MedikamenteDetailfrage

Lamotrigin und Hautausschlag

Hautausschlag gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Lamotrigin; laut Fachinformation tritt er im Allgemeinen in den ersten acht Wochen auf, und die meisten Ausschläge sind leicht. Selten oder sehr selten kommt es zu schweren, möglicherweise lebensbedrohlichen Hautreaktionen wie dem Stevens-Johnson-Syndrom; das Risiko scheint laut Fachinformation eng mit hohen Anfangsdosen, einer zu schnellen Dosissteigerung und der gleichzeitigen Einnahme von Valproat zusammenzuhängen. Bemerken Sie einen Hautausschlag, Blasen, Fieber oder geschwollene Drüsen, holen Sie laut Packungsbeilage umgehend ärztliche Hilfe.

Ärztin in den Vierzigern sieht sich in einem hellen Sprechzimmer ruhig den Unterarm eines Mannes Anfang fünfzig an
Bild: KI-generiert

Wie häufig Hautausschläge unter Lamotrigin sind

Lamotrigin ist ein Antiepileptikum. Laut Fachinformation ist es zur Behandlung der Epilepsie zugelassen, bei Erwachsenen ab 18 Jahren außerdem zur Vorbeugung depressiver Episoden bei einer Bipolar-I-Störung mit überwiegend depressiven Episoden. Hautausschlag gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Die meisten Hautausschläge sind laut Fachinformation leicht und klingen von selbst ab; unerwünschte Hautreaktionen traten im Allgemeinen in den ersten acht Wochen nach Beginn der Behandlung auf. Berichtet wurden aber auch schwere Hautausschläge, die eine Behandlung im Krankenhaus und das Absetzen von Lamotrigin nötig machten. [1, 2]

Hautreaktionen unter Lamotrigin mit Beschreibung und Häufigkeitsangabe der Packungsbeilage
Hautreaktion laut PackungsbeilageHäufigkeit
Hautausschlagsehr häufig [2]
Hautausschlag oder Sonnenbrand nach Sonne oder künstlichem UV-Licht (Lichtempfindlichkeit)gelegentlich [2]
Rote Flecken, die wie eine Zielscheibe aussehen können, mit dunkelroter Mitte und hellroten Ringen (Erythema multiforme)selten [2]
Ausgedehnter Ausschlag mit Blasen und sich abschälender Haut, besonders um Mund, Nase, Augen und Genitalbereich (Stevens-Johnson-Syndrom)selten [2]
Ausgeprägtes Abschälen der Haut (toxische epidermale Nekrolyse)sehr selten [2]
Ausgedehnter Ausschlag mit Beteiligung von Leber, Blut und anderen Organen (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen, DRESS)sehr selten [2]

Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen; gelegentlich: bis zu 1 von 100; selten: bis zu 1 von 1.000; sehr selten: bis zu 1 von 10.000.

Auch wenn sich die meisten schweren Hautreaktionen nach dem Absetzen von Lamotrigin zurückbilden, bleiben laut Fachinformation bei einigen Betroffenen dauerhafte Narben zurück. Hautausschläge wurden außerdem im Rahmen eines DRESS berichtet, das mit weiteren Beschwerden einhergeht, unter anderem Fieber, geschwollenen Lymphknoten, Schwellungen im Gesicht und auffälligen Blut-, Leber- und Nierenwerten; in seltenen Fällen kann es zu einer schweren Gerinnungsstörung und zum Versagen mehrerer Organe führen. [1]

Wer ein höheres Risiko hat

Das Risiko eines Hautausschlags scheint laut Fachinformation eng mit zwei Umständen zusammenzuhängen: mit hohen Anfangsdosen und einem Überschreiten der empfohlenen schrittweisen Dosissteigerung sowie mit der gleichzeitigen Anwendung von Valproat. Laut Packungsbeilage treten die Beschwerden eher während der ersten Monate auf, besonders wenn die Anfangsdosis zu hoch ist, die Dosis zu schnell gesteigert wird oder Lamotrigin zusammen mit Valproat eingenommen wird. [1, 2]

Bei Kindern ist das Risiko schwerer Hautausschläge laut Fachinformation höher als bei Erwachsenen. Ein beginnender Ausschlag kann bei ihnen fälschlicherweise für eine Infektion gehalten werden; bekommt ein Kind in den ersten acht Behandlungswochen Ausschlag und Fieber, sollte laut Fachinformation an eine Reaktion auf Lamotrigin gedacht werden. Einige der Beschwerden treten laut Packungsbeilage häufiger bei Kindern auf, deshalb sollten Eltern besonders auf sie achten. [1, 2]

Vorsicht ist laut Fachinformation auch geboten, wenn jemand schon auf andere Antiepileptika mit einer Allergie oder einem Hautausschlag reagiert hat: Bei diesen Menschen waren nicht schwerwiegende Hautausschläge unter Lamotrigin deutlich häufiger. Hatten Sie jemals nach Lamotrigin oder nach anderen Mitteln gegen bipolare Störung oder Epilepsie einen Hautausschlag, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke darüber. [1, 2]

Bei Menschen asiatischer Herkunft, vor allem Han-Chinesen und Thailändern, ist eine bestimmte Genvariante (HLA-B*1502) mit dem Risiko eines Stevens-Johnson-Syndroms oder einer toxischen epidermalen Nekrolyse verbunden. Ist bekannt, dass jemand diese Genvariante trägt, sollte die Anwendung laut Fachinformation sorgfältig abgewogen werden; laut Packungsbeilage besprechen Betroffene das vor der Einnahme mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt. [1, 2]

Lamotrigin zusammen mit Valproat

Valproat hemmt laut Fachinformation den Abbau von Lamotrigin, sodass dessen Halbwertszeit deutlich steigt. Für Menschen, die gleichzeitig Valproat nehmen, sollte laut Fachinformation ein eigenes Behandlungsschema angewendet werden, und auch für den Fall, dass Valproat hinzukommt oder abgesetzt wird, nennt die Fachinformation eigene Angaben zur Lamotrigin-Dosis. Informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Valproat einnehmen oder die Einnahme beginnen oder beenden. [1, 2]

Auch die Fachinformation von Valproat nennt ein erhöhtes Risiko für (schwere) Hautreaktionen bei dieser Kombination, insbesondere bei Kindern. Vereinzelt wurden schwere Hautreaktionen berichtet, die innerhalb von 6 Wochen nach Beginn der Kombination auftraten und teilweise nach dem Absetzen des Arzneimittels oder nach einer Behandlung abklangen. Empfohlen wird eine ärztliche Überwachung, und die Dosis sollte falls nötig angepasst werden, indem die Lamotrigin-Dosis verringert wird. [3, 4]

Warnzeichen: wann Sie umgehend ärztliche Hilfe brauchen

Bei einer kleinen Anzahl von Menschen, die Lamotrigin einnehmen, kommt es laut Packungsbeilage zu allergischen Reaktionen oder möglicherweise lebensbedrohlichen Hautreaktionen. Bemerken Sie Zeichen einer solchen Reaktion, nehmen Sie umgehend die Hilfe einer Ärztin oder eines Arztes in Anspruch. Dazu zählen laut Packungsbeilage unter anderem: [2]

  • Hautausschlag oder Rötung, die sich zu schweren Hautreaktionen entwickeln können, etwa Ausschlag mit zielscheibenartigen Flecken, ausgedehnter Ausschlag mit Blasen und sich abschälender Haut, besonders um Mund, Nase, Augen und Genitalbereich, ausgeprägtes Abschälen der Haut oder ausgedehnter Ausschlag mit Beteiligung von Leber, Blut und anderen Organen,
  • Geschwüre in Mund, Rachen, Nase oder Genitalbereich,
  • ein entzündeter Mund oder rote oder geschwollene, entzündete Augen (Konjunktivitis),
  • Fieber, grippeähnliche Beschwerden oder Benommenheit,
  • Schwellungen im Gesicht oder geschwollene Drüsen am Hals, in den Achselhöhlen oder in der Leistengegend,
  • unerwartete Blutungen, blaue Flecken oder blau verfärbte Finger, eine Halsentzündung oder häufigere Infektionen als üblich. [2]

In vielen Fällen sind diese Beschwerden laut Packungsbeilage Zeichen weniger schwerwiegender Nebenwirkungen. Sie können aber lebensbedrohlich verlaufen und sich unbehandelt zu ernsten Problemen wie Organversagen entwickeln. Frühe Zeichen einer Überempfindlichkeit wie Fieber oder geschwollene Lymphknoten können laut Fachinformation auch ohne Hautausschlag auftreten; dann sollte die betroffene Person ebenfalls umgehend untersucht und Lamotrigin sofort abgesetzt werden, wenn sich keine andere Ursache findet. [1, 2]

Zu den Zeichen einer sehr seltenen, schwerwiegenden Reaktion des Immunsystems, der hämophagozytischen Lymphohistiozytose (HLH), gehört laut Fachinformation ebenfalls Hautausschlag; die Beschwerden treten normalerweise in den ersten 4 Wochen nach Behandlungsbeginn auf, und HLH kann lebensbedrohlich sein. Bemerken Sie Fieber, Hautausschlag oder Beschwerden des Nervensystems wie Zittern, Verwirrtheit oder Störungen der Gehirnfunktion, wenden Sie sich laut Packungsbeilage sofort an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke. Weitere Warnzeichen unter Lamotrigin stehen auf der Wirkstoffseite unter Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen. [1, 2]

Was die Ärztin oder der Arzt dann tut

Laut Fachinformation sollten alle Erwachsenen und Kinder, die unter Lamotrigin einen Hautausschlag entwickeln, umgehend untersucht werden, und Lamotrigin sollte sofort abgesetzt werden, es sei denn, der Ausschlag hängt eindeutig nicht mit der Behandlung zusammen. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet laut Packungsbeilage möglicherweise, Leber-, Nieren- oder Blutuntersuchungen durchzuführen, und ordnet eventuell an, die Einnahme zu beenden. [1, 2]

Bei Epilepsie wird die Dosis beim Beenden sonst über etwa 2 Wochen schrittweise verringert, weil die Epilepsie bei einem plötzlichen Ende laut Packungsbeilage erneut auftreten oder sich verschlimmern kann. Laut Fachinformation gilt das nicht, wenn Sicherheitsgründe wie ein Hautausschlag einen plötzlichen Abbruch erforderlich machen. Bei einer bipolaren Störung muss die Dosis laut Packungsbeilage beim Beenden nicht schrittweise verringert werden. Wie Ihre Erkrankung danach weiter behandelt wird, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2]

Nach einem Ausschlag oder einer Pause wieder beginnen

Hat jemand Lamotrigin wegen eines Hautausschlags abgesetzt, der mit der Behandlung zusammenhing, wird laut Fachinformation empfohlen, die Behandlung nicht erneut zu beginnen, es sei denn, der mögliche Nutzen überwiegt das Risiko eindeutig. Nach einem Stevens-Johnson-Syndrom, einer toxischen epidermalen Nekrolyse oder einem DRESS im Zusammenhang mit Lamotrigin darf es nie wieder angewendet werden. Stellt die Ärztin oder der Arzt ein Stevens-Johnson-Syndrom oder eine toxische epidermale Nekrolyse fest, sagt sie oder er Ihnen laut Packungsbeilage, dass Sie Lamotrigin nie wieder einnehmen dürfen. [1, 2]

Auch nach einer Pause aus anderen Gründen sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation abwägen, ob die Dosis erneut schrittweise gesteigert werden muss, weil das Risiko eines schweren Hautausschlags mit hohen Anfangsdosen zusammenhängt; je länger die Pause zurückliegt, desto eher sollte das in Betracht gezogen werden. Haben Sie mehrere Dosen vergessen, fragen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wie Sie die Behandlung wieder beginnen und fortsetzen. [1, 2]

Warum Lamotrigin langsam gesteigert wird

Frau Mitte vierzig mit breitem Strohhut und langärmeliger Leinenbluse sitzt an einem sonnigen Nachmittag entspannt im lichten Schatten eines Baumes auf einer Gartenbank
Bild: KI-generiert

Zu Beginn verordnet die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage eine niedrige Dosis und erhöht sie über einige Wochen schrittweise, bis die wirksame Dosis erreicht ist. Die empfohlenen Anfangsdosen und Steigerungsschritte sollten laut Fachinformation wegen des Risikos von Hautausschlägen nicht überschritten werden. Wie die Steigerung im Einzelnen aussieht, hängt unter anderem davon ab, ob gleichzeitig Valproat oder Mittel genommen werden, die den Abbau von Lamotrigin verstärken, wie Carbamazepin oder Phenytoin; diese Schritte legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Nehmen Sie laut Packungsbeilage niemals mehr ein, als Ihnen verordnet wurde, und immer die volle verordnete Dosis. Was die Packungsbeilage zur Dosis sagt, steht auf der Wirkstoffseite unter Dosierung laut Packungsbeilage. [1, 2]

Ausschlag nach Sonne oder UV-Licht

Gelegentlich kommt es laut Packungsbeilage zu Hautausschlag oder Sonnenbrand nach Sonne oder künstlichem UV-Licht, etwa im Sonnenstudio. Laut Fachinformation trat diese Lichtempfindlichkeit in einigen Fällen bei hohen Dosen, nach einer Dosiserhöhung oder bei schneller Steigerung auf. Bekommen Sie nach Sonne oder UV-Licht einen Ausschlag oder Sonnenbrand, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Sie oder er überprüft laut Packungsbeilage die Behandlung und rät gegebenenfalls, Sonne zu meiden oder sich zu schützen, zum Beispiel mit Sonnencreme und Schutzkleidung. Besteht der Verdacht auf eine durch Lamotrigin ausgelöste Lichtempfindlichkeit mit Zeichen wie starkem Sonnenbrand, sollte laut Fachinformation erwogen werden, die Behandlung zu beenden. Mehr unter Psychopharmaka bei Hitze und Sonne. [1, 2]

Hautausschlag bei gestillten Kindern

Lamotrigin geht laut Packungsbeilage in die Muttermilch über und kann dem Kind schaden. Entscheiden Sie sich nach Abwägung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt für das Stillen, wird Ihr Kind von Zeit zu Zeit auf Abgeschlagenheit, Hautausschlag und schlechte Gewichtszunahme untersucht; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie eines dieser Zeichen bei Ihrem Kind bemerken. Mehr unter Psychopharmaka in der Stillzeit. [1, 2]

Alles Weitere zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen steht auf der Seite Lamotrigin, einen Überblick über die Gruppe gibt die Seite Stimmungsstabilisierer. Ihre Fragen können Sie mit den Fragen fürs Arztgespräch vorbereiten.

Quellen

  1. Fachinformation Lamotrigin-ratiopharm Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 23.10.2026
  2. Gebrauchsinformation Lamotrigin-ratiopharm 100 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 23.10.2026
  3. Fachinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 23.10.2026

Häufige Fragen

Wie sieht ein Hautausschlag durch Lamotrigin aus?

Die meisten Ausschläge sind laut Fachinformation leicht und klingen von selbst ab. Zeichen einer schweren Reaktion sind laut Packungsbeilage unter anderem Flecken, die wie eine Zielscheibe aussehen, Blasen oder sich abschälende Haut, besonders um Mund, Nase, Augen und Genitalbereich, Geschwüre im Mund und entzündete Augen. Jeder Hautausschlag sollte laut Fachinformation umgehend ärztlich untersucht werden.

Wann tritt der Hautausschlag bei Lamotrigin auf?

Laut Fachinformation im Allgemeinen in den ersten acht Wochen nach Beginn der Behandlung, laut Packungsbeilage eher in den ersten Monaten, besonders bei zu hoher Anfangsdosis, zu schneller Dosissteigerung oder zusammen mit Valproat. Für die Kombination mit Valproat nennt dessen Fachinformation vereinzelte schwere Hautreaktionen innerhalb von 6 Wochen nach Beginn der Kombination.

Was tun bei Hautausschlag unter Lamotrigin?

Holen Sie laut Packungsbeilage umgehend ärztliche Hilfe. Laut Fachinformation sollte jeder, der unter Lamotrigin einen Hautausschlag bekommt, umgehend untersucht werden, und Lamotrigin sollte sofort abgesetzt werden, es sei denn, der Ausschlag hängt eindeutig nicht mit der Behandlung zusammen. Die Ärztin oder der Arzt ordnet laut Packungsbeilage gegebenenfalls an, die Einnahme zu beenden.

Ist ein Hautausschlag durch Lamotrigin gefährlich?

Die meisten Ausschläge sind laut Fachinformation leicht und klingen von selbst ab. Selten oder sehr selten entstehen aber schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom, die toxische epidermale Nekrolyse oder ein DRESS, die lebensbedrohlich sein können und eine Behandlung im Krankenhaus nötig machen können; bei einigen Betroffenen bleiben Narben zurück. Laut Fachinformation sollte jeder Hautausschlag umgehend ärztlich untersucht werden.

Was gilt, wenn ich Lamotrigin und Valproat zusammen nehme?

Valproat hemmt laut Fachinformation den Abbau von Lamotrigin, dessen Halbwertszeit dadurch deutlich steigt, und das Risiko eines Hautausschlags scheint eng mit der gleichzeitigen Anwendung von Valproat zusammenzuhängen. Für diese Kombination nennt die Fachinformation ein eigenes Behandlungsschema. Informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Valproat einnehmen oder die Einnahme beginnen oder beenden.

Was ist bei Lamotrigin und Sonne zu beachten?

Gelegentlich kommt es laut Packungsbeilage zu Hautausschlag oder Sonnenbrand nach Sonne oder künstlichem UV-Licht. Dann sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Sie oder er überprüft die Behandlung und rät gegebenenfalls, Sonne zu meiden oder sich zu schützen, zum Beispiel mit Sonnencreme und Schutzkleidung.

Warum wird Lamotrigin so langsam aufdosiert?

Das Risiko eines schweren Hautausschlags hängt laut Fachinformation mit hohen Anfangsdosen und einem Überschreiten der empfohlenen Dosissteigerung zusammen; die empfohlenen Anfangsdosen und Steigerungsschritte sollten wegen des Risikos von Hautausschlägen nicht überschritten werden. Die einzelnen Schritte legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest, sie richten sich unter anderem danach, ob Sie gleichzeitig Valproat oder andere Mittel nehmen.

Kann Lamotrigin nach einem Ausschlag wieder begonnen werden?

Laut Fachinformation wird empfohlen, Lamotrigin nach einem Hautausschlag, der mit der Behandlung zusammenhing, nicht erneut zu beginnen, es sei denn, der mögliche Nutzen überwiegt das Risiko eindeutig. Nach einem Stevens-Johnson-Syndrom, einer toxischen epidermalen Nekrolyse oder einem DRESS im Zusammenhang mit Lamotrigin darf es nie wieder angewendet werden.

Wenn es Ihnen gerade sehr schlecht geht: Notruf 112 · TelefonSeelsorge 0800 111 0 111, 0800 111 0 222, 116 123 · Hilfe in der Krise

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Escitalopram und Alkohol

    Laut Fachinformation ist Alkohol zusammen mit Escitalopram nicht ratsam, obwohl keine Wechselwirkungen zu erwarten sind.

  • Medikamente Lisdexamfetamin bei Erwachsenen

    Lisdexamfetamin ist bei Erwachsenen mit ADHS seit der Kindheit zugelassen.

  • Medikamente Methylphenidat bei Erwachsenen

    Methylphenidat ist bei Erwachsenen mit ADHS seit der Kindheit zugelassen.

  • Nebenwirkungen Bewegungsstörungen

    Antipsychotika können Muskelkrämpfe, Parkinson-ähnliche Beschwerden und Sitzunruhe auslösen.