MedikamenteDetailfrage
Methylphenidat bei Erwachsenen
Methylphenidat ist bei Erwachsenen zugelassen, wenn die ADHS schon in der Kindheit bestand und sich andere therapeutische Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben; laut Fachinformation der Hartkapseln ist bei Erwachsenen nur die Formulierung mit veränderter Wirkstofffreisetzung zugelassen. Bei älteren Menschen darf es laut Fachinformation nicht angewendet werden. Vor Beginn werden Herz und Kreislauf beurteilt, und Suizidgedanken sind eine gelegentliche Nebenwirkung, bei der Sie sofort ärztliche Hilfe holen.

Welche Formen für Erwachsene zugelassen sind
Methylphenidat ist laut den Fachinformationen der Retardtabletten und der Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie bei Kindern ab 6 Jahren und bei Erwachsenen angezeigt, "wenn sich andere therapeutische Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben". Laut Packungsbeilage wird es nur angewendet, wenn zuvor Behandlungen ohne Arzneimittel versucht wurden, etwa psychologische Beratung und Verhaltenstherapie. Beginnen und überwachen muss die Behandlung eine Ärztin oder ein Arzt mit Spezialisierung auf ADHS, zum Beispiel aus der Erwachsenenpsychiatrie. [1, 2, 3, 4]
Methylphenidat gibt es in Formen mit schneller und mit veränderter Wirkstofffreisetzung. In der Fachinformation der Hartkapseln heißt es in Abschnitt 4.2: "Nur die Formulierung mit veränderter Wirkstofffreisetzung ist zur Anwendung bei Erwachsenen mit ADHS zugelassen. Die Sicherheit und Wirksamkeit anderer Formulierungen in dieser Altersgruppe ist nicht erwiesen." In Abschnitt 4.4 steht, zur Behandlung von ADHS bei Erwachsenen sollte nur die Formulierung mit veränderter Wirkstofffreisetzung angewendet werden. Die Fachinformation der Retardtabletten schreibt in Abschnitt 4.2, für Kinder und Erwachsene, die erstmalig Methylphenidat erhalten, "könnten niedrigere Dosen einer kurz wirksamen Methylphenidat-Formulierung als ausreichend erachtet werden". [2, 4]
Welche Form gewählt wird, entscheidet laut Fachinformation die Fachärztin oder der Facharzt je nach gewünschter Wirkdauer. Ob ein bestimmtes Präparat für Erwachsene zugelassen ist, steht in Abschnitt 4.1 seiner Fachinformation und in Abschnitt 1 der Packungsbeilage. Als Produktnamen mit Methylphenidat nennt Embryotox unter anderem Concerta, Kinecteen, Medikinet adult und Ritalin Adult. Wechseln Sie nicht selbst auf ein anderes Präparat. Alle Angaben zum Wirkstoff stehen auf der Seite Methylphenidat, den Vergleich zeigt Lisdexamfetamin oder Methylphenidat. [1, 2, 3, 5]
Voraussetzung: ADHS seit der Kindheit
Erwachsene mit ADHS haben laut Fachinformation Beschwerden, die durch Unruhe, Ungeduld und Unaufmerksamkeit gekennzeichnet sind. Hyperaktivität nimmt mit dem Alter tendenziell ab, die Unaufmerksamkeit ist stärker ausgeprägt und wirkt sich stärker aus. Zur Diagnose sollte eine strukturierte Befragung zu den aktuellen Beschwerden gehören. Dass die ADHS schon in der Kindheit bestand, ist Voraussetzung und muss im Nachhinein ermittelt werden, anhand von Patientenakten oder, wenn keine vorliegen, mit geeigneten strukturierten Instrumenten oder Befragungen; eine Bestätigung durch Dritte ist wünschenswert. [2, 4]
Ist unsicher, ob die Beschwerden schon im Kindes- oder Jugendalter bestanden, soll die Behandlung laut Fachinformation der Retardtabletten nicht begonnen werden; laut Fachinformation der Hartkapseln sollte dann keine Behandlung eingeleitet werden. Die Diagnose sollte eine mäßige oder schwere Beeinträchtigung in mindestens zwei Lebensbereichen umfassen, etwa im sozialen Leben, in der Ausbildung oder im Beruf. Wer als Erwachsener noch nie behandelt wurde, wird laut Packungsbeilage von der Fachärztin oder dem Facharzt untersucht, um zu bestätigen, dass die ADHS seit der Kindheit besteht. Mehr unter ADHS bei Erwachsenen. [1, 2, 3, 4]
Wenn Jugendliche erwachsen werden
Wer die Retardtabletten schon als Kind oder Jugendlicher genommen hat, kann laut deren Packungsbeilage die gleiche Tagesdosis weiter anwenden; die Ärztin oder der Arzt prüft regelmäßig, ob eine Anpassung nötig ist. Laut Packungsbeilage der Hartkapseln kann die Ärztin oder der Arzt die Behandlung mit der gleichen Dosis fortführen, wenn in der Kindheit ein Präparat mit veränderter oder ähnlicher Wirkstofffreisetzung genommen wurde; nach einem schnell freisetzenden Präparat verordnet sie oder er eine gleichwertige Dosis der Hartkapseln. Die Mengen nennt die Seite Methylphenidat im Abschnitt Dosierung. [1, 3]
Bei Kindern und Jugendlichen wird die Behandlung laut Fachinformation in der Regel während oder nach der Pubertät abgesetzt; ob sie im Erwachsenenalter weitergeht, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung können laut Arzneimittel-Richtlinie vom Beginn des 19. bis zum vollendeten 21. Lebensjahr auch Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin und für Kinder- und Jugendpsychiatrie verordnen. Nach dem vollendeten 21. Lebensjahr können von ihnen in therapeutisch begründeten Fällen nur bei fortgesetzter Behandlung noch Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie verordnen. [2, 8]
Rezept und Krankenkasse
Methylphenidat steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes. Nach § 8 der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung darf es nur auf einem dreiteiligen amtlichen Formblatt verschrieben werden, dem Betäubungsmittelrezept, das das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte an die einzelne Ärztin oder den einzelnen Arzt ausgibt. [6, 7]
Für Verordnungen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung schränkt die Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses Stimulanzien ein (Anlage III Nr. 44). Für Erwachsene lautet die Ausnahme: "ausgenommen bei Erwachsenen ab einem Alter von 18 Jahren mit Hyperkinetischer Störung bzw. Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivitätsstörung (ADS / ADHS), sofern die Erkrankung bereits im Kindesalter bestand, im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie, wenn sich andere Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben." Das Vorbestehen der ADHS im Kindesalter muss mit der Kurzform der Wender-Utah-Rating-Scale (WURS-k) erfasst werden. [8]
Verordnen dürfen laut Richtlinie Spezialistinnen und Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Erwachsenen, etwa aus der Psychiatrie und Psychotherapie oder der Neurologie. Zur Hausarztpraxis heißt es: "In Ausnahmefällen dürfen auch Hausärztinnen/Hausärzte Folgeverordnungen vornehmen, wenn gewährleistet ist, dass die Aufsicht durch einen Spezialisten für Verhaltensstörungen erfolgt." Mehr unter Wer verschreibt Psychopharmaka? und Kosten und Rezept. [8]
Nebenwirkungen bei Erwachsenen
Sehr häufig sind laut Packungsbeilage der Retardtabletten Kopfschmerzen, Nervosität und Schlaflosigkeit; die Packungsbeilage der Hartkapseln nennt außerdem verminderten Appetit, Übelkeit und Mundtrockenheit als sehr häufig. Eine Gewichtsabnahme bei Erwachsenen ist häufig. [1, 3]
Die Fachinformation der Hartkapseln kennzeichnet, welche Nebenwirkungen in Studien mit Erwachsenen häufiger berichtet wurden als bei Kindern und Jugendlichen, unter anderem verminderter Appetit, Übelkeit, Mundtrockenheit, Unruhe, Schlafstörungen, Zittern, schneller Herzschlag, Kältegefühl in Händen und Füßen, Atemnot, vermehrtes Schwitzen und Müdigkeit. Nur in Studien mit Erwachsenen berichtet wurden unter anderem verminderte Libido, Panikattacken, Stress, Anspannung, Verdauungsbeschwerden, Zahnschmerzen, Muskelanspannung, Durst und Akathisie. [4]
In einer Verlängerungsstudie mit Erwachsenen, die die Fachinformation der Hartkapseln beschreibt, veränderte sich das Sicherheitsprofil bei längerer Behandlung nicht. Die Gesamthäufigkeit der Nebenwirkungen und einige einzelne Nebenwirkungen nahmen aber mit der Behandlungsdauer zu, zum Teil leicht, darunter Gewichtsverlust, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, schneller Herzschlag, Herzklopfen und Bluthochdruck. Bei Frauen wurden in der Hauptstudie etwas mehr Nebenwirkungen beobachtet als bei Männern; insgesamt war das Sicherheitsprofil bei beiden ähnlich. [4]
Bei Erwachsenen sollte das Gewicht laut Fachinformation regelmäßig überwacht werden; tritt ein deutlicher Gewichtsverlust auf, muss die Behandlung laut Fachinformation der Hartkapseln möglicherweise unterbrochen werden. Die vollständige Liste der Packungsbeilage steht auf der Seite Methylphenidat. [2, 4]
Herz, Kreislauf und Gefäße im Gehirn

Bei bestimmten vorbestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Methylphenidat laut Abschnitt 4.4 der Fachinformation gegenangezeigt, es sei denn, es wurde kardiologischer Rat eingeholt. Die Gegenanzeigen in Abschnitt 4.3 nennen unter anderem schweren Bluthochdruck, Herzschwäche, Herzmuskelerkrankungen, einen Herzinfarkt und potenziell lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen sowie Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn wie Aneurysmen oder einen Schlaganfall. [2, 4]
Für Erwachsene schreibt die Fachinformation der Retardtabletten: Bei Erwachsenen, die stimulierende Arzneimittel in normalen Dosierungen gegen ADHS einnahmen, wurde über lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Ereignisse, Schlaganfall und Herzinfarkt berichtet; der Einfluss der Stimulanzien ist in diesen Fällen unbekannt. Erwachsene haben mit höherer Wahrscheinlichkeit als Kinder schwerwiegende Herzerkrankungen, und Erwachsene mit solchen Erkrankungen dürfen generell nicht mit stimulierenden Arzneimitteln behandelt werden. [2]
Vor der ersten Verordnung bei Erwachsenen ist laut Fachinformation der Retardtabletten kardiologischer Rat einzuholen, wenn die örtlichen Leitlinien es erfordern; laut Packungsbeilage überweist die Ärztin oder der Arzt Sie möglicherweise zunächst an eine Kardiologin oder einen Kardiologen. Auch in Studien mit Erwachsenen veränderten sich die Blutdruckwerte; laut Fachinformation der Hartkapseln waren die Änderungen geringer als bei Kindern und Jugendlichen. Blutdruck und Puls sollen bei jeder Dosisanpassung, bei Bedarf und mindestens alle 6 Monate in einer grafischen Darstellung festgehalten werden. Werden wiederholt ein schneller Herzschlag, Herzrhythmusstörungen oder ein erhöhter oberer Blutdruckwert gemessen, sollte Methylphenidat laut Fachinformation der Retardtabletten abgesetzt und eine Überweisung zur Kardiologie erwogen werden. [1, 2, 4]
Treten Herzklopfen, Brustschmerzen bei Belastung, eine unklare Ohnmacht, Atemnot oder andere Zeichen einer Herzerkrankung auf, sollte umgehend eine Herzuntersuchung durch eine Spezialistin oder einen Spezialisten erfolgen. Treten neue Beschwerden wie starke Kopfschmerzen, Taubheitsgefühl, Lähmungen oder Störungen von Sehen und Sprechen auf, sollte laut Fachinformation an eine sehr seltene Entzündung von Blutgefäßen im Gehirn gedacht werden; wenden Sie sich dann laut Packungsbeilage sofort an eine Ärztin oder einen Arzt. Mehr unter Herz und QT-Zeit. [1, 2]
Seelische Warnzeichen und wann Sie sofort Hilfe brauchen
Bei einigen seelischen Erkrankungen darf Methylphenidat laut Fachinformation nicht angewendet werden, wenn sie diagnostiziert sind oder in der Vorgeschichte bestanden, unter anderem bei schwerer Depression, Suizidneigung, psychotischen Beschwerden, Manie, Schizophrenie, Magersucht (Anorexia nervosa) oder einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, außerdem bei einer schweren, nicht gut kontrollierten bipolaren Störung vom Typ I. Vor Beginn sollte auf bestehende seelische Erkrankungen untersucht werden; laut Packungsbeilage fragt die Ärztin oder der Arzt auch, ob es in der Familie einen Suizid, eine bipolare Störung oder eine Depression gab. [1, 2]
Psychotische Beschwerden wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen oder eine Manie können laut Fachinformation durch normale Dosierungen hervorgerufen werden, auch ohne bekannte psychotische Erkrankung; dann sollte ein Abbruch erwogen werden. Auf aggressives oder feindseliges Verhalten, Angst, Anspannung und Tics sollte bei jeder Dosisanpassung und mindestens alle 6 Monate geachtet werden. [2]
Suizidgedanken oder Suizidabsichten nennt die Packungsbeilage als gelegentliche Nebenwirkung, sie können also bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen; ein Suizidversuch ist sehr selten. Bemerken Sie solche Gedanken, wenden Sie sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt. Laut Fachinformation sollten Menschen, bei denen während der ADHS-Behandlung Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten, sofort ärztlich beurteilt werden; eine Beendigung der Behandlung sollte erwogen werden. Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, holen Sie sofort Hilfe, auch über eines dieser Angebote. [1, 2]
Laut Packungsbeilage wenden Sie sich außerdem sofort an eine Ärztin oder einen Arzt bei Zeichen einer Allergie, bei Krampfanfällen, bei Stimmungs- oder Persönlichkeitsveränderungen und bei einem plötzlichen Anstieg der Körpertemperatur mit sehr hohem Blutdruck und schweren Krampfanfällen. Hält eine Erektion länger als 2 Stunden an, besonders wenn sie schmerzhaft ist, suchen Sie unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt auf. [1]
Kontrollen und Dauer der Behandlung
Laut Packungsbeilage werden mindestens alle 6 Monate und bei jeder Dosisänderung Appetit, Körpergewicht, Blutdruck und Puls kontrolliert, und es wird gefragt, ob Probleme mit Stimmung oder Geisteszustand auftreten oder sich verstärken. Laut Fachinformation sollte außerdem auf Zweckentfremdung, Fehlgebrauch und Missbrauch geachtet werden. [2, 3]
Bessern sich die Beschwerden nach einer geeigneten Dosisanpassung über einen Monat nicht, muss die Behandlung laut Fachinformation beendet werden. Sie sollte und muss nicht unbegrenzt erfolgen; bei längerer Anwendung muss die Ärztin oder der Arzt den Nutzen regelmäßig in behandlungsfreien Zeiten neu bewerten, und empfohlen wird, Methylphenidat mindestens einmal im Jahr abzusetzen. Eine Besserung kann möglicherweise erhalten bleiben, wenn es vorübergehend oder ganz abgesetzt wurde. [2, 4]
Sprechen Sie vor dem Beenden mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach einem plötzlichen Abbruch können laut Packungsbeilage die ADHS-Beschwerden zurückkehren oder unerwünschte Wirkungen wie eine Depression auftreten. Beim Absetzen ist laut Fachinformation eine sorgfältige Überwachung nötig, weil Depressionen oder eine anhaltende Überaktivität zum Vorschein kommen können. Verschlechtert sich Ihre Stimmung, finden Sie Hilfsangebote im Abschnitt Seelische Warnzeichen. [1, 2]
Arbeit, Autofahren und Alkohol
Die Retardtablette wird einmal täglich morgens mit einem Glas Wasser im Ganzen geschluckt. Die Hartkapseln sollten nicht zu spät am Vormittag eingenommen werden, weil es sonst zu Schlafstörungen kommen kann; bei Schluckproblemen kann ihr Inhalt auf nicht warmen Brei wie Apfelmus gestreut werden, ohne die Kügelchen zu zerkauen. [1, 3, 4]
Methylphenidat kann laut Fachinformation Schwindel, Schläfrigkeit und Sehstörungen wie verschwommenes Sehen oder Doppeltsehen verursachen und einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit haben. Treten diese Wirkungen auf, sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen; die Packungsbeilage nennt auch Radfahren und Reiten. Nach § 316 StGB macht sich strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Mehr unter Psychopharmaka und Autofahren und Arbeit und Beruf. [1, 2, 9, 10]
Während der Einnahme darf laut Packungsbeilage kein Alkohol getrunken werden, weil Alkohol die Nebenwirkungen verstärken kann. Bei sehr hohen Alkoholkonzentrationen kann sich laut Fachinformation der Hartkapseln die Freisetzung hin zu einem eher schnellen Muster verändern. Bei Drogentests kann Methylphenidat ein falsch positives Ergebnis für Amphetamine ergeben. Ist eine Operation geplant, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mit bestimmten Narkosemitteln sollte Methylphenidat am Tag der Operation nicht eingenommen werden. Mehr unter Psychopharmaka und Alkohol und Psychopharmaka vor einer Operation. [1, 2, 4]
Verhütung, Schwangerschaft und Stillzeit
Laut Packungsbeilage sprechen Frauen vor der Anwendung mit der Ärztin oder dem Arzt über Empfängnisverhütung und darüber, ob sie schwanger sind oder stillen. Die verfügbaren Daten deuten nicht auf ein allgemein erhöhtes Risiko von Geburtsfehlern hin; ein leicht erhöhtes Risiko von Fehlbildungen des Herzens bei Anwendung in den ersten drei Monaten kann aber nicht ausgeschlossen werden. Die Fachinformation empfiehlt Methylphenidat in der Schwangerschaft nicht, es sei denn, es ist klinisch entschieden, dass ein Aufschieben der Behandlung ein größeres Risiko für die Schwangerschaft bedeutet. In der Stillzeit muss abgewogen werden, ob abgestillt oder die Behandlung unterbrochen oder beendet wird. [1, 2]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft als sehr hoch an, mit etwa 4.000 dokumentierten Schwangerschaften mit Einnahme im ersten Drittel. Die Verordnung sollte laut Embryotox, vor allem im ersten Drittel, kritisch geprüft werden; führt das Absetzen zu einer eindeutigen und alltagsrelevanten Verschlechterung der ADHS, ist die Anwendung in allen Phasen der Schwangerschaft akzeptabel. Stillen ist bei alleiniger Behandlung und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel. Setzen Sie Methylphenidat nicht selbst ab; wenn Sie schwanger sind, stillen oder schwanger werden möchten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr unter Verhütung und Psychopharmaka und Psychopharmaka in der Schwangerschaft. [5]
Ältere Menschen
Laut Fachinformation der Retardtabletten darf Methylphenidat bei älteren Patientinnen und Patienten nicht angewendet werden; Sicherheit und Wirksamkeit sind in dieser Altersgruppe nicht nachgewiesen, und über 65 Jahren wurde es nicht untersucht. Die Fachinformation der Hartkapseln schreibt in Abschnitt 4.2, es sollte bei älteren Menschen nicht angewendet werden, und in Abschnitt 4.4, es darf nicht angewendet werden; über 60 Jahren seien Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen. Was im Alter für Psychopharmaka allgemein gilt, steht unter Psychopharmaka im Alter. [2, 4]
Weitere Seiten: Lisdexamfetamin bei Erwachsenen und ADHS-Medikamente.
Quellen
- Gebrauchsinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm 18 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025 (Version 14). abgerufen am 23.10.2026
- Gebrauchsinformation Methylphenidat-ratiopharm 10 mg bis 60 mg Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Methylphenidat-ratiopharm Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025 (Version 14). abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Methylphenidat. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III: verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel (Eintrag Methylphenidat). Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 8 Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV): Betäubungsmittelrezept (Abs. 1 und 2). Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Behörde Arzneimittel-Richtlinie, Anlage III: Übersicht über Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse (Nr. 44 Stimulantien). Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand letzte Änderung in Kraft getreten am 03.10.2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Welche Methylphenidat-Präparate sind für Erwachsene zugelassen?
Laut Fachinformation der Hartkapseln ist bei Erwachsenen nur die Formulierung mit veränderter Wirkstofffreisetzung zugelassen. Die Retardtabletten und die Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung, auf die sich diese Seite stützt, sind bei Kindern ab 6 Jahren und bei Erwachsenen angezeigt. Ob Ihr Präparat für Erwachsene zugelassen ist, steht in Abschnitt 1 seiner Packungsbeilage und in Abschnitt 4.1 der Fachinformation.
Kann ich mein Methylphenidat weiter nehmen, wenn ich 18 werde?
Laut Packungsbeilage kann die Behandlung mit der gleichen Tagesdosis fortgeführt werden, wenn Sie das Präparat schon als Kind oder Jugendlicher genommen haben; die Ärztin oder der Arzt prüft regelmäßig, ob eine Anpassung nötig ist. Wurden Sie mit einem schnell freisetzenden Präparat behandelt, verordnet sie oder er laut Packungsbeilage der Hartkapseln eine gleichwertige Dosis der Hartkapseln. Ob die Behandlung weitergeht, entscheiden Sie gemeinsam.
Welche Nebenwirkungen hat Methylphenidat bei Erwachsenen?
Sehr häufig sind laut Packungsbeilage Kopfschmerzen, Nervosität und Schlaflosigkeit, laut Packungsbeilage der Hartkapseln außerdem verminderter Appetit, Übelkeit und Mundtrockenheit. Häufig ist eine Gewichtsabnahme. Laut Fachinformation der Hartkapseln wurden in Studien mit Erwachsenen unter anderem Unruhe, Zittern, schneller Herzschlag, vermehrtes Schwitzen und Müdigkeit häufiger berichtet als bei Kindern und Jugendlichen.
Wie hoch ist die Dosis für Erwachsene?
Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; Ziel ist laut Packungsbeilage die niedrigste wirksame Dosis. Was die Packungsbeilage als Anfangs- und Höchstdosis für Erwachsene nennt, steht auf der Seite Methylphenidat im Abschnitt Dosierung. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Welche Langzeitfolgen kann Methylphenidat bei Erwachsenen haben?
Sicherheit und Wirksamkeit einer Anwendung über mehr als 12 Monate sind laut Fachinformation nicht systematisch in kontrollierten Studien untersucht. In einer Verlängerungsstudie mit Erwachsenen, die die Fachinformation der Hartkapseln beschreibt, nahmen einige Nebenwirkungen mit der Behandlungsdauer zu, darunter Gewichtsverlust, Schlafstörungen, schneller Herzschlag und Bluthochdruck. Laut Fachinformation wird empfohlen, dass die Ärztin oder der Arzt Methylphenidat mindestens einmal im Jahr absetzt, um das Befinden zu beurteilen.
Brauche ich vor Methylphenidat eine Herzuntersuchung?
Vor jeder Verordnung beurteilt die Ärztin oder der Arzt Herz und Kreislauf einschließlich Blutdruck und Herzfrequenz. Bei Erwachsenen, die die Retardtabletten zum ersten Mal erhalten, ist laut deren Fachinformation kardiologischer Rat einzuholen, wenn die örtlichen Leitlinien es erfordern; laut Packungsbeilage werden Sie möglicherweise zunächst an eine Kardiologin oder einen Kardiologen überwiesen.
Darf ich mit Methylphenidat Alkohol trinken?
Nein. Laut Packungsbeilage darf während der Einnahme kein Alkohol getrunken werden, weil er die Nebenwirkungen verstärken kann; denken Sie auch an Alkohol in Nahrungs- und Arzneimitteln. Mehr unter Psychopharmaka und Alkohol.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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