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Sertralin oder Escitalopram: die Unterschiede

Sertralin und Escitalopram gehören beide zu den SSRI und hemmen die Wiederaufnahme des Botenstoffs Serotonin. Laut Fachinformation unterscheiden sie sich unter anderem bei den zugelassenen Anwendungsgebieten, bei der QT-Zeit im EKG und beim Abbau in der Leber, Embryotox nennt für Schwangerschaft und Stillzeit unterschiedlich viel Erfahrung. Welches Mittel zu Ihnen passt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen.

Frau in den Vierzigern und Mann in den Sechzigern gehen am Morgen nebeneinander einen ruhigen Uferweg entlang
Bild: KI-generiert

Was Sertralin und Escitalopram gemeinsam haben

Sertralin und Escitalopram gehören zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI), einer Gruppe der Antidepressiva. Beide hemmen gezielt, dass Nervenzellen den Botenstoff Serotonin wieder aufnehmen. Escitalopram ist eine der beiden spiegelbildlichen Formen von Citalopram und unter anderem als Cipralex bekannt. [2, 4, 6]

Beide sind verschreibungspflichtig und bei Depression, Panikstörung, sozialer Angststörung und Zwangsstörung zugelassen. Sie werden einmal täglich eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. Die Halbwertszeit liegt bei beiden etwas über einem Tag, bei Sertralin im Mittel rund 26 Stunden, bei Escitalopram etwa 30 Stunden; einen gleichbleibenden Spiegel im Blut erreichen beide nach etwa einer Woche. [2, 4]

Nach der NVL Unipolare Depression legt die Studienlage eine weitgehend vergleichbare Wirksamkeit der verschiedenen Antidepressiva nahe. Die Leitlinie spricht sich deshalb dafür aus, das Mittel nach den Wünschen der Betroffenen, nach klinischen Kriterien und nach praktischen Gesichtspunkten auszuwählen; dazu zählt sie unter anderem Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, den Aufwand für Kontrollen und die Darreichungsform. [7]

Sertralin und Escitalopram im Überblick

Sertralin und Escitalopram laut Fachinformation, Packungsbeilage, Embryotox und NVL
SertralinEscitalopram
GruppeSSRI [2]SSRI [4]
Zugelassen beiDepression und Verhinderung eines Wiederauftretens, Panikstörung, soziale Angststörung, PTBS, Zwangsstörung [2]Depression, Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie, soziale Angststörung, generalisierte Angststörung, Zwangsstörung [4]
Kinder und Jugendlichenur bei Zwangsstörung, von 6 bis 17 Jahren [2]sollte unter 18 Jahren nicht angewendet werden [4]
Wirkungseintritt laut Fachinformationkann innerhalb von 7 Tagen einsetzen; ein Ansprechen lässt sich meist erst nach längerer Zeit nachweisen [2]bei Depression in der Regel 2 bis 4 Wochen bis zum Ansprechen; bei Panikstörung Wirkungsmaximum nach etwa 3 Monaten [4]
Halbwertszeitrund 26 Stunden (22 bis 36); Abbauprodukt N-Desmethyl-Sertralin 62 bis 104 Stunden [2]etwa 30 Stunden; die Hauptabbauprodukte haben eine signifikant längere Halbwertszeit [4]
Abbau in der Leberüber mehrere Wege, unter anderem CYP3A4, CYP2C19 und CYP2B6 [2]hauptsächlich über CYP2C19, in geringerem Umfang über CYP3A4 und CYP2D6 [4]
Hemmung des Enzyms CYP2D6leicht bis mäßig; bedeutsame Wechselwirkungen besonders bei höheren Dosen [2]ja; die Spiegel von Desipramin und Metoprolol stiegen deutlich an [4]
QT-Zeit im EKGFälle von QT-Verlängerung berichtet; in einer großen Studie an Gesunden nahm die QT-Zeit mit dem Blutspiegel leicht zu; Vorsicht bei Risikofaktoren [2]dosisabhängige QT-Verlängerung; nicht bei bekannter QT-Verlängerung und nicht mit QT-verlängernden Mitteln [4]
EKG laut NVL (bei Depression)bei Risiko für oder bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung vor Beginn und im 1. Monat [7]vor Beginn und im 1. Monat [7]
Risiko für Absetzsymptome laut NVLmoderat [7]moderat [7]
Alkohollaut Packungsbeilage verzichten [1]keine Wechselwirkung zu erwarten, trotzdem nicht ratsam [4]
Schwangerschaft laut EmbryotoxErfahrungsumfang sehr hoch; Antidepressivum der Wahl [5]Erfahrungsumfang mittel; besser geeignet laut Embryotox: Citalopram, Sertralin [6]
Stillzeit laut EmbryotoxAntidepressivum der Wahl; Erfahrungen mit etwa 300 stillenden Müttern [5]Stillen möglich; Erfahrungen mit etwa 50 stillenden Müttern; bei Neueinstellung und vergleichbarer Wirksamkeit und Verträglichkeit kann Sertralin vorgezogen werden [6]
Abgabeverschreibungspflichtig [2]verschreibungspflichtig [4]

Zu den Angaben von Embryotox: Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Zugelassene Anwendungsgebiete

Für Depression, Panikstörung, soziale Angststörung und Zwangsstörung sind beide zugelassen. Sertralin ist außerdem zugelassen, um ein Wiederauftreten der Depression zu verhindern, und bei der posttraumatischen Belastungsstörung; Escitalopram ist zusätzlich bei der generalisierten Angststörung zugelassen. [2, 4]

Bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren darf Sertralin zur Behandlung einer Zwangsstörung eingesetzt werden. Escitalopram sollte bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden. [1, 2, 4]

Nebenwirkungen im Vergleich

Bei beiden sind Übelkeit und Kopfschmerzen sehr häufig. Bei Sertralin hängen die Nebenwirkungen laut Fachinformation von der Dosis ab und gehen bei fortdauernder Behandlung meist zurück. Bei Escitalopram treten sie am häufigsten in der ersten oder zweiten Behandlungswoche auf und nehmen bei fortgesetzter Behandlung normalerweise an Stärke und Häufigkeit ab. [1, 2, 3, 4]

Ausgewählte Nebenwirkungen von Sertralin und Escitalopram mit Häufigkeitsangabe der Packungsbeilage
BeschwerdeSertralinEscitalopram
Übelkeitsehr häufig [1]sehr häufig [3]
Kopfschmerzensehr häufig [1]sehr häufig [3]
Schlaflosigkeitsehr häufig [1]Einschlafschwierigkeiten: häufig [3]
Schläfrigkeitsehr häufig [1]häufig [3]
Schwindelsehr häufig [1]häufig [3]
Durchfallsehr häufig [1]häufig [3]
Mundtrockenheitsehr häufig [1]häufig [3]
Samenergussfehlender Samenerguss: sehr häufig [1]verzögerter Samenerguss: häufig [3]
Weniger Lust auf Sexhäufig [1]häufig [3]
Gewichtszunahmehäufig [1]häufig [3]
Vermehrtes Schwitzenhäufig [1]häufig [3]
Zitternhäufig [1]häufig [3]
Natriummangelselten [1, 2]nicht bekannt [3]

Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen; häufig: bis zu 1 von 10; selten: bis zu 1 von 1.000; nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Die Häufigkeiten stammen aus unterschiedlichen Studien: Bei Escitalopram wurden sie laut Fachinformation aus klinischen Studien ohne Abzug der Werte unter Placebo übernommen, bei Sertralin aus einer gemeinsamen Auswertung placebokontrollierter Studien und aus Meldungen nach der Markteinführung. Eine andere Häufigkeitsklasse belegt deshalb nicht, dass ein Mittel eine Beschwerde seltener auslöst. Ausführlich zu einzelnen Beschwerden: Gewichtszunahme, sexuelle Probleme, Müdigkeit und Natriummangel. [2, 4]

Herz und QT-Zeit

Frau Anfang fünfzig im ruhigen Gespräch mit einer Ärztin an einem hellen Holztisch in einem freundlichen Sprechzimmer
Bild: KI-generiert

Die QT-Zeit ist ein Abschnitt der elektrischen Herzaktivität, der im EKG sichtbar ist. Escitalopram kann sie laut Fachinformation dosisabhängig verlängern; nach der Markteinführung wurden Herzrhythmusstörungen der Herzkammern einschließlich Torsade de Pointes berichtet, überwiegend bei Frauen und bei Menschen mit niedrigem Kalium, schon verlängerter QT-Zeit oder anderen Herzerkrankungen. [3, 4]

Escitalopram darf nicht genommen werden bei bekannter QT-Verlängerung oder angeborenem Long-QT-Syndrom und nicht zusammen mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, etwa bestimmten Antipsychotika, trizyklischen Antidepressiva, Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen der Klassen IA und III oder einigen Antibiotika. Niedrige Kalium- und Magnesiumwerte müssen vor Beginn ausgeglichen werden, und bei stabilen Herzerkrankungen sollte vor Beginn ein EKG erwogen werden. [4]

Auch unter Sertralin wurde über QT-Verlängerungen und Torsade de Pointes berichtet, überwiegend bei Menschen mit erhöhtem Risiko. Eine große Studie an Gesunden bestätigte die Wirkung auf die QT-Zeit, die mit dem Blutspiegel zunahm. Sertralin sollte bei Herzerkrankungen, niedrigem Kalium oder Magnesium, QT-Verlängerung in der Familie, langsamem Herzschlag oder zusammen mit QT-verlängernden Mitteln mit Vorsicht angewendet werden; mit Pimozid darf es nicht kombiniert werden. [2]

Für die Behandlung einer Depression empfiehlt die NVL ein EKG vor Beginn und im ersten Monat bei Citalopram, Escitalopram und Venlafaxin sowie bei Menschen mit einem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einer solchen Erkrankung. Mehr dazu unter Herz und QT-Zeit und Kontrollen während der Behandlung. [7]

Wechselwirkungen und Abbau in der Leber

Escitalopram wird hauptsächlich über das Leberenzym CYP2C19 abgebaut. Mittel, die dieses Enzym hemmen, etwa die Magenmittel Omeprazol, Esomeprazol und Lansoprazol, das Pilzmittel Fluconazol, Fluvoxamin oder Ticlopidin, und das Magenmittel Cimetidin können den Escitalopram-Spiegel erhöhen. Menschen, bei denen CYP2C19 langsamer arbeitet, hatten doppelt so hohe Escitalopram-Spiegel; ist das bekannt, sieht die Fachinformation eine niedrigere Anfangsdosis vor. [4]

Sertralin wird über mehrere Wege abgebaut. Starke CYP3A4-Hemmer, darunter bestimmte Mittel gegen HIV und Pilzinfektionen sowie einige Antibiotika, sollten während der Behandlung vermieden werden, weil sie den Sertralin-Spiegel erhöhen können. In einer Studie mit 8 gesunden Personen erhöhten 3 Gläser Grapefruitsaft am Tag den Sertralin-Spiegel deutlich; Grapefruitsaft sollte während der Behandlung mit Sertralin daher gemieden werden. Bei langsamem Abbau über CYP2C19 waren die Sertralin-Spiegel um etwa 50 Prozent erhöht. [2]

Beide hemmen ihrerseits das Enzym CYP2D6, über das zum Beispiel die Herzmittel Flecainid und Propafenon und trizyklische Antidepressiva abgebaut werden: Sertralin leicht bis mäßig, besonders bei höheren Dosen; unter Escitalopram stiegen die Spiegel von Desipramin und Metoprolol deutlich an. [2, 4]

Für beide gilt: MAO-Hemmer wie Moclobemid und das Antibiotikum Linezolid dürfen nicht gleichzeitig genommen werden. Bei Opioiden wie Tramadol, Migränemitteln aus der Gruppe der Triptane, Lithium, Tryptophan und Johanniskraut ist Vorsicht geboten, unter anderem wegen des Risikos für ein Serotonin-Syndrom. Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure und blutverdünnende Mittel können das Blutungsrisiko erhöhen. Mehr unter Psychopharmaka kombinieren. [1, 2, 3, 4]

Schwangerschaft und Stillzeit

Laut Embryotox gehört Sertralin zu den Antidepressiva der Wahl bei medikamentös behandlungsbedürftiger Depression in der Schwangerschaft; den Erfahrungsumfang gibt Embryotox mit "sehr hoch" an. Für Escitalopram nennt Embryotox einen mittleren Erfahrungsumfang: Zu Escitalopram selbst liegen keine ausreichend großen Studien vor, die Erfahrungen mit Citalopram lassen sich laut Embryotox aber übertragen. Als besser geeignete Alternativen zu Escitalopram nennt Embryotox Citalopram und Sertralin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Eine stabil eingestellte Patientin sollte ihre Medikation laut Embryotox unverändert fortsetzen. [5, 6]

In der Stillzeit zählt Embryotox Sertralin zu den Antidepressiva der Wahl und nennt sehr umfangreiche Erfahrungen mit etwa 300 stillenden Müttern. Unter Escitalopram darf laut Embryotox gestillt werden, die Erfahrungen umfassen etwa 50 stillende Mütter; bei einer Neueinstellung kann Sertralin vorgezogen werden, wenn es im Einzelfall vergleichbar wirksam und verträglich ist. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [5, 6]

In den Fachinformationen heißt es: Sertralin wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen, es sei denn, der erwartete Nutzen übertrifft das mögliche Risiko; Escitalopram sollte nur angewendet werden, wenn es unbedingt notwendig ist. Die Einnahme von Sertralin in der Stillzeit empfiehlt die Fachinformation nicht, es sei denn, die Ärztin oder der Arzt beurteilt den Nutzen höher als das Risiko; das Stillen unter Escitalopram empfiehlt die Fachinformation nicht. Bei beiden können Neugeborene nach einer Einnahme bis in die späte Schwangerschaft Beschwerden zeigen, und das Risiko für Blutungen kurz nach der Geburt kann erhöht sein. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [2, 4]

Unterschiede im Alltag

Sertralin wird morgens oder abends eingenommen. Escitalopram-Tabletten sollten Sie nicht kauen, weil sie bitter schmecken. Beide Wirkstoffe nennt die NVL mit Stand 2021 unter den Antidepressiva, die auch als Tropfen vorlagen; weil sich das häufig ändert, empfiehlt sie die Rücksprache mit der Apotheke. [1, 3, 7]

Auf Alkohol sollten Sie unter Sertralin laut Packungsbeilage verzichten. Für Escitalopram sind laut Fachinformation keine Wechselwirkungen mit Alkohol zu erwarten, die Kombination ist trotzdem nicht ratsam. Mehr unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 4]

Psychopharmaka können die Fähigkeit beeinträchtigen, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen; darauf weisen die Produktinformationen beider Mittel hin. Fahren Sie erst, wenn Sie wissen, wie das Mittel bei Ihnen wirkt; was in der Anfangszeit und nach Dosisänderungen gilt, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr unter Psychopharmaka und Autofahren. [1, 3, 4]

Ältere Menschen scheiden Escitalopram laut Fachinformation anscheinend langsamer aus; die Fachinformation sieht für Menschen über 65 Jahre eine niedrigere Anfangsdosis vor. Bei Sertralin unterscheidet sich die Verarbeitung im Körper älterer Menschen laut Fachinformation nicht signifikant, ältere Menschen haben aber ein höheres Risiko für einen Natriummangel; auch bei Escitalopram nennt die Fachinformation ältere Menschen als Risikogruppe für einen Natriummangel. Bei schwerer Leberfunktionsstörung sollte Sertralin nicht angewendet werden, bei Escitalopram ist dann besondere Vorsicht geboten. Mehr unter Psychopharmaka im Alter. [1, 2, 4]

Unter Sertralin können Urintests auf Arzneimittel auch einige Tage nach dem Absetzen noch falsch positiv für Benzodiazepine ausfallen; ein genauerer Test kann das klären. [1, 2]

Worauf Sie bei beiden achten sollten

Wer depressiv ist oder an einer Angststörung leidet, kann manchmal Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein, weil die Wirkung erst nach einiger Zeit einsetzt, gewöhnlich nach etwa zwei Wochen, manchmal später. Wahrscheinlicher ist das bei Menschen, die solche Gedanken schon früher hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, gehen Sie sofort zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder in ein Krankenhaus. [1, 3]

In beiden Packungsbeilagen stehen außerdem diese Warnzeichen: quälende Unruhe, bei der Sie nicht still sitzen oder stehen können, besonders in den ersten Wochen; Zeichen eines Serotonin-Syndroms wie Erregtheit, Verwirrtheit und hohes Fieber; Krampfanfälle; eine manische Phase; Gelbfärbung von Haut oder Augen. Sexuelle Funktionsstörungen können bei beiden in bestimmten Fällen nach dem Ende der Behandlung bestehen bleiben. [1, 3]

Wechsel nur ärztlich

Ob ein Wechsel von einem Mittel auf das andere sinnvoll ist, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie keines der beiden Mittel plötzlich ab: Beim Beenden sind Absetzsymptome bei beiden häufig, und die Dosis wird schrittweise verringert. Zum besten Zeitpunkt einer Umstellung von anderen Antidepressiva auf Sertralin liegen laut Fachinformation nur begrenzt Daten aus kontrollierten Studien vor; eine Umstellung, besonders von lang wirkenden Mitteln wie Fluoxetin, sollte mit Vorsicht und nach sorgfältigem ärztlichem Ermessen erfolgen. Wie Umstellungen ablaufen, erklärt die Seite Ein Psychopharmakon wechseln. [1, 2, 3, 4]

Weitere Vergleiche: Citalopram oder Escitalopram, Sertralin oder Fluoxetin und Venlafaxin oder Sertralin.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 22.10.2026
  2. Fachinformation Sertralin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 22.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Escitalopram-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 22.10.2026
  4. Fachinformation Escitalopram-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 22.10.2026
  5. Embryotox: Sertralin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 22.10.2026
  6. Embryotox: Escitalopram. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 22.10.2026
  7. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Kurzfassung, Version 3.2. NVL-Programm von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023. abgerufen am 22.10.2026

Häufige Fragen

Was ist besser, Sertralin oder Escitalopram?

Eine allgemeine Antwort gibt es nicht. Nach der NVL Unipolare Depression legt die Studienlage eine weitgehend vergleichbare Wirksamkeit der verschiedenen Antidepressiva nahe; ausgewählt wird nach den Wünschen der Betroffenen, nach klinischen Kriterien wie Nebenwirkungen, Begleiterkrankungen und Wechselwirkungen und nach praktischen Gesichtspunkten. Diese Abwägung treffen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was ist der Unterschied zwischen Sertralin und Escitalopram?

Beide sind SSRI und wirken über den Botenstoff Serotonin. Unterschiede gibt es bei der Zulassung (nur Sertralin bei PTBS und bei Zwangsstörung ab 6 Jahren, nur Escitalopram bei generalisierter Angststörung), beim Herz (Escitalopram ist bei bekannter QT-Verlängerung nicht erlaubt), beim Abbau in der Leber und bei der Erfahrung in Schwangerschaft und Stillzeit laut Embryotox.

Welches Mittel ist bei Angststörungen zugelassen?

Beide sind bei Panikstörung und sozialer Angststörung zugelassen. Für die generalisierte Angststörung ist nur Escitalopram zugelassen, für die posttraumatische Belastungsstörung nur Sertralin. Welches Mittel im Einzelfall infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Und bei einer Zwangsstörung?

Beide sind für Erwachsene mit Zwangsstörung zugelassen. Sertralin darf bei Zwangsstörung auch Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren gegeben werden; Escitalopram sollte bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden.

Nimmt man mit Sertralin oder mit Escitalopram eher zu?

Gewichtszunahme ist laut Packungsbeilage bei beiden häufig, sie kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Gewichtsabnahme ist bei beiden gelegentlich. Die Häufigkeiten stammen aus unterschiedlichen Studien und erlauben keine Aussage, dass ein Mittel seltener zu Gewichtszunahme führt.

Kann man Sertralin und Escitalopram zusammen nehmen?

Beide wirken auf Serotonin. Laut Fachinformation von Sertralin ist das Risiko eines Serotonin-Syndroms erhöht, wenn andere serotonerge Antidepressiva gleichzeitig angewendet werden; die Fachinformation von Escitalopram mahnt zur Vorsicht bei anderen Mitteln, die die Krampfschwelle senken, darunter SSRI. Nehmen Sie keines der beiden zusätzlich ein, ohne dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es verordnet hat.

Kann ich von Sertralin auf Escitalopram wechseln?

Ein Wechsel ist eine ärztliche Entscheidung. Setzen Sie Ihr Mittel nicht selbst ab, denn bei beiden sind Absetzsymptome häufig.

Was ist in der Schwangerschaft zu beachten?

Laut Embryotox gehört Sertralin zu den Antidepressiva der Wahl in der Schwangerschaft. Für Escitalopram nennt Embryotox einen mittleren Erfahrungsumfang und als besser geeignete Alternativen Citalopram und Sertralin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Eine stabil eingestellte Patientin sollte ihre Medikation laut Embryotox unverändert fortsetzen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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