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Quetiapin zum Schlafen
Quetiapin ist für Schlafstörungen nicht zugelassen: Die Fachinformationen nennen nur die Schizophrenie und bipolare Störungen, bei den Retardtabletten zusätzlich die Zusatzbehandlung einer Depression. Schläfrigkeit ist eine sehr häufige Nebenwirkung, daneben nennt die Fachinformation unter anderem Gewichtszunahme, Veränderungen von Blutzucker und Blutfetten und Wirkungen auf Herz und Kreislauf; das mit dem BfArM abgestimmte Schulungsmaterial für Ärztinnen und Ärzte hält fest, dass "von einer Off-label-Anwendung von Quetiapin abzusehen" ist. Ändern Sie nichts selbst an Ihrer Behandlung und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wofür Quetiapin zugelassen ist
Quetiapin ist ein verschreibungspflichtiges Mittel aus der Gruppe der atypischen Antipsychotika, unter anderem enthalten in Quetiapin-ratiopharm und Seroquel Prolong. Die Fachinformation der Filmtabletten nennt als Anwendungsgebiete die Behandlung der Schizophrenie und die Behandlung bipolarer Störungen: mäßige bis schwere manische Episoden, schwere depressive Episoden und die Rückfallprävention von manischen oder depressiven Episoden bei Menschen, die zuvor auf Quetiapin angesprochen haben. Die Retardtabletten sind zusätzlich zugelassen zur Behandlung depressiver Erkrankungen (Episoden einer Major Depression) als Zusatztherapie bei Menschen, die unzureichend auf die alleinige Behandlung mit einem Antidepressivum (Monotherapie) angesprochen haben. [2, 4]
Zugelassen ist Quetiapin damit nur bei diesen Erkrankungen; Schlafstörungen gehören nicht dazu. Die Fachinformation der Filmtabletten gilt für die Stärken 25, 100, 150, 200 und 300 mg und nennt für alle dieselben Anwendungsgebiete. Für ältere Menschen mit einer Psychose bei Demenz ist Quetiapin nicht zugelassen, für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird es nicht empfohlen. [2, 4]
In den Packungsbeilagen kommen Schlafprobleme als mögliches Zeichen einer Erkrankung vor: Bei einer bipolaren Depression kann es laut Packungsbeilage unter anderem vorkommen, dass man ohne Kraft ist, den Appetit verliert oder nicht schlafen kann. Ein eigenes Anwendungsgebiet sind Schlafstörungen dort nicht. [1, 3]
Wird Quetiapin zur Behandlung von Schlafstörungen verordnet, ist das eine Anwendung außerhalb der Zulassung, ein sogenannter Off-Label-Use. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erklärt den Begriff so: Ein Mittel wird bei einer Erkrankung verordnet, für deren Behandlung es nicht zugelassen ist. [11]
Was Schulungsmaterial, IQWiG und Leitlinie dazu sagen
Zu Quetiapin gibt es ein Schulungsmaterial für Ärztinnen und Ärzte, das als Maßnahme zur Verringerung von Risiken beauflagt und mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) abgestimmt ist; das BfArM veröffentlicht es auf seiner Website. Im Abschnitt zur nicht bestimmungsgemäßen Anwendung nennt der Leitfaden Ergebnisse eines Reviews der AHRQ (Agency for Healthcare Research and Quality) aus dem Jahr 2011 mit einer Aktualisierung von 2016 und weitere Literatur. Zu atypischen Antipsychotika heißt es dort: "Daten zur Anwendung dieser Arzneimittel bei Schlaflosigkeit waren nicht eindeutig." [12]
Der Leitfaden hält fest, dass "von einer Off-label-Anwendung von Quetiapin abzusehen" ist. Als Gründe nennt er Bedenken bei einer Langzeitbehandlung mit Quetiapin (genannt werden Spätdyskinesien und Stoffwechselkomplikationen), widersprüchliche Beobachtungen zur Wirkung bei nicht bestimmungsgemäßer Anwendung und unzureichende aktuelle Nachweise. [12]
Das IQWiG schreibt in seiner Gesundheitsinformation zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln, dass einige Antipsychotika vorwiegend beruhigend wirken und sehr müde machen. Als Antipsychotika, die zur Behandlung von Schlafstörungen zugelassen sind, nennt das IQWiG Melperon und Pipamperon; wissenschaftliche Belege, dass sie die Schlafprobleme älterer Menschen lindern, gibt es laut IQWiG nicht. Weil sie zudem teils schwere Nebenwirkungen haben, werden Antipsychotika bei Schlafstörungen eher selten eingesetzt. [11]
Bei einer Schlafstörung empfehlen Fachleute laut IQWiG in erster Linie eine kognitive Verhaltenstherapie. Medikamente können nur ein vorübergehendes Mittel sein, um wieder etwas Kraft zu schöpfen; die Ursachen einer Schlafstörung beseitigen sie nicht. Welche Mittel für Schlafstörungen zugelassen sind, steht auf der Seite Schlafmittel, Hintergründe zur Erkrankung unter Schlafstörungen (Insomnie). [11]
Eine Aussage zu Schlafstörungen bei einer Depression steht in der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression, Version 3.2, die bis 29.09.2027 gültig ist. In der Begründung ihrer Empfehlungen zu Benzodiazepinen schreibt die Leitliniengruppe: Bei hartnäckigen Schlafstörungen im Zusammenhang mit depressiven Episoden kommen aus ihrer Sicht anstelle von Benzodiazepinen eher Schulungen zur Schlafhygiene und Antidepressiva mit dämpfender Wirkung infrage, zum Beispiel Mirtazapin, gegebenenfalls auch niedrig dosierte Antipsychotika. Ein bestimmtes Antipsychotikum nennt sie an dieser Stelle nicht. Für Schlafstörungen ist Quetiapin laut Fachinformation auch bei einer Depression nicht zugelassen. [2, 4, 13]
Schläfrigkeit als Nebenwirkung
Schläfrigkeit gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Quetiapin, sie kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Die Fachinformation spricht von Somnolenz, also Schläfrigkeit, und verwandten Symptomen wie Sedierung. In Studien mit Menschen mit bipolarer Depression traten diese Beschwerden normalerweise in den ersten 3 Behandlungstagen auf und waren überwiegend leicht bis mittelschwer. Gewöhnlich zeigt sich die Schläfrigkeit in den ersten zwei Behandlungswochen und geht im Allgemeinen bei fortgesetzter Einnahme vorüber. [1, 2, 3, 4]
Wer unter einer Schläfrigkeit mit hoher Intensität leidet, sollte laut Fachinformation engmaschiger kontrolliert werden, mindestens in den ersten 2 Wochen nach Beginn der Schläfrigkeit oder bis sich die Beschwerden bessern oder ein Abbruch der Behandlung in Betracht gezogen wird. Ein Blutdruckabfall beim Aufstehen mit Schwindel tritt wie die Schläfrigkeit normalerweise auf, während die Dosis zu Beginn gesteigert wird, und könnte vor allem bei älteren Menschen vermehrt zu unfallbedingten Verletzungen durch Stürze führen. Haben Sie Schwindel oder ein starkes Schläfrigkeitsgefühl, informieren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. [1, 2, 3, 4]
Quetiapin kann laut Fachinformation Tätigkeiten beeinträchtigen, die Aufmerksamkeit erfordern. Die Packungsbeilage sagt: Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, solange Sie Ihre individuelle Reaktion auf die Tabletten nicht kennen. Mehr unter Psychopharmaka und Autofahren und Müdigkeit durch Psychopharmaka. [1, 2, 3, 4]
Was die Fachinformation über den Schlaf sagt
Neben der Schläfrigkeit nennen Packungsbeilage und Fachinformation weitere Beschwerden rund um den Schlaf. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind ungewöhnliche Träume und Albträume. Gelegentlich treten unangenehme Empfindungen in den Beinen auf, das Restless-Legs-Syndrom. Selten kommt es zu Gehen, Sprechen, Essen oder anderen Aktivitäten im Schlaf; die Fachinformation spricht von Somnambulismus und verwandten Reaktionen wie Reden im Schlaf und schlafbezogenen Essstörungen. [1, 2, 3, 4]
Bei Menschen, die Quetiapin einnehmen, wurde über ein Schlafapnoe-Syndrom berichtet. In der Packungsbeilage wird es als Erkrankung beschrieben, bei der man während des normalen Nachtschlafs für kurze Zeit aufhört zu atmen. Mit Vorsicht angewendet werden sollte Quetiapin laut Fachinformation bei Menschen, die zugleich Arzneimittel erhalten, die das zentrale Nervensystem dämpfen, und die schon eine Schlafapnoe hatten, sowie bei Menschen mit einem Risiko für eine Schlafapnoe, zum Beispiel bei Übergewicht oder bei Männern. Haben oder hatten Sie eine Schlafapnoe und nehmen Sie Beruhigungsmittel, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2, 3, 4]
Beim Beenden der Behandlung sind Absetzsymptome sehr häufig. Nach einem plötzlichen Absetzen wurden laut Fachinformation Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Reizbarkeit beschrieben; in Studien waren diese Beschwerden eine Woche nach dem Behandlungsende signifikant seltener. Empfohlen wird ein ausschleichendes Absetzen über einen Zeitraum von mindestens 1 bis 2 Wochen; laut Packungsbeilage empfiehlt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt unter Umständen, die Dosis schrittweise zu verringern, bevor die Behandlung endet. [1, 2, 3, 4]
Bei einer Depression können Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, laut Packungsbeilage auch verstärkt sein, wenn Sie die Einnahme plötzlich beenden; mehr dazu unter Wann Sie sofort Hilfe brauchen. Allgemeines zum Beenden einer Behandlung steht unter Antipsychotika absetzen und Absetzsymptome. [1, 3]
Weitere Risiken laut Fachinformation

Weil Quetiapin mehrere Anwendungsgebiete hat, sollte laut Fachinformation das Sicherheitsprofil passend zur gestellten Diagnose und zur angewendeten Dosierung berücksichtigt werden. [2, 4]
Gewicht und Stoffwechsel
Gewichtszunahme gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen; bei Erwachsenen tritt sie laut Fachinformation vorwiegend in den ersten Behandlungswochen auf. Sehr häufig sind auch erhöhte Triglyceride und ein erhöhtes Gesamtcholesterin, häufig ein vermehrtes Hungergefühl und erhöhte Blutzuckerwerte. Gelegentlich entwickelt sich eine Zuckerkrankheit (Diabetes) oder ein bestehender Diabetes verschlechtert sich. Wegen des in klinischen Studien beobachteten Risikos, dass sich Gewicht, Blutzucker und Blutfette verschlechtern, sollten diese Werte laut Fachinformation zu Beginn der Behandlung bestimmt und ihre Änderungen regelmäßig kontrolliert werden. Mehr unter Gewichtszunahme und Blutzucker und Blutfette. [1, 2, 3, 4]
Herz und Kreislauf
Häufig sind ein erhöhter Herzschlag, ein Gefühl von Herzklopfen oder Herzrasen sowie ein niedriger Blutdruck beim Aufstehen, der zu Schwindel oder Ohnmacht führen kann. Gelegentlich kommt es zu einer Veränderung der elektrischen Herzaktivität im EKG (QT-Verlängerung) und zu einem verlangsamten Herzschlag, der laut Packungsbeilage zu Beginn der Behandlung auftreten kann. Wie bei anderen Antipsychotika ist laut Fachinformation Vorsicht geboten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei einer QT-Verlängerung in der Familie und zusammen mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern; außerdem wurde über Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathie) und Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) berichtet. Bei schnellem und unregelmäßigem Herzschlag auch in Ruhe, Herzstolpern, Atemproblemen, Schmerzen in der Brust oder unerklärlicher Müdigkeit informieren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; dann muss das Herz untersucht werden. Was die QT-Zeit ist, erklärt die Seite Herz und QT-Zeit. [1, 2, 3, 4]
Ältere Menschen mit Demenz
Für ältere Menschen mit einer Psychose bei Demenz ist Quetiapin nicht zugelassen. In Studien mit einigen atypischen Antipsychotika war bei Menschen mit Demenz das Risiko für unerwünschte zerebrovaskuläre Ereignisse erhöht. Laut einer Auswertung mehrerer Studien zu atypischen Antipsychotika, die die Fachinformation nennt, haben ältere Menschen mit einer Psychose bei Demenz außerdem ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko. Die Packungsbeilage sagt: Ältere Menschen mit Demenz sollten Quetiapin nicht einnehmen, weil die Gruppe von Arzneimitteln, zu der es gehört, bei ihnen das Risiko für Schlaganfälle oder in einigen Fällen das Sterberisiko erhöhen kann. Hintergründe stehen auf den Seiten Demenz und Psychopharmaka im Alter. [1, 2, 3, 4]
Bewegungsstörungen und Missbrauch
Sehr häufig sind laut Packungsbeilage ungewöhnliche Muskelbewegungen wie Schwierigkeiten zu Beginn einer Bewegung, Zittern, ein Gefühl der Ruhelosigkeit oder steife Muskeln. Gelegentlich treten unkontrollierbare Bewegungen vor allem von Gesicht oder Zunge auf (Spätdyskinesie); laut Fachinformation können sie nach dem Ende der Behandlung schlimmer werden oder erst dann auftreten. Über nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch und Missbrauch von Quetiapin wurde berichtet; bei Menschen mit einer Alkohol- oder Drogenabhängigkeit in der Vorgeschichte ist bei der Verschreibung laut Fachinformation Vorsicht geboten. [1, 2, 3, 4]
Zusammen mit Schlafmitteln und Alkohol
Wegen seiner Wirkungen auf das zentrale Nervensystem sollte Quetiapin laut Fachinformation nur mit Vorsicht zusammen mit anderen zentral wirksamen Arzneimitteln und mit Alkohol angewendet werden. Informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Arzneimittel mit Barbituraten einnehmen, die zu den Mitteln gegen Schlafstörungen gehören, oder wenn Sie Antidepressiva einnehmen; zusammen mit Antidepressiva kann ein Serotonin-Syndrom entstehen, ein möglicherweise lebensbedrohlicher Zustand. Achten Sie darauf, wie viel Alkohol Sie trinken, weil Quetiapin und Alkohol zusammen schläfrig machen können. [1, 2, 3, 4]
Nicht zusammen mit Quetiapin eingenommen werden dürfen bestimmte Mittel gegen HIV, Pilzmittel vom Azol-Typ, die Antibiotika Erythromycin und Clarithromycin sowie Nefazodon. Trinken Sie laut Packungsbeilage während der Behandlung keinen Grapefruitsaft. Alle Wechselwirkungen stehen auf der Seite Quetiapin, zu Alkohol mehr unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2, 3, 4]
Wann Sie sofort Hilfe brauchen
Eine Depression bei bipolaren Störungen ist laut Fachinformation mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken, selbstschädigendes Verhalten und Suizid verbunden, das bis zu einer signifikanten Besserung (Remission) besteht. Auch andere psychische Erkrankungen, für die Quetiapin verschrieben wird, können mit einem erhöhten Risiko einhergehen. Gedanken, sich das Leben zu nehmen, und eine Verschlimmerung der Depression nennt die Packungsbeilage unter den häufigen Nebenwirkungen. Die Packungsbeilage der Retardtabletten führt sie bei den ernsthaften Nebenwirkungen, bei denen Sie die Einnahme beenden und umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen oder sich direkt in das nächstgelegene Krankenhaus begeben sollen; zugleich können solche Gedanken laut Packungsbeilage bei einer Depression auch verstärkt sein, wenn Sie die Einnahme plötzlich beenden. [1, 2, 3, 4]
Gehen Sie laut Packungsbeilage zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf, wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt Gedanken daran haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Möglicherweise empfinden Sie es als hilfreich, Angehörigen oder guten Freunden zu erzählen, dass Sie depressiv sind, und sie zu bitten, Ihnen zu sagen, wenn sie sich Sorgen über Veränderungen in Ihrem Verhalten machen. [1, 3]
Weitere Warnzeichen, bei denen Sie laut Packungsbeilage unverzüglich oder so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, etwa Fieber mit starker Muskelsteifheit und Schwitzen, Zeichen einer Infektion oder eine Verstopfung mit anhaltenden Bauchschmerzen, stehen gesammelt auf der Seite Quetiapin. [1, 3]
Nicht selbst ändern, mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen
Haben Sie Quetiapin zum Schlafen verordnet bekommen, ändern Sie die Einnahme nicht selbst und beenden Sie sie nicht plötzlich. Die Packungsbeilage sagt: Beenden Sie die Einnahme der Tabletten nicht, auch nicht, wenn Sie sich besser fühlen, außer auf Anraten Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes. Ob die Filmtabletten einmal täglich vor dem Schlafengehen oder verteilt auf zwei Einnahmen genommen werden, hängt laut ihrer Packungsbeilage von der Erkrankung ab; die Retardtabletten werden laut ihrer Packungsbeilage mindestens eine Stunde vor einer Mahlzeit oder vor dem Schlafengehen eingenommen. Ein Einnahmeschema für Schlafstörungen nennen die Packungsbeilagen nicht. Die Angaben der Packungsbeilagen zur Dosierung in den zugelassenen Anwendungsgebieten stehen auf der Seite Quetiapin. [1, 3]
Im Gespräch können Sie zum Beispiel klären, wofür Quetiapin bei Ihnen verordnet ist und wann Gewicht, Blutzucker und Blutfette kontrolliert werden, die laut Fachinformation zu Beginn bestimmt und regelmäßig überprüft werden sollten. Die Fragen fürs Arztgespräch helfen bei der Vorbereitung; Schlaf und Beschwerden lassen sich im Stimmungstagebuch festhalten. [2, 4]
Ob ein für Schlafstörungen zugelassenes Mittel oder eine Behandlung ohne Medikamente wie die kognitive Verhaltenstherapie für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; einen Wechsel nehmen Sie nicht selbst vor (Ein Psychopharmakon wechseln). Zurück zur Übersicht: Quetiapin und Schlafmittel; eine ähnliche Frage beantwortet Opipramol zum Schlafen. [11]
Quellen
- Gebrauchsinformation Quetiapin-ratiopharm 50/150/200/300/400 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Quetiapin-ratiopharm 100 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Filmtabletten (25/100/150/200/300 mg). ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox: Quetiapin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 22.10.2026
- Schlafstörung: Behandlung mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln (gesundheitsinformation.de). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand aktualisiert am 03.07.2024. abgerufen am 23.10.2026
- Behörde Leitfaden für Ärzte zur Verordnung von quetiapinhaltigen Arzneimitteln (Schulungsmaterial: Leitfaden zur Verringerung von Arzneimittel- und Anwendungsrisiken, Ärzte, Quetiapin). Pharmazeutische Unternehmen quetiapinhaltiger Arzneimittel, mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte abgestimmt (veröffentlicht vom BfArM). Stand Version 2.0, Stand der Information Juni 2024 (auf bfarm.de seit 07.11.2024). abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2. NVL-Programm von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023 (verabschiedet 29.09.2022, gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 23.10.2026
Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Quetiapin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de
Häufige Fragen
Ist Quetiapin ein Schlafmittel?
Nein. Quetiapin ist ein Antipsychotikum und laut Fachinformation nur zur Behandlung der Schizophrenie und bipolarer Störungen zugelassen, die Retardtabletten außerdem zur Zusatzbehandlung einer Depression, wenn ein Antidepressivum allein nicht ausreichend gewirkt hat. Schlafstörungen gehören nicht zu den Anwendungsgebieten. Schläfrigkeit ist eine sehr häufige Nebenwirkung, die laut Fachinformation im Allgemeinen bei fortgesetzter Einnahme vorübergeht.
Was sagt das mit dem BfArM abgestimmte Schulungsmaterial zu Quetiapin gegen Schlafstörungen?
Das Schulungsmaterial für Ärztinnen und Ärzte zu Quetiapin ist als Maßnahme zur Verringerung von Risiken beauflagt, mit dem BfArM abgestimmt und auf der Website des BfArM veröffentlicht. Im Abschnitt zur nicht bestimmungsgemäßen Anwendung nennt es Ergebnisse eines Reviews der AHRQ (Agency for Healthcare Research and Quality) und weitere Literatur; zu atypischen Antipsychotika heißt es dort: "Daten zur Anwendung dieser Arzneimittel bei Schlaflosigkeit waren nicht eindeutig." Mit Verweis auf Bedenken bei einer Langzeitbehandlung, widersprüchliche Beobachtungen und unzureichende aktuelle Nachweise hält der Leitfaden fest, dass "von einer Off-label-Anwendung von Quetiapin abzusehen" ist.
Wie schnell macht Quetiapin müde?
In Studien mit Menschen mit bipolarer Depression trat die Schläfrigkeit laut Fachinformation normalerweise in den ersten 3 Behandlungstagen auf und war überwiegend leicht bis mittelschwer. Sie tritt gewöhnlich in den ersten zwei Behandlungswochen auf und geht im Allgemeinen bei fortgesetzter Einnahme vorüber. Eine Wirkung als Schlafmittel beschreibt die Fachinformation nicht.
Wann nimmt man Quetiapin zum Schlafen ein?
Für Schlafstörungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation kein Einnahmeschema; dafür ist Quetiapin nicht zugelassen. Laut Packungsbeilage der Filmtabletten hängt es von der Erkrankung ab, ob sie einmal täglich vor dem Schlafengehen oder verteilt auf zwei Einnahmen genommen werden; die Retardtabletten werden laut ihrer Packungsbeilage mindestens eine Stunde vor einer Mahlzeit oder vor dem Schlafengehen eingenommen, wann genau, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Nehmen Sie Quetiapin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein.
Kann man Quetiapin bei Bedarf nehmen?
Laut Fachinformation gibt es für jedes Anwendungsgebiet ein eigenes Dosierungsschema; eine Einnahme nur bei Bedarf beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Ändern Sie die Einnahme nicht selbst. Nach einem plötzlichen Absetzen wurden unter anderem Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel beschrieben.
Welche Nebenwirkungen hat Quetiapin, wenn man es zum Schlafen nimmt?
Eigene Angaben zu einer Anwendung bei Schlafstörungen enthält die Fachinformation nicht. Sehr häufig sind laut Packungsbeilage unter anderem Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Gewichtszunahme, ungewöhnliche Muskelbewegungen und veränderte Blutfettwerte; häufig sind unter anderem Herzrasen, ein Blutdruckabfall beim Aufstehen, erhöhte Blutzuckerwerte sowie ungewöhnliche Träume und Albträume. Gewicht, Blutzucker und Blutfette sollten laut Fachinformation zu Beginn bestimmt und regelmäßig kontrolliert werden.
Darf ich mit Quetiapin Auto fahren?
Quetiapin kann laut Fachinformation Tätigkeiten beeinträchtigen, die Aufmerksamkeit erfordern. Die Packungsbeilage sagt: Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, solange Sie Ihre individuelle Reaktion auf die Tabletten nicht kennen. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren.
Was gibt es statt Quetiapin bei Schlafstörungen?
Laut IQWiG empfehlen Fachleute bei einer Schlafstörung in erster Linie eine kognitive Verhaltenstherapie; Medikamente können nur vorübergehend helfen und beseitigen die Ursachen nicht. Welche Mittel für Schlafstörungen zugelassen sind, steht auf der Seite Schlafmittel. Ob etwas davon für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; setzen Sie Quetiapin nicht von sich aus ab.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Medikamente Mirtazapin zum SchlafenMirtazapin ist nicht zur Behandlung von Schlafstörungen zugelassen.
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Medikamente Pipamperon zum SchlafenPipamperon ist bei Schlafstörungen zugelassen, insbesondere bei älteren Menschen.
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