MedikamenteDetailfrage
Pipamperon zum Schlafen
Pipamperon ist laut Fachinformation als schwach potentes Neuroleptikum bei Schlafstörungen zugelassen, insbesondere bei älteren Menschen, und außerdem bei psychomotorischen Erregungszuständen. Schläfrigkeit ist sehr häufig, das Reaktionsvermögen kann auch bei richtiger Einnahme beeinträchtigt sein, und bei älteren Menschen mit Demenz ist das Sterblichkeitsrisiko unter konventionellen Antipsychotika laut Fachinformation leicht erhöht. Ob Pipamperon für Sie infrage kommt und in welcher Dosis, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Ist Pipamperon zum Schlafen zugelassen?
Ja. Die Fachinformation nennt Pipamperon ein schwach potentes Neuroleptikum und führt zwei Anwendungsgebiete auf: Schlafstörungen, insbesondere bei geriatrischen Patienten, und psychomotorische Erregungszustände. Die Packungsbeilagen der Tabletten und des Safts sprechen von Schlafstörungen "insbesondere bei älteren Patienten" und von bestimmten (psychomotorischen) Erregungszuständen. [1, 2, 3]
Die Packungsbeilage beschreibt Pipamperon als Mittel zur Behandlung von Unruhe und Erregungszuständen (Neuroleptikum) aus der Gruppe der Butyrophenone. Embryotox ordnet es als konventionelles Antipsychotikum ein, das vor allem beruhigend (sedierend) wirkt, und nennt als Produktnamen unter anderem Dipiperon. Pipamperon ist verschreibungspflichtig. [1, 2, 4]
Zur Behandlung von Verhaltensstörungen, die mit Demenz-Erkrankungen zusammenhängen, ist Pipamperon nicht zugelassen. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren liegen laut Fachinformation nur begrenzte Studien zu Wirksamkeit und Verträglichkeit vor; Pipamperon sollte ihnen deshalb nur unter besonderer Berücksichtigung von Nutzen und Risiko verordnet werden, und eine Dauerbehandlung sollte im Regelfall sechs Wochen nicht überschreiten. [2]
Was das IQWiG zu Pipamperon bei Schlafstörungen schreibt
Wissenschaftliche Belege, dass Melperon und Pipamperon die Schlafprobleme älterer Menschen lindern, gibt es laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nicht; ob oder wie gut sie helfen, ist danach unklar. Weil Antipsychotika zum Teil schwere Nebenwirkungen haben, werden sie laut IQWiG bei Schlafstörungen eher selten eingesetzt. [5]
Allgemein schreibt das IQWiG, dass Medikamente bei einer Schlafstörung nur ein vorübergehendes Mittel sein können, um wieder etwas Kraft zu schöpfen; die Ursachen der Schlafstörung beseitigen sie nicht. Fachleute empfehlen laut IQWiG bei einer Schlafstörung in erster Linie eine kognitive Verhaltenstherapie. Mehr dazu auf den Seiten Schlafstörungen und Schlafmittel. [5]
Wie Pipamperon wirkt
Für die Wirkung der Neuroleptika wird laut Fachinformation verantwortlich gemacht, dass sie Andockstellen (Rezeptoren) für den Botenstoff Dopamin in verschiedenen Bahnen des zentralen Nervensystems blockieren. Pipamperon bindet stärker an Dopamin-Rezeptoren vom Typ D4 als an solche vom Typ D2 und außerdem stark an Rezeptoren für den Botenstoff Serotonin (5-HT2). Im klinischen Einsatz wirkt es laut Fachinformation vor allem beruhigend, schlaffördernd und erregungsdämpfend; seine antipsychotische Wirkstärke reicht im Allgemeinen nicht aus, um sogenannte produktive Symptome zu behandeln. [2]
Anticholinerge Wirkungen fehlen laut Fachinformation weitgehend, und die extrapyramidal-motorische Wirkung, die sich in Bewegungsstörungen zeigen kann, ist gering ausgeprägt. Embryotox schreibt, dass Pipamperon kaum anticholinerge und antihistaminerge Eigenschaften hat. [2, 4]
Laut Fachinformation wird Pipamperon schnell aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen; nach Einnahme einer Tablette mit 40 mg ist der höchste Spiegel im Blut nach 1,8 Stunden erreicht. Für gesunde Menschen und für Ältere wird eine Halbwertszeit von 17 bis 22 Stunden berichtet, also die Zeit, in der sich der Spiegel im Blut halbiert. Die Datenlage dazu nennt die Fachinformation lückenhaft. Wann die schlaffördernde Wirkung einsetzt und wie lange sie anhält, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an. [1, 2]
Ältere Menschen und Demenz
Ältere Menschen können besonders empfindlich auf Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) reagieren. Die Fachinformation empfiehlt, bei ihnen mit einer niedrigeren Dosis einschleichend zu beginnen und diese langsam bei regelmäßiger Blutdruckkontrolle zu steigern; die Packungsbeilage empfiehlt für diesen Personenkreis eine niedrigere Dosierung und regelmäßige Blutdruckkontrollen. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, kommt es zu einem Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen zum Stehen, ebenfalls häufig sind Gangstörungen und Kraftlosigkeit. Alle Schlaf- und Beruhigungsmittel können laut IQWiG auch tagsüber müde machen und die Reaktionsfähigkeit verringern; bei älteren Menschen erhöht sich die Sturzgefahr. [1, 2, 5]
Bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen, die mit konventionellen (typischen) Antipsychotika behandelt werden, ist das Sterblichkeitsrisiko laut Fachinformation leicht erhöht im Vergleich zu Menschen, die keine Antipsychotika erhalten. Wie hoch dieses Risiko genau ist, lässt sich laut Fachinformation nicht angeben, und die Ursache ist nicht bekannt. Pipamperon ist nicht zur Behandlung von Verhaltensstörungen zugelassen, die mit Demenz-Erkrankungen zusammenhängen. [2]
In Studien mit Menschen mit Demenz, die einige atypische Antipsychotika erhielten, war außerdem das Risiko für unerwünschte zerebrovaskuläre Ereignisse erhöht. Laut Fachinformation lässt sich nicht ausschließen, dass das auch für andere Antipsychotika oder andere Patientengruppen gilt; Pipamperon sollte deshalb bei erhöhtem Schlaganfallrisiko mit Vorsicht angewendet werden. Anzeichen eines möglichen zerebrovaskulären Ereignisses wie plötzliche Erschlaffung, Taubheit in Gesicht, Armen oder Beinen sowie Sprach- und Sehstörungen sollen Betroffene und Pflegende laut Packungsbeilage unverzüglich der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt berichten. Mehr dazu unter Demenz und Psychopharmaka im Alter. [1, 2]
Nebenwirkungen
In klinischen Studien waren Schläfrigkeit und das sogenannte Zahnradphänomen die häufigsten Nebenwirkungen; beide sind sehr häufig und können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Häufig sind laut Packungsbeilage unter anderem eine Depression, erhöhte Muskelspannung, Sitzunruhe, Blickkrampf, Bewegungsstörungen, ein beschleunigter Herzschlag, Erbrechen, Nesselsucht und das Ausbleiben der Menstruation. [1]
Wie alle Neuroleptika kann Pipamperon Bewegungsstörungen hervorrufen, etwa Zittern, Muskelsteife, vermehrten Speichelfluss, verlangsamte Bewegungen, Sitzunruhe oder akute Fehlhaltungen; ihr Auftreten steigt mit der Dosis und ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Unter einer Langzeitbehandlung oder nach dem Absetzen können bei manchen Menschen Spätdyskinesien auftreten, also rhythmische, unfreiwillige Bewegungen von Zunge, Gesicht, Mund oder Kiefer, die fortbestehen und bei einigen dauerhaft zu sein scheinen. Treten solche Bewegungen auf, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; laut Packungsbeilage sollte die Behandlung dann umgehend beendet werden. [1, 2]
Pipamperon kann wie andere Neuroleptika das QT-Intervall im EKG verlängern, also die Herzstromkurve verändern. Vorsicht ist laut Packungsbeilage unter anderem bei niedrigem oder hohem Blutdruck, Schwarzwerden vor den Augen beim plötzlichen Aufstehen, verlangsamtem Herzschlag, Kalium- oder Magnesiummangel und bestimmten Herzerkrankungen angebracht. Außerdem kann Pipamperon die Krampfschwelle senken; eine Behandlung gegen Epilepsie passt die Ärztin oder der Arzt gegebenenfalls an. Ausführlicher: Müdigkeit, Bewegungsstörungen, Spätdyskinesien und Herz und QT-Zeit. [1, 2]
Wie alle antipsychotischen Mittel sollte Pipamperon bei einer bestehenden Depression laut Fachinformation nicht allein gegeben werden. Bemerken Sie oder Ihre Angehörigen, dass sich Ihre Stimmung deutlich verschlechtert, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Wer in einer akuten seelischen Krise ist, findet Anlaufstellen unter Hilfe in der Krise. [2]
Reaktionsvermögen und Straßenverkehr

Pipamperon kann laut Packungsbeilage auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist. Zusammen mit Alkohol gilt das in verstärktem Maß. Führen Sie kein Fahrzeug, bedienen Sie keine Maschinen und arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt, solange Ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigt ist; ob das bei Ihnen der Fall ist, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. [1, 2]
Wie lange diese Beeinträchtigung nach der Einnahme anhält, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an. Laut IQWiG können Tätigkeiten wie Autofahren, die Konzentration und schnelle Reaktionen erfordern, unter Schlaf- und Beruhigungsmitteln je nach Mittel riskant sein. Mehr unter Psychopharmaka und Autofahren. [1, 2, 5]
Zusammen mit anderen Schlaf- und Beruhigungsmitteln
Zusammen mit anderen Mitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen, etwa Schlaf-, Beruhigungs- oder Schmerzmitteln, anderen Psychopharmaka oder bestimmten Mitteln gegen Allergien, können sich laut Packungsbeilage Wirkungen und Nebenwirkungen gegenseitig verstärken, besonders Schläfrigkeit und Blutdrucksenkung. Die Wirkung von Barbituraten oder Opiaten auf das Atemzentrum wird durch Pipamperon verstärkt. [1, 2]
Die gleichzeitige Anwendung von Mitteln, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern, etwa bestimmter Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, einiger Antibiotika wie Erythromycin, von Malaria-Mitteln, einigen Mitteln gegen Allergien und Mitteln zur Behandlung von Depressionen, oder die den Kaliumspiegel senken, wie bestimmte harntreibende Mittel, ist laut Packungsbeilage zu vermeiden. Mittel, die die Krampfschwelle des Gehirns herabsetzen, sollten nicht gleichzeitig angewendet werden. Die blutdrucksenkende Wirkung von Mitteln gegen Bluthochdruck kann verstärkt werden. Die Wirkung bestimmter Mittel gegen die Parkinson-Krankheit (Dopamin-Agonisten, zum Beispiel Levodopa) wird vermindert. [1, 2]
Alkohol sollten Sie während der Behandlung meiden, weil er die Wirkung von Pipamperon in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt; vor allem verschlechtert er das Reaktionsvermögen weiter. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und in der Apotheke, welche Arzneimittel Sie sonst nehmen. Was beim Kombinieren gilt, steht unter Psychopharmaka kombinieren und Psychopharmaka und Alkohol. [1]
Wann Pipamperon nicht genommen werden darf
Laut Packungsbeilage darf Pipamperon nicht eingenommen werden bei einer Allergie gegen Pipamperon, verwandte Wirkstoffe (Butyrophenone) oder einen der sonstigen Bestandteile, bei Zuständen, die mit einer Dämpfung des zentralen Nervensystems einhergehen, etwa Koma oder akuten Vergiftungen mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka, bei der Parkinson-Krankheit oder ähnlichen Erkrankungen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. [1]
Besondere Vorsicht gilt unter anderem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wegen der möglichen blutdrucksenkenden Wirkung, wenn Sie oder ein Verwandter schon einmal venöse Blutgerinnsel (Thrombosen) hatten, und bei bestimmten hormonabhängigen Tumoren. Die Tabletten enthalten Milchzucker (Lactose); wissen Sie von einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern, nehmen Sie Pipamperon erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. [1]
Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte laut Packungsbeilage vor Behandlungsbeginn eine Schwangerschaft ausgeschlossen und während der Behandlung sicher verhütet werden. Embryotox schätzt den Erfahrungsumfang mit Pipamperon in der Schwangerschaft als gering ein. Sind Sie unter der Behandlung schwanger geworden oder möchten es werden, besprechen Sie das Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und setzen Sie Pipamperon nicht eigenmächtig ab. Mehr unter Schwangerschaft und Kinderwunsch. [1, 4]
Einnahme, Dosis und Beenden
Dosis und Dauer der Behandlung legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Art und Schwere der Erkrankung und nach Ihrer persönlichen Reaktion fest. Bei einer längerfristigen Behandlung sollte laut Packungsbeilage durch regelmäßige Anpassungen die jeweils niedrigste erforderliche Dosis bestimmt werden. Für Erwachsene mit Schlafstörungen ist laut Packungsbeilage "in vielen Fällen eine geringe Dosis" ausreichend; die Mengenangaben stehen als Zitat der Packungsbeilage auf der Seite Pipamperon im Abschnitt Dosierung. Ändern Sie die Dosis nicht selbst. [1]
Die Tabletten können mit oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden. Einen bestimmten Einnahmezeitpunkt bei Schlafstörungen nennt die Packungsbeilage nicht; halten Sie sich an die Anweisungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes, weil Pipamperon sonst nicht richtig wirken kann. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie die versäumte Dosis nicht nach und setzen die Einnahme wie verordnet fort. [1]
Möchten Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden, sprechen Sie laut Packungsbeilage auf jeden Fall vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; eigenmächtig beendet, könnte der Erfolg der Behandlung gefährdet werden. Soll die Behandlung enden, wird empfohlen, die Dosis schrittweise zu verringern. Spätdyskinesien können auch nach dem Absetzen auftreten. [1, 2]
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Wie bei anderen Antipsychotika wurde Pipamperon mit Fällen eines malignen neuroleptischen Syndroms in Zusammenhang gebracht, einer seltenen Reaktion mit erhöhter Körpertemperatur, Muskelsteife am ganzen Körper, Instabilität der unwillkürlich gesteuerten Körperfunktionen und Bewusstseinsstörungen; ein frühes Anzeichen ist häufig die erhöhte Temperatur. Dann sollte die Behandlung laut Packungsbeilage umgehend abgebrochen werden, mit unterstützender Behandlung und sorgfältiger Überwachung. Holen Sie bei diesen Zeichen sofort ärztliche Hilfe. [1]
Schwellungen, Schmerzen und Rötungen der Beine, Brustschmerzen oder Schwierigkeiten beim Atmen können laut Packungsbeilage auf Blutgerinnsel hinweisen; holen Sie dann unverzüglich ärztlichen Rat ein. Bei Verdacht auf eine Überdosierung informieren Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt, zum Beispiel über den Vergiftungsnotruf. Bewahren Sie Pipamperon für Kinder unzugänglich auf. [1]
Mehr zu Pipamperon und anderen Schlafmitteln
Alle Angaben zu Pipamperon mit der Liste der Nebenwirkungen, den Wechselwirkungen und der Dosierung laut Packungsbeilage stehen auf der Seite Pipamperon. Welche Gruppen von Schlafmitteln es gibt und wofür sie zugelassen sind, erklärt die Seite Schlafmittel; verwandte Wirkstoffe stellt Nieder- und mittelpotente Antipsychotika vor, die Unterschiede zu Melperon beschreibt Melperon oder Pipamperon. Welches Mittel zu Ihnen passt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Quellen
- Gebrauchsinformation Pipamperon-neuraxpharm 40 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Pipamperon-neuraxpharm 40 mg Tabletten, Pipamperon-neuraxpharm 120 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Pipamperon-neuraxpharm Saft. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 10/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Pipamperon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Schlafstörung: Behandlung mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln (gesundheitsinformation.de). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand aktualisiert am 03.07.2024. abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Hilft Pipamperon beim Schlafen?
Schlafstörungen gehören laut Fachinformation zu den zugelassenen Anwendungsgebieten, und im klinischen Einsatz wirkt Pipamperon vor allem beruhigend und schlaffördernd. Das IQWiG schreibt allerdings, dass es keine wissenschaftlichen Belege dafür gibt, dass Pipamperon oder Melperon die Schlafprobleme älterer Menschen lindern; ob oder wie gut sie helfen, ist danach unklar. Ob Pipamperon für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann nimmt man Pipamperon zum Schlafen ein?
Einen bestimmten Einnahmezeitpunkt bei Schlafstörungen nennt die Packungsbeilage nicht; wann und wie oft Sie Pipamperon nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Tabletten können mit oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden. Eine vergessene Dosis holen Sie laut Packungsbeilage nicht nach.
Wie viel Pipamperon nimmt man zum Schlafen?
Die Dosis bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Bei Erwachsenen mit Schlafstörungen ist laut Packungsbeilage "in vielen Fällen eine geringe Dosis" ausreichend; bei älteren Menschen empfiehlt die Fachinformation, mit einer niedrigeren Dosis zu beginnen und sie langsam bei regelmäßiger Blutdruckkontrolle zu steigern. Die Mengenangaben der Packungsbeilage stehen auf der Wirkstoffseite Pipamperon im Abschnitt Dosierung. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Wie schnell wirkt Pipamperon?
Einen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut Fachinformation wird Pipamperon schnell aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen; nach Einnahme einer Tablette mit 40 mg ist der höchste Spiegel im Blut nach 1,8 Stunden erreicht. Die Halbwertszeit wird mit 17 bis 22 Stunden angegeben.
Macht Pipamperon am nächsten Tag müde?
Schläfrigkeit ist laut Packungsbeilage sehr häufig, und Pipamperon kann auch bei richtiger Einnahme das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, verstärkt zusammen mit Alkohol. Wie lange diese Wirkung nach der Einnahme anhält, steht in Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, solange Ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigt ist.
Wird Pipamperon bei Demenz zum Schlafen gegeben?
Zugelassen ist Pipamperon bei Schlafstörungen, insbesondere bei älteren Menschen, nicht aber zur Behandlung von Verhaltensstörungen, die mit Demenz-Erkrankungen zusammenhängen. Bei älteren Menschen mit Demenz, die mit konventionellen Antipsychotika behandelt werden, ist das Sterblichkeitsrisiko laut Fachinformation leicht erhöht. Ob Pipamperon infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit den Betroffenen und ihren Angehörigen.
Kann man Pipamperon mit anderen Schlafmitteln kombinieren?
Zusammen mit anderen Mitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen, etwa Schlaf-, Beruhigungs- oder Schmerzmitteln, können sich laut Packungsbeilage Wirkungen und Nebenwirkungen gegenseitig verstärken, besonders Schläfrigkeit und Blutdrucksenkung. Möchten Sie zusätzlich ein anderes Arzneimittel nehmen, etwa ein weiteres Schlafmittel, informieren Sie laut Packungsbeilage vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke.
Darf ich mit Pipamperon Alkohol trinken?
Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Behandlung Alkohol meiden, weil er die Wirkung von Pipamperon in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt; vor allem verschlechtert er das Reaktionsvermögen weiter. Bei einer akuten Alkoholvergiftung darf Pipamperon nicht eingenommen werden.
Wenn es Ihnen gerade sehr schlecht geht: Notruf 112 · TelefonSeelsorge 0800 111 0 111, 0800 111 0 222, 116 123 · Hilfe in der Krise
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