Was ist Ziprasidon?
Ziprasidon ist ein atypisches Antipsychotikum (Neuroleptikum der zweiten Generation) mit dem Handelsnamen Zeldox. Es wird hauptsächlich zur Behandlung von Schizophrenie und manischen oder gemischten Episoden bei bipolarer Störung eingesetzt. Ziprasidon zeichnet sich besonders durch ein günstiges Stoffwechselprofil aus und verursacht im Vergleich zu vielen anderen Antipsychotika deutlich weniger Gewichtszunahme.
Das Medikament ist in Deutschland als Hartkapseln erhältlich und muss zweimal täglich eingenommen werden. Eine Besonderheit von Ziprasidon ist, dass es zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden muss, um eine ausreichende Aufnahme im Körper zu gewährleisten.
💡 Gut zu wissen
Ziprasidon ist besonders interessant für Patienten, die unter anderen Antipsychotika stark an Gewicht zugenommen haben oder ein hohes Risiko für Stoffwechselstörungen haben. Es verursacht die geringste Gewichtszunahme aller atypischen Antipsychotika und beeinflusst Blutzucker und Blutfette kaum.
Wie wirkt Ziprasidon?
Ziprasidon gehört zu den atypischen Antipsychotika und wirkt durch ein einzigartiges Rezeptorprofil, das es von anderen Neuroleptika unterscheidet.
Hauptwirkmechanismen
- Dopamin-D2-Rezeptor-Blockade: Reduziert psychotische Positivsymptome wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen
- Serotonin-5-HT2A-Rezeptor-Blockade: Verbessert Negativsymptome und reduziert das Risiko für Bewegungsstörungen
- Serotonin-5-HT1A-Rezeptor-Agonismus: Zusätzliche antidepressive und anxiolytische Wirkung
- Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmung: Trägt zur antidepressiven Wirkung bei
- Geringe Histamin- und Muskarin-Blockade: Erklärt die niedrige Gewichtszunahme und weniger anticholinerge Nebenwirkungen
Das ausgewogene Rezeptorprofil macht Ziprasidon zu einem wirksamen Antipsychotikum mit zusätzlicher antidepressiver Komponente. Die antipsychotische Wirkung tritt nicht sofort ein, sondern entwickelt sich über mehrere Tage bis Wochen.
Anwendungsgebiete von Ziprasidon
Ziprasidon ist für spezifische psychiatrische Erkrankungen zugelassen:
Schizophrenie
- Akute Schizophrenie: Behandlung akuter psychotischer Episoden
- Chronische Schizophrenie: Langfristige Erhaltungstherapie zur Rückfallprophylaxe
- Positivsymptome: Halluzinationen, Wahn, Denkstörungen
- Negativsymptome: Antriebsmangel, emotionale Verflachung, sozialer Rückzug
- Kognitive Symptome: Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen
Bipolare Störung
- Manische Episoden: Behandlung von akuter Manie mit Hochstimmung, Gereiztheit und Überaktivität
- Gemischte Episoden: Gleichzeitiges Auftreten manischer und depressiver Symptome
- Mittelschwere bis schwere Episoden: Bei Erwachsenen
Off-Label-Anwendungen
In einigen Fällen wird Ziprasidon auch außerhalb der zugelassenen Indikationen eingesetzt:
- Schizoaffektive Störungen
- Therapieresistente Depression (als Zusatzmedikation)
- Schwere Aggressivität und Erregungszustände
- Borderline-Persönlichkeitsstörung (symptomatisch)
Dosierung und Einnahme
Die Dosierung von Ziprasidon ist individuell und richtet sich nach dem Krankheitsbild und dem Ansprechen auf die Behandlung. Die genaue Dosierung legt immer der behandelnde Arzt fest.
Ziprasidon Kapseln
| Anwendungsgebiet | Startdosis | Übliche Erhaltungsdosis | Maximaldosis |
|---|---|---|---|
| Schizophrenie | 2 x 40 mg täglich | 2 x 40 - 80 mg täglich | 2 x 80 mg täglich |
| Manische Episoden | 2 x 40 mg täglich | 2 x 60 - 80 mg täglich | 2 x 80 mg täglich |
⚠️ Wichtige Einnahmehinweise
KRITISCH: Ziprasidon muss IMMER mit einer Mahlzeit eingenommen werden!
- Die Aufnahme des Wirkstoffs ist auf nüchternen Magen nur halb so hoch
- Idealerweise mit einer Mahlzeit von mindestens 500 Kalorien einnehmen
- Zweimal täglich: morgens und abends zur Mahlzeit
- Kapseln im Ganzen schlucken, nicht öffnen oder zerkauen
- Regelmäßige Einnahmezeiten für gleichmäßigen Wirkspiegel
- Bei vergessener Einnahme: Nicht doppelt dosieren
Wirkungseintritt und Wirkdauer
Die zeitliche Dynamik der Ziprasidon-Wirkung:
Wirkungseintritt
- Erste spürbare Effekte: Nach 1-3 Tagen (Beruhigung, verbesserter Schlaf)
- Deutliche Symptombesserung: Nach 1-2 Wochen
- Volle antipsychotische Wirkung: Nach 4-6 Wochen
- Maximaler Blutspiegel: 6-8 Stunden nach Einnahme mit Nahrung
Wirkdauer und Halbwertszeit
- Halbwertszeit: Etwa 7 Stunden (daher zweimal tägliche Einnahme nötig)
- Gleichgewichtszustand: Nach etwa 3 Tagen regelmäßiger Einnahme
- Wirkdauer pro Dosis: Etwa 12 Stunden
Nebenwirkungen von Ziprasidon
Wie alle Antipsychotika kann auch Ziprasidon Nebenwirkungen verursachen. Insgesamt hat Ziprasidon ein günstiges Nebenwirkungsprofil, besonders hinsichtlich Gewicht und Stoffwechsel.
Sehr häufige Nebenwirkungen (mehr als 1 von 10 Personen)
- Schläfrigkeit und Müdigkeit: Besonders zu Behandlungsbeginn
- Extrapyramidale Symptome (EPS): Zittern, Muskelsteifigkeit, Bewegungsunruhe (Akathisie)
Häufige Nebenwirkungen (1 bis 10 von 100 Personen)
- Kopfschmerzen: Meist vorübergehend
- Schwindel: Vor allem beim Aufstehen
- Übelkeit: Besonders zu Behandlungsbeginn
- Verstopfung: Durch anticholinerge Wirkung
- Mundtrockenheit: Kann durch Trinken gelindert werden
- Sehstörungen: Verschwommenes Sehen
- Erhöhter Speichelfluss: Vor allem nachts
- Schneller Herzschlag (Tachykardie): Meist harmlos
- Gewichtszunahme: DEUTLICH GERINGER als bei anderen Atypika (durchschnittlich nur 0,5-2 kg)
Gelegentliche Nebenwirkungen
- QT-Verlängerung: Veränderung im EKG, die zu Herzrhythmusstörungen führen kann
- Orthostatische Hypotonie: Blutdruckabfall beim Aufstehen
- Hautausschlag: Allergische Reaktionen
- Sexuelle Funktionsstörungen: Libidoverlust, Erektionsstörungen
- Erhöhtes Prolaktin: Seltener und geringer als bei Risperidon
Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen
- Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS): Lebensbedrohliche Komplikation mit Fieber, Muskelsteifigkeit, Bewusstseinsstörungen
- Torsade de Pointes: Gefährliche Herzrhythmusstörung durch QT-Verlängerung
- Krampfanfälle: Besonders bei Patienten mit Epilepsie
- Allergische Reaktionen: Bis hin zu Angioödem
⚠️ Wann zum Arzt?
Kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt oder rufen Sie den Notarzt (112), wenn Sie folgende Symptome bemerken:
- Hohes Fieber, extreme Muskelsteifigkeit, Verwirrtheit (Verdacht auf MNS)
- Herzrasen, Herzstolpern, Ohnmacht oder Schwindel (Herzrhythmusstörungen)
- Unkontrollierte Bewegungen von Gesicht, Zunge oder Körper
- Extreme innere Unruhe mit ständigem Bewegungsdrang
- Krampfanfälle
- Schwere allergische Reaktionen mit Schwellungen oder Atemnot
- Anhaltende schmerzhafte Erektion (Priapismus)
Besonderheit: QT-Verlängerung
Eine wichtige Eigenschaft von Ziprasidon ist die Verlängerung der QT-Zeit im EKG. Dies ist eine Veränderung der elektrischen Herzaktivität, die in seltenen Fällen zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen kann.
Was bedeutet QT-Verlängerung?
- Die QT-Zeit misst die elektrische Erholungsphase des Herzens
- Eine Verlängerung erhöht das Risiko für bestimmte Herzrhythmusstörungen
- Ziprasidon verlängert die QT-Zeit stärker als die meisten anderen Atypika
- Das absolute Risiko für ernste Komplikationen bleibt jedoch niedrig
Vorsichtsmaßnahmen wegen QT-Verlängerung
- EKG vor Therapiebeginn: Zum Ausschluss von Vorerkrankungen
- Regelmäßige EKG-Kontrollen: Bei Risikopatienten
- Vorsicht bei Kombination mit anderen QT-verlängernden Medikamenten
- Elektrolyt-Überwachung: Kalium- und Magnesiummangel erhöhen das Risiko
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
Ziprasidon darf in bestimmten Situationen nicht angewendet werden und erfordert in anderen Fällen besondere Vorsicht.
Absolute Gegenanzeigen (Ziprasidon darf nicht eingenommen werden)
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Ziprasidon oder andere Bestandteile
- Bekannte QT-Verlängerung oder angeborenes Long-QT-Syndrom
- Akuter Herzinfarkt
- Dekompensierte Herzinsuffizienz
- Herzrhythmusstörungen mit QT-Verlängerung
- Gleichzeitige Einnahme von Medikamenten, die die QT-Zeit stark verlängern
Relative Gegenanzeigen (Ziprasidon nur mit Vorsicht)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Besonders Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris
- Elektrolytstörungen: Niedriges Kalium oder Magnesium (vor Therapie korrigieren)
- Bradykardie: Zu langsamer Herzschlag
- Parkinson-Erkrankung: Kann Symptome verschlimmern
- Epilepsie: Kann Krampfschwelle senken
- Demenz bei älteren Patienten: Erhöhtes Schlaganfall- und Sterblichkeitsrisiko
- Lebererkrankungen: Vorsichtige Dosierung
- Nierenerkrankungen: Bei schwerer Einschränkung Vorsicht
Schwangerschaft und Stillzeit
Ziprasidon sollte während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Im letzten Schwangerschaftsdrittel kann es zu Anpassungsstörungen beim Neugeborenen kommen. Stillen wird nicht empfohlen, da Ziprasidon wahrscheinlich in die Muttermilch übergeht.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Ziprasidon kann mit verschiedenen anderen Medikamenten interagieren. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen.
Wichtige Wechselwirkungen
- Alkohol: Verstärkt sedierende Wirkung, sollte vermieden werden
- Medikamente, die QT-Zeit verlängern: KRITISCH! Erhöhtes Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen
- Bestimmte Antibiotika (z.B. Makrolide, Chinolone)
- Antiarrhythmika (Amiodaron, Sotalol)
- Andere Antipsychotika
- Einige Antidepressiva (trizyklische, Citalopram in hoher Dosis)
- Antihistaminika (Terfenadin, Astemizol)
- Methadon
- Carbamazepin: Verringert Ziprasidon-Wirkspiegel
- Ketoconazol: Erhöht Ziprasidon-Wirkspiegel
- Zentraldämpfende Medikamente: Wie Benzodiazepine, verstärken Sedierung
- Blutdruckmedikamente: Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung
- Parkinson-Medikamente (Levodopa): Gegenseitige Wirkungsabschwächung
Absetzen von Ziprasidon
Ziprasidon sollte niemals abrupt abgesetzt werden! Ein plötzliches Absetzen kann zu Absetzerscheinungen und einem Rückfall führen.
Typische Absetzerscheinungen
- Übelkeit und Erbrechen
- Schlafstörungen und Schlaflosigkeit
- Unruhe und Angst
- Schwitzen
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Bewegungsstörungen
- Rückkehr psychotischer Symptome
⚠️ Wichtig beim Absetzen
Das Absetzen von Ziprasidon sollte immer schrittweise und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Die Dosierung wird über mehrere Wochen langsam reduziert (ausschleichend). Dies minimiert Absetzerscheinungen und das Rückfallrisiko. Setzen Sie Ziprasidon nicht eigenständig ab!
Vorteile von Ziprasidon
Ziprasidon bietet einige spezifische Vorteile gegenüber anderen Antipsychotika:
✅ Hauptvorteile von Ziprasidon
- Geringste Gewichtszunahme: Durchschnittlich nur 0,5-2 kg, oft sogar Gewichtsabnahme
- Keine Stoffwechselprobleme: Kaum Einfluss auf Blutzucker und Blutfette
- Kein oder minimaler Prolaktin-Anstieg: Weniger sexuelle Nebenwirkungen als bei Risperidon
- Antidepressive Wirkkomponente: Gut bei schizoaffektiven Störungen
- Wirksam gegen Negativsymptome: Verbesserung von Antrieb und Motivation
- Keine Dosissteigerung nötig: Startdosis oft schon Erhaltungsdosis
- Aktivierend statt sedierend: Bei vielen Patienten verbesserter Antrieb
Vergleich mit anderen Antipsychotika
Ziprasidon nimmt eine besondere Position unter den atypischen Antipsychotika ein:
| Medikament | Gewichtszunahme | Stoffwechsel-Risiko | QT-Verlängerung | Hauptvorteil |
|---|---|---|---|---|
| Ziprasidon (Zeldox) | Sehr gering (+) | Sehr gering | Mittel bis stark | Bestes Stoffwechselprofil |
| Aripiprazol (Abilify) | Sehr gering (+) | Sehr gering | Gering | Kaum Prolaktin-Anstieg, wenig Sedierung |
| Risperidon (Risperdal) | Mittel (++) | Mittel | Gering | Gut erforscht, wirksam |
| Olanzapin (Zyprexa) | Stark (+++) | Hoch | Gering | Sehr wirksam |
| Quetiapin (Seroquel) | Mittel bis stark (++/+++) | Mittel bis hoch | Gering | Auch bei Depression, sedierend |
| Paliperidon (Invega) | Mittel (++) | Mittel | Gering | Lange Depot-Optionen |
Für wen ist Ziprasidon besonders geeignet?
Ziprasidon ist eine gute Wahl für bestimmte Patientengruppen:
Ideal für Patienten mit:
- Gewichtsproblemen: Die unter anderen Antipsychotika stark zugenommen haben
- Diabetes oder Diabetes-Risiko: Minimal beeinflusstes Blutzuckerprofil
- Erhöhten Blutfetten: Keine Verschlechterung zu erwarten
- Metabolischem Syndrom: Sicherste Option bei Stoffwechselstörungen
- Begleitender Depression: Antidepressive Wirkkomponente
- Negativsymptomatik: Gute Wirkung auf Antrieb und Motivation
Weniger geeignet für Patienten mit:
- Herzerkrankungen oder QT-Verlängerung
- Schwierigkeiten mit zweimal täglicher Einnahme
- Problemen, zu Mahlzeiten Medikamente einzunehmen
- Kombination mit mehreren anderen QT-verlängernden Medikamenten
Überwachung während der Therapie
Während der Behandlung mit Ziprasidon sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig:
Empfohlene Kontrolluntersuchungen
- Vor Therapiebeginn:
- EKG (zwingend!): Zum Ausschluss von QT-Verlängerung
- Elektrolyte (Kalium, Magnesium, Calcium)
- Blutbild, Leber- und Nierenwerte
- Körpergewicht und BMI
- Nüchternblutzucker
- Blutfette
- Blutdruck und Puls
- Nach 1 Woche:
- Kontrolle auf Nebenwirkungen
- Bei Risikopatienten: EKG-Kontrolle
- Nach 1 Monat:
- Gewicht
- Blutdruck
- EKG bei Dosiserhöhung oder neuen Medikamenten
- Nach 3 Monaten und dann jährlich:
- Alle Parameter wie vor Therapiebeginn
- EKG (besonders wichtig!)
Praktische Tipps für die Anwendung
✅ So können Sie die Behandlung unterstützen
- IMMER zu Mahlzeiten einnehmen: Mindestens 500 Kalorien für optimale Aufnahme
- Regelmäßige Zeiten: Morgens und abends zur gleichen Zeit
- Nicht nüchtern einnehmen: Sonst nur halbe Wirkung!
- Geduld haben: Volle Wirkung entwickelt sich erst nach Wochen
- Gesunde Ernährung: Auch wenn Gewichtszunahme gering ist
- Regelmäßige Bewegung: Unterstützt die Therapie
- Vorsicht beim Autofahren: Besonders zu Behandlungsbeginn
- Alkohol meiden: Verstärkt Nebenwirkungen
- Langsam aufstehen: Vermeidet Schwindelanfälle
- EKG-Kontrollen wahrnehmen: Wichtig für Sicherheit
- Bei Herzrhythmusstörungen sofort Arzt kontaktieren
Häufig gestellte Fragen zu Ziprasidon
Macht Ziprasidon abhängig?
Nein, Ziprasidon macht nicht abhängig im klassischen Sinne. Es gibt kein Verlangen nach dem Medikament oder Toleranzentwicklung. Dennoch sollte es nicht plötzlich abgesetzt werden, da sonst Absetzerscheinungen und ein Rückfall drohen.
Warum muss Ziprasidon zu Mahlzeiten eingenommen werden?
Die Bioverfügbarkeit von Ziprasidon ist stark nahrungsabhängig. Auf nüchternen Magen wird nur etwa die Hälfte des Wirkstoffs aufgenommen im Vergleich zur Einnahme mit einer Mahlzeit. Eine Mahlzeit mit mindestens 500 Kalorien verdoppelt die Aufnahme und gewährleistet eine zuverlässige Wirkung.
Kann ich mit Ziprasidon Auto fahren?
Die Verkehrstüchtigkeit kann durch Ziprasidon beeinträchtigt sein, besonders zu Behandlungsbeginn. Müdigkeit, Schwindel und verlangsamte Reaktionen können auftreten. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wann Sie wieder sicher Auto fahren können. Viele Patienten können nach der Einstellungsphase wieder fahren.
Ist Ziprasidon sicherer für das Herz als andere Antipsychotika?
Dies ist differenziert zu betrachten: Ziprasidon verlängert die QT-Zeit stärker als die meisten anderen Atypika, was theoretisch das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöht. Allerdings zeigen Langzeitstudien, dass das tatsächliche Risiko für ernste kardiale Ereignisse bei sachgemäßer Anwendung mit regelmäßigen EKG-Kontrollen sehr gering ist. Für das metabolische Syndrom und Diabetes ist Ziprasidon deutlich sicherer als Olanzapin oder Clozapin.
Kann ich auf Ziprasidon umstellen, wenn ich unter einem anderen Antipsychotikum stark zugenommen habe?
Ja, das ist eine häufige und sinnvolle Strategie. Viele Patienten, die unter Olanzapin, Quetiapin oder Risperidon deutlich an Gewicht zugenommen haben, können bei einem Wechsel auf Ziprasidon wieder Gewicht verlieren. Die Umstellung sollte aber immer schrittweise und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Wie lange muss ich Ziprasidon einnehmen?
Die Behandlungsdauer ist individuell. Bei einer ersten psychotischen Episode wird meist eine Behandlung von mindestens 1-2 Jahren empfohlen. Bei mehreren Episoden oder chronischer Schizophrenie ist oft eine langfristige Behandlung notwendig. Bei manischen Episoden kann die Behandlung nach Stabilisierung unter ärztlicher Aufsicht beendet werden.