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Zolpidem oder Zopiclon: die Unterschiede
Zolpidem und Zopiclon sind verschreibungspflichtige Schlafmittel aus der Gruppe der Z-Substanzen und beide nur zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen zugelassen. Sie unterscheiden sich unter anderem in der Halbwertszeit, in der Zeit nach der Einnahme, in der laut Fachinformation kein Fahrzeug geführt werden sollte, und im Status nach dem Betäubungsmittelgesetz; vor Abhängigkeit und Schlafwandeln warnen beide Fachinformationen. Welches Mittel infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen.

Was Zolpidem und Zopiclon gemeinsam haben
Zolpidem und Zopiclon sind Schlafmittel. Die S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen nennt sie als die in Deutschland zugelassenen Z-Substanzen: Chemisch sind sie keine Benzodiazepine, sie binden aber an vergleichbare Stellen der GABA-A-Rezeptoren und ähneln den Benzodiazepinen in klinisch-pharmakologischer Hinsicht weitgehend. Die Leitlinie (Version 1.1, Stand 14.01.2021) war laut eigener Angabe bis spätestens Ende Juli 2025 gültig und ist abgelaufen. [9]
Laut Embryotox verstärken beide die hemmende Wirkung des Botenstoffs GABA (Gamma-Aminobuttersäure). Zolpidem gehört laut Fachinformation zu den Imidazopyridinen und wirkt vorwiegend an einem bestimmten Untertyp der Rezeptoren; welche klinische Bedeutung das hat, ist nicht bekannt. Zopiclon gehört zu den Cyclopyrrolonen und bindet an einer anderen Stelle des GABA-Rezeptor-Komplexes als die Benzodiazepine. Bei beiden setzt die Wirkung laut Fachinformation rasch ein. [2, 4, 5, 6]
Vor der Behandlung sollte bei beiden die Ursache der Schlafstörung abgeklärt und behandelt werden; bessert sich der Schlaf nach 7 bis 14 Tagen nicht, sollte nach einer zugrunde liegenden psychischen oder körperlichen Erkrankung gesucht werden. Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein und einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten, bei Zolpidem im Allgemeinen wenige Tage bis zu 2 Wochen. Mehr unter Schlafstörungen. [1, 2, 4]
Verschreibungspflichtig sind beide. Zolpidem steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes; ausgenommen sind Zubereitungen zur oralen Anwendung, die ohne einen weiteren Stoff der Anlagen I bis III je abgeteilte Form, zum Beispiel je Tablette, bis zu einer bestimmten Menge Zolpidem, berechnet als Base, enthalten. Solche ausgenommenen Zubereitungen sind nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung verschreibungspflichtig, für ihre Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr gilt aber das Betäubungsmittelrecht. Als Verkaufsabgrenzung nennt die Fachinformation der Filmtabletten, auf die sich diese Seite stützt, "verschreibungspflichtig". Zopiclon steht nicht in Anlage III; die Arzneimittelverschreibungsverordnung führt es als verschreibungspflichtig. Mehr zu Reisen unter Reisen mit Psychopharmaka. [2, 4, 7, 8]
Zolpidem und Zopiclon im Überblick
| Zolpidem | Zopiclon | |
|---|---|---|
| Gruppe | Z-Substanz; Imidazopyridin, laut Fachinformation Benzodiazepin-ähnlich [2, 9] | Z-Substanz; Cyclopyrrolon, laut Fachinformation Benzodiazepin-verwandt [4, 9] |
| Zugelassen bei | Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen, nur wenn die Schlafstörung schwer ist oder übermäßiges Leiden verursacht [2] | Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen, nur bei klinisch bedeutsamem Schweregrad [4] |
| Kinder und Jugendliche | unter 18 Jahren nicht empfohlen [2] | unter 18 Jahren Gegenanzeige [4] |
| Höchster Blutspiegel | nach 0,5 bis 3 Stunden [2] | nach 1,5 bis 2 Stunden [4] |
| Halbwertszeit | im Mittel 2,4 Stunden; Wirkdauer bis zu 6 Stunden [2] | ca. 5 Stunden; bei älteren Menschen ca. 7 Stunden [4] |
| Abbau | in der Leber vor allem über CYP3A4, zum Teil über CYP1A2 [2] | in der Leber vor allem über CYP3A4, zum Teil anscheinend auch über CYP2C8 [4] |
| Fahrzeuge und Maschinen | empfohlen: für mindestens 8 Stunden nach der Einnahme kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen [2] | empfohlen: für mindestens 12 Stunden nach der Einnahme kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen [4] |
| Schlafwandeln und Handlungen im Schlaf | Absetzen sollte dringend erwogen werden [2] | Behandlung sofort abbrechen [4] |
| Abhängigkeit | Missbrauch und Abhängigkeit möglich; Risiko steigt mit Dosis und Dauer [2] | Missbrauch und Abhängigkeit möglich; Risiko steigt mit Dosis und Dauer [4] |
| Schwangerschaft laut Embryotox | Erfahrungsumfang hoch [5] | Erfahrungsumfang hoch [6] |
| Abgabe | verschreibungspflichtig; Anlage III BtMG mit Ausnahmen [2, 7] | verschreibungspflichtig; nicht in Anlage III BtMG [4, 7, 8] |
Halbwertszeit und Abbau
Die Halbwertszeit ist die Zeit, in der sich der Wirkstoffspiegel im Blut halbiert. Bei Zolpidem ist sie laut Fachinformation kurz und liegt im Mittel bei 2,4 Stunden, die Wirkdauer bei bis zu 6 Stunden. Bei älteren Menschen gelangt mehr Zolpidem ins Blut; in einer untersuchten Gruppe von 81 bis 95 Jahren verlängerte sich die Halbwertszeit aber nicht signifikant. Bei Leberfunktionsstörungen steigt sie auf 9,9 Stunden. Bei Zopiclon beträgt die Halbwertszeit ca. 5 Stunden, bei älteren Menschen ca. 7 Stunden, und bei eingeschränkter Leberfunktion wird es deutlich langsamer aus dem Blut entfernt. [2, 4]
Abgebaut werden beide in der Leber vor allem über das Enzym CYP3A4, Zolpidem zum Teil auch über CYP1A2, Zopiclon anscheinend auch über CYP2C8. Mittel, die dieses Enzym hemmen oder anregen, können deshalb die Spiegel im Blut verändern (siehe Wechselwirkungen und Alkohol). Was die Halbwertszeit für Ihre Behandlung bedeutet, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [2, 4]
Am Tag danach: Fahrzeuge und Maschinen

Beide haben laut Fachinformation großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Am Morgen nach der Einnahme können Benommenheit, eine verlängerte Reaktionszeit, Schwindel, Schläfrigkeit, verschwommenes oder doppeltes Sehen und eine verminderte Aufmerksamkeit die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Auch bei alleiniger Anwendung in therapeutischen Dosen war sie eingeschränkt, und es kam zu schlafwandelndem oder übermüdetem Fahren ("Schlaffahren"). [2, 4]
Für die Zeit danach nennen die Fachinformationen unterschiedliche Angaben. Nach Zolpidem wird empfohlen, für mindestens 8 Stunden kein Fahrzeug zu führen, keine Maschinen zu bedienen und nicht in der Höhe zu arbeiten, nach Zopiclon für mindestens 12 Stunden. Über 12 Stunden hinaus gibt es zu Zopiclon keine Untersuchungen zur Fahrtüchtigkeit; bei einzelnen Menschen kann es deshalb ratsam sein, solche Tätigkeiten am Folgetag auch länger zu meiden. Erhöht ist das Risiko für Beeinträchtigungen am Folgetag bei beiden außerdem, wenn eine höhere als die empfohlene Dosis eingenommen wird oder andere dämpfende Mittel, Mittel, die den Wirkstoffspiegel erhöhen, Alkohol oder Drogen hinzukommen. Mehr unter Psychopharmaka und Autofahren und Arbeit und Beruf. [2, 4]
Nebenwirkungen im Vergleich
Bei beiden treten laut Fachinformation vor allem zu Beginn der Behandlung Nebenwirkungen auf, die das zentrale Nervensystem betreffen; sie hängen auch von der Dosis ab und gehen im Lauf der Behandlung meist zurück. [2, 4]
| Beschwerde | Zolpidem | Zopiclon |
|---|---|---|
| Schläfrigkeit bzw. Benommenheit am folgenden Tag | häufig [1, 2] | häufig [3, 4] |
| Kopfschmerzen | häufig [1, 2] | gelegentlich [3, 4] |
| Schwindel | häufig [1, 2] | gelegentlich [3, 4] |
| Albträume | häufig [1, 2] | gelegentlich [3, 4] |
| Übelkeit | häufig [1, 2] | gelegentlich [3, 4] |
| Gedächtnislücken (anterograde Amnesie) | häufig [1, 2] | selten [3, 4] |
| Halluzinationen | häufig [1, 2] | selten [3, 4] |
| Verwirrtheit | gelegentlich [1, 2] | selten [3, 4] |
| Störungen des sexuellen Verlangens | selten [1, 2] | selten [3, 4] |
| Muskelschwäche | gelegentlich [1, 2] | nicht bekannt [3, 4] |
Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen; gelegentlich: bis zu 1 von 100; selten: bis zu 1 von 1.000; nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.
Die Häufigkeitsklassen stammen aus zwei verschiedenen Fachinformationen; keine von beiden vergleicht die Häufigkeiten mit dem anderen Mittel. Weitere häufige Nebenwirkungen nennt jede Packungsbeilage für sich, bei Zopiclon etwa Mundtrockenheit und einen bitteren Geschmack, bei Zolpidem etwa Durchfall und Rückenschmerzen. [1, 2, 3, 4]
Das Risiko für Gedächtnislücken nach der Einnahme lässt sich laut Fachinformation verringern: bei Zolpidem, indem Sie sicherstellen, dass Sie 8 Stunden ununterbrochen schlafen können, bei Zopiclon durch die Einnahme unmittelbar vor dem Schlafengehen und 7 bis 8 Stunden ununterbrochenen Schlaf. Bei beiden sind paradoxe Reaktionen wie Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität oder Halluzinationen möglich, meist bei älteren Menschen; dann sollte die Behandlung beendet werden. Mehr im Werkzeug Nebenwirkungen vergleichen. [2, 4]
Schlafwandeln und Handlungen im Schlaf
Beide Fachinformationen berichten von Menschen, die nach der Einnahme nicht vollständig wach waren und schlafwandelten, Auto fuhren ("Schlaffahren"), Mahlzeiten zubereiteten und aßen, telefonierten oder Geschlechtsverkehr hatten, ohne sich später daran zu erinnern. Das kann nach der ersten oder jeder weiteren Einnahme auftreten; Alkohol, andere dämpfende Arzneimittel und Dosierungen über der empfohlenen Höchstdosis scheinen das Risiko zu erhöhen. [2, 4]
Was dann geschehen soll, beschreiben die Fachinformationen unterschiedlich. Bemerken Sie unter Zopiclon eine dieser Verhaltensweisen, brechen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage sofort ab und wenden sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei Zolpidem sollte das Absetzen laut Fachinformation dringend erwogen werden; die Packungsbeilage bittet, sofort die Ärztin oder den Arzt zu informieren, weil dieses Schlafverhalten Sie und andere einem ernsthaften Verletzungsrisiko aussetzen kann. Wer so schon einmal reagiert hat, darf das jeweilige Mittel nicht wieder einnehmen. [1, 2, 3, 4]
Abhängigkeit, Gewöhnung und Absetzen
Beide können laut Fachinformation zu Missbrauch sowie zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit führen. Das Risiko steigt mit Dosis und Behandlungsdauer und ist bei psychiatrischen Erkrankungen und bei Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Medikamenten in der Vorgeschichte höher; bei früherem Alkohol- oder Drogenmissbrauch sollten beide nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden. Nach wiederholter Einnahme von Schlafmitteln über wenige Wochen kann deren Wirkung laut beiden Fachinformationen nachlassen (Toleranz). [2, 4]
Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, wird ein plötzlicher Abbruch von Entzugserscheinungen begleitet, etwa Kopf- und Muskelschmerzen, außergewöhnlicher Angst, innerer Unruhe, Verwirrtheit und Reizbarkeit, in schweren Fällen unter anderem Halluzinationen oder epileptischen Anfällen. Beim Beenden können die Schlafstörungen außerdem vorübergehend verstärkt zurückkehren (Rebound-Schlaflosigkeit). Weil das Risiko für Entzugs- und Absetzerscheinungen nach plötzlichem Beenden höher ist, empfehlen beide Fachinformationen, die Dosis schrittweise zu verringern, bei Zolpidem abgestimmt auf die einzelne Person. Auch laut S3-Leitlinie soll das Absetzen von Benzodiazepinen und Z-Substanzen nach regelmäßiger, längerer Einnahme schrittweise erfolgen. Wie das bei Ihnen aussieht, legen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest. Mehr unter Benzodiazepine und Z-Substanzen absetzen und Machen Psychopharmaka abhängig? [2, 4, 9]
Wechselwirkungen und Alkohol
Mit anderen dämpfenden Mitteln, etwa Schlaf- und Beruhigungsmitteln, Neuroleptika, Antidepressiva, Mitteln gegen Epilepsie und müde machenden Mitteln gegen Allergien, kann sich die Wirkung bei beiden verstärken. Zusammen mit Opioiden, also starken Schmerzmitteln, Mitteln zur Substitutionstherapie und einigen Hustenmitteln, steigt laut Packungsbeilage das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden und Koma; das kann lebensbedrohlich sein, und die gleichzeitige Anwendung sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt. [1, 2, 3, 4]
Für Zolpidem empfiehlt die Fachinformation, es nicht zusammen mit Fluvoxamin oder dem Antibiotikum Ciprofloxacin anzuwenden, die den Zolpidem-Spiegel erhöhen können, und nicht mit Johanniskraut, das ihn senken kann; Rifampicin, Carbamazepin oder Phenytoin können die Wirkung abschwächen. Bei Zopiclon können Mittel, die das Enzym CYP3A4 hemmen, etwa Erythromycin, Clarithromycin, Ketoconazol oder Ritonavir, die Wirkung verstärken und Mittel, die es anregen, etwa Rifampicin, Carbamazepin oder Johanniskraut, sie abschwächen; gegebenenfalls muss die Dosis angepasst werden. Nennen Sie in der Praxis und in der Apotheke alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, auch pflanzliche und solche ohne Rezept. [1, 2, 4]
Alkohol sollten Sie während der Behandlung laut beiden Fachinformationen keinesfalls trinken. Er kann die Wirkung verstärken, bei Zopiclon in nicht vorhersehbarer Weise, und beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit zusätzlich; bei Zolpidem kann er Sie laut Packungsbeilage in einen sehr tiefen Schlaf versetzen, in dem Sie nicht richtig atmen oder schwer aufwachen. Mehr unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2, 4]
Schwangerschaft und Stillzeit
Zolpidem sollte laut Fachinformation in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, insbesondere nicht im ersten Drittel; die Einnahme von Zopiclon wird nicht empfohlen. Laut beiden Fachinformationen erbrachten Kohortenstudien mit mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgängen keinen Beleg für Fehlbildungen nach Anwendung von Benzodiazepinen oder Benzodiazepin-ähnlichen Substanzen im ersten Drittel, in bestimmten Fall-Kontroll-Studien wurde aber über mehr Lippen- und Gaumenspalten berichtet. Eine Anwendung in der Spätphase der Schwangerschaft oder während der Geburt wird mit Beschwerden beim Neugeborenen wie niedriger Körpertemperatur, verringerter Muskelspannung, Ernährungsschwierigkeiten und gedämpfter Atmung in Verbindung gebracht. Wer schwanger werden möchte oder eine Schwangerschaft vermutet, sollte sich wegen einer Beendigung der Behandlung an die Ärztin oder den Arzt wenden. In der Stillzeit sollten beide nicht angewendet werden. [2, 4]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft für beide als hoch an: Studien zu mehr als 1.100 (Zolpidem) bzw. mehr als 1.600 Schwangerschaften (Zopiclon) ergaben keine Hinweise auf Fehlbildungen nach Einnahme im ersten Drittel. Die Notwendigkeit sollte laut Embryotox kritisch geprüft werden, eine kurzzeitige Anwendung ist gegebenenfalls akzeptabel; besonders in den Wochen vor der Entbindung oder bei längerfristigem Bedarf sollten besser geeignete Mittel ohne Abhängigkeitspotenzial bevorzugt werden. Nach einer Einnahme in den Wochen vor der Entbindung ist beim Neugeborenen auf Anpassungsstörungen zu achten, und die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [5, 6]
Zur Stillzeit nennt Embryotox publizierte Erfahrungen zu neun (Zolpidem) bzw. 16 Mutter-Kind-Paaren (Zopiclon). Ohne Überschreiten der zugelassenen Tageshöchstdosis hält Embryotox das Stillen bei kurzzeitiger alleiniger Behandlung und guter Beobachtung des Kindes für akzeptabel. Treten beim Kind anders nicht erklärbare Beschwerden wie Schläfrigkeit, Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollten die Kinderärztin oder der Kinderarzt und Embryotox kontaktiert werden. Mehr unter Schwangerschaft und Stillzeit. [5, 6]
Worauf Sie bei beiden achten sollten
Einige epidemiologische Studien deuten laut beiden Fachinformationen auf ein häufigeres Auftreten von Suizidgedanken, Suizidversuchen und Suizid bei Menschen mit oder ohne Depression hin, die mit Benzodiazepinen oder anderen Schlafmitteln einschließlich Zolpidem bzw. Zopiclon behandelt wurden; ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht bewiesen. Eine bestehende Depression kann während der Behandlung zutage treten. Laut beiden Fachinformationen sollten Zolpidem und Zopiclon nicht ohne geeignete Behandlung einer bestehenden Depression angewendet werden, beide nennen dabei die Suizidgefahr; laut Fachinformation von Zopiclon kann sich die depressive Symptomatik sonst verstärken. Treten bei Ihnen Gedanken auf, sich das Leben zu nehmen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage von Zopiclon unverzüglich, laut Packungsbeilage von Zolpidem so bald wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Sofort erreichbar sind auch die folgenden Hilfsangebote. [1, 2, 3, 4]
Bei älteren und geschwächten Menschen sehen beide Fachinformationen eine niedrigere Dosis vor und nennen Stürze, bei Zolpidem wegen der muskelentspannenden Wirkung besonders beim nächtlichen Aufstehen. Nicht angewendet werden dürfen beide unter anderem bei Myasthenia gravis, einer krankhaften Muskelschwäche, bei schwerer Ateminsuffizienz, bei schwerer Leberinsuffizienz und beim Schlafapnoe-Syndrom, bei Zopiclon beim schweren Schlafapnoe-Syndrom. Mehr unter Psychopharmaka im Alter. [2, 4]
Anzeichen einer Überdosierung können laut Packungsbeilage unter anderem Schläfrigkeit, Verwirrtheit und ein tiefer Schlaf sein, bei schwerer Vergiftung Bewusstlosigkeit und Störungen der Atmung. Rufen Sie bei Verdacht sofort den Notruf 112 oder einen Giftnotruf an. [1, 3]
Wechsel nur ärztlich
Ob ein Wechsel von einem Mittel auf das andere infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Packungsbeilage von Zopiclon bittet, die Einnahme nicht zu unterbrechen oder zu beenden, ohne vorher mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen, die von Zolpidem, nicht plötzlich mit der Einnahme aufzuhören. Ohne ärztliche Verordnung sollten Sie keines der beiden zusätzlich einnehmen; mit anderen Schlafmitteln kann sich die dämpfende Wirkung verstärken. Wie Umstellungen ablaufen, erklärt die Seite Ein Psychopharmakon wechseln. [1, 2, 3, 4]
Weitere Vergleiche: Daridorexant oder Zolpidem und Diazepam oder Oxazepam; weitere Mittel zeigt die Seite Schlafmittel.
Quellen
- Gebrauchsinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Zopiclon-ratiopharm 7,5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Zopiclon-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Zolpidem. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Zopiclon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III: verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel, Eintrag Zolpidem. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Einträge Zopiclon und "Betäubungsmittel, soweit sie Zubereitungen nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Betäubungsmittelgesetzes sind". Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen, Langfassung, Version 1.1 (AWMF-Register-Nr. 038-025), Kapitel 3.2 (Benzodiazepine und verwandte Substanzen). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht). Stand 14.01.2021 (Version 1.1, gültig bis Ende Juli 2025, abgelaufen). abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Zolpidem und Zopiclon?
Beide sind Z-Substanzen und zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen zugelassen. Laut Fachinformation liegt die Halbwertszeit von Zolpidem im Mittel bei 2,4 Stunden, die von Zopiclon bei ca. 5 Stunden. Nach Zolpidem wird empfohlen, mindestens 8 Stunden lang kein Fahrzeug zu führen, nach Zopiclon mindestens 12 Stunden lang. Zolpidem steht mit Ausnahmen in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes, Zopiclon nicht.
Ist Zopiclon das Gleiche wie Zolpidem?
Nein, es sind zwei verschiedene Wirkstoffe aus unterschiedlichen chemischen Gruppen: Zolpidem gehört laut Fachinformation zu den Imidazopyridinen, Zopiclon zu den Cyclopyrrolonen. Die S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen fasst beide als Z-Substanzen zusammen, die in klinisch-pharmakologischer Hinsicht weitgehend den Benzodiazepinen ähneln.
Was ist besser, Zolpidem oder Zopiclon?
Eine Rangfolge geben die Fachinformationen nicht. Beide sind für dasselbe Anwendungsgebiet zugelassen, und beide warnen vor Abhängigkeit, Schlafwandeln und Beeinträchtigungen am Folgetag. Ob ein Schlafmittel nötig ist, welches infrage kommt und wie lange, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; vorher sollte laut Fachinformation die Ursache der Schlafstörung abgeklärt werden.
Wie lange wirken Zolpidem und Zopiclon?
Für Zolpidem nennt die Fachinformation eine Halbwertszeit von im Mittel 2,4 Stunden und eine Wirkdauer von bis zu 6 Stunden. Für Zopiclon nennt sie eine Halbwertszeit von ca. 5 Stunden, bei älteren Menschen ca. 7 Stunden. Schläfrigkeit bzw. Benommenheit am folgenden Tag gehört laut Packungsbeilage bei beiden zu den häufigen Nebenwirkungen.
Was gilt am Tag nach der Einnahme fürs Autofahren?
Laut Fachinformation wird empfohlen, für mindestens 8 Stunden nach Zolpidem und mindestens 12 Stunden nach Zopiclon kein Fahrzeug zu führen, keine Maschinen zu bedienen und nicht in der Höhe zu arbeiten. Über 12 Stunden hinaus gibt es zu Zopiclon keine Untersuchungen zur Fahrtüchtigkeit; bei einzelnen Menschen kann es deshalb ratsam sein, solche Tätigkeiten am Folgetag auch länger zu meiden. Mehr unter Psychopharmaka und Autofahren.
Kann man Zolpidem und Zopiclon zusammen nehmen?
Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Beide Fachinformationen nennen andere Schlafmittel unter den Mitteln, mit denen sich die dämpfende Wirkung verstärken kann, und bei beiden sollte in derselben Nacht keine weitere Dosis eingenommen werden. Nehmen Sie keines der beiden zusätzlich ein, ohne dass es verordnet wurde.
Kann ich von Zopiclon auf Zolpidem wechseln?
Ein Wechsel ist eine ärztliche Entscheidung. Beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache. Weil das Risiko für Entzugs- und Absetzerscheinungen nach plötzlichem Beenden höher ist, empfehlen beide Fachinformationen, die Dosis schrittweise zu verringern. Mehr unter Ein Psychopharmakon wechseln.
Was gilt in Schwangerschaft und Stillzeit?
Zolpidem sollte laut Fachinformation in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, insbesondere nicht im ersten Drittel; die Einnahme von Zopiclon wird nicht empfohlen. In der Stillzeit sollten beide nicht angewendet werden. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft für beide als hoch an und hält eine kurzzeitige Anwendung nach kritischer Prüfung gegebenenfalls für akzeptabel; besonders in den Wochen vor der Entbindung oder bei längerfristigem Bedarf sollten laut Embryotox besser geeignete Mittel ohne Abhängigkeitspotenzial bevorzugt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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