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Antidementiva

Antidementiva sind Medikamente zur Behandlung einer Demenz, vor allem der Alzheimer-Demenz. Zugelassen sind die Acetylcholinesterasehemmer Donepezil, Galantamin und Rivastigmin für die leichte bis mittelschwere und Memantin für die moderate bis schwere Alzheimer-Demenz; laut S3-Leitlinie Demenzen handelt es sich um symptomatische Therapien. Die Antikörper Lecanemab und Donanemab sind nur für ein frühes Stadium der Alzheimer-Krankheit zugelassen, mit bestätigten Amyloid-Ablagerungen und abhängig von einem Gentest.

Frau Mitte siebzig und ihre Tochter Anfang fünfzig sitzen nachmittags an einem Gartentisch und trinken gemeinsam Tee
Bild: KI-generiert

Antidementiva sind Medikamente zur Behandlung einer Demenz, vor allem der Alzheimer-Demenz. Diese Website beschreibt sieben Wirkstoffe. Die Acetylcholinesterasehemmer Donepezil, Galantamin und Rivastigmin hemmen das Enzym, das den Botenstoff Acetylcholin abbaut; Galantamin verstärkt laut Fachinformation zusätzlich die Wirkung von Acetylcholin an bestimmten Rezeptoren, und Rivastigmin hemmt auch die Butyrylcholinesterase. Memantin ist laut Fachinformation ein NMDA-Rezeptorantagonist und reguliert die Wirkung krankhaft erhöhter Konzentrationen des Botenstoffs Glutamat. [2, 3, 4, 5]

Die Antikörper Lecanemab und Donanemab richten sich gegen Ablagerungen des Eiweißes Amyloid-Beta: Lecanemab gegen zusammengelagerte lösliche und unlösliche Formen, wobei es laut Fachinformation Amyloid-Beta-Plaques verringert, Donanemab bindet an eine veränderte, verkürzte Form des Beta-Amyloids, die in den Plaques im Gehirn vorkommt, und unterstützt laut Fachinformation deren Entfernung. Ginkgo-biloba-Extrakt führt die Fachinformation als pflanzliches Antidementivum; sein genauer Wirkmechanismus ist nicht bekannt. [6, 7, 8]

Die Acetylcholinesterasehemmer und Memantin bezeichnet die S3-Leitlinie Demenzen als symptomatische Therapien, sie behandeln also die Beschwerden. Die Leitlinie liegt als Living Guideline in Version 6.1 vor (Fassung vom 27.04.2026) und ist laut eigener Angabe voraussichtlich bis 23.02.2027 gültig. Die Zulassungen auf dieser Seite stammen aus den Fachinformationen je eines Präparats. [1]

Wofür Antidementiva zugelassen sind

Wofür ein Arzneimittel zugelassen ist, steht in Abschnitt 4.1 seiner Fachinformation. Bei Antidementiva hängt die Zulassung von der Form der Demenz und von ihrem Stadium ab. Neben der Zulassung zeigt die Tabelle, was die S3-Leitlinie empfiehlt; Einsätze außerhalb der Zulassung sind gekennzeichnet. Die Leitlinie unterscheidet starke Empfehlungen ("wir empfehlen") und schwache Empfehlungen ("wir schlagen vor"). [1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8]

Zulassung laut Fachinformation (Abschnitt 4.1) und Empfehlungen der S3-Leitlinie Demenzen, Version 6.1 (alphabetisch, ohne Rangfolge)
WirkstoffZugelassen laut FachinformationWas die S3-Leitlinie sagt
Donanemab (Antikörper)Erwachsene mit leichter kognitiver Störung oder leichter Demenz infolge der Alzheimer-Krankheit (frühe symptomatische Alzheimer-Krankheit), mit bestätigter Amyloid-Pathologie, die keine oder eine Kopie des Gens ApoE4 tragen; als Infusion [8]schwache Empfehlung dafür, unter denselben Bedingungen nach sorgfältiger Aufklärung über andere Möglichkeiten und eingebettet in einen umfassenden medizinischen und psychosozialen Behandlungsplan; Sondervotum der DEGAM: keine Empfehlung für oder gegen eine Behandlung in der Regelversorgung [1]
Donepezil (Acetylcholinesterasehemmer)symptomatische Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz; Filmtabletten [2]leichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz: starke Empfehlung für Acetylcholinesterasehemmer (Sondervotum der DEGAM für einen schwächeren Grad). Schwere Alzheimer-Demenz, Demenz mit Lewy-Körpern, Demenz bei Parkinson-Krankheit, vaskuläre Demenz: jeweils schwache Empfehlung, nicht zugelassen [1]
Galantamin (Acetylcholinesterasehemmer)symptomatische Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz vom Alzheimer-Typ; Hartkapseln, retardiert [3]leichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz: starke Empfehlung für Acetylcholinesterasehemmer (Sondervotum der DEGAM für einen schwächeren Grad). Vaskuläre Demenz: schwache Empfehlung, nicht zugelassen [1]
Ginkgo-biloba-Extrakt (pflanzlich)Filmtabletten mit 240 mg: zur Verbesserung einer altersbedingten kognitiven Beeinträchtigung und der Lebensqualität bei leichter Demenz; apothekenpflichtig [6]schwache Empfehlung für den Extrakt EGb 761 bei leichter bis mittelgradiger Alzheimer-Demenz oder vaskulärer Demenz mit nicht psychotischen Verhaltenssymptomen [1]
Lecanemab (Antikörper)Erwachsene mit leichter kognitiver Störung oder leichter Demenz aufgrund der Alzheimer-Krankheit (frühe Alzheimer-Krankheit), mit bestätigter Amyloid-Pathologie, die keine oder eine Kopie des Gens ApoE4 tragen; als Infusion [7]schwache Empfehlung dafür, unter denselben Bedingungen wie bei Donanemab; Sondervotum der DEGAM: keine Empfehlung für oder gegen eine Behandlung in der Regelversorgung [1]
Memantin (NMDA-Rezeptorantagonist)moderate bis schwere Alzheimer-Demenz bei Erwachsenen; Filmtabletten und Lösung zum Einnehmen [5]mittelschwere bis schwere Alzheimer-Demenz: starke Empfehlung dafür (Sondervotum der DEGAM für einen schwächeren Grad). Leichte Alzheimer-Demenz: starke Empfehlung dagegen. Vaskuläre Demenz: schwache Empfehlung, nicht zugelassen [1]
Rivastigmin (Acetylcholinesterasehemmer)symptomatische Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz (Hartkapseln, Lösung zum Einnehmen, Pflaster); Hartkapseln und Lösung außerdem bei leichter bis mittelschwerer Demenz bei idiopathischem Parkinson-Syndrom, das Pflaster nicht [4]leichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz: starke Empfehlung für Acetylcholinesterasehemmer (Sondervotum der DEGAM für einen schwächeren Grad). Schwere Alzheimer-Demenz (Pflaster), vaskuläre Demenz: schwache Empfehlung, nicht zugelassen. Demenz bei Parkinson-Krankheit: schwache Empfehlung für Kapseln oder Pflaster, das Pflaster ist dafür nicht zugelassen [1, 4]

Eine Kombination aus einem Acetylcholinesterasehemmer und Memantin empfiehlt die Leitlinie bei der Alzheimer-Demenz aller Schweregrade nicht (starke Empfehlung dagegen). Bei einer leichten kognitiven Störung, also nachweisbar nachlassenden geistigen Fähigkeiten, die die selbstständige Lebensführung noch nicht beeinträchtigen, empfiehlt sie keine Acetylcholinesterasehemmer zur Verbesserung der Kognition (starke Empfehlung dagegen). Welches Mittel für Sie oder Ihre Angehörige infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt. [1]

Wirkstoffe der Gruppe

  • Donanemabz. B. KisunlaFrühe symptomatische Alzheimer-Krankheit
  • Donepezilz. B. Donepezil STADA, Donepezil-HCl AbZ, Donepezil-HCl-ratiopharmLeichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz
  • Galantaminz. B. Galantamin Heumann, Galanaxiro, Galantamin-1A PharmaLeichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz
  • Ginkgo-biloba-Extraktz. B. Gingium, Ginkobil ratiopharm, KaveriAltersbedingte geistige Beeinträchtigung und leichte Demenz; je nach Präparat auch Schwindel, Ohrgeräusche, Schaufensterkrankheit
  • Lecanemabz. B. LeqembiFrühe Alzheimer-Krankheit
  • Memantinz. B. Axura, Ebixa, Memantin AbZModerate bis schwere Alzheimer-Demenz
  • Rivastigminz. B. Exelon, Rivastigmin AbZ, Rivastigmin-ratiopharmLeichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz; Kapseln und Lösung auch bei leichter bis mittelschwerer Demenz bei Parkinson-Krankheit

Den Beginn einer Behandlung mit Donepezil, Galantamin, Rivastigmin oder Memantin knüpfen die Fachinformationen daran, dass eine Bezugs- oder Betreuungsperson die regelmäßige Einnahme überwacht. Eingeleitet und überwacht wird die Behandlung von Ärztinnen und Ärzten mit Erfahrung in Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Demenz. Wie Angehörige unterstützen können, steht unter Für Angehörige. [2, 3, 4, 5]

Für Lecanemab und Donanemab gelten engere Bedingungen. Eingeleitet wird die Behandlung laut Fachinformation von Ärztinnen und Ärzten mit Erfahrung in der Behandlung der Alzheimer-Krankheit, die zeitnah eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchführen lassen können. Der Beginn muss bei allen Patientinnen und Patienten über ein zentrales Registrierungssystem erfolgen, das Teil eines Programms für den kontrollierten Zugang ist, und Behandelte erhalten eine Patientenkarte beziehungsweise einen Patientenpass, den sie stets bei sich tragen sollen. Laut den Beschlüssen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Nutzenbewertung ist ein Zusatznutzen von Lecanemab und von Donanemab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie in beiden Patientengruppen, leichter kognitiver Störung und leichter Demenz, nicht belegt. [7, 8, 9, 10]

Nebenwirkungen im Vergleich

Unter den Acetylcholinesterasehemmern treten Nebenwirkungen laut S3-Leitlinie dosisabhängig auf. Anhaltende Beschwerden, etwa Übelkeit, Durchfall, ungewollter Harnverlust, Schlafstörungen oder erhöhte Reizbarkeit, können im Einzelfall zum Ende der Behandlung führen, und beim Rivastigmin-Pflaster können Hautreaktionen auftreten. Laut Fachinformation können Cholinesterasehemmer den Herzschlag verlangsamen; für Donepezil wurden nach der Markteinführung Verlängerungen der QT-Zeit im EKG und eine bestimmte Herzrhythmusstörung (Torsade de Pointes) berichtet. Menschen mit Alzheimer-Erkrankung verlieren laut Fachinformation von Galantamin an Gewicht, und Acetylcholinesterasehemmer wurden mit einem Gewichtsverlust in Zusammenhang gebracht. [1, 2, 3]

Unter Lecanemab und Donanemab können Amyloid-assoziierte Bildgebungsanomalien (ARIA) auftreten: Hirnödeme oder Flüssigkeitsansammlungen (ARIA-E) sowie Mikroblutungen und eine sogenannte superfizielle Siderose (ARIA-H), die in der MRT sichtbar werden. Sie verlaufen laut Fachinformation meist ohne Beschwerden; in seltenen Fällen können sie schwerwiegend und lebensbedrohlich sein, mit Krampfanfällen. Mögliche Zeichen sind unter anderem Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Sehstörungen, Schwindelgefühl, Übelkeit und Gangunsicherheit. [7, 8]

Die folgende Tabelle zeigt für jeden Wirkstoff mit Datensatz die höchste Häufigkeitsangabe seiner Produktinformation für einige Beschwerden, nach denen oft gefragt wird. Sie ist keine Rangliste: Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde, nicht, wie stark sie ist. Zwischen den Acetylcholinesterasehemmern sollte die Auswahl laut S3-Leitlinie vor allem nach Neben- und Wechselwirkungen erfolgen, weil keine Hinweise auf klinisch relevante Unterschiede in der Wirksamkeit vorliegen. [1]

Häufigkeit ausgewählter Nebenwirkungen je Wirkstoff: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffÜbelkeitErbrechenDurchfallAppetitlosigkeitSchwindelKopfschmerzenMüdigkeitVerlangsamter Herzschlag
DonanemabHäufigHäufignicht genanntnicht genanntnicht genanntSehr häufignicht genanntnicht genannt
DonepezilSehr häufigHäufigSehr häufigHäufigHäufigSehr häufigHäufigGelegentlich
GalantaminSehr häufigSehr häufigHäufigHäufigHäufigHäufigHäufigHäufig
Ginkgo-biloba-ExtraktHäufigHäufigHäufignicht genanntHäufigSehr häufignicht genanntnicht genannt
LecanemabHäufignicht genanntnicht genanntnicht genanntnicht genanntSehr häufignicht genanntnicht genannt
Memantinnicht genanntGelegentlichnicht genanntnicht genanntHäufigHäufigHäufignicht genannt
RivastigminHäufigHäufigHäufigHäufigHäufigHäufigHäufigGelegentlich

Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung mit Häufigkeit auf. Das bedeutet nicht, dass sie nicht auftreten kann; Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Produktinformation stehen ebenfalls auf der Wirkstoffseite. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.

Mehr zu einzelnen Beschwerden: Müdigkeit und Herz und QT-Zeit. Was "häufig" oder "gelegentlich" bedeutet, zeigt der Häufigkeits-Übersetzer.

Wirkungseintritt und Dauer

Mann Ende siebzig und seine Frau gießen am Vormittag gemeinsam Blumen in einem sonnigen Garten
Bild: KI-generiert

Ob Donepezil im Einzelfall anspricht, lässt sich laut seiner Fachinformation nicht voraussagen. Die Behandlung kann fortgeführt werden, solange ein therapeutischer Nutzen besteht, und dieser Nutzen sollte regelmäßig beurteilt werden. Bei Galantamin und Memantin sollten Verträglichkeit und Dosierung laut Fachinformation regelmäßig überprüft werden, möglichst innerhalb der ersten 3 Monate, danach der Nutzen und die Verträglichkeit. Die S3-Leitlinie schlägt vor, Acetylcholinesterasehemmer bei der Alzheimer-Demenz langfristig einzusetzen, auch wenn sich die Beschwerden verschlechtern (schwache Empfehlung); die DEGAM weist darauf hin, dass sie nur für die leichte bis mittelschwere Demenz zugelassen sind und eine Weiterverordnung im schweren Stadium außerhalb der Zulassung geschieht. [1, 2, 3, 5]

Bei Lecanemab sollten laut Fachinformation etwa alle 6 Monate die geistigen Fähigkeiten und die Beschwerden geprüft werden; die Behandlung sollte abgebrochen werden, sobald die Erkrankung in eine mittelschwere Alzheimer-Krankheit übergegangen ist. Donanemab sollte laut Fachinformation gegeben werden, bis die Amyloid-Plaques entfernt sind, was mit einem validierten Test bestätigt wird; die Behandlung dauert höchstens 18 Monate. Die DEGAM schlägt in der Leitlinie außerdem vor, Betroffene und Angehörige schon zu Beginn einer Behandlung mit Antidementiva darüber zu informieren, dass die Behandlung kontrolliert und gegebenenfalls abgesetzt werden muss. [1, 7, 8]

Fragen für den nächsten Termin können Sie mit den Fragen fürs Arztgespräch vorbereiten; mehr zur Dauer unter Wie lange werden Psychopharmaka genommen?

Absetzen

Ein Abbruch der Behandlung mit Donepezil sollte laut Fachinformation erwogen werden, wenn ein therapeutischer Effekt nicht länger nachweisbar ist. Als mögliche Gründe für ein Ende der Behandlung nennt die S3-Leitlinie zum Beispiel neu aufgetretene Gegenanzeigen, Zweifel an der Wirksamkeit im Verlauf, häufig im fortgeschrittenen Stadium, oder Umstände, die die weitere Einnahme schwierig machen, etwa wenn die Einnahme abgelehnt wird; eine evidenzbasierte Aussage, wann eine Behandlung beendet werden soll, kann sie nicht treffen. Absetzen und ein Wechsel auf ein anderes Mittel geschehen immer gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt. Mehr unter Psychopharmaka absetzen. [1, 2]

Worauf Sie achten sollten

Die Alzheimer-Demenz wird laut Fachinformation von Memantin mit Depression und Suizidgedanken in Verbindung gebracht; seit der Markteinführung wurden solche Wirkungen auch bei Menschen berichtet, die Memantin nahmen. Bemerken Sie bei sich oder einer Angehörigen oder einem Angehörigen Gedanken, sich das Leben zu nehmen, wenden Sie sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt oder an eines dieser Hilfsangebote. [5]

MRT-Kontrollen unter Lecanemab und Donanemab

Unter Lecanemab und Donanemab ist vor Beginn eine aktuelle MRT des Gehirns nötig, die nicht älter als 6 Monate ist. Weitere Aufnahmen sieht die Fachinformation von Lecanemab vor der 3., 5., 7. und 14. Infusion vor, die von Donanemab vor der 2., 3., 4. und 7. Infusion und bei bestimmten Risikofaktoren zusätzlich vor der 12. Infusion. Treten Zeichen auf, die auf ARIA hindeuten, sollte jederzeit eine ärztliche Beurteilung mit MRT erfolgen. Bei laufender Behandlung mit gerinnungshemmenden Mitteln (Antikoagulanzien) sollte die Behandlung mit Lecanemab nicht begonnen werden, und auch bei Donanemab ist ein Beginn unter laufender Antikoagulation laut Fachinformation eine Gegenanzeige. [7, 8]

Herz, Gewicht und Blutungsneigung

Wegen der möglichen Wirkung auf den Herzschlag ist laut Fachinformation von Donepezil besondere Vorsicht geboten, etwa bei bestimmten Herzrhythmusstörungen oder einer verlängerten QT-Zeit, auch in der Familie, und bei Mitteln, die die QT-Zeit beeinflussen. Unter Galantamin sollte laut Fachinformation das Körpergewicht kontrolliert werden. Bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung und zusammen mit Mitteln gegen die Blutgerinnung oder die Verklumpung der Blutplättchen sollte Ginkgo-biloba-Extrakt laut Fachinformation nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt angewendet werden. Mehr unter Kontrollen während der Behandlung und Psychopharmaka im Alter. [2, 3, 6]

Abgrenzung zu verwandten Gruppen

Ginkgo-biloba-Extrakt gehört zugleich zu den pflanzlichen Psychopharmaka; in der Schwangerschaft darf das Präparat laut Fachinformation nicht angewendet werden. [6] Was bei Verhaltenssymptomen einer Demenz wie Unruhe oder Schlafstörungen infrage kommt, steht auf der Seite Demenz und Alzheimer.

Quellen

  1. Leitlinie S3-Leitlinie Demenzen, Living Guideline, Langfassung, Version 6.1 (AWMF-Registernummer 038-013), Abschnitt 5.2.2 (Pharmakotherapie). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Stand Fassung vom 27.04.2026, gültig bis voraussichtlich 23.02.2027. abgerufen am 23.10.2026
  2. Fachinformation Donepezil-HCl-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2023 (Version 6). abgerufen am 23.10.2026
  3. Fachinformation Galantamin Heumann 8 mg, 16 mg, 24 mg Hartkapseln, retardiert. HEUMANN PHARMA GmbH & Co. Generica KG. Stand 06/2026. abgerufen am 23.10.2026
  4. EMA-Produktinformation Exelon (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Hartkapseln, Lösung zum Einnehmen, transdermales Pflaster). Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 23.10.2026
  5. EMA-Produktinformation Ebixa (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Filmtabletten, Lösung zum Einnehmen). H. Lundbeck A/S (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 23.10.2026
  6. Fachinformation Ginkobil ratiopharm 240 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH (Zulassungsinhaber: Bioplanta Arzneimittel GmbH). Stand 01/2025 (Version 6). abgerufen am 23.10.2026
  7. EMA-Produktinformation LEQEMBI (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, und Anhang II. Eisai GmbH (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
  8. EMA-Produktinformation Kisunla (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, und Anhang II. Eli Lilly Nederland B.V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 23.10.2026
  9. Tragende Gründe zum Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie: Anlage XII, Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach § 35a SGB V, Lecanemab (frühe Alzheimer-Krankheit). Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand 19.02.2026. abgerufen am 23.10.2026
  10. Tragende Gründe zum Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie: Anlage XII, Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach § 35a SGB V, Donanemab (frühe Alzheimer-Krankheit). Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand 16.04.2026. abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente gibt es gegen Demenz?

Bei der Alzheimer-Demenz sind die Acetylcholinesterasehemmer Donepezil, Galantamin und Rivastigmin für das leichte bis mittelschwere Stadium und Memantin für das moderate bis schwere Stadium zugelassen. Für ein frühes Stadium der Alzheimer-Krankheit sind unter engen Bedingungen die Antikörper Lecanemab und Donanemab zugelassen. Dazu kommt Ginkgo-biloba-Extrakt als pflanzliches Arzneimittel. Von den Acetylcholinesterasehemmern ist für eine andere Form als die Alzheimer-Demenz nur Rivastigmin zugelassen, als Kapseln und Lösung bei Demenz bei Parkinson-Krankheit; welche Mittel die S3-Leitlinie dort außerhalb der Zulassung vorschlägt, zeigt die Tabelle auf dieser Seite.

Gibt es neue Medikamente gegen Alzheimer?

Neu sind die Antikörper Lecanemab und Donanemab. Zugelassen sind sie nur für Erwachsene mit leichter kognitiver Störung oder leichter Demenz aufgrund der Alzheimer-Krankheit, bei denen Amyloid-Ablagerungen nachgewiesen sind und die keine oder nur eine Kopie des Gens ApoE4 tragen. Vor und während der Behandlung sind MRT-Untersuchungen nötig. Die S3-Leitlinie Demenzen schlägt ihren Einsatz unter diesen Bedingungen vor (schwache Empfehlung), laut einem Sondervotum der DEGAM kann für die Regelversorgung keine Empfehlung dafür oder dagegen ausgesprochen werden, und laut G-BA ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.

Können Antidementiva eine Demenz heilen?

Die S3-Leitlinie Demenzen bezeichnet die Acetylcholinesterasehemmer und Memantin als symptomatische Therapien, sie behandeln also die Beschwerden. Laut Fachinformation von Donepezil wurde nicht untersucht, ob es den Verlauf der zugrunde liegenden Erkrankung beeinflusst. Lecanemab und Donanemab richten sich gegen Amyloid-Ablagerungen im Gehirn; zugelassen sind sie nur in einem frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit. Was eine Behandlung im Einzelfall leisten kann, besprechen Sie am besten mit der Ärztin oder dem Arzt.

Was hilft bei einer leichten kognitiven Störung?

Bei einer leichten kognitiven Störung sind die geistigen Fähigkeiten laut S3-Leitlinie nachweisbar schlechter als früher, aber nicht so stark, dass sie die selbstständige Lebensführung beeinträchtigen. Acetylcholinesterasehemmer empfiehlt die Leitlinie in diesem Stadium zur Verbesserung der Kognition nicht. Lecanemab und Donanemab sind bei leichter kognitiver Störung aufgrund der Alzheimer-Krankheit zugelassen, nur unter den Bedingungen ihrer Zulassung. Mehr zur Abklärung unter Demenz und Alzheimer.

Wann wird ein Antidementivum abgesetzt?

Laut Fachinformation von Donepezil kann die Behandlung fortgeführt werden, solange ein therapeutischer Nutzen besteht; ein Abbruch sollte erwogen werden, wenn ein Effekt nicht mehr nachweisbar ist. Die S3-Leitlinie schlägt vor, Acetylcholinesterasehemmer langfristig einzusetzen, auch wenn sich die Beschwerden verschlechtern. Lecanemab sollte laut Fachinformation abgesetzt werden, sobald die Erkrankung in eine mittelschwere Alzheimer-Krankheit übergegangen ist, und Donanemab wird höchstens 18 Monate gegeben. Absetzen geschieht immer gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt.

Hilft Ginkgo bei Demenz?

Ginkgo-biloba-Extrakt ist als apothekenpflichtiges pflanzliches Arzneimittel zugelassen; die Filmtabletten mit 240 mg zur Verbesserung einer altersbedingten kognitiven Beeinträchtigung und der Lebensqualität bei leichter Demenz. Die S3-Leitlinie schlägt den Extrakt EGb 761 bei leichter bis mittelgradiger Alzheimer-Demenz oder vaskulärer Demenz mit nicht psychotischen Verhaltenssymptomen vor (schwache Empfehlung). Bei erhöhter Blutungsneigung oder blutverdünnenden Mitteln sollte Ginkgo laut Fachinformation nur nach ärztlicher Rücksprache angewendet werden.

Gibt es Medikamente gegen Demenz als Pflaster?

Ja, Rivastigmin gibt es als Pflaster, das auf die Haut geklebt wird. Zugelassen ist das Pflaster laut Fachinformation zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz, nicht aber bei Demenz bei Parkinson-Krankheit; dafür sind Rivastigmin-Kapseln und die Lösung zum Einnehmen zugelassen. An der Klebestelle können laut Fachinformation Hautreaktionen auftreten. Mehr unter Rivastigmin.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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