MedikamenteWirkstoff

Diphenhydramin

Diphenhydramin ist ein Schlafmittel aus der Gruppe der Antihistaminika zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen; die Tabletten zum Einnehmen sind nicht verschreibungspflichtig. Die Behandlung sollte laut Packungsbeilage so kurz wie möglich sein. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Schwangere und Stillende dürfen das Präparat nicht einnehmen, und während der Anwendung dürfen Sie keinen Alkohol trinken.

Frau Ende vierzig bezieht am frühen Abend in einem ruhigen Schlafzimmer das Bett mit frischer heller Wäsche
Bild: KI-generiert

Wofür wird Diphenhydramin eingesetzt?

Diphenhydramin ist laut Packungsbeilage ein Schlafmittel aus der Gruppe der Antihistaminika. Die Tabletten von Diphenhydraminhydrochlorid STADA werden zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen angewendet, und zwar bei Erwachsenen; ein anderes Anwendungsgebiet nennt diese Packungsbeilage nicht. Laut Embryotox wird Diphenhydramin außerdem vorbeugend und zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen sowie bei Reisekrankheit eingesetzt. Die Angaben dieser Seite stammen aus der Packungsbeilage der Tabletten gegen Schlafstörungen; nehmen Sie ein anderes Präparat, gilt dessen Packungsbeilage. [1, 3]

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen das Präparat nicht einnehmen. Zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Diphenhydramin als Schlafmittel bei Kindern und Jugendlichen liegen laut Packungsbeilage keine ausreichenden Erfahrungen vor, deshalb sollte es ihnen nicht verordnet werden. Ältere Menschen sollten Diphenhydramin nur nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt einnehmen, da ihre Empfindlichkeit für Nebenwirkungen erhöht sein kann, besonders für anticholinerge Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit oder Beschwerden beim Wasserlassen. Mehr dazu unter Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen und Psychopharmaka im Alter. [1]

Die Tabletten zum Einnehmen sind nicht verschreibungspflichtig. Die Arzneimittelverschreibungsverordnung führt Diphenhydramin nur zur parenteralen Anwendung als verschreibungspflichtig auf. [2]

Wie wirkt Diphenhydramin?

Laut Embryotox gehört Diphenhydramin zu den Antihistaminika der ersten Generation. Es hemmt die Wirkung des Botenstoffs Histamin an dessen Andockstellen, den H1-Rezeptoren, und wirkt außerdem dämpfend (sedierend), antiallergisch, gegen Übelkeit und Erbrechen und anticholinerg. Als anticholinerge Wirkungen nennt die Packungsbeilage unter anderem Mundtrockenheit, Verstopfung, Sodbrennen, Sehstörungen und Beschwerden beim Wasserlassen. [1, 3]

Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert, liegt laut Embryotox zwischen 2,4 und 9,3 Stunden. Die Packungsbeilage weist darauf hin, dass sich Restmüdigkeit und ein beeinträchtigtes Reaktionsvermögen auch am Folgetag noch auswirken können, vor allem nach unzureichender Schlafdauer. [1, 3]

Einen Überblick über Mittel gegen Schlafstörungen gibt die Seite Schlafmittel; eigene Wirkstoffseiten gibt es zum Beispiel auch zu Doxylamin und Baldrianwurzel.

Wann wirkt Diphenhydramin und wie lange wird behandelt?

Die Tablette wird laut Packungsbeilage abends 30 Minuten vor dem Schlafengehen eingenommen, und danach sollte eine ausreichende Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden gewährleistet sein. Wie schnell die Wirkung einsetzt, gibt die Packungsbeilage nicht an. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke. [1]

Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein; die Höchstdauer laut Packungsbeilage steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Bei fortbestehenden Schlafstörungen suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf. Allgemeines zur Dauer einer Behandlung erklärt die Seite Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1]

  1. ErhaltungDie Behandlung sollte laut Packungsbeilage so kurz wie möglich sein, im Allgemeinen nur wenige Tage, und 2 Wochen nicht überschreiten. Bestehen die Schlafstörungen fort oder fühlen Sie sich nach spätestens 2 Wochen nicht besser oder schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]
  2. AbsetzenBeim plötzlichen Absetzen können Schlafstörungen vorübergehend wieder auftreten; laut Packungsbeilage wird deshalb empfohlen, die Behandlung gegebenenfalls durch schrittweise Verringerung der Dosis zu beenden. Besprechen Sie das Beenden mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.[1]

Nebenwirkungen im Blick

Die Packungsbeilage ordnet die Nebenwirkungen von Diphenhydramin keinen Häufigkeitsklassen wie "häufig" oder "selten" zu. Sie beschreibt, womit besonders zu Beginn der Behandlung zu rechnen ist und welche Beschwerden am häufigsten berichtet werden; der Kasten unten gibt diese Angaben vollständig wieder. Nach wiederholter Einnahme von Schlafmitteln über einen längeren Zeitraum kann die Wirkung laut den Warnhinweisen der Packungsbeilage nachlassen (Toleranz), und das Risiko einer Abhängigkeit steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung; mehr dazu im Abschnitt Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft. [1]

Nebenwirkungen

Laut Packungsbeilage ist mit den folgenden Nebenwirkungen besonders zu Beginn der Behandlung zu rechnen: Am häufigsten berichtet werden Schläfrigkeit, Benommenheit und Konzentrationsstörungen am Folgetag, vor allem nach zu kurzer Schlafdauer, sowie Schwindel und Muskelschwäche. Weitere häufiger auftretende Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall und anticholinerge Wirkungen wie Mundtrockenheit, Verstopfung, Sodbrennen, Sehstörungen oder Beschwerden beim Wasserlassen. Außerdem können bestimmte Herzrhythmusstörungen (Verlängerung des QT-Intervalls im EKG) auftreten. Berichtet wurden zudem Überempfindlichkeitsreaktionen, eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut, Veränderungen des Blutbildes, ein erhöhter Augeninnendruck, Gelbsucht durch Gallestau (cholestatischer Ikterus) und sogenannte "paradoxe Reaktionen" wie Ruhelosigkeit, Nervosität, Erregung, Angstzustände, Zittern oder Schlafstörungen.[1]

Ausführlicher zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit und Herz und QT-Zeit.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Überdosierungen mit Diphenhydramin und die Einnahme durch Kinder und Kleinkinder können laut Packungsbeilage gefährlich sein. Bei Verdacht auf eine Überdosierung oder Vergiftung ist sofort eine Ärztin oder ein Arzt zu informieren, zum Beispiel über den Giftnotruf; in einem Notfall wählen Sie 112. Bewahren Sie das Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf. [1]

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Paar Mitte fünfzig geht an einem ruhigen Morgen auf einem hellen Waldweg spazieren, beide in leichten Jacken in Sandtönen und Indigo
Bild: KI-generiert

Beeinträchtigt Sie eine Nebenwirkung erheblich oder bemerken Sie Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke. Nebenwirkungen können Sie auch selbst dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden. [1]

Einige Hinweise aus der Packungsbeilage betreffen den Alltag:

  • Die gleichzeitige Anwendung anderer Arzneimittel, die ebenfalls Diphenhydramin enthalten, auch äußerlich angewendeter, ist laut Packungsbeilage zu vermeiden. [1]
  • Bei Allergietests kann Diphenhydramin möglicherweise die Ergebnisse verfälschen und sollte deshalb mindestens 3 Tage vor dem Test nicht mehr angewendet werden. [1]
  • Berichtet wurde auch eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut. Was bei Sonne allgemein gilt, steht unter Psychopharmaka bei Hitze und Sonne. [1]

Welche Mittel Sie insgesamt nehmen, auch rezeptfreie, können Sie im Medikationsplan festhalten; Fragen für das nächste Gespräch sammeln Sie mit den Fragen fürs Arztgespräch.

Wechselwirkungen

Laut Packungsbeilage darf Diphenhydramin nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden und nicht zusammen mit MAO-Hemmern, bestimmten Mitteln zur Behandlung von Depressionen. Ebenso darf es nicht eingenommen werden, wenn gleichzeitig Mittel angewendet werden, die das QT-Intervall im EKG verlängern, etwa bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, bestimmte Antibiotika, Malariamittel, Neuroleptika oder Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer wie Citalopram oder Escitalopram, oder Mittel, die zu einem Kaliummangel führen, zum Beispiel bestimmte harntreibende Mittel. [1]

Zusammen mit anderen zentral dämpfenden Mitteln wie Schlaf-, Beruhigungs-, Schmerz- oder Narkosemitteln sowie mit Mitteln gegen Angst, Depressionen oder Anfallsleiden können sich die Wirkungen gegenseitig verstärken. Mittel mit ähnlicher, anticholinerger Wirkung wie Atropin, Biperiden oder trizyklische Antidepressiva können die anticholinerge Wirkung von Diphenhydramin verstärken; dann können ein erhöhter Augeninnendruck, ein Harnverhalt oder eine unter Umständen lebensbedrohliche Darmlähmung auftreten. [1]

Wechselwirkungen von Diphenhydramin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
MAO-Hemmer (bestimmte Mittel gegen Depressionen)Die Wirkung der MAO-Hemmer kann beeinflusst werden; verstärkte anticholinerge Wirkung möglich[1]Nicht zusammen einnehmen
Andere Arzneimittel mit Diphenhydramin, auch äußerlich angewendeteZusätzliche Aufnahme desselben Wirkstoffs[1]Gleichzeitige Anwendung vermeiden
Andere zentral dämpfende Mittel: Schlaf-, Beruhigungs-, Schmerz- oder Narkosemittel, angstlösende Mittel, Antidepressiva, Mittel gegen AnfallsleidenDie Wirkungen können sich gegenseitig verstärken[1]Vorher ärztlich oder in der Apotheke besprechen
Mittel mit anticholinerger Wirkung wie Atropin, Biperiden, trizyklische Antidepressiva oder MAO-HemmerErhöhung des Augeninnendrucks, Harnverhalt oder eine unter Umständen lebensbedrohliche Darmlähmung möglich[1]Vorher ärztlich besprechen
Blutdrucksenkende MittelVerstärkte Müdigkeit[1]Vorher ärztlich besprechen
Mittel, die das QT-Intervall verlängern, z. B. Antiarrhythmika der Klassen IA oder III, bestimmte Antibiotika (z. B. Erythromycin), Cisaprid, Malariamittel, Antihistaminika, Neuroleptika oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie Citalopram oder Escitalopram; Mittel, die zu Kaliummangel führen könnenBestimmte Herzrhythmusstörungen[1]Gleichzeitige Anwendung vermeiden
AllergietestsDiphenhydramin kann die Testergebnisse verfälschen[1]Mindestens 3 Tage vorher nicht mehr anwenden
AlkoholDie Wirkung von Diphenhydramin wird in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt[1]Während der Anwendung keinen Alkohol trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen anwenden können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Was beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Psychopharmaka gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren.

Wer Diphenhydramin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Die Packungsbeilage nennt viele Gegenanzeigen, unter anderem Epilepsie, akutes Asthma, grünen Star (Engwinkelglaukom), eine vergrößerte Vorsteherdrüse mit Restharnbildung, einen Kalium- oder Magnesiummangel, einen verlangsamten Herzschlag und bestimmte Herzerkrankungen. Besondere Vorsicht ist erforderlich bei eingeschränkter Leberfunktion, chronischen Lungenerkrankungen oder Asthma und bei bestimmten Magenfunktionsstörungen. [1]

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Diphenhydraminhydrochlorid, andere Antihistaminika oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre, verengte Magen-Darm-Passage[1]
  • Akutes Asthma[1]
  • Grüner Star (Engwinkelglaukom)[1]
  • Bestimmte Geschwülste des Nebennierenmarks (Phäochromozytom)[1]
  • Vergrößerte Vorsteherdrüse mit Restharnbildung, Harnverhaltung[1]
  • Epilepsie[1]
  • Kalium- oder Magnesiummangel[1]
  • Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)[1]
  • Bestimmte Herzerkrankungen: angeborenes QT-Syndrom oder andere bedeutsame Herzschäden, insbesondere Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, Erregungsleitungsstörungen oder Herzrhythmusstörungen[1]
  • Gleichzeitige Einnahme von Mitteln, die ebenfalls das QT-Intervall im EKG verlängern (z. B. Antiarrhythmika der Klassen IA oder III, bestimmte Antibiotika, Malariamittel, Neuroleptika oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie Citalopram oder Escitalopram) oder die zu einem Kaliummangel führen (z. B. bestimmte Diuretika)[1]
  • Gleichzeitige Einnahme von Alkohol oder von MAO-Hemmern (Mittel zur Behandlung von Depressionen)[1]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren[1]
  • Schwangerschaft und Stillzeit (laut Packungsbeilage)[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Eingeschränkte Leberfunktion[1]
  • Chronische Lungenerkrankungen oder Asthma[1]
  • Bestimmte Magenfunktionsstörungen (Pylorusstenose oder Achalasie der Kardia)[1]
  • Wiederholte Einnahme über längere Zeit: Die Wirksamkeit kann nachlassen (Toleranz)[1]
  • Abhängigkeit: Wie andere Schlafmittel kann Diphenhydramin zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen; das Risiko steigt mit Dosis und Dauer und ist bei Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit in der Vorgeschichte erhöht[1]
  • Ältere Menschen: nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt, weil die Empfindlichkeit für Nebenwirkungen, vor allem anticholinerge, erhöht sein kann; eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion und weitere Arzneimittel erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen[1]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage darf Diphenhydraminhydrochlorid STADA in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.[1]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an. In Untersuchungen mit insgesamt etwa 3.000 Schwangerschaften erwies es sich als nicht Fehlbildungen auslösend; laut Embryotox kann es während der gesamten Schwangerschaft eingesetzt werden, bei Schlafstörungen möglichst nur kurzfristig und nicht zusammen mit Benzodiazepinen oder anderen dämpfenden Mitteln. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox je nach Anwendungsgebiet gegen Übelkeit und Erbrechen Doxylamin plus Pyridoxin, Meclozin oder auch Dimenhydrinat und als nicht dämpfendes Mittel gegen Allergien z. B. Loratadin; für ein Schlafmittel rät Embryotox zur ärztlichen Rücksprache, weil je nach Art der Schlafstörung unterschiedliche Wirkstoffgruppen geeignet sind. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Diphenhydramin geht in die Muttermilch über; eine Sedierung des gestillten Säuglings ist nicht ausgeschlossen. Laut Packungsbeilage darf es deshalb in der Stillzeit nicht eingenommen werden.[1]

Laut Embryotox ist Diphenhydramin in der Stillzeit für einige Tage akzeptabel; eines von zwölf gestillten Kindern zeigte unter der Behandlung der Mutter leichte Schläfrigkeit, die keiner Behandlung bedurfte.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Anwendung dürfen Sie keinen Alkohol trinken, weil er die Wirkung von Diphenhydramin in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt.[1]

Autofahren und Maschinen

Diphenhydramin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Werkzeugen und Maschinen und zur Ausübung gefahrvoller Tätigkeiten beeinträchtigt ist. Auch am Folgetag können Restmüdigkeit und ein beeinträchtigtes Reaktionsvermögen nachwirken, vor allem nach zu kurzer Schlafdauer.[1]

Anwendung

Die Tablette unzerkaut abends 30 Minuten vor dem Schlafengehen mit ausreichend Flüssigkeit (vorzugsweise einem Glas Trinkwasser) einnehmen; anschließend sollte eine ausreichende Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden gewährleistet sein.[1]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Dosis nehmen, sondern wie beschrieben oder verordnet fortfahren.[1]

Absetzen

Beim plötzlichen Absetzen können die Schlafstörungen vorübergehend wieder auftreten. Deshalb wird empfohlen, die Behandlung gegebenenfalls durch schrittweise Verringerung der Dosis zu beenden. Besprechen Sie das Beenden mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.[1]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung, auch wenn ein Kind Tabletten eingenommen hat, sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf verständigen. Eine Überdosierung äußert sich vor allem durch Störungen des zentralen Nervensystems (Verwirrung, Erregungszustände bis hin zu Krampfanfällen, Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma, Atemstörungen bis zum Atemstillstand) und des Herz-Kreislauf-Systems; außerdem können gesteigerte Muskelreflexe, Fieber, trockene Schleimhäute, Sehstörungen, Verstopfung, Störungen der Harnausscheidung und schwere Muskelschädigungen (Rhabdomyolysen) auftreten.[1]

Zu Schwangerschaft und Stillzeit kommen Packungsbeilage und Embryotox zu unterschiedlichen Aussagen. Laut Packungsbeilage darf das Präparat in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden; Embryotox gibt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft mit "sehr hoch" an und hält Diphenhydramin in der Stillzeit für einige Tage für akzeptabel. Sind Sie schwanger, stillen Sie oder möchten Sie schwanger werden, fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in der Apotheke um Rat. Hintergründe: Psychopharmaka in der Schwangerschaft, in der Stillzeit und Psychopharmaka und Alkohol. [1, 3]

Zur Rechtslage beim Fahren: Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Die Medikamentenklausel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft die dort und in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten Substanzen, etwa Amfetamin oder Morphin, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammen. Wie Diphenhydramin selbst die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen kann, auch am Folgetag, steht in der Übersicht oben. Mehr dazu unter Psychopharmaka und Autofahren. [1, 11, 12, 13]

Wie andere Schlafmittel kann Diphenhydramin zur Entwicklung einer körperlichen und seelischen Abhängigkeit führen. Das Risiko steigt laut Packungsbeilage mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist erhöht, wenn früher schon eine Abhängigkeit von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen bestand. Mehr dazu unter Machen Psychopharmaka abhängig? und Medikamentenabhängigkeit. [1]

Einnahme und Absetzen

Was die Packungsbeilage zur Einnahme und zu einer vergessenen Dosis sagt, steht in der Übersicht zum Alltag. [1]

Beim Beenden der Behandlung können durch plötzliches Absetzen die Schlafstörungen vorübergehend wieder auftreten. Die Packungsbeilage empfiehlt deshalb, die Behandlung gegebenenfalls durch schrittweise Verringerung der Dosis zu beenden. Weitere Absetzbeschwerden beschreibt sie nicht. Wie Sie das Beenden angehen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke; Allgemeines dazu erklärt die Seite Psychopharmaka absetzen. [1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt die übliche Dosis für Erwachsene, die nicht überschritten werden sollte, und begrenzt die Dauer der Anwendung. Menschen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sollten niedrigere Dosen erhalten, und bei älteren oder geschwächten Menschen wird empfohlen, die Dosis erforderlichenfalls anzupassen. [1]

Präparate mit Diphenhydramin

Präparate mit Diphenhydramin
PräparatAnbieterHinweis
Diphenhydraminhydrochlorid STADASTADA Consumer Health Deutschland GmbH50 mg Tabletten zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Diphenhydraminhydrochlorid STADA 50 mg Tabletten. STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 11.10.2026
  2. Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Diphenhydramin. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox: Diphenhydramin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  5. Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
  6. Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026

Weiterführend Alle Nebenwirkungen von Diphenhydramin nach Häufigkeit auf Med-Nebenwirkungen.de

Häufige Fragen

Ist Diphenhydramin rezeptfrei?

Die Tabletten zum Einnehmen sind nicht verschreibungspflichtig; die Arzneimittelverschreibungsverordnung führt Diphenhydramin nur zur parenteralen Anwendung als verschreibungspflichtig auf. Die Packungsbeilage der Tabletten sieht sie zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen vor. Bestehen die Schlafstörungen fort, suchen Sie laut Packungsbeilage eine Ärztin oder einen Arzt auf.

Welche Nebenwirkungen hat Diphenhydramin?

Am häufigsten berichtet werden laut Packungsbeilage Schläfrigkeit, Benommenheit und Konzentrationsstörungen am Folgetag, vor allem nach unzureichender Schlafdauer, sowie Schwindel und Muskelschwäche. Häufiger treten außerdem Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und anticholinerge Wirkungen wie Mundtrockenheit, Verstopfung oder Beschwerden beim Wasserlassen auf, und bestimmte Herzrhythmusstörungen sind möglich. Einer Häufigkeitsklasse wie "häufig" oder "selten" ordnet die Packungsbeilage die Nebenwirkungen nicht zu.

Wie lange darf man Diphenhydramin nehmen?

Laut Packungsbeilage sollte die Behandlung so kurz wie möglich sein; die Höchstdauer steht im Abschnitt zur Dosierung auf dieser Seite. Bestehen die Schlafstörungen fort, suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf. Nach wiederholter Einnahme über einen längeren Zeitraum kann die Wirkung nachlassen, und das Risiko einer Abhängigkeit steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung.

Wie hoch ist die Dosis von Diphenhydramin?

Die übliche Dosis für Erwachsene und die Höchstmenge laut Packungsbeilage stehen im Abschnitt zur Dosierung auf dieser Seite. Menschen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sollten niedrigere Dosen erhalten, bei älteren oder geschwächten Menschen wird empfohlen, die Dosis erforderlichenfalls anzupassen. Hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine andere Dosis verordnet, gilt diese.

Wann nimmt man Diphenhydramin ein?

Laut Packungsbeilage wird die Tablette unzerkaut abends 30 Minuten vor dem Schlafengehen mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen, vorzugsweise mit einem Glas Trinkwasser. Danach sollte eine ausreichende Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden gewährleistet sein. Wie schnell die Wirkung einsetzt, gibt die Packungsbeilage nicht an.

Darf ich mit Diphenhydramin Alkohol trinken?

Nein. Laut Packungsbeilage dürfen Sie während der Anwendung keinen Alkohol trinken, weil er die Wirkung von Diphenhydramin in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt. Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol steht dort unter den Gegenanzeigen.

Darf ich Diphenhydramin in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage darf das Präparat in der Schwangerschaft nicht angewendet und in der Stillzeit nicht eingenommen werden. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft mit "sehr hoch" an; laut Embryotox kann Diphenhydramin während der gesamten Schwangerschaft eingesetzt werden, bei Schlafstörungen möglichst nur kurzfristig. Sind Sie schwanger, stillen Sie oder möchten Sie schwanger werden, fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in der Apotheke um Rat.

Kann Diphenhydramin abhängig machen?

Ja. Wie andere Schlafmittel kann Diphenhydramin laut Packungsbeilage zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen. Das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist bei Menschen erhöht, die schon einmal von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen abhängig waren.

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