ErkrankungenErkrankung

Generalisierte Angststörung

Bei einer generalisierten Angststörung ist die Angst anhaltend und nicht an bestimmte Situationen gebunden; typisch sind ständige Nervosität, Anspannung, wechselnde körperliche Beschwerden und Sorgen, etwa dass einem selbst oder Angehörigen etwas zustoßen könnte. Laut S3-Leitlinie soll eine Psychotherapie oder eine Behandlung mit Medikamenten angeboten werden, empfohlen sind unter anderem die kognitive Verhaltenstherapie und die Wirkstoffe Escitalopram, Paroxetin, Duloxetin und Venlafaxin; Benzodiazepine sollen nicht angeboten werden. Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, gibt es sofort Hilfe, etwa über den Notruf 112 oder die TelefonSeelsorge.

Mann Ende dreißig sitzt in einem hellen Wohnzimmer im Sessel und spricht mit seiner Partnerin, beide halten eine Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Bei einer generalisierten Angststörung ist die Angst laut ICD-10-GM generalisiert und anhaltend. Sie ist weder auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt noch in solchen Situationen besonders betont; die ICD spricht von "frei flottierender" Angst [4]. Betroffene leiden laut S3-Leitlinie unter körperlichen Angstbeschwerden und unter Konzentrationsstörungen, Nervosität, Schlafstörungen und anderen seelischen Beschwerden. Anders als bei der Panikstörung kommen diese Beschwerden nicht gleichzeitig als Anfall, sie bestehen in wechselnder Kombination als unterschwelliger Dauerzustand. Wovor sie eigentlich Angst haben, können Betroffene in der Regel nicht angeben, und ständige Sorgen quälen sie [1]. In der Leitlinie wird sie auch mit GAD abgekürzt [1].

In der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland hatten innerhalb von zwölf Monaten 2,2 Prozent der Bevölkerung eine generalisierte Angststörung, Frauen mit 2,9 Prozent häufiger als Männer mit 1,5 Prozent [1]. Die Erkrankung beginnt laut Leitlinie im Median mit 31 Jahren, später als die anderen Angststörungen, und verläuft vor allem in Phasen [1]. Laut Leitlinie wird eine generalisierte Angststörung häufig fälschlich als Depression diagnostiziert, und in einer Studie suchten Betroffene nach der Hausarztpraxis am zweithäufigsten eine Praxis für Magen-Darm-Erkrankungen auf, deutlich seltener eine psychiatrische; diese Studien sind allerdings älter [1].

Grundlage dieser Seite ist vor allem die S3-Leitlinie "Behandlung von Angststörungen", Version 2 mit Stand vom 6. April 2021, und ihre Patientenleitlinie mit Stand vom 20. Juni 2022 [1, 2]. Die Leitlinienübersicht der DGPPN führt die Leitlinie mit dem Vermerk "Gültig bis: 05.04.2026"; diese Gültigkeit ist abgelaufen, eine neuere Fassung ist dort nicht aufgeführt [3]. Wofür die Medikamente zugelassen sind, steht auf dieser Seite nach den aktuellen Fachinformationen und Packungsbeilagen [5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 19]. Einen Überblick über alle Formen gibt die Seite Angststörungen.

Anzeichen einer generalisierten Angststörung

Zum Bild gehören laut ICD-10-GM wechselnde Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden. Häufig äußern Betroffene die Befürchtung, sie selbst oder Angehörige könnten demnächst erkranken oder einen Unfall haben [4]. Die Patientenleitlinie nennt außerdem Herzrasen, Übelkeit, Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen [2].

Im Mittelpunkt stehen die Sorgen. Laut S3-Leitlinie machen sich Betroffene meistens auch Sorgen über ihre ständige Besorgtheit, Fachleute sprechen von Meta-Sorgen [1]. Anders als die meisten Angststörungen geht die generalisierte Angststörung laut Leitlinie mit einer übertriebenen Ausprägung der Realangst einher, also der Furcht vor tatsächlichen Gefahren wie einer Verletzung oder dem Verlust eines Kindes; ein Beispiel ist die übergroße Besorgnis einer Mutter um ihr Kind [1].

In der ICD-10-GM trägt die generalisierte Angststörung den Schlüssel F41.1. Sie gehört zu den anderen Angststörungen (F41), bei denen die Angst die Hauptbeschwerde ist, ohne auf eine bestimmte Umgebung bezogen zu sein. Unter F41.1 fallen auch die Angstneurose, die Angstreaktion und der Angstzustand; ausgenommen ist die Neurasthenie (F48.0) [4]. Abzugrenzen ist die Kategorie "Angst und depressive Störung, gemischt" (F41.2): Sie gilt nur, wenn weder Angst noch Depression vorherrscht und keine für sich eine eigene Diagnose rechtfertigt; sind beide stark ausgeprägt, sollen beide Diagnosen gestellt werden [4].

Ursachen und Risiken

Angststörungen entstehen laut S3-Leitlinie aus einem komplexen Wechselspiel mehrerer Faktoren: Zu einer genetisch bedingten Anfälligkeit (Vulnerabilität) kommen psychosoziale Faktoren hinzu. Familien- und Zwillingsstudien zeigen auch für die generalisierte Angststörung einen erblichen Anteil [1]. Laut Patientenleitlinie sucht es sich niemand aus, an einer Angststörung zu leiden; diskutiert werden belastende Lebensereignisse, ungünstige Erziehungsstile und soziale Belastungen wie Arbeitslosigkeit ebenso wie biologische und erbliche Faktoren [2].

Nach lerntheoretischen Modellen treten die Sorgen häufig zuerst im Zusammenhang mit belastenden Lebensereignissen auf und können bei einer entsprechenden Veranlagung dauerhaft werden. Innere und äußere Reize, auch körperliche Beschwerden, werden als Zeichen einer Bedrohung gedeutet, und die Sorge verstärkt sich, wenn Betroffene ihre Möglichkeiten, Probleme zu bewältigen, gering einschätzen [1]. Aufrechterhalten wird die Störung laut Leitlinie durch Überzeugungen über das Sorgen selbst, etwa dass man durch Sorgen besser vorbereitet ist oder dass die ständigen Sorgen der Gesundheit schaden. Der Versuch, sorgenvolle Gedanken zu unterdrücken, verstärkt sie weiter [1].

Psychodynamische Modelle beschreiben laut Leitlinie eine verminderte Fähigkeit, Sicherheit, Gewissheit und Ruhe herzustellen, oft auf dem Hintergrund widersprüchlicher und verunsichernder Beziehungserfahrungen, etwa mit Eltern, die selbst an einer Angsterkrankung litten. Betroffene streben deshalb stark nach Sicherheit, zum Beispiel nach Nähe zu wichtigen Bezugspersonen; Reisen, Umzüge oder Verluste können dann Beschwerden auslösen [1]. Verlässliche biologische Marker für Angststörungen gibt es laut Leitlinie derzeit nicht. Dass viele Medikamente wirken, die die Übertragung von Serotonin beeinflussen, spricht dafür, dass dieser Botenstoff beteiligt ist [1].

Angststörungen treten laut Patientenleitlinie nicht selten zusammen mit weiteren psychischen oder körperlichen Beschwerden auf [2]. Laut Leitlinie gibt es bei Angststörungen vor allem ein erhöhtes Risiko für andere Angststörungen, Depressionen, somatoforme Störungen und Suchterkrankungen; erhebliche depressive Beschwerden sind bei der generalisierten Angststörung häufig [1]. Manche Medikamente können Angstbeschwerden auslösen [1].

Wie die Diagnose gestellt wird

Ob eine generalisierte Angststörung vorliegt, klären Ärztinnen, Ärzte oder Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im ausführlichen Gespräch; je offener Sie antworten, desto besser lassen sich laut Patientenleitlinie Diagnose und Behandlung planen [2]. Die Diagnostik sollte laut S3-Leitlinie einem Stufenplan folgen, vom offenen Gespräch über kurze Suchfragen, eine strukturierte Erhebung der Beschwerden, die Vorgeschichte und, mit Ihrem Einverständnis, Angaben von Angehörigen bis zur Abgrenzung gegen andere Erkrankungen und zur Einschätzung des Schweregrads [1].

Als Suchfragen nennen die Leitlinien zum Beispiel, ob Sie sich nervös oder angespannt fühlen, ob Sie sich häufig mehr Sorgen machen als andere Menschen, ob Sie das Gefühl haben, ständig besorgt zu sein und das nicht unter Kontrolle zu haben, und ob Sie oft fürchten, dass ein Unglück passieren könnte [1, 2]. Für die generalisierte Angststörung gibt es kurze Fragebögen wie GAD-2 und GAD-7. Dass ihr Einsatz die Behandlung verbessert, ist laut Leitlinie nicht belegt [1].

Körperliche Ursachen sollten ausgeschlossen werden. Wenigstens diese Untersuchungen sollten laut Leitlinie erfolgen: ausführliche Befragung, körperliche Untersuchung, Blutbild, Blutzucker, Blutsalze, der Schilddrüsenwert TSH und ein EKG mit Rhythmusstreifen, je nach Lage auch eine Bildgebung des Kopfes oder ein EEG [1]. Abgegrenzt werden außerdem andere psychische Erkrankungen wie eine Depression, andere Angststörungen, eine Zwangsstörung, eine Somatisierungsstörung, eine Alkoholabhängigkeit oder ein Medikamenten- oder Drogenentzug; im Zweifel sollte eine fachärztliche Abklärung erfolgen [1]. Mehr zur körperlichen Abklärung steht unter Angststörungen.

Behandlung im Überblick

Menschen mit einer generalisierten Angststörung soll laut S3-Leitlinie eine Psychotherapie oder eine Behandlung mit Medikamenten angeboten werden. Dabei soll Ihre Präferenz nach ausführlicher Aufklärung berücksichtigt werden; im Gespräch sollen besonders der Wirkungseintritt, die Nachhaltigkeit, unerwünschte Wirkungen und die Verfügbarkeit eine Rolle spielen [1]. Besteht zugleich eine Depression, soll eine leitliniengerechte antidepressive Behandlung erfolgen (siehe Depression). Hat eine Psychotherapie oder eine Behandlung mit Medikamenten nicht ausreichend gewirkt, soll die jeweils andere Behandlungsform angeboten werden, oder es kann eine Kombination beider angeboten werden. Ob eine Kombination den einzelnen Behandlungen überlegen ist, lässt sich laut Leitlinie nach der Studienlage nicht entscheiden [1].

Die Leitlinie stuft ihre Empfehlungen ab: "soll" steht für eine starke Empfehlung (Grad A), "sollte" für eine Empfehlung (Grad B), "kann" für eine offene Empfehlung (Grad 0); Empfehlungen aus der Erfahrung der Fachleute, für die Studien fehlen, heißen Klinischer Konsenspunkt (KKP) [2].

Psychotherapie

Eine kognitive Verhaltenstherapie (KVT) soll angeboten werden und sich an erprobten Behandlungsanleitungen (Manualen) orientieren. Wie lange sie dauern muss, lässt sich nach der Studienlage nicht belegen; die Dauer sollte nach Schwere, Begleiterkrankungen und Lebensumständen individuell geplant werden [1]. Die KVT kann als Gruppentherapie angeboten werden und sollte es, wenn keine Einzelbehandlung zur Verfügung steht [1]. Die Leitlinie beschreibt als Bausteine der KVT bei generalisierter Angststörung unter anderem [1]:

  • Informationen über die Erkrankung, die häufigen Sorgen und die körperlichen Angstbeschwerden
  • die Arbeit an den Sorgen über das Sorgen und an unrealistischen Annahmen über Nutzen und Nachteile des Sorgens, eine realistische Einschätzung, wie wahrscheinlich befürchtete Folgen sind, und der Umgang mit der Unfähigkeit, Unsicherheit auszuhalten, und mit Perfektionismus
  • die Konfrontation in der Vorstellung (in sensu) mit befürchteten persönlichen Katastrophen und das Lernen, angstbesetzte Erfahrungen auszuhalten, statt sie zu vermeiden
  • den Abbau von Sicherheitsverhalten, zum Beispiel von Rückversicherungsanrufen einer Mutter, ob ihre Kinder gesund sind
  • Entspannungsverfahren, Strategien der Akzeptanz und Achtsamkeit, Übungen zum Lösen von Problemen und die Vorbereitung auf Zeiten, in denen die Ängste wiederkommen

Die angewandte Entspannung (Applied Relaxation), eine abgewandelte Form der progressiven Muskelentspannung, mit der man lernt, sich in Anspannungssituationen gezielt zu entspannen, kann als zusätzlicher Baustein einer KVT angeboten werden [1]. Eine psychodynamische Psychotherapie sollte angeboten werden, wenn sich eine KVT nicht als wirksam erwiesen hat, nicht verfügbar ist oder Sie sie nach Aufklärung bevorzugen; auch sie soll sich an Manualen orientieren [1]. Sie geht laut Patientenleitlinie davon aus, dass Gefühle, Gedanken und Entscheidungen auch von unbewussten Einflüssen wie inneren Konflikten abhängen [2]. KVT-Programme im Internet können zur Überbrückung bis zum Therapiebeginn oder begleitend angeboten werden, als alleinige Behandlung sollen sie nicht angeboten werden [1]. Mehr unter Psychotherapie und Medikamente.

Medikamente bei generalisierter Angststörung

Eine Behandlung mit Medikamenten soll laut S3-Leitlinie nach allgemeinen medizinischen Standards erfolgen. Die Tabelle ist nach den Empfehlungsgraden geordnet; innerhalb eines Grades ist die Reihenfolge keine Rangfolge. Mehrere der genannten Mittel sind für die generalisierte Angststörung nicht zugelassen; wird ein Medikament außerhalb seiner Zulassung verordnet, sind laut Leitlinie medizinrechtliche Fragen zu beachten [1].

Medikamente bei generalisierter Angststörung laut S3-Leitlinie Angststörungen, Version 2, mit Zulassung laut Fachinformation und Beispielen für Nebenwirkungen
WirkstoffWas die S3-Leitlinie sagtGeneralisierte Angststörung in der FachinformationTypische Nebenwirkungen (Beispiel)
Escitalopram (SSRI)"soll" angeboten werden [1]zugelassen [5]laut Packungsbeilage sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten): Übelkeit, Kopfschmerzen [15]
Paroxetin (SSRI)"soll" angeboten werden [1]zugelassen [6]laut Fachinformation sehr häufig: Übelkeit, sexuelle Funktionsstörungen [6]
Duloxetin (SNRI)"soll" angeboten werden [1]zugelassen bei Erwachsenen, außerdem bei depressiven Erkrankungen und Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie [7]laut Packungsbeilage sehr häufig: Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Übelkeit, Mundtrockenheit [16]
Venlafaxin (SNRI)"soll" angeboten werden [1]zugelassen [8]laut Packungsbeilage sehr häufig: Schwindelgefühl, Kopfschmerz, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, Schwitzen einschließlich Nachtschweiß [17]
Pregabalin"sollte" angeboten werden; bei einer Suchterkrankung in der Vorgeschichte, insbesondere bei Mehrfachabhängigkeit (Polytoxikomanie), darf Pregabalin laut Leitlinie nicht angewendet werden [1]zugelassen bei Erwachsenen, außerdem bei Nervenschmerzen und als Zusatzbehandlung bei Epilepsie [9]laut Fachinformation sehr häufig: Benommenheit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen [9]
Sertralin (SSRI)"sollte" im Rahmen eines Therapieversuchs angeboten werden, wenn Mittel mit Grad A nicht gewirkt haben oder nicht vertragen wurden [1]nicht zugelassen; die Fachinformation nennt Depressionen, Panikstörung, Zwangsstörung, soziale Angststörung und posttraumatische Belastungsstörung [1, 19]laut Packungsbeilage sehr häufig: Schlaflosigkeit, Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Mundtrockenheit, fehlender Samenerguss, Müdigkeit [20]
Imipramin (trizyklisches Antidepressivum)"sollte" im Rahmen eines Therapieversuchs angeboten werden, wenn Mittel mit Grad A nicht gewirkt haben oder nicht vertragen wurden [1]nicht zugelassen; die Fachinformation nennt depressive Syndrome, eine langfristige Schmerzbehandlung sowie Bettnässen und Nachtangst (Pavor nocturnus) [1, 12]siehe Wirkstoffseite
Opipramol"kann" angeboten werden, wenn Mittel mit Grad A oder B nicht gewirkt haben oder nicht vertragen wurden [1]zugelassen, außerdem bei somatoformen Störungen [10]laut Fachinformation häufig, besonders zu Beginn: Müdigkeit, Mundtrockenheit, verstopfte Nase, niedriger Blutdruck und Kreislaufbeschwerden beim Aufstehen [10]
Buspiron"kann" angeboten werden, unter denselben Bedingungen wie Opipramol [1]laut Packungsbeilage für Angstzustände mit Angst, innerer Unruhe und Spannungszuständen; die generalisierte Angststörung nennt sie nicht eigens [11]laut Packungsbeilage sehr häufig: Schwindel, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit [11]
Quetiapin (Antipsychotikum)"kann" im Rahmen eines Therapieversuchs angeboten werden, wenn Mittel mit Grad A oder B nicht gewirkt haben oder nicht vertragen wurden [1]nicht zugelassen; die Fachinformation nennt Schizophrenie, bipolare Störungen und die Zusatzbehandlung bei Depressionen [1, 13]siehe Wirkstoffseite
Benzodiazepine, etwa Lorazepamwirken laut Leitlinie bei generalisierter Angststörung, sollen wegen gravierender Nebenwirkungen wie der Entwicklung einer Abhängigkeit aber nicht angeboten werden; in Ausnahmefällen können sie zeitlich befristet angewendet werden [1]Lorazepam: Kurzzeitbehandlung von Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen, wenn diese schwerwiegend sind, beeinträchtigen oder unzumutbar belasten; die generalisierte Angststörung nennt die Fachinformation nicht eigens [14]Lorazepam, laut Packungsbeilage sehr häufig: Beruhigung (Sedierung), Müdigkeit, Benommenheit [18]

Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Arzneimittels; weitere Angaben stehen auf den Wirkstoffseiten. Sie sollen laut Leitlinie darauf hingewiesen werden, dass Antidepressiva mit einer Verzögerung von etwa 2 Wochen wirken, die Spanne reicht von 1 bis 6 Wochen [1]. Laut Packungsbeilage von Duloxetin beginnt das Mittel bei den meisten Menschen mit generalisierter Angststörung innerhalb von zwei Wochen zu wirken; bis Sie sich besser fühlen, kann es zwei bis vier Wochen dauern [16]. Über unerwünschte Wirkungen sollen Sie aufgeklärt werden. Die Leitlinie nennt besonders: bei SSRI und SNRI Unruhe und Schlaflosigkeit in den ersten Tagen, sexuelle Funktionsstörungen und Beschwerden beim Absetzen; bei Pregabalin Schwindel, Benommenheit und Beschwerden beim Absetzen; bei trizyklischen Antidepressiva und Opipramol unter anderem Müdigkeit, Gewichtszunahme und Wirkungen auf Herz und Kreislauf [1]. Auch über Wechselwirkungen, Gegenanzeigen und Warnhinweise sollen Sie informiert werden [1].

Bestehen erhebliche depressive Beschwerden, was bei der generalisierten Angststörung laut Leitlinie häufig ist, sollte ein Antidepressivum verwendet werden, oder die angstlösende Behandlung mit einem anderen Mittel sollte durch ein Antidepressivum ergänzt werden [1]. Die beruhigende Wirkung mancher Medikamente, darunter Benzodiazepine, Pregabalin und Opipramol, kann sich laut Leitlinie mit der anderer beruhigender Psychopharmaka oder von Alkohol addieren (siehe Alkohol) [1].

Pregabalin

Die Wirkung von Pregabalin setzt laut Leitlinie schon in den ersten Tagen ein [1]. Trotz guter Belege für die Wirksamkeit erhält es laut Leitlinie nur eine "sollte"-Empfehlung, weil unerwünschte Wirkungen wie Schläfrigkeit und Benommenheit häufig sind und Fallberichte über Missbrauch vor allem bei Menschen mit einer Mehrfachabhängigkeit vorliegen. Bei Menschen mit einer Suchterkrankung in der Vorgeschichte, insbesondere bei Hinweisen auf Missbrauch von Opioid-Schmerzmitteln oder auf eine Mehrfachabhängigkeit, darf Pregabalin laut Leitlinie nicht angewendet werden [1].

Eine Abhängigkeitsentwicklung wie bei den Benzodiazepinen war laut Leitlinie von 2021 nicht bekannt [1]. Die aktuelle Fachinformation (Stand 11/2025) nennt dagegen, dass Pregabalin eine Arzneimittelabhängigkeit verursachen kann, die bei therapeutischen Dosen auftreten kann. Bei Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte kann das Risiko für Missbrauch und Abhängigkeit erhöht sein; Pregabalin sollte dann mit Vorsicht angewendet werden. Vor der Verordnung sollte das Risiko geprüft werden, und während der Behandlung sollte auf Anzeichen wie Gewöhnung, Dosissteigerung und Verlangen nach dem Wirkstoff geachtet werden [9]. Führen Sie laut Fachinformation kein Fahrzeug und bedienen Sie keine komplexen Maschinen, solange nicht bekannt ist, ob Pregabalin diese Fähigkeit beeinträchtigt; es kann Benommenheit und Schläfrigkeit hervorrufen [9]. Was die Fachinformation zu Beschwerden nach dem Absetzen sagt, steht unter Wann Sie sofort Hilfe brauchen; Angaben zur Dosierung auf der Seite Pregabalin.

Opipramol, Buspiron und Hydroxyzin

Opipramol ist laut Leitlinie eine trizyklische Substanz, die den trizyklischen Antidepressiva ähnelt, aber nicht als Antidepressivum zugelassen ist; zur generalisierten Angststörung gibt es nur eine kontrollierte Studie. Buspiron wirkt am Serotonin-Rezeptor 5-HT1A; seine Wirkung war in einigen kontrollierten Studien nachweisbar, aber nicht in allen [1]. Opipramol kann laut Fachinformation auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist, verstärkt zu Beginn der Behandlung und zusammen mit anderen auf das Gehirn wirkenden Medikamenten oder Alkohol [10]. Mehr unter Autofahren.

Das Antihistaminikum Hydroxyzin war in Studien bei generalisierter Angststörung wirksam. Laut Leitlinie ist es in Deutschland nicht für die Behandlung der definierten Angststörungen zugelassen; wegen seiner beruhigenden Wirkung sollte es nur verwendet werden, wenn andere Medikamente nicht gewirkt haben oder nicht vertragen wurden. Für die Praxis hält die Leitliniengruppe es nicht für relevant [1]. Die Packungsbeilage eines Hydroxyzin-Präparats (Stand 01/2024) nennt als Anwendungsgebiete die symptomatische Behandlung von Angstzuständen bei Erwachsenen und die Behandlung von Juckreiz; eine bestimmte Angststörung nennt sie nicht [21].

Benzodiazepine

Benzodiazepine sind laut S3-Leitlinie bei generalisierter Angststörung wirksam. Trotzdem sollen sie wegen der gravierenden Nebenwirkungen wie der Entwicklung einer Abhängigkeit nicht angeboten werden. In Ausnahmefällen, zum Beispiel bei schweren Herzerkrankungen oder Gegenanzeigen gegen die Standardmedikamente, können sie unter sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken zeitlich befristet angewendet werden [1]. In einem solchen begründeten Ausnahmefall sollte die Behandlung in der Regel nur wenige Wochen dauern; nach längerer Behandlung sollten Benzodiazepine sehr langsam, gegebenenfalls über mehrere Wochen, ausgeschlichen werden, um Entzugserscheinungen zu vermeiden [1]. Als wichtige Nebenwirkungen nennt die Leitlinie Abhängigkeit, Gewöhnung, eine verlängerte Reaktionszeit und Stürze [1]. Beenden Sie eine Behandlung nicht plötzlich und nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr unter Benzodiazepine absetzen.

Pflanzliche Mittel

Für einen bestimmten Lavendelölextrakt zeigte laut Leitlinie eine Studie eine Wirkung bei generalisierter Angststörung; Studien zur Langzeitbehandlung fehlen. In Deutschland ist der Extrakt laut Leitlinie nicht für Angststörungen nach der ICD-10 zugelassen, sondern für "Unruhezustände bei ängstlicher Verstimmung", und rezeptfrei erhältlich. Die aktuelle Datenlage erlaubt aus Sicht der Leitliniengruppe keine Empfehlung zur Behandlung einer generalisierten Angststörung; zu anderen Lavendelölextrakten macht sie keine Aussage [1]. Für homöopathische Mittel gibt es laut Leitlinie keine wissenschaftlichen Nachweise [1].

Wenn die Behandlung nicht ausreichend hilft

Spricht jemand nicht oder nur wenig auf ein Medikament an, sollte laut Leitlinie zuerst die Dosierung angepasst und gegebenenfalls geprüft werden, ob es regelmäßig eingenommen wird, bevor auf ein anderes Medikament gewechselt oder eine Kombination erwogen wird. Die Leitlinie beschreibt dafür einen Stufenplan, der auch Mittel enthält, die für Angststörungen nicht zugelassen sind [1]. Wechsel und Kombinationen entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr unter Medikament wechseln. Bei älteren Menschen sollten trizyklische Antidepressiva wegen einer erhöhten Empfindlichkeit für Nebenwirkungen und möglicher Wechselwirkungen mit Vorsicht verordnet werden [1]. Über mögliche Risiken bestimmter Medikamente in Schwangerschaft und Stillzeit müssen Sie laut Leitlinie aufgeklärt werden (siehe Schwangerschaft) [1].

Wie lange behandeln, Rückfall vorbeugen

Angststörungen verlaufen laut Leitlinie chronisch, die generalisierte Angststörung vor allem in Phasen. Im fünften Lebensjahrzehnt nehmen Angststörungen nach epidemiologischen Untersuchungen deutlich ab [1]. Unbehandelt können Angststörungen laut Patientenleitlinie chronisch werden und bilden sich nur selten von selbst zurück; auch nach einer erfolgreichen Behandlung können sie erneut auftreten [2].

Nach dem Abklingen der Beschwerden (Remission) soll eine Behandlung mit Medikamenten laut Empfehlung 32 der Leitlinie noch 6 bis 12 Monate fortgeführt werden. Länger kann sie dauern, wenn ein Absetzversuch die Angst zurückbringt, wenn der Verlauf besonders schwer war oder wenn die Vorgeschichte auf einen langen Behandlungsbedarf hinweist. SSRI und SNRI sollen in der Erhaltungstherapie in der Dosis weitergegeben werden, die in der Akutbehandlung geholfen hat [1]. Laut Packungsbeilage von Duloxetin ist es möglich, dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt das Mittel weiter verordnet, wenn Sie sich besser fühlen, um ein Wiederauftreten der generalisierten Angststörung zu verhindern [16].

Beim Beenden sollte die Behandlung mit SSRI, SNRI, trizyklischen Antidepressiva oder Pregabalin langsam verringert werden, um Absetzbeschwerden zu vermeiden [1]. Absetzen und Wechsel geschehen gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; ändern Sie nichts eigenständig. Mehr unter Absetzen und Wie lange behandeln? Ob die Behandlung wirkt, sollte laut Leitlinie regelmäßig im Gespräch oder mit Fragebögen überprüft werden [1].

Selbsthilfe und Alltag

Frau Mitte fünfzig macht am frühen Abend in einem Garten ruhige Dehnübungen auf einer Matte
Bild: KI-generiert

Bei einer generalisierten Angststörung rät die Patientenleitlinie, Situationen, die nicht wirklich gefährlich sind, etwa Urlaubsreisen, nicht zu meiden oder aufzuschieben. Allgemein gilt laut Patientenleitlinie die Regel, vor angstauslösenden Situationen nicht zu flüchten, schrittweise vorzugehen und auch kleine Erfolge wahrzunehmen [2]. Körperliche Aktivität und Sport können zur Besserung beitragen, weil sie Rückzug und Schonung entgegenwirken, reichen als alleinige Maßnahme aber nicht aus [2].

Zu viel Alkohol und Nikotin können eine Angsterkrankung laut Patientenleitlinie ungünstig beeinflussen, ebenso illegale Drogen; manche Menschen bekommen durch zu viel Koffein Angstbeschwerden. Entspannungsverfahren können die Angst auch verstärken, ihre Anwendung sollte deshalb individuell besprochen und erprobt werden [2]. Über Selbsthilfe- und Angehörigengruppen sollen Sie laut S3-Leitlinie informiert und, wenn es passt, zur Teilnahme ermuntert werden; Studien zur Wirksamkeit solcher Gruppen bei generalisierter Angststörung fehlen [1]. Die Patientenleitlinie nennt die Deutsche Angst-Hilfe (DASH), die bundesweit an örtliche Selbsthilfegruppen vermittelt, und die Selbsthilfe-Kontaktstellen vor Ort [2]. Sie rät außerdem, Fragen vor dem Arzttermin aufzuschreiben und eine Liste aller regelmäßig eingenommenen Medikamente mitzubringen [2].

Für Angehörige

Eine Angsterkrankung belastet laut Patientenleitlinie auch Familie und Partnerschaft [2]. Mit dem Einverständnis der erkrankten Person können Angehörige laut S3-Leitlinie in die Behandlung einbezogen werden: Die Leitlinie nennt als Grundsätze, Verständnis für die Beschwerden zu schaffen, über Angststörungen aufzuklären, Angehörige in die Therapie einzubinden und ihre Unterstützung zu nutzen, etwa bei der regelmäßigen Einnahme der Medikamente oder der Psychotherapie. Angehörige sollten Vermeidungsverhalten nicht durch Trost verstärken, sondern dessen Abbau fördern [1].

Bei der generalisierten Angststörung beschreibt die Leitlinie aus psychodynamischer Sicht ein ständiges Suchen nach Nähe und beruhigendem Zuspruch, das sowohl die erkrankte Person als auch ihre Partnerin oder ihren Partner einengt [1]. In der Verhaltenstherapie gehört der Abbau von Sicherheitsverhalten wie wiederholten Rückversicherungsanrufen zur Behandlung [1]. Die Patientenleitlinie rät Angehörigen, gut gemeinte Ratschläge zu vermeiden, die Person solle sich zusammennehmen, ihr mit Verständnis zu begegnen, die Suche nach professioneller Hilfe zu unterstützen, mit der Therapeutin oder dem Therapeuten an einem Strang zu ziehen und der Person schwierige Situationen nicht dauerhaft abzunehmen. Auch Angehörige können sich Unterstützung holen, etwa in einer Angehörigen-Selbsthilfegruppe [2]. Weitere Hinweise stehen unter Angehörige.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

Bei Menschen mit einer Angststörung kann laut S3-Leitlinie das Suizidrisiko erhöht sein; Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sollten gezielt nach Suizidgedanken fragen. Besteht eine akute Suizidgefahr, muss eine Vorstellung in einer Facharztpraxis oder eine Einweisung in eine Klinik erfolgen [1]. Laut den Packungsbeilagen von Escitalopram und Duloxetin können Menschen, die depressiv sind oder unter Angststörungen leiden, manchmal daran denken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein, weil die Mittel gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal länger brauchen, bis sie wirken; wahrscheinlicher sind sie bei Menschen, die früher schon solche Gedanken hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre [15, 16]. Treten solche Gedanken auf, gehen Sie laut Packungsbeilage zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen unverzüglich ein Krankenhaus auf [15].

Auch die Fachinformation von Pregabalin nennt Suizidgedanken und suizidales Verhalten, die bei Behandlungen mit Mitteln gegen Epilepsie und nach der Markteinführung auch unter Pregabalin beobachtet wurden; Betroffenen und ihren Bezugspersonen sollte geraten werden, medizinische Hilfe zu holen, wenn solche Anzeichen auftreten [9]. Nach dem Absetzen von Pregabalin wurden Entzugsbeschwerden beobachtet, unter anderem Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst, Durchfall, Grippebeschwerden, Nervosität, Depressionen, Suizidgedanken, Schmerzen, Krampfanfälle, starkes Schwitzen und Benommenheit. Wird Pregabalin abgesetzt, empfiehlt die Fachinformation, dies schrittweise über mindestens eine Woche zu tun; das Absetzen geschieht gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [9]. Für Opipramol nennt die Fachinformation Berichte über Suizidversuche im Zusammenhang mit der Einnahme [10]. Die Packungsbeilage von Buspiron nennt Suizidgedanken als gelegentliche Nebenwirkung [11].

Beschwerden wie Herzrasen, Brustschmerz oder Atemnot können auch eine körperliche Ursache haben; ihre Abklärung gehört laut Leitlinie zur Diagnose einer Angststörung [1].

Alle Hilfsangebote mit Erreichbarkeit stehen unter Hilfe in der Krise.

Quellen

  1. Leitlinie S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, Langfassung, Version 2 (AWMF-Register-Nr. 051-028). Bandelow B., Beutel M. E. u. a. (Textredaktion B. Bandelow); Federführung laut DGPPN-Übersicht: Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM). Stand Version 2.0, Stand 06.04.2021 (nächste Überprüfung geplant 04/2026; laut DGPPN-Übersicht gültig bis 05.04.2026). abgerufen am 23.10.2026
  2. Leitlinie Patientenleitlinie Behandlung von Angststörungen (zur S3-Leitlinie, AWMF-Register-Nr. 051-028). S3-Leitliniengremium Angststörungen (Autoren und Textredaktion: J. Matzat, C. Zottl, S. Rudolf). Stand 20.06.2022. abgerufen am 23.10.2026
  3. Leitlinien (Übersicht der S3-Leitlinien mit Gültigkeit), Eintrag Angststörungen. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). abgerufen am 23.10.2026
  4. Behörde ICD-10-GM Version 2026, Kapitel V, Gruppe F40 bis F48: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand Version 2026. abgerufen am 23.10.2026
  5. Fachinformation Escitalopram-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026 (Version 12). abgerufen am 23.10.2026
  6. Fachinformation Paroxetin STADA 20 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 23.10.2026
  7. Fachinformation Duloxetin-ratiopharm magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025 (Version 10). abgerufen am 23.10.2026
  8. Fachinformation Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg/75 mg/150 mg Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026 (Version 9). abgerufen am 23.10.2026
  9. Fachinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025 (Version 15). abgerufen am 23.10.2026
  10. Fachinformation Opipramol STADA 50 mg/100 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2018. abgerufen am 23.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Busp 10 mg Tabletten. Hexal AG. Stand 11/2025. abgerufen am 23.10.2026
  12. Fachinformation Imipramin-neuraxpharm 10 mg, 25 mg, 100 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 12/2020. abgerufen am 23.10.2026
  13. Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2024 (Version 10). abgerufen am 23.10.2026
  14. Fachinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 23.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Escitalopram-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 23.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Duloxetin-ratiopharm 30 mg, 60 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 23.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg/75 mg/150 mg Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
  18. Gebrauchsinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 23.10.2026
  19. Fachinformation Sertralin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026 (Version 8). abgerufen am 23.10.2026
  20. Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 23.10.2026
  21. Gebrauchsinformation Atarax Tabletten 25 mg Filmtabletten. UCB Pharma GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Welche körperlichen Symptome hat eine generalisierte Angststörung?

Laut ICD-10-GM gehören wechselnde Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden dazu; die Patientenleitlinie nennt außerdem Herzrasen, Übelkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen. Anders als bei einer Panikstörung kommen die Beschwerden nicht als Anfall, sie bestehen als unterschwelliger Dauerzustand. Weil auch körperliche Erkrankungen dahinterstecken können, sollten diese ärztlich ausgeschlossen werden.

Welchen ICD-10-Code hat die generalisierte Angststörung?

In der ICD-10-GM hat die generalisierte Angststörung den Schlüssel F41.1. Sie gehört zu den anderen Angststörungen (F41), bei denen die Angst nicht auf eine bestimmte Umgebung bezogen ist. Unter F41.1 fallen auch Angstneurose, Angstreaktion und Angstzustand.

Welche Medikamente helfen bei einer generalisierten Angststörung?

Laut S3-Leitlinie sollen Escitalopram, Paroxetin, Duloxetin oder Venlafaxin angeboten werden, Pregabalin sollte angeboten werden; alle fünf sind laut Fachinformation für die generalisierte Angststörung zugelassen, Duloxetin und Pregabalin bei Erwachsenen. Sertralin und Imipramin sollten im Rahmen eines Therapieversuchs angeboten werden, wenn Mittel mit dem Grad A nicht gewirkt haben oder nicht vertragen wurden; dafür sind sie nicht zugelassen. Opipramol und Buspiron können angeboten werden, wenn Mittel mit dem Grad A oder B nicht gewirkt haben oder nicht vertragen wurden. Benzodiazepine sollen nicht angeboten werden. Welches Mittel zu Ihnen passt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann man eine generalisierte Angststörung ohne Medikamente behandeln?

Ja. Laut S3-Leitlinie soll eine Psychotherapie oder eine Behandlung mit Medikamenten angeboten werden, und Ihre Präferenz soll berücksichtigt werden. Eine kognitive Verhaltenstherapie soll angeboten werden; eine psychodynamische Psychotherapie sollte angeboten werden, wenn eine Verhaltenstherapie nicht gewirkt hat, nicht verfügbar ist oder Sie sie bevorzugen. Hilft eine Psychotherapie nicht ausreichend, sollen Medikamente angeboten werden, oder es kann eine Kombination angeboten werden.

Gibt es pflanzliche oder rezeptfreie Mittel gegen eine generalisierte Angststörung?

Für einen bestimmten rezeptfreien Lavendelölextrakt erlaubt die Datenlage aus Sicht der S3-Leitliniengruppe keine Empfehlung zur Behandlung der generalisierten Angststörung; zugelassen ist er für Unruhezustände bei ängstlicher Verstimmung, nicht für Angststörungen nach der ICD-10. Für homöopathische Mittel gibt es laut Leitlinie keine wissenschaftlichen Nachweise. Die Medikamente, die die Leitlinie mit "soll" oder "sollte" empfiehlt, sind laut Fachinformation verschreibungspflichtig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie zusätzlich etwas einnehmen.

Macht Pregabalin abhängig?

Laut aktueller Fachinformation (Stand 11/2025) kann Pregabalin eine Arzneimittelabhängigkeit verursachen, die bei therapeutischen Dosen auftreten kann; bei Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte kann das Risiko erhöht sein. Laut S3-Leitlinie von 2021 war eine Abhängigkeitsentwicklung wie bei Benzodiazepinen nicht bekannt, es gab aber Fallberichte über Missbrauch; Menschen mit einer Mehrfachabhängigkeit sollen laut Leitlinie nicht mit Pregabalin behandelt werden. Setzen Sie Pregabalin nicht eigenmächtig ab; die Fachinformation empfiehlt, es schrittweise über mindestens eine Woche abzusetzen.

Wie lange dauert es, bis Medikamente bei einer generalisierten Angststörung wirken?

Antidepressiva wirken laut S3-Leitlinie mit einer Verzögerung von etwa 2 Wochen, die Spanne reicht von 1 bis 6 Wochen. Laut Packungsbeilage von Duloxetin beginnt das Mittel bei den meisten Betroffenen innerhalb von zwei Wochen zu wirken, bis Sie sich besser fühlen, kann es zwei bis vier Wochen dauern. Pregabalin wirkt laut Leitlinie schon in den ersten Tagen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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