Lithium Beipackzettel und Nebenwirkungen

Lithium Beipackzettel Zu Lithium Nebenwirkungen und Wirkung – Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen. Anwendungsgebiete von Lithium Das Arzneimittel ist ein…

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Lithium Beipackzettel

Medikament Tabeletten BildZu Lithium Nebenwirkungen und Wirkung – Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen.

Anwendungsgebiete von Lithium

Das Arzneimittel ist ein Lithium-haltiges Arzneimittel zur Behandlung bestimmter psychischer und/oder neurologischer Erkrankungen.

  • Vorbeugung der bipolaren affektiven St√∂rung (ausgepr√§gte Stimmungsschwankungen zwischen krankhaft gehobener Stimmung mit vermehrter Aktivit√§t [Hypomanie oder Manie] und einer Stimmungssenkung mit vermindertem Antrieb und verminderter Aktivit√§t [Depression], auch im Rahmen schizoaffektiver Psychosen)
  • Vorbeugung von depressiven Episoden (Episoden einer Major Depression)
  • Behandlung der manischen Episode, gegebenenfalls in Kombination mit Neuroleptika
  • Behandlung bestimmter akuter Depressionen, z. B. bei Therapieresistenz oder Unvertr√§glichkeit von Antidepressiva, bei Verdacht auf Umschlag in eine Manie (gegebenenfalls in Kombination mit Antidepressiva)
  • Behandlung von Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Syndrom)

Anwendungsbeschränkungen und Warnungen

Absolute Gegenanzeigen von Lithium

Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie √ľberempfindlich (allergisch) gegen Lithium, Lithiumcarbonat oder einen der sonstigen Bestandteile sind.
  • wenn Sie an akutem Nierenversagen leiden.
  • wenn Sie einen akuten Herzinfarkt haben.
  • wenn Sie unter schweren Elektrolytst√∂rungen (Natriumhaushalt) leiden.

Patientenhinweis

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen,

  • wenn Sie unter einer Erkrankung namens Brugada-Syndrom leiden oder jemand in Ihrer Familie darunter leidet (eine genetische Erkrankung, die das Herz betrifft).
  • wenn bei Ihnen gleichzeitig eine Elektrokrampftherapie durchgef√ľhrt wird oder durchgef√ľhrt werden soll.
  • wenn Sie unter einer Nierenfunktionsst√∂rung leiden.
  • wenn Sie Probleme mit dem Herzen haben (Herz-/Kreislauferkrankungen).
  • wenn Sie unter einer Schilddr√ľsenunterfunktion leiden.
  • wenn Sie an der so genannten ‚ÄěBronzehautkrankheit“ (Morbus Addison) leiden.
  • wenn Sie eine krankhafte Muskelschw√§che (Myasthenia gravis) haben.
  • wenn Sie eine bestimmte Erkrankung der wei√üen Blutk√∂rperchen (myeloische Leuk√§mie) haben.
  • bei bestehender Schuppenflechte (Psoriasis).
  • bei allen Erkrankungen, die eine kochsalzarme Di√§t erfordern.
  • bei St√∂rungen im Salz- und Wasserhaushalt des K√∂rpers oder bei Fastenkuren mit verringerter Kochsalzzufuhr. In diesem Fall sollen Lithiumsalze nicht oder nur in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt angewendet werden.
  • wenn Sie an Herzrhythmusst√∂rungen leiden, da Lithiumsalze die Erregungsbildung und Erregungsleitung des Herzens ver√§ndern k√∂nnen (EKG-Untersuchungen in regelm√§√üigen Abst√§nden werden empfohlen).
  • bei vorgesch√§digtem Zentralnervensystem. In diesem Fall k√∂nnen Lithiumsalze (z. B. Lithiumcarbonat) vor allem zu Beginn der Therapie epileptische Anf√§lle (Krampfanf√§lle) ausl√∂sen.
  • wenn gleichzeitig harntreibende Arzneimittel oder Arzneimittel zur Behandlung von bestimmten psychischen/neurologischen St√∂rungen (z. B. Neuroleptika, Antidepressiva) angewendet werden sollen.
  • Bei einer lebensbedrohlichen psychiatrischen Erkrankung und wenn andere Behandlungsma√ünahmen erfolglos waren, kann das Arzneimittel unter besonderer Vorsicht dennoch eingenommen werden. Die Behandlung sollte dann im Krankenhaus stattfinden unter t√§glicher Kontrolle des Lithiumspiegels im Blut.

Kombinationsbehandlung

Bei einer Kombinationsbehandlung mit anderen Psychopharmaka (z. B. Neuroleptika wie Haloperidol und Thioridazin, Antidepressiva) wurde von einer wechselseitigen Wirkungsverstärkung sowie einem gehäuften Auftreten von Nebenwirkungen berichtet.
Deshalb sollten Patienten mit einer Kombinationstherapie von Lithium und Neuroleptika, vor allem beim Einsatz von Neuroleptika in h√∂herer Dosierung, engmaschig von ihrem Arzt kontrolliert werden. Bei ersten Anzeichen f√ľr eine bestimmte Nervensch√§digung, wie z. B. Schw√§che, Lethargie, Fieber, Zittern, Verwirrtheit, Delir, Krampfanf√§lle, verst√§rkte Beschwerden im Bewegungsablauf, Reaktionsminderung und erh√∂hte Muskelspannung, sowie Ver√§nderung des Blutbildes (Erh√∂hung der Anzahl der wei√üen Blutk√∂rperchen) und Anstieg der Serumenzyme ist Lithium sofort abzusetzen. Diese Symptome k√∂nnen Anzeichen einer schweren, auch irreversiblen Erkrankung des Gehirns sein (malignes neuroleptisches Syndrom).

Bei der Kombinationsbehandlung mit Substanzen, die die Serotoninwirkungen verstärken (Monoaminooxidase(MAO)-Hemmer, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer [bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen], Serotoninrezeptor (5-HT)-Agonisten [bestimmte Migränemittel, wie z. B. Sumatriptan]), sollte auf Zeichen eines Serotonin-Syndroms (Bewusstseinsstörung, Ruhelosigkeit, Muskelzucken, gesteigerte Reflexe, Schweißausbruch, Frösteln und Zittern) geachtet werden.

Suchen Sie schnellstmöglich einen Arzt auf, wenn Sie eine oder mehrere der oben genannten Nebenwirkungen bei sich bemerken.

Kontrolluntersuchungen

Einer gr√ľndlichen k√∂rperlichen Untersuchung zu Beginn der Behandlung mit Lithiumsalzen sollte sich eine sorgf√§ltige √úberwachung des Patienten w√§hrend der Lithiummedikation anschlie√üen.
Mit Hilfe der Bestimmung der Konzentration von Lithium (= wirksamer Bestandteil des Arzneimittels) im Blut wird die zu verabreichende Menge individuell eingestellt.

Gehen Sie daher bitte regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen!

Die Bestimmung der Lithiumkonzentration im Blut sollte 7 Tage nach Beginn der Behandlung vorgenommen werden und während des ersten Monats einmal wöchentlich, danach im ersten halben Jahr einmal monatlich und später im vierteljährlichen Abstand wiederholt werden.

Die Bestimmung der Lithiumkonzentration im Blut durch Ihren Arzt sollte m√∂glichst genau 12 Stunden nach der letzten Einnahme des Arzneimittels erfolgen. Zweckm√§√üigerweise wird die Bestimmung am Morgen vor der n√§chsten Tablettengabe durchgef√ľhrt.

Folgende Untersuchungen sind neben der Bestimmung der Lithiumkonzentration im Blut durchzuf√ľhren

  • Serum-Kreatinin: Die Messung des Kreatinins im Serum sollte stets parallel zur Bestimmung der Lithiumkonzentration erfolgen.
  • K√∂rpergewicht und Halsumfang: viertelj√§hrliche Messung
  • Schilddr√ľsenfunktionstests (T3, T4, TSH, gegebenenfalls TRH-Test): j√§hrlich
  • Natrium-, Kalium-, Kalziumbestimmung: j√§hrlich
  • 24-Stunden-Urinvolumen, Kreatininclearance: j√§hrlich
  • EKG: j√§hrlich
  • EEG: bedarfsweise bzw. bei Gefahr von Wechselwirkungen bei Kombinationsbehandlung (z. B. mit Neuroleptika)
  • Urinanalyse
  • Blutdruckmessung
  • Blutbild: j√§hrlich
  • Gegebenenfalls √úberpr√ľfung der renalen Konzentrationsleistung (Desmopressin-Test)

Beim Verdacht auf eine beginnende Lithiumvergiftung ist die Behandlung sofort zu unterbrechen und unbedingt der Arzt aufzusuchen.

Begleiterkrankungen, die mit starkem Erbrechen, zwischenzeitlich auftretenden Infektionen, heftigen Durchf√§llen, Fl√ľssigkeitsmangel oder hohem Fieber einhergehen, und die gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln k√∂nnen zu einer Ver√§nderung der Lithiumkonzentration im Blut f√ľhren und eine Lithiumvergiftung beg√ľnstigen; suchen Sie bitte daher Ihren behandelnden Arzt auf. Dies ist ebenfalls erforderlich bei sehr starker Harnproduktion und ausgepr√§gtem Durstgef√ľhl.

Eine Langzeittherapie mit Lithium kann einhergehen mit einer Verminderung der Konzentrierungsf√§higkeit der Niere, die sich durch verst√§rkte Harnproduktion und ausgepr√§gtes Durstgef√ľhl √§u√üert. In diesem Fall ist eine sorgf√§ltige medizinische Betreuung notwendig, um eine Abnahme des K√∂rperwassers mit einer daraus resultierenden Lithiumvergiftung zu vermeiden. Nach Absetzen von Lithium ist dieser Zustand gew√∂hnlich reversibel.

Ver√§nderungen am Nierengewebe (einschlie√ülich der sog. tubulointerstitiellen Nephropathie) sind nach Langzeitbehandlung mit Lithium berichtet worden. Diese Ver√§nderungen k√∂nnen zu einer eingeschr√§nkten Nierenfunktion f√ľhren. Es ist unklar, ob diese Ver√§nderungen nach Absetzen von Lithium immer reversibel sind. Es ist ratsam, die Nierenfunktion regelm√§√üig √ľberwachen zu lassen.

Nierentumoren: Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz, die √ľber einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren Lithium erhalten haben, besteht m√∂glicherweise ein Risiko f√ľr die Entwicklung von gut- bzw. b√∂sartigen Nierentumoren (Mikrozysten, Onkozytome oder Karzinome der Sammelrohre der Niere).

Auf eine ausreichende Kochsalz- und Fl√ľssigkeitszufuhr sollte geachtet werden. Dies gilt insbesondere bei Abmagerungskuren und bei bestimmten Di√§tformen.

Das Arzneimittel sollte 48 Stunden vor einer Narkose oder Operation abgesetzt werden. Es kann anschließend sofort wieder verabreicht werden, wenn die Nierenfunktion und der Elektrolythaushalt normal sind.

Eine gleichzeitige Elektrokrampftherapie w√§hrend der Behandlung mit diesem Arzneimittel sollte mit Vorsicht durchgef√ľhrt und der Patient engmaschig kontrolliert werden, denn es wurde √ľber F√§lle berichtet, bei denen bei Patienten unter Einnahme dieses Arzneimittels und gleichzeitiger Elektrokrampftherapie vermehrt Nebenwirkungen auftraten, die das Nervensystem betrafen (z.B. Verwirrtheitszustand, Delir und langandauernde Krampfanf√§lle).

Kinder

Bei Kindern unter 12 Jahren wird eine Behandlung mit dem Arzneimittel nicht empfohlen, da bei dieser Altersgruppe keine Daten zu Sicherheit/Wirksamkeit vorliegen.

√Ąltere Menschen

Da bei √§lteren Patienten die Nierenfunktion oft eingeschr√§nkt ist, k√∂nnen bei ihnen bereits bei einer Dosis, die von j√ľngeren Patienten gut vertragen wird, h√∂here Lithiumspiegel im Blut erreicht werden und Anzeichen einer Lithiumvergiftung auftreten.

Klinische Verschlechterung und Suizidgefahr bei einer Depression oder einer bipolaren Störung

Bei Patienten mit einer Depression oder einer bipolaren Störung können eine Verschlechterung der depressiven Symptome und/oder Selbstmordgedanken und suizidales Verhalten auftreten, unabhängig davon, ob sie eine antidepressive Behandlung erhalten oder nicht.

Daher sollten Sie engmaschig auf eine Verschlechterung Ihres Gesundheitszustandes und auf Selbstmordgef√§hrdung hin √ľberwacht werden. Dies gilt vor allem zu Beginn einer Behandlung oder bei Dosisanpassungen.

Wenn Sie bei sich Selbstmordgedanken und suizidales Verhalten oder eine Verschlechterung Ihres Krankheitszustandes feststellen, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Ihren Betreuer!
Insbesondere, wenn Sie zur Gruppe der jungen Erwachsenen geh√∂ren, oder wenn Sie vor der Behandlung bereits einen Selbstmordversuch durchgef√ľhrt oder an Selbstmord gedacht haben oder wenn Sie vor Therapiebeginn besonders selbstmordgef√§hrdet waren, ist das Risiko von Selbstmordgedanken und -versuchen erh√∂ht und Ihr Arzt sollte Sie engmaschig auf das Auftreten und die Verst√§rkung von Selbstmordgedanken, suizidalem Verhalten oder selbstsch√§digenden Absichten und auf jede Verschlechterung Ihres Krankheitszustandes hin √ľberwachen.

Falls Sie eine Verschlechterung Ihrer depressiven Symptome (Auftreten von neuen Symptomen mit eingeschlossen) und/oder das Auftreten von Selbstmordgedanken oder suizidalem Verhalten zeigen, sollte Ihr Arzt einen Wechsel bez√ľglich Ihrer therapeutischen Behandlung oder auch die M√∂glichkeit eines Abbruchs der medikament√∂sen Behandlung in Betracht ziehen. Dies gilt insbesondere dann, wenn diese Symptome schwerwiegend sind, pl√∂tzlich auftreten oder bisher nicht bei Ihnen aufgetreten sind.

Verkehrst√ľchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Durch die w√§hrend der Behandlung mit Lithiumsalzen mitunter auftretenden St√∂rungen des zentralen Nervensystems, wie M√ľdigkeit, Schl√§frigkeit, Schwindel oder Halluzinationen, k√∂nnen die Aufmerksamkeit und das Reaktionsverm√∂gen beeintr√§chtigt werden. Sie k√∂nnen dann auf unerwartete und pl√∂tzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge und Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrst√ľchtigkeit noch weiter verschlechtert!

Schwangerschaftshinweis

Schwangerschaft

Das Arzneimittel darf nicht während einer Schwangerschaft angewendet werden.

Ein erh√∂htes Fehlbildungs- und Komplikationsrisiko durch Lithium kann nicht ausgeschlossen werden. Vor Beginn der Behandlung mit dem Arzneimittel ist das Bestehen einer Schwangerschaft auszuschlie√üen, w√§hrend der Behandlung ist eine sichere Empf√§ngnisverh√ľtung zu gew√§hrleisten. Bitte wenden Sie sich umgehend an Ihren behandelnden Arzt, wenn Sie schwanger sind, um gemeinsam √ľber die Fortsetzung und Anpassung Ihrer Behandlung mit dem Arzneimittel zu beraten.

Stillzeit

Lithium geht in die Muttermilch √ľber. Die Vorteile einer Behandlung w√§hrend der Stillzeit sollten sorgf√§ltig gegen die Risiken f√ľr das Kind abgewogen werden. Bei Einnahme des Arzneimittels nach der Geburt sollte die Muttermilch in den ersten zwei Lebenswochen abgepumpt und verworfen werden. Der S√§ugling sollte ausreichend Fl√ľssigkeit bekommen. Wenn bei Ihrem Kind Vergiftungssymptome, wie Verf√§rbungen von Haut und Lippen, Schlaffheit (Hypotonie) oder Teilnahmslosigkeit, auftreten, ist umgehend der Arzt zu informieren.

Dosierung

Dosierung von Lithium

Nehmen Sie das Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.
Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die √ľbliche Dosis:

Der wirksame Bereich der Lithiumkonzentration im Blut liegt in der Regel zwischen 0,5 und 1,2 mmol/l. Zur vorbeugenden Behandlung wird eine Konzentration von 0,5 bis 0,8 mmol/l empfohlen, während in der Akutphase die Lithiumkonzentration im Blut bis zu 1,2 mmol/l betragen kann.

Jeder Patient ist individuell und zu Beginn der Behandlung einschleichend auf Lithium einzustellen.
In den ersten Tagen der Behandlung sollte einschleichend nur eine Retardtablette (entsprechend 12,2 mmol Lithium) verabreicht werden.
Die Einzeldosis kann ¬Ĺ bis 1 ¬Ĺ Retardtabletten (entsprechend 6,1 bis 18,3 mmol Lithium) betragen.

Die √ľbliche Tagesdosis betr√§gt 1 ¬Ĺ bis 3 Retardtabletten (entsprechend 18,3 bis 36,6 mmol Lithium), verteilt auf zwei Einnahmen, z. B. morgens und abends mit einem Zeitabstand von 10 bis 12 Stunden.
Die Einnahme sollte immer zu einer festgesetzten Zeit erfolgen.

Alternativ kann die gesamte Tagesdosis auch als Einmalgabe vor dem Schlafengehen verabreicht werden, wenn Ihr Arzt dies nach Kontrolle der Konzentration des Wirkstoffes im Blut f√ľr m√∂glich erachtet. W√§hrend der Umstellung von der Mehrfachgabe auf die Einmalgabe sollten die Lithiumspiegel im Blut h√§ufiger kontrolliert werden.

√Ąltere Patienten

Bei √§lteren Patienten (√ľber 65 Jahre) ist erfahrungsgem√§√ü eine niedrigere Dosis ausreichend. Bei ihnen sollte ein Serumlithiumspiegel √ľber 0,6 mmol/l nach M√∂glichkeit vermieden werden. Auch sollte der Serumlithiumspiegel daher h√§ufiger kontrolliert werden als im Regelfall.
Mitunter kann der Therapieerfolg erst nach längerer Behandlung eintreten. In jedem Fall bestimmt der Arzt anhand des Krankheitsverlaufs die Behandlungsdauer.

Dosisreduktion

Eine Dosisreduktion w√§hrend einer Langzeitbehandlung sollte in m√∂glichst kleinen Schritten erfolgen, da bereits bei Verminderung des Lithiumspiegels im Blut um mehr als 0,2 mmol/l R√ľckf√§lle beobachtet wurden.
Umstellung von einem Lithium-haltigen Arzneimittel auf ein anderes
Da verschiedene Lithium-haltige Arzneimittel im K√∂rper unterschiedlich verf√ľgbar sein k√∂nnen, entspricht die Umstellung auf ein anderes Lithium-haltiges Arzneimittel einer neu beginnenden Behandlung und ist entsprechend zu √ľberwachen.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung des Arzneimittels zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten

Erh√∂hte Lithiumspiegel im Blut k√∂nnen lebensbedrohlich sein. Vergiftungen k√∂nnen bereits bei normalen oder geringf√ľgigen Erh√∂hungen des Lithiumspiegels im Blut auftreten.Die Symptome k√∂nnen mit einer Verz√∂gerung auftreten. In voller Auspr√§gung k√∂nnen die Symptome auch erst nach 24 Stunden auftreten, dies gilt vor allem bei Patienten, die keine Lithium-Langzeittherapie erhalten, oder nach der Einnahme einer retardierten Darreichungsform. Bitte suchen Sie bei Verdacht auf eine Lithiumvergiftung unbedingt sofort einen Arzt auf!

Mögliche Anzeichen einer beginnenden Lithiumvergiftung können sein:

Vermehrte Harnausscheidung (Polyurie), gesteigertes Durstgef√ľhl (Polydipsie), Durchfall, Erbrechen, Abnahme des Wassers im K√∂rper (Dehydratation), Muskelschw√§che, erh√∂hte Muskelspannung, unfreiwillige Muskelzuckungen, Taubheitsgef√ľhl und Schw√§che von Armen und Beinen, M√ľdigkeit, Koordinations- und Konzentrationsst√∂rungen, undeutliche Sprache, Verwirrtheit, krankhafte Schl√§frigkeit, Schwindel, Augenzittern (Nystagmus), gesteigerte Reflexe (Hyperreflexie), Zittern; bei h√∂heren Lithiumspiegeln im Blut: Ohrger√§usche, verschwommenes Sehen, Stand- und Gangunsicherheit, Teilnahmslosigkeit (Apathie), Herzrhythmusst√∂rungen, QT-/QTc-Intervall-Verl√§ngerung (d. h. eine im EKG sichtbare Verz√∂gerung der Erregungsausbreitung im Herzmuskel mit der Gefahr lebensbedrohlicher Herzrhythmusst√∂rungen), Kreislaufkollaps, St√∂rungen der Nierenfunktion (in seltenen F√§llen auch akutes Nierenversagen), Krampfanf√§lle und Koma. Die Erh√∂hungen des Lithiumspiegels im Blut k√∂nnen lebensbedrohlich sein.
Bei ersten Anzeichen einer Lithiumvergiftung ist das Präparat sofort abzusetzen.

Wenn Sie die Einnahme vergessen haben

Sofern Sie einen Einnahmezeitpunkt vergessen haben sollten, kann in diesem Ausnahmefall die Einnahme √ľbersprungen werden. Die vers√§umte Einnahme sollte jedoch nicht mit einer doppelten Dosis ausgeglichen werden. Bitte halten Sie ab dem n√§chsten Einnahmezeitpunkt wieder die vom Arzt empfohlene Dosierung konsequent ein.

Wenn Sie die Einnahme abbrechen

Die Behandlung sollte nur nach R√ľcksprache mit Ihrem Arzt unterbrochen oder vorzeitig beendet werden. Die Behandlung sollte nicht pl√∂tzlich abgebrochen werden, da es sonst zu R√ľckf√§llen kommen kann. Wenn Sie das Arzneimittel absetzen m√ľssen, wird Ihr Arzt es normalerweise in m√∂glichst kleinen Schritten reduzieren.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Nebenwirkungen von Lithium

Psychopharmaka BildWie alle Arzneimittel kann das Pr√§parat Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten m√ľssen. Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgef√ľhrten Nebenwirkungen Sie erheblich beeintr√§chtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht angegeben sind.

Die H√§ufigkeit des Auftretens und die Auspr√§gung der Nebenwirkungen h√§ngen im Allgemeinen von der Lithiumkonzentration im Blut ab und von Ihrer individuellen Empfindlichkeit auf Lithium. Vorwiegend zu Beginn der Behandlung sind Zittern, vermehrte Harnausscheidung, Durst und √úbelkeit m√∂glich. Meist klingen diese unerw√ľnschten Wirkungen mit der Fortdauer der Behandlung oder nach Verringerung der Dosis ab. Insbesondere in den ersten zwei Jahren der Behandlung ist h√§ufig eine Gewichtszunahme, z. T. dosisabh√§ngig, zu beobachten (es sollte deshalb der Genuss kalorienreicher Speisen und Getr√§nke vermieden werden).

Während der Behandlung mit dem Arzneimittel können folgende Krankheitszeichen auftreten.

Die H√§ufigkeiten des Auftretens f√ľr diese Nebenwirkungen k√∂nnen aus den vorliegenden Daten aus klinischen Studien nicht genau bestimmt werden.

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
  • Vermehrung der wei√üen Blutk√∂rperchen
  • Endokrine Erkrankungen
  • Kropfbildung, Schilddr√ľsenunterfunktion sowie seltene F√§lle von -√ľberfunktion, √úberfunktion der Nebenschilddr√ľse
  • Stoffwechsel- und Ern√§hrungsst√∂rungen
  • Erh√∂hung des Blutzuckers, Erh√∂hung des Kalziumspiegels im Blut, Gewichtszunahme, Appetitlosigkeit
  • Psychiatrische Erkrankungen
  • Halluzinationen, Schl√§frigkeit bis hin zu komat√∂sen Zust√§nden, Ged√§chtnisverlust
  • Erkrankungen des Nervensystems
  • Zittern, Muskelzuckungen, unwillk√ľrliche Bewegungen der Arme und Beine, St√∂rungen des Bewegungsablaufs (choreoathetotische Bewegungen, extrapyramidal-motorische Symptome), Gang- und Standunsicherheit, Taubheitsgef√ľhl und Schw√§che von Armen und Beinen/herabgesetzte Leitungsgeschwindigkeit in den peripheren Nerven, verst√§rkte Sehnenreflexe, kurzfristige Bewusstlosigkeit, Krampfanf√§lle, verwaschene Sprache, Koordinationsst√∂rungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Stupor, Koma, Geschmacksst√∂rungen, Augenzittern, Hirndrucksteigerung (sog. Pseudotumor cerebri); eine Muskelkrankheit (Myasthenia gravis) ist selten beobachtet worden.
  • Augenerkrankungen
  • Gesichtsfeldausf√§lle, verschwommenes Sehen
  • Herzerkrankungen
  • Herzrhythmusst√∂rungen (meist Verlangsamung des Herzschlags), EKG-Ver√§nderungen, Einlagerung von Wasser (√Ėdeme)
  • Gef√§√üerkrankungen
  • Kreislaufversagen, Kollaps, niedriger Blutdruck, St√∂rungen der Blutversorgung im Bereich der H√§nde und F√ľ√üe (Raynaud-Syndrom)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
  • √úbelkeit, Erbrechen, Durchfall, Magenschleimhautentz√ľndung, st√§rkere Speichelproduktion, Mundtrockenheit
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
  • Haarausfall, Akne-artige Hautreaktionen, Haarbalgentz√ľndungen, Hautausschl√§ge, Wiederauftreten oder Verschlimmerung einer Schuppenflechte (Psoriasis), Haut- und Bindegewebsschwellungen im Gesichtsbereich (Angio√∂dem), Juckreiz sowie andere Zeichen von √úberempfindlichkeit wurden beobachtet.
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
  • Muskelschw√§che, Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
  • Am Anfang der Behandlung kann es zu einer Beeintr√§chtigung der Wiederaufnahme von Natrium und Kalium in der Niere kommen. Der dadurch bedingte Verlust von Natrium und Kalium sollte sich jedoch nach einer Woche wieder normalisiert haben. Verst√§rkte Harnproduktion und ausgepr√§gtes Durstgef√ľhl sowie Harninkontinenz k√∂nnen auftreten. Nach langj√§hriger Behandlung: Ver√§nderungen am Nierengewebe (einschlie√ülich der sog. tubulointerstitiellen Nephropathie) und eingeschr√§nkte Nierenfunktion.
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdr√ľse
  • Impotenz, sexuelle St√∂rungen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
  • Einlagerungen von Wasser (√Ėdeme)

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht aufgef√ľhrt sind.

Wechselwirkungen

Wenn mehrere Arzneimittel gleichzeitig angewendet werden, kann es zu Wechselwirkungen kommen. Wirkungen und Nebenwirkungen der Arzneimittel können dadurch verändert werden. Ob eine Wechselwirkung auftritt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Sprechen Sie daher immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker, um zu kl√§ren, ob eine Wechselwirkung f√ľr Sie tats√§chlich eine Rolle spielt. Nur Arzt oder Apotheker k√∂nnen Ihre individuellen Risikofaktoren f√ľr eine Wechselwirkung absch√§tzen. Falls notwendig k√∂nnen Arzt oder Apotheker entsprechende Ma√ünahmen veranlassen. Setzen Sie vom Arzt verordnete Arzneimittel nicht ohne R√ľcksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ab.

Lithium darf nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln angewendet werden, die folgende Wirkstoffe enthalten:

Chlorprothixen
Es besteht ein gro√ües Risiko f√ľr eine schwere, eventuell sogar lebensbedrohliche Wechselwirkung.
Bitte sprechen Sie unverz√ľglich mit Ihrem Arzt.

Au√üerdem sind weitere Wechselwirkungen zwischen „Lithium“ und anderen Arzneimitteln bekannt. Wenn Sie noch andere Arzneimittel anwenden, fragen Sie Ihren Apotheker, um zu kl√§ren, ob es eventuell zu Wechselwirkungen mit „Lithium“ kommen kann.

Letzte Bearbeitung am Sonntag, 26. März 2023 Р10:57 Uhr von Alex, Webmaster psychopharmakon.de.

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