamentösen Behandlung ein Behandlungsversuch mit dem Diabetesmittel Metformin zur Gewichtsabnahme angeboten werden (Empfehlung 54) [20]. Für diesen Zweck ist Metformin nicht zugelassen; die Leitlinie kennzeichnet den Einsatz als Anwendung außerhalb der Zulassung (off-label) [20]. Ob das für Sie in Frage kommt, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt prüfen.
Wann Sie ärztlichen Rat brauchen
Bei Clozapin gehören Zeichen eines unkontrollierten Blutzuckers zu den Beschwerden, bei denen Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren sollen, bevor Sie die nächste Tablette einnehmen [3]. Haben Sie Diabetes, sprechen Sie veränderte Blutzuckerwerte unter einem Psychopharmakon zeitnah an: Laut den Packungsbeilagen von Sertralin, Citalopram, Amitriptylin und Venlafaxin müssen Insulin oder andere Diabetesmittel möglicherweise angepasst werden [12, 13, 15, 17]. Ein sehr stark erhöhter Blutzucker und eine starke Unterzuckerung können laut IQWiG zu Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit führen. Bei Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit durch einen stark erhöhten Blutzucker sollte laut IQWiG unter der Nummer 112 der Rettungsdienst gerufen werden; bei einer starken Unterzuckerung sollte sofort unter der Notfallnummer 112 ärztliche Hilfe gerufen werden, wenn Angehörige nicht das Hormon Glukagon spritzen können [21]. Wenn es Ihnen seelisch schlecht geht, finden Sie unter Hilfe in der Krise Telefonnummern und Anlaufstellen, die sofort erreichbar sind.
Quellen
- Gebrauchsinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten (2,5 mg bis 20 mg). ratiopharm GmbH. Stand 04/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2020. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Quetiapin-ratiopharm 50/150/200/300/400 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Risperidon AbZ 1 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 23.10.2026
- EMA-Produktinformation ABILIFY (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, und Anhang III B: Packungsbeilage ABILIFY Tabletten. Otsuka Pharmaceutical Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Citalopram-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Fluoxetin-ratiopharm 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg/75 mg/150 mg Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Venlafaxin-ratiopharm Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln (25 bis 300 mg). ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Levomethadon-neuraxpharm 5 mg/ml Lösung zum Einnehmen. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026), Living Guideline mit jährlicher Überprüfung. abgerufen am 23.10.2026
- Über- und Unterzuckerung bei Typ-2-Diabetes. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand aktualisiert am 18.10.2023. abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Können Neuroleptika Diabetes auslösen?
Bei einigen Antipsychotika (Neuroleptika) nennen die Packungsbeilagen eine Zuckerkrankheit oder ihre Verschlechterung als Nebenwirkung, etwa bei Aripiprazol als häufig, bei Olanzapin, Quetiapin und Risperidon als gelegentlich und bei Clozapin als selten. Die S3-Leitlinie Schizophrenie diskutiert neben der Gewichtszunahme auch eine direkte Wirkung mancher Antipsychotika auf den Zuckerstoffwechsel und weist darauf hin, dass Menschen mit einer Schizophrenie schon vor der Behandlung ein erhöhtes Diabetesrisiko haben. Regelmäßige Kontrollen zeigen, ob sich Ihr Blutzucker verändert.
Erhöhen Neuroleptika das Cholesterin?
Bei mehreren Antipsychotika steht das in der Packungsbeilage. Bei Quetiapin sind Veränderungen von Triglyceriden und Gesamtcholesterin als sehr häufig angegeben, bei Olanzapin veränderte Blutfettwerte als häufig, bei Risperidon ein Anstieg des Cholesterins als gelegentlich. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt die Angaben für alle Wirkstoffe mit geprüftem Datensatz.
Welche Psychopharmaka erhöhen das Cholesterin?
Erhöhte Blutfette nennen die Produktinformationen von Antipsychotika, aber auch von einigen Antidepressiva, etwa Venlafaxin (häufig) und Sertralin (selten). Die Tabelle "Erhöhte Blutfette" auf dieser Seite listet alle Wirkstoffe mit geprüftem Datensatz und ihre Häufigkeit. Eine Rangliste ist das nicht; welches Mittel zu Ihnen passt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Können Antidepressiva den Blutzucker verändern?
Ja. Für Menschen mit Diabetes enthalten die Packungsbeilagen dazu Hinweise. Bei Sertralin und Venlafaxin heißt es, der Blutzucker könne sich verändern und die Diabetesmittel müssten möglicherweise angepasst werden; auch die Packungsbeilagen von Citalopram und Amitriptylin weisen darauf hin, dass die Diabetesbehandlung möglicherweise angepasst werden muss. Unter Fluoxetin traten laut Fachinformation bei Diabetes Unterzuckerungen auf, nach dem Ende der Behandlung erhöhte Werte.
Woran erkenne ich einen zu hohen Blutzucker?
Laut den Produktinformationen von Aripiprazol, Olanzapin und Quetiapin kann sich ein hoher Blutzucker durch übermäßigen Durst, große Harnmengen, gesteigerten Appetit und Schwäche zeigen. Bei Clozapin nennt die Packungsbeilage außerdem Übelkeit oder Erbrechen, Bauchschmerzen, Desorientierung oder Verwirrtheit; dann sollen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, noch vor der nächsten Tablette.
Wie oft sollten Blutzucker und Blutfette kontrolliert werden?
Bei einer Schizophrenie nennt die S3-Leitlinie für Antipsychotika Kontrollen vor Beginn und danach in regelmäßigen Abständen: unter Clozapin und Olanzapin nach 1, 3 und 6 Monaten und dann halbjährlich, unter Quetiapin und Risperidon nach 1, 3 und 6 Monaten und dann jährlich, unter anderen Antipsychotika nach 6 Monaten und dann jährlich. Die Fachinformationen nennen teils eigene Zeitpunkte. Welche Kontrollen bei Ihnen nötig sind, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Soll ich das Medikament absetzen, wenn der Blutzucker steigt?
Nein, nicht auf eigene Faust. Ob die Dosis angepasst, auf ein anderes Präparat umgestellt oder das Mittel abgesetzt wird, ist bei Antipsychotika laut S3-Leitlinie Schizophrenie eine Abwägung von Nutzen und Risiko; bei jedem Wechsel ist die Gefahr einer Verschlechterung der Erkrankung zu beachten. Menschen mit einer Schizophrenie und einem Diabetes soll laut Leitlinie außerdem eine Behandlung nach den geltenden Empfehlungen angeboten werden. Besprechen Sie veränderte Werte deshalb mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
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