MedikamenteDetailfrage
Clozapin und Blutbildkontrollen
Clozapin kann laut Fachinformation eine Agranulozytose auslösen, einen schweren Mangel an weißen Blutkörperchen, die der Körper zur Abwehr von Infektionen braucht; ob sie sich entwickelt, kann die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage nur durch regelmäßige Blutuntersuchungen feststellen. Die Zahl der neutrophilen Granulozyten muss laut Fachinformation vor Beginn, in den ersten 18 Wochen wöchentlich und danach bis zum Ende des ersten Behandlungsjahres monatlich kontrolliert werden, später in größeren Abständen, wenn keine Verminderung (Neutropenie) aufgetreten ist. Bei Anzeichen einer Erkältung, Fieber, grippeartigen Beschwerden, Halsschmerzen oder einer anderen Infektion informieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die nächste Tablette einnehmen.

Clozapin gehört zu den Antipsychotika und darf nur angewendet werden, wenn regelmäßige Blutuntersuchungen möglich sind. Zugelassen ist es laut Fachinformation bei einer Schizophrenie, die auf andere Antipsychotika nicht ausreichend anspricht (keine befriedigende Besserung trotz angemessener Dosen von mindestens zwei verschiedenen Antipsychotika, darunter ein atypisches, über eine angemessene Dauer), und bei Menschen mit Schizophrenie, die auf andere Antipsychotika, darunter ein atypisches, mit schweren, nicht behandelbaren neurologischen Nebenwirkungen reagieren. Das zweite Anwendungsgebiet sind Psychosen im Verlauf einer Parkinson-Krankheit nach Versagen der Standardbehandlung; die Fachinformation von Clozapin-ratiopharm nennt es nur für die Tabletten mit 100 mg. Wegen des Risikos einer Agranulozytose ist die Anwendung laut Fachinformation auf diese Anwendungsgebiete beschränkt und auf Menschen, bei denen regelmäßige Blutbildkontrollen durchgeführt werden können. [1, 2]
Warum das Blutbild kontrolliert wird
Clozapin kann eine Agranulozytose auslösen, eine schwerwiegende Verringerung der weißen Blutkörperchen im Blut; die Packungsbeilage beschreibt sie auch als Fehlen von weißen Blutkörperchen. Der Körper braucht weiße Blutkörperchen, um Infektionen zu bekämpfen. Ob sich eine Agranulozytose entwickelt, kann die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage nur durch regelmäßige Blutuntersuchungen feststellen. [1]
Laut Fachinformation ist die Agranulozytose ein grundsätzliches Risiko der Behandlung mit Clozapin. Sie bildet sich nach dem Abbruch der Behandlung im Allgemeinen zurück, kann aber zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen und lebensbedrohlich sein. Um die Entwicklung einer lebensbedrohlichen Agranulozytose zu vermeiden, muss Clozapin gegebenenfalls sofort abgesetzt werden; die Kontrolle ist deshalb laut Fachinformation zwingend erforderlich. Seit diese Kontrollen eingeführt wurden, sind Agranulozytosen laut Fachinformation deutlich seltener geworden. [2]
In der Fachinformation steht eine Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie) unter den häufigen Nebenwirkungen, sie kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen; die Agranulozytose ist gelegentlich und kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen. [1, 2]
Seit dem Rote-Hand-Brief vom September 2025 wird empfohlen, die Überwachung nur noch auf die Zahl der neutrophilen Granulozyten zu stützen, einer Gruppe der weißen Blutkörperchen; gemeint ist die sogenannte absolute Neutrophilenzahl. Die Anforderung, die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) zu überwachen, wurde aufgehoben, weil die Neutrophilenzahl ausreicht; der Rote-Hand-Brief nennt sie einen spezifischeren und klinisch bedeutsameren Marker für das Risiko einer Neutropenie. Eine Verminderung der neutrophilen Granulozyten heißt Neutropenie; der Rote-Hand-Brief unterscheidet eine leichte, eine mittelschwere und eine schwere Neutropenie. [2, 3]
Zum zeitlichen Verlauf: In einer großen Beobachtung aus Großbritannien, die die Fachinformation wiedergibt, traten die meisten Agranulozytosen in den ersten 18 Behandlungswochen auf. Laut Rote-Hand-Brief deuten neue Erkenntnisse aus der Fachliteratur darauf hin, dass eine Neutropenie unter Clozapin jederzeit auftreten kann, aber vor allem im ersten Jahr beobachtet wird; die Zahl neuer Fälle ist in den ersten 18 Behandlungswochen am höchsten, nimmt danach ab und wird bei Menschen ohne frühere Neutropenie nach 2 Behandlungsjahren zunehmend geringer. [2, 3]
Vor Beginn der Behandlung
Vor Beginn müssen laut Fachinformation eine Blutbildkontrolle, eine Befragung zu Vorerkrankungen und eine sorgfältige körperliche Untersuchung erfolgen. Innerhalb von 10 Tagen vor Beginn ist ein Differenzialblutbild zu kontrollieren, um sicherzustellen, dass nur Menschen mit einer normalen Zahl der neutrophilen Granulozyten Clozapin erhalten. Die Packungsbeilage bittet Sie, darauf zu achten, dass diese Blutuntersuchung gemacht wurde, bevor Sie mit der Einnahme beginnen; Sie dürfen Clozapin nur einnehmen, wenn Ihre Blutzellzahlen normal sind. [1, 2]
Außerdem muss die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation nach bestem Wissen sicherstellen, dass nicht schon früher Blutbildveränderungen durch Clozapin aufgetreten sind, die einen Abbruch der Behandlung erforderten. Laut Packungsbeilage darf Clozapin unter anderem nicht eingenommen werden, wenn keine regelmäßigen Blutuntersuchungen möglich sind, wenn Sie früher einmal niedrige Zahlen an weißen Blutkörperchen hatten, insbesondere durch ein Arzneimittel (Ausnahme: ein Mangel an weißen Blutkörperchen durch eine Chemotherapie), wenn eine frühere Behandlung mit Clozapin wegen schwerer Nebenwirkungen abgebrochen werden musste, bei einer Erkrankung des Knochenmarks, jetzt oder früher, und wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die das Knochenmark beeinträchtigen oder die Zahl der weißen Blutkörperchen verringern. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft. [1, 2]
Für Menschen mit einer bestätigten gutartigen ethnisch bedingten Neutropenie (BEN) gelten laut Fachinformation und Rote-Hand-Brief eigene, niedrigere Grenzwerte für Beginn und Fortsetzung der Behandlung. Sie müssen laut Fachinformation besonders beobachtet werden, und ihre Behandlung kann mit Zustimmung einer Hämatologin oder eines Hämatologen begonnen werden. [2, 3]
Wie oft das Blutbild kontrolliert wird
Nach Beginn der Behandlung müssen die Kontrollen der Neutrophilenzahl laut Fachinformation und Rote-Hand-Brief in den ersten 18 Wochen wöchentlich und in den folgenden 34 Wochen monatlich erfolgen, also bis zum Ende des ersten Behandlungsjahres. Ist im ersten Jahr keine Neutropenie aufgetreten, sollte die Neutrophilenzahl laut Fachinformation danach alle 12 Wochen kontrolliert werden; laut Rote-Hand-Brief kann die Überwachung dann auf einmal alle 12 Wochen verringert werden. Ist in den ersten zwei Jahren keine Neutropenie aufgetreten, muss sie laut Fachinformation nur noch einmal jährlich kontrolliert werden; laut Rote-Hand-Brief sollte sie dann einmal jährlich überprüft werden. [2, 3]
| Zeitraum | Kontrolle der Neutrophilenzahl |
|---|---|
| Vor Beginn | Differenzialblutbild innerhalb von 10 Tagen vor der ersten Einnahme [2] |
| Woche 1 bis 18 | wöchentlich [2, 3] |
| Woche 19 bis 52 | monatlich [2, 3] |
| 2. Behandlungsjahr, wenn im 1. Jahr keine Neutropenie auftrat | alle 12 Wochen [2, 3] |
| Ab dem 3. Behandlungsjahr, wenn in den ersten 2 Jahren keine Neutropenie auftrat | einmal jährlich [2, 3] |
| Nach einer leichten Neutropenie, die sich stabilisiert hat oder abgeklungen ist | monatlich während der gesamten Behandlung [2, 3] |
| Bei Zeichen einer Infektion | sofort [2, 3] |
| Ältere Menschen und zusätzliche Behandlung mit Valproinsäure | zusätzliche Kontrolle erwägen, besonders zu Beginn [2, 3] |
| Nach dem Ende der Behandlung | je nach bisherigem Verlauf 4 Wochen lang wöchentlich oder bis sich das Blutbild normalisiert hat [2] |
Neutropenie: Verminderung der neutrophilen Granulozyten. Die Abstände gelten, solange keine auffälligen Werte auftreten.
Wann und wo die Untersuchungen stattfinden, sagt Ihnen laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Rezepte sollen laut Fachinformation nicht für einen längeren Zeitraum ausgestellt werden als der Abstand zwischen zwei Blutbildkontrollen. [1, 2]
Eine zusätzliche Kontrolle sollte laut Fachinformation bei älteren Menschen und nach zusätzlicher Gabe von Valproinsäure erwogen werden, besonders in der Anfangsphase; laut Rote-Hand-Brief kann dann eine engmaschigere Überwachung in Betracht gezogen werden. Die gleichzeitige Behandlung mit Valproinsäure kann laut Fachinformation das Risiko für eine Neutropenie und für eine durch Clozapin ausgelöste Herzmuskelentzündung erhöhen; ist sie unerlässlich, ist eine sorgfältige Überwachung erforderlich. [2, 3]
Was bei auffälligen Werten geschieht

Für auffällige Werte nennt die Fachinformation feste Grenzwerte und Maßnahmen; was ein Wert für Ihre Behandlung bedeutet, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Sinkt die Neutrophilenzahl während der Behandlung in den Bereich einer leichten Neutropenie, müssen die Blutbildkontrollen laut Fachinformation mindestens zweimal wöchentlich erfolgen, bis sich die Werte stabilisieren oder wieder ansteigen; die Behandlung wird dabei fortgesetzt. Nach der Stabilisierung oder dem Abklingen muss die Neutrophilenzahl während der gesamten Behandlung monatlich kontrolliert werden. [2, 3]
Fällt die Neutrophilenzahl unter den in der Fachinformation genannten Grenzwert, muss die Ärztin oder der Arzt Clozapin sofort absetzen. Das Differenzialblutbild muss dann täglich bestimmt werden, bis sich das Blutbild normalisiert hat, und die Behandelten müssen engmaschig auf grippeähnliche Beschwerden und andere Zeichen einer Infektion überwacht werden. Sinkt die Zahl nach dem Absetzen unter diesen Grenzwert, muss laut Fachinformation eine erfahrene Hämatologin oder ein erfahrener Hämatologe hinzugezogen werden. [2]
Wurde die Behandlung wegen einer Abnahme der Neutrophilenzahl abgebrochen, darf Clozapin laut Fachinformation nicht wieder angewendet werden. Die verschreibende Ärztin oder der verschreibende Arzt ist angehalten, die Ergebnisse aller Blutbildkontrollen aufzuzeichnen und alles zu tun, damit Clozapin nicht versehentlich erneut gegeben wird. In der Packungsbeilage heißt es dazu: Nimmt die Zahl Ihrer weißen Blutkörperchen ab, muss die Behandlung sofort beendet werden; die Zahl sollte sich danach wieder normalisieren. [1, 2]
Muss Clozapin plötzlich abgesetzt werden, etwa bei einer Verminderung der weißen Blutkörperchen, ist laut Fachinformation sorgfältig auf ein Wiederauftreten der Psychose und auf Absetzerscheinungen wie vermehrtes Schwitzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zu achten. Muss die Behandlung von Psychosen im Verlauf einer Parkinson-Krankheit wegen einer Neutropenie oder Agranulozytose beendet werden, ist laut Fachinformation eine sorgfältige psychiatrische Überwachung geboten, weil die Beschwerden schnell wieder auftreten können. [2]
Auch zu anderen Blutzellen enthält die Fachinformation Maßnahmen: Bei einer Eosinophilie, einer Vermehrung eines bestimmten Typs weißer Blutkörperchen, und bei einer Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) wird bei bestimmten Befunden empfohlen, Clozapin abzusetzen. Nach einer Eosinophilie sollte die Behandlung erst wieder begonnen werden, wenn die Werte unter eine bestimmte Grenze gesunken sind. [1, 2]
Warnzeichen: wann Sie sich sofort melden
Laut Packungsbeilage informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die nächste Tablette einnehmen, wenn Anzeichen einer Erkältung, Fieber, grippeartige Beschwerden, Halsschmerzen oder irgendeine andere Infektion auftreten. Dann muss dringend eine Blutuntersuchung erfolgen, um festzustellen, ob die Beschwerden auf das Arzneimittel zurückzuführen sind. Laut Fachinformation muss die Neutrophilenzahl auch bei Geschwüren in Mund oder Rachen sofort bestimmt werden, und die Praxis muss Sie bei jedem Termin daran erinnern, sich bei jeder beginnenden Infektion sofort zu melden. [1, 2]
Dasselbe gilt laut Packungsbeilage für Zeichen einer Blutvergiftung (Sepsis), also eine nachgewiesene oder stark vermutete Infektion mit Fieber oder erniedrigter Körpertemperatur, ungewöhnlich schneller Atmung, schnellem Herzschlag, veränderter Reaktionsfähigkeit oder verändertem Bewusstsein und Blutdruckabfall, und für spontane Blutungen oder blaue Flecken, die Anzeichen für eine Abnahme der Blutplättchen sein können. [1]
Vor allem in den ersten 3 Wochen kann laut Fachinformation vorübergehend Fieber über 38 °C auftreten, gelegentlich zusammen mit einem Anstieg oder Abfall der Neutrophilenzahl. Menschen mit Fieber sollten sorgfältig untersucht werden, um eine Infektion oder die Entwicklung einer Agranulozytose auszuschließen; bei hohem Fieber sollte laut Fachinformation auch an ein malignes neuroleptisches Syndrom gedacht werden. [2]
Laut Packungsbeilage wurde bei Menschen, die Clozapin einnehmen, ein leicht erhöhtes Risiko für Blutkrebs beobachtet, insbesondere bei längerer Behandlung. Als mögliche Zeichen nennt sie unter anderem unerklärliches Fieber, geschwollene Drüsen, anhaltende Infektionen, Nachtschweiß und leicht auftretende Blutergüsse oder Blutungen. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke. [1]
Wenn es Ihnen psychisch sehr schlecht geht, finden Sie Telefonnummern und Anlaufstellen unter Hilfe in der Krise.
Arzneimittel, die das Risiko erhöhen
Clozapin darf laut Packungsbeilage nicht zusammen mit Arzneimitteln eingenommen werden, die die Funktionsfähigkeit des Knochenmarks beeinträchtigen oder dazu führen, dass der Körper weniger Blutkörperchen bildet; sie erhöhen das Risiko einer Agranulozytose. Dazu gehören unter anderem Carbamazepin gegen Epilepsie, die Antibiotika Chloramphenicol und Sulfonamide wie Cotrimoxazol, Pyrazolon-Schmerzmittel wie Phenylbutazon, Penicillamin gegen rheumatische Gelenkentzündungen, zytotoxische Mittel einer Chemotherapie und langwirksame Depot-Injektionen von Antipsychotika. [1]
Lang wirkende Depot-Antipsychotika dürfen laut Fachinformation, Abschnitt Wechselwirkungen, nicht gleichzeitig mit Clozapin angewendet werden, weil sie nicht rasch aus dem Körper entfernt werden können, wenn das nötig ist, etwa bei einer Neutropenie; im Abschnitt Gegenanzeigen rät dieselbe Fachinformation von der gleichzeitigen Anwendung ab. Die Packungsbeilage nennt auch eine frühere Behandlung mit langwirksamen Depot-Injektionen als Grund, Clozapin nicht einzunehmen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen möchten, auch über Schmerzmittel. [1, 2]
Nach einer Pause und nach dem Ende der Behandlung
Haben Sie mehr als 48 Stunden kein Clozapin eingenommen, informieren Sie laut Packungsbeilage so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, die Behandlung wieder aufzunehmen, und liegt die letzte Einnahme mehr als zwei Tage zurück, muss sie laut Packungsbeilage wieder mit der Anfangsdosis beginnen. Wie oft danach kontrolliert wird, hängt laut Fachinformation davon ab, wie lange Sie schon behandelt wurden, ob früher eine Neutropenie aufgetreten ist und wie lange die Pause gedauert hat. Empfohlen wird: [1, 2]
- nach mehr als 2 Jahren Behandlung ohne Neutropenie das bisherige Kontrollschema, unabhängig von der Dauer der Pause, also jährliche Kontrollen [2, 3]
- nach einer Behandlung von mehr als 18 Wochen bis 2 Jahren oder nach einer längeren Behandlung mit einer früheren leichten Neutropenie und einer Pause von 3 Tagen bis unter 4 Wochen 6 Wochen lang wöchentliche Kontrollen, danach bei unauffälligem Blutbild Kontrollen in Abständen von höchstens 4 Wochen [2, 3]
- nach einer Pause von 4 Wochen oder länger in diesen Fällen in den nächsten 18 Behandlungswochen wöchentliche und danach monatliche Kontrollen; die Dosis wird dann wieder schrittweise aufgebaut [2, 3]
Nach dem Ende der Behandlung muss das Blutbild laut Fachinformation noch 4 Wochen lang überwacht werden oder bis es sich normalisiert hat; bei vollständigem Abbruch sollten die Behandelten 4 Wochen lang wöchentlich überwacht werden. Das entfällt laut Fachinformation, wenn die Behandlung nach mehr als 2 Jahren ohne Neutropenie aus anderen Gründen beendet wird. Die Packungsbeilage nennt als Gründe für die weiteren vier Wochen Blutuntersuchungen einen Abbruch wegen einer Agranulozytose, eine Überwachung von weniger als 2 Jahren und eine frühere Neutropenie, die nicht zu einer Unterbrechung geführt hat. [1, 2]
Weitere Kontrollen wie EKG, Blutzucker und Blutfette stehen auf der Seite Clozapin, andere Psychopharmaka mit Blutbildveränderungen unter Blutbildveränderungen.
Quellen
- Gebrauchsinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Rote-Hand-Brief Clozapin: Überarbeitete Empfehlungen zur routinemäßigen Blutbildkontrolle im Hinblick auf das Risiko einer Agranulozytose. Zulassungsinhaber clozapinhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 08.09.2025. abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Wie oft muss bei Clozapin Blut abgenommen werden?
Laut Fachinformation und Rote-Hand-Brief muss die Zahl der neutrophilen Granulozyten in den ersten 18 Wochen wöchentlich und in den folgenden 34 Wochen monatlich kontrolliert werden. Ist im ersten Jahr keine Neutropenie aufgetreten, sollte sie laut Fachinformation alle 12 Wochen kontrolliert werden; ist in den ersten zwei Jahren keine aufgetreten, muss sie laut Fachinformation nur noch einmal jährlich kontrolliert werden. Bei Zeichen einer Infektion muss sofort kontrolliert werden.
Warum wird bei Clozapin das Blutbild kontrolliert?
Clozapin kann eine Agranulozytose auslösen, eine schwerwiegende Verringerung der weißen Blutkörperchen, die laut Fachinformation zu einer Blutvergiftung führen und lebensbedrohlich sein kann. Um das zu vermeiden, muss Clozapin gegebenenfalls sofort abgesetzt werden; die Kontrolle ist deshalb laut Fachinformation zwingend erforderlich. Ob sich eine Agranulozytose entwickelt, kann die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage nur durch regelmäßige Blutuntersuchungen feststellen.
Was passiert, wenn die Werte unter Clozapin zu niedrig sind?
Bei einer leichten Neutropenie müssen die Blutbildkontrollen laut Fachinformation mindestens zweimal wöchentlich erfolgen, bis sich die Werte stabilisieren; danach muss während der gesamten Behandlung monatlich kontrolliert werden. Sinkt die Zahl unter den Grenzwert der Fachinformation, muss die Ärztin oder der Arzt Clozapin sofort absetzen; danach darf es nicht wieder angewendet werden. Was ein Wert für Sie bedeutet, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Muss das Blutbild auch nach Jahren noch kontrolliert werden?
Ja. Ist in den ersten zwei Jahren keine Neutropenie aufgetreten, muss die Neutrophilenzahl laut Fachinformation nur noch einmal jährlich kontrolliert werden; die Packungsbeilage nennt ebenfalls jährliche Blutuntersuchungen. Nach einer leichten Neutropenie, die sich stabilisiert hat oder abgeklungen ist, sollte die Kontrolle laut Fachinformation während der gesamten Behandlung monatlich erfolgen.
Was tun bei Fieber oder Halsschmerzen unter Clozapin?
Informieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die nächste Tablette einnehmen; dann muss dringend eine Blutuntersuchung erfolgen. Das gilt auch für Anzeichen einer Erkältung, grippeartige Beschwerden und jede andere Infektion. Vor allem in den ersten 3 Wochen kann laut Fachinformation vorübergehend Fieber auftreten; Menschen mit Fieber sollten sorgfältig untersucht werden, um eine Infektion oder eine Agranulozytose auszuschließen.
Welche Medikamente darf man nicht zusammen mit Clozapin nehmen?
Laut Packungsbeilage keine Arzneimittel, die das Knochenmark beeinträchtigen oder die Bildung von Blutkörperchen verringern, darunter Carbamazepin, die Antibiotika Chloramphenicol und Cotrimoxazol, Pyrazolon-Schmerzmittel wie Phenylbutazon, Penicillamin, Mittel einer Chemotherapie und langwirksame Depotspritzen mit Antipsychotika. Mit Valproinsäure kann laut Fachinformation das Risiko für eine Neutropenie steigen. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Mittel Sie sonst nehmen.
Wird die Zahl der Leukozyten noch gemessen?
Laut Rote-Hand-Brief vom September 2025 wurde die Anforderung aufgehoben, die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) zu überwachen, weil die Zahl der neutrophilen Granulozyten ausreicht. Die Kontrollen richten sich seitdem nach der absoluten Neutrophilenzahl.
Wird bei Clozapin auch der Spiegel im Blut gemessen?
Die Blutbildkontrollen erfassen die Zahl der weißen Blutkörperchen, nicht die Menge des Wirkstoffs im Blut. Wie viel Clozapin im Blut ist, kann sich laut Fachinformation unter anderem durch Koffein, einen plötzlichen Rauchstopp und andere Arzneimittel verändern. Ob bei Ihnen der Spiegel gemessen wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; mehr unter Medikamentenspiegel.
Wenn es Ihnen gerade sehr schlecht geht: Notruf 112 · TelefonSeelsorge 0800 111 0 111, 0800 111 0 222, 116 123 · Hilfe in der Krise
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