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Citalopram oder Escitalopram: die Unterschiede
Citalopram ist ein Gemisch aus zwei spiegelbildlichen Formen, und eine davon ist Escitalopram; beide gehören zu den SSRI und hemmen die Wiederaufnahme des Botenstoffs Serotonin. Laut Fachinformation unterscheiden sie sich unter anderem bei den zugelassenen Anwendungsgebieten, während für die QT-Zeit im EKG bei beiden dieselben Gegenanzeigen gelten; Embryotox nennt für die Schwangerschaft unterschiedlich viel Erfahrung. Welches Mittel zu Ihnen passt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen.

Was Citalopram und Escitalopram gemeinsam haben
Citalopram und Escitalopram gehören zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI), einer Gruppe der Antidepressiva. Beide hemmen gezielt, dass Nervenzellen den Botenstoff Serotonin wieder aufnehmen. [2, 5]
Die beiden Wirkstoffe sind eng verwandt. Citalopram ist ein Gemisch aus zwei spiegelbildlichen Formen (Fachbegriff Racemat), und eine dieser Formen ist Escitalopram. Die Fachinformation von Citalopram nennt Escitalopram das aktive Enantiomer von Citalopram; Enantiomere heißen die beiden spiegelbildlichen Formen. Bekannt sind die Wirkstoffe unter anderem als Cipramil (Citalopram) und Cipralex (Escitalopram). [2, 7, 8]
Beide sind verschreibungspflichtig und werden einmal täglich eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. Bei einer Depression sind beide zugelassen; bei Angststörungen und Zwangsstörung unterscheiden sich die Zulassungen. [2, 5]
Nach der NVL Unipolare Depression legt die Studienlage eine weitgehend vergleichbare Wirksamkeit der verschiedenen Antidepressiva nahe. Die Leitlinie spricht sich deshalb dafür aus, das Mittel nach den Wünschen der Betroffenen, nach klinischen Kriterien und nach praktischen Gesichtspunkten auszuwählen; dazu zählt sie unter anderem Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, den Aufwand für Kontrollen und die Darreichungsform. [9]
Citalopram und Escitalopram im Überblick
| Citalopram | Escitalopram | |
|---|---|---|
| Gruppe | SSRI [2] | SSRI [5] |
| Verhältnis zueinander | Gemisch aus zwei spiegelbildlichen Formen [8] | eine dieser beiden Formen, laut Fachinformation von Citalopram das aktive Enantiomer [2, 8] |
| Zugelassen bei | Depression (Episoden einer Major Depression) [2]; laut einer anderen Fachinformation (Stand 03/2024) zusätzlich Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie [3] | Depression, Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie, soziale Angststörung, generalisierte Angststörung, Zwangsstörung [5] |
| Kinder und Jugendliche | sollte unter 18 Jahren nicht angewendet werden [2] | sollte unter 18 Jahren nicht angewendet werden [5] |
| Wirkungseintritt laut Fachinformation | für mindestens zwei Wochen ist nicht mit einer antidepressiven Wirkung zu rechnen [2] | bei Depression in der Regel 2 bis 4 Wochen bis zum Ansprechen; bei Panikstörung Wirkungsmaximum nach etwa 3 Monaten [5] |
| Halbwertszeit | ungefähr 1,5 Tage; gleichbleibender Spiegel nach 1 bis 2 Wochen [2] | etwa 30 Stunden, die Hauptabbauprodukte haben eine signifikant längere Halbwertszeit; gleichbleibender Spiegel etwa innerhalb einer Woche [5] |
| Abbau in der Leber | hauptsächlich über CYP2C19; eine Beteiligung von CYP3A4 und CYP2D6 ist möglich [2] | hauptsächlich über CYP2C19, in geringerem Umfang über CYP3A4 und CYP2D6 [5] |
| QT-Zeit im EKG | dosisabhängige Verlängerung möglich; nicht bei bekannter QT-Verlängerung und nicht mit QT-verlängernden Mitteln [2] | dosisabhängige Verlängerung möglich; nicht bei bekannter QT-Verlängerung und nicht mit QT-verlängernden Mitteln [5] |
| Rote-Hand-Brief | 31.10.2011: dosisabhängige QT-Verlängerung, geänderte Empfehlungen zur Maximaldosis [10] | 05.12.2011: dosisabhängige QT-Verlängerung, geänderte Empfehlungen zur Maximaldosis bei Menschen über 65 Jahren [11] |
| EKG laut NVL (bei Depression) | vor Beginn und im 1. Monat [9] | vor Beginn und im 1. Monat [9] |
| Risiko für Absetzsymptome laut NVL | moderat [9] | moderat [9] |
| Alkohol | keine Wechselwirkungen nachgewiesen, von der Kombination wird trotzdem abgeraten [2] | keine Wechselwirkungen zu erwarten, die Kombination ist trotzdem nicht ratsam [5] |
| Schwangerschaft laut Embryotox | Erfahrungsumfang sehr hoch; Mittel der Wahl; besser geeignete Alternativen: keine [7] | Erfahrungsumfang mittel; besser geeignete Alternativen: Citalopram, Sertralin [8] |
| Stillzeit laut Embryotox | es darf gestillt werden; Erfahrungen mit etwa 110 stillenden Müttern; bei Neueinstellung und vergleichbarer Wirksamkeit und Verträglichkeit kann Sertralin vorgezogen werden [7] | es darf gestillt werden; Erfahrungen mit etwa 50 stillenden Müttern; bei Neueinstellung und vergleichbarer Wirksamkeit und Verträglichkeit kann Sertralin vorgezogen werden [8] |
| Abgabe | verschreibungspflichtig [2] | verschreibungspflichtig [5] |
Zu den Angaben von Embryotox: Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Zugelassene Anwendungsgebiete
Escitalopram ist laut Fachinformation zugelassen bei Depression (Episoden einer Major Depression), Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie, sozialer Angststörung, generalisierter Angststörung und Zwangsstörung. Bei der sozialen Angststörung ist eine Behandlung mit Medikamenten laut Fachinformation nur angezeigt, wenn die Erkrankung berufliche und soziale Aktivitäten deutlich beeinträchtigt. [5]
Bei Citalopram hängen die Anwendungsgebiete vom Präparat ab. Die Fachinformation von Citalopram-ratiopharm (Stand 12/2024) nennt nur die Behandlung von Episoden einer Major Depression, eine andere Fachinformation (Stand 03/2024) zusätzlich die Behandlung der Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie. Welche Anwendungsgebiete für Ihr Präparat gelten, steht in seiner Packungsbeilage. [1, 2, 3]
Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollten beide Mittel laut Fachinformation nicht angewendet werden. In klinischen Studien zeigten Kinder und Jugendliche unter Antidepressiva häufiger Suizidversuche, Suizidgedanken und Feindseligkeit als unter einem Scheinmedikament (Placebo), und Langzeitdaten zu Wachstum, Reifung und Entwicklung fehlen. Laut beiden Packungsbeilagen kann die Ärztin oder der Arzt das Mittel einem Menschen unter 18 Jahren trotzdem verschreiben, wenn sie oder er entscheidet, dass es in dessen bestmöglichem Interesse ist. Mehr dazu unter Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen. [1, 2, 4, 5]
Nebenwirkungen im Vergleich
Die Nebenwirkungen treten laut beiden Fachinformationen am häufigsten in den ersten ein oder zwei Behandlungswochen auf. Bei Citalopram klingen sie danach im Allgemeinen wieder ab, bei Escitalopram nehmen sie bei fortgesetzter Behandlung normalerweise an Stärke und Häufigkeit ab. Sexuelle Funktionsstörungen können bei beiden auftreten und blieben in bestimmten Fällen nach dem Ende der Behandlung bestehen. [1, 2, 4, 5]
| Beschwerde | Citalopram | Escitalopram |
|---|---|---|
| Übelkeit | sehr häufig [1] | sehr häufig [4] |
| Kopfschmerzen | sehr häufig [1] | sehr häufig [4] |
| Schläfrigkeit | sehr häufig [1] | häufig [4] |
| Schlaflosigkeit | sehr häufig [1] | Einschlafschwierigkeiten: häufig [4] |
| Vermehrtes Schwitzen | sehr häufig [1] | häufig [4] |
| Mundtrockenheit | sehr häufig [1] | häufig [4] |
| Schwindel | häufig [1] | häufig [4] |
| Zittern | häufig [1] | häufig [4] |
| Weniger Lust auf Sex | häufig [1] | häufig [4] |
| Samenerguss | Ejakulationsstörungen: häufig [1] | verzögerter Samenerguss: häufig [4] |
| Gewichtszunahme | gelegentlich [1] | häufig [4] |
| Gewichtsabnahme | häufig [1] | gelegentlich [4] |
| Natriummangel | selten, überwiegend bei älteren Frauen [1] | nicht bekannt [4] |
| Verlängerte QT-Zeit im EKG | nicht bekannt [1, 2] | nicht bekannt [4, 5] |
Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen; häufig: bis zu 1 von 10; gelegentlich: bis zu 1 von 100; selten: bis zu 1 von 1.000; nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.
Die Häufigkeiten stammen aus unterschiedlichen Auswertungen: Bei Citalopram nennt die Fachinformation Nebenwirkungen, die in placebokontrollierten Doppelblindstudien bei mindestens 1 von 100 Behandelten oder seit der Markteinführung beobachtet wurden, bei Escitalopram wurden die Häufigkeiten aus klinischen Studien ohne Abzug der Werte unter Placebo übernommen. Eine andere Häufigkeitsklasse belegt deshalb nicht, dass ein Mittel eine Beschwerde seltener auslöst. Ausführlich zu einzelnen Beschwerden: Gewichtszunahme, sexuelle Probleme, Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen und Natriummangel. [2, 5]
Herz und QT-Zeit

Die QT-Zeit ist ein Abschnitt der elektrischen Herzaktivität, der im EKG sichtbar ist. Für beide Wirkstoffe wurde laut Fachinformation gezeigt, dass sie die QT-Zeit dosisabhängig verlängern können. Seit der Markteinführung wurden bei beiden Verlängerungen der QT-Zeit und Herzrhythmusstörungen der Herzkammern einschließlich Torsade de Pointes berichtet, überwiegend bei Frauen, bei niedrigem Kaliumwert, bei schon verlängerter QT-Zeit oder bei anderen Herzerkrankungen. [2, 5]
Die Gegenanzeigen zur QT-Zeit sind in beiden Fachinformationen gleich: Bei bekannter Verlängerung der QT-Zeit oder angeborenem Long-QT-Syndrom und zusammen mit Arzneimitteln, die die QT-Zeit verlängern, dürfen weder Citalopram noch Escitalopram angewendet werden. Dazu zählen etwa bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, Antipsychotika wie Haloperidol und trizyklische Antidepressiva. Ein Mangel an Kalium oder Magnesium muss vor Beginn ausgeglichen werden, bei stabilen Herzerkrankungen sollte vor Beginn ein EKG erwogen werden, und Vorsicht ist geboten bei ausgeprägt verlangsamtem Herzschlag, kurz zurückliegendem Herzinfarkt oder dekompensierter Herzschwäche. Treten während der Behandlung Anzeichen von Herzrhythmusstörungen auf, ist das Mittel laut beiden Fachinformationen abzusetzen und ein EKG zu machen. [2, 5]
Laut beiden Packungsbeilagen können schneller, unregelmäßiger Herzschlag und Ohnmacht Zeichen einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung sein. Die Packungsbeilage von Citalopram sagt dann: nicht weiter einnehmen und sofort die Ärztin oder den Arzt aufsuchen; die von Escitalopram: umgehend die Ärztin oder den Arzt benachrichtigen oder direkt ein Krankenhaus aufsuchen. [1, 4]
Im Jahr 2011 informierten Rote-Hand-Briefe zu beiden Wirkstoffen über das Risiko dosisabhängiger QT-Verlängerungen und über geänderte Empfehlungen zur Maximaldosis, bei Escitalopram für Menschen über 65 Jahre. Die Hinweise gelten laut BfArM auch für die Generika. Für die Behandlung einer Depression empfiehlt die NVL bei Citalopram und Escitalopram ein EKG vor Beginn und im ersten Monat. Mehr dazu unter Herz und QT-Zeit und Kontrollen während der Behandlung. [9, 10, 11]
Wechselwirkungen und Abbau in der Leber
Beide Wirkstoffe werden hauptsächlich über das Leberenzym CYP2C19 abgebaut. Beide Fachinformationen mahnen zur Vorsicht bei Mitteln, die dieses Enzym hemmen, etwa den Magenmitteln Omeprazol, Esomeprazol und Lansoprazol, dem Pilzmittel Fluconazol, Fluvoxamin und Ticlopidin, außerdem bei Cimetidin; eine Anpassung der Dosis kann nötig sein. Ist bekannt, dass CYP2C19 bei einem Menschen langsamer arbeitet, sehen beide Fachinformationen eine niedrigere Anfangsdosis vor. [2, 5]
Beide hemmen ihrerseits das Enzym CYP2D6. Vorsicht gilt laut beiden Fachinformationen bei Mitteln, die hauptsächlich darüber abgebaut werden und eine geringe therapeutische Breite haben, etwa Flecainid, Propafenon und Metoprolol bei Herzschwäche, sowie bei einigen Mitteln, die auf das Nervensystem wirken, darunter Desipramin, Clomipramin, Nortriptylin, Risperidon und Haloperidol. In Studien stieg unter beiden Wirkstoffen der Spiegel von Metoprolol deutlich an. [2, 5]
MAO-Hemmer wie Moclobemid und das Antibiotikum Linezolid stehen in beiden Fachinformationen unter den Gegenanzeigen. Nach dem Ende eines irreversiblen MAO-Hemmers darf die Behandlung mit beiden frühestens nach 14 Tagen beginnen, ein solcher MAO-Hemmer frühestens 7 Tage nach dem Absetzen. Für das Parkinsonmittel Selegilin nennt die Packungsbeilage von Citalopram eine niedrige Dosis, bis zu der die Kombination erlaubt ist; laut Packungsbeilage von Escitalopram darf es nicht zusammen eingenommen werden, die Fachinformation von Escitalopram nennt dafür Vorsicht. [1, 2, 4, 5]
Bei anderen Mitteln, die auf Serotonin wirken, formulieren die Fachinformationen unterschiedlich: Citalopram sollte laut Fachinformation nicht zusammen mit Triptanen gegen Migräne, Tramadol, Buprenorphin, Oxitriptan und Tryptophan angewendet werden, für Tryptophan nennt sie im Abschnitt zu Wechselwirkungen allerdings eine Anwendung mit Vorsicht; bei Escitalopram ist laut Fachinformation Vorsicht geboten bei Triptanen, Opioiden wie Tramadol und Tryptophan. Johanniskraut sollte laut Fachinformation nicht gleichzeitig mit Citalopram eingenommen werden; bei Escitalopram kann es laut Fachinformation Nebenwirkungen häufiger machen. Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure und blutgerinnungshemmende Mittel können bei beiden das Blutungsrisiko erhöhen. Mehr unter Serotonin-Syndrom und Psychopharmaka kombinieren. [2, 5]
Schwangerschaft und Stillzeit
Laut Embryotox gehört Citalopram neben bewährten anderen Antidepressiva zu den Mitteln der Wahl bei medikamentös behandlungsbedürftiger Depression in der Schwangerschaft; den Erfahrungsumfang gibt Embryotox mit "sehr hoch" an. Für Escitalopram nennt Embryotox einen mittleren Erfahrungsumfang: Zu Escitalopram selbst liegen keine ausreichend großen Studien vor, weil Escitalopram aber als Enantiomer dem Citalopram entspricht, lässt sich dessen Erprobungsgrad laut Embryotox übertragen. Als besser geeignete Alternativen zu Escitalopram nennt Embryotox Citalopram und Sertralin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Eine stabil eingestellte Patientin sollte ihre Medikation laut Embryotox unverändert fortsetzen. [7, 8]
In der Stillzeit darf laut Embryotox unter beiden Mitteln gestillt werden. Die Erfahrungen umfassen bei Citalopram etwa 110, bei Escitalopram etwa 50 stillende Mütter. Bei einer Neueinstellung kann laut Embryotox in beiden Fällen Sertralin vorgezogen werden, wenn es im Einzelfall vergleichbar wirksam und verträglich ist. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [7, 8]
Die Fachinformationen sagen: Daten von mehr als 2.500 Schwangeren zeigen für Citalopram keine fehlbildende Wirkung, angewendet werden sollte es in der Schwangerschaft trotzdem nur bei eindeutiger Notwendigkeit und nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko. Für Escitalopram liegen laut Fachinformation nur begrenzte Daten vor; es sollte nur angewendet werden, wenn es unbedingt notwendig ist. Ein plötzliches Absetzen sollte bei beiden vermieden werden. Neugeborene sollten beobachtet werden, wenn die Mutter das Mittel bis in die späte Schwangerschaft eingenommen hat, und das Risiko für starke Blutungen der Mutter kurz nach der Geburt kann erhöht sein. Allgemeines dazu unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [2, 5]
Einnahme und Alltag
Citalopram wird einmal täglich morgens oder abends mit Flüssigkeit eingenommen. Escitalopram-Tabletten sollten Sie mit ausreichend Wasser schlucken und nicht kauen, weil sie bitter schmecken. Escitalopram gibt es außer als Filmtabletten auch als Tropfen zum Einnehmen; die hier zitierten Tropfen enthalten laut ihrer Packungsbeilage eine geringe Menge Alkohol. [1, 4, 6]
Citalopram hat laut Fachinformation einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit. Für Escitalopram konnte laut Fachinformation keine Beeinträchtigung der geistigen und der psychomotorischen Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden, jedes Psychopharmakon kann aber Urteilskraft und Geschicklichkeit beeinträchtigen. Beide Packungsbeilagen sagen: Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, solange Sie nicht wissen, wie das Mittel Sie beeinflusst. Mehr unter Psychopharmaka und Autofahren. [1, 2, 4, 5]
Zwischen Citalopram und Alkohol wurden laut Fachinformation keine Wechselwirkungen nachgewiesen, die Fachinformation rät trotzdem von der Kombination ab. Bei Escitalopram sind laut Fachinformation keine Wechselwirkungen zu erwarten, die Kombination ist trotzdem nicht ratsam. Mehr unter Escitalopram und Alkohol und Psychopharmaka und Alkohol. [2, 5]
Für Menschen über 65 Jahre sehen beide Fachinformationen eine niedrigere Dosis vor. Ältere Menschen hatten unter Citalopram laut Fachinformation längere Halbwertszeiten, Escitalopram scheiden sie anscheinend langsamer aus. Bei eingeschränkter Leberfunktion ist die Halbwertszeit beider Wirkstoffe laut Fachinformation verlängert, und bei leichter bis mittelschwerer Einschränkung sehen beide Fachinformationen eine niedrigere Anfangsdosis vor. Für einen Natriummangel im Blut nennt die Fachinformation von Escitalopram ältere Menschen als Risikogruppe; bei Citalopram scheint das Risiko laut Fachinformation bei älteren Frauen höher zu sein. Mehr unter Psychopharmaka im Alter. [2, 5]
Worauf Sie bei beiden achten sollten
Wer depressiv ist oder an einer Angststörung leidet, kann manchmal Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein, weil diese Mittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal länger. Wahrscheinlicher ist das bei Menschen, die solche Gedanken schon früher hatten, und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, gehen Sie sofort zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder in ein Krankenhaus. [1, 4]
Bei Zeichen eines Serotonin-Syndroms wie hohem Fieber, Zittern und plötzlichen Muskelzuckungen und bei Krampfanfällen sollen Sie sich laut beiden Packungsbeilagen sofort beziehungsweise umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden, laut Packungsbeilage von Escitalopram auch direkt an ein Krankenhaus. Ärztlichen Rat brauchen Sie laut beiden Packungsbeilagen auch bei Zeichen einer manischen Phase, etwa überaktivem Verhalten oder sich rasch ändernden Ideen. Quälende Unruhe, bei der Sie nicht still sitzen oder stehen können, tritt am ehesten in den ersten Behandlungswochen auf; teilen Sie sie laut Packungsbeilage von Escitalopram sofort Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, eine Dosissteigerung kann sie laut Packungsbeilage von Citalopram verschlimmern. [1, 4]
Wechsel nur ärztlich
Ob ein Wechsel von einem Mittel auf das andere sinnvoll ist, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie keines der beiden Mittel plötzlich ab. Laut Fachinformation sind Absetzsymptome bei beiden häufig, besonders nach einem plötzlichen Abbruch, und in sehr seltenen Fällen traten sie schon nach einer versehentlich ausgelassenen Dosis auf. Beide Fachinformationen raten, die Dosis beim Beenden über mindestens ein bis zwei Wochen schrittweise zu verringern. Die NVL ordnet das Risiko für Absetzsymptome bei beiden als moderat ein. Wie Umstellungen ablaufen, erklärt die Seite Ein Psychopharmakon wechseln, mehr zum Beenden die Seite Antidepressiva absetzen. [2, 5, 9]
Weitere Vergleiche: Sertralin oder Escitalopram und Sertralin oder Fluoxetin.
Quellen
- Gebrauchsinformation Citalopram-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Citalopram-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Citalopram STADA 10 mg/20 mg/40 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Escitalopram-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Escitalopram-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Escitalopram-ratiopharm 20 mg/ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Citalopram. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Escitalopram. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Kurzfassung, Version 3.2. NVL-Programm von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023. abgerufen am 23.10.2026
- Rote-Hand-Brief zu Cipramil (Citalopram): Risiko für dosisabhängige QT-Intervall-Verlängerung. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 31.10.2011. abgerufen am 23.10.2026
- Rote-Hand-Brief zu Cipralex (Escitalopram): Risiko für dosisabhängige QT-Intervall-Verlängerung und bei Patienten über 65 Jahren zu geänderten Empfehlungen hinsichtlich der Maximaldosis. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 05.12.2011. abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Citalopram und Escitalopram?
Citalopram besteht aus zwei spiegelbildlichen Formen, Escitalopram ist eine davon. Beide sind SSRI. Laut Fachinformation unterscheiden sie sich bei den Anwendungsgebieten: Escitalopram ist bei Depression, Panikstörung, sozialer Angststörung, generalisierter Angststörung und Zwangsstörung zugelassen, Citalopram bei Depression und je nach Präparat auch bei Panikstörung. Für die QT-Zeit im EKG nennen beide Fachinformationen dieselben Gegenanzeigen. Embryotox gibt für Citalopram einen sehr hohen, für Escitalopram einen mittleren Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft an.
Ist Escitalopram derselbe Wirkstoff wie Citalopram?
Nicht ganz. Citalopram ist ein Gemisch aus zwei spiegelbildlichen Formen, und eine dieser Formen ist Escitalopram, unter anderem bekannt als Cipralex. Die Fachinformation von Citalopram nennt Escitalopram das aktive Enantiomer von Citalopram. Beide Wirkstoffe haben eigene Fachinformationen mit unterschiedlichen Anwendungsgebieten und eigenen Dosierungen.
Was ist besser, Citalopram oder Escitalopram?
Eine allgemeine Antwort gibt es nicht. Nach der NVL Unipolare Depression legt die Studienlage eine weitgehend vergleichbare Wirksamkeit der verschiedenen Antidepressiva nahe; ausgewählt wird nach den Wünschen der Betroffenen, nach klinischen Kriterien wie Nebenwirkungen, Begleiterkrankungen und Wechselwirkungen und nach praktischen Gesichtspunkten. Diese Abwägung treffen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Welches Mittel ist bei Angst- und Panikstörungen zugelassen?
Escitalopram ist laut Fachinformation bei Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie, sozialer Angststörung und generalisierter Angststörung zugelassen. Bei Citalopram hängt es vom Präparat ab: Die Fachinformation von Citalopram-ratiopharm nennt nur die Depression, eine andere Fachinformation (Stand 03/2024) zusätzlich die Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie. Welche Anwendungsgebiete für Ihr Präparat gelten, steht in seiner Packungsbeilage. Welches Mittel im Einzelfall infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Haben Citalopram und Escitalopram dieselben Nebenwirkungen?
Die Listen in den Packungsbeilagen sind sehr ähnlich. Übelkeit und Kopfschmerzen sind bei beiden sehr häufig, Schwindel, Zittern und weniger Lust auf Sex bei beiden häufig. Bei manchen Beschwerden steht eine andere Häufigkeitsklasse, etwa bei der Gewichtszunahme (Citalopram gelegentlich, Escitalopram häufig) und der Gewichtsabnahme (Citalopram häufig, Escitalopram gelegentlich). Die Häufigkeiten stammen aus unterschiedlichen Studien; eine andere Klasse belegt deshalb nicht, dass ein Mittel eine Beschwerde seltener auslöst.
Was gilt bei Citalopram und Escitalopram für das Herz?
Beide können laut Fachinformation die QT-Zeit im EKG dosisabhängig verlängern. Bei bekannter QT-Verlängerung, angeborenem Long-QT-Syndrom und zusammen mit Mitteln, die die QT-Zeit verlängern, dürfen beide nicht genommen werden, und ein Mangel an Kalium oder Magnesium muss vorher ausgeglichen werden. Bei einer Depression empfiehlt die NVL für beide ein EKG vor Beginn und im ersten Monat. Zu beiden Wirkstoffen gab es im Jahr 2011 einen Rote-Hand-Brief zur QT-Verlängerung.
Kann ich von Citalopram auf Escitalopram umsteigen?
Ein Wechsel ist eine ärztliche Entscheidung. Setzen Sie Ihr Mittel nicht selbst ab: Laut Fachinformation sind Absetzsymptome bei beiden häufig, besonders nach einem plötzlichen Abbruch, und in sehr seltenen Fällen traten sie schon nach einer versehentlich ausgelassenen Dosis auf. Wie Umstellungen ablaufen, erklärt die Seite Ein Psychopharmakon wechseln.
Was ist in der Schwangerschaft zu beachten?
Laut Embryotox gehört Citalopram zu den Mitteln der Wahl bei medikamentös behandlungsbedürftiger Depression in der Schwangerschaft, der Erfahrungsumfang ist sehr hoch. Für Escitalopram nennt Embryotox einen mittleren Erfahrungsumfang und als besser geeignete Alternativen Citalopram und Sertralin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Eine stabil eingestellte Patientin sollte ihre Medikation laut Embryotox unverändert fortsetzen, und ein plötzliches Absetzen sollte laut Fachinformation in der Schwangerschaft vermieden werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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Vergleiche Venlafaxin oder DuloxetinVenlafaxin und Duloxetin sind Antidepressiva aus der Gruppe der SNRI.
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Vergleiche Sertralin oder FluoxetinSertralin und Fluoxetin sind Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI.
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