Sulpirid Beipackzettel und Nebenwirkungen

Sulpirid Beipackzettel Zu Sulpirid Nebenwirkungen und Wirkung – Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen Anwendungsgebiete von Sulpirid Sulpirid ist ein Mittel…

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Sulpirid Beipackzettel

Zu Sulpirid Nebenwirkungen und Wirkung – Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

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Anwendungsgebiete von Sulpirid

Sulpirid ist ein Mittel zur Behandlung bestimmter psychischer Erkrankungen (Schizophrenie, depressive Erkrankung) und bestimmter Schwindelzustände.
Sulpirid wird angewendet bei:

  • akuter und chronischer Schizophrenie im Erwachsenen- und Kindesalter
  • depressiven Erkrankungen, wenn die Behandlung mit einem anderen Antidepressivum erfolglos war
  • peripher-labyrintherem Schwindelzustand, z. B. Morbus Meni√®re, peripherer Lage-, Dreh- und Schwankschwindel

Anwendungsbeschränkungen und Warnungen

Absolute Gegenanzeigen von Sulpirid

Sulpirid darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Sulpirid, Benzamidderivate oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • bei akuten Alkohol-, Schlafmittel-, Schmerzmittel (Opiate)- oder Psychopharmaka-Vergiftungen.
  • bei krankhafter Erlebnisreaktion mit √ľbersteigert gehobener Stimmung (maniforme Psychosen).
  • bei Krampfanf√§llen (Epilepsie).
  • bei hirnorganischen Erkrankungen, insbesondere des Alters, die mit Erregungszust√§nden einhergehen (organisches Psychosyndrom).
  • bei Morbus Parkinson (Sch√ľttell√§hmung).
  • in Kombination mit Levodopa.
  • bei bestimmten Geschw√ľlsten (Tumore der Nebennieren [Ph√§ochromozytome]).
  • bei prolaktinabh√§ngigen Tumoren wie z. B. Hypophysen-Prolaktinom sowie allen Mammatumoren.
  • bei bestehender Hyperprolaktin√§mie (erh√∂hte Plasmaspiegel des Hormons Prolaktin).
  • bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren (au√üer bei Behandlung von Schizophrenien).
  • bei Schizophrenie: Kinder unter 6 Jahren.
  • in der Schwangerschaft und Stillzeit.

Patientenhinweis

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Sulpirid einnehmen.
Wie auch bei anderen Neuroleptika kann es unter Behandlung mit Sulpirid zu einem malignen neuroleptischen Syndrom kommen. Dieser Zustand ist gekennzeichnet durch hohes Fieber, Muskelsteifigkeit, vegetative St√∂rungen wie Bl√§sse, Schwei√üausbr√ľche und Kreislaufinstabilit√§t bis hin zum Auftreten von Bewusstseinsst√∂rungen und erh√∂hte Werte des Muskelenzyms CPK (Kreatinphosphokinase) im Blut und kann unter Umst√§nden einen t√∂dlichen Ausgang nehmen. Beim Auftreten derartiger Erscheinungsbilder w√§hrend der Behandlung mit Sulpirid ist dieses Arzneimittel abzusetzen und sofort der Arzt zu informieren. Patienten mit einem malignen neuroleptischen Syndrom in der Vorgeschichte sind nur unter erh√∂hter Vorsicht mit Sulpirid zu behandeln.
Neuroleptika k√∂nnen eine Erniedrigung der Krampfschwelle bewirken. Daher sollten Patienten mit einer epileptischen Erkrankung in der Vorgeschichte w√§hrend der Therapie mit Sulpirid genau √ľberwacht werden.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit krankhaften Erlebnisreaktionen (schizophrene Psychosen), die mit Erregungs- und Aggressivitätssymptomen einhergehen. In diesen Fällen kann Sulpirid gleichzeitig mit einem Beruhigungsmittel verabreicht werden.
Da Sulpirid √ľberwiegend √ľber die Nieren ausgeschieden wird, sollte bei eingeschr√§nkter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) die Dosis vom Arzt vermindert, bei starker Einschr√§nkung der Nierenfunktion sollte Sulpirid nach √§rztlicher Anordnung abgesetzt werden.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit sehr niedrigem oder erhöhtem Blutdruck und bei Patienten mit Vorschäden der Gefäße, insbesondere der Herzkranzgefäße (Angina pectoris) und des Herzens (Herzinsuffizienz).

Verlängerung des QT-Intervalls

Sulpirid, der Wirkstoff von Sulpirid, verursacht eine dosisabhängige Verlängerung des QT-Intervalls (Veränderung im EKG, die auf eine Störung der Erregungsleitung im Herzen hinweist. Dieser Effekt erhöht das Risiko schwerer ventrikulärer Herzrhythmusstörungen wie Torsade de pointes.
Vor der Einnahme von Sulpirid und je nach klinischem Zustand des Patienten wird daher empfohlen, folgende Faktoren, die das Entstehen dieser Rhythmusst√∂rung beg√ľnstigen k√∂nnen, auszuschlie√üen, wie z. B.: verlangsamte Herzschlagfolge (< 55 Schl√§ge/Minute), St√∂rungen des Elektrolythaushaltes (z. B. Erniedrigung des Magnesiumserumspiegels), insbesondere eine Erniedrigung des Kaliumserumspiegels, angeborene oder erworbene QT-Verl√§ngerung sowie die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die eine Verlangsamung der Herzschlagfolge (< 55 Schl√§ge/Minute), eine Erniedrigung des Kaliumserumspiegels, eine Verlangsamung der Erregungsleitung im Herzen oder eine Verl√§ngerung des QT-Intervalls verursachen k√∂nnen.
Besondere Vorsicht ist auch geboten bei Anwendung von Sulpirid bei Patienten mit schweren Leber- und Nierensch√§den, Neigung zu Thrombosen, Glaukom, verengtem Magenausgang, Harnverhalten und Vergr√∂√üerung der Prostata mit Restharnbildung in der Vorgeschichte sowie bei j√ľngeren Frauen mit St√∂rungen der Monatsblutung (Zyklusst√∂rungen).
Bei Patienten mit Diabetes mellitus oder mit Risikofaktoren daf√ľr, die auf Sulpirid eingestellt werden, sollten die Blutzuckerwerte regelm√§√üig kontrolliert werden.
Regelmäßige Kontrollen des Blutbildes, der Nieren- und Kreislauffunktion werden empfohlen.

Erhöhte Mortalität bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen

Bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen, die mit Antipsychotika behandelt wurden, wurde ein geringer Anstieg in der Anzahl der Todesfälle im Vergleich mit denjenigen, die keine Antipsychotika einnahmen, berichtet.

Bei der Behandlung mit Sulpirid wurde √ľber eine Verminderung der Zahl wei√üer Blutk√∂rperchen (Leukopenie, Neutropenie) berichtet, die lebensbedrohend sein kann (Agranulozytose). Bei Anzeichen einer Infektion oder Fieber wenden Sie sich unverz√ľglich zur Blutuntersuchung an Ihren Arzt.
Seien Sie besonders vorsichtig, wenn

  • Sie ein erh√∂htes Schlaganfall-Risiko oder eine vor√ľbergehende Verringerung der Blutversorgung des Gehirns haben.
  • Sie oder ein Verwandter schon einmal ven√∂se Thrombosen (Blutgerinnsel) hatten, denn derartige Arzneimittel werden mit dem Auftreten von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht.

Kinder und Jugendliche

Hinweis zum Anwendungsgebiet ‚ÄěSchizophrenie“
Bei Kindern unter 6 Jahren darf Sulpirid nicht angewendet werden.
Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche d√ľrfen nur nach strenger fach√§rztlicher Nutzen-Risiko-Abw√§gung mit Sulpirid behandelt werden.
Hinweis zu den anderen in Kategorie „Indikation“ angegebenen Anwendungsgebieten (au√üer ‚ÄěSchizophrenie“)
Sulpirid darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Erkenntnisse zur Anwendung von Sulpirid in dieser Altersgruppe bestehen.

√Ąltere Menschen

Zur Anwendung bei √§lteren Menschen siehe Kategorie „Dosierung“.

Verkehrst√ľchtigkeit und F√§higkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Daher sollten Sie das F√ľhren von Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen oder sonstige gefahrvolle T√§tigkeiten ganz, zumindest jedoch w√§hrend der ersten Tage der Behandlung unterlassen. Die Entscheidung in jedem Einzelfall trifft der behandelnde Arzt unter Ber√ľcksichtigung der individuellen Reaktion und der jeweiligen Dosierung.

Schwangerschaftshinweis

Schwangerschaft
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Sie d√ľrfen Sulpirid in der Schwangerschaft nicht einnehmen, da nur begrenzte Erfahrungen am Menschen vorliegen und der enthaltene Wirkstoff im Tierversuch nur unzureichend gepr√ľft wurde. Der Eintritt einer Schwangerschaft sollte durch geeignete die Schwangerschaft verh√ľtende Ma√ünahmen vermieden werden.
Bei neugeborenen Babys von M√ľttern, die Sulpirid im letzten Trimenon (letzte drei Monate der Schwangerschaft) einnahmen, k√∂nnen folgende Symptome auftreten: Zittern, Muskelsteifheit und/oder -schw√§che, Schl√§frigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen. Wenn Ihr Baby eines dieser Symptome entwickelt, sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren.

Stillzeit

Sie d√ľrfen Sulpirid in der Stillzeit nicht einnehmen, da der enthaltene Wirkstoff in die Muttermilch ausgeschieden wird und beim S√§ugling unerw√ľnschte Wirkungen hervorrufen kann.
Ist die Behandlung unausweichlich, muss abgestillt werden.

Dosierung von Sulpirid

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Dosierung
Die Dosierung richtet sich nach der individuellen Reaktionslage, Alter und Gewicht des Patienten sowie Art und Schwere des Krankheitsbildes. Der behandelnde Arzt bestimmt die Menge der täglichen Einnahme.

Behandlung von Schizophrenien

Die Behandlung wird bei Erwachsenen einschleichend mit 3-mal 100 mg Sulpirid (entsprechend 300 mg Sulpirid pro Tag) begonnen, bis die Behandlung mit einer h√∂heren Erhaltungsdosis fortgesetzt wird. In der Regel betr√§gt diese f√ľr Erwachsene 400 – 800 mg Sulpirid, verteilt auf 2 – 4 Einzelgaben.
Eine Tagesgesamtdosis von 1.000 mg Sulpirid sollte nur bei besonderer psychiatrischer Begr√ľndung bis maximal 1.600 mg Sulpirid √ľberschritten werden. F√ľr diese F√§lle stehen geeignetere Darreichungsformen zur Verf√ľgung.

Behandlung von depressiven Erkrankungen

Die Behandlung wird bei Erwachsenen einschleichend mit 50 – 150 mg Sulpirid pro Tag begonnen (verteilt auf 1 – 3 Einzelgaben). In der Regel betr√§gt die Erhaltungsdosis f√ľr Erwachsene 3-mal t√§glich 50 – 100 mg Sulpirid (entsprechend 150 – 300 mg Sulpirid pro Tag). H√∂here Tagesdosen sind in der Regel nicht erforderlich und werden im Einzelfall durch den Arzt festgelegt.
Behandlung von Schwindelzuständen
Die Behandlung wird bei Erwachsenen einschleichend mit 50 – 150 mg Sulpirid pro Tag begonnen (verteilt auf 1 – 3 Einzelgaben). In der Regel betr√§gt die Erhaltungsdosis f√ľr Erwachsene 3-mal t√§glich 50 – 100 mg Sulpirid (entsprechend 150 – 300 mg Sulpirid pro Tag).

Hinweise

√Ąltere Patienten erhalten die H√§lfte der oben angegebenen Erwachsenendosis.
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion erhalten Рabhängig vom Schweregrad der Einschränkung Рniedrigere Tagesdosen. Folgende Richtwerte sind zu beachten:
Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 60 ml/min: 50% der Tagesdosis
Kreatinin-Clearance zwischen 10 und 30 ml/min: 30% der Tagesdosis
Kreatinin-Clearance weniger als 10 ml/min: 20% der Tagesdosis
Bei Kindern ab 6 Jahren sowie bei Jugendlichen darf die Tagesdosis von 3 – 10 mg Sulpirid/kg K√∂rpergewicht, verteilt auf 2 – 3 Einzelgaben, nicht √ľberschritten werden. Als Anfangsdosis werden 1 – 2 mg/kg K√∂rpergewicht/Tag, als Erhaltungsdosis 5 mg Sulpirid/kg K√∂rpergewicht/Tag empfohlen.
Wegen der zentralerregenden Wirkungen von Sulpirid empfiehlt es sich, die letzte Dosis in der Regel vor 16.00 Uhr einzunehmen, um Schlafstörungen zu vermeiden.

Dauer der Anwendung

Der behandelnde Arzt bestimmt die Dauer der Behandlung je nach dem Verlauf des Krankheitsbildes des Patienten.
Je nach Beschwerdebild kann vom Arzt die Tagesdosis nach etwa 1 Р3 Wochen verringert bzw. erhöht werden.
Bei einer Langzeittherapie sollte vom Arzt die Notwendigkeit der fortgesetzten Behandlung alle 3 – 6 Monate √ľberpr√ľft werden.

Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten

Im Falle einer √úberdosierung ist der Arzt um Rat zu fragen.
Symptome einer Überdosierung und erforderliche Maßnahmen

Symptome einer leichten √úberdosierung k√∂nnen z. B. Unruhe, Bewusstseinstr√ľbung und St√∂rungen des Bewegungsablaufes (extrapyramidal-motorische St√∂rungen) sein. Erregung, Verwirrtheit, verst√§rkte extrapyramidal-motorische St√∂rungen, Blutdruckabfall und Koma k√∂nnen bei st√§rkerer Vergiftung vorkommen. Treten solche Krankheitszeichen in Erscheinung, ist umgehend ein Arzt zu informieren, der √ľber den Schweregrad und die gegebenenfalls erforderlichen weiteren Ma√ünahmen entscheidet.
Hinweis f√ľr den Arzt
Eine fr√ľhzeitige Magensp√ľlung wird empfohlen.
Beim Auftreten schwerwiegender Störungen der Bewegungsabläufe (extrapyramidal-motorische Störungen) können Mittel zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung wie Biperiden verabreicht werden. Eine Überwachung der Herz- und Atemfunktion kann erforderlich sein (Risiko von QT-Verlängerung und anschließendem Kammerflimmern). Ein spezielles Gegenmittel ist nicht bekannt.
Bei jeder Beurteilung einer Vergiftung sollte an das Vorliegen einer Mehrfachvergiftung durch mögliche Einnahme oder Anwendung mehrerer Arzneimittel gedacht werden.

Wenn Sie die Einnahme von Sulpirid vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme abbrechen

Sollten Sie die Behandlung unterbrechen wollen, besprechen Sie dies vorher mit Ihrem Arzt. Beenden Sie nicht eigenmächtig ohne ärztliche Beratung die medikamentöse Behandlung. Sie können damit den Therapieerfolg gefährden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Nebenwirkungen

Psychopharmaka BildWie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten m√ľssen.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000
Nicht bekannt: H√§ufigkeit auf Grundlage der verf√ľgbaren Daten nicht absch√§tzbar

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

  • Nicht bekannt: Verminderung der Zahl wei√üer Blutk√∂rperchen (Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose)

Endokrine Erkrankungen

Nicht bekannt: Erhöhung des Prolaktinspiegels im Blut (Hyperprolaktinämie)

Erkrankungen des Nervensystems

  • H√§ufig: verminderter (Mundtrockenheit) oder gesteigerter Speichelfluss, Schwitzen, Kopfschmerzen, Schwindel, herabgesetzte k√∂rperliche Aktivit√§t (Hypokinesie)
  • Gelegentlich: Gelegentliche, aber schwerwiegende unerw√ľnschte Wirkungen treten dosisabh√§ngig auf und √§u√üern sich, insbesondere unter hohen Dosen, als extrapyramidal-motorische St√∂rungen, wie z. B. medikament√∂ses Parkinson-Syndrom im Extremit√§ten- und Gesichtsbereich (Zittern, Starre, Bewegungsarmut), Muskelverspannungen und Fr√ľhdyskinesien (z. B. Zungen-, Schlund-, Blick-, Kiefermuskelkr√§mpfe, Schiefhals, Versteifung der R√ľckenmuskulatur, torsionsystonische (ziehende und drehende) Bewegungsabl√§ufe der oberen Extremit√§ten), Sitzunruhe (Akathisie), Nervosit√§t, Schlaf- und Konzentrationsst√∂rungen.
  • Nicht bekannt: Weiterhin kann Sedierung oder Benommenheit auftreten.

Wie bei allen Neuroleptika k√∂nnen bei l√§ngerer (l√§nger als 3 Monate) und zumeist hoch dosierter Therapie mit Sulpirid anhaltende St√∂rungen des Bewegungsablaufes (extrapyramidal-motorische St√∂rungen) mit rhythmischen unwillk√ľrlichen Bewegungen vornehmlich im Mund- und Gesichtsbereich, aber auch an Armen und Beinen (sogenannte Sp√§tdyskinesien) auftreten. Frauen sowie √§ltere Patienten scheinen eher davon betroffen zu sein. Diese St√∂rungen treten manchmal erst nach Beenden einer Behandlung auf und lassen sich nach heutigem Wissensstand kaum behandeln und k√∂nnen irreversibel sein. Daher ist der Arzt regelm√§√üig aufzusuchen, damit erste Anzeichen fr√ľhzeitig erkannt werden.

  • Krampfanf√§lle.
  • Augenerkrankungen
  • Gelegentlich: Sehst√∂rungen

Herzerkrankungen

  • H√§ufig: Herzklopfen und Beschleunigung des Herzschlags (Tachykardie)
  • Nicht bekannt: Bestimmte Ver√§nderungen im EKG (Verl√§ngerung des QT-Intervalls) und schwerwiegende Herzrhythmusst√∂rungen wie z. B. Torsade de pointes bis hin zu Kammerflimmern oder Herzstillstand mit Todesfolge k√∂nnen auftreten.

Gefäßerkrankungen

  • Gelegentlich: Blutdruckabfall oder – insbesondere bei erh√∂htem Blutdruck – Blutdrucksteigerungen. In diesen F√§llen muss der behandelnde Arzt aufgesucht werden, der √ľber geeignete Ma√ünahmen bzw. √ľber eine Dosisverminderung oder Absetzen der Behandlung mit Sulpirid entscheidet.
  • Nicht bekannt: Es kann bei Lagewechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen zu einem Blutdruckabfall kommen.
  • Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und R√∂tungen der Beine), die m√∂glicherweise √ľber die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen sowie Schwierigkeiten beim Atmen verursachen k√∂nnen. Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich beobachten, holen Sie bitte unverz√ľglich √§rztlichen Rat ein. Lungenembolien k√∂nnen manchmal t√∂dlich verlaufen.

Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes

  • H√§ufig: Verstopfung, Magen-Darm-St√∂rungen mit √úbelkeit und Erbrechen

Leber und Gallenerkrankungen

  • Nicht bekannt: Erh√∂hung der Leberenzyme

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

  • Nicht bekannt: Sulpirid kann Hautunvertr√§glichkeiten mit Jucken und Ausschl√§gen (Exanthem) hervorrufen; fleckiger Ausschlag mit Kn√∂tchen.

Erkrankungen der Nieren- und Harnwege

  • Gelegentlich: St√∂rungen der Blasenentleerung

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdr√ľse

  • Nicht bekannt: Sulpirid besitzt besonders ausgepr√§gte Wirkungen auf den Hormonhaushalt. Diese √§u√üern sich in Form von Brustschmerzen, Spannungsgef√ľhl in der Brust, Vergr√∂√üerung der Brustdr√ľse, Milchfluss und Orgasmusst√∂rungen. Bei der Frau kommt es zu St√∂rungen bzw. Verlust der Monatsblutungen, beim Mann zur Abnahme der Libido und Potenz. Diese St√∂rungen bilden sich nach Absetzen von Sulpirid in der Regel in kurzer Zeit wieder zur√ľck.

Allgemeine Erkrankungen

  • Gelegentlich: M√ľdigkeit, Appetitsteigerung, Gewichtszunahme
  • Sehr selten: Unter der Behandlung mit Neuroleptika, zu denen auch Sulpirid geh√∂rt, kann es zu einem malignen neuroleptischen Syndrom (hohes Fieber, Muskelsteifigkeit bis hin zum Auftreten von Bewusstseinsst√∂rungen) kommen, das unter Umst√§nden einen t√∂dlichen Ausgang nehmen kann.

Gegenmaßnahmen

Sollten Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, benachrichtigen Sie Ihren Arzt, damit er √ľber den Schweregrad und die gegebenenfalls erforderlichen weiteren Ma√ünahmen entscheiden kann.
Nebenwirkungen bilden sich im Allgemeinen nach Verringerung der Dosis zur√ľck und lassen sich in der Regel durch sorgf√§ltige und individuelle Einstellung der Tagesdosen vermeiden.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch f√ľr Nebenwirkungen, die nicht angegeben sind.

Wechselwirkungen

Wenn mehrere Arzneimittel gleichzeitig angewendet werden, kann es zu Wechselwirkungen kommen. Wirkungen und Nebenwirkungen der Arzneimittel können dadurch verändert werden. Ob eine Wechselwirkung auftritt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Sprechen Sie daher immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker, um zu kl√§ren, ob eine Wechselwirkung f√ľr Sie tats√§chlich eine Rolle spielt. Nur Arzt oder Apotheker k√∂nnen Ihre individuellen Risikofaktoren f√ľr eine Wechselwirkung absch√§tzen. Falls notwendig k√∂nnen Arzt oder Apotheker entsprechende Ma√ünahmen veranlassen. Setzen Sie vom Arzt verordnete Arzneimittel nicht ohne R√ľcksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ab.

Sulpirid darf nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln angewendet werden, die folgende Wirkstoffe enthalten:

  • Amantadin
  • Amiodaron
  • Amisulprid
  • Amitriptylin
  • Amitriptylin oxid
  • Artemether
  • Budipin
  • Chlorprothixen
  • Citalopram
  • Diphenhydramin
  • Domperidon
  • Dronedaron
  • Droperidol
  • Erythromycin
  • Escitalopram
  • Levodopa
  • Moxifloxacin
  • Piribedil
  • Thioridazin

Es besteht ein gro√ües Risiko f√ľr eine schwere, eventuell sogar lebensbedrohliche Wechselwirkung.
Bitte sprechen Sie unverz√ľglich mit Ihrem Arzt.

Au√üerdem sind weitere Wechselwirkungen zwischen „Sulpirid“ und anderen Arzneimitteln bekannt. Wenn Sie noch andere Arzneimittel anwenden, fragen Sie Ihren Apotheker, um zu kl√§ren, ob es eventuell zu Wechselwirkungen mit „Sulpirid“ kommen kann.

Letzte Bearbeitung am Sonntag, 26. März 2023 Р10:41 Uhr von Alex, Webmaster psychopharmakon.de.

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