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Daridorexant oder Zolpidem: die Unterschiede
Daridorexant und Zolpidem sind verschreibungspflichtige Schlafmittel für Erwachsene, die über verschiedene Botenstoffe wirken: Daridorexant blockiert die Wirkung von Orexin, einem Stoff im Gehirn, der hilft, wach zu bleiben; Zolpidem verstärkt die hemmende Wirkung des Botenstoffs GABA. Laut Produktinformation unterscheiden sie sich unter anderem bei der Zulassung, der vorgesehenen Dauer der Behandlung, beim Beenden, bei Missbrauch und Abhängigkeit und bei der rechtlichen Einordnung. Welches Mittel zu Ihnen passt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen.

Was Daridorexant und Zolpidem gemeinsam haben
Daridorexant und Zolpidem sind verschreibungspflichtige Schlafmittel in Form von Filmtabletten, zugelassen nur für Erwachsene mit Schlafstörungen. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist Daridorexant laut Packungsbeilage nicht bestimmt, da es in dieser Altersgruppe nicht geprüft wurde; Zolpidem wird für sie nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen. Daridorexant ist unter anderem in Quviviq enthalten, Zolpidem unter anderem in Bikalm, Stilnox und Zolpinox. [1, 2, 3, 5]
Beide werden einmal pro Nacht kurz vor dem Schlafengehen eingenommen, beide dämpfen die Wachheit, und beide werden vor allem über das Leberenzym CYP3A4 abgebaut. Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schwindel, Müdigkeit und Übelkeit stehen in beiden Fachinformationen unter den häufigen Nebenwirkungen, Schlafwandeln unter den gelegentlichen. Beide gehen außerdem auf Suizidgedanken bei Menschen ein, die Schlafmittel nehmen; mehr dazu unter Worauf Sie bei beiden achten sollten. [1, 2, 3, 4]
Daridorexant und Zolpidem im Überblick
| Daridorexant | Zolpidem | |
|---|---|---|
| Gruppe | Orexin-Rezeptor-Antagonist [1] | Benzodiazepin-ähnliches Schlafmittel aus der Gruppe der Imidazopyridine [3] |
| Zugelassen bei | Erwachsenen mit Schlafstörungen (Insomnie), deren Beschwerden seit mindestens 3 Monaten anhalten und sich beträchtlich auf die Aktivität am Tag auswirken [1] | Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen, nur wenn die Schlafstörung schwer ist oder ein übermäßiges Leiden bedeutet [3] |
| Wirkprinzip | blockiert die Andockstellen für Orexin, das die Wachheit fördert [1] | verstärkt am Rezeptorkomplex für GABA die hemmende Wirkung dieses Botenstoffs [3, 5] |
| Wirkungseintritt | höchster Spiegel im Blut nach 1 bis 2 Stunden; nach einer großen Mahlzeit kann die Wirkung später eintreten [1, 2] | die schlaffördernde Wirkung setzt rasch ein; höchster Spiegel nach 0,5 bis 3 Stunden [3] |
| Halbwertszeit | ungefähr 8 Stunden; keine Anreicherung bei wiederholter Einnahme [1] | im Mittel 2,4 Stunden, Wirkdauer bis zu 6 Stunden [3] |
| Dauer der Behandlung | so kurz wie möglich; Prüfung innerhalb von 3 Monaten und danach regelmäßig; Daten für bis zu 12 Monate [1] | so kurz wie möglich, im Allgemeinen wenige Tage bis 2 Wochen; mit Absetzphase sollte sie 4 Wochen nicht übersteigen, länger nur nach erneuter ärztlicher Beurteilung [3] |
| Beenden | ohne schrittweise Verringerung der Dosis möglich [1, 2] | schrittweise Verringerung der Dosis empfohlen [3] |
| Missbrauch und Abhängigkeit | in Studien mit Menschen mit Schlafstörungen keine Anzeichen für Missbrauch oder Entzugserscheinungen; bei früherem Missbrauch oder früherer Abhängigkeit möglicherweise erhöhtes Missbrauchsrisiko, dann sorgfältige Überwachung [1] | Missbrauch sowie körperliche und psychische Abhängigkeit möglich; Risiko steigt mit Dosis und Dauer [3] |
| Abbau und Wechselwirkungen | vor allem über CYP3A4; starke CYP3A4-Hemmer dürfen nicht gleichzeitig genommen werden [1] | laut Laborversuchen vor allem über CYP3A4, teilweise über CYP1A2; gleichzeitige Anwendung von Fluvoxamin, Ciprofloxacin, Rifampicin oder Johanniskraut nicht empfohlen [3, 4] |
| Alkohol | laut Fachinformation ist zur Vorsicht zu raten [1] | während der Behandlung keinen Alkohol trinken [3, 4] |
| Fahren und Maschinen | empfohlen: etwa 9 Stunden lang nach der Einnahme kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen [1] | empfohlen: mindestens 8 Stunden lang nach der Einnahme kein Fahrzeug führen, keine Maschinen bedienen, nicht in der Höhe arbeiten [3] |
| Schwangerschaft | laut Fachinformation keine Erfahrungen bei Schwangeren; nur anwenden, wenn der klinische Zustand es erfordert [1] | laut Fachinformation nicht anwenden, besonders nicht in den ersten drei Monaten; Erfahrungsumfang laut Embryotox hoch [3, 5] |
| Stillzeit | wenig Übergang in die Muttermilch; Entscheidung zwischen Stillen und Behandlung [1] | laut Fachinformation nicht einnehmen; Embryotox hält Stillen unter Bedingungen für akzeptabel [3, 5] |
| Abgabe | verschreibungspflichtig; nicht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes [1, 6, 7] | Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes; Zubereitungen bis zu einer bestimmten Menge je Tablette ausgenommen und verschreibungspflichtig [3, 6, 7] |
Zwei verschiedene Wirkprinzipien
Orexin ist laut Packungsbeilage ein Stoff, der im Gehirn gebildet wird und hilft, wach zu bleiben. Daridorexant wirkt laut Fachinformation gleich stark an beiden Andockstellen (Rezeptoren) für Orexin, verringert so die Wachheit und erleichtert das Einschlafen, ohne das Verhältnis der Schlafphasen zu verändern. Zolpidem, ein Imidazopyridin, ist laut Fachinformation ein Benzodiazepin-ähnliches Schlafmittel; Embryotox beschreibt seine Wirkung als Verstärkung der hemmenden Wirkung des Botenstoffs GABA. In Versuchen wirkte Zolpidem schon in niedrigeren Dosen beruhigend, als für eine krampflösende, muskelentspannende oder angstlösende Wirkung nötig sind. Auf dieser Website gehört es zu den Z-Substanzen. [1, 2, 3, 5]
Bei älteren Menschen gelangt laut Fachinformation mehr Zolpidem ins Blut, und bei Leberfunktionsstörungen ist seine Halbwertszeit verlängert, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert. [3]
Zulassung und Dauer der Behandlung
Daridorexant ist zugelassen für Erwachsene mit Schlafstörungen (Insomnie), deren Beschwerden seit mindestens 3 Monaten anhalten und sich beträchtlich auf die Aktivität am Tag auswirken. Zolpidem ist zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen zugelassen; laut Fachinformation sind Benzodiazepin-ähnliche Mittel nur angezeigt, wenn die Schlafstörung schwer ist oder ein übermäßiges Leiden bedeutet. Vor einer Behandlung mit Zolpidem soll die Ursache der Schlafstörungen, wenn möglich, festgestellt werden. Halten sie 7 bis 14 Tage nach Beginn an, sollte untersucht werden, ob eine psychische oder körperliche Erkrankung dahintersteckt. [1, 3]
Bei Zolpidem sollte die Behandlung so kurz wie möglich sein, im Allgemeinen wenige Tage bis zu 2 Wochen, und einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht übersteigen. Länger sollte nicht ohne erneute ärztliche Beurteilung behandelt werden, da das Risiko von Missbrauch und Abhängigkeit mit der Dauer zunimmt. Auch bei Daridorexant sollte die Behandlung so kurz wie möglich sein; ob sie weiter zweckmäßig ist, sollte innerhalb von 3 Monaten und danach regelmäßig beurteilt werden. Klinische Daten liegen für bis zu 12 Monate vor. Mehr unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen? [1, 3]
Nebenwirkungen im Vergleich
Bei Daridorexant wurden Kopfschmerzen und übermäßige Schläfrigkeit am häufigsten berichtet; die meisten Nebenwirkungen waren leicht bis mäßig ausgeprägt. Bei Zolpidem treten unter anderem Schläfrigkeit am Tag, verminderte Wachsamkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und ein Verlust der Koordination der Muskeln (Ataxie) laut Fachinformation vor allem zu Beginn auf und verschwinden bei wiederholter Einnahme meist wieder. Es gibt Hinweise, dass Nebenwirkungen von Zolpidem von der Dosis abhängen, besonders bestimmte Nebenwirkungen des Nervensystems und des Magen-Darm-Trakts; am häufigsten treten sie bei älteren Menschen auf. [1, 3, 4]
| Beschwerde | Daridorexant | Zolpidem |
|---|---|---|
| Kopfschmerzen | häufig [1, 2] | häufig [3, 4] |
| Übermäßige Schläfrigkeit | häufig [1, 2] | häufig, auch am folgenden Tag [3, 4] |
| Schwindel | häufig [1, 2] | häufig [3, 4] |
| Müdigkeit | häufig [1, 2] | häufig [3, 4] |
| Übelkeit | häufig [1, 2] | häufig [3, 4] |
| Albträume | gelegentlich [1, 2] | häufig [3, 4] |
| Halluzinationen | gelegentlich, beim Einschlafen oder Aufwachen [1, 2] | häufig [3, 4] |
| Schlafwandeln | gelegentlich [1, 2] | gelegentlich, auch andere ungewöhnliche Verhaltensweisen im Schlaf [3, 4] |
Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen; gelegentlich: bis zu 1 von 100.
Die Häufigkeitsklassen stammen aus den Produktinformationen der beiden Mittel und nicht aus einer Studie, die beide miteinander verglichen hat. Eine andere Klasse belegt deshalb nicht, dass ein Mittel eine Beschwerde seltener auslöst. Nennt nur eine der beiden Fachinformationen eine Beschwerde, heißt das ebenso wenig, dass sie unter dem anderen Mittel nicht auftreten kann. Was die Klassen bedeuten, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer; mehr zur Schläfrigkeit am Tag unter Müdigkeit durch Psychopharmaka. [1, 3]
Die Fachinformation von Daridorexant beschreibt eine Schlaflähmung, also eine bis zu mehrere Minuten dauernde Unfähigkeit, sich beim Einschlafen oder Aufwachen zu bewegen oder zu sprechen, und Halluzinationen in diesem Übergang, hauptsächlich in den ersten Wochen. Bei Mitteln aus der Gruppe der dualen Orexin-Rezeptor-Antagonisten wurden außerdem Beschwerden berichtet, die einer leichten Kataplexie ähneln (siehe Narkolepsie). Treten solche Ereignisse auf, müssen Sie laut Fachinformation weiter untersucht werden, und je nach Art und Schwere sollte ein Abbruch der Behandlung erwogen werden. [1, 2]
Zolpidem kann laut Fachinformation Gedächtnislücken für die Zeit nach der Einnahme verursachen (anterograde Amnesie), meist in den ersten Stunden; das Risiko steigt bei höheren Dosen. Um es zu verringern, sollten Sie sicherstellen, dass Sie 8 Stunden ununterbrochen schlafen können. Treten Unruhe, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder unangemessenes Verhalten auf, sollten Sie laut Packungsbeilage die Einnahme beenden und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren. [3, 4]
Missbrauch, Abhängigkeit und Absetzen

Benzodiazepin-ähnliche Stoffe wie Zolpidem können laut Fachinformation zu Missbrauch sowie zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit führen. Das Risiko steigt mit Dosis und Dauer und ist bei psychischen Erkrankungen und früherem Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder Drogen erhöht. Nach wiederholter Einnahme über wenige Wochen kann die schlaffördernde Wirkung nachlassen (Toleranz). [3, 4]
Bei Daridorexant gab es in klinischen Studien mit Menschen mit Schlafstörungen keine Anzeichen für Missbrauch und keine Entzugserscheinungen, die auf eine körperliche Abhängigkeit hinwiesen. In einer Studie mit 72 Menschen, die gelegentlich Drogen nahmen, wurde Daridorexant in Dosen oberhalb der empfohlenen Höchstdosis aber ähnlich bewertet wie Zolpidem, was "Vorliebe/Beliebtheit" angeht; auch Zolpidem war dort höher dosiert als zugelassen. Wer früher Alkohol oder andere Substanzen missbraucht hat oder davon abhängig war, sollte laut Fachinformation sorgfältig überwacht werden. [1, 3]
Daridorexant kann laut Fachinformation ohne schrittweise Verringerung der Dosis beendet werden. Für Zolpidem empfiehlt die Fachinformation, die Dosis schrittweise zu verringern, da das Risiko für Entzugserscheinungen und eine verstärkte Rückkehr der Schlafstörung (Rebound) nach plötzlichem Beenden höher ist; die Absetzphase sollte auf die einzelne Person abgestimmt sein. Hören Sie laut Packungsbeilage nicht plötzlich mit Zolpidem auf, und sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie die Einnahme beenden möchten; sie oder er verringert dann die Dosis über einen gewissen Zeitraum. Mehr unter Benzodiazepine und Z-Substanzen absetzen und Machen Psychopharmaka abhängig? [1, 3, 4]
Wechselwirkungen und Alkohol
Starke Hemmer des Leberenzyms CYP3A4, etwa Itraconazol, Clarithromycin oder Ritonavir, dürfen laut Fachinformation nicht zusammen mit Daridorexant genommen werden. Bei mäßig starken Hemmern wie Erythromycin oder Ciprofloxacin sieht die Fachinformation eine niedrigere Dosis vor, und Grapefruit sollte am Abend gemieden werden; Mittel, die CYP3A4 anregen, etwa Efavirenz, können die Wirksamkeit verringern. Bei Zolpidem können Fluvoxamin und Ciprofloxacin die Blutspiegel erhöhen, Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin und Johanniskraut die Wirkung abschwächen; die gleichzeitige Anwendung wird jeweils nicht empfohlen. [1, 2, 3, 4]
Mit anderen dämpfenden Arzneimitteln können sich die Wirkungen bei beiden addieren bzw. verstärken. Bei Daridorexant ist dann laut Fachinformation Vorsicht geboten, und eine Anpassung der Dosis sollte erwogen werden. Bei Zolpidem können unter anderem zusammen mit Antipsychotika, anderen Schlaf- und Beruhigungsmitteln, Antidepressiva, Mitteln gegen mittelschwere bis schwere Schmerzen oder müde machenden Antihistaminika Benommenheit und am nächsten Tag psychomotorische Störungen verstärkt auftreten. Zusammen mit Opioiden steigt das Risiko für Schläfrigkeit, Atemdepression und Koma, was lebensbedrohlich sein kann. [1, 3, 4]
Beim Alkohol rät die Fachinformation von Daridorexant zur Vorsicht; zusammen eingenommen addierten sich die Wirkungen auf die psychomotorische Leistungsfähigkeit, und laut Packungsbeilage kann das Risiko für eine Beeinträchtigung von Gleichgewicht und Koordination steigen. Bei Zolpidem sagt die Packungsbeilage: Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol. Er kann die Wirkung verstärken und Sie in einen sehr tiefen Schlaf versetzen, in dem Sie nicht richtig atmen oder schwer aufwachen. Mehr unter Psychopharmaka und Alkohol und Psychopharmaka kombinieren. [1, 2, 4]
Der Morgen danach und höheres Alter
Nach Daridorexant wird laut Fachinformation empfohlen, etwa 9 Stunden lang kein Fahrzeug zu führen und keine Maschinen zu bedienen. In einer Studie mit gesunden Freiwilligen zwischen 50 und 79 Jahren war das Fahren im Fahrsimulator 9 Stunden nach der ersten Einnahme beeinträchtigt, nach 4 weiteren Nächten nicht mehr. Nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht an risikoreichen Tätigkeiten teil, wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie vollständig wach sind, besonders in den ersten Tagen der Behandlung. [1, 2]
Nach Zolpidem wird laut Fachinformation empfohlen, mindestens 8 Stunden lang kein Fahrzeug zu führen, keine Maschinen zu bedienen und nicht in der Höhe zu arbeiten. Am Morgen danach können Benommenheit, eine verlängerte Reaktionszeit, Schwindel, Schläfrigkeit, verschwommenes oder doppeltes Sehen und eine verminderte Aufmerksamkeit die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Auch bei alleiniger Anwendung in den vorgesehenen Dosen kam es zu schlafwandelndem oder übermüdetem Fahren ("Schlaffahren"); eine höhere als die empfohlene Dosis, andere dämpfende Mittel, Alkohol oder Drogen erhöhen das Risiko für Beeinträchtigungen am Folgetag. Was für Sie am nächsten Tag gilt, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr unter Psychopharmaka und Autofahren. [3, 4]
Bei Menschen über 65 Jahren ist bei Daridorexant laut Fachinformation keine Dosisanpassung nötig, wegen der allgemeinen Sturzgefahr sollte es bei älteren Menschen aber mit Vorsicht angewendet werden; für Menschen über 75 Jahre liegen nur begrenzte Daten vor. Ältere oder geschwächte Menschen sollten bei Zolpidem laut Packungsbeilage eine niedrigere Dosis erhalten. Wegen der muskelentspannenden Wirkung besteht vor allem für ältere Menschen beim nächtlichen Aufstehen die Gefahr von Stürzen und Verletzungen. Mehr unter Psychopharmaka im Alter. [1, 4]
Wer das eine oder das andere Mittel nicht nehmen darf
Daridorexant darf laut Fachinformation nicht genommen werden bei einer Narkolepsie, einer Erkrankung, bei der man jederzeit plötzlich und unerwartet einschläft, und nicht zusammen mit starken CYP3A4-Hemmern. Bei schwerer Leberfunktionsstörung wird es nicht empfohlen, und bei schwerer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), bei der es nicht untersucht wurde, sollte es mit Vorsicht verordnet werden. Zolpidem darf nicht eingenommen werden bei einem Schlafapnoe-Syndrom, wenn also die Atmung im Schlaf kurzzeitig aussetzt, bei schwerer Muskelschwäche (Myasthenia gravis), bei akuten oder schweren Atemproblemen, bei schwerer Leberschädigung und von Menschen, die nach einer früheren Einnahme von Zolpidem schon einmal schlafgewandelt sind oder andere ungewöhnliche Verhaltensweisen im Schlaf hatten. [1, 2, 3, 4]
Beide Packungsbeilagen bitten darum, vor der Einnahme mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen, wenn eine Depression, eine andere psychische Erkrankung oder ein Missbrauch von oder eine Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen vorliegt oder vorlag. [2, 4]
Schwangerschaft und Stillzeit
Mit Daridorexant liegen laut Fachinformation keine Erfahrungen bei Schwangeren vor; es sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn eine Behandlung wegen des klinischen Zustands der Schwangeren erforderlich ist. In einer Studie mit 10 stillenden Frauen ging nur wenig Daridorexant in die Muttermilch über. Ein Risiko für übermäßige Schläfrigkeit beim gestillten Kind lässt sich nicht ausschließen, und es muss entschieden werden, ob das Stillen unterbrochen oder auf die Behandlung verzichtet bzw. sie unterbrochen wird. [1]
Zolpidem sollte laut Fachinformation in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, besonders nicht in den ersten drei Monaten, und in der Stillzeit nicht eingenommen werden. Laut Packungsbeilage zeigten einige Studien ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Lippen- und Gaumenspalten beim Neugeborenen; am Ende der Schwangerschaft oder während der Wehen eingenommen, kann Zolpidem beim Baby unter anderem zu Muskelschwäche und Atemproblemen führen. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft als hoch an: Studien zu mehr als 1.100 Schwangerschaften ergaben keine Hinweise auf Fehlbildungen nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel. Laut Embryotox sollte die Notwendigkeit kritisch geprüft werden, gegebenenfalls ist eine kurzzeitige Anwendung akzeptabel. Vor allem in den Wochen vor der Entbindung oder wenn ein Schlafmittel längerfristig nötig ist, sollten laut Embryotox besser geeignete Mittel ohne Abhängigkeitspotenzial bevorzugt werden, je nach psychischer Grunderkrankung zum Beispiel Mirtazapin, Amitriptylin, Quetiapin oder Promethazin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [3, 4, 5]
Das Stillen hält Embryotox bei kurzzeitiger alleiniger Einnahme ohne Überschreiten der zugelassenen Tageshöchstdosis und guter Beobachtung des Kindes für akzeptabel; hier weichen Embryotox und Fachinformation voneinander ab. Was für Sie gilt, klären Sie in der Praxis. Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. [3, 5]
Worauf Sie bei beiden achten sollten
Bei Menschen mit einer primären Depression, die mit Schlafmitteln behandelt wurden, wurde laut Fachinformation von Daridorexant über eine Verschlechterung der Depression, Suizidgedanken und Suizidversuche berichtet; wie andere Schlafmittel sollte Daridorexant bei Anzeichen einer Depression mit Vorsicht angewendet werden. Laut Fachinformation von Zolpidem deuten einige Studien auf mehr Suizidgedanken, Suizidversuche und Suizide bei Menschen mit oder ohne Depression hin, die Benzodiazepine oder andere Schlafmittel einschließlich Zolpidem nahmen; ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht bewiesen. Eine bereits bestehende Depression kann unter Zolpidem zutage treten. [1, 3]
Bemerken Sie unter Daridorexant, dass sich eine Depression verschlechtert, oder denken Sie daran, sich selbst zu verletzen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei Zolpidem rät die Packungsbeilage, sich bei Suizidgedanken so bald wie möglich an die Ärztin oder den Arzt zu wenden. Sofort erreichbar sind auch diese Hilfsangebote. [2, 4]
Für Zolpidem beschreibt die Fachinformation außerdem Handlungen, die Menschen nicht vollständig wach ausgeführt haben und an die sie sich später nicht erinnern konnten: schlafwandelndes oder übermüdetes Autofahren ("Schlaffahren"), Zubereiten und Essen von Mahlzeiten, Telefonieren oder Geschlechtsverkehr. Das kann nach der ersten oder jeder weiteren Einnahme vorkommen. Erleben Sie so etwas, informieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, da dieses Schlafverhalten Sie und andere einem ernsthaften Verletzungsrisiko aussetzen kann; laut Fachinformation sollte das Absetzen dann dringend erwogen werden. Beschwerden und Schlaf können Sie im Stimmungs- und Nebenwirkungstagebuch festhalten. [3, 4]
Wechsel nur ärztlich
Ob ein Wechsel von einem Mittel auf das andere infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Zu einem Wechsel zwischen Daridorexant und Zolpidem enthalten die beiden Fachinformationen keine Angaben; was sie zum Beenden sagen, steht unter Missbrauch, Abhängigkeit und Absetzen. Wie Umstellungen ablaufen, erklärt die Seite Ein Psychopharmakon wechseln. [1, 3]
Weitere Vergleiche: Zolpidem oder Zopiclon und Melperon oder Pipamperon.
Quellen
- EMA-Produktinformation Quviviq (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), und Anhang II. Idorsia Pharmaceuticals Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 23.10.2026
- EMA-Produktinformation Quviviq (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Quviviq 25 mg/50 mg Filmtabletten. Idorsia Pharmaceuticals Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Zolpidem. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III: verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel, Eintrag Zolpidem. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Einträge Daridorexant und "Betäubungsmittel, soweit sie Zubereitungen nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Betäubungsmittelgesetzes sind". Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Daridorexant und Zolpidem?
Beide sind verschreibungspflichtige Schlafmittel für Erwachsene. Daridorexant blockiert die Wirkung von Orexin, einem Stoff im Gehirn, der hilft, wach zu bleiben; Zolpidem verstärkt die hemmende Wirkung des Botenstoffs GABA. Laut Fachinformation unterscheiden sie sich unter anderem bei der Zulassung (Daridorexant bei Schlafstörungen, die seit mindestens 3 Monaten anhalten, Zolpidem zur Kurzzeitbehandlung), bei der Dauer der Behandlung, beim Beenden, bei Missbrauch und Abhängigkeit, bei der Halbwertszeit und bei der rechtlichen Einordnung.
Was ist besser, Daridorexant oder Zolpidem?
Eine allgemeine Antwort gibt es nicht. Die beiden Mittel sind für unterschiedliche Situationen zugelassen und unterscheiden sich bei Dauer, Beenden und Warnhinweisen. Welches Mittel zu Ihnen passt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen. Vor einer Behandlung mit Zolpidem soll laut Fachinformation, wenn möglich, die Ursache der Schlafstörungen festgestellt werden.
Machen Daridorexant und Zolpidem abhängig?
Zolpidem kann laut Fachinformation zu Missbrauch sowie zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit führen; das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung. Bei Daridorexant gab es in Studien mit Menschen mit Schlafstörungen keine Anzeichen für Missbrauch oder für Entzugserscheinungen nach dem Absetzen. In einer Studie mit Menschen, die gelegentlich Drogen nahmen, wurde Daridorexant in Dosen oberhalb der empfohlenen Höchstdosis aber ähnlich bewertet wie Zolpidem, was "Vorliebe/Beliebtheit" angeht. Wer früher Alkohol oder andere Substanzen missbraucht hat, sollte bei beiden laut Fachinformation sorgfältig überwacht werden. Mehr unter Machen Psychopharmaka abhängig?
Wie lange darf man Daridorexant oder Zolpidem nehmen?
Bei Zolpidem sollte die Behandlung so kurz wie möglich sein, im Allgemeinen wenige Tage bis zu 2 Wochen, und einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht übersteigen; länger sollte nicht ohne erneute ärztliche Beurteilung behandelt werden. Bei Daridorexant sollte die Behandlung ebenfalls so kurz wie möglich sein. Ob sie weiter nötig ist, prüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zunächst innerhalb von 3 Monaten und danach regelmäßig; klinische Daten liegen für bis zu 12 Monate vor.
Kann ich am Morgen nach der Einnahme Auto fahren?
Bei beiden kann die Verkehrstüchtigkeit am Morgen nach der Einnahme beeinträchtigt sein. Laut Fachinformation wird empfohlen, nach Daridorexant etwa 9 Stunden lang kein Fahrzeug zu führen und keine Maschinen zu bedienen, nach Zolpidem mindestens 8 Stunden lang, dazu keine Arbeiten in der Höhe. Nehmen Sie laut Packungsbeilage von Daridorexant nicht an risikoreichen Tätigkeiten teil, wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie vollständig wach sind. Was für Sie gilt, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich zu Daridorexant oder Zolpidem Alkohol trinken?
Während der Behandlung mit Zolpidem sollten Sie laut Fach- und Gebrauchsinformation keinen Alkohol trinken. Er kann die Wirkung verstärken und Sie in einen sehr tiefen Schlaf versetzen, in dem Sie nicht richtig atmen oder schwer aufwachen. Bei Daridorexant rät die Fachinformation zur Vorsicht beim Alkohol; zusammen eingenommen addierten sich die Wirkungen auf die psychomotorische Leistungsfähigkeit, und laut Packungsbeilage kann das Risiko für eine Beeinträchtigung von Gleichgewicht und Koordination steigen.
Kann man Daridorexant und Zolpidem zusammen nehmen?
Eine gemeinsame Einnahme mit dem jeweils anderen Mittel beschreibt keine der beiden Fachinformationen. Laut Fachinformation von Daridorexant ist zusammen mit anderen dämpfenden Arzneimitteln wegen möglicherweise sich addierender Wirkungen Vorsicht geboten, und eine Anpassung der Dosis sollte erwogen werden. Laut Fachinformation von Zolpidem kann sich zusammen mit anderen Schlafmitteln die dämpfende Wirkung verstärken, mit Benommenheit und Beeinträchtigungen am nächsten Tag. Nehmen Sie keines der beiden zusätzlich ein, ohne dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es verordnet hat.
Ist Zolpidem ein Betäubungsmittel?
Zolpidem steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes. Ausgenommen sind Zubereitungen zur oralen Anwendung, die ohne einen weiteren Stoff der Anlagen I bis III je abgeteilte Form, zum Beispiel je Tablette, bis zu einer bestimmten Menge Zolpidem, berechnet als Base, enthalten; sie sind nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung verschreibungspflichtig, für ihre Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr gelten aber die betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften. Die Fachinformation von Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten nennt als Verkaufsabgrenzung "verschreibungspflichtig". Daridorexant steht nicht in Anlage III; es ist nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung und laut EMA-Produktinformation verschreibungspflichtig.
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