Trizyklisches Antidepressivum mit besserer Verträglichkeit - bei Depression, chronischen Schmerzen und Migräne
Was ist Nortriptylin?
Nortriptylin ist ein trizyklisches Antidepressivum, das zur gleichen Medikamentengruppe gehört wie Amitriptylin. Eine Besonderheit: Nortriptylin ist der aktive Hauptmetabolit von Amitriptylin - das bedeutet, Amitriptylin wird im Körper zu Nortriptylin umgewandelt.
Das Medikament wird hauptsächlich unter dem Handelsnamen Nortrilen vertrieben. Nortriptylin gilt als besser verträglich als Amitriptylin, da es weniger sedierende und anticholinerge Nebenwirkungen hat. Es wird bei Depressionen, chronischen Schmerzen und zur Migräneprophylaxe eingesetzt.
✅ Vorteile von Nortriptylin gegenüber Amitriptylin
Weniger sedierend: Geringere Müdigkeit am Tag
Weniger anticholinerge Effekte: Weniger Mundtrockenheit, Verstopfung, Sehstörungen
Besser für ältere Menschen: Geringeres Verwirrungs- und Sturzrisiko
Aktivierender: Kann bei Antriebsmangel vorteilhaft sein
Stillzeit: Möglicherweise besser geeignet als Amitriptylin
Vorhersagbarere Wirkung: Therapeutisches Drug Monitoring möglich
Besonderheit: Aktiver Metabolit von Amitriptylin, besser verträglich
Unterschied zu Amitriptylin
Der chemische Unterschied zwischen Nortriptylin und Amitriptylin ist klein, aber therapeutisch bedeutsam:
Nortriptylin ist ein sekundäres Amin, Amitriptylin ein tertiäres Amin
Nortriptylin wirkt stärker auf Noradrenalin als auf Serotonin
Weniger Histamin-Blockade = weniger Sedierung
Weniger anticholinerge Wirkung = bessere Verträglichkeit
Geringeres Risiko für orthostatische Dysregulation
Wie wirkt Nortriptylin?
Nortriptylin beeinflusst die Konzentration verschiedener Botenstoffe im Gehirn, wobei die Wirkung auf Noradrenalin im Vordergrund steht.
Hauptwirkmechanismus
Nortriptylin hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin und in geringerem Maße von Serotonin in die Nervenzellen. Dadurch bleiben diese stimmungsaufhellenden und antriebssteigernden Botenstoffe länger im synaptischen Spalt verfügbar.
Im Vergleich zu Amitriptylin:
Stärkere Wirkung auf Noradrenalin: Antriebssteigernd, aktivierend
Schwächere Wirkung auf Serotonin: Weniger sedierend
Geringere Histamin-Blockade: Weniger Müdigkeit und Gewichtszunahme
Therapeutisches Drug Monitoring: Bei Nortriptylin kann der Blutspiegel gemessen werden, um die optimale Dosis zu finden. Es gibt ein "therapeutisches Fenster" (50-150 ng/ml), in dem die Wirkung am besten ist. Zu niedrige oder zu hohe Spiegel sind weniger wirksam.
Wann setzt die Wirkung ein?
Sedierung (falls vorhanden): Innerhalb von Stunden
Raucherentwöhnung: Kann helfen, mit dem Rauchen aufzuhören
ADHS bei Erwachsenen: Off-Label, wenn Stimulanzien nicht geeignet
Angststörungen: Alternative zu SSRI oder Benzodiazepinen
Schlafstörungen: Bei niedrigerer Dosierung, seltener als Amitriptylin
Besondere Eignung
Nortriptylin ist besonders geeignet bei:
Depression mit starkem Antriebsmangel (aktivierende Wirkung)
Älteren Patienten (bessere Verträglichkeit als Amitriptylin)
Patienten, die Amitriptylin wegen Müdigkeit nicht vertragen
Wenn Blutspiegelkontrollen gewünscht sind
Stillenden Müttern (möglicherweise besser als Amitriptylin)
Therapieresistenten Depressionen nach Versagen von SSRI
💡 Vorteil bei älteren Menschen
Aufgrund der geringeren anticholinergen Effekte und weniger Sedierung ist Nortriptylin bei älteren Patienten oft besser verträglich als Amitriptylin. Das Risiko für Verwirrtheit, Stürze und Gedächtnisprobleme ist geringer - dennoch ist Vorsicht geboten.
Dosierung von Nortriptylin
Die Dosierung wird individuell angepasst und hängt vom Anwendungsgebiet und der Verträglichkeit ab.
Übliche Dosierungen nach Indikation
Indikation
Startdosis
Übliche Dosis
Maximaldosis
Depression
25-50 mg abends
75-100 mg/Tag
150 mg/Tag
Chronische Schmerzen
10-25 mg abends
25-75 mg/Tag
100 mg/Tag
Migräneprophylaxe
10-25 mg abends
50-100 mg/Tag
150 mg/Tag
Raucherentwöhnung
25 mg/Tag
75-100 mg/Tag
100 mg/Tag
Ältere Patienten
10-25 mg abends
30-50 mg/Tag
75 mg/Tag
Wichtige Hinweise zur Einnahme
Einnahmezeitpunkt: Meist abends wegen leicht sedierender Wirkung, bei aktivierender Wirkung auch morgens möglich
Mit oder ohne Essen: Kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden
Einmal täglich: Aufgrund langer Halbwertszeit oft ausreichend
Teilung der Dosis: Bei höheren Dosen manchmal 2x täglich
Nicht zerkauen: Tabletten/Kapseln im Ganzen schlucken
Tropfen: Ermöglichen präzise Dosierung, besonders bei niedrigen Dosen
💡 Therapeutisches Drug Monitoring
Bei Nortriptylin ist eine Blutspiegelmessung sinnvoll, um die optimale Dosis zu finden:
Therapeutischer Bereich: 50-150 ng/ml
Unter 50 ng/ml: Oft unwirksam
Über 150 ng/ml: Kann paradoxerweise weniger wirksam sein und mehr Nebenwirkungen verursachen
Messzeitpunkt: Morgens vor der nächsten Einnahme (Talspiegel)
⚠️ Besondere Vorsicht bei
Älteren Patienten: Mit 10-25 mg beginnen, sehr langsam steigern
Wie alle trizyklischen Antidepressiva ist Nortriptylin bei Überdosierung sehr gefährlich und kann lebensbedrohlich sein.
🚨 Zeichen einer Überdosierung
Bei Verdacht auf Überdosierung sofort den Notruf 112 wählen!
Starke Schläfrigkeit bis Bewusstlosigkeit
Verwirrtheit, Halluzinationen
Krampfanfälle
Schwere Herzrhythmusstörungen
Sehr niedriger oder hoher Blutdruck
Atemstörungen
Weite Pupillen
Nortriptylin absetzen - So geht's richtig
Das Absetzen von Nortriptylin sollte immer schrittweise erfolgen. Ein abruptes Absetzen kann zu Entzugssymptomen führen.
⚠️ Niemals plötzlich absetzen!
Auch wenn Nortriptylin nicht abhängig macht, können beim abrupten Absetzen unangenehme Beschwerden auftreten. Setzen Sie Nortriptylin nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ab.
Typische Absetzerscheinungen
Bei zu schnellem Absetzen können auftreten:
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
Kopfschmerzen
Schwindel
Schlafstörungen, lebhafte Träume
Unruhe, Reizbarkeit
Angstgefühle
Grippe-ähnliche Symptome
Schwitzen
Muskelschmerzen
Empfohlenes Ausschleichschema
Ein typisches Ausschleichschema bei Nortriptylin:
Zeitraum
Dosisreduktion
Beispiel bei 100 mg
Woche 1-2
Reduktion um 25 mg
75 mg
Woche 3-4
Weitere Reduktion um 25 mg
50 mg
Woche 5-6
Reduktion um 25 mg
25 mg
Woche 7-8
Reduktion um 12,5 mg
12,5 mg
Woche 9-10
Absetzen
0 mg
Bei niedrigeren Ausgangsdosen kann schneller reduziert werden. Bei höheren Dosen oder langer Behandlungsdauer kann ein noch langsameres Ausschleichen über mehrere Monate nötig sein.
💡 Tipps für erfolgreiches Absetzen
Wählen Sie eine stressfreie Lebensphase
Informieren Sie nahestehende Personen
Führen Sie ein Symptomtagebuch
Bereiten Sie alternative Strategien vor (z.B. für Schmerzen oder Migräne)
Bei starken Absetzerscheinungen: Dosis wieder erhöhen und langsamer vorgehen
Regelmäßige Arzttermine während des Absetzens
Wann kann Nortriptylin abgesetzt werden?
Bei Depression: Mindestens 6 Monate nach vollständiger Remission
Bei chronischen Schmerzen: Wenn alternative Schmerzstrategie etabliert ist
Bei Migräneprophylaxe: Nach 6-12 Monaten Absetzversuch möglich
Bei wiederkehrenden Depressionen: Langzeitbehandlung über Jahre kann sinnvoll sein
Wechselwirkungen und Gegenanzeigen
Wichtige Wechselwirkungen
Nortriptylin interagiert mit zahlreichen Medikamenten. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen.
🚨 Gefährliche Kombinationen - Nicht einnehmen mit:
MAO-Hemmern: Mindestens 14 Tage Abstand einhalten - Lebensgefahr!
QT-Zeit verlängernde Medikamente: Erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen
Schilddrüsenhormone: Verstärkung der Wirkung beider Medikamente
Cimetidin: Erhöht Nortriptylin-Spiegel
Tramadol: Erhöhtes Krampfrisiko
Besonderheit: CYP2D6-Interaktionen
Nortriptylin wird hauptsächlich durch das Enzym CYP2D6 abgebaut. Medikamente, die dieses Enzym hemmen, können den Nortriptylin-Spiegel erheblich erhöhen:
Genetische Unterschiede (langsame vs. schnelle Metabolisierer)
Alkohol und Drogen
Alkohol sollte während der Behandlung mit Nortriptylin vermieden werden. Die Kombination verstärkt die sedierende Wirkung und kann zu gefährlichen Zuständen führen. Der Konsum von Drogen ist äußerst gefährlich.
Rauchen
Rauchen kann den Abbau von Nortriptylin beschleunigen. Bei Rauchstopp kann der Wirkstoffspiegel ansteigen - informieren Sie Ihren Arzt.
Absolute Gegenanzeigen
Nortriptylin darf nicht eingenommen werden bei:
Allergie gegen Nortriptylin oder andere trizyklische Antidepressiva
Akutem Herzinfarkt (innerhalb der letzten 6 Monate)
Schweren Herzrhythmusstörungen
Einnahme von MAO-Hemmern (14 Tage Abstand erforderlich)
Akutem Engwinkelglaukom
Schwerer Harnverhalt
Akutem Delir
Schwerer Leberfunktionsstörung
Besondere Vorsicht erforderlich bei:
Herzerkrankungen (EKG-Kontrollen erforderlich)
Bluthochdruck oder niedrigem Blutdruck
Schilddrüsenüberfunktion
Vergrößerter Prostata
Erhöhtem Augeninnendruck
Epilepsie oder Krampfanfällen in der Vorgeschichte
Lebererkrankungen
Nierenerkrankungen
Bipolarer Störung (Gefahr der Auslösung einer Manie)
Suizidgedanken
Älteren Menschen (über 65 Jahre)
Nortriptylin in Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Die Einnahme von Nortriptylin in der Schwangerschaft sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Die Datenlage ist ähnlich wie bei Amitriptylin.
Mögliche Risiken:
Anpassungsstörungen beim Neugeborenen bei Einnahme im letzten Trimester
Entzugssymptome beim Neugeborenen möglich
Atemprobleme, Trinkschwäche beim Neugeborenen
Kein erhöhtes Risiko für größere Fehlbildungen nach aktueller Datenlage
💡 Hinweis für Schwangere
Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Setzen Sie Nortriptylin nicht eigenmächtig ab. Möglicherweise ist ein Wechsel auf ein besser untersuchtes Antidepressivum wie Sertralin sinnvoll, oder die Fortführung kann bei schwerer Depression notwendig sein.
Stillzeit
Nortriptylin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Die Konzentrationen beim gestillten Kind sind niedrig.
Vorteile von Nortriptylin in der Stillzeit:
Geht in geringeren Mengen in die Muttermilch über als Amitriptylin
Beim Kind meist nicht nachweisbar oder nur in sehr geringen Konzentrationen
Weniger sedierend - Risiko für Schläfrigkeit beim Kind geringer
Wird von manchen Experten als besser geeignet angesehen als Amitriptylin
Empfehlungen für die Stillzeit:
Stillen unter Nortriptylin ist grundsätzlich möglich
Das Kind sollte beobachtet werden (Trinkschwäche, Schläfrigkeit, Unruhe)
Niedrigste wirksame Dosis verwenden
Einnahme direkt nach dem Stillen
Eventuell besser geeignet als Amitriptylin oder Doxepin
Nortriptylin im Vergleich mit anderen Antidepressiva
Bei therapieresistenten Depressionen oft wirksamer
Gute Datenlage bei älteren Studien
Nachteile von Nortriptylin:
Mehr Nebenwirkungen als SSRI
Gewichtszunahme möglich (aber weniger als bei Amitriptylin)
Gefährlich bei Überdosierung
Nicht als Ersttherapie bei Depression empfohlen
Viele Wechselwirkungen
EKG-Kontrollen erforderlich
Wann ist Nortriptylin erste Wahl?
Nortriptylin ist besonders geeignet bei:
Depression mit starkem Antriebsmangel
Älteren Patienten (besser verträglich als Amitriptylin)
Unverträglichkeit von Amitriptylin wegen Müdigkeit
Therapieresistenten Depressionen (nach Versagen von SSRI)
Chronischen Schmerzen plus Depression
Migräneprophylaxe, wenn Amitriptylin zu sedierend ist
Stillenden Müttern (möglicherweise besser als Amitriptylin)
Wenn Blutspiegelkontrollen gewünscht/notwendig sind
Wann andere Medikamente bevorzugen?
Als Ersttherapie bei unkomplizierter Depression (SSRI bevorzugen)
Bei schweren Schlafstörungen (Amitriptylin, Mirtazapin, Doxepin besser)
Bei Herzerkrankungen (SSRI sicherer)
Bei Suizidrisiko (SSRI sicherer bei Überdosierung)
Bei jüngeren Patienten ohne Vortherapie
Praktische Tipps für die Behandlung mit Nortriptylin
Optimale Einnahme
Einnahmezeitpunkt: Meist abends, bei aktivierender Wirkung auch morgens möglich
Regelmäßigkeit: Immer zur gleichen Zeit für konstante Wirkspiegel
Flexibilität: Zeitpunkt kann angepasst werden je nach individueller Reaktion
Blutspiegel nutzen: Nach 1-2 Wochen bei stabiler Dosis messen lassen
Umgang mit aktivierender Wirkung
Falls Nortriptylin aktivierend wirkt:
Morgens statt abends einnehmen
Bei Depression mit Antriebslosigkeit vorteilhaft
Anfängliche Unruhe legt sich meist nach 1-2 Wochen
Dosis langsamer steigern
Bei anhaltender Unruhe: Arzt konsultieren
Blutspiegel-Monitoring
Nutzen Sie die Möglichkeit der Blutspiegel-Kontrolle:
Optimaler Zeitpunkt: Nach 5-7 Tagen bei stabiler Dosis
Blutabnahme morgens vor Einnahme (Talspiegel)
Zielbereich: 50-150 ng/ml
Bei Unwirksamkeit oder Nebenwirkungen: Spiegel kontrollieren
Bei Kombination mit CYP2D6-Hemmern: Regelmäßige Kontrollen
Gewichtskontrolle
Gewichtszunahme ist möglich, aber geringer als bei Amitriptylin:
Bewusste Ernährung von Anfang an
Regelmäßige Bewegung
Wöchentliches Wiegen
Bei starker Zunahme: Dosisanpassung besprechen
Autofahren und Bedienen von Maschinen
⚠️ Vorsicht im Straßenverkehr
Nortriptylin kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, besonders zu Behandlungsbeginn. Verzichten Sie auf Autofahren, bis Sie wissen, wie das Medikament auf Sie wirkt. Dies gilt besonders für die ersten Wochen und nach Dosiserhöhungen.
Bei chronischen Schmerzen
Wenn Nortriptylin gegen Schmerzen eingesetzt wird:
Niedrige Dosis oft ausreichend (25-75 mg)
Wirkung setzt nach 1-2 Wochen ein
Kombination mit anderen Schmerzstrategien
Schmerztagebuch führen
Nicht als Bedarfsmedikament - regelmäßige Einnahme
Bei Migräneprophylaxe
Für die Migräneprophylaxe:
Mittlere Dosierung meist notwendig (50-100 mg)
Volle Wirkung erst nach 4-8 Wochen
Migränetagebuch führen
Mindestens 6 Monate Behandlung
Kombination mit nicht-medikamentösen Maßnahmen
Bei älteren Menschen
Besondere Hinweise für ältere Patienten:
Mit sehr niedriger Dosis beginnen (10 mg)
Besonders langsame Dosissteigerung
Regelmäßige EKG-Kontrollen
Auf Sturzgefahr achten (Schwindel)
Wechselwirkungen besonders beachten (Polypharmazie)
Trotz besserer Verträglichkeit als Amitriptylin: Vorsicht geboten
Häufig gestellte Fragen zu Nortriptylin
Ist Nortriptylin besser als Amitriptylin?
Nicht unbedingt besser, aber anders. Nortriptylin ist besser verträglich mit weniger Sedierung und anticholinergen Nebenwirkungen. Es ist besonders geeignet für ältere Menschen und Patienten, die Amitriptylin wegen Müdigkeit nicht vertragen. Bei schweren Schlafstörungen ist Amitriptylin oft vorteilhafter.
Macht Nortriptylin abhängig?
Nein, Nortriptylin macht nicht abhängig. Es verursacht keine Toleranzentwicklung und kein Verlangen. Allerdings können beim Absetzen Entzugssymptome auftreten, weshalb ein langsames Ausschleichen wichtig ist.
Wie lange dauert es, bis Nortriptylin wirkt?
Die antidepressive Wirkung setzt nach 2-4 Wochen ein, die volle Wirkung nach 4-6 Wochen. Bei chronischen Schmerzen kann die Wirkung schon nach 1-2 Wochen eintreten.
Kann ich mit Nortriptylin Alkohol trinken?
Nein, auf Alkohol sollte während der Behandlung verzichtet werden. Die Kombination verstärkt die sedierende Wirkung und kann gefährlich sein.
Warum soll der Blutspiegel kontrolliert werden?
Nortriptylin hat ein "therapeutisches Fenster" (50-150 ng/ml). Unterhalb dieses Bereichs ist es oft unwirksam, oberhalb kann die Wirkung paradoxerweise abnehmen und Nebenwirkungen zunehmen. Die Blutspiegel-Kontrolle hilft, die optimale Dosis zu finden.
Nimmt man mit Nortriptylin zu?
Gewichtszunahme ist möglich, aber meist geringer als bei Amitriptylin. Durch bewusste Ernährung und Bewegung kann sie begrenzt werden. Im Vergleich zu Mirtazapin oder Amitriptylin ist das Risiko niedriger.
Kann ich Nortriptylin in der Stillzeit nehmen?
Nortriptylin geht in geringeren Mengen in die Muttermilch über als Amitriptylin und wird von manchen Experten als besser geeignet angesehen. Eine Behandlung unter Stillen ist möglich, das Kind sollte aber beobachtet werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Wirkt Nortriptylin aktivierend oder sedierend?
Nortriptylin ist weniger sedierend als Amitriptylin und kann bei manchen Patienten sogar leicht aktivierend wirken. Dies kann bei Depression mit Antriebsmangel vorteilhaft sein, zu Behandlungsbeginn aber auch zu Unruhe führen.
Ist Nortriptylin gefährlich für das Herz?
Wie alle trizyklischen Antidepressiva kann Nortriptylin die Herzfunktion beeinflussen. EKG-Kontrollen sind wichtig. Bei Herzerkrankungen ist besondere Vorsicht geboten. Moderne Antidepressiva wie SSRI sind für das Herz sicherer.
Kann ich von Amitriptylin auf Nortriptylin wechseln?
Ja, ein Wechsel ist möglich. Da Nortriptylin der Metabolit von Amitriptylin ist, kann oft direkt gewechselt werden. Die Äquivalenzdosis beträgt etwa 1:1 oder 2:3. Ihr Arzt wird das genaue Vorgehen festlegen.
Hilft Nortriptylin bei Migräne?
Ja, Nortriptylin wird zur Migräneprophylaxe eingesetzt und ist ähnlich wirksam wie Amitriptylin. Aufgrund der geringeren Sedierung wird es manchmal bevorzugt, besonders wenn Müdigkeit am Tag ein Problem ist.