Behandlung

Medikamentenspiegel im Blut

Ein Medikamentenspiegel zeigt, wie viel von einem Wirkstoff im Blut ist; Fachleute sprechen vom therapeutischen Drug Monitoring (TDM). Bei Lithium ist die Messung laut NVL Unipolare Depression obligat, und die Ärztin oder der Arzt bestimmt den Blutspiegel regelmäßig. Bei Antidepressiva und Antipsychotika wird der Spiegel laut Leitlinien vor allem in bestimmten Situationen gemessen, etwa wenn ein Mittel nicht wirkt, nicht vertragen wird oder weitere Medikamente dazukommen.

Mann Ende fünfzig sitzt am frühen Morgen an einem Küchentisch und trinkt in Ruhe ein Glas Wasser, helles Licht fällt durch das Fenster
Bild: KI-generiert

Der Serumspiegel ist die Menge oder Konzentration eines Stoffes im Blut; bei einer Serumspiegel-Kontrolle wird er im Labor bestimmt [2]. Fachleute sprechen vom therapeutischen Drug Monitoring (TDM). Es ist laut S3-Leitlinie Schizophrenie für viele Antipsychotika, Antidepressiva und Stimmungsstabilisierer möglich, und für viele Wirkstoffe ist ein Zusammenhang zwischen dem Spiegel und dem Auftreten von Nebenwirkungen bekannt [3]. Ob und wann bei Ihnen der Spiegel gemessen wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Was der Wert bedeutet, beurteilt die Praxis; ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Wozu die Messung dient

Die Messung der Konzentration eines Antidepressivums im Blut ist laut Nationaler VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression ein Mittel, um eine zu niedrige oder zu hohe Dosierung zu erkennen und unerwünschte Wirkungen zu verhindern. Ohne eine bestimmte Fragestellung steht der mögliche Nutzen einer routinemäßigen Messung laut NVL in keinem sinnvollen Verhältnis zu Risiken, Aufwand und Kosten; sie empfiehlt Spiegelkontrollen deshalb nur in bestimmten Fällen [1]. Bei einer Schizophrenie hat die Messung laut S3-Leitlinie auch Bedeutung, um zu prüfen, ob das Mittel regelmäßig eingenommen wird [3].

Wie ein Wert zu deuten ist, hängt vom Mittel ab. Bei Valproinsäure etwa besteht laut Fachinformation keine lineare Beziehung zwischen Dosis und Spiegel [9], und bei Carbamazepin ist der Zusammenhang zwischen Dosis und Spiegel und zwischen Spiegel und Wirkung oder Verträglichkeit laut Fachinformation "sehr zweifelhaft" [10]. Als Problem in der Versorgung nennt die NVL, dass die meisten Labore nur Messwerte und keine Deutung liefern; für sinnvolle Folgerungen ist eine fachliche Beurteilung nötig [1].

Wann der Spiegel gemessen wird

Bei Antidepressiva sollten Spiegelkontrollen laut NVL insbesondere erfolgen ("sollte") [1]:

  • bei einer Behandlung mit der Höchstdosis
  • bei Problemen mit der Verträglichkeit
  • bei Menschen, die viele Medikamente nehmen oder mehrere Erkrankungen haben
  • bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion
  • wenn sich die Beschwerden trotz gleichbleibender Dosis verschlechtern oder das Mittel nicht anspricht
  • bei bekannten erblichen Besonderheiten im Abbau von Medikamenten
  • bei Schwierigkeiten mit der regelmäßigen Einnahme

Spricht ein Antidepressivum nicht an, lassen sich Begleiterkrankungen als Ursache weitgehend ausschließen und berichten Sie, dass Sie es regelmäßig einnehmen, sollte laut NVL bei Mitteln, für die die Messung gut etabliert ist, der Spiegel kontrolliert werden ("sollte") [1]. Laut Patientenleitlinie empfiehlt die Leitliniengruppe die Messung nicht für alle Menschen, die Antidepressiva bekommen; sie sollte nur in bestimmten Fällen erfolgen [2]. Für einzelne Wirkstoffe nennt die NVL eigene Empfehlungsgrade, zum Beispiel "soll" bei Amitriptylin, Clomipramin, Imipramin und Citalopram; bei Agomelatin und Tranylcypromin empfiehlt sie die Messung nicht, bei Johanniskraut gilt sie als nicht etabliert. Diese Angaben stützt die NVL auf den Konsensus der Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie (AGNP), Update 2017 (Hiemke C. et al., Pharmacopsychiatry 2018, DOI 10.1055/s-0043-116492) [1]. Mehr dazu unter Wenn Antidepressiva nicht wirken.

Bei einer Schizophrenie hat die Messung laut S3-Leitlinie für die Prüfung der regelmäßigen Einnahme Bedeutung, wenn mehr als ein Arzneimittel mit einem Risiko für Wechselwirkungen gegeben wird, wenn schon bei niedrigen Dosen relevante Nebenwirkungen auftreten oder trotz hoher Dosen keine Wirkung eintritt und bei Fragen zu Aufnahme und Abbau des Mittels, unter anderem bei Menschen, die rauchen. Die Messung sollte zur Verbesserung der Behandlung bei Nebenwirkungen und fehlendem Ansprechen angeboten werden ("sollte"); wie und wie oft gemessen wird, soll sich nach den jeweils gültigen Empfehlungen der AGNP richten [3].

Bei einer bipolaren Störung sollte die Überwachung laut S3-Leitlinie Bipolare Störungen eine regelmäßige Messung des Medikamentenspiegels umfassen, besonders bei Lithium, aber auch bei Valproat und Carbamazepin ("sollte", klinischer Konsenspunkt) [4]. Diese Leitlinie stammt von 2019, zuletzt angepasst im Mai 2020; die Leitlinienübersicht der DGPPN führt sie mit dem Vermerk "Gültig bis: 01.03.2023", diese Gültigkeit ist abgelaufen [5].

Lithium: der Spiegel wird regelmäßig bestimmt

Bei Lithium ist die Spiegelbestimmung laut NVL obligat ("soll"); die Dosierung richtet sich ausschließlich nach dem Spiegel im Blut [1]. Die therapeutische Breite von Lithium ist laut österreichischer Fachinformation sehr gering, die giftigen Konzentrationen liegen dicht bei den wirksamen. Eine Lithiumvergiftung hängt eng mit dem Spiegel zusammen; besonders empfindliche Menschen können schon bei üblichen Konzentrationen Zeichen einer Vergiftung zeigen [6]. Weil jeder Mensch anders auf Lithium reagiert, sind laut Packungsbeilage häufige Blutuntersuchungen nötig, um die persönliche Dosis zu finden [7].

Wie oft gemessen wird, beschreiben die Fachinformationen unterschiedlich. Die deutsche Fachinformation nennt in den ersten vier Wochen eine wöchentliche Bestimmung, danach im ersten halben Jahr einmal im Monat und später vierteljährlich; nach Beginn oder einer Änderung der Dosis sollte die erste Bestimmung nach etwa einer Woche erfolgen [8]. Die österreichische Fachinformation nennt in der akuten Phase wöchentliche Messungen, in unkomplizierten Fällen und in der Erhaltungstherapie alle ein bis zwei Monate [6]. Auch die NVL sieht regelmäßige Messungen vor, unter bestimmten Umständen wie Fieber, Durchfällen oder einer Dosiserhöhung häufiger [1].

Kürzere Abstände oder zusätzliche Messungen können laut deutscher Fachinformation nötig sein bei Erkrankungen, die den Spiegel verändern können, etwa starkem Erbrechen, hohem Fieber, Infektionen, heftigen Durchfällen oder Flüssigkeitsmangel, wenn Arzneimittel dazukommen, die den Spiegel beeinflussen, beim Wechsel von mehreren Einnahmen am Tag auf eine einzige und bei älteren Menschen [8]. Erhöhen können den Lithiumspiegel laut österreichischer Fachinformation unter anderem entzündungshemmende Schmerzmittel (nichtsteroidale Antirheumatika), bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck (ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten), bestimmte Entwässerungsmittel und Metronidazol; nach einer Operation zur Gewichtsabnahme sollte der Spiegel bis zur Stabilisierung des Gewichts engmaschig überwacht werden [6]. Die Packungsbeilage bittet, auf genügend Salz und Flüssigkeit zu achten, besonders bei Abmagerungskuren und bestimmten Diäten [7]. Mehr zu Lithium unter Lithium: Spiegel im Blut.

Wann das Blut abgenommen wird

Frau Anfang fünfzig geht morgens mit ruhigem Schritt eine sonnige, von Bäumen gesäumte Straße entlang, eine Umhängetasche über der Schulter
Bild: KI-generiert

Für ein aussagekräftiges Ergebnis kommt es auf den Zeitpunkt an. Bei Lithium sollte das Blut laut deutscher Fachinformation möglichst genau 12 Stunden nach der letzten Einnahme abgenommen werden, zweckmäßigerweise morgens vor der nächsten Tablette [8]. Die Packungsbeilage bittet, genau 12 Stunden nach der letzten Einnahme zur Blutabnahme zu gehen und die nächste Dosis erst danach zu nehmen [7].

Bei Antidepressiva ist laut Patientenleitlinie wichtig, dass die Blutabnahme erfolgt, bevor Sie die Tablette einnehmen [2]. Die NVL nennt dafür weitere Punkte: Das Blut wird erst abgenommen, wenn sich ein gleichbleibender Spiegel eingestellt hat, bei den meisten Antidepressiva 4 bis 5 Tage nach der Einnahme einer gleichbleibenden Dosis. Gemessen wird in der Regel der tiefste Wert vor der Morgendosis (Talspiegel); bei Mitteln, die nur abends eingenommen werden, kann aus praktischen Gründen morgens gemessen werden, frühestens 12 Stunden nach der letzten Einnahme. Der Grund für die Messung sollte im Auftrag an das Labor stehen [1]. Ein gleichbleibender Spiegel (Steady State) ist laut S3-Leitlinie Schizophrenie bei gleichbleibenden Abständen zwischen den Einnahmen in der Regel nach 4 bis 5 Halbwertszeiten erreicht [3]; mehr dazu unter Halbwertszeit.

Bei Lamotrigin und einer Pille mit einwöchiger Pause sollte der Spiegel laut Fachinformation in der dritten Woche der Einnahme gemessen werden, an den Tagen 15 bis 21 des Zyklus; nach dem endgültigen Absetzen der Pille nicht in der ersten Woche danach [11].

Valproinsäure, Carbamazepin und Lamotrigin

Bei Valproinsäure ist der Spiegel laut Fachinformation etwa 4 bis 6 Wochen nach der letzten Einnahme eines Antiepileptikums zu kontrollieren, das den Abbau in der Leber anregt. Bei Anzeichen eines erhöhten Ammoniakwerts im Blut wie Teilnahmslosigkeit, Schläfrigkeit, Erbrechen, niedrigem Blutdruck oder häufigeren Anfällen sind die Spiegel von Ammoniak und Valproinsäure zu bestimmen [9].

Bei Carbamazepin sind laut Fachinformation besonders bei einer Langzeitbehandlung regelmäßig Blutbild, Nieren- und Leberfunktion und der Carbamazepin-Spiegel zu kontrollieren, bei einer Kombination auch die Spiegel der anderen Antiepileptika. Nützlich sein kann eine Messung laut Fachinformation unter anderem bei deutlich häufigeren Anfällen, zur Überprüfung der regelmäßigen Einnahme, in der Schwangerschaft, bei Kindern und Jugendlichen, bei Verdacht auf Vergiftungszeichen und wenn mehrere Arzneimittel gleichzeitig gegeben werden [10].

Bei Lamotrigin kann der Spiegel laut Fachinformation in der Schwangerschaft sinken und nach der Entbindung rasch ansteigen; er sollte deshalb vor, während und nach der Schwangerschaft und kurz nach der Entbindung überwacht werden. Vor und nach Beginn oder Ende einer hormonellen Verhütung können Messungen erwogen werden [11]. Mehr unter Schwangerschaft und Verhütung.

Was den Spiegel verändern kann

Bei Antidepressiva nennt die Patientenleitlinie als Einflüsse auf den Spiegel weitere Medikamente wie Präparate mit Johanniskraut oder Ginkgo, außerdem Rauchen und Grapefruitsaft [2]. Rauchen kann laut S3-Leitlinie Schizophrenie den Spiegel verschiedener Antipsychotika senken [3]. Bei Clozapin erhöht Koffein laut Fachinformation den Spiegel, nach einem plötzlichen Rauchstopp kann er steigen und Nebenwirkungen können zunehmen; Mittel, die bestimmte Leberenzyme anregen, wie Phenytoin, Rifampicin oder Omeprazol, können ihn senken, und auch Beginn oder Ende einer hormonellen Verhütung können eine Anpassung nötig machen [12]. Bei Olanzapin kann Rauchen den Abbau beschleunigen; die Fachinformation empfiehlt dann eine ärztliche Überwachung [14]. Bei Amitriptylin ist laut Fachinformation bei eingeschränkter Leberfunktion nach Möglichkeit eine Kontrolle des Spiegels ratsam [13]. Sagen Sie Ihrer Praxis deshalb, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören oder anfangen oder neue Medikamente und Präparate einnehmen; ein aktueller Medikationsplan hilft dabei.

Was nach der Messung passiert

Ist die Menge des Wirkstoffs im Blut zu niedrig oder zu hoch, gibt es laut Patientenleitlinie verschiedene Vorgehensweisen [2]. Spricht ein Antidepressivum nicht an und ist der Spiegel zu niedrig oder zu hoch, sollen laut NVL Maßnahmen ergriffen werden ("soll"): Die Praxis prüft erneut, ob das Mittel regelmäßig eingenommen wird, und unterstützt dabei; außerdem sucht sie nach Stoffen, die den Spiegel verändern. Zu niedrige Spiegel nennt die NVL zum Beispiel durch Rauchen, Ginkgo oder Johanniskraut, zu hohe durch Grapefruit; auch erbliche Besonderheiten im Abbau kommen infrage [1]. Was daraus für Ihre Behandlung folgt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Ändern Sie die Dosis nicht selbst und setzen Sie kein Mittel eigenmächtig ab.

Die Messung gehört laut NVL zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung und kann bei medizinischer Notwendigkeit auch von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten veranlasst werden; sind in der Praxis keine Blutabnahmen möglich, kann dafür überwiesen werden [1].

Zeichen einer Lithiumvergiftung

Als Zeichen einer Lithiumvergiftung nennt die österreichische Fachinformation Herzrhythmusstörungen und einen Kreislaufkollaps, Durchfall, Erbrechen und Austrocknung sowie Beschwerden des Nervensystems wie Gangunsicherheit, Zittern, Muskelzuckungen, Sprachstörungen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit und Augenzittern [6]. Die Packungsbeilage bittet, zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen bei Erkrankungen mit starkem Erbrechen, heftigen Durchfällen oder hohem Fieber, bei sehr starker Harnproduktion und ausgeprägtem Durst, bei Herzrhythmusstörungen und niedrigem Blutdruck und bei Bewegungsstörungen, Zittern, Zucken, Sprachstörungen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder Augenzittern [7].

Wenn es Ihnen psychisch sehr schlecht geht, finden Sie Telefonnummern und Anlaufstellen unter Hilfe in der Krise. Welche weiteren Kontrollen zu einer Behandlung gehören, steht unter Kontrollen und Blutwerte.

Quellen

  1. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005), Kapitel 4.4.7.1 und 7.1.1.1 Serumspiegelkontrollen (Empfehlungen 4-14, 7-3 und 7-4, Tabellen 30 und 37) und Anhang 3. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand 07/2023 (verabschiedet 29.09.2022, gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 23.10.2026
  2. Leitlinie Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Version 3.0 (Kapitel "Wie läuft die Behandlung mit Antidepressiva ab?" und "Was tun, wenn die Behandlung nicht wirkt?", Wörterbuch). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand 2024. abgerufen am 23.10.2026
  3. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie, Living Guideline, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Registernummer 038-009), Kapitel 9.3 Applikationsformen und 9.4 Therapeutisches Drug Monitoring (Empfehlung 19). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0, Fassung vom 13.06.2026 (PDF Juli 2026). abgerufen am 23.10.2026
  4. Leitlinie S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen, Langversion 2.1 (AWMF-Register-Nr. 038-019), Kapitel 4.8 Somatische und laborchemische Diagnostik vor und während einer Pharmakotherapie (Empfehlung Diagnostik 31). Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS) und DGPPN. Stand Update Februar 2019, letzte Anpassung Mai 2020; laut DGPPN-Übersicht gültig bis 01.03.2023. abgerufen am 23.10.2026
  5. Leitlinien (Übersicht der S3-Leitlinien mit Gültigkeit), Eintrag Bipolare Störungen. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). abgerufen am 23.10.2026
  6. Fachinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 23.10.2026
  8. Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten (Deutschland). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber). Stand 08/2024. abgerufen am 23.10.2026
  9. Fachinformation Valproinsäure-ratiopharm 300 Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 23.10.2026
  10. Fachinformation Carbamazepin-ratiopharm 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 23.10.2026
  11. Fachinformation Lamotrigin-ratiopharm Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 23.10.2026
  12. Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
  13. Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 23.10.2026
  14. Fachinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2020. abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Was ist ein Medikamentenspiegel?

Der Spiegel ist die Menge oder Konzentration eines Wirkstoffs im Blut. Bei einer Spiegelkontrolle wird er im Labor aus einer Blutprobe bestimmt; Fachleute sprechen vom therapeutischen Drug Monitoring. Laut S3-Leitlinie Schizophrenie ist das für viele Antipsychotika, Antidepressiva und Stimmungsstabilisierer möglich.

Bei welchen Medikamenten wird der Spiegel gemessen?

Regelmäßig bei Lithium, wo die Messung laut NVL obligat ist. Bei einer bipolaren Störung sollte laut S3-Leitlinie Bipolare Störungen auch bei Valproat und Carbamazepin regelmäßig gemessen werden; die Fachinformation von Carbamazepin nennt regelmäßige Spiegelkontrollen besonders bei einer Langzeitbehandlung. Bei Antidepressiva und Antipsychotika wird der Spiegel laut Leitlinien vor allem in bestimmten Situationen gemessen, etwa bei Nebenwirkungen, fehlender Wirkung oder vielen weiteren Medikamenten.

Wann muss ich zur Blutabnahme für den Lithiumspiegel?

Laut deutscher Fachinformation möglichst genau 12 Stunden nach der letzten Einnahme, zweckmäßigerweise morgens vor der nächsten Tablette. Die Packungsbeilage bittet, die nächste Dosis erst nach der Blutabnahme zu nehmen.

Wie oft wird der Lithiumspiegel kontrolliert?

Laut deutscher Fachinformation in den ersten vier Wochen wöchentlich, danach im ersten halben Jahr einmal im Monat und später vierteljährlich; nach einer Dosisänderung zuerst nach etwa einer Woche. Bei starkem Erbrechen, heftigem Durchfall, hohem Fieber, neuen Medikamenten, die den Lithiumspiegel beeinflussen, oder im Alter kann häufiger gemessen werden. Ihre Praxis legt die Termine fest.

Soll ich die Tablette vor der Blutabnahme weglassen?

Nein, Sie nehmen sie nur später. Bei Antidepressiva wird das Blut laut Patientenleitlinie abgenommen, bevor Sie die Tablette einnehmen, bei Lithium laut Packungsbeilage 12 Stunden nach der letzten Einnahme; die nächste Dosis nehmen Sie danach. Fragen Sie in Ihrer Praxis, wie Sie es bei Ihrem Mittel handhaben sollen.

Kann die Hausarztpraxis den Medikamentenspiegel bestimmen lassen?

Ja. Laut NVL gehört die Messung zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung und kann von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten veranlasst werden. Sind in der Praxis keine Blutabnahmen möglich, kann dafür überwiesen werden.

Wann wird der Lamotriginspiegel bestimmt?

Laut Fachinformation sollte er vor, während und nach einer Schwangerschaft und kurz nach der Entbindung überwacht werden. Vor und nach Beginn oder Ende einer hormonellen Verhütung können Messungen erwogen werden, bei einer Pille mit einwöchiger Pause in der dritten Einnahmewoche.

Was bedeutet es, wenn der Spiegel zu hoch oder zu niedrig ist?

Bei Antidepressiva sollen laut NVL dann Maßnahmen folgen, etwa eine erneute Prüfung, ob das Mittel regelmäßig eingenommen wird, und ob Rauchen, Ginkgo, Johanniskraut, Grapefruit oder andere Arzneimittel den Spiegel verändern. Was daraus folgt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Wenn es Ihnen gerade sehr schlecht geht: Notruf 112 · TelefonSeelsorge 0800 111 0 111, 0800 111 0 222, 116 123 · Hilfe in der Krise

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