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Valproinsäure (Valproat): Schwangerschaft und Verhütung
Valproinsäure, auch Valproat genannt, kann das ungeborene Kind schwer schädigen: Laut Rote-Hand-Brief besteht für Kinder, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt waren, ein hohes Risiko für schwerwiegende Entwicklungsstörungen und angeborene Fehlbildungen. Mädchen und Frauen, die schwanger werden könnten, dürfen Valproat nur einnehmen, wenn andere Behandlungen nicht wirken oder nicht vertragen werden, und nur unter den Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms. Planen Sie eine Schwangerschaft oder sind Sie schwanger, vereinbaren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich einen Termin bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; beenden dürfen Sie die Einnahme nur, wenn sie oder er Sie dazu auffordert.

Welche Risiken Valproat für das ungeborene Kind hat
Valproinsäure, auch Valproat genannt, ist laut Fachinformation zur Behandlung bestimmter Formen der Epilepsie zugelassen und zur Behandlung manischer Episoden bei einer bipolaren Störung, wenn Lithium nicht gegeben werden darf oder nicht vertragen wird. Valproat hat ein hohes fruchtschädigendes (teratogenes) Potenzial: Kinder, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt sind, haben ein hohes Risiko für angeborene Fehlbildungen und neurologische Entwicklungsstörungen, allein genommen wie auch zusammen mit anderen Mitteln gegen Epilepsie. Je höher die Dosis, desto höher das Risiko, doch laut Packungsbeilage sind alle Dosen risikobehaftet. [1, 2]
Zu den am häufigsten gemeldeten Geburtsfehlern zählen laut Packungsbeilage Spina bifida, bei der die Knochen der Wirbelsäule nicht normal ausgebildet sind, Fehlbildungen von Gesicht und Schädel und Fehlbildungen von Herz, Nieren, Harnwegen, Geschlechtsorganen und Gliedmaßen. Geburtsfehler können zu Behinderungen führen, die schwerwiegend sein können. Berichtet wurden außerdem Hörprobleme oder Taubheit und Fehlbildungen der Augen, die das Sehvermögen beeinträchtigen können. [2]
Bei Kindern im Vorschulalter, deren Mütter in der Schwangerschaft Valproat eingenommen haben, kann es laut Packungsbeilage zu Problemen in der frühkindlichen Entwicklung kommen: Die betroffenen Kinder lernen langsamer laufen und sprechen, sind geistig weniger leistungsfähig als andere Kinder und haben Sprach- und Gedächtnisprobleme. Autistische Störungen werden bei ihnen häufiger festgestellt, und es gibt einige Belege für ein erhöhtes Risiko für eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). [2]
Embryotox, das Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité in Berlin, gibt den Erfahrungsumfang mit Valproinsäure in der Schwangerschaft als sehr hoch an. Valproat ist laut Embryotox ein Teratogen, und sein Fehlbildungsrisiko ist höher als bei den anderen Antiepileptika; typisch ist vor allem ein erhöhtes Risiko für Spina bifida und andere Neuralrohrdefekte. Der mit dem BfArM abgestimmte und dort veröffentlichte Leitfaden für Patientinnen nennt zusätzlich, dass Neugeborene bei der Geburt weniger wiegen können als für die Schwangerschaftswoche erwartet. [6, 5]
Was das Schwangerschaftsverhütungsprogramm verlangt
Mit einem Rote-Hand-Brief vom 9. November 2018 informierten die Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über das Schwangerschaftsverhütungsprogramm. Seither darf Valproat bei Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter nur angewendet werden, wenn andere Behandlungen nicht wirksam sind oder nicht vertragen werden. In der Schwangerschaft ist Valproat laut Fachinformation bei bipolarer Störung kontraindiziert, bei Epilepsie ebenfalls, es sei denn, es stehen keine geeigneten anderen Behandlungen zur Verfügung. Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist es bei beiden Erkrankungen kontraindiziert, es sei denn, die Bedingungen des Programms werden eingehalten. [3, 1]
Bei Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter muss die Behandlung laut Fachinformation von einer in der Behandlung von Epilepsie oder bipolaren Störungen erfahrenen Fachärztin oder einem solchen Facharzt eingeleitet und überwacht werden. Die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt muss unter anderem sicherstellen, dass die Patientin die Risiken für ein Kind im Mutterleib verstanden und bestätigt hat. Zum Programm gehören außerdem: [1]
- ein negativer, von medizinischem Fachpersonal bestätigter Schwangerschaftstest aus dem Blutplasma vor Beginn und soweit erforderlich weitere Tests während der Behandlung,
- eine Beratung zur Empfängnisverhütung und ununterbrochen zuverlässige Verhütung während der gesamten Behandlung,
- mindestens einmal im Jahr eine Beurteilung durch die Fachärztin oder den Facharzt, ob Valproat noch die geeignete Behandlung ist, mit einem jährlich auszufüllenden Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung,
- eine Patientenkarte, die die Apotheke bei jeder Abgabe von Valproat aushändigt. [1, 2]
Die Bedingungen gelten laut Fachinformation auch für Frauen, die zurzeit nicht sexuell aktiv sind, es sei denn, triftige Gründe schließen eine Schwangerschaft aus. Anzuwenden ist mindestens eine zuverlässige Methode, vorzugsweise eine von der Anwenderin unabhängige wie Spirale (Intrauterinpessar) oder Implantat, oder es sind zwei einander ergänzende Methoden einschließlich einer Barrieremethode anzuwenden. Das gilt auch, wenn keine Regelblutung auftritt. [1]
Östrogenhaltige Mittel, auch die östrogenhaltige "Pille", können laut Fachinformation die Wirksamkeit von Valproat vermindern; umgekehrt vermindert Valproat die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel nicht. Welche Methode für Sie am besten geeignet ist, klären Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Sie können sich auch an eine Beratungsstelle zur Familienplanung wenden. Mehr unter Verhütung und Psychopharmaka. [1, 2]
Mädchen
Bei Mädchen müssen Eltern oder Betreuungspersonen laut Packungsbeilage die Ärztin oder den Arzt informieren, sobald die erste Regelblutung einsetzt. Danach muss die Fachärztin oder der Facharzt laut Fachinformation jedes Jahr neu beurteilen, ob Valproat nötig ist; es sollte alles daran gesetzt werden, Mädchen vor dem Erwachsenenalter auf eine andere Behandlung umzustellen. Auf seiner Seite zur Epilepsie schreibt Embryotox, ein Mädchen, das als Kind auf Valproinsäure eingestellt wurde, sollte spätestens mit Beginn der Pubertät umgestellt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2, 8]
Kinderwunsch: zuerst ein Termin

Möchten Sie schwanger werden, vereinbaren Sie laut Packungsbeilage zuerst einen Termin bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; weder die Einnahme von Valproat noch die Verhütung dürfen Sie beenden, bevor Sie darüber gesprochen haben. Sie werden an eine auf bipolare Störungen oder Epilepsie spezialisierte Fachärztin oder einen solchen Facharzt überwiesen, die oder der frühzeitig andere Behandlungsmöglichkeiten prüft. [2]
Laut Fachinformation sollte bei Epilepsie alles daran gesetzt werden, noch vor der Empfängnis und bevor die Verhütung endet auf eine geeignete andere Behandlung umzustellen; ist das nicht möglich, ist die Frau weiter über die Risiken aufzuklären, um sie bei der Entscheidung über ihre Familienplanung zu unterstützen. Bei bipolarer Störung muss eine erfahrene Fachärztin oder ein erfahrener Facharzt hinzugezogen, Valproat beendet und bei Bedarf vor der Empfängnis und vor dem Ende der Verhütung auf eine andere Behandlung umgestellt werden. [1]
Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox bei Epilepsie Lamotrigin und Levetiracetam, bei bipolarer Störung Quetiapin, andere Neuroleptika und Lamotrigin, gegebenenfalls auch das schwach fruchtschädigende Lithium. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auf seiner Seite zur bipolaren Störung schreibt Embryotox außerdem: Weil viele Fehlbildungen in den ersten Schwangerschaftswochen entstehen, reicht es nicht aus, Valproinsäure erst bei Bekanntwerden der Schwangerschaft abzusetzen; auch im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel ist Valproat wegen des erhöhten Risikos für Störungen der geistigen Entwicklung zu meiden. [6, 7]
Sprechen Sie außerdem mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Folsäure. Sie kann laut Packungsbeilage das allgemeine Risiko für Spina bifida und eine frühe Fehlgeburt verringern, das bei allen Schwangerschaften besteht; das mit Valproat verbundene Risiko für Geburtsfehler senkt sie wahrscheinlich nicht. [2, 1]
Schwanger unter Valproat: nicht selbst absetzen
Werden Sie unter Valproat schwanger oder vermuten Sie es, vereinbaren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich einen Termin. Beenden dürfen Sie die Einnahme nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu auffordert, weil sich sonst Ihr Zustand verschlechtern kann. Sie werden an eine Fachärztin oder einen Facharzt überwiesen, die oder der andere Behandlungsmöglichkeiten prüft. Ist Valproat ausnahmsweise die einzig geeignete Behandlung, werden Ihre Grunderkrankung und die Entwicklung Ihres ungeborenen Kindes sehr engmaschig überwacht. [2]
Laut Fachinformation sollten alle Patientinnen, die in der Schwangerschaft Valproat ausgesetzt sind, gemeinsam mit ihrem Partner an eine Fachärztin oder einen Facharzt mit Erfahrung in Embryonaltoxikologie oder Pränatalmedizin überwiesen werden, die oder der die Folgen beurteilt und entsprechend aufklärt. Eine spezielle vorgeburtliche Überwachung ist einzuleiten, um Neuralrohrdefekte oder andere Fehlbildungen zu erkennen. Nach einer Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte laut Embryotox eine weiterführende Ultraschalldiagnostik durchgeführt werden; Störungen der geistigen Entwicklung lassen sich auf diesem Weg nicht ausschließen. [1, 6]
Embryotox berät individuell und kostenlos. Die Informationen von embryotox.de dürfen laut Embryotox nicht Grundlage eigenmächtiger Entscheidungen sein, die Angaben der Arzneimittelseiten auch nicht für den Abbruch einer Schwangerschaft; im Zweifel sollten Sie laut Embryotox Kontakt aufnehmen. [6, 9]
Anfälle können in der Schwangerschaft laut Embryotox häufiger auftreten, weil der Wirkspiegel der Antiepileptika sinkt, unter anderem wenn Frauen ihre Medikamente absetzen, um das Kind zu schützen. Tonisch-klonische Anfälle und ein Status epilepticus, verbunden mit Sauerstoffmangel, sind laut Fachinformation in der Schwangerschaft ein besonderes Risiko und können für Mutter und ungeborenes Kind lebensbedrohlich sein. Bei einer bipolaren Erkrankung sollte die Medikation laut Embryotox keinesfalls abrupt abgesetzt werden, weil dann eine hohe Rückfallgefahr besteht; ein Rückfall kann dazu führen, dass in der Schwangerschaft insgesamt mehr und höher dosierte Medikamente nötig werden und dass Suizidalität auftritt. [8, 1, 7]
Laut Fachinformation wurde bei Menschen, die Antiepileptika in verschiedenen Anwendungsgebieten erhielten, über Suizidgedanken und suizidales Verhalten berichtet, und die verfügbaren Daten schließen ein erhöhtes Risiko unter Valproat nicht aus. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, setzen Sie sich laut Packungsbeilage sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung. In einer akuten Krise erreichen Sie Hilfe unter diesen Nummern. [1, 2]
Was Ihnen in einer Krise hilft und wen Sie anrufen können, lässt sich vorab im Krisenplan festhalten.
Rund um die Geburt und in der Stillzeit
Bei Neugeborenen, deren Mütter in der Schwangerschaft Valproat eingenommen haben, wurde laut Fachinformation in sehr seltenen Fällen über eine Blutungsneigung mit Mangel an Blutplättchen, Fibrinogen oder anderen Gerinnungsfaktoren berichtet, auch über ein vollständiges Fehlen von Fibrinogen (Afibrinogenämie), das lebensbedrohlich sein kann; bei Neugeborenen sollten deshalb Blutplättchen, Fibrinogen und Blutgerinnung untersucht werden. Berichtet wurden außerdem eine Unterfunktion der Schilddrüse und, nach einer Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel, Unterzucker; nach einer solchen Einnahme kann es auch zu Entzugserscheinungen wie Unruhe, Reizbarkeit, Zittern, Krämpfen und Störungen bei der Nahrungsaufnahme kommen. Wird bis zur Geburt mit Valproat behandelt, sollte die Entbindung laut Embryotox wegen möglicher Anpassungsstörungen beim Neugeborenen in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin (Neonatologie) erfolgen. [1, 6]
Laut Packungsbeilage sollen Sie unter Valproat nicht stillen und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat fragen; Valproat geht in die Muttermilch über, und bei gestillten Kindern wurden Erkrankungen des Blutes festgestellt. Laut Fachinformation wird nach dem Nutzen des Stillens für das Kind und dem Nutzen der Behandlung für die Frau entschieden, ob abgestillt oder auf Valproat verzichtet wird. Embryotox nennt veröffentlichte Erfahrungen mit mehr als 50 Mutter-Kind-Paaren und hält Stillen bei alleiniger Einnahme von Valproat und guter Beobachtung des Kindes für akzeptabel, wobei unbedingt das Risiko einer nächsten Schwangerschaft unter Valproat zu bedenken ist. Mehr unter Psychopharmaka in der Stillzeit. [2, 1, 6]
Was Männer wissen sollten
Laut einem Rote-Hand-Brief vom 19. Februar 2024, abgestimmt mit EMA und BfArM, weist eine rückblickende Beobachtungsstudie aus drei nordeuropäischen Ländern auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern im Alter von 0 bis 11 Jahren hin, deren Väter in den drei Monaten vor der Zeugung allein mit Valproat behandelt wurden, verglichen mit Vätern, die allein mit Lamotrigin oder Levetiracetam behandelt wurden. Wegen der Grenzen der Studie ist dieses Risiko laut Rote-Hand-Brief möglich, aber nicht belegt. [4]
Die Fachinformation (Stand August 2026) ergänzt, dass andere Studien nicht auf ein erhöhtes Risiko nach einer Behandlung des Vaters hindeuten. Die verfügbaren Daten sind deshalb uneinheitlich, und ob Valproat die Ursache ist, ist ungewiss; auch andere Faktoren wie die zugrunde liegende Erkrankung des Vaters können laut Fachinformation zu dem beobachteten Zusammenhang beitragen. [1]
Als Vorsichtsmaßnahme sollten verschreibende Ärztinnen und Ärzte laut Fachinformation und Rote-Hand-Brief männliche Patienten über dieses mögliche Risiko informieren und mit ihnen die Notwendigkeit besprechen, während der Behandlung und drei Monate danach eine zuverlässige Verhütung für den Patienten und seine Partnerin in Betracht zu ziehen. Männer sollten während der Behandlung und mindestens drei Monate danach keinen Samen spenden. Die verschreibende Ärztin oder der verschreibende Arzt sollte regelmäßig prüfen, ob Valproat weiterhin die am besten geeignete Behandlung ist, und planen Männer, ein Kind zu zeugen, sollten andere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen und besprochen werden. [1, 4]
Laut Packungsbeilage bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen außerdem, dass Sie die Praxis aufsuchen, sobald Sie ein Kind zeugen möchten und bevor Sie die Verhütung beenden. Wird Ihre Partnerin schwanger, nachdem Sie in den drei Monaten davor Valproat eingenommen haben, und haben Sie Fragen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache; wenn Sie sie abbrechen, können sich Ihre Beschwerden verschlimmern. [2]
Embryotox beschreibt zur Behandlung von Vätern zwei Registerstudien: Eine Studie mit skandinavischen Registerdaten ergab den Verdacht auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen, aus dem sich auch wegen methodischer Schwächen kein ursächlicher Zusammenhang ableiten lässt; eine dänische Registerstudie, die zum Teil auf denselben Daten beruht, fand weder dafür noch für angeborene Fehlbildungen ein erhöhtes Risiko. Für ein abschließendes Urteil reichen die Daten laut Embryotox nicht aus. Bei einem stabil auf Valproat eingestellten Mann erscheint Embryotox die Weiterführung auch bei Kinderwunsch akzeptabel, wenn die unklare Datenlage in Kauf genommen wird. Ob Ihre Behandlung geändert wird, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [6]
Wer Sie berät
Ansprechpartner sind Ihre Fachärztin oder Ihr Facharzt für Neurologie oder Psychiatrie, Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt, die Apotheke und bei Fragen zur Schwangerschaft Embryotox. [5, 6] Mehr zu Wirkung und Nebenwirkungen steht unter Valproinsäure, Allgemeines unter Psychopharmaka in der Schwangerschaft; Ihre Fragen können Sie mit den Fragen fürs Arztgespräch vorbereiten.
Quellen
- Fachinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Rote-Hand-Brief Valproat: Neue Anwendungseinschränkungen, Einführung des Schwangerschaftsverhütungsprogramms. Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht von ratiopharm GmbH). Stand 09.11.2018. abgerufen am 23.10.2026
- Rote-Hand-Brief zu Valproat: Mögliches Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern, deren Väter mit Valproat behandelt wurden. Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 19.02.2024. abgerufen am 23.10.2026
- Behörde Valproat: Leitfaden für die sichere Anwendung, Patientinnen, Eltern und Betreuungspersonen (behördlich genehmigtes Schulungsmaterial). Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel, abgestimmt mit dem BfArM (veröffentlicht vom BfArM). Stand Version 7, 02/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Valproinsäure. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Bipolare affektive Störung. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Epilepsie. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Hinweise (Beim Lesen der Internetplattform bitte unbedingt beachten). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 04.04.2025. abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Darf ich Valproat in der Schwangerschaft nehmen?
Bei einer bipolaren Störung darf Valproat in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, bei Epilepsie nur, wenn keine anderen wirksamen Behandlungen zur Verfügung stehen. Sind Sie bereits schwanger, vereinbaren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich einen Termin; die Einnahme beenden Sie nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu auffordert, weil sich sonst Ihr Zustand verschlechtern kann.
Was ist das Schwangerschaftsverhütungsprogramm bei Valproat?
Es legt fest, unter welchen Bedingungen Mädchen und Frauen, die schwanger werden könnten, Valproat verordnet werden darf: ein negativer Schwangerschaftstest vor Beginn, ununterbrochen zuverlässige Verhütung während der gesamten Behandlung und mindestens einmal im Jahr eine Überprüfung durch eine erfahrene Fachärztin oder einen erfahrenen Facharzt mit einem Formular zur Risikoaufklärung. Dazu gehören ein Leitfaden für Patientinnen und eine Patientenkarte. Über die Einführung des Programms informierte ein Rote-Hand-Brief vom 9. November 2018.
Wirkt die Pille, wenn ich Valproat nehme?
Laut Fachinformation vermindert Valproat die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel nicht. Umgekehrt können östrogenhaltige Mittel, auch die östrogenhaltige Pille, den Valproatspiegel senken und die Wirksamkeit von Valproat vermindern. Welche Verhütungsmethode für Sie am besten geeignet ist, klären Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was müssen Männer mit Kinderwunsch bei Valproat beachten?
Laut Rote-Hand-Brief von 2024 ist ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern möglich, deren Väter in den drei Monaten vor der Zeugung Valproat genommen haben, aber nicht belegt; laut Fachinformation sind die Daten uneinheitlich. Als Vorsichtsmaßnahme bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt laut Packungsbeilage mit Ihnen eine zuverlässige Verhütung während der Behandlung und drei Monate danach, und Samen spenden sollten Sie während der Behandlung und mindestens drei Monate danach nicht. Möchten Sie ein Kind zeugen, suchen Sie vor dem Ende der Verhütung Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf und beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache.
Welche Folgen kann Valproat in der Schwangerschaft für das Kind haben?
Laut Packungsbeilage kann Valproat schwerwiegende Geburtsfehler verursachen; am häufigsten gemeldet wurden unter anderem Spina bifida und Fehlbildungen von Gesicht, Schädel, Herz, Nieren, Harnwegen, Geschlechtsorganen und Gliedmaßen. Außerdem kann es die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes beeinträchtigen, und autistische Störungen werden häufiger festgestellt. Je höher die Dosis, desto höher das Risiko, doch alle Dosen sind risikobehaftet.
Ich bin unter Valproat schwanger geworden. Was jetzt?
Vereinbaren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich einen Termin; die Einnahme beenden Sie nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu auffordert. Sie werden an eine Fachärztin oder einen Facharzt überwiesen, die oder der andere Behandlungsmöglichkeiten prüft. Laut Fachinformation sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Partner außerdem an eine Fachärztin oder einen Facharzt mit Erfahrung in Embryonaltoxikologie oder Pränatalmedizin überwiesen werden. Individuell und kostenlos berät auch Embryotox.
Hilft Folsäure gegen die Risiken von Valproat?
Folsäure kann laut Packungsbeilage das allgemeine Risiko für Spina bifida und eine frühe Fehlgeburt verringern, das bei allen Schwangerschaften besteht. Das mit Valproat verbundene Risiko für Geburtsfehler senkt sie wahrscheinlich nicht. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Einnahme von Folsäure.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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