MedikamenteDetailfrage
Lisdexamfetamin bei Erwachsenen
Lisdexamfetamin ist bei Erwachsenen zugelassen, wenn die ADHS-Beschwerden schon in der Kindheit bestanden; eingesetzt wird es im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie und unter Aufsicht einer Spezialistin oder eines Spezialisten für Verhaltensstörungen. Bei Erwachsenen sind laut Fachinformation verminderter Appetit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Mundtrockenheit sehr häufig, und das Risiko für Fehlgebrauch kann bei Erwachsenen, insbesondere jungen Erwachsenen, größer sein als bei Kindern und Jugendlichen. Herz und Kreislauf, Gewicht und seelische Verfassung werden vor und während der Behandlung regelmäßig kontrolliert.

Zulassung bei Erwachsenen
Lisdexamfetamin ist laut Fachinformation "im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bei Erwachsenen mit bereits in der Kindheit bestehenden ADHS-Symptomen indiziert". Die Packungsbeilage nennt es Teil eines umfassenden Behandlungsprogramms "für Erwachsene, die seit ihrer Kindheit ADHS haben". Die Behandlung muss unter der Aufsicht einer Spezialistin oder eines Spezialisten für Verhaltensstörungen erfolgen. [1, 2]
Zu einer therapeutischen Gesamtstrategie gehören laut Fachinformation in der Regel psychologische, pädagogische, verhaltens- und beschäftigungstherapeutische und soziale Maßnahmen, gegebenenfalls zusammen mit Medikamenten. Lisdexamfetamin ist nicht bei allen Menschen mit ADHS angezeigt. Vor der Entscheidung werden unter anderem Schwere und Dauer der Beschwerden, das Potenzial für Missbrauch, Fehlgebrauch oder Zweckentfremdung und das Ansprechen auf frühere ADHS-Medikamente bewertet, und die Anwendung muss stets der zugelassenen Indikation entsprechen. Alle Angaben zum Wirkstoff stehen auf der Seite Lisdexamfetamin, den Vergleich zeigt Lisdexamfetamin oder Methylphenidat. [2]
Voraussetzung: ADHS seit der Kindheit
Bei Erwachsenen ist laut Fachinformation erforderlich, dass schon im Kindesalter Beschwerden einer ADHS bestanden. Das sollte nachträglich bestätigt werden, anhand der Behandlungsunterlagen oder, wenn es keine gibt, mit geeigneten strukturierten Instrumenten oder Befragungen. Die ADHS sollte nach klinischer Beurteilung mindestens moderat ausgeprägt sein und die Leistungsfähigkeit in zwei oder mehr Bereichen mindestens moderat beeinträchtigen, etwa im sozialen Leben, in der Ausbildung oder im Beruf. Die Diagnose sollte auf einer vollständigen Vorgeschichte und Beurteilung nach den aktuellen Kriterien beruhen und kann nicht allein auf einzelne Beschwerden gestützt werden. [2]
Wer noch keine ADHS-Behandlung erhalten hat, wird laut Packungsbeilage vor der Verordnung darauf untersucht, ob die ADHS seit der Kindheit besteht. Wie die Diagnose bei Erwachsenen gestellt wird, erklärt die Seite ADHS bei Erwachsenen. [1]
Rezept und Krankenkasse
Lisdexamfetamin steht in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes. Nach § 8 der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung darf es nur auf einem dreiteiligen amtlichen Formblatt verschrieben werden, dem Betäubungsmittelrezept, das das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte an die einzelne Ärztin oder den einzelnen Arzt ausgibt. [4, 5]
Für Verordnungen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung schränkt die Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses Stimulanzien ein (Anlage III Nr. 44). Ausgenommen sind Erwachsene "ab einem Alter von 18 Jahren mit Hyperkinetischer Störung bzw. Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivitätsstörung (ADS / ADHS), sofern die Erkrankung bereits im Kindesalter bestand, im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie, wenn sich andere Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben." Die Diagnose schließt laut Richtlinie ein strukturiertes Interview zu den aktuellen Beschwerden einschließlich Selbstbeurteilungsskalen ein; dass die ADHS schon im Kindesalter bestand, muss mit einem validierten Instrument erfasst werden, der Kurzform der Wender-Utah-Rating-Scale (WURS-k). [6]
Verordnen dürfen laut Richtlinie Spezialistinnen und Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Erwachsenen, etwa Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, für Nervenheilkunde, für Neurologie oder für psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie ärztliche Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Vom Beginn des 19. bis zum vollendeten 21. Lebensjahr können auch Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin und für Kinder- und Jugendpsychiatrie verordnen und die Behandlung kontrollieren. Zur Hausarztpraxis heißt es: "In Ausnahmefällen dürfen auch Hausärztinnen/Hausärzte Folgeverordnungen vornehmen, wenn gewährleistet ist, dass die Aufsicht durch einen Spezialisten für Verhaltensstörungen erfolgt." Eine Dauertherapie über 12 Monate ist besonders zu dokumentieren. Mehr unter Wer verschreibt Psychopharmaka? und Kosten und Rezept. [6]
Nebenwirkungen bei Erwachsenen
Die Fachinformation führt die Nebenwirkungen getrennt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf; die Packungsbeilage fasst die Altersgruppen zusammen. Bei Erwachsenen sind laut Fachinformation verminderter Appetit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Mundtrockenheit sehr häufig; zu den Schlafstörungen zählen Schlaflosigkeit, Ein- und Durchschlafstörungen und vorzeitiges Erwachen. [1, 2]
| Häufigkeit laut Packungsbeilage | Nebenwirkungen (Auswahl) |
|---|---|
| sehr häufig | verminderter Appetit, Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen [1] |
| häufig: Befinden und Nerven | Gefühl der Erregung, Zerfahrenheit, Angst, Depression, Aggressivität, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Unruhe, Müdigkeitsgefühl, Schwindelgefühl, Zittern, ungewöhnlich starke Aktivität, Tics, Zähneknirschen, Veränderungen des Geschlechtstriebs [1] |
| häufig: Herz, Kreislauf, Atmung | unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen), schneller Herzschlag, hoher Blutdruck, Schmerzen in der Brust, Atemschwierigkeiten [1] |
| häufig: weitere | Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen, Erektionsstörungen, Gewichtsabnahme, vermehrtes Schwitzen [1, 2] |
Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen; häufig: bis zu 1 von 10. Die Packungsbeilage fasst Kinder, Jugendliche und Erwachsene zusammen; die vollständige Liste steht auf der Seite Lisdexamfetamin.
Stimulanzien wurden laut Fachinformation bei Erwachsenen mit einem Gewichtsverlust in Verbindung gebracht. Das Körpergewicht wird während der Behandlung überwacht, laut Packungsbeilage zusammen mit dem Essverhalten, und wer Gewicht verliert, muss die Behandlung möglicherweise unterbrechen. [1, 2]
Herz und Kreislauf

Für Erwachsene schreibt die Fachinformation: Bei Erwachsenen, die Stimulanzien in den üblichen Dosen gegen ADHS einnahmen, wurde über lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Ereignisse, Schlaganfall und Herzinfarkt berichtet; welche Rolle die Stimulanzien dabei spielten, ist nicht bekannt. Schwerwiegende Herzerkrankungen wie Fehlbildungen am Herzen, Herzmuskelerkrankungen, schwere Herzrhythmusstörungen oder eine koronare Herzkrankheit bestehen bei Erwachsenen mit höherer Wahrscheinlichkeit als bei Kindern. Erwachsene mit solchen Erkrankungen sollten generell nicht mit Stimulanzien behandelt werden. [2]
Nicht angewendet werden darf Lisdexamfetamin unter anderem bei einer Herz-Kreislauf-Erkrankung mit Beschwerden, bei fortgeschrittener Arteriosklerose und bei mittelschwerem bis schwerem Bluthochdruck. Stimulanzien lassen Blutdruck und Herzfrequenz im Durchschnitt geringfügig ansteigen, im Einzelfall auch stärker. Weil Bluthochdruck mit zunehmendem Alter häufiger wird, ist laut Fachinformation eine fortlaufende Überwachung von Blutdruck und Herz-Kreislauf-Zustand erforderlich. Bei einigen Behandelten verlängert Lisdexamfetamin die QTc-Zeit im EKG; Vorsicht ist unter anderem bei bereits verlängerter QTc-Zeit, bei Mitteln, die sie beeinflussen, und bei Herzerkrankungen oder Störungen des Salzhaushalts geboten. Laut Packungsbeilage kann das Risiko von Herzproblemen mit höherer Dosis steigen. [1, 2]
Vor Beginn beurteilt die Ärztin oder der Arzt Herz und Kreislauf einschließlich Blutdruck und Herzfrequenz und fragt nach plötzlichen Herztodesfällen oder unerwarteten Todesfällen in der Familie. Weisen die Befunde auf eine Herzerkrankung hin, sollten weitere Herzuntersuchungen folgen, zum Beispiel ein EKG oder eine Echokardiographie. Treten während der Behandlung Brustschmerzen bei Belastung, eine unklare Ohnmacht oder andere Zeichen einer Herzerkrankung auf, sollte umgehend eine Herzuntersuchung erfolgen; Herzklopfen oder einen unregelmäßigen Herzschlag melden Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr unter Herz und QT-Zeit. [1, 2]
Seelische Gesundheit und Missbrauch
Stimulanzien einschließlich Lisdexamfetamin haben laut Fachinformation ein Potenzial für Missbrauch, Fehlgebrauch, Abhängigkeit und Zweckentfremdung, und das Risiko für Fehlgebrauch kann bei Erwachsenen, insbesondere jungen Erwachsenen, größer sein als bei Kindern und Jugendlichen. Menschen mit Drogenmissbrauch oder -abhängigkeit in der Vorgeschichte sollten Stimulanzien nur mit Vorsicht verschrieben werden. Missbrauch von Amfetaminen kann zu Toleranz und seelischer Abhängigkeit führen, und es wurde über Entzugsbeschwerden wie Müdigkeit und Depressionen berichtet. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie jemals ein Problem mit Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen hatten. [1, 2]
Bewahren Sie Lisdexamfetamin laut Packungsbeilage an einem sicheren Ort auf, der für andere Personen unzugänglich ist, und geben Sie es nicht weiter; es kann Menschen, denen es nicht verordnet wurde, schwer schaden. Behandelte sollten laut Fachinformation angeleitet werden, nicht verwendete Kapseln ordnungsgemäß zu entsorgen. Mehr unter Machen Psychopharmaka abhängig? [1, 2]
Lisdexamfetamin kann laut Packungsbeilage bestehende seelische Probleme verschlimmern, etwa eine bipolare Störung, Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Misstrauen, Angst, Anspannung oder Niedergeschlagenheit; sprechen Sie vor Beginn darüber. Die Ärztin oder der Arzt fragt auch, ob in der Familie eine Selbsttötung, eine bipolare Störung oder eine Depression bekannt ist. Stimulanzien können laut Fachinformation aggressives oder feindseliges Verhalten hervorrufen; darauf sollte zu Beginn der Behandlung geachtet werden. Angst und Depression gehören laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen. Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; Anlaufstellen für eine akute Krise finden Sie unter Hilfe in der Krise. [1, 2]
Kontrollen und Dauer der Behandlung
Blutdruck und Puls sollten laut Fachinformation bei jeder Dosisanpassung und mindestens alle sechs Monate dokumentiert werden, das Körpergewicht bei Erwachsenen regelmäßig. Ob seelische Erkrankungen neu auftreten oder sich verschlechtern, wird bei jeder Dosisanpassung, mindestens alle sechs Monate und bei jedem Kontrolltermin erfasst; außerdem sollte auf Zweckentfremdung, Fehlgebrauch und Missbrauch geachtet werden. Laut Packungsbeilage gehören zu den Untersuchungen auch Fragen zum Appetit und zur Stimmung. Was bei Kontrollen allgemein geschieht, erklärt die Seite Kontrollen während der Behandlung. [1, 2]
Zu Beginn wird die Dosis sorgfältig eingestellt, eingenommen wird die niedrigste wirksame Dosis. Bessern sich die Beschwerden nach einer geeigneten Dosisanpassung über einen Monat nicht, muss die Behandlung laut Fachinformation beendet werden; fühlen Sie sich nach einem Monat nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Was die Packungsbeilage als Anfangs- und Tageshöchstdosis nennt, steht auf der Seite Lisdexamfetamin im Abschnitt Dosierung. [1, 2]
Die medikamentöse Behandlung von ADHS kann über längere Zeit nötig sein. Wendet die Ärztin oder der Arzt Lisdexamfetamin länger als 12 Monate an, muss sie oder er laut Fachinformation mindestens einmal jährlich den Nutzen neu bewerten und dafür behandlungsfreie Zeiten einlegen, vorzugsweise während der Schulferien oder in arbeitsfreier Zeit. Brechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage nicht ohne Rücksprache und nicht eigenmächtig abrupt ab; danach können die ADHS-Beschwerden wieder auftreten. [1, 2]
Arbeit, Autofahren und Alkohol
Lisdexamfetamin wird laut Packungsbeilage morgens vor dem Frühstück eingenommen, mit oder ohne Essen; am Nachmittag sollte es wegen möglicher Schlafstörungen nicht eingenommen werden. Es kann laut Fachinformation Schwindel, Schläfrigkeit und Sehstörungen verursachen und einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen haben. Treten diese Wirkungen auf, sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen; die Packungsbeilage nennt außerdem Radfahren, Reiten und Klettern. Mehr unter Arbeit und Beruf. [1, 2]
Ordnungswidrig handelt nach § 24a Abs. 2 StVG, wer unter der Wirkung eines in der Anlage genannten Mittels ein Kraftfahrzeug führt; als Wirkung gilt schon der Nachweis im Blutserum. Nach § 24a Abs. 4 ist diese Regel nicht anzuwenden, wenn die Substanz "aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt". Unabhängig davon macht sich nach § 316 StGB strafbar, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Bei Tests auf Drogengebrauch und bei Dopingkontrollen kann Lisdexamfetamin zu positiven Ergebnissen führen. Mehr unter Psychopharmaka und Autofahren. [1, 2, 7, 8, 9]
Zu möglichen Wechselwirkungen mit Alkohol liegen laut Fachinformation begrenzte Daten vor; fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, was für Sie gilt. MAO-Hemmer gegen Depressionen dürfen nicht gleichzeitig und nicht in den 14 Tagen davor eingenommen werden. Manche Husten- und Erkältungsmittel enthalten Wirkstoffe, die den Blutdruck beeinflussen; halten Sie beim Kauf Rücksprache in der Apotheke. Weitere Wechselwirkungen stehen auf der Seite Lisdexamfetamin, mehr zum Trinken unter Psychopharmaka und Alkohol. [1, 2]
Verhütung, Schwangerschaft und Stillzeit
Laut Fachinformation sollte die Ärztin oder der Arzt mit Patientinnen im gebärfähigen Alter über die Behandlung sprechen. In der Schwangerschaft sollte Lisdexamfetamin nur angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen das mögliche Risiko für das Ungeborene rechtfertigt; laut Packungsbeilage nur nach ausdrücklicher ärztlicher Anweisung. Die verfügbaren Daten zur Einnahme in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten zeigen laut Packungsbeilage keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko, aber ein erhöhtes Risiko für Frühgeburt und Präeklampsie, eine Erkrankung mit Bluthochdruck und Eiweiß im Urin. In der Stillzeit darf Lisdexamfetamin nicht angewendet werden. [1, 2]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang für die therapeutische Anwendung von Amfetaminpräparaten insgesamt als sehr hoch an; Studien mit etwa 6.200 Schwangerschaften ergaben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko, Lisdexamfetamin wurde dabei in der Regel nicht getrennt ausgewertet. Die Verordnung in der Schwangerschaft sollte laut Embryotox kritisch geprüft werden; führt das Absetzen zu einer eindeutigen und alltagsrelevanten Verschlechterung der ADHS, ist die Anwendung in allen Phasen der Schwangerschaft akzeptabel. Das Stillen unter Lisdexamfetamin beurteilt Embryotox besonders in höheren Dosierungen kritisch. Setzen Sie Lisdexamfetamin nicht selbst ab; wenn Sie schwanger sind, stillen oder schwanger werden möchten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr unter Verhütung und Psychopharmaka und Psychopharmaka in der Schwangerschaft. [3]
Ältere Menschen
Für ältere Patientinnen und Patienten liegen laut Fachinformation nur begrenzte Daten vor; deshalb sind eine gründliche Beurteilung vor der Behandlung und eine fortlaufende Überwachung von Blutdruck und Herz-Kreislauf-Zustand erforderlich. Weil Dexamfetamin bei älteren Menschen langsamer aus dem Körper entfernt wird, ist gegebenenfalls eine Anpassung der Dosis nötig. Laut Packungsbeilage untersucht die Ärztin oder der Arzt bei älteren Menschen Blutdruck und Herz-Kreislauf-Zustand vor Beginn und während der Behandlung. Mehr unter Psychopharmaka im Alter. [1, 2]
Weitere Seiten: Methylphenidat bei Erwachsenen und ADHS-Medikamente.
Quellen
- Gebrauchsinformation Lisdexamfetamin-ratiopharm 20 mg bis 70 mg Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 23.10.2026
- Fachinformation Lisdexamfetamin-ratiopharm Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026 (Version 8). abgerufen am 23.10.2026
- Embryotox: Lisdexamfetamin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III: verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel (Eintrag Lisdexamfetamin). Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 8 Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV): Betäubungsmittelrezept (Abs. 1 und 2). Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Behörde Arzneimittel-Richtlinie, Anlage III: Übersicht über Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse (Nr. 44 Stimulantien). Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand letzte Änderung in Kraft getreten am 03.10.2026. abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
- Gesetz § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 23.10.2026
Häufige Fragen
Ist Lisdexamfetamin für Erwachsene zugelassen?
Ja. Laut Fachinformation ist Lisdexamfetamin im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie bei Erwachsenen mit bereits in der Kindheit bestehenden ADHS-Symptomen angezeigt. Die Behandlung muss unter der Aufsicht einer Spezialistin oder eines Spezialisten für Verhaltensstörungen erfolgen.
Bekomme ich Lisdexamfetamin, wenn die ADHS erst als Erwachsener festgestellt wurde?
Entscheidend ist laut Fachinformation, dass die ADHS-Beschwerden schon in der Kindheit bestanden. Das sollte nachträglich bestätigt werden, anhand von Behandlungsunterlagen oder mit strukturierten Befragungen. Wer noch keine ADHS-Behandlung erhalten hat, wird laut Packungsbeilage vor der Verordnung darauf untersucht.
Welche Nebenwirkungen hat Lisdexamfetamin bei Erwachsenen?
Laut Fachinformation sind bei Erwachsenen verminderter Appetit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Mundtrockenheit sehr häufig. Häufig sind unter anderem Unruhe, Angst, Reizbarkeit, schneller Herzschlag, Herzklopfen, Blutdruckanstieg, Erektionsstörungen, verminderte Libido, vermehrtes Schwitzen und Gewichtsabnahme.
Wie hoch ist die Dosis bei Erwachsenen?
Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; eingenommen wird laut Fachinformation die niedrigste wirksame Dosis. Was die Packungsbeilage als Anfangs- und Tageshöchstdosis nennt, steht auf der Seite Lisdexamfetamin im Abschnitt Dosierung. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Welche Langzeitfolgen kann Lisdexamfetamin bei Erwachsenen haben?
Wird Lisdexamfetamin länger als 12 Monate eingenommen, muss die Ärztin oder der Arzt den Nutzen laut Fachinformation mindestens einmal im Jahr in einer behandlungsfreien Zeit neu bewerten. Bei Erwachsenen wurden Stimulanzien mit einem Gewichtsverlust in Verbindung gebracht, und bei chronischer Anwendung von Amfetamin wurde über Erkrankungen des Herzmuskels berichtet. Blutdruck, Puls, Gewicht und seelische Verfassung werden regelmäßig kontrolliert.
Wer darf Lisdexamfetamin bei Erwachsenen verschreiben?
Lisdexamfetamin wird auf einem Betäubungsmittelrezept verschrieben. Zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung dürfen es laut Arzneimittel-Richtlinie Spezialistinnen und Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Erwachsenen verordnen, etwa aus der Psychiatrie und Psychotherapie oder der Neurologie; Hausärztinnen und Hausärzte nur in Ausnahmefällen als Folgeverordnung unter der Aufsicht einer solchen Spezialistin oder eines solchen Spezialisten.
Was gilt mit Lisdexamfetamin im Straßenverkehr?
Treten Schwindel, Schläfrigkeit oder Sehstörungen auf, sollten Sie laut Fachinformation kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen. Was § 24a Abs. 4 StVG und § 316 StGB dazu regeln, steht im Abschnitt Arbeit, Autofahren und Alkohol.
Wenn es Ihnen gerade sehr schlecht geht: Notruf 112 · TelefonSeelsorge 0800 111 0 111, 0800 111 0 222, 116 123 · Hilfe in der Krise
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